Der kommunistische Parteitag. Rechtskommunistischer Vorspruch. Morgen beginnt der kommunistische Parteitag in Berlin . Iu seiner Begrüßung schreibt die rechtskommunistische Zeitschrift„Gegen den Strom": ..Der Parteitqg... wird als eine konsequente Fortsetzung des 5. Weltkongresses und des 10. Parteitags erscheinen. Wenn es semand geben könnte, der nur diese Tagungen kennt, so würde er glauben, die Partei sei in dieser Zeit von 1924 bis 1929 geradlinig vorwärts gegangen und habe in ihr nur die Konsequenzen ihrer grundlegenden Ausfassungen entwickelt. Die Tatsachen stehen dazu in einem schreienden Gegensatz. Wie jeder weiß, ist diese Periode eine ununterbrochene fünfjährige Krise gewesen mit jähen Wendungen, deren jede chren Charakter dadurch bekam, daß sie für die Mitgliedschaft jedesmal überraschend kamen, und daß keine einzige dieser Wendungen von der Mitgliedschaft durch Selbstoerständigung, durch eine gründliche Abrechnung mit der Vergangenheit erarbeitet, sondern immer gläubig hingenommen wurde. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's gs- nommen, der Name des Herrn sei gelobt! Das war das schale fatale Gefühl, das nach jedem neuen Umschwung die Mitglieder beherrschte. Und wenn sich jetzt der Kreis schließt, zu dem der Zirkel 1924 aus dem Frankfurter Parteitag angesetzt wurde, so bleibt als einziges Ergebnis, daß die Initiatoren, die M a s l o w, Fischer, Scholem , Katz usw., auf der Strecke geblieben sind, verdonnert und verdammt, während ihre Politik triumphiert und die Partei so gründlich von den Gegnern jener Abenteurer„gereinigt" worden ist. wie diese selbst nie zu hoffen wagten.".
' Die Schwerindustrie „Ich brauche seist die Krise" Kriq Thyssen
»Sehen Sie: mit Hilfe der F r a n z o s e n das internatio- nale Arbeiterpack niederringen, das heiße ich mir eine wahr- hast nationale Politik*.
Oer ausgepolsterte Max Hölz . Ein Help aus den Maitagen. Max Hölz hat kürzlich in einer seiner berühmten Reden den sächsischen Proletariern den Rat gegeben, sich recht feste mit dem Gummiknüppel über den Schädel hauen zu lassen, weil dies zur „Gehirnoerflüssigung" und zu„revolutionärem Denken" anrege. Später wurde in Sachsen die Nachricht verbreitet, Hölz habe in den Maitagen in Verlin dieses Rezept aus sich selber ange- wendet und bei dieser Gelegenheit Verwundungen davongetragen. Das veranlaßt den rechtstommunistischen Arzt Dr. Leo K l a u b e r in der ihm nahestehenden Presse zu erklären, er habe dem Hölz am 30. April einen Hautriß verpflastert, der also un- möglich von den„Barrikadenkämpfen" der folgenden Tage herrühren konnte. Hölz soll damals den lobenswerten Vorsatz geäußert haben, die erregten Gemüter zu besänftigen und Zusammenstöße mit der Polizei zu verhindern. Dr. Klauber fährt fort: „Sehr lobenswert fand ich damals die Vorsichtsmaßnahme von Hölz, der feine öockeymühc gegen Knüppelhiebe halle fingerdick auspolstern lassen, so daß sie nur mit Müh« über seinen„Feuer- köpf" zu ziehen war. Um so erstaunter war ich später, in der Presse Hölzens Originaltheorie von der wohllätig-revoluticmierenden Macht der Knüppelhiebe auf den Hirnschädel zu lesen, die ständig. auch selbsttätig zu erproben, er seinen Hörern in Sachsen so ein- dringlich empfahl." Max Hölz hat eben diese Kur nicht mehr nötig. Sein Gehirn ist schon„flüssig" genug._ Die Gläubiger von Rotfroni. 