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Der Krach im Zentrum. Eine Erklärung Giegerwalds.

Unglückliche Umstände haben weitgehende Wirrung er- zeugt�, heißt es in einem Aufsatz derGermania " über den Kölner Parteitag des Zentrums. Die Wirrung geht wirklich weit, und sie wird noch dem Parteitag eher noch größer: denn jetzt beginnt man die S ch u l d f r a g e zu erörtern. Herr Steaerwald veröffentlicht eine lange Erklärung gegen Angriffe, die in der Zentrumspresse gegen ihn erfolgt sino. Die Erklärung lautet: �Gegenüber einer westdeutschen Zentrumsgertung stelle ich fol> gendes fest: Nicht ich habe in Köln die Zentrumspartei in«Ine schwierige Lage gebracht, sondern die Zentrumspartei hat umgekehrt mir metue politische Arbelt für die Zukunft außerordentlich erschwert. Nicht um dieDiktatur einer Interessentengrupp«" ging es in Köln . sondern darum, wer am ehesten imstande erschien, den weiteren Abstieg de? Zentrumspartet aufzuhalten und st« in den nächsten Jahren lniaöer zu einer geistigen, polltischen und organisatorischen Geschlossenheit zusammenzureißen. Persönlich habe ich mich in keinem Stadium um den Dorsig der Partei beworben: wahr ist vielmehr folgendes: 1. Noch dem Kasseler Parteitag vor drei Jahren hoben starke Kräfte der Partei auf mich dahingehend eingewirkt, daß ich mein« gewerkschaftlichen Wndungen drangeben und mich ausschließlich polichsch erpoirieren möchte; ich habe abgelehnt. 2. Nach dem Tode des Herrn Fehrenbach sucht« man mich wie- der nachdrücklichst zu bestimmen, den Vorsitz der Reichstagsfraktion zu übernehmen: ich Hobe abgelehnt. Z. Im letzten Frühjahr sind kurz vor dem Wahlkampf der Herr Parte! Vorsitzende Marx und der Herr Fraktionsoorsitzend« v. GuSrard hintereinander schwer erkrankt: so ist mir, ohn« mein Zutun und gegen meinen Willen, als stellvertretender Partei- und Fraktionsvorsitzender die Aufgabe zugefallen, Parteiund Fra t- tion gleichzeitig im letzten Jahre zu führen. 4. Bei Wiederzusammentritt des Reichetag» im November bat man mich erneut, die Wahl zum Fraktion su 0 rsitzenden endgültig anzunehmen. Ich lehnte wieder ob. Nach vielen Besprechungen, die sich um den Vorsitz der Fraktion u n d der Partei drehten, erklärt« ich folgendes: Die Duplizität in den letzten zehn Iahren, wonach ich auf der einen Seite stark parteipolitisch und auf der anderen Seite stark gewerkschaftlich exponiert war. lehn« ich für die Zukunft ab. Ich gehöre künftig entweder ganz den Gewerkschaften oder ganz der Partei. Expo- niere ich mich rein politisch, dann bin ich genötigt, den Vorsitz im Deutschen Gewertschaftsbund und im' Gejamtoerband der christlichen Gewerkschaften, im Slufsichtsrat der TageszeitungDer Deutsche', im Aufstchtsrat der Deutschen Boiksbank, im Aufsichtsrat de» Deut- schen Versicherungskon zerus(derbes M'.llionenunternehmungen), den Einfluß auf ,6!« große christlich« Gewerkschaftsschule in Königswinter Usw. aufzugeben. Das tl»e ach nur in dem Falle, wo ich v o r e i n« größere Aufgabe als in de? chrisllich-nationalen Arbeitnehmer- bewegung. gestellt welde. Die bloße Uebernahm« d«s Vorsitzes in der Fraktion oder die Uebernohme des e r st b e st e n Ministeriums, sind als g« r i n g« r e r Au fgo b«.» kreis efc«« dbtel;iien batte zur Konsequenz: hie Preisgabe der genannt«, Positionen in der chnst- lich-natronalen Arbmtnehmerbewegung). als der« meiner gegen» wärtigen Stellung. Die deutsche Politik im allgemeinen und dt« Zentrumspolitlk im besonderen kann ich auch dann stärker beomflussen, wenn eine große Bewegung hinter mir steht und ich nicht Vorsitzender einer Reichstagsfraktion oder überhaupt Inhaber eines Mandates bin. Nur in der gleichzeitigen Führung der Fraktion und der Partei sehe ich«lue größere Ausgab« als mein« seitherige Tätigkeit. Nur in diesem Falle bin ich bereit, meine gewerkschaftliche Führer» siellung dranzugeden, um mich dann dem polltischen irnb parlamen- tarischen Leben ausschließlich zu widmen. Diese Sachlage bildet den Hintergrund dafür, daß der Partei-

