nen spielfen fich während der Bergung der Verwundeten aus den Trümmern ab. Automobile wurden mehrere hundert Meter weit durch die Luft getragen.
Die aus San Juan noch immer spärlich einlaufenden Nachrichten lassen erkennen, daß die ganze Insel durch den Tornado mehr oder weniger verwüstet worden ist. Der Kanzler der Universität Portorico erklärte in einer kurzen Meldung, daß die Bevölkerung vom Hungertode bedroht sei. Noch lange, nachdem der Tornado vorübergegangen war, wurden Trüm. merteile vom Sturm mit maschinengewehrähnlichem Geräusch durch die Luft geschleudert und die Straßen waren daher faum passierbar. Große Besorgnisse hegt man für mehrere Dampfer, von denen noch immer jede Nachricht fehlt.
Neue Hetze der Kommunisten.
Gegen Arbeiterbant und Gewerkschaften.
Es gefällt der Roten Fahne" und ihren Hintermännern, die Seze gegen die Arbeiterbant, womit natürlich die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie getroffen werden sollen, fortzusehen. Sie veröffentlicht sensationelle Dinge von Riefenverluften der Arbeiter. bant" bei einer Filmgesellschaft, und zwar der Beritas- Film G. m. b. 5. Der Zweck der Uebung liegt auf der Hand. Mit der Arbeiterbant soll die Werbearbeit der Sozialdemokratie und der Gewertschaften getroffen werden, die den kommunistischen Drahtziehern natürlich nicht in den Kram paßt.
Wir stellen jest, daß entgegen den Behauptungen der„ Roten Fahne" die Vorfälle, auf die fie fich bezieht, weit zurückliegen und für die Arbeiterbant längst erledigt find. Bei jedem Bankgeschäft ist es unvermeidlich, daß bei Kreditgewährungen durch Aenderung der Wirtschaftslage Verlustmöglichkeiten eintreten. Das war selbst verständlich seit dem Jahre 1924 gelegentlich auch bei der Arbeiterbank der Fall; die Gesamteinbußen bei allen solchen Fällen haben bisher aber noch nicht ein Vierzigstel Prozent des Umsages der Arbeiterbank erreicht. Die hier eingetretenen geringen Verluste sind überdies längst abgeschrieben und beeinflussen die derzeitige Lage der Arbeiterbant überhaupt nicht mehr, Das Vorgehen der„ Roten Fahne" richtet sich von selbst.
Rheinland - Räumung nur gegen Bezahlung.
Paris , 15. September. ( Eigenbericht.) Der journalistische Vertrauensmann Poincarés beim ,, Echo de Paris" erklärt, amtlich zu der Mitteilung ermächtigt zu sein, daß die Genfer Verhandlungen der Sechser- Konferenz bisher nur zu einer einfachen Skizzierung einer Regelung" geführt haben, die ,, im allgemeinen ziemlich vage, in einigen Einzelheiten aber schon präzise" sind. Es herrsche Einverständnis zwischen
den Verhandlungspartnern darüber, daß die Fort jetung der Verhandlungen und die Festsetzung der technischen Einzelheiten der Einigung einer aus juristischen und finanziellen Sachverständigen zusammen gesetzten Kommission übertragen werden soll. Auch die Bedingungen, unter denen eventuell die Feststellungs: und Versöhnungs- Kommission im Rheinland gebildet werden könne, feien allgemein angenommen. Frank Frank reich, so schließt der Offiziofus, stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Räumung nur gegen eine Uebernahme der Lasten Frankreichs " durch Deutschland gewährt werden könne, daß sie also von der Lösung der Reparations- und Kriegsschuldenfrage abhänge.
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Sauerwein weiß im Matin" zu berichten, daß der Reichsfanzler vorläufig die Bildung der Feststellungs- und Versöhnungstommission abgelehnt habe, da Briand die Gegenseitigteit der Kontrolle noch nicht endgültig gesichert habe. Pertinag meldet im„ Echo de Paris", daß der Reichskanzler die sofortige Räumung des Rheinlandes für den Augenblick gefordert habe, wo die Sachverständigentommission zusammentrete. Er habe sein Verlangen damit begründet, daß dann die Einigung grundsäglich vollzogen sei und daß nur noch die technischen Einzelheiten geregelt werden müßten. Briand aber habe abgelehnt.
