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(4. Fortsetzung.) Eine Musikkapelle hat unter der Kanzel Aufstellung genom« men, es fehlt nur der Pfarrer. Wir warten und sind schon müde vom Stehen. Endlich erscheint er. Es ist derselbe, der unseren toten Kameraden immer die Grabrede hält. Nach allen Seiten grüßend. besteigt er pustend die Kanzel. Der Gottesdienst beginnt. Brausend aus tausend Männerkehlen, tönt der Choral in die hohen Wölbungen hinauf, begleitet vom Orchester. Sehnsuchtsvoll verhallt er in den lichten Morgen. Dann beginnt der Pfarrer zu predigen.«Wir wollen heute das Kapitel: Lucas 10, Vers 25 37, hören, welches also heißt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus all deinen Kräften und aus deinem Gemüt«: und dein«n Nächsten sollst du lieben wie dich selbst." Kameraden, wir haben Krieg, die Welt brennt vom lodernden Brande, diesem Brande, der uns aus unseren Familien herausge- rissen hat. aus unserer Arbeit, aus unseren Gewohnheiten und nicht zuletzt aus unserem Stumpfsinn. So mancher Kamerad, der jetzt treue Wacht im Schützengraben hält, hat vor dem Krieg niemals an seinen Gott gedacht, seine Kinder nicht zum Gottvertrauen erzogen! Doch der Krieg hat uns gelehrt, zu Gott zu beten. Viele unter euch werden sagen: Ja, warum hat denn Gott den Krieg üb«r uns gebracht und läßt uns schon im zweiten Kriegs- jähr schmachten...? O, ihr, die ihr oerblendet seid, merkt ihr gar nicht, daß Gott uns sine Prüfung auferlegt hat, damit das Schicksal uns, die ganze Menschheit, ihm zuwendet in festem Glau- bon. Um Gott lieben und dienen zu lernen, jederzeit hat er den Krieg in das Land kommen lassen, um ihn lieben zu lernen und uns schuldig zu finden und zu büßen für unsere Wollust, der wir vor dem Kriege frönten. Wenn unsere Brüder sterben vor dem Feinde für Kaiser und Vaterland und die Familie daheim, dann sterben sie in der Pflichterfüllung für alles Irdische, Kameraden. Sie sterben si�: Gott und in Gott ! Dem Allmächtigen hat es gefallen, ihren irdischen Leib zu sich zu nehmen, weil er sie liebt und sie mit Gnade umgeben will. Darum weinet und klaget nicht, wenn ihr einen Kameraden in das Grab senket. Gott hat ihn von irdischen Leiden erlöst!... Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Kameraden, welches große Wort hat Jesu da gesprochen! Liebet euren Nächsten, segnet, die euch fluchen. Seht, Jesus Christus hat bildlich gesprochen. Wir sollen unseren Nächsten lieben, unseren Bruder, den Mitkämp- ser, der mit uns unter dem Gewehr steht! Doch unsere Feinde? werdet ihr fragen. Ja, Kameraden, sind sie denn unsere Brüder, sie, die unseren Kaiser, unser Vaterland und Frauen und Kinder, Väter und Mütter in toller Wut berauben wollen? Die über unsere gesegneten Heimatfluren herfallen wollen wie die gottlosen Wtliden in Afrika ? Nein, sie sind nicht unsere Brüder, weil sie unser Land rücklings überfallen haben! Das will auch der Herrgott nicht, er, der alle Bosheit durchschaut! Dank seiner Gnade und Liebe haben wir die zahllosen Feind« siegreich aus unserer Heimat verjagt. Seiner all- mächtigen Gnade hat es gefallen, uns beizustehen. Und deshalb wollen wir mit all unserer Liebe ihn lieben, mehr als uns selbst! Lasset uns beten!" Nach dem Vaterunser erbrauste der Raum und es dehnt« sich in die Weite das Niederländische Dankgebet. Dort, wa stumm die Orgel stand, ertönte ein fein abgestimmter Männergesang: Schuberts Du bist die Ruh'" erklang leise. Dann sangen die MännerSonntag ist's" undHorch, die alten Eichen rauschen.!" Don ollen Seiten wurde Bravo gerufen. Ein jeder fühlte ein Stückchen Heimat in diesem Gesang und trug es mit hinaus aus der Kirche. Das war das echtt Deutschtum, um das wir ausgezogen waren zu kämpfen. In diesen stillen Weisen lag uns«r Vaterland oerborgen. Darin lag unser Empfinden, unsere Seele. Hooge . An einem Montagmorgen wurden wir durch ungewöhnliches Arttlleriefeuer aus dem Schlafe geweckt. Einige Kameraden standen von ihren Schlafstätten auf und eilten aus die Straße, um zu sehen, von woher das starke Feuer kam. Ich maß der Kanonade