Ein deuischnaiionaler Sportplatz. Die Gelder des Herrn von Westeruhageu.
Za der nähere» Umgebung von Derlln gibt es noch tnaoches. auf in» mit veullichkeil hingewiesen werden «nß. ventschnattonaler Einslntz belAlgk sich noch allzu sehr zum Schade» der Republik und zum Nachteil der A rbetlers cha ft. Zwischen dem Bahnhof Caputh und dem Lahnhof Schwielowsee liegt ein Gelände von etwa ZV Morgen Größe. Es ist Eigentum des Forstfistus, des Wasserbau- amtes Potsdam und der Domgemeind« Brandenburg . Mit diesen Stellen hat der Kriegerverein in Caputh , der etwa 100 Mitglieder zählt, den Namen..Waffen käme rad" führt und im Kqffhäuferbund organisiert ist, Pachtverträge zu außergewöhnlich günstigen Bedingungen auf di« Dauer von 30 Jahren abgeschlossen mit dem Ziele, hier einen„E h r e n h a i n" und einen Sp o r t p la tz zu errichten. Vater des Gedankens ist das Vorstandsmitglied des„Waffenkamerod� ein Herr Thilo von Westernhagen, der als Sohn des früheren Potsdamer Stadt- kommandonten Beziehungen zu rechtsgerichteten Be- amten unterhält und es durch fein gewandtes Auftreten verstand, die republikanischen Regierungsstellen für seinen Zweck einzusaugen. Durch sein« geschickte Berhandlungsart kam nämlich bei den Behörden di« Meinung auf, der adlige Herr ver- folg« einen ideellen Zweck und sein Sportplatz werde der Oeffentlichkeit zur Derfügung gestellt werden. So erklärt es sich, daß«hm la«lverantworkstchem Maße Sffenlliche Mittel zur Verfügimg gestellt wurden. Zunächst ließ Herr von Westernhagen auf dem Gelände in erheblichem Umfang« Müll aufschütten, das er von der Stadt Berlin bezog. Er keß sich hierfür zunächst eine Provision geben. Gemeinde- und Iugendpflegeausschuß Caputh hatten gegenüber dem Unternehmen eine schroff ablehnende Haltung einge- nommen. Deshalb erscheint dos Borgehen der Regierungsstellen doppelt unverständlich. Unverhältnismäßig große Msngen Mull sind in völlig unvorschriftsmäßiger Weife auf- geschüttet, denn es besteht die Vorschrift, daß Müll in einer be- stimmten Art mit Sand abgedeckt werden muß. Die gesund- heitsschädliche Aufschüttung hat zahlreiche Gewerbetreibende zu Protesten veranlaßt, denn im Sommer verbreitet dieser Müll einen widerlichen, etelerregonden unausstehlichen Gestank, der beispielsweise aus einer nahen Gastwirtschaft die Gäste ver- jagt«. Der zuständige Amtsoorsteher Weese hat Westernhagen wiederholt bestrast und ihm die voifchristswidrige Aufschüttung ver»
boten. Der Landral Bohne m Zeisig, der Herr» aog West«» Hägen sehr fteundlich zugenmgl ist, hat allerdings dem Amtsvorsteher wiederholt empföhle», die Strafe» zurück- zuziehe». Eine Reihe von Besichtigungen, die auf Deranlafsuvg von Gemeinde und Zlmtsoorfteher vorgenommen wurden, hat trotz oller Beschwerden von Gewerbetreibenden den Laudrat und die Regierung in Potsdam nicht veranlaßt, die Einhaltung der Vorschriften zu erzwingen. Monatelang durste dieser deutschnationale Müll i n vorschrifts- und gesundheitswidriger Form