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Nr. 355» 45. Jahrgang

2. Beilage des Vorwärts

Sonntag, 29. Juli 492»

Englands nationaler Industn'emt. Britisches Kapital will Gtinnes' Arbeitsgemeinschast nachmachen.

Haaderltaaseade englischer lexMarbeiter siehe« vor schwersten Sozialkämpfe«. Gleichzeitig lause« zwischen Unternehmern und Gewerkschaft«« Eng. lcmds Verhandlungen zur Bildung eines parikSti. schen nationalen Zndustrierats. Vor einigen Tagen wurde au« England der offiziell« Tätigkeit�- bericht derConference of Induftriol Organisation and gndustriat Relation" aus uns zugesandt. Es handelt sich uiN einen Versuch. die Reibungsflöchen zwischen der englischen Arbeiter, und Unternehmerschaft durch Schaffung einer neuen Organisationsform zu vermindern. Die Notwendigkeit für diese» Experiment sehen die s Befürworter des Plans darin, dah die schwierigen Probleme, die zum Ausbruch des Kohlen st reit» geführt hoben, auch heute noch in unverminderter Stärke bestehen. Do» Mittel, da» nun neuer» ding» empfohlen wird, ist die Bildung einer Art industrieller Arbeitsgemeinschaften, deren geplant« Ausgestaltung im Bericht beschrieben wird. Die Anfänge der Bestrebungen > gehen auf ein« Rede zurück, die im vergangenen Herbst auf dem englischen Gewerkschaftstongrest von einer leitenden Persönlich- keit gehalten wurde. Die Rede war dadurch demerkenswert, daß sie eine ausgesprochene Absage gegen den wirtschastskämpferischen Sozialismus jeder Schattierung enthielt und statt dessen die Lera eineskonstruktiven Sozialismus" für gekommen sah. Man oermutet wohl mit Recht, dah diese Rede der Gegenseite den willkommenen Anlaß bot, nun ihrerseits mitkorstruktiven" Der- ständigungsplänen anzurücken. Im November schon wurde von einer kleinen, ober bedeuten- den Jndustriegruppe unter Führung von Sir Alfred Mond ein Schreiben an die Trade Unions(Gewerkschaften) gerichtet, in dem zur Mitarbeit an neuenCooperation ", d. h. Industriegemeinschafts- planen aufgefordert wurde. Geschickt wurde In dem Einladung»- schreiben gleich das Moment in den Vordergrund gerückt, von dessen Vorhandensein die bloße Möglichkeit des Verhandlungsbeginns überhaupt abhing: das ist die Z u s i ch e r u n g, daß der an dem Schreiben beteiligte Unternehmertreis die Trade Union » als legale Vertretung der Arbeiterschaft anerkenne. Wie nötig diese ausdrückliche Hervorhebung auch heut« noch ist, haben gerade die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, wo die Unternehmer sich vielfach weigerten, die Gewerkschaften anzuer- kennen, und sich auch nicht davor scheuten, einzelne Arbeiter wegen ihr« B«bandszug«hSrigkeit zu maßregeln. Die Unternehmer waren also taktisch klug. Nachdem derGeneral Council'(Generalrat) ber Trade Unions die Einladung angenommen hatte, fand die erst« Dollsitzung der neugegründeten Arbeitsgemeinschast Ansang diese» Jahres statt. Sm Anschluß daran wurde da» Arbeitsprogramm aufgestellt. Bei der Durchsicht dieses Programms erhält man den Eindruck einer ungeheuren Ausdehnung und Vielseitigkeit; ange- sangen von den Gebieten, die speziell Arbeiterinteresien berühren, wie Lohnpolitik. Schlichtungswesen. Arbeitszeitgesetz usw., gibt es wohl kaum irgendein volkswirtschaftliches Thema das nicht als Forschungsgegenstand der Arbeitsgemeinschaft vorgesehen wäre. Es fragt sich nur, ob hinter der anscheinend so systemlos zusammen- gewürfelten Fülle interessanter Wirtschaftsthemen ein ordnender Gesichtspunkt steckt. Da» ist zweifellos der Fall; denn im Grunde sollen ja all die verschiedenen Forschungen über Banken- Politik, Zollfragen und wie die Themen olle heißen mögen nur dem einen Zweck dienen den am Produktionsprozeß beteiligten Kreisen den Blick für die großen wirtschaftlichen Zusammenhänge zu öffnen, wovon man sich eine starke Entspannung im Wirtschaftskampf verspricht. Vielleicht will man durch die Fülle der Untersuchungen die Gewerkschaften auch verwischen. So sich« es nun besonders für gewisse Kreis« der englischen Unternehmerschaft zutrifft, daß ein großer Teil ihr« ver- »ehrten Arbeiterpolitik auf Lerkennung der wirtschaftlichen Zu- sammenhänge beruht, so wird doch d« kühnste Optimist kaum an- nehmen können, daß dieAusklärungallein den erforderlichen Umschwung hervorbringen kann. Der Plan begnügt sich daher nicht nur mit der Aufzählung von Forschungsgebieten für die projektiert« Gemeinjchast, sondern schlägt auch die Schaffung von neuen Organisationssonnen vor, die auf«wem sozusagen direkteren Weg da» Ziel der u n b« d i n g- ten Streitvermeidung erreichen sollen. Den Ausgangs- xunkt bildet hier der Porschlag, einen National Industrial Council, den zentralen Industrierat. zu gründen, der parttätisch au» Mitgliedern der Trade Unions und aus Arbeitgebern zusammengesetzt sein soll, und zwar sollen die Arbeilervertreter Mitglieder de» Generalrat« der Trade Union « sein, während die Unternehmer von den beiden führenden Unternehmer- organisationen ernannt werden sollen. Dieser Rational Council hat ein ständige» Komitee zu schaffen, da» die Funktion hat, Schiedsräte zu ernennen, fall» Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern entstehen. E» fragt fich nun. wie man sich die nähere Ausgestaltung dieser Schiedsinstanzen denkt: darüber ist aber nur negativ etwa» gesagt: sie haben keinerlei Zwangsbefugnisse, unterscheiden sich also darin stark von unseren offiziellen Schiedsinstanzen sondern sollen lediglich dl« einzelnen Differenzpunkte prüfen und dann den Tatbestand, wie er sich ihnen darstellt, den Parteien vorführen, denen dann da» wettere überlassen bleibt. Diese vom ständigen Komitee von Fall zu Fall neu zu bildenden Schiedsräte sollen ebenfall» paritätisch au» Arbeit- pehmern und Arbeitgebern zusammengesetzt sein; im übrigen lst aber die Auswahl der betreffenden Persönlichkeiten vollständig in« Belieben des ständigen Komitee» gestellt, da» auf dies« Weis« zum wichtigsten Organ der vorgeschlagenen Organisation wird. Wo« nun neben diesen eben dargelegten organisatorischen Bor- schlägen noch in dem Bericht enthalten ist, sind Betrachtungen mehr allgemeiner Natur, die offensichtlich den Zweck oerfolgen» durch Der- ficherung der gegenseitigen Hochachtung die seit dem Streik Bezichu«» frqmdlich««

