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eingeht, um so eher mit den persönlichen Ansichten Pilsudskis identifizieren dürfen, als bekannt ist, daß er im Sinne feiner Ankündigung ,,, die Außenpolitik merde in seiner Hand ruhen", lebhaften Anteil an der Politik Litauen gegen über nimmt. Bolen überläßt die Entscheidung dem Völker­bund, und alle Aussichten liegen auf der polnischen Seite. Bersagt jedoch der Bölferbund dann ist leber­raschungen, die angesichts der unsicheren politischen Lage in Bolen immerhin nicht ganz ausgeschloffen sind, das Tor geöffnet.

Anders steht es mit der Innenpolitit. Hier wird es schon feine Ueberraschung mehr sein, wenn Buljudski zu Beginn her Herbstsession dem Barlament seine Berfassungs reform vorlegen läßt: Erweiterung der Macht des Staatspräsidenten, auf welchen Posten Pilsudski felbst zu reflektieren scheint. An die Stelle der Wahl durch das Parlament soll die Volkswahl treten- und Pilsudski hat sich erst fürzlich als den populärsten Mann in Polen be­zeichnet; ferner Abschaffung der Berantwortung Der Regierung dem Parlament gegenüber, und, was sich daraus ergibt, die Einschränkung der Parlamentsrechte auf ein Minimum.

Das demokratische Lager wird im parlamentarischen Kampfe gegen diese Bläne einen schweren Stand haben. Davon zeugt schon jener Wilnaer Schwur der Legionäre, daß sie ihren Marschall mit allen Kräften bei der Schaffung einer neuen Verfassung unterstützen werden. Die Leute um Bilsudski ignorieren, daß nur das Parlament das Recht hat, die Verfassung zu ändern, aber man wird sich darüber night täuschen fönnen, daß die Legionäre und das Militär in Bolen die Macht besitzen, jede von Pilsudski gewünschte Ber­faffungsänderung durchzuführen, wenn fie vom Bar­Jament abgelehnt werden sollte. Mit dir auf Leben und Tod. Kommandant" das war der dominie­rende Ruf auf der Wilnaer Legionärtagung, und er bleibt auch für die nächste Zukunft charakteristisch für die politische Lage in Polen .

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Die Zerstörung der Weichselbrüce.

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Danzig , 20. Auguſt. Die Abbrucharbeiten an der Münsterwalder Weichselbrücke sind jo meit fortgeschritten, daß mit der Abtragung der Brüden bogen begonnen worden ist. Der Verkehr wird durch eine Fähre vermittelt. Die Brücke ist seit längerer Zeit durch Stacheldraht für jeden Verkehr gesperrt. Die Brückenbogen sollen in Thorn wieder aufgebaut werden, wo die Aufmauerungsarbeiten be­reits begonnen haben.

Der Abbruch der Brücke erfolgt im Widerspruch zu der deutsch - polnischen Vereinbarung vom 2. Dezember 1925 über die Zu­laffung von Zollstraßen und sonstigen lebergängen über die pol­nische Grenze, die nach Ratifikation erst am 1. Januar 1928 in Kraft getreten ist. In dieser Vereinbarung sind sowohl die Zoll­firaßen als auch diejenigen Grenzübergänge, die nur dem fleinen Grenzverkehr dienen sollen, festgelegt worden, und unter den Zoll­straßen findet sich auch die von Klein- Grabau nach Opalenie ( Münsterwalde). Diese einzige Verbindungsstraße wird nun durch den Abbruch der Brücke zerstörf.

Deutschnationale Republikaner .

Die Lambach Disfuffion geht weiter.

Die Diskussion über die Frage Republif ober Monarchie" im deutschnationalen Lager geht weiter. In der Deutschen Allgemeinen Zeitung" nimmt Universitätsprofeffor Liezmann Stellung gegen monarchistische Illusionen bei den Deutschnationalen:

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,, Deutschland ist eine Republik und wird es nach mensch licher Boraussicht und innerhalb der politisch zu überblickenden Zeit­spanne bleiben. Begeisterung föst das republikanische Ideal keines­megs im gesamten Bolte aus. Sie ist eine ,, Notrepublik", aber auch mirtlich das einzige Schußbach in schmerster Rot. Eine Wiederherstellung der Monarchie wäre außenpolitisch unmöglich Deutschland ist fein souveräner Staat mehr und mürde innerlich auf Menschengedenken hinaus nur durch einen Bürgerkrieg möglich sein, der auf jeden Fall eine vernichtende Schwächung der Bolfskraft bedeuten würde. Und was tönnte ,, günstigsten" falls erzielt werden? Eine Restaurationsmonarchie mie fie Frankreich erlebt hat und dafür wird sich gerade der am menigsten begeistern, der überzeugter Monarchist ist, d. h. ein startes, aber organisch mit dem Bolkswillen verbundenes Königtum für die dem deutschen Bolte und vielleicht der germanischen Raise überhaupt feit je angemessene Staatsform hält.

