Bum Korruptionsgefchrei der Thälmann - Partei.
Wir werden um Abdrud der folgenden Erklärungen gebeten:
Die Rote Fahne " hat in ihrer Ausgabe vom 30. September ( r. 231) einen Artikel veröffentlicht, der die Ueberschrift trug: 15000 m. Geburtstagsgeschent" der Arbeiter bant an Leipart. Korruption der reformistischen Gemertschaftsführer." Die in diesem Artikel aufgestellten Behauptungen find dann in einem weiteren Artifel ber Roten Fahne" in ihrer Ausgabe vom 2. Oktober( Nr. 232) wiederholt worden. Diese Artikel reihen sich den bisherigen Versuchen der tommunistischen Bresse, die Führer der deutschen Gewerkschaften und bie Leitung der Arbeiterbank in den Augen der Arbeiterschaft herab. zulegen, würdig an. Auf die Hezkampagne dieser Journaille, die bor teiner Berleumbung, vor feiner bewußten Lüge und vor feiner tendenziösen Verdrehung der Tatsachen zurückschredt, einzugehen, berbietet die Würde der angegriffenen Persönlichkeiten. Es fann nur die Aufgabe sein, den Sachverhalt flarzustellen.
Der Finanzausschuß der Arbeiterbant, der am 2. Ottober in Abwesenheit seines Borsitzenden Theodor Leipart und des Direktors Der Arbeiterbant Heinrich Bachem zusammentrat, hat sich daher begnügt, folgende Feststellungen zur Sache zu machen:
1. Der Finanzausschuß der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. hat im Mai 1927 in Abwesenheit seines Bor figenden Theodor Leipart und ohne sein Vorwissen beschlossen, ihm zu feinem 60. Geburtstage ein Grundstüd als Ehrengabe zu stiften. Die Anregung zu diesem Geschent ist nicht von der Bankleitung, zu der damals auch der im Mai 1928 aus der Bankleitung ausgefchiedene Direttor Bern Meŋer gehörte, ausgegangen, sondern von Mitgliedern bes Finanzausschusses. Die Bantleitung, die im Finanzausschuß nur Borschlagsrecht und tein Stimmrecht hat, hatte einen anderen Borschlag gemacht.
Der Finanzausschuß war von dem Gedanten geleitet, Leipart für seine große durch Jahre hindurch ohne Entschädigung für die Ban! geleistete Arbeit durch diese Ehrengabe seine Dankbarkeit zu bezeugen. Er stand mit seinem Wunsch nicht allein. Auch eine Reihe von Bewertschaften haben den Führer der deutschen Gemertschaftsbewegung, der seit Jahrzehnten seine ganze Kraft an leitender Stelle in den Dienst der Sache gestellt hat, burch Geschente geehrt. Der Wunsch, die Verdienste ihrer Führer zu ehren, entspricht den beften Traditionen einer großen Bewegung. Der Finanzausschuß der Arbeiterbant, wie die Berbände, haben aus diesem Geiste heraus
gehandelt.
2. Der für das Grundstüd gezahlte Preis reicht bei weitem nicht an die von der ,, Roten Fahne" genannte Summe heran. Die„ vor. nehme Billa ", die sich Leipart auf eigene Kosten auf diesem Grundstück bauen ließ, ist ein einfaches Siedlungshaus mit fünf Simmern. 3. Der Aufsichtsrat der Arbeiterbant hat übrigens in den legten Monaten beschlossen, seinem Vorfizenden für die überaus mühevolle Arbeit an der Spitze dieses Arbeiterunternehmens eine laufende Entschädigung zu zahlen, die allerdings in feinem Berhältnis zu den Entschädigungen steht, die für die gleiche Arbeit im Aufsichtsrat privatfapitalistischer Unternehmungen gezahlt wird. 4. Theodor Leipart ist als Borfizender des Aufsichtsrates der Arbeiterbant auch Mitglied des Aufsichtsrates der Hannoverschen Bodenfredibant, an der die Arbeiterbant beteiligt ist. Für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat dieser Bant erhält er feinerlei Enffchäbi. gungen. Es ist daher unwahr, daß die Tantieme, die er angeblich aus diefer Stellung bezieht, fein Gehalt alljährlich verbessert.