keine Bedeutung bei, derartiges war ich gewöhnt von manchen Stunden in unserer Stellung. Vielleicht war es ein Feuerüberfall, den es so oft gab. Daher legte ich mich auf die andere Seite und oersuchte, weiter zu schlafen. Es graute erst der Morgen und es waren noch etliche Stunden bis zum Wecken. Die Kameraden aber kamen zurück und sagten, daß irgend- wo rechts von unserer Stellung ein Angriff sei. In der Tat, die Kanonade wurde immer stärker. Unsere Baracke hob sich vom Luftdruck und senkte sich, wenn mal eine Sekunde die Kanonode nachließ. Die Wände drängten nach innen, als wären sie aus Gummi. Schlafen tonnte keiner mehr. Wir steckten ein paar Kerzen in Brand urä> Neideten uns an. Bald kam auch ein Unter- offiziek, notdürftig nur bekleidet, herein und rief:Die Engländer greifen auf Hooge an. um die Front zu durchbrechen. Fertigmachen zum Abmarsch!" In Eile suchten wir unser Gepäck zusammen. Es ging nicht ohne Schwierigkeiten. Solange wir in Stellung zogen, brauchten wir nicht feldmarschmäßig zu gehen: daher lagen die Tornister seit vielen Monaten in dem engen Raum aufeinandergestapelt. Beim flackernden Kerzenschein wollte jeder seinen Tornister haben. Es kam alles durcheinander. Zank und Strett entstand, dem einen fehlten die Riemen am Tornister, dem anderen dieses und einem dritten jenes. Schließlich fand doch jeder seine Sachen und be» eilte sich, fertig zu werden. Punkt sieben standen wir aus dem Hof und empfingen hundert- fünfzig Patronen und für drei Tag« Berpflegung in Büchsenfleisch. Dann marschierten wir ab. Der Feldwebel rief uns nach: fallet die Ohren steif, Jungens!" Die Kanonade war heftiger geworden. Jetzt, wo wir auf der Straße und auf freiem Felde waren, hörten wir das Getös« der schweren einschlagenden Granaten. Weit, weit in der dunklen Ferne lag der Kampfplatz. Und war doch dem Ohr so nah! Mr erblickten in der Wette die schwarze Puloerwand, die den Himmel trotz des

sonnigen Tages verdunkelle. Und wir wurden stumm vor dem übermäßigen Schlachtenlärm. Wenn man in ein Gefecht zieht, weiß man nicht, ob man wiederkehrt. Die Gedanken kreisen blitzschnell im Kopfe herum. man denkt an die Lieben daheim, an die Tage und frohen Stunden, die man einst verbrachte und nicht genug würdigt«. Und man murmelt:Behllt' euch Gott, es wär' so schön gewesen.... Viel- leicht, vielleicht nicht, das Leben ist ein Würfelspiel im Kriege." Eine gewisse künstlich« Gleichgüttigkeit macht man sich: man wendet sich dem Nachbar zu, der auch den Kopf hängen läßt und sagt: He, Kamerad, das Leben ist nur Sorge, Kummer und Schinderei, laß kommen was da will, einmal kann man nur sterben weiter nichts!" Und diese Hoffnung, die keine ist, weil sie künstlich gemacht ist, gibt denn den Galgenhumor und ein Lied wird angestimmt. Zaghaft klingen die Töne aus dem Munde, werden dann freier und es steigt ein Lied in den wunderschönen Herbstmorgen, rauh und kräftig. So sang denn auch bald der ganze Zug: Des Morgens früh um fünfe, Schmeißt uns der Spieß schon raus. Dann ziehen wir mit Spaten Nach Korteville heraus. Granaten und Schrapnelle, Die platzen über uns weg, Es dauert gar nicht lange,, So liegen wir im Dreck! Korteville, Korteville, wie bist du doch so schön, Korteville, Korteville, so etwas hat man noch nicht geseh'n! Dann will einer aus der Kolonne auch einmal sein Recht haben, er singt gern traurige Lieder. Und so hört denn bald jeder Vor- übergehende das mit Gefühl gesungene Lied: Bruder, ach Bruder, ich muß dich verlasien, Bruder, ach Bruder, ich muß dich verlassen, Hole, ach hole mir einen Feldscher her, Daß meine Wunden verbunden werd'n... Es erschallte noch manches Lied, bald lustig, bald traurig, bis zum Bahnhof von Werwick. In die engen kleinen Wagen einer Klsinbahn wurden wir verladen und dann fuhren wir noch Hooge. In bummliger Fahrt brachte uns der Zug durch Ortschaften, die wir nie gesehen. Am späten Nachmittag stiegen wir auf freiem Felde aus der Bahn. Wir fanden etliche ander« Pionierzüge der Fünfzehner, also unseres Bataillons, und freuten uns, nicht allein in den Dreck zu kommen.