100000 Mark Schulden, die nicht bezahlt werden. Das Verbot des Roten Frontkämpfer-Vundes hat diese Organisation vor dem Bekenntnis des finanziellen Vankerotls gerettet: Einer Schuldenlast von rund 100000 Mark stehen kaum 12 000 Mark an Aktiven gegenüber. Kommu- nistische Wirtschaft in Reinkultur! Die Frag« ist jetzt, wer soll die Schulden bezahlen. wer die Gläubiger befriedigen? Einen Rechtsnachfolger des Rotem F-ontkämpser-Bundes gibt es nicht! Die Gläubiger haben sich deshalb zu Hunderten an das Reich gewandt und um Zahlung der an den Rgten Frontkämpfer-Bund gelieferten Waren gebeten. Die Reichsregicrung hat dieses Ansinnen mit Recht abgelehnt. Da- Gegenteil hätte vielleicht bewirkt, daß zahlreich« bankerotte Ver. «ine in Zukunft ähnlich wie der Rote Frontkämpfer-Bund gegen Recht und Gesetz verstoßen hätten, um verboten und damit ihr« Schuldenlast los zu werden. Wae lehrt dieser Dorfall? Er lehrt den Geschäftsmann, gegen- üb,- allen O'ganlsatlonen. die mit Illegalen Mitteln gegen die repu- blikanische Staateform ankämpfen, vorsichtig zu sein. Achsuno INononrommvrSg«''Innent Bei der Firma C e l l a r o, Luxuskartenfabrik, Köpenicker Straß « 46— 49, ist ein von uns sanktionierter Streik ausgebrochen. Wir ersuchen die Arbeits- annähme nach dirsem Betrieb abzulehnen. Verband der Buchbinder und Papierverarbetter, Ortsoerroaltung Berlin .
Das Filmische laust ab Mitte Juni. Die Photos sind da. Fast tausend Nummern, in richtiger Höhe verteilt über die Wände und Zwischenwände von dreizehn Sälen mitten in Kastanien und Tulpen des Stuttgarter Schloßgartens. Im Katalog gibt Gustav S t o tz, der auf dem Boden der Werkbundidee dies« Uebersicht versuchte und dic Mitarbeit ausgezeichneter Künstler fand, die Absicht zu, möglichst lückenlos Arbeiten derjenigen Persönlichkeiten zu bekommen, die als erste die Kamera als unser zeitgemäßestes Gestaltungsmittel erkannt und mit ihr gearbeitet haben. Es sind keine nationalen Grenzen gezogen, nur Grenzen der Auffassung-und der Leistung. Dadurch wirkt diese internationale Ausstellung sehr einheitlich, sehr diszipliniert. Aus einer sehr engen Technik ist eine erstaunliche Schöpfersreiheit geworden, alle Wege sind offen. Eine Menge von Experimenten ist möglich, und man geht in verschiedenen Ländern den Weg der Experimente mit der gleichen Kühnheit, der gleichen Bedachtsamkeit. Der Kalifornier Edward West schreibt gegen das „malerische" Photographieren, das Bauhaus photographiert kon- struktioiftijch, die Kulijchowschule, zu der Eisenstein, Pudowkin ge- hören, hat den Weg der'photographischen Epik beschritten. In dieser Ausstellung findet man nicht, was man noch gewohnt ist, auf Ansichtskarten und in den Schaukästen der Prooinzphotographen zu finden, diese treuherzigen Landschaften, diese für eine ewige Kon- firmation zurechtgemachten Spießer. Photographie wird immer zu Realismus zurückkehren: freilich bedarf es der Meister, um zu zeigen, was da ist. Im Katalog haben die Sowjetrussen, I« m- tschuschnij, Kamenewa. Kaufmann, am meisten über neue Ausgaben, Methoden, Pläne zu erzählen. Aber nicht nur Rußland hat die aktioistische, enthüllende Natur der Photograhpie begriffen. Wo das Agitatorische in dos Dokumentarische hineinschiüpst, da muß es seinen Platz verteidigen wie das Malerische, das ja auch in diese Ausstellung, aus den Seitenkulissen sozusagen, wieder hineinichleicht. Es ist auch offenbar gar nicht möglich, eine Ausstellung nur von Ergebnissen aufzubringen. Das Atelierhaft«, das die nächsten Er- gebnisse vorbereitet, wird immer mit vorhanden sein. Man darf schon zufrieden sein, im Hauptsaal die gesicherten Ergebnisse der modernen Entwicklung unwiderleglich vor Augen zu haben. Dieser ist von Professor Mocholy-Nagi geordnet und mit kurzen theore« tischen Texten durchseht. Er zeigt, sicher nicht unabsichtlich, eine Wiederanknüpfung an die unbestechliche, saubere, haltbare Anfangs- arbeit