5. Die Behauptung der Roten Fahne", daß der Direktor der oelterbant Bachem auf die Julliative Deiparts Direktor der Bank geworden fet, ist eine Lüge. Herr Direktor Bacham ist non anderen Mitgliedern des Aufsichtsrates in Borschlag gebracht und vom ge
famien affichtsrat gewählt worden.
Auf die übrigen Behauptungen ber„ Roten Fahne", durch die or Mur frühere Enthüllungen aufgewärmt werden, einzugehen, er übrigt fich..
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Be: lin, den 2. Oftober 1928.
Der Jinanzausschuß der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G.
Die Angriffe gegen den Kollegen Leipart haben durch die vor. angehende Erflärung der Mitglieber bes Finanzausschusses der rbeiterbant ihre volle Erledigung gefunden. Der Borstand des ne gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat nach alledem lebig Ilch folgendes zu sagen:
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Er ist an den Beschlüssen der Instanzen der Bant ganz unbeteiligt und hat genau wie der Kollege Leipart erst an beffen 60. Geburtstage davon Kenntnis erhalten, daß die Bant dem Kolle3 Pelpart eine Ehrengabe stiftete, deren Wert von der„ Roten Jahne" bedeutend überschäßt wird.
Jedes Borstandsmitglied tennt die Arbeitsleistung des Kollegen Leipart bei der Gründung und Verwaltung der Bank und weiß, wie außerordentlich umfangreich sie ist
Jede Bank entschädigt den Borsigenden ihres Aufsichtsrates. Rollege Beipari hat mis ade Aufsichtsratsmitglieder für feine jahre De lange, zeitraubende und aufreibende Tätigkeit teine Bergütung er halten. Die Mitglieder des Bundesvorstandes haben deshalb das Gefchent lediglich als das betrachten fönnen, was es iſt: eine beachträgliche Anerkennung für eine jahrelange, außerordentlich müheholle Arbeit. Die Mitglieder des Borstandes haben das begrüßt, mie fie es meiter begrüßen, daß der Aufsichtsrat ber Bant eine laufende Entschädigung für seinen Borsigenden feftfeßte. Dabei ist fich ber Borstand darin einig, daß die Leistungen des Kollegen Reipart für die Arbeiterbant mit einer Entschädigung überhaupt nicht abzu gelten find.
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Berlin, den 2. Oftober 1928.
Der Borfland
Die Neuwahl der Geesthachter Bürgervertreter, die am Sonntag infolge ter Unruhen nicht durchgeführt werden fonnte, wird am Sonntag, dem 7. Oftober wiederholt. Für ausreichenden polizeilichen Schuß ist gesorgt.
Die Strafrechtsreform. Der Reichstagsausfäuß für die Strafe rechtsreform wird am 9. Oftober feine Arbeiten wieder aufnehmen. ie Reichsjuſtizminifter Rod Beier hat die Führer der Stoalitionspartelen ch für Mittwoch nochmittag zu einer Besprechung eingeladen, in der die Fragen der Strafrechtsreform behandelt werden sollen.
7.
1:
Ein Engländer fchichte bem Schaktanzler Churchill anonym. 5000 fund freiwilligen Beitrag, ber zur Einlösung von Kriegsschulb Derwendet wird. Wo bleibt der Batriotismus der deutschen Großtapitalisten?
Der Dänenpring in der Trembenlegion. Bring age von Danemart, feit fechs Jahren Offizier in der franzöfifchen Fremden Tegion, ist zum Mitglied des Generalstabes für die französischen Truppen in Marotto ernannt worden. Er hat sich besonders in den Rampfen gegen Abb.el krim ausgezeichnet.
Der Anleiheschieber.
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Angefchuldigter, Sie haben Reubesih als Altbesih angegeben. Sind Sie schon einschlägig vorbestraft?" „ Einschlägig nicht, Herr Richter, eher gegenteilig!"
Neue Anzüge!
Fahrwerd völlig neu
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Was heißt das: gegenteilig?" Na- früher bin ich wegen Betruges bestraft worden, weil ich Alt besitz für neu verkauft habe!"
Landtag und Kommunalwahlen.
Noch feine Einigung der Parteien. - Klärung im Gemeindeausschuß.
