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Nr. 4S2» 46. Jahrgang 2» 0 Freitag. 49. April 1S2S

Löhne und Wohnungsmieten. Ohne mehrHauszinssteuern kann dieMaffen-Wohnungsnot nicht beseitigt werden.

Von t91g bis Ende 1928 ist ein reiner Zugang von 1 K 3 8 890 Wohnungen zu verzeichnen. Nach den Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung fehlen bis Ende 1933 über drei Millionen Wohnungen, und dann wäre noch kein nennens- werler Leerstand von Wohnungen vorhanden. Das vom Reichstag im Mörz 1928 beschlossene Wohnungsbauprogramm setzte sich zum Ziel, bis Ende 1933, also in sieben Jahren, den Wohnungsbednrf zu decken. Dann müßten jährlich mehr als 499 990 Wohnungen gebaut werden. Trotzdem ein großer Wohnungsbcdarf nachgewiesen ist und Arbeiterfamilien entweder keine oder unhygienische Behelfs- Wohnungen haben, also im Wohnungse'end stecken, macht sich doch in einzelnen Städten eine gewisse Sättigung des Woh- nungsbedarfs geltend. Da wirft sich von selbst die Frage ovi, für wen ist eigentlich gebaut worden? Man ge- winnt den Eindruck, daß bislang der Bedarf von sozial bestergestell- ten Arbeitern, Angestellten, Beamten und Mittelständlern gedeckt worden ist, nicht aber für die Masse derLohnarbeiter. Baukosken und Lebenshaltung. Dos hängt zweifellos damit zusammen, daß der Arbeiter die hohen Neubaumieten nicht bezahlen kann. Die Kosten einer Wohnung, mit privatem Kapital erbaut, stellen sich aus dos Zwei- bis Dreifache der Friedenskosten. Der Zinssatz für Hypotheken betrug Dezember 1928 im Durchschnitt 1914 Proz. gegen 4 bis 5 Proz. im Frieden, versinzelt werden bis 12 Proz. Hypothe- kenzinsen, noch höhere Zinsen für Baukapital verlangt. Durch die Verwendung billiger und niedrig zu tilgender Hauszinssteuerhypo- theken ist es möglich geworden, im Reichsdurchschnitt, die Neu- b a u m i e t e n bis auf etwa 179 Proz. der Friedensmiete zu senken. Kostete also im Frieden eine K9-Ouadrat-Wohnung 499 M. Miete, so stellt sich jetzt die Miete auf 689 M. pro Jahr. Die tariflichen Wochenlöhne der zahlenmäßig überwiegenden Gruppe der Facharbeiter lagen 1928 durchschnittlich auf 139,7, die Lebens- haltungskosten aber auf 132 7 Proz. des Vorkriegsstandes. Dos Verhältnis zwischen Arbeitslohir, Lebenshaltungskosten und Wohnungsmieten hat sich also wesentlich verschoben. Man schätzt das Jahreseinkommen von 89 Proz. aller Erwerbstätigen auf 1339 bis 2499 M. Dieses Einkommen ist aber nicht gleich dem Friedenseinkommen zu fetzen, denn das sind nur Bruttolöhne. Seit der Markstabilisierung sind aber die so- zia'en Laste» wesentlich gestiegen. Durch die Inflation hat die In- »alidenoersicherung fast ihr ganzes Bcrmögen verloren und zugleich durch den Krieg die jüngeren und mittleren Altersklassen ihrer Mit- glieder, während die älteren Altersklassen verhältnismäßig stark an­gewachsen sind. Die Folge waren höhere Beiträge. Die Bcr- schlechterung des Gesundhsitszustalrdcs zwang die Krankenkasien ebenfalls zur Beitragserhöhung. Hinzu kam die Erwerbslosen- oersichermtgl' so daß Üer' Arbeiter fceüie erheblich höher«"Sozialst

