Nr. 12546. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts
Freitag, 15. März 1929
Kupferhauffe/ Mansfeldgewinne. Karstadt - Riese wächst weiter.
Neue Leistungssteigerung der Belegschaften./ Der drohende Lohnkonflikt.
Die Mansfeld A.-G. für Bergbau und Hüttenbetriebe in Eis-, leben ist als Besitzer eigener Kupferbergwerte eines der wenigen Unternehmungen in Deutschland , die an der sprunghaften Preis steigerung des amerikanischen Kupferkartells wirkliche Freude haben mußten. Schon in der fürzlich peröffentlichten Mitteilung der
Erzen belief sich auf 24 675 gegen 25 280 Tonnen. Aus dem gleichen Grunde wie bei der Kupfererzeugung lag auch die Silberpoduktion mit fnapp 113 000 Rilo etwas unter dem Ergebnis des Borjahres. In den Kupfer- und Messing wal 3 werfen des Konzerns fonnten Erzeugung und Umsätze bedeutend geBerwaltung, die die wichtigsten Abschlußziffern für 1928 enthielt, steigert werden. Zum Jahresende lag ein gegen 1927 verdoppelter bemühte sich die Gesellschaft, den in der Deffentlichkeit bestehenden Auftragsbestand vor, der eine Beschäftigung der Betriebe auf vier Eindruck hoher Sondergewinne zu verwischen. Diese Politit, Monate hinaus sicherstellt. Die Förderung der Steinkohlenzechen die in dem bestehenden Lohnkonflikt mit den Belegschaften ihren blieb mit 1,16 Millionen Tonnen stabil, während die Kohlenfördebesonderen Grund hat, sezt die Verwaltung in dem jezt veröffent- rung in den Braunkohlenwerken von 1,9 auf 2,19 Millionen Tonnen lichten Geschäftsbericht und der Bilanz konsequent fort. stieg und sich die Produktion von Briketts um mehr als 100 000 auf 670 000 Tonnen steigerte.
Der ausgewiefene Gesamtertrag hat sich von 12,6 auf 13,2 Millionen erhöht, dem bemerkenswerterweise eine Senfung der Untosten von 6,2 auf 6,1 Millionen Mart gegenübersteht. Der ausgewiesene Reingewinn liegt mit 2,8 Millionen nur unwesentlich über dem des Borjahres, da die Jahr für Jahr heraufgefeßten Abfchreibungen auch diesmal wieder um etwa 700 000 Marf auf 4 Mil fionen erhöht worden sind. Wie in den letzten beiden Jahren mird eine Dividende non 7 Broz. verteilt. Diese Gewinnrechnung wird von der Berwaltung im Geschäftsbericht dahin ergänzt, daß die Mehrgewinne aus der Kupferpreissteigerung größtenteils durch Er. höhung der Selbstfoften infolge gestiegener Löhne, Gehälter und Soziallaften aufgezehrt worden sei und sich der Mehrertrag nur auf 600 000 Mart belaufe. Die Mansfeldverwaltung ist bei der
Begründung verschwundener Mehegewinne
von jeher großzügig vorgegangen. Auch diesmal wird sie die Deffentlichkeit und ihre Belegschaften kaum davon überzeugen, daß ihre etwa 4 Millionen Mark Mehrgewinne aus der Kupferpreisfteigerung in erhöhten Selbstfoften aufgegangen find. Dem steht einmal entgegen, daß die allgemeinen Infosten sich infolge der Rationalisierung gesenkt haben und ferner, daß die Gesellschaft im nergangenen Jahr, als ihr das Sondergeschenk der Kupferhause noch nicht in den Schoß fiel, nicht weniger gut verdient hat.
Der größte Teil der Mehrgewinne muß daher in stillen Reserven nerfchmunden fein, die besonders in dem sehr niedrig ausgewiesenen Borratspoften ruhen dürften. Der Bertreter von Mansfeld war auf riner Breffebesprechung auch so offen, zuzugestehen, daß die Bilanz so viel Reserven und Rüdstellungen aufmeife, Daß größere Beruiste bei Beteiligungen der Gesellschaft, so z. B. die Millionenforderung bei der pleite gegangenen chemischen Fabrik Johannisthal ohne weiteres gedeckt werden tönnen.
