„Organisierte Wirtschastsfreiheit" Llnternehmer gegen Wirtschaftsdemokratie.— Die Tagung der Maschinenbauer.
Der Derein deutscher Maschinenbauanstolten. d!« wichtigste Gruppe der eisenverarbeitenden Industrie Deutschlands , hotte gestern in den ftrotlschcn Festsälen ihr« diesjährige in zweijährigem Turnus söllige Mitgliederversammlung. Der Derbondsvorsitzend«, General- direktor Reuter, aus der schwerindustriellen Thysseneck« der Mo- schinenindustri«, führt« nach der Begrüßung des Reichsarbeite- minister» Wissell und des Reichswirtschaftsministers Curtius gleich in das nichtsachlich« chauptthema des Tages, die Stellungnahme des Derbondes zur Wirtschastsdemokroiie, mit der Bemerkung ein, daß die Forderung der Wirtschaftsdemokratie viellaicht die schwerste Gefahr sei. die da» wirtschafislebea bedroht. �-ichswirtschaftsminister Dr. Curtius hielt eine ausgesprochen« Minist«rrede, freundlich dem Gastgeber gegenüber und vorsichtig in der Formulierung. Er feiert« die Kooperation .zwischen Staat und Wirtschost und macht« über die R e p a r a« tionsfrag« nur die persönliche Bemerkung, daß kein Jubel die drohenden schweren Lasten begrüßen könne, die freiwillig zu übernehmen seien. Er schmeichelte den Moschinenbauunternehmern, daß der sozial« Bedanke in der Maschinenindustri«, wo die Menschen- näh« so groß ist, zu Haus« sei, wobei er die Arbeiter der Moschinen- indüstrie, die dw vom DDMA. geleistet« Hilfestellung beim Ruhr- arbeitskampf nicht vergessen haben, offenbar nicht um ihr« Meinung gefragt hat. Wichtig war wieder die Betonung in Turtius Red«, daß er erschreckt sei über die gewaltige Hochschutzzollbewcgung, die jetzt in Deutschland herrsche, worauf aber wieder die schon im Reichstag gehörte Feststellung folgte, daß Herr Dr. Curtius, der Minister der Industrie, den Agrariern gewisse Zollerhöhungen nicht verweigern werde. Schade. daß er nicht sagte, welch« Zollerhöhungen.— Der Höhepunkt der Tagung, wenigstens der Absicht, kaum aber dem Gelingen nach, war der Vortrag von vireklor Karl Dange über„wirtschafisdemotrali«- oder „organisierte wirtschastsfreiheit-. Der Dortrag von Karl Lange war rein defensiv, defensiv gegen eine Sache und gegen eine Massenforderung, die klar und stark ist, mit Argumenten, die schwach und unklar waren. Entscheidend war für Herrn Lange offenbar, daß er die Pflicht empfand, als Ver- treter des DDMA., als Vertreter der deutschen Maschinenbauunter- nehm«? gegen die sozialisierenden Einflüsse der Wirtschaftsdemo- kratie anzukämpfen. Lang« hätte offenbar nur dann nichts gegen die Forderung der Wirtschaftsdemokratie, wir finden das begreiflich, wenn mit ihr kein« sozialisierenden, da» heißt die Wirtschaftsführung auf die Volks- und Masieninteresien umstellenden Tendenzen verknüpft wären. So bezeichnet« er denn die mit der Demokratisierung der Wirtschaft verbundenen«irtschaftsorgantsatorischen Absichten als nichts anderes denn eiaea neuen weg zur(alten Sozialisierung und zur Ausschaltung de» Unternehmertums. Daß die Forderung der Wirtschaftsdemokratie nur den bestehenden ökonomischen Tat- fachen der wachsenden Monopolisierung und einer von K