Partei und Panzerschiff.
Organisationsbeschlüsse.
Cine außerordentlich gutbefugte Berjammlung der Funktionäre des Unterbezirfs Interweser nahm nach eingehender Aussprache folgende Resolution an:
„ Die Sozialdemokratie lehnt eine imperialistische Ausrüstung, wie sie in Sowjetrußland und anderen Militärstaaten betrieben wird, fir Deutschland ab.
Die Auftragserteilung der Reichsregierung, einschließlich der sozialdemokratischen Minister, zum Ersatzbau des Panzer= Preuzers ist nichts anderes, als die Durchführung des durch den alten Bürgerblod Reichstag befchloffenen Etats.
Es wäre Aufgabe der Reichstagsfraktion und des Parteivorstandes gewesen, die fachliche Seite dieses Vorganges flarer zum Ausdruck zu bringen und die Parteigenossenschaft über die rechtche Seite dieser Frage besser zu informieren.
Die Bersammelten halten an dem Vertrauen für die parteigenössischen Minister in der Reichsregierung fest und sind der Ileberzeugung, daß sie alles tun werden, um die Regierung im Interesse der Arbeiterschaft zu führen."
In einer Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in Gelsenkirchen wurde folgende Entschließung angenommen:
Die Bersammlung ift trok Würdigung der Schwierigkeiten, die sich aus der Koalition mit den bürgerlichen Parteien ergebentie im Reichstag für den Bau des Panzerfreuzers eingerten find nicht imftande, das Verhalten unserer Minister zur Panzerfreuzerfrage zu billigen. Die Ablehnung des Baues des Panzerfreuzers ist von der Partei zu einer Prinzipienfrage gemacht worden, die ouch von den Ministern hätte respektiert werden müssen. Die Berfammlung begrüßt andererseits die Haltung des Parteivorstandes famie die Haltung der Gesamtpartei, welche die Minister wegen ihres Verhaltens tadeln. Sie, die Minister, zurückzurufen, wäre innen- und außenpolitisch untragbar gewesen. Die Partei hat auch iht die Pflicht, den Bau von Panzerfreuzern mit allen Mitteln zu verhindern. Es handelt sich bei dieser Frage nicht um einen tattichen Fehler der vier Minister, die, ohne mit der Gesamtpartei
Fühlung zu nehmen, die Partei in eine politisch ungünstige
Lage hineingebracht haben.
Die Berjammlung weist die demagogische Heße der RBD. gegen die Sozialdemokratie entschieden zurück. Der fom munistische Volksentscheid ist nichts weiter als ein großer Bluff, der sich gegen die SPD. richtet. Die Versammlung gelobt diesem Treiben entschlossen entgegenzutreten."
Beschwerde des Deutschen Volfsbunds an den Bölferbund. Genf , 4. September. ( Eigenbericht.)
Der Völkerbundrat wird ed sich in seiner nächsten Sizung mit den Berichten der deutschen Minderheiten in Polnisch- OberIchlesien befassen. Es handelt sich zunächst um eine Beschwerde des Deutschen Volksbundes gegen die Angriffe, denen Mitglieder der deutschen Minderheiten und die deutschen Organisationen in Oberfchlesien ausgesetzt sind. Der Volksbund hat ein Verzeichnis von 75 im legten Jahre vorgekommenen Fällen eingereicht. unter denen sich 18 Sprengstoff- Attentate, 18 gewaltsame Sprengungen deutscher Versammlungen, 30 Fälle schwerer Körperverlegungen zum Teil durch Bandenüberfälle und 5 Ueber fälle unter Verwendung von Schußwaffen befinden. Das Ziel der Beschwerde ist, den Rat zu veranlassen, daß die Sicherheit der deutschen Minderheit, die ihr im Artikel 83 der Genfer Konvention versprochen wurte, garantiert wird.
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Alepfelchen, wohin rollst du?
