Liebesiragödie im Korst. Die Geliebte hinterrücks niedergeschossen. Im Stolpe ? Forst bei Hennigsdorf spielte sich gestern nachmittag eine L i« b e, t r a g ö d i e ab. die in ihren eigentlichen Motiven noch ungeklärt ist. Ein Hennigsdorfer Einwohner, der sich mit seinem Fahrrade auf dem Weg« nach Heiligensee befand, hörte plötzlich aus nächster Nähe mehrer« Schüsse fallen, denen unmittelbar darauf laute Hilferufe folgten. Als der Mann hinzueilte, fand er am Rand« einer Schonung, etwa SV Meter vom Bahndamm der Vorortbahn entfernt, ein jüngeres Mädchen und einen Mann mit schweren Schußverlegungen daliegen. Hilfe war bald zur Stelle und durch ein zufällig des Weges kommendes Auto der Reichspost wurden die Verletzten ins Paul-Gerhard-Stift in der Müllerstraße gebracht. Das Mädchen, das einen schweren Rückenschuß davongetragen hat, ist eine 21jährige Ella U. aus der Ackerstraße K8. Sie konnte, bevor sie das Bewußtsein verlor, der Polizei noch kurz« Angaben über den Hergang der Tot machen. Donach hat sie mit ihrem Geliebten, dem Zlljährigen Josef St., der im gleichen Hause wohnt, einen Au». flug unternommen. Unterwegs kam es zwischen beiden zu Streitigkeiten, da ihr St., der Grund zur Eifersucht zu haben glaubte, Vorhaltungen machte. Plötzlich habe ihr Begleiter sie unter einem Dorwand ausgefordert,«in Stück vorauszugehen. Sie hatte kaum einige Schritt« getan, als hinter ihr zwei Schüsie krachten. Von einer Kugel in den Rücken getroffen, sei sie zu- sammengebrochen. Im selben Augenblick trachte abermals ein Schuß. der Täter hatte die Waffe gegen sich gerichtet und sich einen Schuß in die rechte Schläfens«ite beigebracht. Die Kugel war au» der Schädeldecke wieder herausgetreten und hatte das Gehirn verletzt. St. liegt hoffnungslos danieder, das Mädchen dürste mit dem Leben davonkommen. Nach dem bisherigen Untersuchungs- «rgebnis hat es den Anschein, daß St. schon mit dem Vorsatz, sich und seine Gellebt« zu erschießen, hinausgefahren ist.
Hastbefehl gegen Orloff und Äawlonowfti. Wegen verfochten und vollendeten Betruges. Der Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium hat gegen die ihm von der Polizei vorgeführten Houptbeteiligten an der Dokumenten- fälfcheraffäre, Wladimir Orloff und Peter Pawlonowski »lia� Sumarokow, gestern Haftbefehl wegen he» bringenden Taloer dachles des versuchten und vollendeten Betrüge» erlasse«, so daß das Verfahren gegen die beiden Russen nunmehr an den zu- ständigen Untersuchungsrichter übergeht. Bei Orloff Handell es sich um den versuchten Betrug an dem amerikanischen Journalisten Änickerbocker und um den vollendeten Betrug gegenüber dem ehemals russischen, jetzt preußischen Staatsangehörigen Sievert, dem er die sogenannten Trilisser-Briefe verkauft hoben soll. Es handelt sich dabei um Fälschungen eines angeblichen Briefwechsels zwischen dem Chef des Außendienstes der GPU . und Auslandsver- tretern der Sowjetregierung über bolschewistische Propaganda in anderen Ländern. Die übrigen in Berlin festgenommenen Russen dürften nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen kein Straf- verfahren zu gewärtigen haben, da da« bei ihnen beschlagnahmte Material sich lediglich auf eine politische Nachrichtentätigkeit, aber nicht auf Fälschungen bezog. Sie bleiben aber in Ausweisungs- Haft» bis das gegen sie eingeleitete Ausweisungsverfahren ent- schieden ist. Bei der von der politischen Polizei auch in der Provinz vorgenommenen Aktion sind in Hamburg drei Russen festgenommen worden, doch scheinen sich die in ihren Woh- nungen beschlagnahmten Dokumente ebenfalls nur auf ihre Tätig- keit im Dienst gewisser politischer Nachrichtenstellen zu beziehen.