beitrüge vom Lohn gekürzt erhält. Sie machen insgesamt 8 Proz. des Arbeitslohnes aus." f)as ist bei 1590 M. Jahreseinkommen 129 M., bei 2409 M. Einkommen 192 M. Lohnabzug für soziale Bei träge. Hinzu kommt der Abzug der Lohn- steuer. Bei Industriearbeitern mit teilweise sehr weitem Wege zur Arbeitsstätte kommen noch die Fahrspesen hinzu. Im Frieden betrug der Anteil der INiete 18 bis 20 Proz. des Lohnes. Die 050 211. Zahresmiete von heule machen bei 1300 211. Bruttoeinkommen 45 Proz� bei 2400 211. Bruttoeinkommen 20 Proz. aus. Ein solcher Mietenanteil ist für den Arbeiter nicht tragbar, unmöglich, wenn er nicht dauernd beschäftigt ist. Die kann man aber zu erträglichen Mieten für die Arbeiterfamilien kommen, und wie kann man die hohen Zleubaumieten aus die der Altbaumieten senken, in ein angemessenes Verhältnis zum Lohn bringen? Wesentlich ist und bleibt die Senkung der Baukosten. Die Baukosten umfassen nicht bloß den Bodenpreis und die Errichtung des Hauses, sondern Straße»-, Wasserleitungsanlagen. sogenannte Anliegerkosten. Eine gute, vorausschauende Boden- vorratsw-irtschaft der Gemeinden tonn wesenilich zur Sen- kung des Bodenpreises beitragen. Vergebung in E r b p a cht kann die Spekulation mit dem Grund und Boden ausfchalten. Die A n- liegerkosten können verringert werden durch Trennung der Wohn- von den Verkehrsstraßen, leichteren Straßenbau, Uebernahme nähme der Kosten für Wasserleitungs-, Gas. und Lichtzusührung auf allAemein« Kosten. Beim Bau selbst durch gemeinwirtschaftlichen Bau, eigenen oder torperativen Bezug oder Selbsterzeugung der Baustoffe usw.

Die Herstellungskosten und damit die Mieten selbst hängen ab einmal von der Größe der Wohnung und dann vom b i l l i- gen Baukapital. Bislang hat man Wohnungen mit 79 bis 99 und darüber Quadratmetern Wohnfläche gebaut, kam damit zu Bier- bis Fünfzimmer-Wohnungen und zu entsprechend hohen Mieten. Zweifellos wurde hier das Ziel einer höheren Wohnungskultur ver- folgt. Müßte aber der Arbeiter ein« solche Wohnung mangels anderer Unterkunft mieten, dann nahm er meist noch eine Familie oder mehrere ledige Personen als Untermieter auf, die Wohnungskultur ging zum Teufel, nur da» wohnungselend blieb. Die Reaktion auf diese Zustände war der Vorschlag, Kleinst- loohnungen zu bauen. Als solche sah man Wohnungen mit Stube, Kammer, Küche im kleinsten Ausmaß in einer Gefamtwohn- fläche von 33 bis 38. Quadratmetern an. Diese Kleinstwohnungen können für alte Ehepaare, Ledige oder zum vorübergehenden Aufent- halt auch junger Ehepaare in Betracht kommen, wenn sie nicht in Mietkasernen eingekapselt sind, sondern im Freien liegen. Darum beschloß auch der Reichstag, in seinem Wohnungs- bauprogramm Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern und Küche zu bevorzugen. Das geforderte Bad für jede Wohnung hatte die Mehrheit des Wohnungsausschusies gestrichen. Dann käme man zu Wohnungen, die zwischen 48 bis 69 Quadratmeter Wohnfläche haben. Bisher kostete der Bau einer Wohnung im Reichsdurchschnitt 19 999 M. Diese Kleinwohnung dürfte sich im Durchschnitt für 8999 M. herstellen lassen. Man könnte mit denselben Mitteln mehr Wohnungen herstellen und das Bedürfnis der Arbeiter befriedigen, dabei aber immer noch iljrem Kulturbedürfnis Rechnung trogen. Freie Wirlschafi kann nicht helfen. Bei 10,5 Proz. Hypothekenzinsen würden neben den Betriebs- kosten 8999 M. Baukosten immer noch etwa 1999 M. Miete be­dingen. Das kann der Arbeiter nicht zahlen. Deshalb scheidet auch die freie Wirtschaft für den Arbeiter-Wohnhausbau aus. Darum hat man die H a u s z i n s st e u e r zum Wohnungsbau herangezogen und sie zu 1 oder 2 Proz. amortisiert. Von dem An- teil der Hauszinssteuerhypothek hängt die Miethöhe ab. Würden bei einem Baupreis von 8990 M. 2999 M. 1. Hypothek zu 8 Proz., 3099 M. Hausziyssteuerhypothek zu 1 Proz. und 1909 M. Eigen- kapital zur Deckung oerwendet, dann würde sich die Miete stellen: 2 900 Mk. zu 8 Proz..... 160 Mk. Zinsen 5 099»»1«»»ß» 39� m 1 090 m» 6» 60». V» der Zinssumme 99. Bctriebsunt.

