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Richard Perbandt

andstracher

Aus dem Leben

nes Taugenicht

( 14. Fortsetzung.)

Jawohl," antwortete der Fremde, ich warte auf die Leute, fie müßten längst mit dem Raps fertig sein. Hätte ich mein Pferd hier, würde ich schnell hinreiten, um nach dem Rechten zu sehen." ,, Wenn's weiter nichts ist," dienerte der Wirt ,,, und es Ihnen recht ist, tann Rarl mein Reitpferd satteln."

,, Angenehm," bedankte sich der Fremde lässig. Das Reitpferd wurde vorgeführt, der Fremde ließ sich von dem Knecht in den Sattel helfen und verschwand.

Eine halbe Stunde verging und der Fremde mar noch nicht zurückgekehrt. Eine halbe Stunde nach der anderen stolperte dahin, der Fremde blieb unsichtbar.

Der Wirt wurde unruhig. Er ging von Zeit zu Zeit zur Tür und jah hinaus. Er rief seine Frau und wisperte aufgeregt mit ihr. Aber auch das half nichts.

Ich machte mir meine eigenen Gedanken und der Name Albert Wolters wollte mir nicht aus dem Kopf.

Die Sonne neigte sich ihrem Untergange Knechte und Mägde famen von den Feldern heim, beschickten das Vieh und schafften die Ackergeräte fort. Ich ließ mir meine Flasche füllen und bat den Wirt um die Schlafstelle. Karl, der Knecht, brachte mich in den Hof und stellte eine Leiter an die Heubodenlufe. Als ich hinauftletterte, hörte ich, wie der Gastwirt rief: ,, Da tommen unsere Juden mit meinem Gaul!"

Nun, dachte ich, da hast du doch einen falschen Gedanken ge­habt, legte mich in's duftende Heu und schlief bald den Schlaf des

Gerechten .

Als ich am andern Morgen das Gaftzimmer betrat, traf ich hier die beiden russischen Juden, die des Nachts auf Stroh genächtigt hatten, in eifrigem Gespräch. Sie fuchtelten mit Händen und Armen herum, als wenn sie sich prügeln wollten. Karl, der Knecht, band das Stroh, brachte es in den Stall, fehrte das Gastzimmer mit einem Rutenbesen aus und streute weißen Sand.

Der Gastwirt fragte mich, wie ich gefchlafen hätte und ob ich Kaffee trinken wolle, und wandte sich den Juden zu.

Wie ich es Euch gesagt habe, das Pferd gebe ich nicht heraus. Es gehört mir. Meinetroegen fahrt zur Stadt und holt den Gendarm, oder verklagt mich, aber den Gaul befommt ihr nicht."

,, Gott der Gerechte," lamentierte der eine Jude, soll uns strafen, wenn wir dem Herrn nicht haben bezahlt blanke Zweihundert Mart für das Pferd unter Zeugengegenwart.

,, Werden wir verlieren unser ganzes Geld, lamentierte der andere, wenn Sie nicht geben heraus unser Pferdchen, das wir haben getauft reell und unter Beugengegenwart."

hr habt es mir selbst schriftlich gebracht, daß mir der Herr durch Euch mein Pferd zurückschickt, nebst Baum und Sattelzeug," antwortete der Wirt heftig. Hier fann also nur das Gericht ent­scheiden, denn der Gauner ist mit seinen zweihundert Mart längst über alle Berge."

,, Berden wir dem Herrn sagen, wie sich hat zugetragen alles!" ,, Gut also, erzählt!" und der Wirt setzte sich zu mir an den Tisch, während ich meinen Raffee trant.

Der eine Jude wandte sich an mich: ,, Hören Sie, wie ist ge­wefen die Sache."

,, Wie haißt Sache?" fuhr der andere dazwischen. Mußt du sagen das Geschäft!"

Wollt ich auch sagen das Geschäft," schrie der erste Jude,

der der Jüngere war.

