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Bon Bedeutung ist die Aussage eines Zeugen, der behauptet, ge­hört zu haben, wie Beese Frau Uhl einmal um Rüdgabe eines Schriftstückes bat und ihn doch nicht unglüdlich machen möge. Diese Aussage gewinnt besonders an Bedeutung, wenn man den an iffy" gerichteten Bettel dagegenhält. Demnach scheint es beinahe so, daß Beese sich innerlich bereits von Frau Uhl( os. gesagt hatte, wegen des angeblichen Schriftftüdes aber die Rache der Uhl fürchtete und einem abermaligen Konflitt aus dem Wege gehen wollte. Vielleicht hat er ihr als Preis für das Schriftstück die Begleichung ihrer nicht unerheblichen Schulden angeboten. Das alles sind natürlich nur Vermutungen, die fich lediglich auf eine Aus­jage stüßen, die noch genau na dhgeprüft werden muß

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Ebenso romantisch wie das Leben der großen Halbwelt. dame der Bortriegszeit Pussy uhl ist ihr Sterben. Vor dem Kriege war die bildschöne Frau umschwärmt vom Hochadel, vom Großgrundbesiß und von der Hochfinanz. Die braunen Lappen" flogen ihr nur so zu, und für teures Geld erfaufte sie sich eine Namens heirat mit dem verarmten Grafen Fischler Don Treuberg. Aber die Schönheit verblühte, die Liebhaber,

die ihr vorher zu Füßen gelegen hatten, verschwanden langjam. Eins blieb: die stete Erinnerung an das schwelgerische Leben, das sie, eine der begehrtesten Frauen des Berliner Westens, jahrelang geführt hatte, und der Drang, dieses Leben auch jetzt noch weiterzuführen. 3war floffen die Brillanten dahin, die ihr die Liebhaber in Hülle und Fülle gespendet hatten, und wanderten in die Pfandleihe. Von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat wuchsen die Schulden; fie aber wollte die große Dame" bleiben.

Sie fand noch einmal einen Mann, der, obwohl er fast dreißig Jahre jünger war als fie, ihr, der einst bezaubernden, aber selbst jetzt, mit über 50 Jahren, noch reizvollen Frau hörig ward. Der Fliegerleutnant Beese, einer Familie entstammend, die innerlich feit Generationen frant war auch feine Schwefter, die erste deutsche Fliegerin, endete durch Freitod opferte ihr, was er hatte. Als er selbst vor dem Nichts stand, war es aus. Das, was man in solchen Fällen Liebe nennt, erlosch bei der alternden Bussy; ihr letter Freund aber fonnte nicht von ihr lassen und drängte und drohte. Hysterisch, wie er war, zeigte er die Waffe, und schon einmal schoß er auf die ängstlich gewordene Pussy Uhl, die sich zu ihrem Schuhe einen Boger engagiert hatte. Dann kam das Ende: Die große Halbweltdame, die aus Armut fam, in Reichtum ftieg und wieder in Armut und Schulden fant, und ihr letzter Liebhaber, liegen da, die klaffenden Wunden

im Schädel.

Leben und Sterben der Pussy Uhl geben ein Bib aus dem Deutschland der Vor- und Nachkriegszeit, das uns fremd anmutet, aber soziologisch von tieffter Bedeutsamkeit ist.

Das neue Berlin .

( Fortsetzung von der 1. Seite.)

Linienführung des Gesamtnezes, bei zweckmäßigem Ausbau der Umsteigemöglichkeiten und richtiger Erfaffung der Berkehrsbeziehun gen der Großstadt, die denkbar größten Reisegeschwindigkeiten, die jedenfalls die Reisegeschwindigkeit jedes Oberflächenverfehrsmittels, auch die des Privatautos, im Großstadtverkehr auf die Dauer zu übertreffen.

Es gibt ängstliche Gemüter, die vor der Größe dieser Aufgabe zurückschreden. Berlin wird seit Beendigung der Inflation in den Ausbau feines Schnellbahnneges bis zum Ende des Jahres 1929, wenn die bis zum Augenblic genehmigten Bauten beendet fein werden, insgesamt rund 250 Millionen Mart neu hineingestedt haben. Es wird bei diesem Betrage nicht bleiben, denn es ist unvorstellbar, daß nach Beendigung der in Angriff genommenen Bauten der weitere Ausbau eingestellt wird. Die betrieblichen Verhältnisse der Schnellbahnen, namentlich auf der alten Stammstrede, merden nach Zuführung der neuen Berkehrsströme durch die Bahn Gesund­

brunnen- Neukölln und Lichtenberg - Alexanderplag zu weiteren Bauten zwingen, weil die alte Stammstrede diesen Berkehrszuwachs nicht mehr aufnehmen kann.

