Einzelbild herunterladen
 
  

Die Hochschule der Liebe".

Eine Abhandlung über Dinge, die viele auch ohne Literatur zu begreifen pflegen, führte den Schriftleiter einer Wochenschrift, Edgar Schulz, in Moabit vor den Staatsanwalt. Gleichzeitig galt als gra­Dierenbes Material gegen den Angeklagten ein von dem Genannten verfaßtes Handbüchlein ,, Hochschule für Liebeskultur", dem die frags liche Stelle entnommen war. Der Staatsanwalt hatte mit seiner| Anflage feine glückliche Hand; doch kann man darüber streiten, ob es die richtige Form ist, die der Angeklagte und fein Verleger in diefer mit vielen Nuditäten geschmückten Zeitschrift gewählt haben, auf­flärend und erzieherisch in der Segualnot dieser Zeit zu wirken. Die Oberprüfstelle für Schund- und Schmußschriften verneinte es, das milde gestimmte Gericht attestierte dem Angeklagten die Scuberfeit. Wir haben feinen Grund, für diese Art von Lite­ratur, die mir als höchst überflüssig erachten, einzutreten. Vor allen Dingen halten wir es für durchaus abwegig, wenn eine Reihe Bissenschaftler der Zerrüttung von Ehen dadurch begegnen wollen, daß sie eine schul- oder lehrmäßige Unterweisung veranschaulichen. Kämpfen befannte Serialforscher gegen das höchst überflüssige Schund- und Schmutzgesetz, so wärmen sich wiederum andere ihre Suppe daran. Bährend der Staatsanwalt für jeden Fall der ver­schiedenen Untermeijungen 1000 Mart Geldstrafe diftierte, was immerhin ein erfledliches Sümmchen ausgemacht hätte, sprach das Gericht den Angeflagten frei. Jubiläumsfeier für Arno Nadel .

Die Berliner 3ionistische Vereinigung veranstaltete anläßlich des 50. Geburtstages Arno Nadels eine Feier in der Loge in der Meiststraße, um den Lyriter, Dramatiker, Maler und Kom­ponisten auch als Juden zu würdigen. Der Bortrag Kerrs im Rundfunt über Rabel den Myftifer wurde leider nicht übertragen, statt dessen sprachen Dr. Hildesheimer und Felix Stößin ger über Nabel als Mensch und Dihter. Der vielseitige Künstler hat seine eigene Art, Dinge zu sehen, Schicksale zu leben, zu laiden und zu überwinden, alles Schaffen geht bei ihm von derselben Welt­

Aus der Partei.

Gedenkt des Schandgesetzes!

Eine Festschrift zum 21. Oftober, die der Parteiverlag Auf 16 Seiten hat der bekannte Genosse Kampffmeyer histo­J. H. W. Diez Nachf., Berlin , herausgebracht hat, liegt jetzt vor. rische Denkwürdigkeiten in Wort und Schrift verewigt. Abdrucke zahlreicher zum Teil noch unbekannter Dokumente und viele Bilder hervorragender Kämpfer der damaligen Zeit geben der auch technisch bestens ausgestatteten Gedenknummer das Gepräge. In besonderen Kapiteln wird weiter die damals als Geheimorganisation" be­Es ist zu stehende sozialdemokratische Bewegung geschildert. wünschen, daß recht viele Exemplare dieser eindrucksvollen Gedenk­schrift in den weitesten Kreisen, vor allem unter der heranwachsenden Generation Berbreitung finden. Preis 25 Pf.