Eine schöne breite Landstraße, die sich durch die Stetlung zog und infolgedessen unterbrochen war vom Grabennetz, empfing uns. An einer Kreuzung, wo ein Feldweg in die Straße mündete, zogen si'ch die Häuser des Dorfes Hoog« hin. Ein Schild baumelle an einem zerschossenen Baum, und in deutscher Sprache stand geschrieben: Napoleonstraße". Die Häuser, teils zerschossen, standen leer. Die hier einquartierten Soldaten waren in den Graben gezogen. Wir marschierten näher an das G«töse, das vor unseren Augen brandete, und wurden in die Wolke des schwarzen schweren Pulver- dampfes gehüllt. Wir sangen nicht mehr, wir waren ernst ge- worden. Aus der Straße machten wir halt und stellten die Ge- wehre zusammed. Ein wenig ermüdet, setzten wir uns auf unsere Tornsster und warteten auf unseren Zugführer, der mit einem Ponyfuhrwert kommen sollte. Es wurde auf der freien Straße sehr gefährlich, da die Engländer sie mit ihren schweren, weit- tragenden Schiffsgeschützen bestrichen, die riesige Gruben und Höhlen rissen. Die starken Alleebäume knickten wie Streichhölzer um und blieben wie getötete Riesen auf der Straße liegen. Kein Mensch war zu sehen nur wir, eine zweihundert Mann starke Kompagnie, zusammengestellt aus vielen Abteilungen des Pionierbataillons. Schrapnells platzten über unseren Köpfen, aber wir matteten. Zuweilen hötteu wir in setundenstillen Momenten Maschinengewehrfeuer und wußten, daß der Engländer angttff. Denn die Erfahrung hatte uns gelehrt, den metallischen Schlag und den Klang jeder Waffe bei uns oder dem Engländer zu unter- scheiden. Dann war unser Leutnant da. Unser Zug Pioniere, ohne die anderen, die sich auch bald teil- ten, war zur Verstärkung der fünften Kompagnie gedacht, die h er in ständiger Stellung lag. Diese Stellung, die seit der Nacht der Kampfplatz wahnsinnigen Ringens war, galt bisher als die ruhigste von allen Teilen. Nun wollten die Engländer mit fttsch heran­gezogenen Kräften auf einer Frontbrett« von zwei Kilometern durchbrechen. Im Abenddunkel, wenn man daheim gemütlich sich ruhte und noch zögette, das Licht anzuzünden, zogen wir im Gänsemarsch in die Stellung. Mann hinter Mann, manchmal sich tief bückend, auf den Knien rutschend, kriechend, einander stoßend, in einer Dunkel- heit, die nur etteuchtet wurde von dem Aufblitzen der krepierenden Granaten. Rechts von der Straße lag der schmale Annöherungsweg. der sich dreiviertel Stunden durch einen schönen alten Buchenwald da- hinzog. In dem jetzt schon halb zertrümmetten Wald lag ein zer- schossene» Schloß des Königs von Belgien , das er für eine Hofdame bauen ließ. Der Weg durch den zerschossenen Graben wurde bei dem starken Artillettefeuer und den vielen Hindernissen beschwer- l-icher. Mr kamen kaum vorwätts. Oft lagen Unterstände mitten im Graben. Eine Granate hatte die geflüchteten Verwundeien unter den Betonmassen begraben. Im Aufblitzen eines spttngenden Zünders sah ich drei Soldaten an der Deckung sitzen. Der Luft- druck einer Granate hatte sie getötet. Um die zehnte Abendstunde bombardierten die Engländer die Gräben am heftigsten. Wir gin- gen schttttweise vorwärts. Di« Gräben wimmelten von Menschen. Die Toten mehtten sich. Einstürzende Schulterwehren wurden vielen zum Grab. Da krochen wir trotz des Feuers auf dem Grabenrande weiter. Endlich standen wir in der ersten Linie und harrten des Befehls zum Schanzen. Dann in der tiefen Nacht, ohne in der Dunkelhett selbst den Feind zu erkennen, arbetteten wir mit Picke und Spaten, zwei Meter einer vom anderen entfernt. (Fortsetzung folgt.)