-(Cfc- 360 Mk Nimmt man 29 Proz. des Nettolohnes als Höchstleistung für Miete an, dann wären bei 1599 M. Iahresverdienst, abzüglich 129 M. Sozialbeiträge, 276 M. M«te, bei 2490 M. abzüglich 192 M. Sozial- bsiträge, 440 M. Miete tragbar. Obige Miete wäre also an- nähernd richtig. Nun ist aber der Ertrag der Hauszins st euer be- grenzt. Im Jahre 1928 brachte st« zirka 1600 Millionen Mark, von denen 820 Millionen Mark für den Wohnungsbau verwendet wurden, der Rest für Verwaltungsausgaben der Länder und Ge- meiirden. Bei Verwendung von 3900 M. �auszinssteuerhypotheken würden aber nur 160 000 Wohnungen pro Jahr erbaut werden können, während mehr als 490 000 Wohnungen pro Jahr gebraucht werden. Man würde also zu wählen haben zwischen billiger Miete und längerer Wohnungsnot, oder höherer Miete und mit der Gefahr, daß die Arbeiter im Wohnungselend noch jahrelang stecken bleiben, eventuell die Wohl- fahrtslasten der Gemeinden anschwellen. Aus der Darlegung ergibt sich, wie seh? di« Forderung der Sozialdemokrati« nach restloser Berwendung derHaus- zins steuererträge für den Wohnungsbau grund» sätzlich berechtigt ist. In dem Notjahr 1929 wird das Ziel nicht erreichbar sein. Aber es müssen zu diesem Ziel Wege gesucht werden. Sinngemäß wird di« Hauszinssteuer ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie nicht wie heute größtenteils in Berwaltungsaus- gaben untergeht, sondern zur Erhöhung des Nationalvermögens bei- trägt Diese Ausgabe erfüllt sie am besten, wenn mit ihr Woh- nungen geschaffen werden, di« der Arbeitskraft des Volkes ein ge- silndes Obdach sichern. R. Lipinsti.

Weitere Goldabgaben der �eichsbank. Dor der diskontpolitischen Entscheidung. Die Reichs bank hat in der letzten Woche, wie nach der Cnt- wicklung am Devisenmarkt nicht ander» zu erwarten war,«rnout starke Gold- und Deotsenvorrät« verloren. Ins- gesamt belaufen sich die Abgaben auf. rund 200 Millionen, davon 130 Millionen in Gold und 30 Millionen in Devisen. Bei den Devisenabgoben sind jedoch nur 10 Millionen dem Fonds für deckungsfähige Devisen" entnommen, während der Rest aus Aus- landswechseln bestand, die in dem PostenSonstige Wechsel und Schecks" enthalten sind. Trotz dieser fortgesetzten Gold» und Devisenabgaben, die mit der internationalen Gcldteuerung zusammenhängen, erscheint es aber verfehlt, von einem kritischen Reichsbankausweis zu sprechen. Die Verluste der Reichsbant an ausländischen Voluten sind zwar mit etwa 743 Millionen seit Aansang Januar bereits höher als die Gold- und Deoisenzugänge im ganzen letzten Jahr, doch oerbleibt der Reichsbank bis zu der gesetzlich vorgesehenen Mindestdeckung von 40 Proz. noch«in gewisser Spielraum zum kommenden April-Ultimo. Andererseits kann nicht verkannt werden, daß die Entscheidung der Reichsbankleitung über die Erhöhung des Reichsbank- diskonts durch diese Entwicklung herangereift ist. Wenn sie sich noch nicht entschieden hat, so hängt dies sicherlich mit dem noch ungewissen Ausgang' der Pariser Reparationsverhandlungen zusammen, ohne deren endgültigen Abschluß die Reichsbankleitung zweifellos keinen bei der gegenwärtigen Konjunkturlage so schwer-

wiegenden Entschluß einer Verteuerung de» Kredites fassen will. Di« gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln. Schecks und Lombards hat sich nach d«m Ausweis vom 15. Ajtril um 70 Millionen aus 2411,9 Millionen verringert. Bemerkens- wert ist bei der allgemein geringen Entlastung der Kapitalanlage in den«rsten beiden Aprilwochen, daß der Wechselbe st and nur ganz unwesentlich um 27.3 Millionen Mark auf 2.1 Milliar- den zurückgegangen ist. Weit stärker sind die Reichsschatzwechjel- bestände, nämlich um 66,9 auf 76,9 Millionen Mark gesenkt worden. Die Lombards haben dagegen um 24,5 auf 121,1 Millionen zuge­nommen. Da der Notenumlauf sich durch die Rückflüsse um 301,3 Millionen auf 4.6 Milliarden gesenkt hat. besserte sich trotz der starken Golöabgaben die Deckung der Roten durch Gold allein von 58 auf 58.S proz. und die Deckung durch Gold und deckungssöhige Devisen von 58,8 aus 59.2 proz. Der Goldbestand beträgt nach den Abgaben der letzten Woche 2,'42 Milliarden Mark und der Bestand an dcckungs- fähigen Devisen 23,7 Millionen Mark.