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Für unsere Zeit der Not, für die nächsten Stunden und Tage, Jahre und Menschenalter ernster politischer Arbeit tann

Der Untergang Londons .

Die Lehren der englischen Luftmanöver.- Eine Perspektive des Grauens. Trotzdem neue Luftrüstungen?

E. W. London , 19. August.

Bier Tage und fünf Nächte lang stand London dieser Tage im Banne eines Alptraumes. Tag und Nacht furrten und lärmten die Bropeller der Aeroplane über den Giebeln der Stadt, übertönten drohend bei Tag den Lärm des Berkehrs, das Rollen und Stampfen der Autobusse und Transportautos, die Hupen der Taris und prie vaten Wagen, das Klappern der Pferdehufe auf dem Asphalt der Straßen und das Klirren der Straßenbahnen; fangen ihre mono­tone Melodie in die Stille der Großstadtnacht, wenn der Verkehr zur Ruhe gegangen ist und die Hauptstadt der Welt in ihrem tiefen, dumpfen Schlafe liegt, aus dem sie spät zu einem freudlojen Tage erwacht.

Am Tage jagten die Fliegerstaffeln in geschlossenen For mationen durch die Luft, bald feilförmig angeordnet, eine barbarische Phalang, bald sich, wie im Spiele, auslösend; schleppten sich

die schweren Bombenflugzeuge,

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seltsam ungelent, begleitet, überholt und in flinten Rurven an­gegriffen von Ja g dflugzeugen und gelenken schnellen Kampf­fliegern. Nachts fonnte das vom Kriege her immer noch geübte Dhr das schmere. drohende Propellerhämmern der mit Bomben über­ladenen Riesenflugzeuge des Feindes von dem helleren Knattern der Verteidigungsstaffel unterscheiden. Scheinwerfer jagten nervös über den Himmel, ihre Regel frallten sich plöglich auf einen bestimmten Bunkt fest: zwei, drei weitere Lichtkegel schoben sich tastend heran, bis in einer Orgie von Licht die phantastischen Schattenrisse der Bomber sich unwirklich abzeichneten. Dann wieder zündete irgendwo, unter einem strahlenden Sternenhimmel, irgendein ein fames Flugzeug ein seltsam blaues Licht an, das wie ein Romet quer über den Horizont schoß, plöglich im Nichts erlöschend. Oder es stiegen irgendwo aus dem nachtschwarzen Himmel, der bleiern un­belebt schien, Raketen auf, rot, gelb und grün, schossen hin und her, Schabernad mit seinen pyrotechnischen Körpern triebe. als ob irgend mehr als ein irdischer Feuerwerfer einen tollen

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Irgendwo, wußte man, donnerten die Abwehrgeschüße ein rasendes Schrapnellfeuer von blinden Schrapnells in die bestirnten Nächte, irgendwo jagten und umkreisten sich im Zweikampf Bertei diger und Angreifer, indes die Maschinengewehre in den Bro­Ein dumpfer pellerlärm hämmerten. London hielt den Atem an. Knall! Hat der Feind seine Bomben abgeladen? Kriecht Giftgas über die Stadt? Neiin, Die überwachen Nerven haben nur hinzu­gedichtet, was diesem kriegerischen Spiel fehlt. Die Bomben, die auf uns prasseln, wurden nicht wirklich geworfen, und die Ruinen sind nur bildlicher Natur. Morgen wird die Stadt wieder zur Arbeit gehen und die Hunderte von Reservefliegern der nicht aktiven Armee, die nachts London angegriffen und verteidigt, Bomben geworfen und Phosphorpatronen auf den feindlichen Flieger verschoffen haben, werden, ein wenig übernächtigt, ein wenig fröftelnd, in ihre Kontore und Bureaus zurüdgefehrt. über Zahlenreihen und geschäftlichen Korrespondenzen gebeugt fizen.

