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Gewerkschaftliches Kraftzentrum.

Grundsteinlegung zur Bundesschule des ADGB.

fuchende die Einweisung in Neuhäuser nach vieljährigem Barten auf eine Wohnung schweren Herzens ab, weil sie die teure Miete nicht erschwingen fönnen. Natürlich dürfen für den hier vorge schlagenen neuen Weg, zu dessen Durchführung etwa entgegen­stehender Baragraphentram schnellstens zu beseitigen wäre, nur solche Neuhäuser in Betracht kommen, die mit Mitteln aus der öffentlichen Hand gebaut worden sind.

Sieg der Opposition."

Das Meine Städtchen Bernau im Norden Berlins hat in seinen| strebenden Kraft, die den freien Gewerkschaften innewohnt Straßen und auf seinem Marktplag wohl felten soviel Bolt gesehen Man hat die Gewerkschaften gelegentlich Streifvereine ge­wie am Sonntag, als in seiner Nähe der Grundstein für die erste nannt, weil sie die Vertretung der materiellen Interessen der Ar­Das Montagsblatt der KPD. hat es sehr eilig mit der Berkün Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gemert- beiter in den Vordergrund stellten. Man wollte damit die Gewerk dung des Sieges der Kommunisten bei den gestrigen Delegierten­schaftsbundes gelegt wurde. Schon von 29 Uhr an brachte schaften vor dem Volke diskreditieren. Sie sind niemals nur Streif- wahlen der Metallarbeiter zum Gewerkschaftsfongreß. Bis jetzt jeder von Berlin kommende Vorortzug Hunderte von Menschen, die vereine gewesen, sondern waren stets bestrebt, neben der Verbesse- steht nämlich das Wahlergebnis noch nicht fest und seine Bekanntgabe Zeugen der Grundsteinlegung sein wollten. Trotz des regnerischen rung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, der Arbeiterschaft auch die ist nicht vor Mittwoch zu erwarten. Auf die Kombinationen dar­und unfreundlichen Wetters erlebte Bernau einen Massenbesuch. Möglichkeit zu geben, an den Kulturgütern der Welt teilzuhaben. über einzugehen, wonach die Opposition 15 922 und die Liste der Unablässig strömten die Alltagsmenschen im Feiertagsgewand Die Gewerkschaftsbewegung ist auch nicht eine Bewegung rein mate- Amsterdamer Richtung 13 623 Stimmen erhalten habe, ist mithin vom Bahnhof zum Marktplay, wo der Festakt eingeleitet rialistischer Art, sondern eine Kulturbewegung. Als Beweis zwecklos.. werden sollte. Obwohl der geräumige Platz schon gegen 10 Uhr dafür dient das Wert, das hier begonnen werden soll. einem Ameisenhaufen glich, famen von allen Seiten immer neue Züge mit wehenden Fahnen und Bannern unter den Klängen von Mufit angerückt. Vor dem Rathaus stellten sich im Halbkreis die Bannerträger der Organisationen aus Berlin und der Provinz Bran­ denburg auf.

Bon der Stirnfeite des Rathauses grüßte die grünweißrote Stadtflagge Bernaus, flantiert von der preußischen und der Reichs­flagge. Vor dem Rathaus waren grünumrantte Obelisken errichtet. Auf der Freitreppe hatte der Bernauer Arbeitergesangverein Frei­heit Aufstellung genommen, der den ersten Att der Feier mit dem Gesang, Festgruß" einleitete. Der Bürgermeister der Stadt Bernau , Dr. Gericke, hielt dann an die dichtgedrängte Menge eine schwung volle Ansprache, in der die Freude der Stadt darüber zum Ausdruck brachte, daß die Vertretung von faft fünf. Millionen orga­nisierter Arbeiter im Bereiche dieser Stadt ihre Geistes schmiede errichten will.

Im Anschluß hieran begrüßte der Vorsitzende des Ortsaus. schuffes Bernau die Festteilnehmer und Bürger der Stadt, worauf der Bezirkssekretär des ADGB. , Vollmerhaus, nach einigen zündenden Worten der ersten Jugendgruppe im ADGB. , der Jugendgruppe von Ludenwalde, einen Wimpel zu treuen Händen übergab. Hierauf setzte sich ein nach tausenden zählender Zug, der einem wogenden Fahnen- und Bannermeer glich, nach dem Bauplatz in Bewegung.