a p i- ta listen errichteten, oher volksfeindlichen Planwirtschaft Ausdruck gibt Und daß der politische Will«, dies« Entwicklungstendenzen in den Dienst des Dolksintereffes zu stellen, erst die Folg« dieser Totsachen ist, davon hat Herr Lange offenbar nicht» gemerkt. Immer- hin verschließt er sich nicht völlig dem Ernst der wirtschastsdemo- kratischen Bewegung. Daß hinter dem Drängen der Massen noch einer anderen Wirtschaftsoersassung etwa» Berechtigtes stecken müsi«, da» läßt ihn die Unternehmer zur Besinnung raten. Der Egoismus de» Unternehmers müsie sich dem höhemn Gesamt- interesi« unterordnen und der Mensch dürfe in der Wirtschast nicht nur al» Objekt behandelt werden. Lang« verteidigte den reinen Kapitalismus und das Prinzip der f r e i« n Wirtschaft, die es beide nicht mehr gibt. Er will keinen verbogenen oder verpfuschten Kapitalismus, wie es nach seiner Behauptung die Folge der Demokratisierung der Wirtschaft wäre. Fr macht ugleich den bürgerlichen Gelehrten wie Schmalenbach und Sombart den Lorwurf, daß sie die kapitalistisch« Planwirtschaft und Organisationstendenz über- schätzten.„Rur " zwanzig Prozent der deutschen Wirtschost, so meint« Herr Lang«, seien heute monopolistisch ersaßt. Und der erstaunte Zuhörer sieht, wie Herr Lange gar nicht auf den Gedanken kommt. zu untersuchen, ob denn nicht di« gesamt« eisenverarbeitend« Industrie durch ihre Wirtschaft»- und sozialpolitisch« Dienerschaft gegenüber der Schwerindustrie diese„nur- zwanzig Prozent um ein Gewaltiges erweitern. Und Herr Lange nimmt die augenblickliche und durchaus vorübergehend.« Auflehnung großer Montantrust» gegen die Politik der Eisenoerbänd« zum Anlaß, daraus«in Argument für die rückgängig« Monopolisierungstendenz in Deuischiond zu schmieden. Herr Longe findet, daß der„politische Lohn- der schärfste Ausdruck sei der neuen tasten Sozialifierung. und er meint, daß die Wirtschaftsgesetz« mit Sicherheit einst die Mög> lichtest der politischen Lohnbestimmung verneinen werden. Wenn dem so ist, dann begreift man nicht, weshalb die deutschen Unter- nehmer gegen den polstischen Lohn kämpfen. Selbstverständlich, daß Herr Lange auch nicht merkt, daß der sogenannt« politisch« Lohn ebenso Ausdruck gesellschaftlicher Machttatsachen ist, die zu einer Deränderung der Wirtschaftsoerfassung drängen, wie da» Unternehmerstreben. zur Monopolherrschaft die bestehende Wirt- schastsoersassung in einsestigem Interesse stabilisieren will. Herr Lange kämpft auch gegen jede weitere Ausdehnung des Wirkung»- bereiches öffentlicher Betriebe. Daß die p r i v o t w i r t- lchoftliche Form öffentlicher Betrieb« einer g« m« I n w i r t- schaftlichen Widmung der öffentlichen Wii�schaft nicht zu widersprechen braucht, daß die privotwirtschastlich« Form öffentlicher Betriebe kein Argument für ein« privotkapitalisttschc Unter- nehmerwirffchaft ist, dürste Herr Lange nie begreisen. Den Eisenwirtschaftsbund lehnt Herr Lang« grund- sätzlich ab. Er will Klarhest der Geschäft« und Klarheit der Lerant- woriung, wie er sagt. Staat. Arbeiterschaft und Konsumenten sollen sich hier offenbar ebenso wenig in di« privat« Monopol- und Kartell. macht einmischen wie der Staat sich nach dem Willen der Unter- nehmer von der Neeinslussung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter- schast fernhalten soll. Unwürdig schließlich der Versuch Lange», die Forderung der Dernokratisierung der Wirtschaft durch Hinweis« auf Mißerfolg« in der bolschewistischen Planwirtschaft zu diskreditieren. Waren aber schon Herrn Lange» Argument« gegen di« Wirt-