Die„katt"gestellten Sishändler. Was wir im Winter an Eis Im Ueberfluß haben, da» fehlt uns nn Sommer. So sind auch die Inserat« der Troß-Berliner Kunst. «is-Gesellsck>ast m. b. H. zu oerstehen, die im Winter die Herab» setzung der Eispreise ankündigen, um im Frühjahr die Preise sofort heraufschnellen zu lassen. In Berlin teilen sich etwa 2 Oll Eis- Händler in die Belief« rumi der Kunden mit Kunsteis. Kleine, mühevolle und schlecht rentable Existenzen, die alles schlucken müssen, was die GKG., die Ringvereinigung der Eisfabriken, diktiert. Durch einen Cinzelvertrag muß sich jeder Händler auf Gedeih und Ber- derben an sie binden. Der Vertrag geht sogar so weit, daß der Kleinhändler sein Geschäft nur an«inen Dritten abtreten kann, wenn dieser sich verpflichtet, da» Ei» von der GKG. zu be- ziehen. Dabei sind die Händler dauernd, Tag und Nacht, unterwegs, um das Eis an die Kunden zu bringen. Meist müssen Frau und Kinder mitarbeiten. Di« GKG. diktiert die Preise, die die Kleinhändler lähmen dürfen, unterbietet sie selbst aber durch ihre eigenen Verkaufswagen, wenn es gill, die Konkurrenz der nicht im Ring angeschlossenen Eisfabriken in Köpenick zu be- kämpfen. Eine vorgeschobene Einkaufsgenossenschaft für Eis und Futtermittel der Händler hat feit ihrem zehnjährigen Be- stehen noch nicht ein Stück Eis an ihre Mitglieder geliefert, aber sie ist der Strohmann für den Eistrust, wenn er den Eishändlcrn eins auswischen will. Die Interessenoereinigung der Eishändler wird dafür sorgen, daß die Vormachtstellung des Eistrusts nach Ablauf der Verträge erschüttert wird. Schon heut« stehen die eiskonsumierendcn Geschäftsleute wie z. B. die Halten- fchlächter, dem Gedanken sympathisch gegenüber, eigene Eis- f a b r i k e n gemeinsam mit den Kleinhändlern.zu betreiben. Dem Publikum wird es nur recht sein, wenn dadurch das Eis billiger wird. Mit 2stl> Proz. Gewinn nicht zufrieden sein, ober dem kleinen Händler durch einen Krawattenoertrag die Existenz abschnüren, das ist ein bezeichnendes Beispiel für kapitalistische Wirtschm'
Morgenstunde hat Gold im Munde. Daß dies alte Sprichwort wahr ist, erlebte am 18. März, morgens 8 Uhr, ein Korbmachermeister, als er die Räume der Firma W. A. O. Casten in der Alexanderftraße betrat. Ein Herr begrüßte ihn höflich mit folgenden Worten:„Sie sind der erst« Kunde in unseren neu eröffneten erweiterten Räumen, und ich erlaube mir, Ihnen im Namen der Firma ein Präsent in Form einer goldenen Uhr zu überreichen." Was tat unser Kordmachermeister? Er stand verdutzt und meinte dann trocken:„Na. wenn es nicht anders ist, ich habe nichts dagegen."
Es muß doch Frühling werden.