„ Krieg des gesamten Imperialismus gegen Gowjetruß land bedeutet dieser Kellogg Patt! Zerreißt diesen finfferen Plan des Rapitalismus gegen das revolutionäre Proletariat! Weg mit diesem verlogenen Wisch, dessen antirevolutionären Charafter jeder Kommunist gleich erfannt hat!:"
Kell
Pakt
1913
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wohin eilst du so geschwind, Bruderherz?"
ristisch war der erste Entwurf, in dem es ganz offen zur Bedingung gemacht wird, daß der Titel auch richtig verliehen wird. Es heißt darin:
An der Universität Würzburg herrscht große Aufregung.| wurden vorgelegt und von dem Kandidaten unterschrieben. Charakte Dort ist vor anderthalb Jahren einem Berliner Hotelbefizer Herrn Kurt Elschner vom Excelsior- Hotel zu seinem 60. Ge burtstage der Titel eines Ehrendoktors verliehen worden. Die bürgerlichen Zeitungen Berlins wußten damals sehr vieles von den Berdiensten des Herrn Elschner zu erzählen, der schon seit vor dem Striege irgendeinen kleinstaatlichen„ Geheimen Kommerzienrat" feinem Namen angefügt hat. Unter den Ehrungen zu jeinem 60. Ge burtstag befand sich auch der Würzburger ,, Doftor h. e.", was in der Regel als honoris causa"( ehrenhalber) gelesen wird, in diesem Falle aber als„ honoraris causa"( des Honorars wegen) gelesen werden muß.
In einer Beschwerde des Deutschen Volksbundes zur Schul- sophischen Fakultät ein heftiger Kleinfrieg entstanden, der dazu gefrage wird Klage darüber geführt, daß die polnischen Behörden durch bestimmte Ausführungsmaßnahmen die Urteile des Internationalen Gerichtshofes und die Beschlüsse des Völkerbundrates zunichte machen.
Nie wieder Abrüstung!
Paris , 4. September. ( Eigenbericht.) Bertinar veröffentlicht im„ Echo de Paris" die unglaubliche Mit. teilung, daß Stresemann bei seiner Pariser Unterredung mit Poin care diesem als Gegenleistung für die Rheinlandräumung eine Interessengemeinschaft zur finanziellen Reorgani sation des russischen Außenhandels vorgeschlagen habe. Natürlich habe Boincaré diesen Vorschlag sofort mit Entrüstung abgelehnt. Stresemann habe, damit vielleicht seinen russischen Freunden, die außerordentlich fredithungrig feien, einen Gefallen tun, vielleicht aber habe er mit Hilfe Frankreichs nur die deutschen Russenkredite retten wollen.
Der gleiche Bertinag behauptet weiter, daß Frankreich und die Kleine Entente fich in Genf dahin geeinigt hätten, die Bertagung der Abrüstungstonferenz des Bölkerbundes bis zum Jahre 1930 zu beantragen. Die Antragsteller feien sich klar, daß eine Abrüstung erst bei weiterer Entwicklung der Lage in Europa möglich sei. Diese Entwicklung aber fönne erst nach Regelung des Reparations- und Kriegsschuldenproblems und der Rheinlandfrage eintreten und diese Regelung erst nach den amerikanischen Präfidentschaftswahlen.
Paris , 4. September. ( Eigenbericht.) Die Pariser Breffe ist augenscheinlich auf Grund einer ein heitlichen Barole eifrig bemüht, die Besprechungen heitlichen Barole eifrig bemüht, die Besprechungen zwischen Briand und dem Reichstanzler Müller in ihrer Bedeutung möglichst zu verkleinern. Man stehe hier nur einer persönlichen Fühlungnahme gegenüber, meint der„ Temps", die die Bekanntschaft der beiden Staatsmänner vermitteln soll. An eigentliche Verhandlungen sei nicht zu denken. Der Intransigeant" glaubt sogar behaupten zu können, daß Reichskanzler Müller gar nicht beabsichtige, die von Stresemann in Paris begonnenen Befprechungen fortzuführen. Er halte sich absichtlich zurück, um Strefe mann, dem Mann von Locarno , die weitere Fortführung seiner auf die Berföhnung zwischen den beiden Nachbarländern geltenden Politik zu überlassen. Im übrigen würde es Briand unter allen Umständen ablehnen, mit dem Reichskanzler allein über die Rhein landfrage zu verhandeln. Wenn dieser wirklich den Versuch dazu machen sollte, würde Briand sofort den Vertreter Englands und Belgiens hinzuziehen.