schastsdemokratie enttäuschend, sein positives Programm gegen die Wirtschastsdemokroti« war es noch mehr. Longe stellt« der Forderung der wirlschafisdemokralte di« Forderung der..organisierten wirtschastsfreiheit- gegenüber. Aus der Perspektive seines Derbandsbureaus heraus versuchte er, Prinzipien der Oekonomi« oder ökonomische Politik zu gestalten und das Schlimme ist, daß er die Engigkeit seines Standpunktes nicht einmal merkte. Die Maschinenindustri« hat kein« monopolistischen Trustbetriebe und zugleich ein« ungeheuer vielfältige Produktton. Sie hat in der Hauptsach« mittelgroße Betrieb« und davon einig« tausend. Natürlich muß der DDMA. so arbeiten, al» ob er ein« organisatorisch« Dachgesellschaft und ein zentrales Kaltu- lotionsbureou seiner Betrieb« wäre. Die Maschinenindustrie außer- dem hat in der Tat nur ganz wenig monopolistisch wirkende Kartelle. Die Folge ist, daß der DDMA. di« den Mitgliedern erwünschten Kartellwirkungen sicherzustellen versuchen muß. So uniersteht tot- sächlich die Maschinenindustrie mehr dem Prinzip der Wirtschaft»- ireiheit als andere Industrien, und diese Wirtichoftsfreiheit wird vom DDMA. auch organisiert. So k»nn in der Tat Herr Lang« für die Maschinen in du st rie von organisierter Wirtschastsfreiheit sprechen. Aber wo» für die Maschinenindustrie gilt, da» möchte Herr Lange al» Tatbestand für die heuttge Verfassung de» Kapi- t a l i» m u» festlegen, ein Verfahren, da» selbstverständlich den wirk- lichen Tatsachen de» Wirtschaftslebens, von denen di« Forderung zur Demokratisierung der Wirtschaft ausgegangen ist. nicht gerecht werden kann. Herr Lange entwickelt also nur die Weltanschauung einesSyndikus, wo er glaubt, einer säkularenMassen- forderung ein Paroli bieten zu können. E» ist denn auch äußerst mager, was Herr Lange positiv zu seinem Programm zu sogen hat. Er entwickelt die banale Weisheit, daß die Sozialpolitik durch Zusammenarbeit von Unternehmersäiaft und Arbeiterschaft einen optimalen Lohn und«ine optimale Arbeits- zeit finden müsse, er will sür öffentlich« Betriebe nur solche Gebiete reservieren, die unbedingt zu einer öffentlichen Bewirtschaftung zwingen. Mehr hott« Herr Lang« positiv nicht zu sogen. Herr Lange hat in der Tat Recht mit seiner Bemerkung, daß dos Programm der organisierten Wirtschastsfreiheit noch sehr des Ausbaues bedürfe, denn weder die Oesfentlichkeit noch die Unternehmer, geschweige denn die Arbeiterschost werden sich von diesem»Programm" imponieren lassen können.. . Dem Vortrag des Direktors Lange folgte der Fachvortrag der Tagung über die Schwierigkeiten der deutschen Maschinen- industri« und die daraus erwachsenen Ausgaben, den Fabrikbesitzer Vögele au» Mannheim , Mitglied de» Reichswirtschaftsrat», hielt. Die Folgen des Mißoerhältnssses zwischen Leistungsfähigkeit und Absatz in der Maschinenindustri« sei ein überscharser Konturrenz- kämpf, der di« Moschinenpreise auf ein Niveau drückt, bei dem die Rentabilität kaum möglich sei. Die in erster Linie gestellten Aufgaben der Maschinenindustrie seien Umsatzsteigerung, sorgfällige» Studium de» m- und ausländischen Marktes und Selbstkostenermäßigung durch Spezialisierung und durch Bildung von Arbeitsgemeinschaften zur Austeilung de» Arbeitsprogramm». Den abschließenden Exportvortrag über di« japanisch« Wirtschaft und deren Bedeutung sür di« deutsch « Ausfuhr hielt der ehemalig« Botschafter in Tokio , Dr. S o'l s. Nach seiner Meinung werden sich die Aussichten für di« Ausfuhr noch Japan immer weiter verbessern. Der Aufbau eigener Maschinenindustrie in dem Osten werde den Einfuhrbedorf vielleicht in der Richtung auf hochwertige Spezialkonstrutttonen verschieben, im ganzen ober«her vermindern al» vermehren.. Schweigsame Pinisch-Verwaliung. llmsah- und Oividendensteigerung im letzten Fahre. Di« wichtigsten Zahlen au» dem Abschluß der I u l! u» P i n't s ch A.-B. Berlin haben wir bereit» nntgeteill. Der Nohgewinn, der in dem Dorjahrsabschluß mn 28 Proz. auf 8,2 Millionen stieg, wuchs im letzten Jahr« in verstärktem Tempo um 3S Proz. aus 11,2 Millionen Mark. Nach Absetzung von weiterhin erhöhten Abschreibungen von lL2 Mill. M., di« fast 3 0 Proz. des Bilanzwertes von Grundstücken, Gebäuden und der gesamten Fobnkeinrichtungen ausmachen, bleibt ein Reingewinn von 0,95 gegen 0,75 Mill. M. im Vorjahr. Da außerdem noch die neu angeschafften Maschinen sofort abgeschrieben wurden, liegt der tat- sächlich« Ertrag natürlich weit höher, al» die» dieser frisiert« Gewinn- ausweis erkennen läßt. Di« im letzten Jahr von 5 auf 8 Proz. heraufgesetzte Dividende wird diesmal auf 10 Proz. erhöht. Da die Ver- «allung di« Bilanz so unübersichtlich wie möglich ausstellt und unter anderem Unkosten, Steuern und Tantiemen in einem Posten aus- weift, so läßt sich über da» Verhältnis der Fabrikationskosten zu der Gewinnentwicklung nicht» sagen. Auch wer den Posten„Wertpapiere und Beteiligungen-, der einen Zuwache von 2H Millionen erhallen hat, schweigt sich di« Derwoftung au». Der größte Teil de» Zu- wachse? dürste jedenfall» au» Aktien der Bamay-Meguin in Berlin-Moabit bestehen, aus die Julius Pinffch im vergoltenen Jahre Einfluß gewonnen hat. Der Beschäftigungsgrad in den Werten war diesen großen Gewmnen entsprechend gut. Besonders lebhaft hatte die Ab- teilung Seezeichen zu tun und auch der Basanstaltsbau tonnte seinen Austrogsbestand nicht unwesentlich erhöhen. Die Nach- frag« nach L u f t f ahrts« u e r n litt dagegen unter Geldschwierig. ketten. Im Lauf« de» neuen Geschäftsjahres 1929 Hot sich der Aus- trogseingang wieder gebessert. Wie schon bei den anderen großen Konzernen, zuletzt bei vrenstein u. Koppel, festzustellen war, kann sich die Berliner M « ta l l! n d u st r i e weder über einen Konjunkturrückschlog im letzten Jahre noch über schlechte Beschästt- gung in der Gegenwart betlagen.