wenn man den deutschen verglelchsmaßstab anwendet. mühte man von vornherein zu einer glatten Ablehnung de» ganzen Plane» kommen. in Erinnerung daran, daß derartige ähnliche GeMeinschasteplän« bei uns erst vor einigen Jahren kläglich gescheitert sind. Da aber dir Verhältnisse in Deutschland und England zu verschieden sind, um derartige Analogieschlüsse zu rechtfertigen, wird man besser tun, die für England charakteristischen Momente sich tlaezumachen, von denen der Plan als Gegebenheit ausgeht. Zuerst ist da einmal etwa« Negatives zu berücksichtigen: da» ist da» fehlende Eingreifen de« Staates in den Wirtschasts- Mechanismus. Im Gegensatz zu der deutschen Entwicklung herrscht in England noch die Anschauung, daß die Auseinandersetzung in Wirtschastsangelegenheiten ausschließlich Sache der beteiligten Pa�- teien sei, oon der der Staat die Hände zu lassen hätte. Wie stark dies« Einstellung auch den neuen Organisationsplan beherrscht, er- kennt man daran, daß entgegen der sonst im Plan bevorzugten un- bestimmten Ausdruckeweise zu diesem Punkt an verschiedenen Stellen eindeutig gesagt wird, daß die neuzuschassenden Schlichtungsorganisationen keinerlei Zwangsbefugnlsse haben dürsten, wodurch natürlich jede Mitwirkung de» Staates, der so die Exekutiv - macht verkörpert, von vornherein abgelehnt wird. Man fragt sich nun, wie diese fehlende Zwangsbesugni» ersetzt werden soll, oder ander» ausgedrückt, was praktisch daraus folgen wird, wenn der geplante Schiedsrat belsplelsweise in einem Fall zu der Ansicht kommt, daß dl« Arbeiterforderungen berechtigt seien. Wie eine solche Konstatierung bei uns verlausen würde, kann man ohne weitere« sagen: nämlich ohne sede praktische Wirkung, da die Feststellung lediglich innerhalb des engsten Inter - «ssenkreises einen Widerhall finden würde, während es dem weite- ren Publikum ganz gleichgültig wäre, ob die berechtigten Forde- rungen der«inen oder anderen Partei durchgesetzt würden oder nicht. In England hingegen können derartig« Veröffentlichungen ein ganz andere» Schicksal haben, weil hier die öffentliche Kritik«insetzt, dt« al» Machtfaktvr von größter Stärke viele Dinge durchsetzen kann, die bei uns bisher nur durch Einsetzen von Zwongsmitteln realisierbar waren. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wird man es durchaus nicht für unmöglich halten, daß die Deröffenttichungen de» Schiedsrat», die ja im Plan vorgesehen sind,«in so starke» Echo im Publikum finden, daß dadurch die Partei, der im Bericht die Schuld zuge- schoben wird, unter dem öffentlichen Meinungsdruck einlenken mutz. Au» diesem Grund wohl enthält der Vorschlag die Bestimmung, daß die Veröffentlichungen erst dann stattfinden sollen, wenn beide Parteien und da» ständig« Komitee vom Inhalt in Kenntnis ge- setzt sind. Wenn man also dem neuen Plan nicht deshalb alle Erfolg». Möglichkeiten absprechen kann, weil keinerlei Exekutwinstanzen vor­