v o r st a n d mich für beide Aemter vorschlug, und daß fast alle führenden Menschen mit Namen, wie die Herren Porsch, Herold. Brauns. Wirth, Koos. Lammers, Thomas Esser, Deffauer. Heß. Hirtfiefer. Gies» berts usw., sich für mich einsetzten. Nachdem der Ausschuß der Partei(der etwa zur Hälfte aus Loamten zusammengesetzt ist), entgegen dem Vorstand. sich gegen mich ausgesprochen hatte, erklärte ich: Zetzt gibt e» keine kapilulaklon. jetzt gibt es nur eine Entscheidung lu osseuer Feldschlacht. Ueber alle diese Dinge ist dem eigenllichen Parteitag so gut wie kein Wort gesagt worden, ihm wurden lediglich die drei Namen zur Wahl vorgeschlagen. Das Verhalten des Parteitage» ist daher völlig korrekt. persönlich gekränkt hat mlch lediglich, daß uach dem voraus- gegangenen der vorstand ohne weiteres vor dem Ausschuß kapitulierte uad ia völliger Derkeuuung der Psyche der Ar- beiterschost glaubte, nunmehr au Stelle des«inen, einen aude- rcn Arbeiterführer für den parteivorsttz vorschlagen zu sollen. Die Unterstellung, daß beabsichtigt gewesen sei, eine.Arbeiter- diktatur" in der Partei ausrichten zu wollen, ist völlig falsch: ich wurde von den Arbeitern tosber zum Fraktion»-, noch zum Parte,- Vorsitzenden vorgeschlagen. Die Vorschläge sind vielmehr aus der Partei salbst herau.'gewochfen." DerDeutsch e" schrieb nach der Führerwahl in Köln : ..Die Arbeiterschaft denkt nicht daran, sich etwa in der Rolle des Enttäuschten und Gekränkten zu gefallen." Herr S t e g e r w a l d. der Aufsichtsrat desDeutschen ". wird diese Worte unterschreiben, aber es ist menschlich ver- ständlich, daß er das Bedürfnis empfindet, der Oeffentlichkeit den Ablauf der Dinge zu zeigen, um als Getäuschter nicht in der Rolle des Enttäuschten dazustehen. Herr Stegerwald schiebt sehr deutlich die Schuld dem Zentrumsvorstand zu den Parteiausschuß schiebt er mit der alles erklärenden Bemerkung beiseite, da.ß er zur Hälfte ans Beamten bestehe. Aber der Borst and hat ihn g e d r ä n g t. jahrelang gedrängt, e r hat ihn vor- geschlagen, und dann hat erkapituliert, wie Stegerwald sagt. Es ist schon vorgekommen, daß führende Zentrums- Politiker sich vom Zentrumsvorstand persönlich gekränkt' ge- fühlt und dem öffentlich Ausdruck verliehen haben dia Erklärung Stegerwald s. des Führers der christUich- nationalen Arbeiterbewegung jedoch bedeutet für das Zeu- trum einen schwerwiegenden Akt. DieGermania " offenbart, wie ernst man im Bor - stand des Zentrums die Folgen dieser Führerwahl einschätzt. Sie schreiht: Bei dieser unserer Auffassung von den Vorgängen auf der Kölner Tagung unterschätzen wlr weder dte Schwere der Entscheidung, die getroffen worden, ist, noch die Lage. in der wir uns befinden." Eine schwere Entscheidung, die in Köln getroffen worden ist«in« ernste Lage, und nun noch dte Erklärung Sieger» walds- das alles sieht nicht noch'Einigkeit und Geschlossim- heit aus. Heote Dahl des Kraktionsvorstandes. Di« Zentrumspart« de» Reichstags trat am Dienstag uach der Plenarfltzung zu einer Fraktionssitzung zusammen, die sich lediglich mit laufenden Angelegenheiten ohne besondere politische Bedeutung zur Vorbereitung für die Plenarsitzungen beschäftigt». E» wurde auch eine politisch« Aussprache über die im Zentrum schwebenden Angelegenheiten heute nicht mehr erwartet. Am Mittwoch soll wieder«ine Fraktionesitzung stattfinden. auf deren Tagesordnung die Bildung de» gesamten Frak­tionsvorstandes steht. Die vorftandswahlen waren nach der Eröffnung des neuen Reichstags wegen der Kürze der Sommer- tagung de» Reichstags verfchoben worden.