Der Temps" glaubt weiter versichern zu dürfen, daß Reichsfaftaler Müller und Bundeskanzler Seipel sich in Genf darüber klar geworden seien, wie sehr die Anschlußpropaganda die Interessen beider Länder geschädigt habe. Namentlich in Wien zeige man starke Beunruhigung über das wiedererwachende Mißtrauen der großen Alliierten gegenüber Defter reich. Deshalb habe sich Seipel sofort bemüht, diese ungünstige Gtimmung in feiner Aussprache mit Briand zu vermischen. Man
Jetzt ist nämlich unter den Professoren der Würzburger philoführt hat, daß der Professor der mittleren und neueren Geschichte, Beheimrat Dr. Chroust, Schriftführer der„ Gesellschaft zur Förde rung der Wissenschaften an der Universität", aus der Gesellschaft aus getreten ist und die Gründe dafür in einer vertraulichen Dent schrift niedergelegt hat. Diese Dentschrift 3 irtuliert in Würz burg und hat auch ihren Weg in die dortige Presse gefunden.
Aus den Mitteilungen des Eingeweihten geht hervor, daß der Kandidat für den Ehrendoftor zunächst einmal 50 000 m. als Schenkung für wissenschaftliche Zwecke angeboten hat, wenn man ihm den„ Dr. h. c. " verleihen würde. Auf dieses Angebot hin erfolgten nun weitere Verhandlungen und Beratungen aller Art, aber sämtlich mit dem einen Ziele, noch mehr honorar für den Ehrendoktor herauszuschlagen.
Die erste Zahlung von 20 000 M. ist sofort, d. h. bis längstens 20. d. M., an die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, Filiale Würzburg , zu leisten, welche sie als Treuhänderin verwahrt, bis der Titel eines Doffor h. c. an Herrn Geheimrat Kurt Elschnet verliehen ist. Die weiteren 30.000 m. werden ebenfalls s 20. d. m. in vier vordatierten Schecks au je 7500 auf 1.6bruar, 1. März, 1. April und 1. Mai d. J. on die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, Filiale Würzburg , überwiesen unter den gleichen einschränkenden Bedingungen hinsichtlich ihrer Berwendung."
In der endgültigen Fassung der Stiftungsurkunde ist zwar die brutale Bezugnahme auf die Verleihung des Titels weggeblieben, aber da sich die Beteiligten ja einig waren, so bestand bei niemandem ein Zweifel, daß die ganze Summe weniger zur ernsten Förderung der Wissenschaften als zur Erlangung eines Tite is hergegeben wurde. Durch die Deufschrift des Herrn Chroust wird das noch einmal formell der Mitmelt be stätigt.
Die deutschen Universitäten find nach außen immer sehr stolz auf ihre Unabhängigkeit und akademische Würde. Wenn man beHaupten wollte, es wäre ein Ehrendottor glatt zu taufen, so würden die Herren Professoren vor Entrüstung gewaltig aufschwellen. Was hier aber durch die Denkschrift vertraulich" mit
Schließlich ist es auch gelungen, das Angebot auf 80000.geteilt wird, bedeutet nichts anderes als einen solchen glattem Mart herauszudrücken. Von diesen 80 000 m. find 50 000 Kauf eines wissenschaftlichen Ehrentitels gegen bare Zahlung. Das Mark für das Astronomische Institut und 30 000 m. für das Hin und Her mit den Schenkungs- und Stiftungsbriefen ändert nichts an dem inneren Charakter der Sache. Aus dem EhrenArchäologische Seminar endgültig bestimmt worden, vorher aber hat es einen überaus intéressanten Kulissentrieg doktor wird der gekaufte Dottor, an die Stelle des der Professoren über die Frage gegeben, ob nicht etwa das ,, honoris causa" tritt das ummißverständliche Wort hono Kunstgeschichtliche Museum oder andere Universitätseinrich- raris causa". Aber die„ Wissenschaft ist unbestechlich" und auch tungen von dem Goldfegen entsprechende Teile abbekommen könnten. die Würzburger philosophische Fakultät wird stolz darauf sein, daß Nicht mehr als drei verschiedene Stiftungsbrief"-Entwürfe| sie nur um der Wissenschaft willen arbeitet....
