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Nr. 946. Jahrgang

1. Beilage des Vorwärts

Sonntag, 6. Januar 1929

Wie das ,, Rote Haus" wurde. Der Gland der Grippeerkrankungen.

Aus der Geschichte der Berliner Rathäuser.

Angesichts der Projekte großen Erweiterungsbauten fr bas Berliner Rathaus haben bie falgenben gefchichtlichen Ausführungen des Etadtrats a. D. Genossen Sugo Voetsch besonderes zeitgemäßes Intereffe.

Wir schreiben in der Mehrzahl, nicht nur, weil es im Laufe der Zeit in Berlin selbst mehrere Rathäuser gegeben hat, sondern, weil die beiden Schwesterstädte Berlin und Kölln an der Spree je ihre eigenen Berwaltungsgebäude gehabt haben. Es war ein bescheidenes, 1648 erbautes Haus, das bis 1860 Der Berliner fommunalen Verwaltung als Sitz diente. Nachdem 1860 die angekauften Häuser und das alte Rathaus abgebrochen waren. erfolgte am 11. Juni 1861 die feierliche Grundsteinlegung für den wuchtigen Bau an der König- und Spandauer Straße, in dem heute Parlament und Erefutive der 4- Millionen- Stadt ihren Siz haben.

Die Urzeiten Berlins .

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als viel zu flein, es mußte einem vollständigen Umbau unterzogen werden. Während des Umbaues tagte der Magiftrat im Berliner Rathaus, und da diese Bauarbeiten sehr lange dauerten, bestimmte schließlich Friedrich Wilhelm I. , das Haus in der Spandauer Straße endgültig als Siz der städtischen Behörden. Das alte Köllnishe Rat haus hat noch bis Ende des vorigen Jahrhunderts geftander: in ihm mar neben anderen städtischen Bureaus zuerst auch das Berliner Ge merbegericht untergebracht.

Stadiverordnetenversammlung im Flur.

Die oben erwähnten Brände veränderten recht oft das äußere Bild des Rathauses. So war nach dem Brande von. 1380 an der Königstraße ein Turm mit Uhr errichtet worden, ebenso ein Anbau, der das Kellergefängnis, den sogenannten Krautgarten, enthielt. Vor dem Rathause, in dem sich auch die Folterkammer befand, wurden Bis er neben den firchlichen zu dem profanen Wahrzeichen der feit altersher die Hinrichtungen vollzogen. Ron 1694 ab wurden die Stadt Berlin , dem erwähnten Rathaus von 1648 fam, waren schon weiteren Grefutionen armer Sünder auf Beschwerde der Anwohner vier Jahrhunderte seit der Gründung der Stadt Berlin vergangen. auf dem Neuen Markt vorgenommen. Die Gerichtslaube murde mit Aber es ist uns feine Kunde überkommen, die uns den ficheren Nach der Einführung des römischen Rechts aufgehoben. Die offenen weis brächte, an welcher Stelle mohl das erste Berliner Rathaus Arfaben wurden zugemauert, die Räume der mittelmärkischen Städte gestanden hat. Doch ist mit ziemlicher Sicherheit, wie es auch gruppe überwiesen. Vorübergehend find fie auch als Beinfeller Dr. Arendt, der Direttor der Stadtbibliothel, im Amtsblatt der benügt worden. Der Große Rurfürft hatte nämlich den Rat wissen Stadt Berlin , mohl in Anlehnung an das vom Archiv der Stadt lassen, das vornehmen Gästen auf dem Rathaus als Ehrentramt ein Berlin herausgegebene Bert Berlin im Dreißigjährigen Wein fredenzt worden sei, dessen Qualität den Unwillen der Be­Kriege tut, anzunehmen, daß der Siz des Rates und der Gesucher erregt habe. Daraufhin ließ der nach oben allzeit willfährige richtslaube, mie in allen mittelalterlichen Städten am Markt fich be- Magistrat unverzüglich den Ratsteller mit guten Beinen füllen. funden hat und der ältefte, zuerst einzige Marktplatz, ist der Molfen- Ebenso bereitwillig, wenn auch schmeren Herzens, fam man dem markt gewesen. Wie so viele wichtigen Dokumente aus der Früh- Wunsche des Kurfürsten nach, der den Magistrat missen ließ, daß er wünschte, daß unansehnliche Gebäude durch einen Neubau erfest gefchichte Berlins , so ist selbst die Gründungsurkunde der Stadt ver­loren gegangen. Bon mehreren Geschichtsforschern ist die Gründung werden. Es wurden für den Neubau Den Flügel in der Spandauer unferer Stadt um das Jahr 1230 angefeht worden, und das Rat- Straße 12 000 Mart bewilligt. Die Boranschläge pflegten aber haus wird bald danach errichtet worden sein. Nachdem die Stadt schon damals meist überschritten zu merden. Man benötigte weitere sich bis zur jezigen Neuen Friedrichstraße" ausgedehnt hatte, wurde 1000 Mart, die der Kurfürst zusteuern mußte. 1695 murde der Neu­Der Neue Martt geschaffen, und der Rat siedelte um das Jahr 1270 bau zu Ende geführt. Im Inneren des Hauses machten fich danernd in das neue Rathaus im neuen Zentrum der erweiterten Stadt an weitere Um- und Anbauten und Beränderungen notwendig, und es murde damit ein Chaos geschaffen, das der langjährige Stadtver ordnetenvorsitzende Kochann in seinen Erinnerungen schildert. In dem Durcheinander der Bureaus und Registraizen habe sich nur der Eingeweihte zurecht finden können. Der ganze Zustand des Hauses fennzeichnete die fümmerlich ärmliche Zeit; häufig, wenn anderwärts fein Play mar, mußten die Stadtväter einen zur Aufstapelung von Brennholz dienenden Flur zur Abhalting von Terminen benußen; Aften und Urfunden, zu deren sorgfältiger Aufbewahrung jeder Raum fehlte, lagen auf den Böden durcheinander und dienten, falls fie nicht als Matutatur verkauft wurden, zum Anfeuern der Defen. Daß dabei manches unerfeßliche Stüd verloren gegangen ist, tann nicht wunder nehmen.