aus der Kinderzest der photographischen Technik vor neunzig Iahren: die Doguerre-Type. Jene Aufnahmen waren unretuschiex- bar. Sie haben das Pionierhaste, Unbefangen«, das die besten Aufnahmen unserer Zeit wieder gewinnen. Dazwischen liegt der Weg durch die AZofe, die Psychologie, die Lügenschule. Die großen Archiv«, Verlage und wissenschafllichen Inststute von heute haben kein« Verwendung für subjektives Photographieren. Sie brauchen Zustände. Sie brauchen die ungeschminkten, präzisen Belege. Nur Dokumente haben Wert. Einzelne Momente sind, dank den Photo-
grophen, nicht den Malern, nicht den Schriftstellern, auch aus der Vergangenhest erhasten. Da ist ein östliches Gruppenbild, eine englische Familie. Es kommt alles zum Ausdruck, was uns interessiert: das Rassige, das KstHsenhafte. das Ockonomifche. Man findet auch eine photographisch« Ausnahme von 1871, die Siegesfeier der Garde im Lustgarten zu Berlin . Man kann daraus die damalige Zeit, die damalige Armee rekonstruieren. Dann der Weltkrieg. Di« Photographie ging mit zur Front, und sie ist seitdem an der Front geblieben. Sie ist Aeußerungen, Lebensformen auf der Spur, die ohne die Kamera noch nicht bekannt wären. Man steht in diesem Saal der Photographie vor vielen Dingen, die es öffenllich gar nicht gibt, das Wachsen der Pflanze, das transparente Gleiten eines Fisches, die Strangmale am Halse eines Erhängten, den Finger- abdruck, Szenen von der Front, Katastrophen. Am entschlossensten sind die Russen in der Auswertung dieses Entdeckens. Artistisch wirken gegen die groben, stürmisch hinreißen- den Massenbewegungen die unbefangenen, erlauschten Gebärden in den russischen Filmen die kleinen, technisch meisterhasten Photo« graphien aus den Ateliers von Paris , Berlin , New Port. Es ist eine Lyrik der Leckerbissen, Hoyningen- Paris zeigt Modeaufnahmen von äußerster Eleganz, von einer gänzlich geschmock- vollen, nichtstuerischen Komposition. H o i n k i s- Görlitz photographiert Glaskugel und Tropfen, Spiralen, Glasscheiben. Es gibt photographierte Muscheln, Getreidehalme, photographiert« Roll-' möpse, photographierte Eier, photographiert? Manschettenknöpfe oder hölzerne Zirkusserde oder Gewebe. Das ist gutes, oft sehr gute» Atelier, aber stagnierend. Ausgezeichnete Industrieaufnahmen sind da, photographische„Entdeckungen" der Maschine, des Motors, des Mechanismus, des Drahtgeflechts: dieses Daseins blinkender, spiegeln- der, lichtdurchlässiger Dinge im natürlichen oder künstlichen Licht. Sie stehen da und spielen Aesthetik. Und die Photomontage? Witzige, spielerische, gespenstische Dinge, ironische, höhnende Der- zerrungen, Herzfeldc, Molik-Vcrlag, der Neue Deutsche Verlag in Berlin haben dem Buchdeckel ein photographisches Gepräge gegeben. Endlose Varianten, neue Schlager sind möglich durch dieses Ueber- einanderphotographieren, dieses Zusammenkleben, diese Verbindung unzusammenhängender Uniformen, Köpfe, Schlagzeilen. Einen Weg zeigt die Photomontage„Berlin C" von George G r o s z, einen anderen zeigen die Plakate und Typophotographien von Albert Fuß. In der Hand des Photographen Dr. Peul W ol s f oder des Dichters Heinrich H a u s« r, der jetzt nach Westindien unterwegs ist. nachdem er eben im Industriegebiet photographiert hat, oder des Reporters P. E. H a h n, der mit seinem kleinen Apparat aus Dächer klestert oder hinter einer Ladentür Deckung nimmt, ist die Kamera wie ein Flobert in der Hand des Schützen, und die Klein- stadtstraßc, das Deck eines Bootes ein unerhörtes Iagdgelände. Don dieser Art der gleitenden, sammelnden Photoreportoge sieht man in Stuttgart noch zu wenig.
