Einzelbild herunterladen
 

Wechselstrom geheizt werden können oder auch geeignete Gleich­richter zu entwickeln, die demjelben Zwede dienen. 3 wei Ar­ten von Wechselstrom röhren beherrschen die diesjährige Funtausstellung: eine Kurzfabenlampe, die direkt durch Wechselstrom geheizt wird, aber nur einen Bolt Heizspannung be nötigt. Die Wechselstromstörungen. sind durch den kurzen Heizfaden start herabgesetzt, aber noch nicht gänzlich beseitigt. Trotzdem fann diese Röhre im Hochfrequenzteil der Apparate und als Endröhre bei der Niederfrequenzverstärkung Verwendung finden. Röhren mit indiretter Heizung dagegen kommen für das Audion und die erste Niederfrequenzverstärkerstufe in Frage. Bei diesen Röhren wird der Elektronen ausstrahlende Körper durch einen ge­trennt von ihm wirkenden Glühförper oder durch Wärmeleitung über einen elektrischen Nichtleiter erhitzt.

Bei den Netzanschlußgeräten find glücklicherweise die Gleichstromgeräte fast gänglich verschwunden. Man sieht sie nur noch im Zusammenbau mit Empfängern. Besonders zu begrüßen find die Sicherheitsvorrichtungen, die getroffen mur den, um die Rundfunkhörer vor Berührung mit der Negspannung zu schützen. Es gibt Konstruktionen, die das Netz automa tisch abschalten, sobald die Empfängerflappe abgenommen wird, die Möglichkeit besteht, die inneren Teile des Gerätes zu be rühren. Bei Gleichrichtern fallen vor allem die Metall. Trodengleichrichter auf, die bis zu 1 Ampère Heigstrom liefern können. Allgemeine Beachtung dürfte die neue Schirm. gitterröhre finden. Bei dieser Röhre ist das zweite Gitter zwischen Steuergitter und Anode so angeordnet, daß es um die letztere fäfigartig herumgreift. Dadurch wird es möglich, die Steil feit so zu vergrößern und den Durchgriff so flein zu machen, daß 150fame Spannungsverstärtung in einer Röhre erreicht wird. Diese Röhren sind auch bei fleinen Bellen zur Hochfrequenzverstärkung ausgezeichnet zu verwenden. Bei diesen Röhren ist die Anode nicht zum Röhrensockel, sondern nach oben

aus der Röhre hinaus geführt.

Bei dem ständigen Wachsen der Senderleistungen wird die Ge­fahr des Durchschlagens, lleberlagerns der einzelnen Sender immer größer. Daher ist es nicht verwunderlich, daß auf der Ausstellung zahlreiche Sperrschaltungen zu finden sind. Auf dem Gebiet der Lautsprechertechnik finden wir bei allen Arten neue Typen. Es hat den Anschein, als ob der elektrodynamische Laut sprecher die übrigen Typen( elektromagnetische und elektrostatische) an Güte übertrifft. In der Autohalle zeigt die Polizei. die bei ihr eingeführten Sende und Empfangseinrichtungen sowie das Bildfunkgerät des Professors Korn. Dieses Gerät ist be fanntlich bei der preußischen Polizei zur schnellen Uebertragung der Fingerabdrücke, Lichtbildern usw. eingeführt worden. Die Sentralstelle für Flugsicherung zeigt Flugzeuglender, Beileinrichtungen fowie eine lleberficht über das Funtneßhaus. Sehr intereffant ift die Aussteling der Reichspost, die vor allem der Geschichte der Funktechnik gewidmet ist. Hier finden wir eine Sammlung von Funkgeräten, die fehr anregende Ber gleiche zulaffen. Weiter zeigt die Reichspoft, wie Rundfuntüber tragungen durchgeführt werden; fie führt vor Augen, wie Rund­tuntstörungen entstehen und durch welche Mittel fie beseitigt ober herabgemindert werden können. In der Abteilung der Reichspoft ist auch der in Borwärts" eingehend besprochene Fernseher des ungarischen Forschers Don Mihaly zu lehen. Sehr hübsch ist die Gegenüberstellung eines älteren und eines neueren Aufnahmeraumes, den die Funkstunde gemeinsam mit ber Reichsrundfunkgesellschaft ausgestellt hat.