Karl Sperta, einer der Senioren der württembergischen Sozial­demokratie, vollendete am 6. Oktober in geistiger und körperlicher Frische sein 75. Lebensjahr. Er ist in Breslau geboren, nahm vor nunmehr 45 Jahren seinen Wohnsiz in Württemberg. Hier hat der junge Handschuhmacher unter dem damals geltenden Ausnahme­gesetz sich trefflich in der Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung be­währt. Das Vertrauen der Genossen berief ihn bald an die Spize der Landesorganisation, die er viele Jahre leitete. Im Jahre 1901 wurde er in den Stuttgarter Gemeinderat gewählt, dem er 22 Jahre lang angehörte. 1903 wurde er im Wahlkreis Maulbronn in den Reichstag und 1912 auch in den mürttembergischen Landtag gewählt. Der Krieg hat die von ihm errichtete und namentlich an das Aus­land verkaufende Handschuhfabrik und damit auch seine Eristenz zerstört. Aber die Anerkennung der Parteigenossen für seine jahr zehntelange aufopfernde Arbeit, die aus der württembergischen Parteigeschichte gar nicht wegzudenten ist, hat ihm geholfen, über die schweren Jahre hinwegzukommen. Wir wünschen ihm noch einen schönen und erfreulichen Lebensabend.

Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Westen. Bezirksversamm lung sowie Lichtbildervortrag am Dienstag, 9. Oftober, 20 Uhr, im Zahn ärztehaus, Bülowstraße 104.

Freie Hochschule Berlin , E. B. Am kommenden Donnerstag beginnt Prof. Friedenthal um 19 Uhr, Inselstraße 2, seine Vortragsreihe: Raffen, Bölfer, Rulturtreife" mit Lichtbildern, um 20 Uhr folgt der Kursus Bolts­

fort und Gesundheitsgymnastik für Berufstätige".( Dr. Schulte mit verschiede

nen Dozenten.) Ferner beginnen Donnerstags und Freitags zahlreiche Sprach furse und Fachkurse. Alles Nähere im Vorlesungsverzeichnis, das kostenlos in den Buchhandlungen, in den Kaufhäusern Wertheim und Tich, Kaufhaus des

Bestens und im Hauptbureau Georgenstraße 46a zu haben ift.

Berband der Reichsdeutschen aus Rußland c. B. Montag, 15. Oktober, 19 Uhr, Schubert- Konzertfäle, Bülowstraße 104( am Nollendorfplag), mona liche Mitgliederversammlung. Gäste, Geschädigte aus Rußland , find willkommen. Rosmosfreunde", Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Groß- Berlin, G. 59, Müllenhoffstraße 6. Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, im Rosenthaler Hof" Rosenthaler Straße 11-12, Lichtbildervortrag des Herrn Oberbegrats Ertel über: Entstehung, Vorkommen, Gewinnung und Verwendung des Steinsalzes". Eintitt frei. Gäste willkommen.

Modenschau der Deutschen Modenindustrie.

--

Anläßlich der Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger veranstaltete der Reichsverband der deutschen Mode- Industrie im Hotel Kaiserhof für den weiblichen Teil der Gäste eine Modenschau. Diese Veranstaltung, an der sich eine ganze Reihe führender Modehäuser Berlins wie Gerson, Drocoll, Prager Hausdorff usw, beteiligten, stellte gleichsam eine Revanche für die Aufmerksamkeit dar, die die gesamte deutsche Presse der Mode in ihrer Eigenschaft als wichtiger wirtschaftlicher und fultureller Fattor entgegenbringt. Die vorgeführten Neuheiten wurden von dem überaus zahlreich erschienenen Publikum mit viel Beifall auf­genommen und mit freudiger Genugtuung stellte man fest, daß die Mode der ewigen" Backfische wenigstens für die kommende Saison vom Schauplatz verschwand, um einem individuelleren, dezenten, also damenhafteren Modebild Platz zu machen. Die Kleiderlänge weist wieder normale Maße auf, die bevorzugte Farbe besonders für den Abend ist schwarz, die Verarbeitung der Kleider und Mäntel vornehm und schlicht. Auf daß der fröhliche Uebermut aber nicht ganz zu Grabe getragen werde, klemmt sich, wer den absoluten Drang hierzu verspürt, einen ausgewachsenen Leopardenbaby- Ersatz zwischen den Arm.