,, Wolltest du sagen, das Geschäft, hast du aber gesagt Sache!" ,, Ist doch ganz egal," brummte ich, Sache oder Geschäft, es handelt sich um das Pferd."

,, Der Herr hat richtig gesprochen!" schrien beide durcheinander. Ja, das Pferd, es handelt sich um das Pferd!"

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,, Baffen Sie auf, lieber Herr!" Der ältere Jude hob die Hände. ,, Sind wir gestern eingekehrt in einen Rrug, was steht an der Straße. 3ft gekommen herangesprengt ein feiner Herr auf einem schönen Pferdchen, hat angebunden das Pferdchen draußen. Ist getommen herein und hat verlangt eine Flasche Bier und ein Likörchen. Sind wir beide Handelsleute, haben Interesse an Pferde. Habe ich gefragt den Herrn, ob er will verkaufen das Pferdchen, weil es uns hat gefallen hat der Herr gesagt, Jude, bist du ver­rudt? Werde ich verkaufen das Pferd und werde ich laufen zu Fuß?" Habe ich gesagt, der gnädige Herr braucht doch nicht laufen zu Fuß, der Wirt wird spannen an seinen Wagen und wird fahren den gnädigen Herrn, wo er will hin." Hat gelachyt der Herr, weil er hat gedacht, ist alles Spaß und hat gesagt ,, will ich doch hören, was ihr wollt geben für den Gaul." Hab' ich gejagt, mir zahlen dem gnädigen Herrn sehr viel, wir werden geben fufzig blante Gulden." Hat der Herr geschlagen mit der Reitpeitsche einen großen Schlag auf den Tisch, daß zeriprungen ist bald die Fensterscheibe und bin ich gefallen um vor Schred. Und als ich bin umgefallen, hat der Herr fich gehalten vor Lachen den Bauch und hat gesagt, ,, Du verfluchter Jude," hat er gesagt, wie fannst du wagen mir zu bieten solch Bettelgeld für mein bestes Pferd? Wo mir hat gefoftet allein der Gaul breihundert blante preußische Taler, ohne Baum und Sattelzeug, und du bietest mir lumpige fufzig polnische Gulden? Werbe ich dir geben fufzig Hiebe dafür" und hat gehoben die Reitpeitsche. Bin ich gefallen vor dem gnädigen Herrn auf die Rnie und habe gebeten und mein Rollege, was ist mein Schwager, ist auch gefallen auf seine Knie vor dem Herrn. Hat er ihn ge­3ogen eins über das Kreuz mit die Beitsche und hat gesagt ,,, Das ist eine Kostprobe. Gib zweihundert preußische Mart, dann will ich geschehen lassen Gnade für Recht und ihr könnt den Gaut be­halten." Haben wir gesagt ,,, Gnädiger Herr ist ein guter Herr. Hat der gnädige Herr gezahlt für das Pferdchen dreihundert preußische Taler, ist das Pferdchen auch wert, zweihundert preußische Mart" und haben wir ihm aufgezählt das Geld in Zeugengegenwart. Hat der Herr eingestrichen das Geld und hat gesagt, Sabt ihr gemacht ein gutes Geschäft, daß ich euch hab' vertauft mein bestes Pferd aus dem Stall so billig. Habt ihr mir aber noch nicht bezahlt den Baum und Sattelzeug, dafür werdet ihr mir noch tun einen Ge­fallen. Rennt ihr den Gasthof zum grünen Kranze?" Haben wir gefagt, Gott der Gerechte soll uns strafen, wenn wir nicht fennen den Gasthof, von was uns hat gesprochen der gnädige Herr." ,, Schon gut," hat er gesagt, nehmt dem Gastwirt einen Brief mit, er ist ein guter Freund von mir." Nun sagen Sie, haben wir nicht getauft das Pferd reell und unter Beugengegenwart."

der doch

Landstraße bevölferten, aber alle gaben sich dafür aus. Neben Arbeitslosigkeit, Familienzerwürfnissen und anderen oft uner­warteten Ereignissen ist es hauptsächlich die Sehnsucht nach Freiheit, der Drang nach dem ungebundenen, zwanglosen Leben, der die Menschen auf die Landstraße wirft.

