Das unterirdische Gaslager. Im Bunde mit seinen Gegnern.
Heute nachmittag amtliche Untersuchung.
Die Gasampullenfunde auf dem Gelände zwischen der ar- und Berliner Straße in Wilmersdorf , in der Nähe des Krematoriums, über die wir im Morgenblatt ausführlich berichteten, sind zurzeit Gegenstand eingehender polizeilicher Ermittlungen.
Es fonnte bisher einwandfrei festgestellt werden, daß es sich um Rückstände aus der Kriegsgasindustrie handelt. Etwa von 1916 bis furz vor Ende des Krieges wurden hier von einer chemischen Privatfirma im Auftrage der Heeresver= waltung Tränengase erzeugt und auf Ampullen etwa zehn Zentimeter lange Fläschchen abgefüllt. Nach Einstellung der Fabrikation bei Schluß des Krieges wurde der größte Teil der Tränengasvorräte abtransportiert und wahrscheinlich unschädlich gemacht. Einige Rückstände, die aus noch unbekannten Gründen in den Fabrikanlagen zurückgeblieben sind, wurden dann kurzerhand eingegraben. Wie wir schon mitteilten, ist das ausströmende Gas für die Augen gefährlich; es ruft starten Tränenreiz und Seh. störungen hervor, gehört aber feineswegs zu der Gattung jener Giftgase, die einen qualvollen Erstickungstod herbeiführen.
Im Laufe des heutigen Nachmittags wird eine Untersuchungstommission, die sich aus Vertretern des Gewerbeaufsichts
amtes, der politischen Polizei und der Feuerwehr zusammensetzt, auf dem Gelände, das zum größten Teil mit Lauben bebaut ist, Nachgrabungen vornehmen. Da man das ganze Grundstück, das einen Umfang von 50 X 200 Metern hat, unmöglich bis zu einer Tiefe von zwei Metern ganz umgraben kann, werden an verschiedenen Stellen Stichproben vorgenommen, um einwandfrei festzustellen, ob tatsächlich die Vermutung zutrifft, daß sich im Erdreich noch ein großes Lager von vielen tausend Gasampullen befindet.
Von Beamten des zuständigen Reviers ist die Fundstelle nach wie vor in weitem Umkreise abgesperrt worden.
Die zuständigen Stellen erklären erneut, daß die gefundenen Tränengasampullen teinerlei Gefahr für die Bevölkerung darstellen und daß keine Gesundheitsschädigungen zu befürchten sind, da es sich keineswegs um gefährliche Gift, sondern nur um sogenannte Reizga se handelt, die, wie schon gestern betont, hinter der Front während des Krieges zur Prüfung der Gasmasken Verwendung fanden.
Henderson empfängt den Pariser Sowjetbotschafter. London , 30. Juli.
Die erste Unterredung zwischen dem Außenminister Henderson und dem russischen Bertreter Dowgalewffi über die Wiederaufnahme der normalen diplomatischen Be ziehungen zwischen den beiden Ländern hat gestern nachmittag im englischen Außenministerium stattgefunden. Die Besprechung, die in freundschaftlichen Formen verlief, dauerte etwa 1½ Stun den. Den Gegenstand der gestrigen Unterredung bildete die gegenwärtige Lage der Beziehungen der beiden Länder zueinander und das Verfahren, das bei den Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Beziehungen eingeschlagen werden soll. Wie es heißt, soll durch die vorbereitenden Besprechungen zwischen Henderson und Dowgalewsti die Frage der ruffischen Propaganda in England endgültig geregelt werden und man glaubt, daß die Sowjetregierung Entgegenkommen an den Tag legen wird. Das Problem der russischen Schulden an England foll aber späteren Berhandlungen wegen seiner großen Bedeutung vorbehalten bleiben. Diese letteren Berhandlungen werden voraussichtlich erst nach Beendigung der Septembertagung des Bölterbundes, also im Oktober, statt. finden und wahrscheinlich von eigens zu diesem Zwed von den beiden Regierungen ernannten Sonderdelegationen geführt werden.
3mmer neue Fühler ausgeftredt.