auf- geschüttet werden! Zwei Jahre dauert dieser Komps gegen die Verstöße Westernhagens schon. Die Gememde ist macht- los, well ein reaktionärer Landrat ihr« Bemühungen durch- kreuzt. Der Landrat Bohne ist bekannt durch seine Landratsbauaffäre und dirrch sein unberechtigtes d i s z i- plin arisches Vorgehen gegen den sozialdernokratischen Amtsvorsteher Weese._.. Es ist ganz klar, daß der Berei«„Waff enkamerad nur vorgeschoben ist. Das Projekt ist ein Privatunter- nehmen des Herrn von Wersternhagen. Di« R«ierung Potsdam hat im Hinblick auf die unhaltbare Lage und die zahlreichen Proteste hin der Gemeinde den Vorschlag unterbreitet, daß di« Verträge in den Händen des„Waffen kamerad " verbleiben, aber ein Derwaltungs- kuratorium gebildet wird, in dem die Gemeinde Sitz und Stimme hat. Dieser Vorschlag wurde vom Vemeindcvorstavd Caputh ete- stimmig abgelehnt. Denn wenn der„Daffenkamerad" die Herrschastsgewalt über dos Gelände behält, geraten die Linksverbände in ein unertrSgliches Abhängigkeitsverhältnis von de» Deutschnationalen. Capuch wäre darauf angewiesen, einen eigenen Sportplatz zu errichten. Dies ist ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel nicht durchführbar, und zudem ist es nicht einzusehen, warum öffentlich« Miitel für di« sporlliche Betätigung einer so kleinen Gemeinde von zwei Stellen in Anspruch genommen werden sollen. Den Dezernenten, die für die Hergab« der Mittel und den Abschluß solcher Verträge verantwortlich sind, mutz auf die Finger gesehen werden; Landtag und Preußisches Ministerium des Innern werden sich mit dieser Angelegen- hcit zu beschästige» haben. � Inzwischen hat, wie wir erfahren, auch die Gemeinde« Vertretung von Caputh den Dorschlag der Potsdamer Regierung, ein Kuratorium zu bilden, einstimmig abgelehnt.
Darenhalls Galerie? Lafaqette die Möglichkeit genommen, sich i» die Belleouestraße hinein auszudehnen. Das„Künstlerhaus" soll noch für zwei Jahre seinem bisherigen Eigentümer, dem Berei» Berliner Künstler, zur Benutzung überlasten werden. Dann aber tritt Wercheim in seine Rechte, und die Künstler werden sich für den großartigen Kaufpreis an anderer Stell« Berlins ein neues und prächtigeres Heim schaffen. Für die Galerie» Lafayette wird man wohl ans de- engtem Gelände ein Haus errichten, das notgedrungen in die Höh« wachsen muß. Der Potsdamer Platz wird dann sei» erstes Hochhaus haben._
Die Ermordete von Larnz. Ist di- Tote-in- Äerlinerio? Zur AufNärung des Verbreche« s' dem d» Sai». zer Tiergarten bei Wien eine Frau zum Opfer ge- falle» ist. hat die wiener Srimi'nalpolizei setzt auch die HIlse der Berliner Stellea in Anspruch genommen. Sie geh» augenblicklich den Spuren der llnbetannte». die nach Verlin weisen, nach. Die Ermordete, die d>urch mehr'er« Schüsse getötet war- den ist, war 20—30 Jahre alt und 1,60 Meter groß. De hat«inen kastanienbraunen Bubenkops, in der Nähe der Leiche lag aber auch ein Locken hignov, das sie vermutlich zur Ergänzung der Haartracht