der Kreuzung der König- und Spandauer Straße um. Es ist be fannt, daß über diesem Bau ein ungünstiger Stern gewaltet hat. Wiederholt ist er von Bränden heimgesucht worden, so 1380 bei dem großen Brande, der fast die ganze Stadt in Asche legte, sodann 1484 und 1581. Berschont blieben nur die Keller und die Gerichtslaube.

Als aus fünf Städten eine wurde.

Che auf die Geschichte dieses Hauses weiter eingegangen werden fann, müssen wir einen Blick auf die Vereinigung der beiden Städte Berlin und Köln werfen. Diese erforderte die Erbauung eines ge­meinsamen Rathauses, daß nach Urfunden von 1365 und 1367 in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auf einer Spreeinjel oder auf der Langen Brüde gestanden haben muß. Der vollständige Ju­

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Die Raumnot führte endlich bazu, daß der völlige Neubau des

Abnahme noch nicht festzustellen.

Ueber den Stand der augenblicklich in Berlin herrschenden grippeähnlichen Ertältungstrantheiten teift das Hauptgesunb heitsamt der Stadt Berlin mit:

Eine Abnahme der Erkrankungsziffer ft in den letzten beiden Tagen noch nicht festzustellen. Die inneren Stationen der städtischen Krantenanstalten find sehr start belegt. Es empfiehlt sich daher, Blaz für wirklich ernstliche Erkrankungen zu behalten, von der Einweisung leichter Ertranfter tunlichst abzusehen. Der Berlauf der Erkrankungen ist übrigens auch bei den in den Krantenhäusern eingelieferten Patienten vorwiegend feicht.

Ein rabiater Blinder.

Er teilt Mauischellen, Fauftschläge und Stockhiebe aus. Unter der Anflage der törperlichen Mißhandlung von Bokzei­beamten, des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Beamten­beleidigung hatte sich gestern der Klavierstimmer W. vor dem Großen Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten

Der Angeklagte, dem zur Baft gelegt wird, anläßlich einer von ihm verursachten groben Ausschreitung mehrere Polizeibeamte und Zivilpersonen sdywer mishandelt zu haben, ist völliger blindet gilt in der Gegend des Beddings als ein sehr rabiater Mensch, und erschien unter Führung seines Hundes im Anflageraum. 2. und er ist auch schon einmal wegen Widerstandes bestraft worden. Bor etmo Jahresfrist war M. als Gast in eine Wirtschaft in der Reinidendorfer Straße eingefehrt und hatte bei einem Glase Bier mit dem Wirt ein religiöses Gespräch begonnen. Als er sich aber in Gottesläfterungen unflätigster Art erging, wies ihn der Wirt aus dem Lotal.. weigerte sich, zu gehen und mußte schließlich durch zwei Schupobeamte hinausgeschafft werden. Auf der Straße führte Stod der fehlging, weil der Beamte zur Seite sprang. Der Schlag er nach dem einen Beamten einen Schlag mit dem war so muchtig, daß die 3minge des Stockes auf den Steinfliesen absprang. Als ein Zivilist Zweifel äußerte, ob W. wirklich blind sei, befam er von diesem einen wuchtigen Hieb über den Kopf. Der zweite Bolizeibeamte, der B. hindern wollte, wieder ins Zotal zurückzugehen, erhielt eine Maulschelle, wie der Zeuge nor Gericht fagte: Die nicht von schlechten Eltern war". Auf der fragte, als Antwort mit der Faust ins Gesicht. Bolizeiwache fchlug B. den Beamten, der ihn nach seinen Personalien

Der Angeklagte bestritt zunächst alles, gab dann nach und nach immer mehr zu, behauptete aber, daß er zunächst von den Beamten beschimpft und mißhandelt worden sei, was aber übereinstimmend Don sämtlichen Zeugen, auch gänzlich unbeteiligten Leuten aus dem Bublifum, entschieden bestritten wurde. Das Schöffengericht berüd­fichtigte, daß der Angeflagte infolge seiner Blindheit und als leicht erregbarer Mensch wohl ichneller aus dem Gleichgewicht gebracht Straftaten erhielt der ingeflagte insgesamt 200 M. Geldstrafe. Gr werbe und ließ daher größte Milde walten. Wegen sämtlicher erklärte aber, daß er das Urteil nicht annehme und Berufung ein­legen werde.

fammenfchluß mit gemeinsamer Berwaltung ist aber erst 1432 zu- Rathauses in die Wege geleitet werden mußte. Die städtischen Doch ein Verbrechen im Grunewald?

stande gekommen.( 3wei Bürgermeister und zehn Ratmannen aus Körperschaften beschlossen daher, das Ganze von der König -, Jüden-, Berlin , ein Bürgermeister und fünf Ratmannen von Kölln.) Schon Spandauer Straße und der Nagelgaffe gebildete Häuserviered zu nach zehn Jahren ging die Bereinigung wieder in die Brüche, das erwerben, um dort einen Monumentalbau zu errichten. Am 30. Juni Rathaus auf der langen brugghen wurde abgerissen, niemand 1865 fonnte die erste Magistratssigung im Roten Hause abgehalten 1865 fonnte die erste Magistratssigung im Roten Hause abgehalten fann heute sagen, wo es gestanden hat. Die endgültige Vereinigung werden; am 6. Januar 1870 übersiedelte die Stadtverordnetenver­der Städte Berlin und Rölln erfolgte erst 1709 zugleich mit den sammlung in, ihr neues Heim. Seit 1920, nach dem großen Zus mittlerweile entstandenen drei Städten Friedrichswerder, Friedrichsammenschluß der 86 Städte, Dörfer und Gutsbezirke befanntlich der fladt und Dorotheeustadt, von denen jede( außer der Friedrichstadt ) Zentralfitz der neuen Weltstadt Berlin . ihr eigenes Rathaus besaß. Friedrich I. bestimmte nun das Köll­nische Rathaus( am Köllnischen Fischmarkt gelegen) zum alleinigen Siz des neu eingesetzten Magistrats, da es nicht allein in der Mitte der übrigen Städte, sondern auch bei Unserm Residenz Schloß ge= Legen ist". Dies Haus ermies sich aber für die neuen Verhältnisse

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Soldat Suhren.

Roman von Georg von der Bring.

Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin . Sodann folge ich ihm in einen Garten. Drinnen liegt das Haus, welches einer schiefen Müze ähnlich fieht. Da neben, unter den Obstbäumen, erbliden wir zwei Soldaten­gräber und bleiben nach Soldatenart eine gute Weile stehen. Das linte Grab hat ein rohes Kreuz mit einer aufge­nagelten Platte, auf welcher mit Blaustift sehr sauber und in Drudbuchstaben geschrieben ist: Hier ruht ein tapferer russi­fcher Soldat. Auf dem anderen erhebt sich ein Stod mit einer Blechnummer. Beide Gräber find ganz von wilden Stiefmütterchen überwuchert, die sogar den Zwischenraum verdeckt haben. Blau und gelb und ganz vergnüglich sieht dies Blumengedränge aus.