London , 30. Juli. „ Daily Telegraph " berichtet aus Beting: Der chinesische Ge jandte in Finnland ist beauftragt worden, eine Methode zu finden, um eine Vereinbarung mit Rußland über die Ostchinesische Bahn zu erzielen. Er ist mit einem Stab von Sachverständigen in Beting eingetroffen, wo er mit dem Verkehrsminister beriet und endgültige Anweisungen bezüglich der Politik Nantings erhielt. Der Gesandte fährt sofort nach Mutden ab, wo er eine Zusammen. funft mit General Tschang Hsiau Liang haben wird. Man erwartet, daß erfolgreiche Bemühungen unternommen werden, um eine Ron ferenz zwischen dem Gesandten und einem ruffifchen Delegierten in Charbin oder Moskau zuwege zu bringen.
Die Suche nach Bombe. Unterstützung durch Reichswehr Radfahrerpatrouillen. Heute früh um 7 Uhr hat Kriminalkommissar Busdorf in Gemeinschaft mit den Bandjägern aus der Umgegend die Suche nach dem vermißten Landgerichtsdirettor Dr. Bombe erneut auf genommen. Das Suchkommando hat eine wesentliche Verstärkung dadurch erfahren, daß heute etwa 60 Reichswehrsoldaten zur Ber fügung gestellt worden sind, die unter Führung eines Oberleutnants auf Rädern sich an den Sucharbeiten beteiligt haben. Auch die Landjäger und Forstbeamten aus der nahen und weiteren Umgebung sind in erhöhtem Maße mit herangezogen worden, so daß heute etwa über hundert Kräfte zur Verfügung stehen, die in einer ge schlossenen Kette nochmals planmäßig das umfangreiche Waldrevier zwischen Zechliner Hütte und Kolonie Adams walde, die sogenannte Flache Heide", durchstreifen. Bis zur Mittagsstunde lagen allerdings wiederum noch teinerlei pofitive Meldungen vor, daß die Sucharbeit irgendwie von Erfolg gefrönt gewesen wäre. Auch aus den Reihen der Bevölkerung sind bisher teine neuen Mitteilungen eingegangen, die etwa neue Spuren gewiesen hätten. Die heutige Suchattion dürfte bis zum Nachmittag andauern.
400 Stunden in der Luft.
Die Dauerflieger von St. Louis, Dale Jadjon und Forest Abrine, sind heute bereits 400 Stunden in der Luft. Es handelt sich um den 17. Tag.
Berurteilung zweier Deutscher in Straßburg . Das Strafgericht Berurteilung zweier Deutscher in Straßburg . Das Strafgericht hat wegen Spionage zwei Deutsche, die versucht haben sollen, sich das Modell einer neuen Schnellfeuermaffe zu beschaffen, zu je zwei Jahren Gefängnis, 500 Franken Geldstrafe und fünf Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt,
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Briands Ferien- und Verhandlungsfabinett.
Mittwoch nachmittag wird sich Briand mit seinem Kabinett dem Parlament vorstellen. Seine Regierungserklärung wird nur sehr turz sein. Sie wird unter Erwähnung des Antitommunisten Feldzuges des Innenministers Tardieu und der Versicherung, daß die Regierung die öffentliche Ordnung unter allen Umständen schützen wolle, feine weiteren innenpolitischen Probleme anschneiden. Briand wird gleichzeitig einen Waffenstillstand der parlamentarischen Parteien für die Innenpolitik vorschlagen. Er soll sogar bereit sein zu der Versicherung, daß er im Herbst sein Kabinett aus eigener Initiative umändern wolle, sobald die Innenpolitik wieder in ihre Rechte trete. Das Schwergewicht der Regierungserklärung wird also auf außenpolitischem Preffeerklärung sein Kabinett felbft als ein Ferien- und VerhandGebiet liegen, zumal Briand am Montag abend schon in einer
lungskabinett bezeichnet hat.