Auch die oft geäußerte Befürchtung, daß durch diesen Ausbau der Straßenbahn als dem wirtschaftlich leistungsfähigsten Unter nehmen das Wasser abgegraben wird, ist ganz unberechtigt. Straßen­bahn und Schnellbahn werden sich im Gegenteil auch in 3u­funft ergänzen; nur werden sie sich zwed mäßig er gänzen.

Seit der Einführung des Einheitsumfteigetarifs find wir auch in verkehrlicher Beziehung dem damals gesteckten Ziel be deutend näher gekommen. Der Sinn der Tarifreform war: Mög lichst umfassende Ablenkung der langen Reisen auf die Untergrund bahn.

Die Aufgaben der Straßenbahn.

Die Straßenbahn ist als Oberflächenverfehrsmittet in ihrer Reisegeschwindigkeit beschränkt, sie ist dafür in der Lage, die Fahrgäste in schneller Reihenfolge aufzunehmen und abzusetzen. Ihrer geringen Reisegeschwindigkeit und ihrem Charakter als Ober­flächenverkehrsmittel entspricht infolgedessen auch eine fürzere durch­schnittliche Reiselänge der einzelnen Fahrten. Das bedeutet praktisch, daß die Straßenbahn an die Schnellbahn die langen Fahrten abgeben wird und damit ganz wesentlich zur Entlastung des Oberflächenverkehrs durch den Ausbau des Schnellbahnnetzes beige tragen wird. An sich hat aber der Berkehr eine steigende Tendenz und diese steigende Tendenz äußert sich nicht zum wenigsten im Ge­legenheitsverkehr, in der Steigerung des Geschäftsverkehrs und der furzen Fahrten. Auf ein Oberflächenverkehrsnek fann nicht ohne weiteres verzichtet werden. Schnellbahn und Straßenbahn haben verschiedenen verkehrlichen Charakter und müssen und werden fich gegenseitig ergänzen. Der Uebersteigevertehr, der sich auf bestimmte Punkte, namentlich den Endpunkten tonzentriert, er leichtert und verbessert das Zusammenarbeiten und die gegenseitige Ergänzung.

Der Ausbau des Schnellbahnnehes wird den natürlichen Ber­fehrszuwachs unserer Stadt, der durch die jährliche Zunahme der Bevölkerung und durch die Zunahme der Fahrten auf den Kopf der Bevölkerung bedingt ist, aufsaugen. Selbstverständlich fann man nicht leugnen, daß die Berzinsung und Amortisation der tostspieligen Tunnelbauten, zu der wir durch die Entwicklung des Oberflächen verfehrs gezwungen werden, eine erhebliche Belastung später mit sich bringen wird. Aber diese Belastung wird und muß der Berliner Berkehr und die Stadt Berlin tragen tönnen, um so mehr, als nach Ablauf der 30jährigen Amortisationsperiode Anlagen geschaffen sein werden, deren Betrieb am wirtschaftlichsten, am sichersten und am schnellsten sein wird.

Städtebauliche Erneuerung Berlins .

Auch noch ondere Gesichtspunkte zwingen zu einer intensiven Beiterarbeit auf diesem Gebiet. In diesen Tagen fallen der Spitz hade die Häuser des Durchbruches der Frantfurter Allee zum Alexanderplaß zum Opfer. Die Schnellbahn

Hermann Müller spricht in Genf .

Die nächsten deutsch - französischen Unterhaltungen.

Genf , 7. September.

Die nächste Unterredung, die in Ermiderung des Befuchs des Reichstanzlers Müller bei dem französischen Außenminifter Briand zwischen den beiden Staatsmännern stattfinden wird, ist für heute nachmittag in Aussicht genommen. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch noch nicht festgelegt, da sich die Dauer der für heute nach­mittag angefeßten Bollfigung der Bundesversammlung, in der Reichstanzler Hermann Müller als erster sprechen wird, noch nicht übersehen läßt.

Spanien dauernd im Rat.