Im ganzen gewinnt man den Eindrud, daß die technische Ent micklung des Rundfunks bis zu einem gewiffen Grabe zum 2b schluß gekommen ist. Einzelteile fallen weniger durch die neue Konstruktion als durch die Güte der Ausführung auf. Wesentliche Fortschritte sind eigentlich nur noch auf dem Gebiete der Bildüber tragung, soweit es sich um Amateurgeräte handelt, wie auf dem Gebiete des Fernsehens zu erwarten. Hier allerdings eröffnet sich noch ein weites Feld der Arbeit, das noch viele neue Lösungen und Fortschritte bringen fann.

Es ist ihnen nicht ernst.

Bolfsentscheid mal so, mal so.

Der Wortlaut des fommunistischen Gesetzesantrags lautet nun wieder: Der Bau von Panzerschiffen und Kreuzern jeder Art ist verboten."

-

Bor zwei Tagen lautete er: Der Bau von Panzer­Geftern freuzern und Kriegsschiffen ist verboten." wollten sie also jeden Kriegsschiffbau verhindern heute wieder nur den Bau von Großfhiffen. Es wäre nach diesem Antrag du: h aus möglich, die Ersatzbauten für Torpedoboote und Ber störer, auf die das Wehrministerium verzichtet hat, herzustellen.

-

"

Der Unterschied beider Fassungen ist sachlich sehr groß. Daß sie von gestern auf heute so herumgeworfen werden, hat seine be sonderen Gründe. Die Rote Fahne " redet von Mißverständnissen aber das ist nur eine bei der telephonischen lebermittlung" faule Ausrede. Die Wahrheit ist, daß es den kommunistischen Drahtziehern nur darauf antommt, gegen die Sozialdemokratie zu hehen, und daß es ihnen egal ist, was sie beantragen. Die erste Saffung lautete so wie die heutige. Wir haben sofort aufgezeigt, dah sie der höhere Ult ist. Darauf bemühten sich die Herrschaften, sich etwas gründlicher und solider zu gebärden: es entstand Fassung Rummer zwei. Aber die war nicht viel ordentlicher fabrizie: t. Also verfielen sie nun wieder auf Fassung Nummer eins.

Die fommunistischen Regisseure behandelt eben das, worauf es ihnen angeblich ankommt, den Gesetzesantrag selbst, mit de': größten Wurstigteit. So arbeiten nur, Leute, denen es mit der Sache, die sie betreiben, nicht ernst ist.

Daß dies Boltsbegehren ni hts ist als ein Parteimanöver gegen die Sozialdemokratie, steht in de: Deffentlistteit längst fest. Die pa'zifistischen Organisationen mit denen die kommu tistische Presse, verlogen wie immer, vorzeitig geprahlt hat, machen nicht mit.

So geht es los, und so wird es weiter gehen, wenn die Kom munisten nach der Zulassung des Boltsbegehrens an die Sammlung

Absage der Friedensgesellschaft. Grundsäglich fein Zusammenarbeiten mit Rommunisten.

Die apD. hat auf ihre Aufforderung an pazififfische Organi fationen, an der Borbereitung des Volksbegehrens teilzunehmen, die folgende Antwort erhalten:

,, Die Deutsche Friedensgesellschaft lehnt es Grundsäglich ab, nach den Erfahrungen beim Boltsbegehren jur Fürftenabfindung gemeinsame Ausschüsse mit den Kommunisten zu bilden und nimmt infolgedeffen auch nicht den ihr bereitgehaltenen Sih in dem gemischten Ausschuß ein."

Sozialdemokratie und Panzerschiff

Kreismitgliederversammlung der SPD . Wilmersdorf .

Außerdem wurde der Zusatzantrag Rosenfeld gegen eine starte Minderheit angenommen:

,, Sollte der Reichstag nicht einberufen werden, so werden die Minister aufgeforbert, die Rüdgängigmachung des Rabinetts. befchlusses Dom 10. August 1928 zu beantragen und im Falle ber Ablehnung des Antrages zurüdzutreten."