Konsumaufstieg im Mai. Ma-vmsah 6,12 Mikl. Mark.- Aast 180000 Mitglieder Wieder hoben im Mai 2098 Haushaltungen sich in di« Konsum- Genossenschaft Berlin aufnehmen lassen-, außerdem traten 2838 Mit- glieder de» ehemaligen Konsumverein» sür Strausberg und Um- gegend zur KGB. über. Dadurch erhöht« sich der Mitglieder- bestand Ende Mai auf 177 998! der Auwachs seit Beginn de» 30. Geschäftsjahres, dem 1. Juli 1928, betrögt 3189«. Im Umsatz brachte der Mai gegenüber dem gleichen Monat de» Borjahres ein« Steigerung um 1277 872,8« M aus 6 172 763,69 M Da» ist eine Steigerung um 26,1 Proz. Wieber marschiert die Gruppe der Fleischobgabeftellen mit 88,5 Proz.|
llwsatzsteigerung an der Gp'tze. Ein« sehr günstig« Entwicklung zeigen die sieben Abgabestellen, die An-ang April bei der Ueber- nähme des Konsumoereins für Strausberg der Berliner Genossen- schast eingefügt wurden! während bei ihnen di« Umsotzsteigerung im April 30,6 Proz. betrug, erhöhte sie sich im Mai aus 48,5 Proz. Dieser weit über dem Durchschnitt liegende Fortschritt ist ein znnn- gcnder Beweis für die Zweckmäßigkeit des Zusammenschlusses. Die ronsumgenossenschaftlich« Sparkasse erreicht« bei einem Zugang von 380 462 M. einen Einlage nb«stand von 34 802758 M. Mitgliederzuwachs und Umsatzerhöhüng erfordern beschleunigren Ausbau der Warenvermittlung. Ungefähr ein Dutzend neue Lebens- m ittelabgab estellen und ebenso viele Fleischabgobestellen werden bald errichtet. Am 17. Mai wurde die 33. Fleischabgobestelle in Rahns dorf , Fürstenwalder Straße 56/57, in einem von der Genossen- schast errichteten Gebäude eröffnet. Am Freitag, dem 7. Juni, hat in Fichtenau , Bismarckstrahe 15, die 239. Lebensmittelobga bestelle ihre Arbeit ausgenommen. Zentralverband deutscher Konsumvereine Die Entwicklung im ersten Vierteljahr ISIS Der Aentralverband deutscher Konsumverein« Hot seine Diertel- jahresstotistik für da» 1. Quartal dieses Jahres veröffentlicht. Bei den 602 berichtenden vereinen mit mehr al» 400 Mitgliedern ist die Mitgliederzahl gegenüber dem letzten Quartal 1928 um 55 291 auf 2 870 201 gestiegen. Di« Mtglieder zunahm« vermehrte sich um 14 Proz. Der Gesamtumsatz bei den berichtenden Bereinen lag mit 288,45 Millionen naturgemäß niedriger al» im vorhergehenden Weihnachtsquartal(313160 Millionen). Dementsprechend war auch je Mitglied der Vierteljahre sumsatz mit 100,50 M. gegen 111,41 M. niedriger als im Weihnachtsquartol, aber um fast 20 Proz. höher als im gleichen Vierteljahr des vorigen Jahres. Der Umsatz der Dereine bei der GEG. betrug 114,54 gegen 131,10 Millionen im Weihnachtsquartal und gegen 100,57 Millionen im entsprechenden Quartal des Vorjahre»: gegen da» Vorfahr ein« Zunahm« um 14 Proz. Die Geschäfte der vereine mit der GEG. stiegen trotz de» insgesamt stark erhöhten Umsatzes im ersten Vierteljahr 1929 gegen- über der gleichen Zeit des Vorjahres von 39,71 auf 40,87 Proz. Rekordmäßig war der Zuwachs an Spareinlogen. Diese wuchsen gegenüber dem Weihnachtsquartal um 27,89 Millionen von 295,94 auf 323,82 Millionen Mark.