Aufstieg ht der Form eines Wettrennens geregelt wird: Wer den längsten Atem(lies: größten Geldbeutel) hat, ge- winnt." Unter allen Umständen ist zu verlangen, daß das Leistungsprinzip, das bei den freien Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten die selbstverständliche Boraus- fetzung ihrer Forderung bildet, auch bei den Beamten und Angestellten der öffentlichen Behörden in viel stärkerem Maße als bisher Beachtung findet. Damit wäre zunächst schon vieles gewonnen. Nicht die Frage nach der Vorbildung, sondernwas kann der Mensch?" muß das Primäre sein. Das gleiche gilt auch für den Besuch der höheren Fachschulen. Hier muß der Praktiker, der sich durch Selbststudium ent- sprechende Kenntnisse angeeignet hat, den im ordentlichen Schulbesuch gebildeten Schüler gleichgestellt sein. Dann wird es sich schon zeigen, wer der Tüchtigere ist. Spricht man mit den Direktoren der höberen Fortbll- dugsanstalten. so sind sie entsetzt darüber, daß durch die immer höher geschraubten Bedingungen für den Besuch ihrer Schulen ihnen das so wertvolle Schülermaterial der Praktiker mehr und mehr entzogen wird. Sie erklärten jedoch, da- gegen nicht» machen zu können, die Verordnungen kämen vom Ministerium. Die Vertreter des Ministeriums wiederum erklären, daß sie gewissermaßen von den betreffenden Standesorganisationen dazu gedrängt werden. Was bleibt also übrig, als daß unsere Vertreter in den Parlamenten endlich einmal mit aller Deutlichkeit und Gründlichkeit regelnd eingreifen. Betrachtet man die Entwicklung der Dinge im Rahmen des zurzeit'geltenden Berechtigungswesens, so ist es nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß im Hinblick auf das einstmals und angeblich auch jetzt noch erstrebte Ziel der Leistungsanerkennung wir uns allmählich von diesem Ziele immer weiter entfernen. Darüber täuschen auch Abend- gymnasien und Aufbauschulen bei aller Anerkennung ihres Schaffens nicht hinweg. Was uns nottut, ist ein stärkerer Ausbau unserer Volksschulen und eine Aufstockung unserer Berufsschulen. Das würde auch gleichzeitig eine Freimachung des Weges nach unten hin bedeuten. Viele Jugendliche, die heute in der höheren Schule oersagen oder sich schwer plagen müssen, manuell aber ganz hervorragend sind, würden dann den Weg zur praktischen Berufslehre viel ruhiger und un» bedenklicher gehen. Ihnen ist ja dann im praktischen Beruf auch der Weg nach oben offen gelassen. Außerdem ist zu er- warten, daß'dadurch die heute schon wiedyr stärker hervor- tretende geringere Einschätzung der Handarbeit endlich ein- tnal aanz aufhört. Man war sehr stolz darauf, daß im neuen Deutschland Standesprivilegien aufgehört haben. Rur das Können und die Leistungen sollten entscheiden. Ein einfacher Handwerker hat als erster Präsident die Geschicke des Reiches glücklich ge- leitet! Wir sollten nach Kräften daran festhalten und uns davor hüten, durch augenblickliche wirtschaftliche und bevölte- rungspolitische Sebwierigkeiten uns in alte, längst über- wunden geltende Methoden hineindrängen zu lassen.