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täuscht sich sowohl in Berlin wie in Wien fährt der„ Temps" fort, wenn man glaubt, durch eine Taktit der Ermattung doch zum Ziele zu kommen. Niemals würde der Anschluß, der schon jegt im Stadium der administrativen und gefeggeberischen Gleich fegung eine ständige Gefahr für den Frieden sei, fleinen Entente, hingenommen werden, denn er bedeute nichts jemals von den Mächten, insbesondere aber von Italien und der anderes, als den Wunsch Deutschlands , seine Macht zu erhöhen, die Hegemonie Mitteleuropas zu erreichen und den Drang nach Osten wieder aufzunehmen.
Weltfongreß der Christenkirchen. Nur die römisch- katholische ausgeschlossen. Prag . 4. Eeptember.
Die Internationale Kirchenkonferenz, die 1925 vom Stockholmer Weltkirchentongreß zur Fortseyung seines Werkes eingefeßt wurde, ist in Prag feierlich eröffnet worden. Führer der deutschen Delegation, in der sich u. a. der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons und der fächsische Landesbischof Dr. Ihmels befinden, ist der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes , D. Dr. Kapler aus Berlin . Die Bedeutung der Tagung beruht zum Unterschied von anderen firchlichen Organisationen auf ihrem offiziellen Charakter, da alle Delegierten der kontinentalen und der über feeischen Welt von den firchlichen Behörden selbst ernannt worden sind. Zur Berhandlung stehen soziale und internationale Fragen der Gegenwart. Zum Präsidenten des Kongresses wurde ein Vertreter der griechisch- orthodoxen Kirche, der Erzbischof Germanos, ernannt.
Zur Berhandlung stehen insbesondere die Fragen des Glü spiels und des Alkoholmißbrau hes, sowie Probleme, die das internationale Zusammenleben der Völker betreffen. Das Arbeitsfeld ist dadurch wesentlich erweitert worden, daß die evangelischen Kirchen folgender Gebiete offiziell in den Rat der Christenheit Amerita, Bestasien und Nordafrika . Der Weltprotestantismus ift aufgenommen worden sind: Indien , Japan , China , Lateins damit einheitlich zusammengeschlossen.
Flugzeugabffurg.
6 Personen tot, darunter eine Frau und 2 Kinder. Salt Cafe City, 4. September.
Ein Verkehrsflugzeug der Linie Salt Cafe City- Great Falls ist in der Nähe von Pocatello ( 3daho) abgestürzt. Sechs Jn. faffen, darunter eine Frau und zwei Kinder, kamen bei dem Uk. sturz ums Leben.
Deutscher Juriffentag. Die Vorbereitungen für den vom 12. bis 15. September d. J. in Salzburg stattfindenden 35. Deutsch eit Juristentag sind abgeschlossen. Die Reichsregierung wird durch den Reichsminister der Justiz, Koch- Weser, vertreten werden. Von den Landesjustizverwaltungen find zum Teil die leitenden Minister selbst, zum Teil deren Vertreter angemeldet; auch andere Minifterien des Reichs und der Länder werden durch Entsendung von Bertretern ihr Interesse an den Verhandlungen befunden. Von österreichischen Ministern werden die Bundesminister für Justiz und für Finanzen an der Tagung teilnehmen.