Aus dem Betriebsbericht geht hervor, daß die Rationalisierung fich gud im legten Jahr in einer bedeutenden Steigerung der Belegschaftsleistungen ausgemirft hat. So ging u. a. die Strebhäuer Belegschaft um fast 7 Proj. zurüd, mährend die Förde. rung von Kupferschiefer von 582 700 Tonnen auf mehr als 600 000 Tonnen flieg. Die Kupfererzeugung aus Mansfelder Erzen ging im Berichtsjahr auf 20 716 Zonnen gegen 23 038 Tonnen in Borjahr zurüd, was darauf zurückzuführen ist, daß in den Zahlen für 1927 die Grzeugung aus den beim Abbruch der alten Hütten verbliebenen Rüdständen enthalten war. Die Kupfererzeugung aus fremden
Trotz dieser Produktionssteigerung hat sich die Belegschaft auch im letzten Jahr von faft 23 000 auf 22 641 Mann vermin= dert. Berücksichtigt man, daß Mansfeld schon im Jahre 1925 trop eines Belegschaftsabbaues un 2000 Mann so gut wie feinen Bro. duftionsrückgang aufzuweisen hatte, und daß sich in den letzten drei Betriebsjahren trog Jahr für Jahr gemachsener Produktion die Ge famtbelegschaft nochmals um rund 2000 Mann verringerte, so mird die enorme Leistungssteigerung der Relegschaft in den sämtlichen Mansfeldbetrieben ersichtlich.
Der Kampf um die Löhne.
Die Mansfeldverwaltung darf es also nicht risfieren, gegenüber den berechtigten Lohnforderungen der Arbeiterschaft das Argument der wirtschaftlichen Notlage auszuspielen. In ihrem Geschäftsbericht weist die Direktion darauf hin, daß der Durchschnittslohn der Streb bäuer seit Dezember 1927 von 7,56 m. auf 8,61 m. im Dezember 1928 gestiegen sei. Für die Gesamtbelegschaft seien die entsprechen den Zahlen 6,08 m. b3m. 6,77 m.
Bei diesen allgemein hingeworfenen Durchschnittszahlen übergeht die Mansfeldverwaltung bewußt die Tatsache, daß heute noch Förder: leute im Brämiengedinge 5,40 m. pro Schicht verdienen, und daß fie einem Teil ihrer Belegschaften Tariflöhne van 4,70 m je Schicht zahlt. Daß eine Anzahl Arbeiter durch Affordspitzenleistungen mehr verdient, wollen wir der Mansfeldverwaltung nicht abstreiten. Jedody wird sie andererseits die Tatsache nicht megleugnen wollen, daß sie mit die schlechtesten Löhne im mitteldeutschen Bergbau zahlt und daß besonders bei dem Stamm ihrer qualifizierten Arbeiterschaft die Abwanderung in andere Betriebe fast bedrohliche Formen angenommen hat. Die Vertretung der Arbeiterschaft wird bei den kommenden Berhandlungen der Gesellschaft auch die Rechnung der Kupfer geminne für das neue Jahr 1929 vorlegen, die sich bei Mansfeld aus der seit Januar laufenden sprunghaften Erhöhung der Kupferpreise auf mindestens zwei bis zweieinhalb Millionen Mart Sondergewinne belaufen dürften.
Ein Mitglied der Mansfeldverwaltung hat fürzlich erklärt, daß der Mansfeldtonzern es bei den kommenden Verhandlungen an gutem Willen nicht fehlen lassen werde. Die Belegschaften von Mansfeld haben in den letzten Jahren oft schöne Worte von der Verwaltung zu hören bekommen, auf Taten warten sie aber heute noch.
Ein fleines Beispiel.
Wie Bauern und Verbraucher zusammenkommen können.
mehr, als unsere gegenwärtigen Zölle betragen. Dabei sind die Fleischpreise für die konsumenten nicht erhöht worden. Man kann die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise steigern, ohne die Konsumentenpreise zu erhöhen; notwendig ist dann aber die Ausschaltung eines ungefunden Zwischenhandels. Daran wird
man nicht vorbeikommen.