Briand erklärt heute in einem Interviem im Erzelsior", er verstehe den Pessimismus nicht, den man in Deutschland gegenüber den Genfer Berhandlungen hege. Man habe in Deutschland seine Kontroverse mit dem Reichskanzler wesentlich übertrieben und man scheine dort auch nicht zu ahnen, mit welcher Herzlichkeit die Räumungsverhandlungen geführt würden. Er selbst, schloß Briand , sei sehr zuversichtlich und hoffe, daß er nur noch 6 Tage in Genf zu bleiben branche.
Es fehlen 14 von 60.
Güdamerika hält sich vom Kellogg Paft zurüd.
Washington, 15. September.
Die spanische Regierung hat das Staatsdepartement davon in Kenntnis gefeßt, daß sie beabsichtige, dem Kellogg Patt beizutreten. Einer offiziellen Mitteilung zufolge sind auf die vom Staatsdepartement ergangenen Einladungen bisher von folgenden Staaten noch keine Antworten eingelaufen: Afghanistan , Argentinien , Brafilien, Chile , Ecuador , Kolumbien , Island , Merito, Norwegen , Paraguay , Perfien, Salvador, Siam und Ungarn .
Ein Hilferuf Trotzkis.
Ohne Lebensmittel.
Schwere Bluttat eines Einbrechers
Selbstmord des Zäters.
Jm Hause Badstraße 63, im Norden Berlins , wurde heute vor-| Baffanten und Bauarbeiter der U- Bahn aufmerksam, die mittag ein schweres Berbrechen verübt. In die Wohnung fofort nach oben eilten. Die große Verwirrung wollte der Räuber des im ersten Stodwert wohnenden Zigarrengroßhändlers Ostar benußen, um zu flüchten. Er jagte die Treppe hinunter und lief, Selger drang ein mit Gefichtsmaste und Pistole bewaffneter von mehreren Bauarbeitern verfolgt, in das Nebenhaus hinein. Er eilte dort die Treppe des Seitenflügels hinauf, offenbar um zu Einbrecher ein und streckte die Hausangestellte und ein zweijähriges versuchen, eine Möglichkeit zur Flucht über die Dächer zu Kind durch mehrere Schüffe nieder. finden. Die Bodentür mar aber verschlossen, und ehe es ihm gelang, die Tür gewaltsam zu öffnen, waren die Verfolger schon heran. Jeder Rüdzug war ihm abgeschnitten.
Der Täter ergriff darauf die Flucht, fonnte aber nach furzer aufregender Jagd auf dem Boden des Nebenhauses gestellt werden. Bevor man ihn ergreifen fonnte, jagte er sich eine Kugel in den Kopf.
Zu dem Verbrechen wird mitgeteilt: Im Hause Badstraße 63 hat der Bigarrengroßhändler Ostar Selzer einen Baden und im ersten Stockwert eine größere Wohnung. Die Familie besteht aus dem Ehepaar Selzer sowie einem 9 und 2jährigen Kinde. Den Haushalt versieht die 28jährige Hausangestellte Frieda Kirch.
Heute früh gegen 10 Uhr begab fich das Selzersche Ehepaar aus Anlaß des jüdischen Neujahrsfestes zum Tempel nach der Prinzenallee. Die beiden Kinder und das Mädchen blieben allein in der Wohnung zurück. Gegen 10 Uhr flingelte es, und das neunjährige Rind öffnete. Ein Mann trat ein und jagte. daß er vom Bater geschickt worden sei, um das Gebetbuch zu holen. Blitzschnell schloß der Unbekannte darauf die Wohnungstür hinter fich und rief den Kindern zu, sich ganz ruhig zu verhalten, da er sonst schießen würde. Dabei zog sich der Eindringling, der an den Händen lange Motorradfahrerhandschuhe trug, eine fdh marze Halb. maste über das Gesicht und riß aus der Tasche eine Pistole hervor. Das alles spielte sich in wenigen Sekunden ab. Die zu Tode erschreckten Rinder versuchten laut schreiend vom Flur in die Küche zu eilen. Der Räuber, der dadurch seine Entdeckung fürchtete, feuerte jetzt einen Schuß ab, von dem der 2jährige Mar Selzer in die Weichteile getroffen wurde. Auf die Detonation des Schuffes hin eilte die Hausangestellte, die in der Küche beschäftigt war, herbei. Als fie die Tür qufriß, sah sie sich dem Eindringling mit erhobener Waffe gegenüber. Er gab auf die Frau einen weiteren Schuß ab, und in die Brust getroffen, sank sie blutüberströmt zu Boden. Dem anderen Kind war es inzwischen gelungen, zum Fenster zu eilen. Durch die Hilteschreis wurden
Mittlerweile war das Ueberfallfommando am. Tat ort eingetroffen. Die Beamten eilten mit entsicherter Waffe nach oben. Plöglich frachte ein Schuß. Als die Beamten die Bodentreppe erreicht hatten, fanden sie den Flüchtigen mit durchschosfener Schläfe daliegen. Neben ihm lag die Mehrladepistole und die schwarze Falbmaske. An den Händen hatte er noch die ledernen Autohandschuhe. Der Verbrecher sowie die schwerverletzte Hausangestellte und der zweijährige Mar Selzer wurden zur naheliegenden Rettungsstelle 10 in der Badstraße gebracht. Der Arzt ordnete nach Anlegung von Notverbänden die sofortige leberführung der Verletzten ins Krankenhaus an. Frieda Kirch wurde durch einen Wagen des Rettungsamtes in das Virchow Krankenhaus gebracht, wo sie mit einem Brust
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schuß in sehr bedentlichem Zustande daniederliegt. Das Kind fand im Kinderkrankenhaus in der Egerzierstraße Aufnahme.