Obwohl sich alle parlamentarischen Kritiker über den Charakter des neuen Kabinetts einig sind, gibt es feinen einzigen, der der von Briand vorgenommenen bequemen Lösung der Krise vorbehaltlos zustimmte. Für die Rechtsparteien bedeutet es eine schwere Einbuße an Kredit und Vertrauen, daß die neue Mannschaft nicht mehr von der Person des großen Patrioten" geführt wird. Für die Linke ist es nicht minder ein Grund der Zurückhaltung, daß Briand seine Außenpolitit mit einer seinem Kabinett im Grunde genommenen feindseligen Mehrheit durchführen will. So Bartei das innenpolitische Moratioriumsangebot nicht annehmen erklärt heute Leon Blum im Populaire", daß die Sozialistische fönne, sondern gegenüber seiner reaktionären Ministermannschaft in der Opposition bleiben müsse. Die Radikalen scheinen, wie Daladier in der ,, Republique" erklärt, dem Kabinett als höchstes Bugeständ. nis eine wohlwollende Neutralität entgegenbringen zu wollen, allerdings ist es fraglich, ob die Radikale Partei ihre Abstimmungs. disziplin halten wird.
Die französische Delegation für die Haager Konferenz wird nach den vorläufigen Dispositionen Paris am Montag, dem 5. August, verlassen und am 6. August im Haag eintreffen.
Die genaue ärztliche Untersuchung Poincarés wird heute vorgenommen. Angesichts der robusten Ronstitution des Kranten
glaubt man, schon am nächsten Donnerstag zu dem ersten chirurgischen Eingriff schreiten zu können. Die Entfernung der erkrankten Vorsteherdrüse wird erst drei Monate später erfolgen.
3m Herbst geplant.- Macdonald im Oktober in USA . Washington , 30. Juli.
Nach Mitteilungen von Persönlichkeiten, die in engster Fühlung mit dem Präsidenten Hoover stehen, ist jetzt das Ziel des Präsidenten eine Floftenabrüstungskonferenz in London vor Ende des Jahres. Hoover hofft zuversichtlich, daß die jetzt im Gange befonferenz vor der im Washingtoner Vertrag vorgesehenen Konferenz findlichen Verhandlungen zu einer erfolgreichen Floffenabrüftungs
im Jahre 1931 führen werden.
Es wird angenommen, daß Präsident Hoover dem englischen Premierminister Macdonald, wenn dieser im Oktober nach Amerika tommt, mitteilen wird, daß nach seiner Ansicht eine Flottenkonferenz größere Aussichten auf Erfolg habe, wenn sie in London abgehalten werde. Die amerikanische Regierung sei jedoch nicht gegen den Gedanken, selbst Gastgeberin der Konferenz zu sein, und würde gern diese Aufgabe übernehmen, wenn die anderen Regierungen der Ansicht feien, daß eine Konferenz in den Vereinigten Staaten zu besseren Ergebnissen führen würde.
Der Kriegssekretär Good, der das Wochenende zusammen mit Präsident Hoover verbracht hatte, teitle bei seiner Rückkehr mit, daß der gesamte Generalstab des Heeres sich der Prüfung der militäriſchen Ausgaben im Hinblick auf ihre Einschränkung eifrig widmen werde.
Der Delegierte der Bereinigten Staaten bei den Genfer Berhandlungen Gibeon und der Botschafter Reves fonferierten gestern mit Macdonald und dem Marineminister, dem Genossenschaffer Alexander, und stellten einen Bertragsentwurf für die Abrüftung aller Arten von Kriegsschiffen auf. Es wird angenommen, daß die Einschränkung für Schlachtschiffe, Zerstörer und Unterjeeboote weit stärker ins Gewicht fallen wird als für Kreuzer. Die drei ersten Arten würden als zerstörende Einheiten angefehen, während die Kreuzer in erster Linie als Mittel der Seepolizei angesehen würden.
Bülows Kniefall vor Wilhelm.
Die Versöhnungsszene allen Bundesfürsten mitgeteilt.