Die Häuser Bernaus wiesen überall einen reichen schwarzrot. goldenen Flaggenschmud auf. Die Straßen waren dichtumsäumt von den Einwohnern Bernaus, denen die Freude über das Ereignis am Gesicht abzulesen war. Nach einem dreiviertelstündigen Marsch gelangte der riesige Zug zu der Waldlichtung,

wo das ftolze Gebäude errichtet werden soll. Die Feier der Grundsteinlegung wurde eingeleitt durch den Festmarsch" von Levermann, den der Posaunenchor der Staatsoper spielte. Der Gesangverein der Berliner Buchdrucker und Schrift gießer Typographia" ließ dann den Gesang ,, Krönt den Tag" erfchallen. Einen fichtlichen Eindruck auf alle Festteilnehmer machte das im Anschluß hieran vom Sprech- und Bewegungschor der Freien Gewerkschaftsjugend Berlin aufgeführte Wert ,, Gefänge vom Werktag". Nach dieser weihevollen Einleitung trat der Genosse Leipart aus dem Kreise der Festteilnehmer her. aus und richtete an die vieltausendköpfige Menge folgende Ansprache:

Wissen ist Macht, Bildung macht frei", diese Worte find für die deutsche Arbeiterbewegung ftets Leitstern ge­mejen. Um ihnen eine praktische Gestaltung zu geben, soll hier heute der Grundstein gelegt werden für die erste Bildungsanstalt des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ."

Genosse Leipart begrüßte dann im Namen des Bundesvor standes den Landrat des Kreises, den Bürgermeister von Bernau , und fprach ihnen und der Stadtverwaltung den wärmsten Dank aus für das Entgegenkommen, das sie dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund zur Verwirklichung seines Planes entgegen

gebracht haben. Er schloß in seine Dankesworte ferner ein die Vertreter der Ortsauss hüsse aus der Provinz, die Mitglieder des Bundesausschusses, die einzelnen Delegationen der Verbände und insbesondere die Vertreter des Bauhauses Dessau , insbeson­dere Hannes Meyer , nach dessen Entwürfen die Bundesshule gebaut werden soll. Genosse Leipart fuhr dann fort:

Die Bildungsanstalt, für die wir heute den Grundstein legen wollen, wird 3 eugnis ablegen von der vorwärts.

( as halbe Hochhaus.

UN

Das Europahaus am Anhalter Bahnhof , das nicht weiter gebaut wird, da das Wohlfahrtsministerium feine Ge­nehmigung für einen Hochhaus- Hotelbau versagt.

In dieser Bundesschule sollen Menschen ausgebildet werden, die das hier Gelernie und Gehörte in die Massen tragen sollen. Diese Schule soll sich als ein wichtiges gemertschaftliches Rraftzentrum auftun. Ueber die Geschichte des Werdens dieser Schule sowie über das Wesen und Wirken der deutschen Gewerkschaften gibt

die Urkunde

Massenkundgebung

Mittwoch, 1. August gegen den Krieg

1912 Uhr, im Humboldthain

für internationale Völkerver­ständigung und Völkerfrieden Ansprachen halten Reichs- und Land­tagsabgeordnete.- Massengesang des Arbeitersängerbundes. Aufmarsch der Arbeiter- Jugend und-Sportler.

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Aufschluß, die wir in den Grundstein einmauern wollen. Möge diese Urtunde niemals durch sinnlose Kräfte der Zerstörung wieder an das Tageslicht gefördert werden. Aber wenn sie einst doch ans Tageslicht kommt, dann möge fie dem zukünftigen Geschlecht Kennt­nis geben von dem, was heute die Gewerkschaften darstellen und von welchem Geiste fie beseelt sind. Mögen dann glückli- here Zeiten sein, in denen Freiheit und Recht herrshen, wofür wir seither ge ftritten und gelebt haben, und zu deren endgültiger Erringung mir durch den Bau dieser Schule weiter mit beitragen wollen. Diese SPD . Berlin Erscheint in Massen! Schule soll nicht nur eine Lernstätte, sondern auch eine Lebensstätte werden für die Mitglieder unserer Organisation, die das Glück haben werden, sie zu besuchen.