Der Täter wurde als Polizeigefangener in hoffnungslosem Zustande in das Staatsfrankenhaus in der Scharnhorststraße gebracht. Die Erregung der Bevölkerung über die Bluttat war derart, daß die Polizei Mühe hatte, den schwerverletzten Berbrecher vor einer Lynchjuffiz zu schüßen. Seine Personalien konnten noch nicht festgestellt werden.
Nach den bisherigen Ermittlungen scheint der Raubüberfall von längerer Hand vorbereitet zu sein. Der Täter war scheinbar mit den Verhältnissen genau vertraut und wußte, daß die Eheleute Selzer den Tempel am Vormittag aufsuchen würden. Offenbar hat der Täter nicht mit der Hausangestellten gerechnet, die er vielleicht nicht in der Wohnung vermutete.
Wie wir furz vor Redaktionsschluß erfahren, ist der Täfer heute mittag geftorben.
Die Gefretärin des Richters.
Vom Stinnes- Freund bestochen.
Wie wir meldeten, wurde die Sekretärin des Direktor Hirsch hatte es verstanden, sich an die Angestellte des Untersuchungsrichters, Landgerichtsrats Brühl, in der letzten Woche ihres Postens enthoben, weil der Verdacht besteht, daß durch sie Mitteilungen über den Stand des Verfahrens, über Aussagen der Angeschuldigten und der Zeugen an dritte Personen gelangt seien. Wie jest bekannt wird, ist es der am Donnerstag verhaftete Direktor Leo Hirsch ge= Donnerstag verhaftete Direktor Leo Hirsch gewesen, der versucht hat, die Sekretärin zu bestechen.
Die
Hirsch ist über den Fall berits vernommen worden, und es ist wahrscheinlich, daß gegen ihn ein Verfahren wegen Be: ste chung oder versuchter Bestechung eingeleitet wird. Sekretärin hatte in ihren Bernehmungen vor Staatsanwaltschaftsrat Zimmermann bereits zugegeben, daß ihr von einem Herrn ein Angebot gemacht worden war, sie solle
gegen eine einffweilige Zahlung von 5000 Mart ihm Informationen über den Stand des Verfahrens liefern, und sie hatte weiter zugegeben, daß ihr für später noch eine größere Geldsumme als Belohnung in Aussicht gestellt. morden sei.
v. Winterfeld und Eichler gestartet.
Heufe miffag erfolgte ohne Zwischenfall der Start der beiden Lufthansaflieger v. Winterfeld und Eichler und Eichler auf dem 20- P S.- lemm- Daimler- Sportflugzeug
Untersuchungsrichters heranzumachen, um von ihr die Nachrichten zu erhalten, die ihm und dem ganzen in die Kriegsanleihe. schiebungen vermidelten Personenfreis natürlich von größtem Nutzen sein mußten. Hirsch konnte seinen Plan um so leichter ausführen, als er schon vor mehreren Wochen als 3euge durch Landgerichtsrat Brühl vernommen worden war. Bei diesen Berhören hatte die Sekretärin das Protokoll aufzunehmen. Hirsch hat nach Dienstschluß die Angestellte vor dem Kriminalgericht erwartet und es verstanden, sie dazu zu veranlassen, ihn in feiner Wohnung zu besuchen, wo er ihr die finanziellen Vorschläge machte. Hirsch, der heute nicht mehr Zeuge, sondern An= geschuldigter ist, versucht jetzt der Angelegenheit eine mög= lichst harmlose Darstellung zu geben. Die Unter suchungen der Behörde erstrecken sich in erster Linie darauf, fest
zustellen,
für wen Hirsch die Informationen haben wollte. Für ihn selbst fonnten sie nicht von erheblichem Wert sein, da er aus der Art der Fragestellung des Untersuchungsrichters ohne große Mühe entnehmen konnte, ob ihm selbst aus dem angeschnittenen Rompleg Gefahr drohe oder nicht.