Uns wird geschrieben:
Unter dem Titel: Kaiser und Kanzler im Sturmjahr 1908" ist Telegraph- Interview beschäftigt, das im November 1908 zu den hefvor einigen Tagen ein Buch erschienen, welches sich mit dem Dailytigften innerpolitischen Auseinandersetzungen führte, die Wilhelm II. bis gegen Kriegsende erlebt hat und den Sturz des Reichskanzlers Bülow vor nunmehr, rund zwanzig Jahren, im Juli 1909 nach sich Bülow vor nunmehr, rund zwanzig Jahren, im Juli 1909 nach sich zog. An der Hand bisher unbekannter Schriftstücke aus der Reichskanzlei fann eine Episode aus den letzten Monaten der amt lichen Tätigkeit Bülows mitgeteilt werden, die sich im März 1909 zwischen Kaiser und Kanzler abspielte und als Ergänzung zu oben genantem Buche dienen tann. Seit jenen Novembertagen fühlte Bülow den Boden unter seinen Füßen wanten und diese Unsicher heit wurde im Laufe des Winters so start, daß er im März 1909 nach einer Aussprache mit Wilhelm II. verlangte, um entweder das frühere vertraute Berhältnis zwischen ihnen wiederherzustellen oder eine Lösung der unhaltbar gewordenen Beziehungen durch seinen Rücktritt vom Amte herbeizuführen.
Aus den Schriftstücken, die im Anschluß an diese Aussprache zwischen Kaiser und Kanzler gewechselt wurden, geht hervor, daß Wilhelm II. von den Erklärungen, die ihm Bülow gab, so außer ordentlich befriedigt war, daß er ihren Inhalt den Brinzen des ordentlich befriedigt war, daß er ihren Inhalt den Brinzen des föniglichen Hauses und den Bundesfürsten mitzuteilen befahl, was denn auch in einem Rundschreiben vom 12. März 1909 geschah. Nach einer kurzen Mitteilung, daß am Tage zuvor auf Wunsch Bülows eine Unterredung zwischen Raiser und Kanzler stattgefunden habe, heißt es wörtlich: Im Verlauf des Gesprächs bat Fürst Bülow um seine Entlaffung, da er sich des Allerhöchsten Vertrauens nicht mehr erfreue. Zugleich aber gab er seine von dem Gefühl reinster Liebe und Treue zu S. M. bittierten Stellungnahme in der Interview- Angelegenheit vor dem Reichstage der Kritit preis und bat S. m. für alles, wodurch er ihn bei diesem Anlaß persönlich getränkt oder was diefer als Preisgabe der Interessen der Krone empfunden habe, um Berzeihung.
S. M., fährt der Brief dann fort, habe diese Erklärung unter An erkennung der Loyalität des Fürsten in seinem ganzen Borgehen gnädigst angenommen, und das Entlassungsgesuch mit der Begründung abgelehnt, daß der Kanzler ihn durch den Rücktritt von seinem Amte vor die schwersten politischen Verwicklungen stellen werde. Der Fürst müsse daher die von ihm eingeleitete und vertretene Reichsfinanzreform durchführen, was der Kanzler auch 3ufagte."
Mit diesem Rundschreiben an die Prinzen und Fürsten allein war aber Wilhelm II. nicht zufrieden. Nachdem Bülow sich durch seine Bitte um Vergebung laudabiliter unterworfen hatte, follte diese Unterwerfung auch möglichst verbreitet werden. Darum sollte Unterwerfung auch möglichst verbreitet werden. Darum sollte ein weiteres Rundschreiben an die Oberpräsi denten ergehen, um auch diese von der Unterredung zwischen Raiser und Kanzler in Renntnis zu setzen; auch eine offizielle Mitteilung an die Presse wurde erwogen.