Während der Reichslandbund immer wieder durch neue Zoll-| 12 bis 20 m. pro Doppelzentner Lebendvich entspricht. Das ist forderungen Stimmung unter der Landbevölkerung zu machen verfucht, haben sich viele Landwirte zu einer anderen Auffassung über die Natur der landwirtschaftlichen Krise durchgerungen. Der Gedante, die in vielen Fällen gedrückt liegenden landwirtschaftlichen banke, die in vielen Fällen gedrückt liegenden landwirtschaftlichen Erzeugerpreise durch Berminderung der Han delsgewinne zu steigern, ohne die Kleinvertqufs= Aber das Borgehen der Landwirtschaft hat auch noch andere preise zu erhöhen, gewinnt immer mehr an Boden. Erklär Folgen gehabt. Dafür nur ein Beispiel: In einer Versammlung licherweise sind es die Tatkräftigsten in der Landwirtschaft, die sich von Landwirten wurde ein Abrechnungsbuch der Biehverwertungs zu den neuen Wahrheiten bekennen und die den Mut aufbringen, genossenschaft verlesen und gezeigt. Als ein Landwirt, der bisher der sie zu verwirklichen. Vorläufig handelt es sich immer noch um Ver- Viehverwertungsgenossenschaft noch nicht angeschlossen mar, die gesuche, um ein Abtasten der ganzen Lage. Der Erfolg dieser Bezahlten Preise hörte, stellte er fest: Nach diesen Rechnungen habe strebungen ist aber das ausschlaggebende, denn er wirkt als erziehe: Die Bersammlung stimmte ihm bei. So geht dem Bauer ein Licht ich vorige Woche meine Schweine um 40 M. zu billig verkauft." risches Beispiel. Wie sich die neuen Ideen. allmählich in der Landwirtschaft durchzusetzen beginnen, darüber berichtet ein Schrei auf, welche unberechtigt hohen Profite der Handel aus seiner Arbeit ben, das uns aus einem landwirtschaftlichen Bezirk in Mittel- zicht. Auch die obenerwähnte Schlächterinmung hat sich nach dem Borgehen der Konsumgenossenschaft eines besseren besonnen; vor deutschland zugegangen ist. Wir geben die wichtigsten Stellen kurzem erklärte sie sich nämlich bereit, ihren Bichbedarf bei der Biehverwertungsgenossenschaft zu decken."
desselben wieder:
Soweit das uns zugegangene Schreiben. Gewiß, es handelt
Zur Barenhausfusion Karstadt Lindemann. Der größte deutsche Warenhauskonzern, die Karstadt- A.- G., die in den letzten Jahren eine sehr aktive Machtpolitit getrieben hat, Lindemann A.-G., aufgesogen. hat jetzt auch den bekannten Berliner Warenhauskonzern, die
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Aftienform ein reines Familienunternehmen geblieben ist, tonnie Die Lindemann- 2.- G., die seit 1887 besteht und trotz ihrer sich in den letzten sieben Jahren gleichfalls stark ausdehnen und ihren höhen. Der Aufbau der Lindemann- Organisation paßt sich in der Waren- und Kaufhäuserbestand von 8 auf 14 Niederlassungen erBerteilung der provinziellen Niederlassungen der Karstadt- Organi fation sehr gut an, so daß nur in zwei Fällen, in Spandau und in Frankfurt a. M., durch eine leberschneidung eine Zusammenlegung von Niederlassungen notwendig wird.
Der Machtzuwachs, den Karstadt durch diese Verschmelzung erhält, ist bedeutend. Karstadt selbst erzielte 1927 einschließlich seiner Einheitspreisläden einen Gesamt umfaß von 300 Millionen, zu dem jetzt noch der Lindemann- Umsatz mit etwa 60 Millionen
hinzutritt. Bemerkenswert ist der hohe Preis den Karstadt für die llebernahme zahlt. Der Konzern gibt Lindemann 9,1 Millionen Aktien, die bei dem heutigen Börsenfurs einen tatsächlichen Wert von 20 Millionen derförpern, so daß Karstadt das übernommene Lindemann- Kapital von 6,8 millionen mit rund 300 Proz. bewertet. Mit dieser Verschinelzung ist Karstadt der weitaus größte Warenhausfonzern in Deutschland gemorden. Die Umsatzziffern der letzten drei Jahre fennzeichnen die sprunghafte Entwidlung dieses Unternehmens. Während noch 1925 die Ilmsätze fich auf 165 Millionen beliefen und im folgenden Jahre auf 175 MilAusdehnungspolitik rund 300 Millionen. Für das Jahr 1928, deſſen lionen stiegen, betrugen fie 1927 bereits infolge der damaligen Abschluß noch aussteht, dürfte der Gesamtumsas Karstabt 2indemann die 400 Millionen Grenze bei weitem übersteigen. Das Kapital von Karstadt , das 1926 von 34 auf 51 Millionen, fo dann im vorigen Jahre auf 70 Millionen erhöht murde, wird zur Durchführung der Lindemann- Fusion erneut, und zwar auf 80 Milfionen, herausgesetzt.