sportlich sehr interessantes Unternehmen beurlaubt sind, wollten bereits heute nacht bei ihrem Versuch, sich um den HindenburgBotal zu bewerben, starten, doch war die Wetterlage zu schlecht, so daß man sich entschloß, bis zum Sonnabend mittag zu marten. Eichler und v. Winterfeld hoffen ohne 3mischenlandung zunächst Mostau zu erreichen, vorausgesetzt, daß der stellenweise ziemlich heftige Ost wind ihnen nicht einen Strich durch die Rechnung
Die beiden Piloten, die von der Deutschen Lufthansa für ihr macht und sie zur Nachfüllung der Betriebsstoffe vorzeitig zum
Achtunddreißig und eine.
Nach der Statist. Correfp." tommen auf jede leerstehende Wohnung 38 wohnunge fuchende Familien
Hier ist eine Wohnung zu vermieten
Paris , 15. September. Dem„ Mafin " wird aus Moskau gemeldet, daß es Trohki, der in dem Gebirgsort Wjernni, zwischen Chinesisch- Turkestan und der Mongolei , 200 Kilometer von der nächsten Eisenbahnlinie entfernt, fich aufhält, fürzlich gelungen fei, dem früheren ruffischen Botschafter in Paris , Rafowifi, der in Astrachan am Kafpischen Meer im Egil lebt, Nachricht zukommen zu laffen. Trokki bitte seine Freunde um Hilfe und erkläre, die politische Polizei wolle seinen Iod. Man habe ihn mehrere Tage nicht mit Cebensmitteln versorgt, und vor einiger Zeit hätten Rofgardiffen aus einem Bersted heraus sein Haus beschossen, worauf er und fein Sohn mit Jagdgewehren das Feuer erwidert hätten. Als diese Borfälle in Moskau bekannt wurden, hätten die Behörden sie zwar nicht dementiert, aber das Attentat als eine Affion einzelner hingestellt und die Einleitung einer Untersuchung angekündigt. 2m 28. Auguft seien 33 Mitglieder der Opposition und Der Hausbefizer:" Nun noch freie Mietszinsbildung, lieber Am Freunde Trohkis verhaftet worden. Gott , und das Paradies auf Erden ist da!"
Landen zwingt. Bon Moskau soll die Fahrt dann über Kajan und den Ural gehen. Die beiden Flieger hoffen, bis Totip zu gelangen.
Ozeanflug Amerifa- Rom begonnen. New York , 15. September.
im 4.30 Uhr Lokalzeit ist das Flugzeug" Roma", mit dem der Flieger Williams und der italienische Flieger Cesare Sa. belli ohne Zwischenlandung von Amerika nach Rom fliegen will, auf dem Flugplatz Hartford im Staate Connecticut aufgeftiegen.
Eine erfreuliche Berichtigung.
„ Die Austauschfinder im Reichstag."
Zu unserem Auffah in Nr. 422, der unter dem Titel„ Die Aus tauschtinder im Reichstag " über die Besichtigungen der Berliner Sehenswürdigkeiten durch die französischen Austauschfinder berichtete, erfahren wir, daß auch die Stadt Paris für 85 deutsche Schüler, die auf das freundlichste empfangen wurden, Führungen durch die französische Hauptstadt veranstaltet hätte. Alle Teilnehmer haben sich mit großer Zufriedenheit über den Empfang in Paris ausgesprochen.
Alle Schüler haben sich für die schönen Tage auf das herzfichste bedankt und waren des Robes voll über die Bemühungen der Stadt Berlin . Das bezeugt diese Dantadresse:
Im Namen aller Schüler des deutsch - französischen Schüleraustausches sprechen wir unseren herzlichsten Dant aus für die fröhlichen Stunden, die uns bereitet wurden. Bir haben von Herzen den Bunsch, daß alle Deutschen und Fran. 3ofen auch fo gute Freunde werden, wie wir Austausch. schüler es geworden sind."
Inzwischen sind unsere Gäste in Paris wieder eingetroffen. Der französische Präsident des Komitees für den Schüleraustausch erklärte, daß die Schüler und Schülerinnen von ihrem Aufenthalt in
Berlin geradezu begeistert seien. Im nächsten Jahre würden 500 Shultinder nach Berlin geschickt werden.