W4S DER TAU BRINGT.

Mit der Kamera im Urwald. Das Hochplateau um den in Zentralafrika gelegenen, von dem Kongostaat und Ostafrika begrenzten K i w u s e e ist die Heimat der Gorillas, die dort, zu großen Familien vereint, leben. Der englisch « Forschungsreisende B u r b r i d g e. der das Gebiet mit der Kamera bereiste, um Filmaufnahmen von den Bewohnern des Urwaldes zu machen, hatte seine liebe Not, um die Eingeborenen zu bewegen, ihn aus seiner Filmexpedition zu begleiten. Nach der Versicherung der Neger sind die Gottllas blutrünstig« Bestten, die jedem Lebewesen, das sich i�nen in feindlicher Absich nähett, das Herz aus der Brust reißen und es giettg verschlingen. Die Eingeborenen fabeln sogar von einem Gorillatönig in der Person eines seltsamen Fabelwesens, das, halb Affe, halb Mensch, dereinst als gewaltiger Ktteger hohen Ruhm erlangte. Der englische Forscher ließ, sich durch solche gruse- ligen Märchen nich einschüchtern. Nachdem es ihm endlich geglückt war, zwei Eingeborene aufzutreiben, die minder ängstlich als ihre Genossen waren, wagte er sich in die von den Assen bewohnten Wälder. Die Gorillas, die familienweise im Urwald leben. ziehen sich beim Nahen von Menschen in die Gipfel der Bäume zurück und benützen das dichte Zweigwerk alsFenster", durch die sie, selbst ungesehen, die Zugänge beobachten. Burbridge gelang es, an einem dieser Beobachtungsposten heranzukommen. Sofott erschien an dem Fenster" ein halbes Dutzend junger Affen, die mit sichtlicher Span- nung heruntersahen. Dank dieser Neugierde konnte er in aller Ruhe einen Film von dem hübschen Bilde drehen. Aber das Abenteuer drohte eine kritische Wendung zu nehmen, denn plötzlich sah er sich einem alten Affen gegenüber, der, zähnefletschend und die Brust mit den geballten Fäusten schlagend, auf Burbridge losging. Wi« d«r Reisende berichtet, brüllte das wütende Tier dabei wie ein Löwe, nur war das unheimliche Gebrüll auf einen tieferen Ton gestimmt. Diese Mitteilung ist um so bemerkenswetter, weil sie die angezweifel- ten Bettchte des französischen Reisenden Du C h a i l l u vollinhaltlich bestätigt. Dieser hat als erster um 1SS0 diese Menschenaffen am französischen Kongo studiert und erwähnt ausdrücklich das furcht- bor« Gebrüll der Gorillas, eine Behauptung, di« viele in das Vereich der Fabel verweisen wollten. Trotz seinem-gefährlichen Aussehen und der drohenden Haltung griff übrigens der alte Gorilla Burbridge nicht an, sondern begnügte sich, in der Abwehrstellung zu verharren, was beweist, daß auch diese gefürchteten Menschenaffen besser als ihr Ruf sind. Amtsstil... Wenn ein Oberbayer nach Hamburg kommt und den Hafen- dialekt nicht versteht, so ist das begreiflich. Man lollte jedoch meinen, daß für all« einigermaßen gebildet« Menschen im Hochdeutschen ein« Verständigungsbasis vorhanden ist, di««in absolutes.Zaniwer- stahn" ausschließt. Weit gefchlt. In einer Entscheidung des Reichsfinanzhofes findet sich der folgende Gedankenbandwurm«l» trefflicher Beweis dafür: Es besteht Einverständnis dafür, daß, w«nn ein Senat eine Sache nach § 4f>, Absatz A. O., an den Großen Senat verwiesen hat. zur Teil- nahm« an der Entscheidung außer dem genannten Senat die Sepate ein Mitglied für den Großen Senat zu entsenden haben, die der abweichende Senat in der Begründung des Derweisungsbeschlusses als diejenigen bezeichnet hat, von deren angeführten Entscheidungen er abweichen zu wollen erklärt. Außerdem kann jeder andere Senat