gesehen sind, so ergeben sich doch au» anderen Gesichitptmkttm Bedenken. Au» dem ganzen Bericht gewinnt man den Eindruck, daß seine Urheber das Heil nicht so sehr von der Schafsung neuer Organ!- sativnsformen erwarten, als von der Einsicht und dem Der- st ä n d N!» der beteiligten Parteien. Au» diesem Grund ist e» verständlich, wenn man feste programmatische Bindungen ver- meidet und alles nähere der Initiative und Tatkraft der beteiligten Persönlichkeiten überlassen will. Run ist klar, daß unter diesen Umständen die Auswahl der führenden Persönlichkeiten von besonderer Bedeutung ist, da sie ja letzten Ende» die Marschroute anzeden werden. Und da scheint es, als ob einer der Hauptbefürworter des Planes Sir Alsred Mond kaum die Neigung haben wird, eine s s- z i a l i st i s ch« Marschroute gutzuheißen. In seinem im ver- gangenen Jahr erschienenen BuchInäustr� snä poiitiee" bekennt sich Mond als ausgesprochener Gegner de» Sozialiemus, gleich- gültig, ob es sich um Marxismus oder Gildensozialismus, ge- mäßigten oder radikalen Sozialismus handelt. Et ist kaum onzn- nehmen, daß Sir Alsred Mond seine Stellungnahme jetzt irgendwie geändert haben wird. Soweit es an ihm liegt, wird er wohl den Plan keineswegs als Mittel zur Verwirklichung eineskonstruk- tiven Sozialismus" auffassen, sondern wird«her geneigt sein, eine Konstruktion gegen den Sozialismus daraus zu machen. Bei der Elastizität und Unbeftimmtheit des Planes ist nun gar nicht abzusehen, wie weit eine so energische und zielbewußte Persönlichkeit wie Sir Alfred Mond dem Ganzen seinen Stempel aufdrücken kann. Daß sich daraus große Schwierigkeiten für den gesamten englischen Sozialismus er- geben können, ist nicht zu bsweifeln. Es ist daher durchaus verständlich, wenn weit« englische Ar- beiterkreise den Enthusiasmus Ben Turners nicht teilen, der unter den Trade-Union-Führern den Plan am eifrigsten prrpagiert. Er versucht seine Gegner dadurch zu entwafsnen, daß er ziemlich unverhohlen auf den Mißerfolg des letzten großen Streits hin- weist, der nach seiner Auffassung deutlich zeige, daß derKampf- sozialismu» um jeden Preis" endgültig ausgespielt habe. Wenn man dasum jeden Preis" noch zugäbe, so ist nicht gesagt, daß der neue Plan das Richtige treffe. Man wird sogar annehmen können, daß hier auch nach den englischen Möglichkeiten noch sehr viel korrigiert werden muß, wenn es zu einer Realisierung de« Ganzen kommen soll. Ob das der Fall sein wird, wird nicht zum wenigsten von der Stellungnahme de» T r a d e- U n i v n- K a n- gress«» im September abhängen. Ebenso entscheidend ist natürlich auch die Haltung der Unternehmerverbänd«.