V. Sch. Genf , 7. September. ( Eigenbericht.) Der hier bereits dargelegte Antrag des Präsidiums, durch den die sofortige Biedermählbarkeitserklärung zugunsten Spaniens ermöglicht werden soll, tam heute vormittag zu Beginn der Plenarsizung der Bollversammlung zur Sprache. 3ahle be­gründete ihn als Präsident der Bersammlung und brachte damit ein persönliches Opfer, denn die dänische Delegation gehört gerade zu denen, die sich vor zwei Jahren gegen den Kuhhandel mit halbständigen Ratssigen gewehrt hat. Es folgte eine furze Debatte.. Zunächst erhob der Vertreter Schwedens , Undén, Einspruch fomohl gegen das überftürzte Berfahren, das man der Bölkerbunds­versammlung zumute, wie auch gegen den Inhalt des Antrages, und er erinnert an die Stellungnahme seines Landes schon im Jahre 1926. Damals habe der Vertreter Schwedens schließlich dem

Kompromiß zugestimmt unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß es fich um eine einmalige Lösung handeln sollte:

,, Indem man eine neue Ausnahme zuläßt," so erklärte Unden, würde man einen Präzedenzfall schaffen, auf den man sich bald wieder bei einer späteren Gelegenheit berufen würde."

Norwegens Vertreter, Mominfel, unterstüßte den Standpuntt Schwedens und erklärte, daß fein zwingender Grund vor­liege, um eine neue Ausnahme zu schaffen. Der Bertreter des Spanien nahestehenden Chile unterstützte dagegen den Antrag. Es folgte eine namentliche Abstimmung durch Namensaufruf. 49 Staaten waren anwesend, die erforderliche Zweidrittelmehrheit betrug aljo. 32 Stimmen. Das Ergebnis war:

Mit Ja stimmten 44 Staaten, mit Nein stimmten 4 Staaten

und zwar die fleinen neutralen Mächte: Holland , Schweden , Nor­ wegen sowie Persien , das sich gegen Wiederwählbarkeitserklärung - übrigens ohne jede Aus wehrt, weil es selbst den Ratssitz Chinas Ein Staat Dänemart ficht erstrebt.

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hat fich der Stimme enthalten. Wäre sie nicht durch die Tatsache gehemmt worden, daß Bahle Brä fident der Bölferbundsversammlung ist, so würde die dänische Dele gation ebenfalls mit ein gestimmt haben.

Daraufhin wurde in der Generalbebatte mit den Ber­tretern Indiens und fodann Japans fortgefahren. Hermann Müller mird als erster Redner in der Nachmittagssigung das Wort er greifen.

bauten sind die Pioniere einer umfassenden städtebaulichen| fungen statt, die man bis Mitte nächster Woche zum Abschluß zu Erneuerung Berlins , deren Größe und Tragweite in bringen hofft, so daß voraussichtlich am Mittwoch ein Haftprüfungs­diesem Augenblid nur wenige ahnen, deren Bedeutung aber in ver­termin gegen Hugo Stinnes anberaumt werden kann. hältnismäßig furzer Zeit auch der Deffentlichkeit offenbar werden wird. Wenn die Schnellbahnbauten nicht die äußere Veranlassung zu diesen tiefgreifenden und tiefwirkenden Arbeiten gäben, dann müßte die Stadt in ihrem eigenen Interesse an die Lösung dieser Aufgabe sich heranmachen, denn ohne energische Inangriffnahme würde der Berkehr im Innern der Stadt ersticken und Berlins Wirtschaft sich nicht entwickeln können.

Einer der Verteidiger von Hugo Stinnes , Rechtsanwalt Dr. A. Friedmann, teilt mit, daß sein Mandant gegen die Boffische Beitung" wegen eines Artifels im gestrigen Morgenblatt Strafanzeige wegen verleumderischer Beleidi gung gestellt habe, weil ihm ein Zusammenhang mit Manipulationen der Gefretärin des Untersuchungsrichters unterstellt worden sei. Warum die Staatsanwaltschaft bemüht wird, ist nicht recht ersichtlich. Private Streitigkeiten sind doch auf dem Wege der Privattlage aus­zutragen.