Der Landtag trat gestern nach der Sommerpause zu einer Herbsttagung zusammen, deren Hauptzwed bie endgültige Entscheidung über den Termin der Kommunalwahlen ist. Eine Einigung unter den Parteien darüber ist bisher noch nicht erfolgt. Der preußische Innenminister hat bekanntlich mit Zustimmung des Kabinetts dem Landtag eine Vorlage unterbreitet, derzufolge a m 2. Dezember gemeinsam Gemeindewahlen, Kreistags und Provinziallandtagswahlen stattfinden sollen.
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Die Boriage über die Gemeindewahlen ist an den Ge. meindeausschuß gegangen, und man wünscht allerseits rasche Arbeit, um den Landtag nicht unnüt lange zusammenhalten gu müffen. Man möchte möglichst noch in dieser Woche eine flare Entscheidung herbeiführen.
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Der Landtag erledigte deshalb heute in fleißiger Arbeit nod eine lange Liste kleiner, zum Teil recht wichtiger Borlagen. Go bewilligte er zum Beispiel 3,4 Millionen Mart für den Ausba der Fischereihäfen.
Die gestrige erste Lesung dieser Vorlage im Landtag ergab, daß für diese Vorlage flar und unbedingt nur Sozialbemo Auf der Tagesordnung der Mittwochsizung stehen die Rotvertraten und Kommunisten eintreten. Die Demotratenordnungen über die Berlängerung der Grundvermögenssteuer, bie möchten am liebsten alle Wahlen auf das nächste Frühjahr der Geschäftsberichte der preußischen staatlichen Gesellschaften im Bergschoben sehen. Das 3entrum ist bereit, die Kommunalwahlen bau und in der Elektro- Industrie und die Große Anfrage über den am 2.. Dezember stattfinden zu lassen, lehnt aber die gleichzeitige Erwerb der Aftien des Scheuer- Konzerns( Mühlenindustrie) Surdy Vornahme der Kreise und Provinzwahlen ab. Ebenso die die staatliche Breußentaffe. Deutschnationalen und die verschiedenen Sorten der Bölfischen. Noch unentschieden ist die Bollspartel
Es ist nicht unmöglich, daß in der Ausschußberatung De motraten und Bolfspartei und auch die Wirtschaftspartei sich noch dem sozialdemokratischen Standpunkt anschließen. Sabenfalls er tlärte der Innenminister, daß die Regierung eine aneitere hinausschiebung ber Gemeindewahlen nicht zulaffen fönne. Die Begründung bieſes Giandpunties liegt nor allem in den beiden Tatsachen, die Genofle Saas( Rain) als Rebner ber Fraktion start unterstrichen hat, daß nach der Auflösung der Guts bezirke deren Einwohnern auch möglichst balb bie praktische Gelegenheit zur Ausübung des neu gewonnenen Gemeindewahlrechts gegeben werden muß und daß die gegenwärtigen Gemeindeparta. mente, gemählt am 4. Mai 1924, reichlich überaltert und durch den Wechsel der Boltsstimmung überholt sind..
Dazu kommt, daß gegenwärtig durch das Sperrgefeß, das für die Ergänzungsmahlen zum Magistrat 3meidrittelmehrheit vor vielfach unmöglich ist; ein Zustand, ben man natürlich nicht un schreibt, eine ordnungsmäßige Ergänzung der Stadtverwaltungen begrenzt lange andauern laffen darf. Die Gemeindewahlen müffen also schleunigft durchgeführt werden, und daß es prattich ist, bie Kreis und Provinzialwahlen gleich mit zu erledigen, anstatt übers Jahr mit neuen Kosten einen neuen Wahlfeldzug zu führen und bie Entscheidung dem Zufall schwacher Wahlbeteiligung zu überlaffen, liegt klar auf der Hand.
Wiederaufbau der Dänenbant. Beteiligung schwedischen und amerikanischen Kapitals.
Die dänische Großbant Brivatbanten, die nach ihrem plötzlichen Zusammenbruch am Freitag vor dem Anfirm ihrer Run ben ihre Staffenschalter schließen mußte, wird ihren Betrieb heute mieber eröffnen. Durch die Beteiligung schmedischer Banten und amerikanischen Kapitals ist der Wiederaufbau des zusammen. gebrochenen Instituts gesichert.