Man sollte es taum glauben, was sich hier alles trifft. Gebildete Menschen, die bessere Tage gesehen haben, und durch irgendein Ver­schulden ausgestoßen wurden, treiben sich auf der Landstraße umher. Hätten sie die Mittel gehabt, nach Afrika oder sonst irgendwohin in die Wildnis zu gehen, so wäre ihnen die Möglichkeit gegeben, ein romantisches Leben zu führen, und sie hätten ihr Ziel erreicht. Doch in unserem lieben deutschen Vaterlande ist das nun einmal nicht

noch was wurde möglich. Hier ist dafür gesorgt, daß der Freiheit größtmögliche

lachen, als er mir den Brief zu lesen gab, den ihm die Juden über geben hatten. Da stand es ja schwarz auf weiß: Durch leber­bringer sende ich Ihnen das geborgte Pferd nebst Baum und Sattel." Darunter ein unleserlicher Namenszug.

Die Juden sahen mich verwundert an und wollten nicht glauben, daß sie tein Recht an das unredlich erworbene Pferd hätten.

Der Gastwirt. dem es auch darum zu tun war, die Juden loszu werden, gab ihnen den guten Rat, nach Pr.- Eylau zu fahren und Anzeige von dem Handel zu erstatten. Das sahen die Pferdejuden denn auch nach langem Debattieren ein, schirrten ihre Pferde unter Jammern und Lamentieren vor die Wagen und fuhren unter großem Wehgeschrei ab.

Auch ich brach bald auf.

Melancholisches Intermezzo.

Welch' himmlische Ruhe, welch' seliger Frieden breitet sich doch Weltgetriebe liegt! Das wird der Wanderer erst so recht gewahr, um ein Dörfchen, das abseits von der Heerstraße, abseits von allem wenn der Tag sich seinem Ende zuneigt, und ihm am Abend, wenn er müde und matt seine Straße zieht, in weiter Ferne ein Dörfchen zur Ruhe winft,

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wenn im Abendsonnenschein die Klänge der Feierabendglocke silberhell über blühende, duftende Felder ziehn.

wenn die Böglein im nahen Gehölz ihre Nester aufsuchen und Ruhe und Frieden sich langsam über die ganze Natur breitet.

Das erweckt selbst in manchem verhärteten Gemüt einen lange vergessenen heimatlichen Klang. Wehmut beschleicht das Herz. Sehnsucht nach Ruhe und Frieden Wie schön und natürlich hat das der Dichter erkannt, wenn er in seinem Liede singt: ,, leber allen Wipfeln ist Ruh', in allen Zweigen hörest du, keinen Laut. Die Böglein schlafen im Walde. Warte nur, warte nur, balde, ja balde

schläfft auch du."!

der Natur, der weiß, daß er zu ihr gehört, von ihr abhängig und Das tann nur der so recht empfinden, der sich eins fühlt mit mit ihr verwachsen ist.

Ich ging nicht gleich ins Dorf Diese Ruhe, der göttliche Friede, der mich übermannte, sollte durch Menschen nicht gestört werden. Auf jene Anhöhe dort drüben mit den hohen Fichten und Tannen, auf deren Stämme die untergehende Sonne rotgoldene Lichter zeichnete, ging ich hinauf und lauschte auf die Stimme der Natur, die leise mahnend mir zum Herzen sprach.