Konjuntturinstiiut gibt Rätsel auf. Deutscher Gesamtumsatz großer als im Vorjahr. Im letzten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung wird eine bemerkenswerte Feststellung gemacht. Da» Institut sagt, daß gegenwärtig die volkswirtschastlichen U m- sätze im ganzen etwa» über Vorjahrshöh« liegen dürften. Die eingetretene Steigerung sei aber geringer als das normale jährliche Wachstum. Uns scheint diese Feststellung außerordentlich bedeutsam. Da» Institut für Konsunktursorischung spricht seit 1V4 Iahren von einem im ganzen ununterbrochenen Rückgang der Konjunktur. Dennoch wird jetzt«in Wachsen der Umsätze gegenüber im vorigen Jahr« zugegeben. Wenn die Konjunktur zurückgeht, ist schlechter. ding» ein Wachstum der Umsätze, besonders, wenn das Preisniveau nicht steigt, noch dem Begriff der Konjunktur ausgeschlossen. Do» Institut für Konjunkturforschung gibt der Oesfentlichkeit also Rätsel .zu lösen auf. Da» ist zwar kein« Ueberroschung, aber«» wäre doch wünschenswert, wenn da» Institut für Konjunkturforschung von sich aus dieses Rätsel baldmöglich st lösen würde. Doppelte Moral in Sowjetrußlauö. Gut kapitalistisch mit den.Feinden"- Magensthläge für die.Freunde". Prof«ssor Lengiel, Ratsmitglied der Berliner Handelsvertretung. sprach kürzlich in«ner vom Auslandsamt der Deutschen Studenten- schast einberufenen öffentlichen Bevsammlung über Außenhandel der Sowjewnion. Wer eine wirtschafllich« Analyse der Wandlung und Problem« de» russischen Außenhandels erwartete, wurde enttäuscht. In seinem anderchalbstündigen Vortrag streiste Lengiel di« tatsäch- liche Lag« des Außenhandels der Sowjetunion mit einer knappen Bemerkung über die allgemoine Entwicklung der Außenhandelsumsätze und erwähnt« in seinem Bortrag mit keinem einzigen Dort« den fast völligen Aussall der Getreideausfuhr dieser für Sowjet- rußland heute so ungemein schwerwiegenden Tatsache. In der üblichen Ausdrucksweise der Sowjetpress« schildert« der Bortragende die grandiosen Ziel« de»„sozialistischen System» der Sowjetunion -, wobei er zugab, daß von Sozialismus dabei noch keine Rede sein könne:„Wir haben in der Oktoberrevo- lution versprochen, den Weg zum Sozialismus zu suchen und wir suchen diesen Weg in der Verflechtung mit der kapita- listischen Weltwirtschaft. Es wäre Dummheit und Utopie, wenn wir dabei die wirtschaftlichen Interessen der Auslandskapita- listen, mit denen wir die Verbindung suchen, nicht befriedigen würden. Wir zahlen daher recht hohe Zinsen für di« Auslandslrsdite.- Es fehlte nicht der Hinweis, daß di« ausländischen Kreditgeber, sofern sie sich weigern, die Kredit« der Sowjetunion zu erhöhen,«in recht einträgliche» Geschäft sich entgehen lassen. Den Vorwurf der Prin- zipienlosigkeit wegen der Respektierung„der wirtschaftlichen Interessen der Auslandskopltatisten- wies Professor Lengiel mit folgender Begründung zurück:„Es gehört zu unserem Prinzip, all« Mittel zur Erreichung unserer Ziele auszunutzen, es wäre daher Verrat an unserem Prinzip, wenn wir nicht mit den Kapitalisten zusammen- arbeiten würden.- Di« doppelt« Moral gegemiber den ausländischen Kapitalisten, dere» Prosttinteresse man respektiert, weil man nicht utopisch sein dürfe, und gegenüber den russischen Kapitalisten, denen man selbst in der reichNch bescheidenen Gestalt de» Großbauern, des „Kulaken - von Staats wegen den Garaus macht.— trat in den Ausführungen des Redners deutlich in Erscheinung.
Christlicher Sonsumvereiokttw in München . Vom 20. bi» 22. Juli hält der Reichsverband Deutscher Konsumvereine lKölner Verband), der dem Zentrum nahesteht, sein« 20. Tagung ab. Zu dem Verband gehörten End« vergangenen Jahres 276 Genossen- schaften mit rund 787 000 Mitgliedern. 2212 Derteilungsstellen und einem Gesamtumsatz von 180,3 Millionen Mark, wovon rund 27 Millionen Mark auf die Eigenproduktion entfallen. �öURUi» GiCht» ISChiaS sowie bei Nerven. und Kopfschmerzen, Erkälmngstrantheiten- und Grippe haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Ueber 5000 notariell be- glaubigle ärztlich« Gutachten! Davon mehrere hundert Berichte, in denen neben prompter Wirkung besonder» di« Unschädlichkeit de» Togal hervorgehoben wird. Togal scheidet di« Harnsäure au »! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In all. Apoth. Mk. 1.40. ».«« Chin. 12/ Uth. 74,1 AcR ecci ul. ad. I« Arnyl.