In der am 28. Auguft d. 3. im Bittoria- Garten" tagenden| gegen den Krieg und ihre schärffte Gegnerschaft gegen neue Militär Kreismitgliederversammlung des Kreises Wilmersdorf referierte Gen. vorlegen zum Ausdruck. Sie sind von der brennenden Sorge er Aufhäuser über das Thema: Partei und Panzerfreuzer". Der füllt, unserer Jugend eine geistige Entwicklung zu sichern, die sie be­wahrt, je wieder dem Bölkermord für fapitalistische Interessen zum Andrang der Genossen zu dem Tagungsraum war gewaltig. Die Ausführungen des Referenten gipfelten darin, daß die Opfer zu fallen, die sie aber gleichzeitig stärkt für den siegreichen Ministergenossen den Kampf gegen den Panzerfreuzer im Kabinett Rampf um Freiheit und Sozialismus." leider nicht fortgesetzt haben. Dieser Kampf ist aussichtsvoll, wenn die Verbindung der Minister mit der Fraktion und der Partei be­steht. Die Minister dürften in dieser Frage auf die außenstehenden Kräfte nicht verzichten. Die Rechtfertigungsversuche haben feinen überzeugt und neuen Unwillen ausgelöst. Nach§ 32 der Reichs fabinettsorbung haben Finanzminister und Kanzler bei Ausgaben ein Einspruchsrecht. Davon hätte unbedingt Gebrauch gemacht werden müssen. Es ist auch durchaus nicht sicher, ob eine Kabinetts frise eingetreten wäre. Die Haltung des Zentrums ist seit der Wahl eine andere geworden. Die Ablehnung des Banzerschiffes hätte ein Rennzeichen für den eingetretenen Kurswechsel sein müssen. Der Artikel im Borwärts" über Die tieferen Ursachen" erscheint voll­kommen deplaciert. Es ist in diesem Falle zwecklos, den Gesamt fomplex der Rüstungsfragen in allen Schattierungen aufzurühren. Fest steht, daß die Sozialisten in allen Ländern, so start sie tönnen, die Rüstungen bekämpfen müssen. Dazu bedarf es feiner Parolen von der KPD . Der Referent fordert die Einberufung des Reichs. tages, die unbedingte Ablehnung der folgenden Raten und ein un eingeschränktes Gelöbnis zur internationalen Solidarität.

In der lebhaften Debatte wurde unter anderem hervorge­hoben, daß nicht nur die Minister sondern auch die Frattionen die Verantwortung tragen. Vor allem hätte man vor der Koalition erst eine Bindung der bürgerlichen Parteien herbeiführen müssen. Die folgende Entschließung wurde fast einstimmig angenommen:

Ein Spielbericht.

Die Rote Fahne " veröffentlicht einen Bericht über die Mits gliederversammlung in Wilmersdorf , den sie von einem Spigel er halten hat. Der Bericht enthält die üblichen Fälschungen und Ber­drehungen, wie sie von den Subjekten erfunden werden, die diese Spizeldienste verrichten.

Der Verfasser dieses Berichtes ist dem Kreisvorstand der SPD . Don Wilmersdorf nicht unbekannt. Der Kreisvorstand wird das Erforderliche veranlassen.

Die Fahne behauptet weiter, daß der Vorwärts" die Ber öffentlichung eines Berichts über die Wilmersdorfer Kreisverfamm­lung schroff abgelehnt habe. Das ist dreift erlogen. Der Bericht über diese Versammlung ist erst heute, Freitag morgen, beim Bezirkssekretariat der SPD. eingelaufen.

Bei drei Worten der Roten Fahne" sind immer mindestens zwei erfogen.

Die am 28. Kuguſt togenbe Strets- Migliederverfammlung der Die Gozialdemokratie wächst!

SPD . Berlin- Wilmersdorf spricht den sozialdemokratischen Ministern für die Zustimmung zum Bau des Panzerfreuzers A ihre entschiedene Mißbilligung aus. Die Versammlung erachtet das Botum von Barteiausschuß und Reichstagsfraktion vom 18. August, worin ledig. ich das Bebauern über die Handlung der Minister zum Ausdruck tommt, als durchaus unzureichend. Die Partei hat vielmehr Ber­anlaffung, ihre unveränderte ablehnende Haltung zum Panzer freuzerbau in unzweideutiger Weise zu bekunden.

Es wird deshalb dringend die beschleunigte Einberufung des Reichstags gefordert, um eine Entscheidung des neugewählten des neugewählten Barlaments über den Bau des Panzerfreuzers herbeizuführen.

Ferner werden die sozialdemokratischen Rabinettsmitglieder und die Reichstagsfraktion aufgefordert, die weiteren Raten für das Banzerschiff abzulehnen und ausreichende Mittel für soziale und fulturelle 3wede bereitzustellen.