Die Zeilingen aber, die eigene Kriegsberichterstaffer mit in die Luft gefandt hatten, berichteten Dns Morgen für Morgen, wie- märe dies alles fein Spiel gemesen diese nächtlichen Attacken, diese ..Raids" im vollen Tageslicht die Stadt zerhämmert hätten. Wie­

piele feindliche, mieniel eigene Flieger brennend abgeschossen worden feien. Bieviele Tausende non Zonnen frog der Wachsamteit ber Berteidigung auf London abgeladen worden mären:

das Cuffminifterium ein großer Trümmerhaufen, ganze Stadt­teile vernichtet und niedergelegt und die Stadt von den Rebel­schwaden der Giftgaie entoölfert. Nicht Tausende, nein Hundert. faufende vergiffet, verbrannt. Das Leben der Stadt paralyfiert.

London , die Hauptstadt der Welt, vernichtet.

Die Luftmanöver find vorbei, und es hat nur ein paar Tote und Berletzte gegeben. Da ist ein Flugzeug brennend ab gestürzt, dort find zwei Flugzeuge zusammen gestoßen. Alles ist wie am Schnürchen gegangen, und die Sach­verständigen sizzen nunmehr über den hundert und aber hundert Teilberichten; den Filmaufnahmen, die die Maschinengewehre ge­macht haben, anstatt ihre Phosphorpatronen zu feuern; den Staffel

Justiz und Internationale.

auch für die Deutschnationale Partei nur die Weifung gelten, klar und Gründung eines internationalen Bundesfozialdemokratischer

aufrichtig mitzuarbeiten am Ausbau der Deutschen Republik."

Das ist die Stimme eines deutschnationalen Vernunft­republikaners, der denselben Weg wie die Deutsche Volkspar­ tei gegangen ist. Seine Stellungnahme ist ungleich eindeu­tiger und schärfer als die Lambachs. Wird er auch mit einem Ausschlußverfahren bedroht werden?

Einberufung des Aeltestenrats. Präsident Löbe hat den Aeltestenrat des Reichstags für Montag, den 27. August, vormittags 11 Uhr, eingeladen, um über den kommunistschen Antrag auf Einberufung des Reichstags wegen des Panzerkreuzerbaues zu entscheiden.

In Uelzen wurde am Sonntag im Rahmen eines Bezirfstreffens des Reichsbanners ein Friedrich Ebert Brunnen ein geweiht. Der Brunnen steht auf einem Plaz in der neuen Siedlung der Bolfsheim- Genossenschaft und ist von Arbeitern in ihren freien Stunden fertiggestellt worden. Er besteht aus einem 80 Zentimeter hohen Wafferbehälter mit einem Durchmesser von vier Meter. In der Mitte des Behälters erhebt sich eine 2,50 Meter hohe Säule, die eine symbolische Figur, das schaffende Bolk, trägi.

Baltische Schredensjuftiz. Das Oberkriegsgericht in Riga hat das Urteil in dem Rofittener Spionageprozeß, durch das vier An­getlagte zum Tode und 15 zu Zuchthaus verurteilt worden sind, bestätigt und die Bollst redung freigegeben. Das Kownoer Kriegsgericht verurteilte zwei Kommunisten als solche zu fünf bzw. drei Jahre schweren Kerters.

Das nordamerikanische Alkoholverbot haben auf firchliche Um­frage von 5000 Geistlichen der Episkopallirche 1300 als einen Fehl schlag bezeichnet; 500 nannten es einen Erfolg. 1389 befürworteten eine Renderung, 673 sprachen sich dagegen aus.

Infolge des Auffiandes in Cayenne soll der Generalstaatsanwalt Simoneau verfetzt werden.

Juriften.

Die in Brüssel im Anschluß an den Kongreß der Sozialistischen Arbeiter Internationale zusammengetretene Konferenz der sozialistischen Juristen hat einstimmig die Gründung eines internationalen Bundes fozialdemokrati fcher Jurist en beschlossen. Der Siz des Bundes ist Berlin . Der Bund hat die Aufgabe, zur Unterstützung der der SAJ. an geschlossenen Parteien und im Rahmen der Beschlüsse der fozial­demokratischen Parteien und der SAJ. hinzuwirken in allen Ländern: 1. Auf die Erfüllung der Rechtsordnung mit sozialistischem Geift. 2. Auf den juristischen Schutz der Arbeiter gegen Klaffenjustiz und Verfolgung politischer Ueberzeugungen, für die Amnestierung der wegen politischer Straftaten Berfolgten. 3. Auf die Berteidigung der politischen und menschlichen Freiheitsrechte.( Schuh der wegen politischer Straftaten Berfolgten), ferner insbesondere 4, auf die Abschaffung der Todesstrafe, 5. auf den Schutz des Asylrechts.