Konzentration des Tonfilm- Kapitals.
Die Gründung eines deutschen Zonfilmtrufts beschlossen.
Die Kapitalfonzentration in der jüngsten Industrie, der To no bildfilmindustrie, macht rasche Fortschritte. In Deutschland bestanden bisher in diesem neuen Industriezweig zwei große In. tereffentengruppen. Unter der Führung des Siemenston erns schlossen sich die EG. und die gleichfalls tapitalftarte Schallplattengesellschaft Bolyphon 3. in Leipzig in den langfilm G. m. b. S. zusammen, die den Apparateban für die Zonfilmherstellung vereinigte, und auf der anderen Seite stand bas Beltpatente erworben hat und erft vor einem halben Jahre mit Deutsche Tonbildfyndikat( Tobis), das die wichtigsten 10 Millionen Mart Kapital gegründet wurde.
Wie jest bekannt wird, haben sich diese beiden Gruppen zu ge meinschaftlicher Arbeit auf allen in Betracht kommenden Gebieten zusammengeschlossen. Mit dieser Konzentration sind die wichtigsten Beltpatente und Erfahrungen auf dem Gebiete des Tonfilms sowie die Apparatefabrikation in einer Hand vereinigt. Bei der Stärke der hinter diesen beiden Gruppen stehenden Kapital mächte ist durch den Zusammenschluß das bisher stärkste Tonfilmunternehmen der Welt entstanden.
Trotz Kälte hohe Februarziffern für Roheisen.
Der Monat Januar hatte mit einer Roheisenerzeugung von 1098 380 Tonnen eine überraschende Steigerung der Hochofen. production in Deutschland gebracht. Sie übertraf jogar die monatlichen Durchschnittsziffern in der Hochkonjunktur von 1927 um rund 6380 Tonnen.
So mußte für den Februar mit einem größeren Produktionsausfall gerechnet werden, um so mehr, als die Frostschäden mit ihrer geringeren Erzversorgung sich erst im Februar in ihrer ganzen Schärfe auswirkten und die Januarerzeugung durch die Novemberausfälle manchen noch fünstlich hoch erschien. Diese Ers
wartung ist nicht eingetroffen. Nach den in der Zeitschrift Stahl und Eisen" veröffentlichten Ergebnissen belief sich die Roheisenerzeugung im Februar auf 981 695 Tonnen( 28 Arbeitstage), so daß die arbeitstägliche Erzeugung mit 35 061 Tonnen nur 1 Proz. unter den Januarziffern liegt und die arbeitstäglichen Produktionsziffern in den guten Monaten Januar bis
Oftober 1928 noch immer um 132 Tonnen übertroffen werden. Auch für die Beurteilung der Konjunktur sind diese erfreulichen Ziffern wichtig.
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Die Zementindustrie erntet. Der große ostdeutsche Zement fonzern, die Schlesische Portland 3ementindustrie A. G. in Oppeln , der fich im Laufe des letzten Jahres auch in Mittel deutschland festgesezt hat, zahlt, wie im vergangenen Jahr, wieder nehmens liegen noch nicht vor, jedoch läßt sich aus der herauf. fegung der Abschreibungen von 2,6 auf 3 Mill. bereits ersehen, daß die tatsächlichen Gewinne des Konzerns noch weit über denen des Vorjahres liegen. Norddeutsche Portland - Zementfabrik in Misburg Zugleich wird bekannt, daß die ihre hohe Borjahrsdividende von 14 Proz. auch in diesem Jahr wieder ausschüttet.
,, In unserem Bezirk komite die Landwirtschaft für ihr Vieh von den Händlern bzw. den Fleischern nur außerordentlich schlechte Preise erhalten. Sie lagen in der Regel 10 M. unter der Markt: ich nur um ein Beispiel, aber man kann daraus ersehen, daß eine 12 Broz. Dividende. Geschäftsbericht und Bilang des Unternotiz. Besonders litten die Kleinbauern unter diesem Bucher . Um dem Uebel abzuhelfen, verhandelten die in Frage kommenden Landwirte mit der Fleischerinnung der nächsten größeren Industriestadt; sie wollten durch direkte Verkäufe an die Verbraucher oder das verarbeitende Gewerbe Preisverbesserungen erreichen. Die Inmung wollte aber das von ihr gebrauchte Vieh nicht direkt von der genossenschaftlich organisierten Landwirtschaft abnehmen und lehnte ein entsprechendes Angebot der Landwirtschaft rundmeg a b.
Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise ohne verbraucherfeindliche Maßnahmen, wie Zollerhöhung und Einfuhrdrosselung, möglich ist. Würde die ganze deutsche Landwirtschaft dem Beispiel folgen, so tönnte fie dadurch wirtschaftlich mehr erreichen als durch unsinnige und überspannte Zollforderungen. Diese wirten sich vielmehr als schwerste Verbraucherbelastung aus und verringern die Absatzmöglichkeit der Landwirtschaft!
Darauf gingen die Landwirte zu den Konsumgen offen Zusammenarbeit Preußen- Hamburg . Sonberabſchreibungen- insgesamt mit 170 000 m. faft um bas
schaften. Diese erklärlen sich fofort bereit, möchentlich einige hundert Stück Großvieh abzunehmen, und zwar zu denselben Bedingungen, die den Konsumgenossenschaften bisher von den Bich auffäufern gestellt wurden. Die Tiere werden nach dieser Regelung nach Schlachtgewicht und Qualität bezahlt.
Die zwischen Landwirten und Konsumgenossenschaften vereinbarte Organisation flappte von Anfang an, und die Landwirte unseres Kreises verkaufen jetzt ihr Bieh durch eine Bieh verwertungsgenossenschaft direkt an die Konsumgenossenschaften. Der 3wischenhandel ist ausgeschaltet.
Der Erfolg zeigte fich fofort. Früher lagen die Viehpreise in unserem Streis weit unter der Berliner Notiz. Heute stehen sie über Berliner Notiz Eine vorgenommene Umrechnung ergab, daß sich die Bichpreise durch bloße bessere Organisation um einen Betrag steigerten, der einer Zollerhöhung von mindestens
Hafengemeinschaft mit 70 Millionen Kapital.
Der Ende vorigen Jahres zwischen Preußen und Hamburg geschlossene Aufbaufriede für den Hamburger Hafen trägt die ersten positiven Früchte. Die Hamburgisch- Breußische Hafengemeinschafts G. m. b. H." wird durch ein der Hamburger Bürgerschaft vorliegendes Gefeß begründet. Das Kapital der Gesellschaft wird 70 Millionen betragen, wozu die Partner je die Hälfte beitragen. Breußen bringt als Gegenleistung für seinen Kapitalanteil die zur Hafengemeinschaft gehörenden Gebiete und Anlagen ein. Hamburg zahlt zu den eingebrachten kleinen Gebietsteilen und Anlagen 30 Millionen Mark in bar hinzu. Ein vierzehntöpfiger Berwaltungsrat, auf drei Jahre berufen, wird von Preußen und Hamburg je zur Hälfte besetzt.
6 Proz. Dividende bei der National Film A.-G. Wie in den letzten beiden Jahren zahlt die National Film A.-G. auch für das Geschäftsjahr 1927/28 wieder 6 Broz. Dividende. Durch hohe Fünffache erhöht liegt der ausgewiesene Reingewinn mit rund 90 000 m. mur unwesentlich über dem des Vorjahres. Im abgelaufenen Betriebsjahr hat die Gesellschaft mit dem amerikanischen Unternehmen Warner Brothers Pictures einen Vertrag abgeschlossen, der den Amerikanern entscheidenden Einfluß in der Produktion wie auch im Vertrieb- und Verleihgeschäft der Gesellschaft einräumt,
Starles Bordringen der deutschen Einfuhr ins Saargebiet. Die deutsche Einfuhr nach dem Saargebiet ist nach der amtlichen deut fchen Außenhandelsstatisttit im Jahre 1928 gegenüber dem Vorjahr mengenmäßig um rund 10 Pro3., wertmäßig um rund 45 Pro 3, gegenüber 1926 fogar um mehr als 100 Broz. 80,8 millionen und 1928 115,5 Millionen Mart. Die Entwicklung gestiegen. Sie betrug im Jahre 1926 54,2 Millionen, 1927 zeigt deutlich, daß der Saarmarkt entgegen den Behauptungen der französischen Propaganda hinsichtlich des Barenbezuges immer mehr Don Frankreich abrüdt