Di« Sonne scheint, aber nachts geht die Temperatur auf minus 1 bis Z Grad zurück. Die Schneeschmelze ist in unserer Gegend beendet, nur die als feucht bekannten Stellen stehen noch unter Wasser. Aber leider ist der Boden durch die bisher nur schwache Erwärmung der Luft wenig aufgetaut, so daß seine Bearbeitung noch unmöglich ist. Dabei nähern wir uns dem Frühlingsanfang. einer Zeit, die sonst schon den Landmann in vollster Arbelt sah. Oie späte Frühjahrsbestellung. So wertvoll der Schneefall im Winter und ein viele Schädling« vernichtender scharfer Frost im allgemeinen ist, so hat dieser oer- slosiene Winter doch zu lang« gedauert. Wenn man darauf hin- weist, daß z. B. der russische Winter noch länger anhält, so ist der dortige spät« Frühlingseinbruch viel intensiver. Mit Recht sagt man: heute Schlitten und Schleife— morgen klapperndes Rad. Aber bei uns, wo die viel intensivere Bodenausnutzung eine größere Arbeits- leiftung zur Borausfetzung hat, liegen die Berhältnisie so, daß ein Zusammendrängen der verfchiedensten vorbereitenden Arbeiten nicht gut möglich ist. Schon das Mistfahren auf tiefem Schnee verbietet sich, noch mehr das Ausbreiten. Nu» soll gepflügt und g««ggt, dann gesät werden— di« Kortoffeln sollen gesetzt werden: geduldig muß man warten, bis der Boden so weit gelockert ist. daß der Pflug ihn stürzen kann. Daß die bestehenden Saaten im ollgemeinen nicht gelitten haben, ist der ersten Schneedecke zu verdanken. Der viele Schnee, der später hin- zukam, half dann die stärkere Kälte abwehren. Da Schnee für das Wachstum der Pflanzen günstige Bestandteile enthält, so ist zu hoffen, daß die kommende Ernte sich der vorjährigen eben- bürtig erweisen wird: was damals der spät« Sonnenschein bewirkt«, kännt« die diesmalig« reichhaltige Winterfeuchte erreichen. Aber eh« die neue Ernte, eh« die Früchte der Frühgemüfekulwr auf den Plan treten, dürfte es schlecht genug au» sehen.
Europas Länder haben all« mehr oder weniger durch Kälte ge- litten, und selbst die asrikanischen Gebiete sind durch die abnorm« Wetterlage in Mitleidenschaft gezogen worden. Wenn nun auch die klimatischen Verhältnisse des Südens einen raschen Ausgleich der Verluste ermöglichen, so wird das neu« Produkt hoch im Preise stehen, also für Volksnahrung nicht in Frag« kommen. Da ist es glücklich zu preisen, daß Regierung und Städte sich für Mehrung unserer Frühgemüseerzeugung eingesetzt haben— durch die Kreditgewährung, die die Herstellung der bekannten Blocks von Glashäusern ermöglicht«. Run ist freilich durch die große Kälte das, was bereits ausgepflanzt war, stark beschädigt worden, und das, was gerettet werden konnte, so stark mit den Kosten für di« Heizung belastet worden, daß auch diese Produtte nicht für di« breiten Massen in Frag« kommen. Aber die Glashäuser, di« nun einmal vorhanden sind, gewähren den Trost, daß sie der neuen Heranzucht von Gemüse jenes schnell« Tempo verleihen werden, das im Süden die Sonne bewirkt. Selbst da. wo die in den ganz warm gehaltenen Gewächs- Häusern angetriebenen Saatpflänzchen wegen der Unmöglichkeit sie auszupflanzen, überaltert, daher wertlos geworden sind, und durch neugezogene ersetzt werden müssen, wird man noch immer einen Dorsprung gegen die Freilanderzeugung haben. Für den kleinen Siedler sollte sich aus Obigem die Mahnung ergeben, sich— falls er es nicht früher getan Hai — ein oder einig« Frühbeetfenster zu beschaffen, um die nicht viel Platz beanspruchenden Gemüse, also Mohrrüben, Kohlrabi und Salat schnell heranzuziehen und sich gleichzeitig ein Plätzchen zu sichern, auf dem er die späten Kohlpflanzen, Porree usw. sich vorkultivieren kann. Für jeden, der über Land verfügt, heißt es diesmal, da» Aeußerft« zu leisten; die aufgewendete Mühe macht sich gleich bezahlt und Anschaffungen wie Glassenster ufw. bringen einen Nutzen für viele Jahr«.