,, Die faulen schon," sagt Albering. " Und feiner weiß die Namen," entgegne ich und stelle mir vor, ob sie wohl ihre Müzen mit den hübschen ovalen Rofarden bei sich behalten haben.

Albering aber richtet seinen büsteren Blid auf mich, breht sich ganz her, zieht die rechte Fauft aus der Tasche und hatt fie mit dem Zeigefinger im Uniformfragen feft, genau unterm Rinn. Sein rotes Geficht sieht verlegen aus, und ich habe jene Handbewegung noch nie an ihm beobachtet. Wir stehen eine Weile und sehen an uns vorbei. Schwärme von Drosseln, die sich soeben aus den Obstbäumen erhoben haben, tehren zurüd und schlagen mit den Flügeln ins Laub. Ich mende meinen Blid von Alberings scharfen Augen fort, lese wieder und wieder die saubere Grabschrift und dente: 3ft also nichts gefprochen und nichts gefagt? Und nur einen fleinen Weg haben meine Gebanten non hier zu Lisa so viel gesprochen, fo viel gefagt habe ich ihr! So viel gesprochen, fo viel gefagt hat sie mir! Und doch ist bort ein helles Musselinkleib und eine Männerstimme und fehr hübsche Halbschuhe, die immer auf dem Landungssteg hinschreiten. immer hinstreben nach dem großen weißen Segel und ber behaarten Hand, als gäbe es tein anderes Ziel. Und so viel ist gesprochen und fo viel gefagt! Und in roten Pantoffeln getanzt und ein Bund geschlossen!- Die Flügel der Drosseln schlagen irgendwo ins Gezweig, mein Kamerab sagt leise: Hier ist eine Münze ich zeige fie bir."

Führungen durch die ältesten Wintel Berlins Die Führungen finden so großen Zuspruch, das fic bereits auf Wunsch jeden Sonntag wiederholt werden. Nächste Führung ara 6. Januar. Treffpunkt 10%, Uhr auf dem pittelmarkt, Ausgang Untergrundbahn . Teilnahme 50 Bf.

Ein unbekanntes junges Mädchen ermordet.

Wie erinnerlich, wurde in der Neujahrsnacht im Grunewald unweit der Romintener Allee die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Nach den neuesten gerichtsärztlichen Unter­fuchungen handelt es sich allem Anschein nach um ein Ver­brechen, da am Hals der Toten unter der Haut Würgemale gefunden wurden, die von einem Tuch oder von einem Griff mit behandschuhter Hand herrühren. Die noch immer Unbekannte scheint mit einem Auto in der Silvesternacht aus der Innenstadt nach dem Grunewald verschleppt und vergewaltigt morden zu sein. Mitteilungen zur Feststellung der Unbekannten find an Kriminalfommissar Dräger , Inspektion A, Zimmer 174, des Polizeipräsidiums zu richten.

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Er hat seine obersten Bruftfnöpfe geöffnet und an einer| mie er, faum vierzig Schritte vor uns erreicht er den Lager­Schnur eine Münze hervorgeholt. Es ist noch eine andere Schnur da, nämlich die mit der Erkennungsmarke dran, weiche wir die Hundemarte nennen. Diese aber ist eine Münze, weiß wie Silber.

Sich fie dir an," fagt Albering, und lles, was drauf steht."

,, Es ist etwas hineingerigt mie es heißt es?" " Es heißt: Talette," lächelte er, nun völlig vergnügt und unbefangen. Es ist ihre Handschrift, die Schrift einer Wilden. Mit einer Nadel ist es hineingerigt. Mit mas für einer Nadel wohl?"

Mit einer Hutnabel."

,, Nein, mit einer Haarnadel."

Ist etwas vorgefallen?