Arbeitsmarkt unverändert. Im großen und ganzen wies die Arbeitsmorktlage im Boreich de» Landesorbeitsamte» Brandenburg gegenüber der Lorwoch« keine wesentliche Veränderung auf. Verstärkte Aufnahmefähigkeit war beim Baugewerbe, bei den Außenorbeiten und vor allen Dingen bei der Landwirtschaft, wodurch«in« erheblich« Entlastung de« Arbeit». markte» hervorgerufen wurde. vi» Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 112<116 AB), davon ent- fallen 65 910(66 987) aus männliche und 46 661(49 219) auf weib- liehe Hauptunterstützungeempsänger. Arbeitslosenunlerstützung be­zogen 56 446(57 232) männliche mntz 43 099(45 585) weibliche Per- sonen. Krisenunterstützung erhielten 9464(975-5) männliche und 3562(3634) weibliche Personen. Bergbau verlangt Stützung. Grundsätzlich gegen Subvention, praktisch dafür. Der Marktbericht de» Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndlkat» für den Monat Juni nimmt auch zu der durch die indirekten englischen Kohlensuboentionen geschossenen Lag« Stellung- Di« Stellungnahm« ist einfach und angesichts der Men- talität der deutschen Unternehmer keineswegs überraschend. In dem Marktbericht wird gesagt, daß man grundsätzlich gegen jede staatlich« Suboentionspolitlk sei, daß man praktisch aber genau dasselbe will, was in England geschehen ist. Da» Rheinisch-Westfälisch« Kohlensyndikat will, daß die deutsche Regierung ihren ganzen Einfluß dasür «insetzt, daß die Eisenbohntarife für den Kohlen. transport in Deutschland herabgesetzt«erden- Da- bei beschränkt man sich nicht etwa nur auf Küsten - oder sonstige Exporttarife, sondern man erhebt die Forderung allgemein- Da» Syndikat beruft sich dabei auf den gegenwärtigen Reichswirtschasts- minister Dr. Cur Hu», der kurz vor dem Zlusbruch de« eng- lifchen Bergarbeiterstreit«, als die englischen Kohlensubventionen noch liefen,«ine entsprechend« Staatshilse für den deutschen Berg- bau versprochen habe, wenn die englische Regierung über den 1. Mai 1926 hinaus die Subventionen fortsetze. Das ist nicht ge- schehen. Man braucht sich also heut« nicht darauf zu berufen. Außerdem herrscht« damals«in« ander« Regierung in Deutschland . Da» weiß auch da» Rheinisch-Westsälisch« Kohlensyndikat. Es er- klärt deshalb, daß die Lag« de» deutschen Bergbau«» so schlecht sei wie nn Frühjahr 1926. Es ficht das Syndikat nicht an, daß dies« Behauptung falsch ist. Denn vor dem Frühjahr 1926 hatte man noch keine gut« Kohlenkonjunktur. Seit 1926 hatte man die Bombentonjunk- tur de« englischen Streik». Da« Syndikat sagt auch die Unwahr- heit damit, daß die diesjährige Lohnerhöhung zur Drosselung des Auslandabsatz«» gezwungen habe. Einmal lst die Lohner- höhung weitgehend durch di« Preiserhöhung abgegolten, zum an- deren war die verschärfte englisch « Konkurrenz auch schon vor der jetzigen indirekten Subvention die Ursache der Absatz- drosselung. E« ist«in« alt« Erfahrung, daß. wenn Frachttarif« atmnol generell gesenkt worden find, tau« wieder die Mögsichtett f««rhöhang besteht...