„Pioniere." Theater in der Klosterstraße. Ein unternehmungslustiges mexanisches Eis�nbahnkonfortium baut in Ostasrika eine Eisenbahn. Unter der Vorspiegelung, Sied- lungsmöglichkeiten in Erythräa zu schaffen, läßt sie durch Agenten Arbeitskräfte anwerben. Einer dieser tüchstgen Männer ist ge- wesener Offizier und Putschhäuptling, und um den Herrn geht es in diesem Stück. Kurz vor der Ausreise empfindet er den bekannten Gewissensbiß und will nicht. Er zeigt sich selbst der Polizei an, aber man unternimmt nichts, weil der Staat selbst an diesem Eisenbahnbau interessiert ist. Schließlich droht«in öfsentlicher Skandal: mit Rücksicht auf dos gute Ende aber werden die Be- trogenen in der Heimat angesiedelt, und der reuevoll« Betrüger mit ethischen Anwandlungen schlingt sich sein Mädchen um den Hals. Ein Thema, das von verschiedenen Perspektwen au» gesehen werden kann. Eine rein soziale Behandlung ist möglich und auch eine individualistische,— nämlich die des alten Hamletproblems zwischen Handeln und Denken,— wäre angebracht. Der Wiener Friedrich Lichtnecker kann sich weder für noch gegen ent- scheiden. Das Ganze wirkt wie eine Skizze, mit der er nicht fertig wurde. Gut ist der zweite Akt mit seiner inneren Spannung und einem dramatisch pointierten Dialog, bei dem Georg Kayser Pate gestanden hat. Leider bleibt es bei diesem Auftakt. Die Handlung wird in folgendem verschwommen, die Sprache klingt hohl und bombastisch, die Bonmots erscheinen eogrifffen und die Menschen zeigen kein klares Profil. Die Ausführung unter Ernst Rodens Regie mit Bringolf. Karsten und Sondinger gehört zu den Besten, die dieses Theater herausgebracht hat. Die Ankündigung allerdings, daß Lichtnecker den Preis von 10000 M. für das beste moderne Gesellschastsstück erhalten hat. scheint nicht zu stimmen, da dieser Preis noch gar nicht zur Verteilung gelangt ist. i�. S.
Asyl für obdachlose— Millionäre. In den Vereinigten Staaten gibt es ein Asyl für Millionäre, natürlich nicht für solche, die sich noch ihres Reichtums erfreuen. sondern für die nicht seltenen Pechvögel, die ihre Millionen in den Wechselfällen des modernen Lebens wieder verloren haben. Dieses merkwürdige Asyl ist die Stiftung eines reichen Amerikaners, der mitten in den glänzendsten Verhältnissen doch immer von der Furcht geplagt war. daß er einmal in die glücklich überwundene Armut zurücksinken könnte. Aus dieser Angst heraus wollte er denen, die dieses Schicksal durchmachen müssen, ihr Lo» wensgstens etwas er- leichtern und gründete dieses Asyl, zu dessen Errichtung er eine Summe von 5 Millionen Dollar aussetzte. Gegenwärtig sind in diesem elegant eingerichteten Asyl, das nur Personen offen steht, die nachweislich früher Millionäre gewesen sinV 30 gescheiterte Existenzen untergebracht. Der älteste dieser früheren Millionär«-st 86 Jahre, der jüngste 6S. Der A-rmlte unter diesen einstigen Krösusten besaß ein Vermögen von 12 Millionen Dollar. So ist in dieser besten der Welten für die Millionäre auch dann noch gesorgt. wenn sie chre errafften Millionen wieder verloren haben.
Ein Neanderlal-Fund in Italien . Ein Menschenschädel vom Typus des Neandertaler » wurde im Alluvialgebiet im Anienetal unter fossilen Ueberresten verschiedener großer Säugetiere wie des Elefanten und des großen Nilpferdes gefunden. Die Biologen messen diesem Funde eine große Bedeutung bei, da aus unwiderleg- bare Weise bewiesen wird, daß das Leben des Menschen auf dem Boden Roms aus jene uralt« Epoche zurückreicht.