getragen hat. Besondere Kennzeichen sind kleine Hautknoten oberhalb des rechten Auges, etwas rechts vom Augenwinkel und auf der rechte» Wange in der Höhe de« Mund- winbsls. Hände und Füße waren gut gepflegt. Im Ober- kiefer r«chts und links und im Unterkiefer links trug die Tote Brücken aus 22karatigem Goldblech. Ihr« Kleidung bestand aus einem rosnholzfarbenen, ziemlich hochgeschlossenen Kleid aus Schaswollrips. Es hat an Brust und Hals einen Einsatz aus schwarzem Crepe de Chine mit rotbraungerändertem Muster und gleichem Besatz an den Aermeln. Die Schweißblätter tragen das Zeichen„Martha" doppelseitig B. 3. 0. und sind das Erzeugnis einer Firma Friedländer in Berlin . Als Unterwäsche trug sie ein lachsfarbenes Complet aus Crepe de Chine mit weißen Spitzen. Di« Fußbekleidung sind braune Spangenhalb- s ch u h« mit hohen Absätzen und dem Zeichen einer Triester Firma. An Schmuck hatte die Tote auf dem rechten Arm ein schmales Gliederarmband aus 18karatigem Gold, das in Abständen mit vier ovalen, dunkelblauen Saphiren besetzt ist. Der Mörder, deston Waffe ein Revolver, Kaliber 6,35, war, hat»ersucht, die Leiche mit Hartspirituswürfeln, Mark«„Meto". zu verbrennen. Neben der Leiche fand man auch ein Fläschchen Benzin. Mittellungen. di« zur Feststellung der Persönlichkeit dienen können, an Krimmalkommistar Johannes Müller, Inspektion A. im Polizsipräsidium.
Ein Todesopfer des Keuerkampfes. van Halder seinen Verletzungen erlegen. Der nächtliche Feuerkampf in der Sickingen st raße 78 in Moabit hat nun doch noch«in Todesopfer gefordert. Der 23jährige Monteur van Halder. der au« MUwaute«(U. S. iL) stammt und sich feit längerer Zeit w Deutschland aufhielt, um Montagearbeiten zu verrichten, ist gestern nachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Aerzt« des Moabller Krankenhauses, in da« van H a l d e r ubergeführt wurde, hofften, den Schwerverletzten, der von elf Bauchschüssen getroffen worden war, am Leben zu erhalten. Wegen des starken Blutverlustes schian eine Bluttrans- fusion. zu der sich seine Lerlobte, Frau Flattau. bereit- willigst zur Lerfü�ung stellte, um da« Leben de« Der- lobten zu retten, unumgänglich. Aber auch diese Aktion blieb er- f o l g l o S Der Blutverlust de« Schwerverletzten war z u groß und außerdem hatten mehrere Kugeln die Einge- weide durchschlagen. So blieb alle ärztliche Hilf« vergebens und van Halder starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der Täter, der 34jährige Albert Flattau, liegt mit einem Becken- und Schulterlchuß im Staatskrankenhau» in der Schanchorststraß« als Polizeigefangener noch immer schwer danieder; Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Das Grundstück Sickingen st raße 78 war gestern nach- mittag das Ziel zahlreicher Neugieriger, die sich den ? chauplatz des nächtlichen Feuerkampfes ansehen wollten. Schutzpolizeibeamte mußten schließlich eingesetzt werden und die Menge, die aus mehrere hundert Personen angewachsen war. zerstreuen.