Es war eine Stunde der Läuterung und der Andacht, eine Stunde der inneren Einfehr und des inneren Friedens. So wie ich wird wohl schon mancher Wanderer gefühlt haben, wenn er rückblickt auf die Zeit, die er in besseren Verhältnissen sah Benn auch nicht bei allen, fo tam doch bei vielen die Reue dann vielleicht auch zu spät. Es waren ja nicht alles Handwerksburschen, die die

Schranken gesetzt sind. Wir sind mit einem Stacheldraht von Ge fehen und Paragraphen umgeben, die Jeden, der etwa zu ausgiebig mit seinen Freiheitsfittichen zu fliegen beginnt, über kurz oder lang hinter Schloß und Riegel bringt.

Und doch, was trifft man nicht alles auf der Landstraße! Gewesene Offiziere, ehemalige Geistliche, Lehrer, Fabrikanten, Kauf­leute. Ingenieure, Kapitäne, Handwerker, Arbeiter, Weiber, Kinder, junge Mädchen! Alle geben sich hier ein Stelldichein und keinem ist es jemals an der Wiege gesungen worden, daß er einst als Land­streicher und Bagabund sein Leben fristen oder als Tippel­schidse durch die Welt ziehen würde. Der Handwerfer und Arbeiter, den die Not der Zeit. die Arbeitslosigkeit und sonstige Schicksalsschläge auf die Wanderschaft getrieben haben, wird immer noch sehen, sich durch Arbeit weiterzuhelfen, wenn es auch ganz natürlich ist, daß er bei langer Arbeitslosigkeit auch bald verkommit und verwildert. Diejenigen Herrschaften aber, die früher mal bessere Tage gesehen haben, denken an's Arbetten überhaupt nicht. Haben wohl hierzu auch mal den Willen gehabt, haben aber einsehen müssen, daß sie zur ungelernten Arbeit nicht tauglich sind. Den meisten fehlt aber auch die Lust zu solcher Arbeit und sie ziehen es daher vor, durch feine Bettelei und Hochstapelei ihr Leben zu fristen. Wenn diese Leute sinken, so ist es auch aus mit ihnen.

Die Scham vor sich selber, die Scham vor anderen, die Scham, betteln zu gehen, treibt sie zu ausgiebigem Alkoholgemuß. Es ist kaum glaublich, was für Unmengen Alkohol der Mensch zu sich nehmen kann. Denn auch hieran wird er mit der Zeit so gewöhnt, daß er immer größere Mengen braucht, um sich in den nötigen Rausch hineinzutrinten. Der erste Morgentrunk ist Branntwein, der letzte Abendtrunk ist wieder Branntwein und unter den Kopf zur Nacht wird, wenn es die Mittel nur irgend erlauben, auch eine Flasche Branntwein gelegt Daß dieser tägliche unausgesetzte Branntweingenuß Körper und Geist vernichtet, ist klar. Menschen, die noch in letzter Stunde die Kraft über sich selbst gewinnen, mit diesem Lodderleben Schluß zu machen, dürfte es nur wenige geben.

Ich erinnere mich eines Grafen, der Gast einer Herberge war. Ein junger, großer, stattlicher Mann von ungefähr achtundzwanzig Jahren, an dessen zarten, weichen Händen schon jeder den Aristo­fraten erkannte. Er hatte dem Herbergsvater Kenntnis von einem Bettelbrief gegeben, den er an seine Tante, eine Gräfin in Stralfund geschrieben hatte und worin er um Geld und Unterstützung gebeten hatte. Den Brief hatte der Herbergsvater eingeschrieben selbst der Poft übergeben. Bis das erwartete Geld von der Gräfin eintraf, erhielt der Herr Graf Essen und Trinken und auch täglich sein Quantum Schnaps, ohne den er nicht leben konnte. Sowie der Herbergsvater mal den Rüden drehte, oder gar das Zimmer ver­ließ, war dieser Herr Graf mit einem Saz hinterm Schanktisch, griff gierig mit beiden Händen die erste beste Flasche mit Inhalt und tat sich mit einigen träftigen Zügen gütlich, um die Flasche dann an Ort und Stelle zu setzen, ehe der Herbergsvater wieder auf ( Fortfegung folgt.) der Bildfläche erschien.