In den Ländern, in denen die Freiheit der Richter und Ber­teidiger durch die Staatsgewalt bedroht oder beseitigt ist, hat der Bund die Pflicht, für die Wiederherstellung dieser Rechte einzutreten. Die Konferenz fordert die Juristen der SAJ. angeschlossenen Barteien auf, in ihren Ländern Bereinigungen sozialdemokratischer Juristen zu gründen

Dem provisorischen Bureau des Bundes gehören an: Bander­velde, Longue, Renner, Rosenfeld , Modigliani , Bosner, Behn.

Ergebnisse der Amnestie in Preußen.

meldungen und Situationsberichten. Noch fehlt die offizielle Gesamts darstellung.

Aber das Gesamt resultat ist aus den täglichen Kampf­berichten schon vorwegzunehmen: Mag London auch gegen Angriffe zur Luft beffer verteidigt sein als irgendeine andere Stadt der Welt, mag man die feinsten Apparate haben, die das Kommen der Flieger längst verzeichnen, ehe sie dem unbewaffneten Dhr vernehmbar, bent unbewaffneten Auge sichtbar sind, mag man die modernsten Ein­richtungen befizen, um die noch unsichtbaren Flieger zu lokalisieren, mag man eine lückenlose Kette von Scheinwerfern befizen, um den fliegenden Feind dem Dunkel der Nacht zu entreißen und den besten Abwehrgeschützen der Belt bloßzustellen. Mag Großbritannien zahllose Jagdstaffeln besitzen, um Eperre zu fliegen, schwere Bomber zu überholen und anzugreifen. Mag es( nach den Erfahrungen mit den deutschen Luftangriffen auf englischem Boden) die gesamte militärische Technit und riesige Geldsummen in den Dienst des Luftschutzes der Hauptstadt gestellt haben,

die Tatsache bleibt, daß es im Ernfffall dem angreifenden Feinde an mehr als einer Stelle gelungen wäre, das Sperrfeuer der Luftabwehr durch die auf dem Boden stationierten Schnell­gefchüße und das furchtbare Maschinengewehrfeuer der schnellen und beweglichen Jagdflugzeuge zu durchbrechen und ihre entsetz­lichen, Tod und Verderben fäenden Bomben und Torpedos abzu­werfen.

Die Luftmanöver über London haben neu erwiesen. daß die Luftwaffe- ähnlich der Kavallerie in früheren Zeiten- eine Dffensiv waffe ist; daß es einem Angreifer mit starkem Offensio­geiste heute, allen Abwehrmaßnahmen zum Troß, immer möglid fein wird, wenigstens einen Teil seiner Ber nichtungsarbeit durchzuführen. Sie haben erwiesen,

fleinen Jagd- und Kampfflugzeuge nicht jene entscheidene Ueberlegen­daß die größere Geschwindigkeit, Wendigkeit und Steigfähigkeit der heit über den schweren, langsameren Typ des Bombenflugzeugs dar­stellt, wie man selbst in Sachverständigenfreifen angenommen hat. ft doch ein einziges Flugzeug, das mit Gifigasbomben beladen, die Sperre durchbricht und seine Last im Zentrum der Stadt ablädt, imstande, ein en ganzen Stadtteil zu gefährden und die Moral" einer Millionenstadt in einem Maße zu erschüttern, wie es felbft Monate der Entbehrung und des Durchhaltens im vergangenen Kriege nicht vermocht haben.

Die Bilanz der Londoner Luftmanöver von 1928 ift ernft genug und sie geht nicht nur London an.

Alle großen Städte Europas find, troh Abwehr, eine Beute des zufünftigen Feindes, der sie binnen wenigen Stunden nach Aus­bruch der Feindseligkeiten lahmzulegen, ja vielleicht sogar zu vernichten vermag.