Wo steckt der Schwerverbrecher Wittrack?

Die Schüler sollen hier einige frohe Wochen verleben und das Nach dem Feuerkampf in der Billensiedlung bei Gefühl der echten Kameradschaftlichkeit und der gegenseitigen inner- Friedrichshagen , bei dem der Einbrecher Wladimir Drem­lichen Berbundenheit nach Hause tragen. Diesem unserem Wollen lonjento auf der Strecke blieb, vermutete die Kriminalpolizei gleich, gibt der Entwurf unseres Hannes Mener eindeutige und recht wirt: daß der Erschoffene ein Komplice des berüchtigten Schwerver­same Prägung. In seiner äußeren Gestaltung wird das Gebäude brechers Gregor Wittrad sei, der vor einiger Zeit wieder aus dem Zuchthause in Brandenburg entwichen war. Diese Ver­tein prunthafter Bau, aber ein gutes Beispiel moderner Baukunst werden und durch seine Form von unserem Zweck und Streben mutung hat sich jetzt als richtig erwiesen. Die Ermittlungen haben allen Menshen Kunde geben. Möge dieses Werk glücklich vollendet beftimmt ergeben, daß Dremlonjento mit Bittrad früher zusammengearbeitet hat. Deshalb unterliegt es werden, so daß es seinen Meister lobt. Wir Alten und Jungen auch keinem Zweifel mehr, daß Wittrack der zweite entkommene wollen an dieser Stelle das Gelöbnis ablegen, weiter mitzuarbeiten Einbrecher in der Friedrichshagener Siedlung war. Der Verlust und unser Bestes dafür einzusetzen, daß die deutshen Gewerkschaften seines Helfershelfers hat den Verbrecher doch wohl so schwer ge noch größer und mächtiger werden, als sie es jetzt schon sind. Dann schreckt, daß er sich einstweilen ruhig verhält. Billeneinbrüche sind wird vielleicht unser Ziel noch schneller erreicht werden, als es sich feit jener Nacht nicht mehr vorgekommen. Wittrad hält sich jetzt wahrscheinlich im Zentrum Berlins oder in der Gegend des Schlesi­der Kühnste unter uns zu denfen wagt. Leipart schloß seine Rede mit einem begeistert aufgenommenen schen Bahnhofes bei Freunden, vermutlich Landsleuten, verborgen. Hoch auf Der aufgeschnittene Koffer.

die Zukunft der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Num trai der Bildungssekretär des ADGB., Heßler ,, an den Grundstein heran, verlas die gedruckte Urkunde und verwahrte sie in einer metallenen Hülle. Bon zwei Arbeitern in blauer Bluse wird die Hülle unter dem Kreuzfeuer der Photographen und Kino­operateure verlötet, mit Rostschuß versehen und in einem Spalt des Grundsteinsockels versenkt. Drei Maurergesellen in weißer A:- beitskleidung betteren dann den Grundstein auf dem Sockel. Diese feierliche Handlung begleitete der Bojaunenchor der Staatsoper mit dem Siegeslied von Händel . Der Bundesvorsißende ergreift den Hammer und vollzieht die traditionellen drei Hammers hläge mit den Worten:

Für den Fortschritt der deutschen Gewert. fhaften. Für den weiteren Aufstieg der deutschen Gewerkschaften. Für das Wohl des deutschen

Boltes."

Es ergreifen dann noch den Hammer der Landrat Schlemmin­ger, der Bürgermeister Dr. Gueride und der baufeitende Architekt Hannes Meyer , die alle in furzen und ternigen Worten dem Werke des ADGB . das Beste wünschen. Mit dem gemeinsamen Gesang Brüder zur Somme ..." fand die eindrucksvolle Feier ihren Ab­schluß.

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Miete statt Baukostenzuschuß.