Gegen ein solches Borgehen machten sich aber schließlich bei den Regierungsstellen, die bei dieser heitlen Frage ins Bertrauen gezogen worden waren, ernste Bedenken geltend, die sich im wesentlichen in vier Punkte zusammenfassen laffen. Zunächst wurde darauf hingewiesen, daß ein solches und Zunächst wurde darauf hingewiesen, daß ein solches Kundschreiben nur dagu dienen werde,
die Disziplin, die unter den Folgen der Novembervorgänge ohnehin schon geliffen habe, noch weiter zu lodern. Da es befannt sei, daß die Beziehungen zwischen Kaiser und Kangler nicht mehr die früheren guten feien, so müffe es jeẞt vor allem darauf ankommen, die Autorität des Kanzlers zu stärken und wiederherzustellen. Weiterhin würden die Oberpräsidenten, die den genaueren Zusammenhang zwischen diesem Rundschreiben und den tatsächlichen Berhältnissen nicht fannten, gar nicht recht wissen, um was es fich
! eigentlich handele und daher durch Rüd fragen und den Bunsch nach genaueren Erklärungen dem Ansehen des Fürsten Bülow noch weiteren Abbruch tun. Um dieses zu vermeiden, müsse man einen anderen Wortlaut wählen, als er in dem an die Fürsten und Prinzen
gerichteten Rundschreiben gewählt worden sei. Mit Rücksicht auf die Stellung und das Ansehen des Kaisers dürften darin aber die he politischen Berwicklungen nicht erwähnt werden, in die der Träger der Krone durch den Rücktritt des Kanzlers gelangen fönne. Am besten sei es übrigens, wenn der Kaiser auf der Mitteilung an die Oberpräsidenten bestehen sollte, das Schreiben von Bülom selbst versenden zu lassen, da der Vorwurf eines persönlichen Herportretens des Kaisers, bas den Anstoß zu dem Novembersturm gegeben habe, sonst zweifellos erneut erhoben werde. Es wurde dann noch tagelang hin- und herdebattiert, um eine Form für einen Brief an die Oberpräsidenten zu finden, der den Wünschen Wilhelms II. genügen fönne, ohne den sofortigen Rücktritt des Kanzlers nach sich zu ziehen. Immer neue Entwürfe wurden gemacht und wieder- vernichtet und nur darin war man sich einig, daß eine
Mitteilung an die Presse unterbleiben müsse,
da Bülow sonst feinen Tag mehr in seinem Amte geblieben wäre. Schließlich tam man zu dem Ergebnis, dem Raiser vorzustellen, sich mit dem Canossaga ng des Kanzlers begnügen und von einer Mitteilung an die dem Kanzler nachgeordneten Stellen absehen zu wollen, wie es denn auch geschah.
Börgiebel ausgeschlossen."
Groß aufgemacht veröffentlicht die„ Rote Fahne" die Meldung, daß der Polizeipräsident Genoffe 3örgiebel von der Sektion der Böttcher des Berbandes der Lebensmittel und Getränfearbeiter mit Zweidrittelmehrheit ausgeschlossen worden sei.
Dazu ist zu bemerken, daß in einer Bersammlung von mehr ais 700 Mitgliedern der Sektion insgesamt 73 anwesend waren. Für den Antrag stimmten 45, dagegen 28. Also etwa 6 Proz. der Sektionsmitglieder stimmten dafür. Das ist die Zweidrittelmehrheit. Der Antrag trägt Peine Unterschrift und feinen Hinweis, auf Grund welcher Sagungsbestimmung Genoffe 3örgiebel ausgeschlossen werden soll. An sich kann der Antrag also von der Ortsverwaltung, die zunächst darüber zu beschließen hätte, ob er an den Hauptvorstand weitergegeben werden soll, gar nicht behandelt
werden.
Es ist im übrigen bezeichnend für den Mut der ,, revolutionären Klaffenlämpfer", daß fie es nicht wagen, mit ihrer Unterschrift für diesen Antrag einzustehen. Die Antragsteller selbst wissen ganz genau, daß es sich dabei nur um einen tommunistischen Bluff handelt.
Meuterei der Zurückgewiefenen.
176 Ausgewiefene, die zum Abschub auf Ellis Island untergebracht werden follten, meuferten auf der Fähre zwifchen Jersey - Stadt und Ellis Island . Die Deutsche Dord Peters schlug ein Fenster des Fährbootes ein und versuchte, dem Einwanderungsinfpettor den Dienfirevolver zu entreißen; fie verlete mehrere Beamte, die sie fefthallen wollten. Eine Syrieriu versuchte Selbstmord mit einer Schere zu verüben. Ein Italiener war schon vorher in Jersey- Stadt aus dem Fenster des Aufenthaltsraumes gefprungen und geflüchtet. Zahlreiche Beamte nahmen jedoch die Verfolgung auf und fonnten ihn einholen und überwältigen. Viele andere meuterten. Die Meuterer find in Einzelhaft gekommen. Unter den Abgeschobenen befanden sich 40 Schwerverbrecher.