Um die Zelte herum sehe ich niemand, drüben aber bei der Schreibstube drängen sich die Soldaten, stehen Kopf an Stopf ,, als ob bereits neue Poft eingetroffen sei. Einige fommen gerade in lebhaftem Gespräch zurück, und wir er­fahren von ihnen, was vorgefallen ist. Das Regiment 91 hat zwanzig Mann bei uns angefordert, und da nun jeder zu den zwanzig gehören wollte, stürzten alle zur Schreibstube. Feldmebel Bloiboom hat sie hinausgeworfen und gesagt, daß der Leutnant es sich überlegt, men er schicken will. Der Leutnant wiederum fint hinter verschlossener Tür und zer­grübelt sein einjähriges Gehirn darüber, weshalb sie von ihm

Aha-nahm sie sie aus dem Haar, um damit zu weglaufen. Das ist schwer zu erraten und nicht zu verstehen, schreiben?"

,, Sie lagen auf dem Tisch, ihr Haar war offen." Und die Münze? Hat sie dir die Münze geschenkt?" ,, Es ist eine Rettungsmedaille."

Wieder hefte ich meine Augen auf die fleine Platte des Russenkreuzes. Und wieder sehe ich das Boot vor mir, das voll Woffer gelaufen ist, und aus dem sich ein Mädchen aufrichtet, die Hände vor Entsetzen gefaltet und erhoben und tue mir Gewalt an und sage, weil ich es weiß:

,, Du hast Talette aus dem Baffer gezogen!" ,, Talette war es," fagt er zärtlich, streift die Münze mit der Stoppelbade und läuft aus dem Garien. Gleich darauf höre ich ihn rufen.

Die Droffein tun einen Schlag und fliegen ab. Ich renne hin und sehe drüben auf dem Wege einen leinen frummbeinigen Soldaten, der unsere Buche auf dem Naden fortschleppt. schmantend und ganz langsam. Außer ihm ist auf dem Wege bis Apollonia niemand zu erblicken.

Der Solbat ist Gefreiter Delrichs. Bir holen ihn ein, übernehmen den Stamm und schreiten fort. Delrichs trottet neben uns her.

Was dachtest du dir denn, Alter?" schwagt mein Rame rab. Ich meine doch, das wäre unsere eigenhändige Sache, den Anüppel nach Haufe zu tragen. Was erlaubtest du dir, du alte Hängelampe?"

Ich dachte, ihr wäret meg," murmalte der Gefreite, beshalb tam ich zurüd. Aber nun seid ihr ja wieder auf dem Bosten."

,, und deine Alte, was fagt die dazu?"

Delrichs hört nicht auf dem Ohr, er beetlt sich, rascher als mir, ins Lager zu tommen, um die Abgabe der anderen Stämme zu übermachen. Seine Beine aber wollen nicht so

menn man die Leute sachlich behandelt hat. Sie sind eben undankbar und dumm, und der Teufel soll sie holen. Die am liebsten fort wollen er tennt fie! streicht er durch mit seinem Rotstift. Sie fommen nicht. Nur einen will er unbedingt los sein, das ist dieser verfluchte Schüßenkönig pon heute. So erhält Karo- König ein rotes Glückskreuz, das so bedeutungsvoll hinter seinem Namen leuchtet, als sei er aum Eisernen Kreuz vorgeschlagen.

Am Abend werden die zwanzig Auserwählten zur Schreibstube gerufen, ihr Gepäck besichtigt und für morgen früh der Abmarsch befohlen. Der Leutnant zeigt sich nicht, Bloiboom aber lächelt sie an, die zwanzig, und diese grinsen wie Lebemanner.

Spät tommt einer von ihnen zu unseren Zelten ge­laufen und bringt noch einen Stapel Bost. Auch ich habe einen Brief dabei. Er ist von Lisa, und es steht darin, daß die Segelpartie nicht stattfinden wird. weil der Mann( ficher einer mit Rußfnaderzahnen) das Boot um teinen Preis hergibt.

Ich bente wütend: Der Esel verdirbt thr die Freude! Und ich bente es, trohdem sie schreibt, daß es ihr ganz einer lei ist. Nein, ich bente es, metf fie es schreibt. Ich tenne dich, Suhren, ebensogut wie Albering dich fennt. Der aher fennt dich, oh auch nichts gesprochen ist und nichts gesagt, benn er fällt in den Schlußgefang der Golbaien ein, der in die Nacht hinausschallt:

Ja, menn man so eine Musit hört, Dann ist alles,

Dann ist alles wieder gut!"

Und er fingt es falscher als falsch und blinzelt wie eine Schlangentönigin. ( Fortjehung folgt.)