Oer Schah im Autoreifen. <Sr gehörte niemand, aber niemand gönnte ihn der Finderin. Eine nicht alltägliche Klag« wurde vor dem Arbeits» gericht Hannover verhandelt. Ein Gummiwerk in Wülfel hatte ein« Anzahl aller Autogummischläuche getauft, die zermahlen und regeneriert werden sollten. In einem dieser allen Lustschläuche fand eine Arbeiterin bei den Vorarbeiten zur Regeneration säuber- lich in Papier eingewickelt 26S Dollar. Dn sie Zweifel an der Echtheit der Scheine hegte, besprach sie sich mit einem Vorarbeiter, der ihr, nachdem er selbst erst Auskunft«ingeholt hatte, mitteilte, die Schein« seien echt. Bei diesen Nachfragen erhielt die Firma Kenntnis von dem Fund, machte Anspruch daraus gellend und nahm auch die Hilf« der Kriminalpolizei in Anspruch. Die Arbeiterin übergab, um sicher zu gehen, die gefundenen Scheine dem Fundbureau. Das Arbeitsgericht hatte die Frage zu entscheiden: wem gehören die gefundenen Dollar? Die klagende Firma konnte nicht nach- weisen, daß sie Besitzerin und Eigentümerin de» in dem alten Auto- luftschlauch gefundenen Betrages sei. Da sich ein Amerikaner— nur um einen solchen kann es sich handeln— als Eigentümer nicht ge- meldet hat, konnte nur di« Arbeiterin als Eigen- t ü m e r i n gelten. Di« Klage wurde deshalb vom Arbeitsgericht abgewiesen. Wie oerlautet, will die Gummifirma gegen dieses Urteil Berufung einlegen._ Oanzig.Ausstellung in Berlin . Heute mittag wirb in der Aula der Technischen Hochschul« Eharlottenburg im veiseia von Vertreter» der»eichsregierung. der städtischen Behörden und de» van- ziger Senat»prSsidentea Dr. Sahm die Vauzig-Au»- stelluug eröffnet. Das Deutsch « Auslandsinstitut in Stuttgart hat sie veranstaltet, und nach Gastspielen in Stuttgart , München und Dres- den wird nun auch die Ausstellung den Berliner über das Gesicht Dangigs aufklären. Es ist merkwürdig, daß selbst unter Gebildeten «ine tamn geahnt« Unkenntnis über di« politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse der Freien Stadt herrschen. Danzig ist eine rein deutsch « Stadt, die durch den Bersailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt wurde und jetzt trotz polnischer Zoll- union uttd polnischer Eisenbahn ein autonomer Staat ist, der übrigen« an der Weichselmündung liegt. Danzig bleibt aber auch eine der in architektonischer Beziehung schönsten Städte Euro- pas. Ausgezeichnete Photographien von den gotischen Kirchen, von den spitzen Giebelhäusern, von stillen Gassen und Kanälen ent- hüllen das Bild einer jenseits der Gegenwart ruhenden Stadt, in die ssch eigentlich der Rhythmus des Jazz oder der Börse nicht har- monisch einfügen will. Dagegen zeigen di« reizenden Modell« des Zoppoter Weltbades den modernen Geist, ein Danzig , das durchaus anders ist, als es ssch ein« sentimental« Romantik träumt. Mit großer Sorgsalt sind hier in dieser Ausstellung allerlei Dokumente zusammengetragen worden, di« ein umfassendes Porträt der Stadt vermitteln. Man findet Exemplar« sämtlicher Zeitungen, man findet Statistiken über die Danziger Wirtschaft, Photographien und Modelle der hervorragendsten Gebäude, Bilder und Radierungen prominenter, zeitgenössischer Danziger Künstler, Modelle der auf Danzigs Wersten erbouten Schiff«. Daneben aber auch Dokument« der Vergangenheit: herrlich« Barockmöbel, gotische Gebetsaltörchen oder alt«, gesiegelte Urkunden. Wie gesagt, jeder erhält hier einen lebendigen Eindruck von dem, was Danzig ist und einmal war. Hoffentlich trägt diese Ausstellung dazu bei, daß sich im Reich di« Kenntnis über das„nordische Venedig " �befestigt, daß man weiß, dieses ist eine rein deutsche Stadl.