Die Stahlmerke Im März. Die deutsche Roh stahl- gewinnung im März liegt mit 1,31 Millionen Tonnen um rund 44 300 Tonnen über den Ergebnissen des Februar. Da ober im Februar nur an 24 gegenüber 23 Tagen im März gearbeitet wurde, liegt die orbeitstägliche Leistung im März mit 32373 Tonnen um 2,1 Proz niedriger als im Vormonat. Di« Deutschen Walzwerke, die im Berichtsmonat insgesamt 904 237 Tonnen als Walzwcrksprodutte herstellten, haben eine orbeitstägliche Leistung von 36 170 Tonnen, also 69 Tonnen mehr als im Februar, aufzuweisen.

Kalimagnaten ziehen Bilanz. Glänzende Abschlüsse im Ealzdetiurthkonzern. Betriebsabschlüsie mit Bombengewinnen und Klagelieder im Geschäftsbericht pasien sehr schlecht zusammen. Die Verwaltung des Solzdetfurthkonzerns wird sich daher auch von ihren peffi- mistischen Ausführungen keinen Eindruck in der Oeffentlichkeit ver- sprechen. Sie ist auch mit ihren sehr schwachen Argumenten der letzten Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung nicht in der Lage, die Forderungen der Verbraucher aus eine Senkung der überhöhte» Kaliprcise zu widerlegen, denn die Gewinnauswcise aller drei Ge- sellschaften dieses Konzerns reden eine zu deutliche Sprache. Der gesamte Rohgewinn bei Salzdetfurth , Westeregeln und Aschersleben stieg von 17 aus 22,3 Millionen Mark, also um mehr als 30 Proz. Obwohl der ausgewiesene Reingewinn von 6,1 auf 8.7 Millionen Mark angewachsen ist, bleiben die Di vi- d e n d e n s ä tz e mit 15 Proz. bei Salzdetfurth und mit je 10 Proz. bei den beiden anderen Gesellschaften die gleichen wie im letzten Jahr. Auf diese Weife kann Salzdetfurth rund 1,2 Millionen Mark und die beiden anderen Unternehmungen zusammen auch die gleiche Summe zur Auffüllung ihrer Reserven verwenden. Daß die Anfang des Jahres vorgenommenen Kapitalerhöhungcn um insgesamt 24 Millionen Mark bei den drei Konzerngesellschaften .nur zum Zweck der Kapitalverwässerung vorgenommen wurden, zeigen einwandfrei die glänzenden Finanzverhältnisse des Konzerns. Die Bankguthaben wuchsen aus nind 18 Millionen Mark und die Gesamtforderungen auf mehr als 31 Millionen Mark, während die gesamten lausenden Schulden knapp 11 Millionen Mark betragen. Bon dem gesamten Koliabsatz entfielen nach dem Bericht der Verwaltung 61,2 Proz. auf das Inland und 38,8 Proz auf aus­ländische Abnehmer, während im Jahre 1927 der Anteil des Aus» lande» sich nur auf 37,1 Proz belief.

Mix& Genest S Prozent Dividende. Neingewinn um 40 Prozent gestiegen. Das bekannte�Berliner Schwachstromunternehmen, die Mix u. G e n e st A.- G., tonnte im letzten Jahr ihren Rohgewinn von 4,0 auf 4.25 Millionen Mark erhöhen, während die Handlung?- Unkosten bemerkenswerterweise von 2,83 aus 2,79 Millionen Mark zurückgingen. Der ausgewiesene Reingewinn von 1,15 Millionen Mark ist u m g u t 4 0 Proz. höher als im letzten Jahr. Die Dividende wird zwar von 9 aus 8 Proz. herabgesetzt, doch werden infolge der Kapitalerhöhung im letzten Jahr von 9,6 ans 16,1 Millionen Mark diesmal mehr als eine Million Mark an DividendengeQern erforderlich gegen imr 0,74 Millionen Mark im Vorjahr. Das Mietstelephongeschäft, dem in erster Linie die neuen Mittel aus der Kapitalerhöhung dienten, wurde im letzten Jahr mächtig ausgebaut und nach der Bilanz sind in den Miets- vertrügen annähernd 5 Millionen Mark mehr, insgesamt alsa 11,6 Millionen Mark f e stg e l e g t ...Wie die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht noch mitteilt, ist die Zahl der oon Mix u. Genest erbauten und voti der Deutschen R e i ch s p o st in Betrieb genommenen öffentlichen Automotenämter auf 23 gestiegen. Aus dem Auslande erhielt die Gesellschaft im Lause dieses Jahres»inen großen Auftrag für die Ausrüstung der gesamten P r a g e r Rohrpost. Das Unternehmen ist für das laufende Geschäftsjahr mit Aufträgen gut versehen, unter denen sich auch wieder in stärkerem Maße Bestellungen der Deutschen Reichspost befinden.