Ein deuisch-ruffischer Expeditionsfilm. »Pamir * im Ufa -Pavilion. Ein seltsames Land, ein größtenteils noch unerforschtes Land war es, das ein« deutsch-russisch« Expedition fünf Monat« lang im vorigen Jahr im Zentrum Asiens «rsorscht«. Ausgerüstet von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und der russischen Ata- demie der Wissenschaften ging unter Leitung des bekannten deutschen Forschungsreisenden W. R. Rikmers und des Russen Gorubunow die Expedition daran, mit einem großen Aufgebot von Pferden und Kamelen, in die 4000 Meter hohen Steppen und Wüsten und dos kolossale Bergmassiv des Pamir , in dem sich all« Gebirgsketten Asiens vereinen, vorzustoßen. Die früher begangenen Pässe, die nach China und Indien führen, wurden überstiegen und dann das Hochplateau erreicht, auf dem weltabgeschieden Kirgisen ihr Nomadenleben führen. Von hier ab ging die Fahrt in unbekanntes Land: in 4200 Meter Höhe wird an den ilfern des Salzsees Karakull ein Standquartier errichtet und dann der Vorstoß in die ungeheure Gletscherroelt begonnen. Der höchst« Gipfel der Sowjetunion , der 7150 Meter hohe Pik Lenin , wird von den drei besten deutschen Alpi - nisten zum erstenmal bezwungen und der ungeheure Gletscher, der größte außerhalb des Polargebietes, aufgenommen. Von all diesen Strapazen und Mühen berichtet der von den Russen vorbildlich ausgenommene Film, er gibt auch Einblicke in die wissenschaftlichen Arbeiten der Expedition, aber vor allem sesselt er durch die Land- schafts- und Dolksbilder. Das Leben der Kirgisen, die Sandstürme, die Gefahren der Gletscher mit ihren meterhohen Eisnadeln und tiefen Spalten interessieren nicht nur stofflich, sondern auch durch das Raffinement der photographischen Wiedergabe. Es gibt ganz Herr- lich« Stimmungsbilder von Kamelkarawanen vor dem hellen Hori- •zont, von nachtdüstcren Gebirgsansichten und wunderbaren Mond - beleuchtungen. r.
„Oer Graf von Monte Ehristo." Terra-Lichttpiel«. Der zweite Teil dieses Films, der von der Rache des reich- gewordenen Dantäs an seinen schurkigen Feinden handett, beweist nahezu erschreckend deutlich, daß die ganze Neu-Verfilmung des Grafen von Monte Christo ein— Humbug war. Sie wäre nur berechtigt gewesen, wenn man ganz neue Ideen verwandt hätte. Der Regisseur Henri Fescourt aber verläßt sich auf Regle- Mätzchen von aimo tobak. Krampfhast will er durch Kostüm« und Ausstattung wirken. Dabei kann er nicht Notwendiges vom Ueber- flüssigen unterscheiden und erstickt im Prunk und in Massenszenen die Handlung sowohl wie die schauspielerischen Leistungen. In all der überladenen Pracht wirkt sein« hohle Dramatik wie ein schlecht angebrachter Witz. Trotzdem Lil D a g o v« r, Jean Angela, Pierre B a t ch e f f und Robert M e r i n sich redliche Mühe geben, bleibt das Spiel in der Kulisse stecken und erwacht nicht einen Augenblick zu blut- warmem Leben. Hoffentlich kommt jetzt nach der vertanen Liebesmühe die Serie der geistig und seelig leeren Kpstümfilm« zum endgültigen Abschluß._ Zweitausend Tonstlm-Kinoa In Amerika . Wie ame 'ikonische Zeitungen mitteilen, waren bis vor kurzm bereits 2000 Lichtspiel- Häuser in den Vereinigten Staaten vollständig mit Tonfilmgerät.'n ausgerüstet. Man hat ausgerechnet, daß in Amerika im Lause jedes Monats durchschnittlich 250 Kinos neu für den Tonfilm geworben werden, so daß binnen Jahressrist etwa 5000 Tanfilmtheater Amerika eingerichtet sein sollen.— In Deutschland soll die I bereits 50 Tonfilm-Apparaturen in Lichtspielhäusern aufgeb haben, die demnächst in Betrieb genommen werden dürften.