Werden die Tarife qesenkt. dann wird da» Reich,»isg Steuerzahler, nach der heutigen Sachlage der Reichsbahn - gesellschast den Verlust ersetzen müssen. Das Monopol im unbe­strittenen Gebiet, die auf den Inlandsverbrauch weitgehend adge- wälzte Syndikatsumlage, die an sich schon bestehenden Tar>f> «Mäßigungen sind Schutzmaßnahmen für die Steinkohle, die sich sehen lassen können. Neue Schutzmaßnahmen auf Reichskosten kämen einer indirekten Kaufkraftoerknappung im Inland, damit der Wirkung einer Preiserhöhung gleich. Das wird sich, wie der Reichswirtschaftsminister Dr. Curftus, so auch die Reichsregie- r u n g überlegen müssen, wenn sl« zu den Tarifmünschen der Ruhrzechen Stellung zu nehmen haben. ZusammevschtustdefLokomoiivmdustrie Eine Arbeitsgemeinschast der Gpoßuniernehmunxen. Unter Führung der Lotvmotiosabrik Henschei it. Sohn G. m. b. H. in Kasjel hoben sich die Borj ig-Werke in Berlin- Tegel , die Schmarzkopss-Werke in Berlin -Wlldau und di« Lokomolivfabrik I. A. M o f s? i A.-G. in München zu«lner Arbeits­gemeinschast zusammengeschlossen. In erster Linie soll dieser Zu- sammenschluh einer Förderung der Technik im Lokomotln- bau dienen- So soll unter strengster WahruNg der Beirtebssicherheit eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit der Lokomo» tiven bei gleichzeitiger Ersparnis von Vetriebsstafsen erzielt merden. Mit Hilfe dieser Rationolisierungsmahnahmen hofft die Arbe'tsge- meinschaft, ihren Auslandsabfatz ausbauen zu können, aus den der deutsche Lokomotivbau durch di« Drosselung der Reichsbahnauströge mehr denn je angewiesen ist. Der Abschluß dieser Arbeitegemeinjchast ist im Jnteress« einer weiteren Rattonakisierung der deutschen Lokomotioindiistri« zu be­grüßen. Wie die Waggonindustrie hat auch der Lokomotivbau durch seine Uebersetzung seit der Stabilisierung eine Dauerkrise durchgemacht. Zwar war es den sührenden Lokoinotivwerken mög- lich, nach technischer Umstellung ihrer Betriebe bedeutende Auslands- auftrage gegen die englische und amerikanische Konkurreenz zu er- halten, doch konnten auch dies« den Auftragshunger der deutschen Werke nur in geringem Maß« befriedigen. Seit etwa anderthalb Iahren besteht nach Auslösung des Loko« motivverbande» in diesem Industriezweig ein v e r t r a g l o s e r Zustand. Daß diese Ärbeitegemeinschast der erst« Schritt zu einer neuen Verbandsgründung ist, ist kaum anzunehmen. Es liegt die Annahme nahe, daß die Verhandlungen mit den nächstgrößeren Werken wie der Hanomag , Krupp, Lin ke-HofmoNn und der 2l E G. ergebnislos verlaufen sind. Trotzdem bleibt bie Stoß- kraft der Acbeftsgemeinschast, di« sicherlich nicht nur technischer, son­dern auch preiskallulatorischer Art ist, sehr groß, denn bei einer jährlichen Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie von rund 1500 Lokomotiven vereinigen allein die drei führenden Werke Henschel, Schwartztopff und Borsig etwa 40 Proz. auf ihre Betriebe.

22 tokomotlven für Indien . Eine indische Sisenbahngesellschaft hüt der M a f f e i- A.- G. für Lokomotivbau in München einen Verauftrag für 22 Lokomotiven erteilt, nachdem die Münchener «selgchast erst vor wenigen Monat«» der gleiche» indtsch« Eisen- itz EftfoawilnfaiW m Heitm