Die Konzentration einer starten wirtschaftlichen Potenz und die Schaffung einer von vielen Hemmungen befreiten Leitung dieser Unternehmungen hat im ungeheuren Maße bis jetzt schon dazu bei- Die Untersuchung des Kriegsanleihebetruges hat sich noch getragen, eine neue Aera der städtebaulichen Entweiter auf Streise ausgedehnt, die sich im Ausland aufhalten, und widlung Berlins zu eröffnen. Wer heute über den Alerander play geht, fann eine leise Vorstellung davon bekommen, was hier burch Konzentration der Arbeit wie durch die Beeinflussung der Bau­politit der Verkehrsunternehmungen durch öffentliche Gefichtspuntte erreicht werden wird.

Die engere Verbindung mit dem Schnellbahnne der Reichsbahn wird fich in Konsequenz unserer Arbeiten von selbst ergeben. Die Tatsachen, die durch die Entwicklung des städtischen Schnellbahn­neges geschaffen werden, werden stärker sein als alle Hemmungen, Die dieser natürlichen und für alle Teile zwedmäßigen Entwicklung vielleicht hier und da noch entgegenstehen. Daß wir den Ausbau des Oberflächenverkehrsnezes, fein Hinausschieben in die Außen: bezirte der Stadt nicht vernachläßigen, zeigt die Entwicklung der beiben letzten Jahre und wird die Entwidlung der nächsten Jahre noch mehr zeigen. Einheitliche Planung, einheitlicher Mille und zielbewußtes Bujammenarbeiten wird den Berliner Verkehr auch auf diesem Gebiete weiter entwickeln und ihm, was er dringend gebraucht, die Sympathien der Bevölkerung erhalten. Das be schwingte Tempo der großstädtischen Entwicklung wird ihn in Wechselwirkung beeinflussen und heute wird seine Losung erst

recht sein:

Vorwärts immer, rüdwärts nimmer!

Ernst Reuter .

137 Sozialdemokraten im Landtag! Oberpräsident Waentig erhält ein Mandat.

Bei der genauen Aufrechniung der am 20. Mai im Kreis Calau für den Preußischen Landtag abgegebenen Stimmen hat fich herausgestellt, daß etwa 15 000 Stimmen aus den Städten des reises versehentlich nicht aufgerechnet worden sind. Davon ent­fallen 6680 Stimmen auf die Sozialdemokratie. Diese Stimmen reichen zu einem neuen selbständigen Mandat im Wahl­treis Frankfurt - Dder nicht aus, fie werden deshalb auf der Landes­lifte verrechnet, auf der nur etwa 4000 Stimmen zu einem weiteren mandat fehlen. Durch die Calauer Stimmen ist jetzt die Zahl er­reicht, die zu einem weiteren sozialdemokratischen Mandat führt. Professor Dr. Waentig, Oberpräsident in Magdeburg , tritt auf Grund dieses forrigierten Ergebnisses in den Preußischen Landtag ein. Der Landeswahlausschuß wird zu Ende der nächsten Woche einberufen werden, um das neu errechnete Ergebnis zu sanktionieren und die Wahl des Genossen Waentig festzustellen. Beim Wieder­zusammentritt des Preußischen Landtags am 2. Oktober wird also die Sozialdemokratie mit 137 Abgeordneten ver­treten sein. Für die übrigen Parteien ist mit dem Zuschlag der im Bezirk Calau vergessenen Stimmen ein Mandatszuwachs nicht ver­

bunden.

EinStinnesdirektor freigelassen

Weitere Ausdehnung des Kriegsanleiheffandals.

In dem Untersuchungsverfahren gegen die Kriegsanleihe Betrüger sind nun Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die für die Zukunft verhindern, daß weiterhin Mitteilungen über Bernehmungen und Beratungen aus dem Untersuchungszimmer an Dritte gelangen fönnen, wie dies bisher anscheinend durch die Gefretärin des Untersuchungsrichters Dr. Brühl gefchehen ist. Es muß allerdings stärkstes Befremden erregen, daß nicht schon Don Beginn der Untersuchung an Borkehrungen getroffen wurden, die solche, den ganzen Zweck der Untersuchung gefährden den Borkommnisse von vornherein unmöglich gemacht hätten.

Gegen den bisher in Untersuchungshaft gewefenen Stinnes direktor Rothmann fand heute auf Antrag der Berteidigung Saftprüfungstermin statt. Rothmann wurde gegen eine Sicher. heitsleistung in Höhe von 20 000 m. aus der Haft entlassen, jedoch unter Aufrechterhaltung des Saftbefehls. Dem Beschluß der Straffammer ist zu entnehmen, daß Verdunke tungsgefahr nicht mehr bestehe und daß der Haftbefehl nur noch wegen Tatverdachts in Kraft bleibt.