Das neue Heft der Arbeiterwohlsahrt hat seinen Inhalt ganz aus die kommende Frankfurter Tagung des Haupt- ausschusses für Arbeiterwohlfahrt am 27. und 28. März eingestellt. Genossin Iuchacz gibt in ihrem Artikel „Ausbildung" die Begründung zur Frankfurter Tagung unh
zeigt die Wichtigkeit einer grünlichen Klärung der Ausbildungs- fragen für die weiter« Schulungsarbeit des Hauptausschusses. Genossin Magnus macht in ihrem Aufsatz.Weiterbildung der Sozialarbeiter" Borschläae für eine theoretische Schulung der bereits in der Fürsorge Tätigen, di« notwendig ist. will der Fürsorger allen Ausgaben mit immer gleichbleibendem guten Wissen gegenüberstehen. Der Berufswahl der jetzt Schul- entlassenen gilt der Artikel der Genossin Morgenstern:»Wie werde ich Politikerin?'. Zwei Aufsätze:.Da» Frank- furter Westendheim" und.Der Schashof" zeigsn die Tätigkeit von Frankfurt a. M. in der Jugendfürsorge. Der Abschnitt .Aus der Arbeiterwohlsahrt" bringt der Genossin Iuchacz einen Gruß zu ihrem 50. Geburtstag. Mitteilungen imd Zertfchriftcn- schau schließen das Heft. Eisenbahnkaiastrophe in Kanada . 20 Tote, viele Verletzte. Räch einer Meldung aus Toronto Hot sich bei T r o» e« u r t, etwa SS Kilometer südlich von Parrh Sound, ei« schweres Eisenbahnunglück ereignet. 2 0 P a s s a- giere wnrden getötet und viele verletzt. Die Eisen» bahnbehörde« sind»och nicht im Besitz aller Einzelheiten über daS Unglück, doch wird bereits bestätigt, daß miade» stens drei Mann des Zngpersonals getötet worden find. An die Unfallstelle wurde sofort ei» Lazarettzug entsandt.
UuzuverlSsfige Beamte. Wegen Amtsunters ck�agung waren vor dem Schöffengericht Mitte der Lerwalwngssekretär Paul Brückner, der Hallen» meister Emil S u s s a und der Obechallenmeister Franz Ionaß angeklagt. Alle drei Angeklagte sind aui dem Städtischen Schlachthof beschäftigt. Eine Anweisung des Schlachchofdirektors, di« K'.in- den nicht nach bureaukratffchen. sondern nach kaufmännischen Ge- sichtspunkten zu behandeln, hatten die Angeklagten in der Weise ausgelegt, daß für sie selbst ein Geschäft heraussprang. Bei Tages- einlagerungen hatten sie keine Quittungen ausgestellt und die Gebühren untereinander verteilt. Im ganzen war ihnen die Unterschlagung von 2000 Mark nachgewiesen worden. Die AnaeNagten waren auch geständig und entschuldigten sich nur damit. daß sie zunächst durch entstanden« Mankos zu dem von ihnen eingeschlagenen Verfahren veranlaßt worden seien. Sie gaben aber zu, daß sie später sich selbst Vorteil« verschafft hätten. Das Schöffen- gericht verurteilte Brückner und Ionaß zu je 6 Monaten und Suffa zu 3 Monaten Gefängnis. Stahlhelmer in der Laubenkolonie. Uns geht folgende Klage zu: In der Laubenkolonie Ideal III in Neukölln, Grenzalle«, stört« schon länger der bei der Reichspost beschäftigte Stahlhelmer Herbert M o d r o w den Frieden der Kolonie. Abgesehen davon, daß der kaum den Kinderschuhen ent- wachsen« Jüngling sich stets bestrebte, die politischen Gefühle Ander»- denkender zu verletzen, versuchte er sogar den Zeitungsausträger auf der Kolonie, dessen Zeitungen nicht nach seinem Geschmack find. zu belästigen und ihm sogar.eine Kugel in den Schädel" anzudrohen. Hinweise auf einm Strafantrag beantwortete er lachend mit der Bemerkung:.Ach, uns Stahlhelmer tun die Gerichte nichts, wir sind vor Strafe geschützt!" Auf diese Sicherheit hin ist seine und seiner Kumpanen He den» tat in der Nacht vom 27. zum 28. Februar wohl zurückzuführen: Sie drangen in die Laube des Vaters des M. ein, bezechten sich an dem dort vorhandenen Obstwein und zerstörten einigen Kolonisten die Zäune gründlich, rissen an der Straße angebrachte Schilder ab, beschädigten st« und warfen sie fort. Dann wandten sie sich der Kleinbahn beim Untergrundbahnbau zu, brachen eine an der Straßenkreuzung stehende Warnungstafel ab und sicher wäre noch mehr herangekommen, w«»n der Bauwächter nicht erschienen und sie oerjagt hätte. Die Kolonie wird alles tun, sich in Zukunft gegen den Rowdy zu schützen. Vielleicht unterstützt auch die Behörde des Modrow die Kleingärtner in der Abwehr solcher gemeingefährlichen Elemente.
DIE'ft&iiß' ZIGARETTE
GUTSCHEINE liegen allen Packungen bei!