Eine Perspektive des Grauens eröffnet sich vor dem inneren Auge deffen, der sich über die Wirksamkeit der jüngsten Entmidlungen der Bernichtungstechnik Rechenschaft zu geben versucht. Eine Perspettive des Grauens felbft dann, wenn nur ein Teil, wenn nur ein 3chntel deffen Wirklichkeit merden sollte, was die Experten des Luft­und Bastrieges uns feit Jahr und Tag geschäftlich- falt norrechnen,

London hat in den Lagen vom 12. bis 16. Auguft auf dem

Bapier seinen Untergang gefunden. So steht es in fetten Schlagzeilen

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über die Riefenfeiten der englischen Zeitungen geschrieben. Go bat es uns das hundertstündige Brausen der Propeller in Herz und Hirn gehämmert. Man möchte glauben: nun wäre die Stadt mit Blafaten überflebt, die hunderttausendfältig Nie wieder Krieg" in die Straßen schreien, nun wären Plätze und Säle zum Bersten poll von Demonstranten, die ,, Krieg dem Kriege" rufen, nun seien sieben Millionen im vollen Aufruhr gegen die Bision eines jüngsten Ge­richtes, das diesmal noch gnädig an uns vorübergegangen ist. Gemach- wohl ertönen Rufe. Aber nicht des Protestes, nicht der Aufruhr gegen einen Krieg, der in sich selbst finnlos geworden ist, sondern nach mehr Berteidigung, mehr Jagd. staffeln, mehr Abmehrtanonen und mehr Schein­merfern. Der Durchbruch des Feindes auf London ist nicht zur Mahnung geworden, sondern zu einem grandiosen Propagandamittel der Reaktion, die Luftstreitkräfte Britanniens zu verstärten und auszubauen.

geftellt worden. 1124 Berurteilten ist Straferlaß oder Strafmilderung zuteil geworden. Von den letzteren waren 296 zu Geldstrafe oder Haft, 694 zu Gefängnis, 3 zu Feftungshaft,

117 zu Zuchthaus und 14 zum Tode verurteilt. Unter den erlassenen oder gemilderten Gefängnisstrafen befinden sich 395 Strafen bis zur Dauer von 3 Monaten, 242 von mehr als 3 Monaten bis zu 1 Jahr, 57 von mehr als 1 Jahr.

Bon den Begnadigten waren 1005 megen politischer Straftaten(§ 1 Abs. 1 des Amnestiegefeßes), 62 wegen 3umider­handlungen gegen das Militärftrafgefehbuch bis 1. Oftober 1920 von Militärgerichten des Reichs oder der Länder(§ 1 Abs. 2 des Amnestie­gefeges) verurteilt. 57 hatten Berbrechen gegen das Leben begangen (§ 5 des Amnestiegesetzes); von diesen maren verurteilt 14 zum Tode, 37 zu Buchthaus, 6 zu Gefängnis. 17 von den erlaffenen oder ge­milderten Strafen waren von außerordentlichen Gerichten des Reichs erfannt.

In einer Anzahl von Fällen schmeben die Erörterungen noch. Die endgültigen Zahlen werden voraussichtlich Ende September Dorliegen.

USA - Truppen auch in Honduras . Um geflüchtete Nifaragua- Kämpfer abzufangen. Madrid , 20, Auguft.

Wie El Sol" erfährt, hat die Regierung von Honduras nord­amerikanischen Truppen gestattet, das Gebiet der Republik zu betreten, um dort die Anhänger des Freiheitskämpfers in Nifaragua, des Generals Sandino , abzufangen, die zum Teil auf das Gebiet von Honduras geflüchtet waren. Die mittelamerikanische

Preußen. Breffe bezeichnet die Regierung von Honduras als Verräter. bie

Weber 1500 Straferlaffe und-milderungen. Wie der Amtliche Preußische Bressedienst mitteilt, liegen jetzt für den Bereich der preußischen Justizverwaltung die vorläufigen Ergebnisse des Reichsgesetzes vom 14. Juli vor.

Insgesamt sind die Wohltaten des Gesetzes in Preußen bis zum 1. Auguft 1928 1560 Beschuldigten und Berurteilten zugute gekommen. Gegen 436 Beschuldigte ist das Berfahren ein­

ihr Band und die Sache Lateinameritas an Washington verkauft haben.

Eine Folge des Schachty - Prozeffes. Das Haus in Rostom am Don, welches bisher Ralganow, einem der Hauptangeklagten im Schachty - Prozeß, gehörte. ist von den Sowjetbehörden be. schlagnahmt und zur Errichtung einer Boltsschule be­stimmt worden.