Eine verhängnisvolle Spazierfahri. Das Kind vorne auf dem Ztade. Kl» warnendes Beispiel kann die Gerichtsverhanblur�j dienen, die vor dem Schöffengericht Schöneberg gegen einen jungen Arbeiter stattfand, der wegen fahrlässiger Körper- Verletzung angeklagt war. Der Angeklagte war auf seinem Rade von der Arbaitsftätt« • ach Haufe gekommen. In der Haustür empfing ihn fei» SjShriger Neffe und bat ihn, mit ihm etwa« auf dem Rad« Ipazieren zu fahren. Nun fetzte er dos Kind vor sich auf da» Rad und fuhr unterwegs ein« kurze Strecke durch die Pots- damer Straß«. Es war regnerisches Wetter, und der Damm war glatt. Als er«inen A u t o o m n i b u«, der gerade von der Haltestelle abgefahren war, überholte, geriet«r mit dem Rade in di« Straßenbahnschienen und stürzte. Das Kind fiel so unglücklich, daß der Autobus ihm über das link« Bein fuhr, das abge- nommen werden mußte. Der Vater des Kindes macht« in Er- «artung einer Rente Anzeig« gegen die Aboag. Die Unter- suchung ergab aber die v ö l l i g« U n s ch u l d de» Autofahrer», hin- gegen wurde der unglücklich« Schwager, der Angeklagte, unter �nktagc gestellt. Der Staatsanwalt erblickte ein« Fahrlässig- keit des Angeklagten darin, daß er mit einem Kind« auf dem Fahrrad bei dem glatten Asphalt durch ein« belebte Verkehrsstraße gefahren fei, und beantragt« 2 00 Mark Geldstrafe. Das Gericht sprach den Angesagten aber frei, weil es hin- sichtlich des fahrlässigen Verschuldens n i ch t so weit, wie der Staats- (rnwalt, gehen konn!«. Es liege hier zweifellos ein unglückseliger Zufatl vor.
Zwei Großfeuer. Auf dem Berschiebebahnhof Tempelhof brach gestern abend ein Großfeuer au«. Ein Schwellenlager van mehreren tausend Stück war vermutlich durch Funkenslug in Brand geratsn. Di« Feuerwehr «rjchien mit vier Löjchzügen und mußte s«ch« Schlauchleitungen in Tätigkeit setzen, um des Feuer» Herr zu werden. Noch waren die Löschardeiten in Tempelhof nicht beendet, als «in satter Groß feueralarm au« Berlin-Buckow kam. I» dem Wirtschaftsgebäud« der Gärtnerei von Hennig war aus noch unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen, das auf die angrenzenden Schuppen und Ställe übergriff. Von Berlin wurden die Züge 23 und 27 an die Brandstelle beordert. Gleichzeitig eilten auf den starken Feuerschein, der kiloNKterwest nach allen Richtungen hin erkennbar war, zahsreich« freiwillige Wehren an. Erst gegen Miwr- nacht war die Gewalt des Feuers gebrockten.
Raphael gestellt und wieder freigelassen. Aber seine Wärter werden bestrast. Der frühere Oberleutnant Raphael, über dessen Flucht wir de- richteten, hat sich gestern vormittag bei der sogenannten„Dater- ländischen Gefangenenhilfe", die politische Gefangen« aus Rechts- kreisen betreut, gemeldet. Auf Deranlassung dieser Organisation meldete er sich sodann bei dem Direktor der Strafanstalt Tegel. Da sich inzwischen herausgestellt hatte, daß Raphael auf Grund der A mn esttev er or dv u ng keive Strafe. z?> verbüßen hat, weil die tatsächlich erlitten« Untersuchungshaft auf die Zuchthaus - bzw. Gefängnisstrafe in Anrechnung gebracht werden muß, so veranlaßte der Strafanstalt sdirektor die so- fortige Freilassung Raphaels. Raphael gehört also auch zu jenen, die durch die Sozialdemokratie, zusammen mit den kommunistischen Gefangenen, befreit wurden. Die Flucht des Raphael wird zwar nicht für diesen Ehrenmann, wohl aber für die beiden Transporteure noch ein Nachspiel haben. Wie wir erfahren, ist gegen sie ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit und Gefangenenbegünstigung«ingeleitet worden. So werden unbescholtene Familienväter durch nationale" Männer unglücklich gemacht.
Messeratteniai auf die Krau. Die Tot eines Geisteskranken. In der Guerickestraße 4 in Charlottenburg szneve(Ich gestern nachmitag ein aufregender Vorsoll ab. Der dort wohnende 33iährige Glöckner Bernhard Leik drang nach einem Streit mit einem Küch>nmess«r aus sein« Ehe- f rau ein. Der Frau gelang es, zu flüchten, und unter lauten Hilfe- rufen erreichte sie den Trcppenflur. Hausbewohner eisten hinzu und nahmen di« Bedrängte in Schutz. Inzwischen war das U e b e r- fallkommando alarmiert worden, das vergebens Einlaß in die Wohnung forderte. Man drang schließlich gewaltsam in die Räume «in und fand Leik an der Türklinke des Schlafzimmer« erhängt vor. Er konnte aber von der hinzugerufenen Feuerwehr ins Leben zurückgerufen werden.