Die versammelten Parteigenossen bringen erneut ihren Abscheu

der notwendigen 4 Miuionen Unte: fchriften gehen merden. Ob sie fie erreiden, ist ihnen egal. Ob der Antrag durchzusetzen ist, ist ihnen noch viel gleichgültiger, Hauptsache, daß fie eine Zeitlang einen Borwand zu verlogenem Arafeel gegen die Sozialdemokratie haben. Man muß diefe Leute bei diesem perlogene Geschäft hübsch allein fallen!

Sie ohrfeigen fich selbst.

Die kommunistische Breffe entlarot selbst das Manover, das fie mit dem Bolfs begehren gegen die Sozialdemokratie zu führen ge­denkt. Auf der einen Seite schreit fie: unterzeichnet das Bolts begehren auf der anderen Seite rühmt sie sich, sie wiederhole Tag für Tag, daß mit dem Stimmzettel in der Hand imperialistise Rüstungen nicht perhindert

werben tönnen".

Das eine ist für die Dummen, auf die fie spekuliert, das andere für die unentwegten Revolutionäre, die die Kommunisten ob des Boltsbegehrens des plattesten Opportunismus" und der refor mistischen Fliegenfängerpolitit" zeihen. Im Organ der Urbahns­Gruppe wird der KPD. vorgehalten:

,, Diese Einleitung des Belfsentscheids beweist eine glatte Rapi­tulation des 3. vor den parlamentarischen Illusionen der heute vom Reformismus verseuchten KPD.- Wählerschichten. Es ist daher lächerlich, wenn die KPD. - Presse den ehrlichen, noch revo­lutionär gefinnten Mitgliedern der Partei weismachen will, dieser Volksentscheid bezwecke die revolutionäre Aufrüttelung und außerparlamentarische AttionsDorberei tung zum gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie. Fällt der heutigen KPD . gar nicht ein, im Gegenteil, fie medt durch ihre praktischen Maßnahmen noch weitere pazifistische Illufio­nen und demokratische Utopien."

Jede Lüge trägt ihre Strafe in fich. Das kommunistische Volks­begehren ist ein unehrliches Manöver. Die Kommunisten stellen sich fe, als ob sie es ernst nehmen nun stellt sich ihre linte Oppofition aber ebenso, worauf die Kommunisten ihr wieder zuflüstern: Pst: pit! mur fein Geräusch, es ist uns ja gar nicht ernst!" Eine plumpe, verlogene Komödie!

17

Die Regierung greift ein. Der Sparkassenstandal von St. Ingbert . Saarbrüden, 31. Auguft. Die Regierungsfommiffion des Saargebiets, die der Stadt St. Ingbert bereits einen Borj duh von ½ million Frank unter gewissen kontrollbedingungen zur Verfügung gestellt hat, um die notwendigen gefehlichen Ausgaben der Stadt zu be­streifen, hat in ihrer gestrigen Sihung beschlossen, mit der Stadt St. Jagbert, der Stadtsparkasse und der Bezirksspartaffe St. Ingbert in Verhandlungen einzutreten mit dem Ziele, mit Hilfe eines Darlehens der Regierungskommission die Sparein. fagen bis zu einem Betrage von 60 000 Frank oder deren Gegen­

werf ficherzustellen.

Die Regierungstommiffion hat außerdem, um wirtschaftlichen Nachteilen aus Anlaß der Bortommnisse bei der Stadtsparkasse St. Ingbert möglichst vorzubeugen, die fofortige Einführung des deutschen Gesetzes vom 5. Juli 1927 über den Bergleich zur Ab wendung des Konturfes( Bergleichsordnung) im Wege der Rot berordnung befchloffen. Die Regierungsfommiffion will we'ter­hin bestrebt sein, sobald die Verhältnisse dies erlauben, eine Lösung zu ermöglichen, die sowohl den Rechtsansprüchen der Gläubiger ber Stadt als auch den finanziellen Möglichkeiten der Stadt selbst Rechnung trägt.

Die disziplinarischen Maßnahmen wird die Regierungstom­mission treffen, sobald das Ergebnis des eingefelteten Strafper fahrens gegen Bircher und Genossen vorliegt.

Wirkungen der kommunistischen Hehe.

Erfreuliche Fortschritte in der Mitgliederbewe. gung der Sozialdemokratischen Partei fino aus Altona zu be richten. Dem dortigen Ortsverein sind im zweiten Quartal 1928 insgesamt 248 neue Mitglieder beigetreten, darunter 52 Frauen. Im laufenden dritten Quartal ist bisher ein Zugang von 70 neuen Mitgliedern zu verzeichnen. In allen drei Quartalen wurden int Stadtgebiet 2liona 750 neue Mitglieder gewonnen Der Altonaer Ortsverein zählt nummehr 13080 Mitglieder, das find 8,7 Broz. der wahlberedtigten Bevölkerung Altonas. Auch aus anderen Teilen des Reiches wird gemeldet, daß die Wirkung der kommunistischen Hezze in einem erfreulichen Aufstieg der Mitgliederziffern der sozaldemokratischen Organi. fationen zum Ausdrud tommt.