-

-

-

anjchauung, bie eine tief religiöse ift, aus. Bon den vorgetragenen Vorträge, Vereine und Versammlungen. fer cams bes ereins Deufger Geide Neben den hochwertigen deutschen

Werten wirften deswegen auch die am unmittelbarsten, die sich mit jüdischen Dingen beschäftigten. Auf musikalischem Gebiete hat Arno Ratel bahnbrechendes geleistet. Um den jüdischen Gesang steht es ja bekanntlich sehr schlecht, es gibt eigentlich mur synagogale Ge­jänge. Die Boltslieder sind in der Zeit des Ghettos starf von dem Geschmad der Gaftvölfer( meist flamische) beeinflußt worden. Um die Erhaltung der vorhandenen Gesänge hat sich Nadel große Ver­dienste erworben. Die ausführenden Musiter waren ersten Ranges, die Rezitation der Gedichte wäre bei Granah freilich beffer aufge­hoben gewesen. Der anmesende Jubilar mußte sich oft bei einem begeisterten Publikum bedanten.

Eine Kleingärtnerfeier. Am legten Sonntag hatte der Bezirks verband der Kleingärtner des 16. Bezirts seine Mit­glieder nach der neu errichteten Kleingarten- Kolonie ,, Erpeta 1" bei Hirschgarten gerufen. Bon der Erkenntnis ausgehend, daß die Kleingartenbewegung noch immer in der Deffentlichkeit um ihre An­erfennung ringen muß, zeigte hier die Einweihung des Bezirks­geschäftszimmers, von welchem Ernst diese Pioniere einer großen Kulturbewegung erfaßt sind.

Leipziger 97

Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Wintersportabteilung. Mittwoch, 17. Oktober, 20 Uhr, Vortrags­abend im Bürgersaal des Berliner Rathauses, Rönigstraße. Film­porführung und Referat des Reichsjugendleiters, Rameraden Bape, Magde­ burg . Eintritt frei. Alle Kameraden nebst Angehörigen herzlich willkommen. Sonntag, 7. Ottober. Mitte. 10 Uhr, 3. Rameradschaft Generalappell bei Schilling, Rungestraße 30. Aktive Kameraden Bundeskleidung. Schöneweibe. Johannisthal . Jungbanner, Sportplaz Blenterwald, Baumschulenweg. Ab­marsch 8 Uhr Oberschöneweide , Rönigsplag. Bantaw. 10% Uhr, Jungkame raden, antreten Nordend, Haltestelle der 48. Nachzügler, Schildow. Schützenhaus. Ablershof( Sportgruppe). 9 Uhr Sandballtraining, Sportplaz Birkenallee. Montag, 8. Oktober. Mitte. Jungbanner. 20 Uhr Jugendheim, Tiedstraße. Bortrag: Schmug und Schund". Beschlußfassung über die Turnsport- und Sandballfrage. Kreuzberg . Jugend I. 20 Uhr Heimabend im Jugendheim , Yord straße 11, Zimmer 5. Jugend III. 20 Uhr Versammlung im Jugendheim , Wrangelstraße 128, Charlottenburg . Rameradschaft Rathaus. 20 Uhr Bersamm Tung im Eden palast. Ablershof( Sportgruppe). 19% Uhr Jugendheim, Rohn­ftraße, wichtige Besprechung. Dienstag, 9. Oktober. Prenzlauer Berg . Voll­verfammlung der Jungmannschaft im Altersheim, Danziger Straße 62, um 20 Uhr. 20 Uhr sämtliche Radfahrer zu wichtiger Besprechung im Altersheim. Kreuzberg . 19-22 Uhr Eportabend( Jiu- Jitsu ), Turnhalle, Gneisenauftr. 7. Wilmersdorf . 20 Uhr Versammlung im Bittoriagarten, Wilhelmsaue. Bor­trag des Rameraden Erdmannsdörfer. Pantow. 19% Uhr antreten der Jung­fameraden Marktplag, Breitestraße. Wintersportabteilung. 21 Uhr Schwimmen im Wellenbad Lunapart. Gegen Vorzeigung der Mitgliedstarte ermäßigter uferstraße 1. Sanitätsabteilung. Der Canitätsturfus des Areises Güden be­Preis, 50 Pf. Marine- Abteilung. 20 Uhr Blinken, Winken im Bootshaus Tegel , ginnt Dienstag, 9. Oktober, 20 Uhr, bei Sinze, Sebaftianstraße 1. Gleich zeitig Aufnahme neuer Kameraden zur Teilnahme. Kreuzberg . Dienstag, 9. Dt­tober, Jugend II, 20 Uhr, Versammlung bei Krepp, Planufer 75. Schöneberg­

Juwelen- Belmonte eger Str.- Uhren Friebenan, Connabend, 13. Ottober, 3. Serbstfest in den Spichernjälen. Rarlen

Königstraße 30

Silberwaren. Größte Auswahl. Höchste Qualität. Billigste Preise. Goldwaren

zum Preise von 1 M. find bei den Funktionären und in der Geschäftsstelle zu haben.