Jede Stadt veranstaltet hin und wieder irgendeinen Festakt. Diese dekorative.Hastung fit sie nun einmal ihrem Renommee schuldig. Jetzt ist Stralsund an die Reihe gekommen, weil Wallen- stein, der Feldherr des deutschen Kaisers, die Belagerung der Stadt abbrach. Daher der Festakt. Uebrigens ein merkwürdiger Festakt, wenn man bedenkt, daß Stralsund eigent- lich sein« Zugehörizkest zu Schweden bis zum Jahre 1813 feiert, und außerdem kann man über Wallenstein und Gustav Adolf ge- teilter Meinung sein. Es ist nicht notwendig, daß die Feier mit- samt der Rede eines Generalsuperintendenten und des Bürger- meisters auf den Berliner Sender übertrogen wird. Es gibt wich- tigere Dinge auf der Welt. Der„bunte Abend" ist seit längerer Zeit zum ersten Male wieder erträglich, kann in seiner Programm- gestastung beinahe als gut bezeichnet werden. Man hört heiter« Rezitationen, Bandonionvorträge, Cello und Koloraturen, dazwischen auch noch Zither, und die Darbietungen verlieren sich nicht einmal im Kitsch. Das allein bedeutet bei diesen Veranstaltungen schon ein Plus. Otto II r a k spielt meisterhast auf dem Cello, und Hedwig Kaufmann- Franc illo ist heute noch, wenn auch die Höhe nickt mehr mit der früheren Virtuosität behandelt wird, eine Kunst- lenn von hoher Gesangskultur.— Als einen erfreulichen Fort- schritt im Sinne der programmatischen Wünsche der Arbeiter» Radiohärer darf man wohl dt« Tatsache registrieren, daß über den bevorstebenden Brüsseler Kongreß der Sozialistischen Internationale im Berliner Rundfunk gesprochen wird.. Genosse Bietor Schiff behandest w einem ersten Bortrag das Wesen und die Geschichte der Internationale. Er tritt zu» nächst in wirksamer Weise dem Irrtum entgegen, daß„i n t e r- national" gleichbedeutend sei mit„a n t i national" Sodann gibt er in großen Zügen«inen geschichtlichen Ueberblick über die Ent- wicklung der International« von ihrem Londoner Gründitngston- greß im Jahr« 1864 bis zur Gegenwart.' F. S.
L. wurde in das WestenderKrantenhaus gebracht, wo die Aerzte sein« Ueberfühntng indieNervenanstaltWittevou oeranlaßten. Allem Anschein noch Hot L. das Attentat auf seine Frau in einem Augenblick geistiger Umnachtung verübt.
Warenhausbrand in Karlsruhe . Aasenüschnelle Ausbreitung. In der Teppichabteilung desWarenhaufesGeschw'ster Knopf m Karlsruhe entstand aus bisher unbekannter Ursache«in Brand, der bei den großen Vorräten reiche Nahrung fand. Die Flammen griffen mit rasender Schnelligkeit auf die Spielwaren- und die Haushalisabteilung über. Sämtliche Feuerwehren der Stadt beteiligten sich on den Löscharbeiten. Der Wasierschaden ist fast ebenso groß wie der Brandschaden. Die umliegenden Straßen sind in weitem Umfange abgesperrt. Der Brand dauert.zurzeit noch mit unverminderter Heftigkeit an.