Man schreibt uns:

Die Statistit ergibt, daß mit Hilfe der sogenannten Bautosten­zuschüsse, die von einigermaßen bemittelten Wohnungsuchenden an die Gemeindebehörden gezahlt werden, nur verhältnismäßig wenig neue Häuser gebaut worden sind. Es muß somit die Frage entstehen, ob nicht neue Wege eingeschlagen werden fönnen, um die Bautostenzuschüsse für die Swede möglichst schneller Wohnungs­beschaffung nutzbarer anzulegen. Nehmen wir einmal das folgende Beispiel an: Irgendein industrielles Unternehmen will in einem ihm gehörigen, neben dem Betriebsgelände gelegenen Althause mehrere Wohnungen frei haben, um seinen Betriebsleiter und anderen An­gestellten eine Wohnung in unmittelbarer Nähe des Betriebes zu beschaffen. Die bisherigen Inhaber der Wohnungen sind bereit, gegen angemessene Entschädigung in beschlagnahmefreie Wohnungen zu ziehen. Für solche Regelung ist nach dem Wohnungsmangelgesetz die Genehmigung der Gemeindebehörde, also des örtlich zuständigen Wohnungsamts, erforderlich. Die Leitung des Unternehmens ist bereit, für die Erteilung der Genehmigung einen erheblichen Geld betrag zu spenden, der für die Interessen von Wohnungsuchenden ver­wendet werden soll. Das Wohnungsamt versagt aber aus allgemein wohnungswirtschaftlichen Erwägungen heraus die Genehmigung. Das ist rein formell vielleicht richtig, aber praktisch falsch, da ohne die Genehmigung das Angebot eines erheblichen Geldbetrages gegen­standslos wird. Selbst wenn man annimmt, daß vor der Versagung der Genehmigung etwa die eine der Wohnungen schon geräumt mar, hätte das Wohnungsamt als einzigen Erfolg seiner ablehnenden Haltung immer nur das Verfügungsrecht über diefe eine geräumte Wohnung. Was aber tönnte es bei Erteilung der Genehmigung mit dem Angebot von- fagen wir- achttausend oder zehntausend Mark anfangen, wenn in praktischer Arbeit von dem bisherigen Modus abgegangen und die Spende für Mietezuschüsse verwendet wird? Es tönnten mit einem Schlage zehn Wohnung. suchende in Neuhäuser untergebracht werden, indem man ihnen aus der Spende auf drei Jahre hinaus die Differenz der Mieten zwischen Alt­und Neuwohnungen sicherstellt. Auf die unerhebliche bureaumäßige Mehrarbeit darf es nicht ankommen, denn eine Hauptsache aller modernen Wohnungspolitik muß doch immer

bieiben, auch den minderbemittelten Kreisen den Zuzug in Neu­häuser zu ermöglichen. Bekanntlich lehnen sehr viele Wohnung

Eine unliebsame Entdeckung machte eine Engländerin, die in einem Hotel im Zentrum wohnt. Als sie abends von einem Aus­gang zurückkehrte, fand sie ihren Koffer, einen fleinen Hand­Loffer, den sie verfchloffen hatte stehen lassen, aufgeschnitten. Ein unbekannter Dieb hatte daraus ein Platinarmband mit Brillanten im Werte von 3000 m. gestohlen. Eine Holländerin ließ in einem anderen Hotel ihre goldene Zigarettendose in der Hotel­halle auf einem Tische liegen als sie zum Lanzen ging. Als fee zurückkehrte, war sie verschwunden. Von den Dieben ist noch feine Spur gefunden. In beiden Fällen ist für die Wiederbeschaffung eine hohe Belohnung ausgesetzt.

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Japans Einladung an die Ingenieure der Welt. Im nächsten Jahre werden die hervorragendsten Vertreter der Technit aus allen Erdteilen in Tokio zusammenfommen, um an dem ersten Weltingenieur tongreß auf asiatischem Boden teil­zunehmen, der mit einer Teilkonferenz der Weltkraftkonferenz ver­bunden sein wird. Die seltene Gelegenheit, einen Einblick in die technisch- wirtschaftliche Lage Japans zu gewinnen, wird zweifellos viele Ingenieure veranlassen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Karten für die Ausstellung Die Ernährung" zum verbilligten Preise von 1 M.( statt 1,50 M.) sind in allen Gewerkschaftsbureaus sowie im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gemert­schaftshaus) zu haben.

Kinderfreunde Groß- Berlin. Kreis mitte: Montag, 30. Juli, 20 Uhr, Gruppenleitersizung im Heim Zehdenider Straße. Alle Gruppen müssen vertreten sein.

Unternehmen der Gewerkschaften

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