Die Sanierung wird in der Weise erfolgen, daß das Kapibal von 60 auf 12 Millionen, alfo auf 20 Broz feines bisherigen Standes, herabgesezt und um 28 millionen Kronen wieder erhöht wird. An dem Bieberaufbau beteiligen sich in erster Linie schwe dische Banten, darunter die Stocholmer Enskilda- Bant, die New Yorker Guaranty Trust Company und auch die Londoner Hambros- Bant, die zusammen 25 Millionen Kronen neues Artien fapital zeichnen werden. Infolge des Zusammenbruchs find zwei der leitenden Direktoren zurüdgetreten, die feinerzeit auch für die Berlufte der Privatbanken A. G. " bei der Aarhus - Del- Gesellschaft und
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Um die Volksbühne.
Bollständiges Fiasto der tommunistischen Quertreiber. in den Mitgliederversammlungen.
Die Mitgliederversammlungen der Bolfsbühne, die gestern abend in fünf Botalen stattfanden, haben den Rommunisten eine schwere Enttäuschung gebracht. Die Verhandlungen ver liefen durchweg friedlich. Bon der angekündigten Oppofition war nicht viel zu spüren. Bei den Wablen zur Delegierten. versammlung errangen die von dem alten Mitglieder: stamm aufgestellten Kandidaten die überwältigende ma
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Der efteftenrat beschloß, den Borschlag, am Donnerstag bis Ende der Woche eine Pause eintreten zu lassen, damit der Aus: schuß über das Kommunalwahlgesetz beraten tann, fallenzulassen und diese Woche durchzutagen. Die Ausschußberatungen über das Kommunalwahlgefet sollen noch in dieser Woche in Abendsigungen erlebigt werden. Man höfft, bis Sonnabend mit dem vorliegen ben Beratungsstoff fertig zu werden. Es ist aber nicht ausgefchloffen, daß noch in ber tommenben Wochen einige Sigungs tage angelegt werden. Die Entscheidung der Frage hängt banon ab, wie die Beratungen über das Kommunalwahlgesetz fich geftatten.
Im übrigen wird der Landtag in dieser Zeit neben kleineren Borlagen einen oder zwei Schmerinstage abhalten, um eine Reihe von Anträgen zu erledigen. Boraussichtlich wird es dabei auch zu einer Besprechung der Angelegenheit über die Berfaffungsfeier in der Werner- Siemens- Schule fommen.
Nach Erledigung des Beratungsstoffes Ende dieser oder Anfang nächster Woche will man sich dann im Plenum bis zum 4. No. Dember vertagen. Bom 5. bis 8. november follen weitere Plenarsizungen abgehalten werden. Ueber die endgültige Festschung des Beratungsabschnittes vor Weihnachten, in dem die erste Lesung des Haushaltes als Hauptgegenstand zur Beratung stehen wird, will der Aeltestenrat noch später befinden.
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Susammenbruch der Teutonia- Del- Fabriten verantwortlich maren. Auch mehrere dänische Banken und zwei Kopenhagenver Sparfaffen werden sich an der Zeichnung auf das neue Aktienkapital ber Privatbanten beteiligen. Dagegen wird die dänische Regierung, die durch den Zusammenbruch in eine überraschenbe Krife gestürzt wurde, unter allen Umständen an ihrem bisherigen Standpunkt, für den dänischen Staat tein neues Risiko zu übernehmen, festhalten.
Schwere Bergwerksexplosion.
Bubabeft, 2. Oftober. Nach einer Privatmeldung des Pester Lloyd" aus ofia hat sich heute im Bergwert Ita Tepe in der Nähe von Philippopel eine schwere Explosion ereignet, die auch in der Stadt Philippopel wahr. genommen wurde und dort eine große Banit herbor gerufen hat, da von der Gewalt der Explosion hochgeschleuderte Steine bis in die Straßen flogen, wo eine Frau und ein Rinb getötet und mehrere Berfonen verwundet wurden. Lu
Die Explosion, über beren Umfang und Ursache bis fcht leine Nachrichten borliegen, wird mit ber grohen he in Verbindung gebracht, die seit einigen Tagen in Bulgarien herrscht. So wurden gestern in Tatar Pazardschik 37 Grab Celfins im Schatten gemeffen.