nunMiinMMiiimsolmumimiuinmimimaim»»» ein Mitglied entsenden, der behauptet, daß die beabsichtigte Ab­weichung auch eine solche von einer seiner veröffentlichten Enffchei- düngen ist." Wer den fulminanten Satz beim erstmaligen Durchlesen vec- steht, hat sich den Nobelpreis oerdient. Im altösterreichischen Parlament, das alle neun Völker des Staaten umschloß, spielt« der Sprachen- kämpf«in« immer größere Roll«, da sich in ihm der Kamps der Nationen um den Staat äußerte. Nachdem der Minffterpräsident Graf Baden!, ein Pole, 1897 jen« Verordnung erlassen hatte, di« für die Sudetenländer auch das Tschechisch« zur Amtssprache machte, ttaten die Deutschnationalen in di« Obstruktion. Sie wurde durch unausgesetzte namentliche Abstimmungen bewirkt, da der Namensaufruf dreiviertel Stund « dauert«, bei jeder sonst belang- losen Formalität herbeigeführt werden tonnte und so die Tages- ordnung vollständig blockiert wurde. Die Nichideutschen, besonders di« Tschechen, hatten schon früher dieAngelobung" beim Beginn eines neuen Parlaments in chrer Sprache geleistet nun ant­worteten sie auch bei den vielen Namensaufrufen so. Da geschah es eines Tages, daß der Alldeutsche Georg Schönerer , als sein Name erklang, mit oh yes antwortete. Damit wollte er das ano"(ja) oderne*(nein) der Tschechen lächerlich machen. Zu- erst allgemein« Verblüffung. Dann forderte der amtierende Präsi- dent, selbst ein Tscheche, Schönerer auf. gemäß Artikel 19 der Ver- sassung in einer der landesüblichen Sprachen abzustimmen. Doch der stiernackige und starrköpfige Herrgott von Zwettl " blieb hart- näckig und wurzelfest bei seiner englischen Aeußerung. Und da auch der Präsident nicht nachgab, entstand zunächst«in gewaltiger Krach und man kam an diesem Tag nicht einmal mit dieser Abstimmung zu Ende. ribe. Kampf gegen den Schleier. Aus Tiflis wird berichtet, daß das Verbot des Dchleiertragens bei der dortigen weiblichen Bevölkerung auf heftigsten Widerstand stößt. Ueber 900 Frauen rotteten sich zusammen und versuchten, bei dem Gouverneur vorstellig zu werden. Ein sgrößeres Polizei- aufgebot war notwendig, die erregten Frauen zurückzudrängen. War es nun die sprichwörtlich geworden« Galanterie des Mannes dem schwächeren Geschlecht gegenüber, was die Polizei zögern ließ, genug, die empörten Frauen zeigten soviel Bravour. daß sie die Hüter der Ordnung in die Flucht schlugen. Einigen gelang es sogar, in den Palast einzudringen. Es entwickelt« sich hier eine Schlägerei zwischen den Frauen und den Wachhabenden. Zerzaust, zerbeutt muhtcn schließlich di« tapferen Kämpferinnen zurückweichen, viele von ihnen so meldet der Bericht verloren in dem Kampf ihren Schleier, wobei es sich zeigt«, daß die Megären alle Ursach« gehabt hatten, um dieses wichtige Requisit, das ihre Häßlichkeit verhüllte, zu kämpfen... Sächsisches, Atlmsichslsches. Ein leicht Angetrunkener muß auf dem Weg« nech seiner Be- Häufung am Napoleonstein vorüber. Dabei hält er folgenden Mono- log:Eiste, mei liewer Nabolichon, jetz geht mrsch grade wie dir Anno dazumal. Mr Hantin uns all« beode zu viel zugemut, uq das haut een dann ganz elend zusamm."

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