Heute und in den folgenden Tagen finden die Schlußverhand

die im Zusammenhang mit der Etinnes- Affäre aufs schwerste be­lastet erscheinen. Insbesondere gilt das für den Bariser Makler Hirsch und den Amsterdamer Bankier Horn.

Das erste: ein Gefretär! Das zweite: Geld!

Münzenberg hat wieder Arbeit. Immer wo die KPD. ein faules Geschäft aufzieht, ist Münzenberg dabei. Jetzt hat sie unter dem volltönenden Namen Reichsausschuß für Boltsentscheid gegen Panzerfreuzerbau" ein neues Unternehmen hingestellt, bei den wieder die alten, hinlänglich bekannten Teilhaber firmieren: Ledebour und Münzenberg an der Spize, selbstverständlich auch Bied und Helene Stöder. Bur Unterstützung werden alle Bereine aufgeführt, die der KPD. als Decadeffe dienen, und die sich vergeblich bemühen, ihren Ursprung zeitmeilig zu verschleiern.

Alls wichtigste ,, Tat" hat der Ausschuß gestern beschlossen, zu= nächst einen Getretär anzustellen! Das übrige foll folgen. Vor allem wird die Geldsammlung bald beginnen, wahrscheinlich, damit der Bolfsentscheids Ausschuß endlich seine Schulden bei der Sozialdemokratie bezahlen fann, die noch von der letzten Boltsentscheidskampagne offen stehen!

Uebrigens befommt Münzenberg Hilfe aus dem Lager der Deutsch nationale n. Die Deutschnationale Barteiforre fpondenz bringt heute einen Auffah, in dem fie unter poller Zu­stimmung zu der kommunistischen Entlarvungsparole" sagt:

Wir werden nicht perfehlen, in der wahrscheinlich bevor stehenden Volfsentscheidungsbewegung die strupellose unwahr­haftigkeit der Sozialdemokratie gebührend an den Pranger zu stellen. Der Deutschnationale Arbeiterbund wird den Boltsentscheidsbewegungstampf organi fieren. Es gilt, der Wahrheit eine Gaffe zu bahnen und die fozialdemokratische Berlogenheit der verdienten Berachtung preis­zugeben. Dieser Kampf toftet aber Geld. Wer hilft mit, den antimargistischen Rampffonds zu stärken. Spenden für den Kampffonds bitten wir an Herrn Landtagsabgeordneten Rüffer, Postschecktonto Berlin Nr. 117 864, zu senden.

Also: Sowohl Münzenberg wie Rüffer organisieren den Rampf gegen die Sozialdemokratie, beide brauchen Geld- beide fuchen die Dummen, die ihnen helfen! Biel Bergnügen!

Die sechste Bureauausstellung.

Feierliche Eröffnung.

Die internationale 6. Bureauausstellung, die den weiten Raum der geräumigen Autohalle völlig aus füllt, wurde heute vormittag durch eine Feler, die im Blauen Saal der neuen Autohalle stattfand, eröffnet. Für den Magistrat sprach der sozialdemokratische Stadtrat Czeminfti. Er begrüßte die Erschienenen und betonte, daß der Gedanke der Fachausstellungen fid) in Berlin als wer­bend erwiesen habe. Zum ersten Male werde eine internatio na le Bureauausstellung in Verbindung mit dem Ber­ liner Messea mt veranstaltet. Die Ausstellung bringe ein an­schauliches Bild von der Technik der Bureaumaschinen.

Im Namen des Reichswirtschaftsministers sprach Staatssekretär Dr. Trendelenburg.

Nachbem noch der Borsitzende des Arbeitsausschusses der inter . nationalen 6. Bureauausstellung, Rechtsanwalt Bruno Bahn, auf die Bedeutung der Ausstellung hingewiefen hatte, folgte ein Rundgang. lleber technische Einzelheiten der Bureaumoschinen. wird auf der 7. Seite berichtet.

Drei italienische Flieger ertrunken.

Bei einer Noflandung in der Nähe von Rovigno stürzte das italienische Wafferflugzeug S 59 ab und fiel ins Waffer. Die drei Flieger ertranfen. Die Leichen der Verunglückten konnten bis jetzt noch nicht gefunden werden.