Wieder eine Liebestragödie.

Die Reihe der Liebes- und Ehefragödien will tein Ende nehmen. Nach der geftrigen furchtbaren Bluftat in der Hennigsdorfer Straße erschiltert heute die Nachricht von ciner blutigen Eiferfachtsfragödie in der openhagener Straße.

In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages feuerte der 29jährige Chauffeur Billi Seeger aus der Kopenhagener Str. 72 auf seine Freundin, die 53jährige Kontoristin Maria Strapp c3af auf der Treppe vor der Wohnung ihrer Eltern, Korföer Straße 5, fünf Schüsse ab, die das Mädchen lebensgefährlich verlegten. Inmittelbar nach der Tat jagte sich Seeger eine Kugel in die rechte 51afe. Das Baar hatte sich vor einiger Zeit fennen gelernt, aber bald tam es zu schweren 3erwürfnissen und das Mädchen trachtete danach, das Verhältnis zu lösen. Mehrmals versuchte Seeger, den Entschluß seiner Freundin rückgängig zu machen. Heute morgen erschien er vor der Wohnung der S., als sie im Begriffe war, ins Bureau zu gehen. Der Mann zog plöglich einen Revolver herpor und gab auf das Mädchen fünf Schüsse ab, pon denen drei in den Kopf und Hals trafen. Der Täter ver­suchte zu flüchten, Hausbewohner, die auf die Hilferufe herbeigeeilt waren, verstellten ihm aber den Weg, so daß er, als er feinen Aus­weg mehr fand, die Waffe gegen fich selbst richtet. Maria S. wurde in das Virchow- Krankenhaus geschafft, wo sie ziemlich bedentlich daniederliegt. Der Chaufeur wurde als Polizei­gefangener in das Staatstrantenhaus übergeführt.

Eine vierzehnjährige Selbstmörderin. Gestern abend um 7 Uhr stürzte fich die 14jährige Alma U. aus der Wohnung ihrer Eltern in der Wolgafter Straße auf den Hof. Die Motive zu der schrecklichen Tat find auf Klatschereien im Hause zurückzuführen. Gestern nachmittag besuchten einige Freun dinnen das Mädchen, um es zu einem Spaziergang zu bewegen. Als die Mutter das untersagte, erzählten die Freundinnen, daß Alma sich bei jeder Gelegenheit herumtreibe. In diesem Augenblick er. fletterte das Mädchen die Fensterbrüstung und stürzte sich hinab. Die Bierzehnjährige wurde mit schweren Verlegungen ins Lazarus. frankenhaus gebracht.

Unwetter in den Alpen.

Aus dem Schweizer Kanton Graubünden, dem Rhein­tal und dem Kanton Tessin lommen Meldungen über schwere Unwetterschäden.

Teilweise sind die Bäche und Flüsse so gestiegen, daß die im Bau befindlichen Wehre wieder zerstört wurden. Im Bergell­Tal ist das Dorf Biscoloprano vollständig überschwemmt. Edywer heimgesucht wurde auch das Balfer- Tal. Alle Brüden wurden weggerissen. Auf den Höhen fällt Schnee. Infolge des Hochwaffers ist die Straße nach Splügen zum Splügenpaß nicht mehr befahrbar. Die große 3izerser Lawine hat sich bei 3izers wieder über die Schienen der Eisenbahn ergossen. Am Donnerstag vormittag fonnte ber non Chur abgehende Bug die Strede nicht mehr befahren. Gegen Mittag hat das Hochwasser etwas nach­gelassen.

Im Gebiet des Oberrheins traten durch das Hochwaffer des Rheins an verschiedenen Orten Rüd ft auungen ein. Eine Steinfamine hat die Bandstraße nach Feldkirch in Borarlberg überschüttet.

Auch der Tessin ist über die Ufer getreten. In Bellin­ zona stürzte eine Stüpmauer der im Bau begriffenen Straßen­unterführung unter der Baulinie ein. Das Haus eines Arbeiters wurde von den Fluten fortgeriffen.