Xodessturz emes Dachdeckers. Bei Dacharbeiten auf dem Grundstück Alexanderstr. 3 4 verunglückte gestern nachmittag der 2Sj ährige Arbeiter Bruno Thomas tödlich. Th. war auf dem Doch mit Teerarbeite ,» beschäftigt. Plötzlich oer'kor er auf dem stark abfallenden Dach den Halt und stürzt« kopfüber auf den Hof hin- ab. Der Verunglückte hatte so schwer« Verlatzungen erlitten, daß er wenige Minuten später starb. Seme Leiche wurde beschlagnahmt und in das Schauhaus gebracht. Kongreß der Lebensreformer. Anläßlich der großen Ernährungsausstellung luden di« deut schen Vegetarier-Vereinigungen für den 21.. 22. und 23. Juli zu ihrem diesjährigen Kongreß nach Berlin ein. Der Sonnabend war organisatorischen Beratungen gewidmet. Man sah aus dieser Tagung auch den Genossen Prof. Dr. Grotsahn. Die in den Orga- nffationen zusammengesaßten deutschen Vegetarier, so betont« der Berbandsvorsitzende Vogt in seiner Erössungsanspracke, seien durchaus nicht die Eigenbrötler, als di« sie von weiten Kreisen be- zeichnet würden, denn die Ernährungsreformen, die sie oerträten, seien wissenschaftlich fundiert und außerdem. wie die Vitaminenlehre und die Ernährungsaus- st e l l u n g beweisen, sehr zeitgemäß. Die Berichte über die ein- zelnen Zweige der Zlrbeit— Frauenbewegung, Ausstellungswesen, Siedlungsfragen u. a.— zeigten, mit welchem zäben Eifer ge- arbeitet worden fit, und daß deshalb da» Erreichte besonder» hoch gewertet werden müsse, wie die Abteilung„Cebensreform" aus der„P r e s s a" und der Stand der Berliner Vegetarjschen Vereinigung auf der„Ernährung". Selbst in diesem Kreis ner- sucht» ein konimunistischcr Lautsprecher sein Heil, wurde aber energisch abgewiesen. Am Sonntag wurde zunächst die Ernährungsausstellung de- sucht, di« durchaus nicht immer den Beifall der Kongreßteilnehmer fand und die sich— besonders in den für die ausstellenden Firmen vorgesehenen Hallen— manch« scharfe, aber berechtigt« Kritik ge fallen lasten mußte. Im Anschluß daran fand ein« öffenlliche Tagung im Vortragssaal der Funthalle statt. Medizinalrat Bach- mann behandelte die neuen Forschungen über die Bedeutung des Eiweiß in der menschlichen Ernährung. Er wie» nach, daß durch die Ueberfütterung unsere» Körper» mit Eiweiß. dedingt durch die heute üblichen Ernährungsformen, der Nährboden für viele Krankheiten geschaffen wird, denen wir dann mit allerlei Giften zuleide gehen, obwohl schon«ine Umstellung in unserer Ernäbrung Wandel schaffen würde. Der letzt« Tag fftbrt« die Kongreßteilnehm� nach Eden, einer genossenschafllich'arbcllsresormatorischen Siedlung bei Oranienburg , di« etwa 35 Jahre besteht und in dieser Zeit den Beweis dafür lieferte, daß Vegetarismus und üebensrefarm nicht nur in den Köpfen einiger Phantasten leben, sondern in jeder Richtung durch- führbar sei. Uebrigens werden die Interesse» der proletarffchen Leben». reformer durch den Verband Bolksgesundbeit wahr- genommen.
Wetterbericht der ossevNlchev wetterdien lttlell« Berit» und Umgegend. (Nachdn eeid.). Wechselnd, meist stört« beivöltt mit Zteigung zu«ürzetnen Rcg-nlchau-ni. Temperaturen lvenig»«öndert.—«r ventschland: Auch in, Süden Bewölkungszunahme, besonder« im Stork» Deutschland » U» breitet« Regeoschauer, wenig