Eine interessante Ausstellung Sammet und Seide"( Natur- und Kunst­feide) veranstaltet die Firma Bertheim in ihrem Hause Leipziger Straße unter Mitwirkung des Bereins Deutscher Seidenwebereien und des Verbandes Deut reinseidenen Stoffen, deren Herstellung auf Webstühlen gezeigt wird, ist auch die beliebte Runftseide, ihrer Bedeutung entsprechend, vertreten. Man findet die fließenden schmiegsamen Stoffe und Fertigfabritate der Firma Bemberg und unter anderem von den Bereinigten Glanzstoffabriken ein neues Fabritat Belta, aus dem hervorragend schöne Herren trawatten hergestellt sind. Ber bunden hiermit ist ein großer Verkauf von Kleider- und Seidenstoffen in allen vier Geschäften der Firma. Zur Auslage kommen die legten Neuheiten in einer Auswahl wte fie faum noch übertroffen werden kann. Bei den bekannten billigen Preisen während diefer Verkäufe fällt es feiner Dame schwer, den richtigen Stoff für ihren Winterbedarf zu wählen. Der Berbegang des Halbmond- Teppichs. Jm Jahre 1880 gründete der Bebermeister Karl Wilhelm Koch zusammen mit einem Berufskollegen te Rod eine Teppichfabrit in Delsnig im Bogtland. Das von ihnen hergestellte Fa britat wurde mit dem Warenzeichen eines Halbmondes versehen und diese Marke ist eine der bedeutendsten geworden, die in der ganzen Welt ihr Absaz gebiet hat. Ursprünglich mit 30 Arbeitern in ganz befcheidenem Rahmen und mit ganz geringen Mitteln gegründet, ist dieses Wert zur größten Teppich weberei der Welt geworden, das heute etwa 3000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Der Halbmond- Teppich ist ein Fabrikat, das an Güte und Schön heit den Erzeugnissen der ganzen Welt überlegen ist. Eine übersichtliche Aus­stellung der Halbmond- Teppiche der Firma Roch u. te Rod, Delsnig und deren Fabrikationsgang veranstaltet die Firma Teppich- Bursch, Berlin C, Spandauer Straße 32, in ihren Schaufenstern, wo in übersichtlicher Form dargestellt wird, wie ein Teppich entsteht. Es wird das Rohmaterial in allen Phasen des Werdegangs gezeigt, ferner die Technik erläutert, wie dieser begehrte Teppich entsteht. Die Firma Teppich- Bursch, Berlin C., Spandauer Straße 32, als größte Abnehmerin dieses bedeutenden Teppichwertes Roch u, te Rod in Dels nig, bittet um Beachtung ihrer Ausstellung, die jedem intereffant und lehrreich sein wird.

Bei Eintritt ber falten Jahreszeit ist es im Haushalt und Geschäftsraumt wichtig, feftaustellen, ob für die richtige Heizung. Vorsorge getroffen ist. Die alte Svezialfabrik Semmler u. Blenberg A.-G., S. 14, Dresdener Straße 98 bis 100, Morigplag 9943-9946, liefert Defen in jeder Art, Größe und Ausführung zu billigsten Preisen. Amerikanische, Irische, Cade, Dauerbrand und unterhält ein sehr großes Lager. Mit mehreren Lastautos und eigenem Fuhrpark werden die Waren nach allen Vororten expediert, Lieferung auch gegen Teilzahlung.

G

A

12

S

Ta

S

It

je

tr

e

BMW

FLUGMOTOREN

LILA

HALLE I STAND 120

b

tr

fr

G

la

20

m

d

fr

21

li

10

D

ei

$

D

Sm

b