Opposition gegen Hugenberg . Oer Zwiespalt bei den Veutfchnationalea. ' Die.Hamburger Nachrichten", das in Hamburg er- ----- V.% füfy ha*,- UeberschristP a r t e i e n d ä m tu« r u n g" mit de« Vor­gängen im Zentrum und bei den Deutschnationalen. Das Blatt schreibt zur Errichtung der Diktatur Hugenberg : «Auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen, daß derdeutsch- -nationale vorstand eine Zusammensetzung erfahren hat, die denjenigen mit gewisser Unruh« zu erfüllen geeignet ist. der von der Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit der Deutsch - nationalen Volkspartei mit anderen bürgerlichen Parteien über- zeugt ist. Es ist nicht zu leugnen, daß in der Oeffentlichkeit der Eindruck entstanden ist. als ob Gcheimrot Hugenberg seine Partei in der unbedingten Opposition unter grund- sätzlicher Verneinung der Mitarbeit im Staat führen will. Man weiß, daß die Reichstagsfraktion einen erheblich anderen Standpunkt einnimmt, aber man weiß auch, daß Dertreter dieser Richtung leider nicht wehr im alten Umfang im neuen Parteivorstand vertreten sind. Um so mehr wird; e» der neue Parteworsttzend� der eine erheblich größere Macht»n Händen hat als sein Vorgänger, sich vor Augen halten müssen, daß seine Anhänger im Lande ihn nicht auf seinen Posten gerusen haben. er radikal« Reden zu halten verstand, sondern weil fle in ihm staatsmännische Fähigkeiten vermuten. Daß diese nur in der Mitarbeit am Staat« zu entfalten sind, steht außer Zweifel, und e» wäre ein Unglück, nicht nur für die Partei, sondern für da« gesamte deutsch « Volt, wenn diese Hoffnungen nicht ver- wirklicht würden." Das ist deutlich und enthüllt die großen Gegensätze, die zwischen der deutschnationalen Reichstagsfraktion und dem Hugenberg -Vorstand bestehen.

Quaah-Lustig- Göll der Haushalietausschuß Filmgeschäfte nachprüfen? Im Aueschuh für den Reichshaushall entspann sich in der Dienstagsitzung vor Eintritt in die Tagesordnung ein« Geschäfts- oxdimngedebatte über kritisch« Aeußerungen, die in einer der ver- gangenen vertraulichen Sitzungen des Ausschusses Abg. Dr. Ouaatz (Dnat.) über den Im Zusammenhang mit der Cmelka genannten Herrn o. Lustig wiedergegeben hatte. Herr v. Lustig hatte sich in einem Schreiben an den Borsitzenden des Ausschusses gewandt und ihm Material zu seiner Rechtfertigung übersandt. Die Aussprache drehte sich um die Frage, auf welche Art das Matertal den Mit- gliedern de» Ausschusses und eoenkuell der Reichsregierung zur Kennt- ni» gebracht werden soll. Abg. Dr. Quaatz stellte sest, daß er gegen- über einem Beaustragten de» Herrn v. Luftig sich bereit erklärt hatte, dessen Material zu prüfen, daß dies aber abgelehnt worden fei. , Dxr Ausschuß lehnte es ab, da- dem Borsitzenden übersandte Material des Herrn v. Lustig entgegenzunehmen und überließ es dem Vorsitzenden, Herrn v. Lustig dahin zu bescheiden, sein Material solchen Mitgliedern de» Ausschusses direkt zuzustellen, bei denen er ein Interesse an der Angelegenheit vermute. E» wurde dann die in der letzten Sitzung abgebrochene Debatte über die Zinsverbilligung für Exporteurf redite weitergeführt. Hierzu lagen zw« Anträge nor. Ein Antrag der Deutschen Bolkspartel und der Dsutschnationalen erkkärt sich mit der Gewährung der Zinsverbilligung für Darlehen an deutsche Exporteure einverstanden, mit der Maßgab«, daß die Zinsverbilli- gung einstweilen auf kriegsgefchSdigt« Firmen(Liquidatiansgefchä- higte, Gewallgeschädigte, Ausgleichsgläubiger) beschränkt werde. Der j

Reiä�shaushaltoousschuß will sich vorbehalten, bei der Beratung des Rcichshaushalt» für 1029 zu prüfen, ob und inwieweit die Maß. nähme über den Kreis der vorgenannten Firmen auszudehnen sei. Der sozialdemokratisch« Antrag will die Zinsverbilligung auf einen Betrag von 500 000 Mark, der in den Reichshaushalt 1829 eingesetzt werden soll und nur für wiederaufbauende exportierende Liquidations- geschädigte beschränken. Der Antrag wurde ausführlich vom Genossen SchSpflm begründet. Der Abschluß der Debatte und die Abstimmung über die vorlag« des Wirtschaftsministeriums und die beiden ge­nannten Anträge soll nun endlich in der Sitzung vom Mittwoch ersolgeir.