WAS DER TAG BRINGT.

Eine echt amerikanische Laufbahn

Veranstaltungen manchmal bis zu einer Viertelmillion Menschen ver­pflegt. Dies führte ihn zur Errichtung einer Wurstfabrik und riesiger Kücheneinrichtungen. Sein legter Einfall war 1900 die Einführung der ,, hot dogs ". Er ging dabei von der Erwägung aus, daß bei sport­lichen Veranstaltungen die Zuschauer gern rasch etwas Warmes ge­nießen. Es ist jedoch unmöglich, innerhalb der großen Zuschauer­pläge Bratenstücke längere Zeit beim Herumtragen warm zu halten. Daher legte er heiße Würstchen zwischen zwei Schnitten gerösteten teffeln herumtragen. Der Gedanke schlug so sehr ein, daß heute Mil­lionen allmonatlich verkauft werden. Natürlich wurde diese Idee ebenso patentiert, wie früher das Estimoeis, das seinen Erfinder zum reichen Mann machte. Ihren Namen bekamen die heißen Hunde" durch den Karikaturisten Tad Dorgan, der behauptete, sie seien aus Hundefleisch gemacht. Diese Bezeichnung schadete ihrer Boltstümlichkeit aber nicht, im Gegenteil, sie steigerte sie nur noch, so daß Stevens dem Künstler alljährlich zu Weihnachten noch jetzt eine große Kiste Zigarren schenkt.

hat Harry Stevens hinter sich, der seiner Tatkraft und einem glücklichen Pulinarischen Einfall fein großes Vermögen verdankt. Stevens, der heute 67 Jahre alt ist, wurde als Sohn eines armen Rechtsanwalts in London geboren, erhielt eine gute Erziehung, heiratete mit 21 Jahren und wanderte nach den Staaten aus. Er ernährte sich und seine fechstöpfige Familie lange recht und schlecht als Arbeiter in einer Metallfabrik und später als Büchervertreter. Als solcher betam er eines Tages das Programm eines Fußball- Brotes und etwas Mostrich dazu und ließ diese in kleinen Wärme­wettipieles in der Stadt Columbus in die Hand. Entfezt über den schlechten Drud, ging er zum Manager des Wettkampfs und erbot Obwohl er feinen Cent sich, die Programme selbst herzustellen. befaß, wollte er hierfür die verlangten 500 Dollars bezahlen. Er lief gleich die ganze Stadt ab und hatte bis zum Abend für das Pro­gramm Inferatenaufträge für 700 Dollars abgeschlossen, so daß ihm nach Abzug der Druckkosten noch ein Gewinn blieb. Dieses Geschäft baute er allmählich aus, und heute gibt es faum ein sportliches Er eignis in USA. , für das er nicht die Programme herstellt. Er befizzt eigene Druckereien, die zum Teil fahrbar sind, zum Teil in den Ge: bäuden der Veranstaltungen selbst liegen. Außerdem mietete er auf den Sportplägen die Büfetts, an denen er bei großen sportlichen

FUNK

RUND­

AM

Freitag, 17. Mai. Berlin ,

ABEND

16.00 Prof. Dr. K. Ludwigs: Bekämpfung der Gartenschädlinge im Sommer. 16.30 Unterhaltungsmusik. Dr. Becces Terra Symphoniker. Anschließend: Mitteilungen des Arbeitsamtes Berlin- Mitte. 18.10 R. Hermann Pender: Chaucer. ( In englischer Sprache.)

Die Hauptstadt der Krimgoten.