Varzlner Papierfabrik wieder 10 Proz. Dividende bei großen Gewinnrückstcllungen. Auch bei der Barziner Papierfabrik A.-G. in Hammermühle stand das letzte Geschäftsjahr im Zeichen eines voll arbeitenden Betriebes, erhöhter Produktion und ent- sprechend gesteigerter Umsätze. Nach den bieder veröijentiichten Abschlüssen zu urteilen, war 1928 also für die Zellstoff- und Papier- Industrie ein recht gutes Konjunkturjahr. Bei kaum veränderten Generalunkosten ist der Reingewinn um mehr als 40 Proz auf 803 000 M. gestiegen, jedoch werden hiervon für die an sich hohe Dividend« von 10 Proz, wie im Borjahr, noch nicht 500 000 M. beansprucht. Don dem Restgewinn werden allein 200 000 M. in di« Reserve alsWerkerhaltungskonto" gesteckt Da die Gesellschaft aus den laufenden Betriebsgewinnen nicht nur die. Dollarschuld von 230 000 auf 130 000 Dollar zurückzahlen konnte, sondern auch noch ihr« neuen Maschinen und Umstellungs- kostenüber Betrieb" bezahlte, erscheint der Hinweis im Ge- schäftsbericht, daß die Preis« mit den Gestehungskosten nicht immer in Einklang zu bringen waren, reichlich unglaubwürdig. Auch der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau blüht. Die?lb» schlüsse der einzelnen Grubenunternehmungen im ostelbischcn Braun- kohlenbergbau haben für 1928 fast ohne Ausnahme wachsende Erlöse bei steigenden Förder Ziffern gebracht. Daß der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau dieser sehr günstigen Ent- Wicklung in seinem Nachbarreoier nicht nachsteht,.zeigten bereits die bisl>er verössentlichten Gewinnabschlüsse. Auch die Braun- k o h l« n w e r k« Borna A.- G. in Bor n.a. Bezirk Leipzig , eines der stärksten Unternehmungen in diesem Revier, kann trotz starker Reseroebildung ihre schon im Vorjahr von 6 auf 7 Proz heraufgesetzte Dividende für 1928 weiterhin auf 8 Proz erhöhen. Der Vetriebsgewinn stieg von 2,3 auf 2,7 Millionen Mark, und trotz erhöhter Abschreibungen auf die. Anlagen liegt der Reingewinn mit mehr als 700 000 Mark um rund 13 Proz über dem Ergebnis des Vorjahres. Die Förderung von Rohkohle wuchs im Berichtsjahr um 11,2 Proz. auf 1,58 93111- lionen Tonnen und die Brikellproduktion um 11,4 Proz. auf 0,66 Millionen Tonnen, ffi'e der Vorsitzende auf der General- Versammlung mitteilte, konnten die Vorröte, die bei Beginn des Jahres auf Stapel gelegt wurden, infolge der kalten Witterung sämtlich geräumt werden. Steigender Vierabsoß. Im dritten Quartal des Braujahre» 1928/29(1. Oktober bis 31. Dezember 19281 wurden in Deutschland 12,606 Dl i l l i a n e n Hektoliter Bier abgesetzt. Davon entfallen allein 12,233 Millionen Hektoliter auf Vollbier. Gegenüber derselben Zeit des Borjahres bat sich der Bierabsotz wesentlich gc- steigert, denn er betrug im dritten Vierteljahr 1927/28 nur 11,186 Millionen Hektoliter. Diese Entwicklung zeigt einmal, daß die Prosite des Braukapitals im laufenden Geschäftsjahr noch weit höher sein werden als in dem Rekordjahr 1927/28 und ferner, wie übertrieben die Klagen der Brauindustrie anläßlich der beabsichtigten Erhöhung der Biersteuer waren. Deutschland » Amerikogeldcr 1928. Da» Handelsamt in Washington berechnet die dem Ausland im letzten Jahre gewahrten amerikanischen Darlehen aus 1488 Millionen Dollar gegen 1392 Millionen im Jahre 1927. Unter den Darlehens- empsängern befindet sich Deutschland , das 292 Millionen Dollar erhielt. Kanada mit 237 und Argeittmien mit 113 Millionen.