Exminister Klotz als Scheckfälscher. Antrag auf Anfhebvng der Immunität. Part». U. Dezember. 3m Senat gab heute prästdent vonmer bekannt, daß ein Antrag auf Slrafverfolgnng gegen einen Senator gestellt . worden Ist. Dieser Antrag wird, wie üblich, einem besonderen Aas- schuß zur Beratung überwiesen werden. Nach Horas handelt es sich um die Strafverfolgung, die von der Slaatsanwallschast gegen Senalor klotz etngelellet wurde, den ehemaligen Flmmzmiu ister des Kabinetts Clernencean, der. wie bereits berichtet, sich in eine Nervenheilanstalt begeben hat. und der Scheck» ausgegeben haben soll, die ohne Deckung waren und daher von den betreffenden Banken nicht ausbezahlt wurden. Noch demTsmps" lautet die An­klage auch auf F ö l s ch n n g. Zum ersten Fall soll die Staalsanwnltschasl von einem llndn- strielien aus die Versehtungen des Senators Klotz aufmerksam ge- macht worden sein. Klotz halle diesem zwei Schecks in Höhe von 215 000 Franken für da Automobil in Zahlung gegeben, die ober ohne Deckung waren: was die, Fälschung belrlftt. so häkle sich der Gouverneur der Bank ,vou Frankreich an den Fincmzmlnister gewandt mit dem hinwds, daß Wechsel mit der gefälschten Unterschrift einer bekannten pariser Firma versehen worden fdeou O Don Klotz, dem chemaligen FinanMinistsr unter Efe- menceau und Mitglied der französischen Friedansdelegation. stammt die in ihrer Brutalität und Einfältigkeit berühmt ge- bliebet« Parole:Der Boche Mird alles bezahlen > m ü s s e n l" Hat er sich etwa die Anwendmlg dieses Schlag-

Wortes so gedacht, daß die Deutschen auch für seine späteren Spielverluste und gefälschten Schecks geradestehen müßten? Es entbehrt übrigens nicht eines KZwissen Reizes, daß das historische Dokument von Versailles auch die Unterschrift eines Scheckfälschers trägt. Nun ist Klotz in die klassische Nervenheilanstalt La Malmatson bei Paris abgeschoben worden, in der die führenden Politiker Frankreichs zu landen pflegen, bei denen sich Geistesstörungen einstellen. Dieses Sanatorium hat in den letzten Jahren verschiedenen bekannten Staatsmännern als letzte Wohnstätte gedient, darunter einem anderen fran- zösischen Bevollmächtigten in Versailles , dem damalig:« Außenminister Stephen Pichon , der dort als Geistes« kranker gestorben ist._ Aach den Trotzkisten die Z�ykowianer. Verhaftung eines führenden Rechtfoppositioaellen. Wie derDemokratische Zeitungsdienst" meldet, ist auf Befchl der GPU. in S a r a t o w her Vorsitzende des Pollzugskomitees des örtlichen Gouvernements Akimorn verhaftet worden. Der Verhaftete soll im geheimen Beziehungen zu der Rechts- »p Position gestanden und ihnen Geldmittel zur Verfügung ge- stellt haben, die au» der Staatskasse stammten, zwecks Propaganda gegen Stalin . Die Verhaftung hat in Moskau großes Auft sehen erregt.

Amannllah endgültig Sieger? Wie aus den letzten au» Kabul eingetroffenen Meldungen heroorgeht, scheint der Aufstand der S ch i n wa r i stäm m e völlig niedergeworfen und König Amairullah Herr der Lage zu sein. Die Regierung oon Aigizanistan hat all« möglichen Maßnahmen getroffen, um die Handelsstraße von Kabul nach Peschwar vor der Wiederkehr ähnlicher Ueberfäll«-u ftchern. Kabul selbst ist rnst Lcdensinirteln völlig versorgt: das Leben in der Hauptstraße hat wieder sein normales Gepräge erlangt. Die Aeußerungen Dr. halnischz. die wir am Sonntag mit Vorbehalt wiedergegeben haben, sind nach u n g« n a n n i-am> sicher" Wiener Veröffentlichung ungenau wiedergegeben. Es wird gleichzeitig mitgete lt. daß Halnifch. bei leinen, Scheiden aus dem 2lmt eine offizielle Ansprache halfen wird. KeintZwegs ftoile«r sich über die Borfälle der letzten Zeit abfällig äußern wollen. Die Wiedergabe der Unterredung war dem Bundespräsidenten Dr. Hmitisch oor der Lerössenlllchung nicht oorgclagt worden. Wir haben das jojort vermutungsweise ausgesprochen,