Bedeutungsvolle Funde haben die Ausgrabungen zutage ge fördert, die seit kurzem in der Krim vorgenommen werden. Bor längerer Zeit hat sich in Sowjetrußland eine Gesellschaft zum Studium der Altertümer in der Krim " gebildet, deren Ziel haupts sächlich darin besteht, die Geschichte der Krimgoten zu erforschen. Das germanische Bolt der Goten breitete sich nämlich seit der Mitte des 2. Jahrhunderts südlich der Ostsee aus, und schon um das Jahr 200 herum sollen Ostgoten am Nordrande des Schwarzen Meeres gesessen haben. Von dort aus unterwarf ihr König Hermanarich zahlreiche slawische und finntsche Stämme. Durch fiegreiche Kriege wurden breite Landesteile erobert, und um die Mitte des 4. Jahr­hunderts bestand bereits ein großes Gotenreich, das den größten Teil von Südrußland und die Halbinsel Krim umfaßte. Im Jahre 375 wurden, dann die Krimgoten von den Hunnen unterworfen, Reste dieser Krimgoten sollen in den Gebirgen bis ins 16. Jahr­Da hundert unter einer eigenen Herrscherdynastie gelebt haben.

18.33 Dr. S. Nestriepke: Bühnenform und Bühnenbild in Vergangenheit und fchriftliche Aufzeichnungen über die Geschichte und die Sitten der

Gegenwart.

19.00 Studienrat Dr. Nagler: Pfingstfahrten.

19.30 Walter Dahms , Mailand : Zum Gastspiel der Mailänder Scala. 20.00 Leon Jessel . Dirigent: Der Komponist.( Berliner Funk- Orchester.) 21.05 Bildfunk.

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Anschließend: Orchester- Konzert. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler 1. Beet­ hoven : Ouverture Leonore Nr. 2. 2. Joh. Brahms: Konzert für Violine und Violoncell A- Moll, op. 102.( Maurits van den Berg, Violine and Grümmer, Violoncell . Berliner Funk- Orchester.)

Nach den Abendmeldungen: Bildfunk.

Königswasterhausen.

Krimgoten nicht vorhanden sind, ist es sehr schwierig, sich ein Bild von dem Leben dieses Volksstammes zu machen. Um so wichtiger find die Funde, die eine von Moskau entsandte Kommission türzlich gemacht hat. Es wurden die Reste einer Stadt und die Ruinen einer Fefte ausgegraben, deren startes Tor in Felsen gehauen ist. Hinter | den Festungsmauern, die angeblich noch aus dem 5. Jahrhundert stammen, fand man sorgfältig angelegte Straßen mit ziemlich gut erhaltenen Häusern, Scheunen und Biehställen. Da die Mauern mit Inschriften in gotischer Sprache bedeckt find, glaubt man, wertvolle

16.00 Stud.- Dir. Dr. Grabert und Stud.- Rat Dr. Hartig: Zur praktischen Durch- Anhaltspunkte gefunden zu haben. Obwohl man nur mit vieler

führung der preußischen Richtlinien an höheren Schulen.

16.30 Mersmann: Einführung in Sonate und Sinfonie.

17.00 Nachmittagskonzert von Leipzig .

Mühe die Inschriften wird en ziffern fönnen, glaubt man heute schon annehmen zu können, daß es sich um die sagenhafte Hauptstadt der

18.00 Ob.- Reg.- Rat Dr. Ziegler: Die Donau als internationale Wirtschaftsstraße. Rrimgoten handelt, nach der man schon lange geforscht hat. Diese 18.30 Englisch für Fortgeschrittene.

18.55 Curt Hotzel : Das römische Element in der rheinischen Kultur. 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte.

Ich mußte laut herauslachen Die Sache mit den beiden Juden war das tollste Stück, das ich je gehört. Auch der Gastwirt mußte 19.45 Dr. H. Heller: Student und Arbeiter.

Annahme wird auch durch die Ausdehnung der aufgefundenen Stadt gerechtfertigt, denn die Gesamtoberfläche des Ortes beträgt etwa 80 000 Quadratmeter.