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Nr. 359 46. Jahrgang

1. Beilage des Vorwärts

Sonnabend, 3. August 1929

Zeppelin in voller Fahrt.

Neuer Hochbahnhof Kottbuffer Tor

Wir schaffen Verkehrsmittel für die Arbeiterviertel

Am 4. Auguſt tritt ein neues großes Berkehrswert hofft man, Tempelhof an das Net anschließen zu können, ebenso in den Dienst der arbeitenden Bevölkerung Ber - den Bahnhof Rubleben in der Richtung auf Spandau und lins. An diesem Tage wird die vierte Teilstrede der Unter- die Verlängerung der Dahlemer Bahn nach Zehlendorf hinein. grundbahnlinie Gesundbrunnen- Neukölln

mif

dem neuen Bahnhof einestraße fowie der fertiggestellte neue Hochbahnhof& offbuffer Tor dem Berkehr über­geben. Gestern fand eine Besichtigung der neuen Anlage und der Bahnhöfe durch Vertreter der Presse und der Stadt­verordnetenversammlung statt.

Im Berliner Verkehr wird nach endgültiger Fertigstellung die Schnellbahnlinie Gesundbrunnen- Reutölin eine außerordentlich hohe Bedeutung haben. Diese Bahn führt durch Teile der Reichshauptstadt, die fast ausschließlich von Arbeitern und Angestellten bewohnt werden. Die Fertigstellung der Linie liegt im Rahmen einer Rommunalpolitit, die in besonderem Maße der arbeitenden Bevölkerung Berlins dienen will. Die Strede wird an den Bahnhöfen Hermannplag, Rottbuffer Tor und Alexanderplat Berbindungen mit dem schon bes ftehenden Schnellbahnnez haben und dem Reisenden an den Bahn höfen Gesundbrunnen, Alexanderplat , Jannowigbrüde und Her mannstraße( Südring) die Möglichkeit des Umsteigens in die Züge der Stadt und Ringbahn bieten. Die Gesamtlänge der Bahn zwischen den vorläufigen Endbahnhöfen Gesundbrunnen und Her mannstraße( Südring) beträgt rund 11 Rilometer, der durchschnitt. liche Abstand von den einzelnen Bahnhöfen 737 Meter.

Später wird man daran gehen, die Linie durch die Bad, Schweden - und Residenzstraße bis zum Bahnhof Reinidendorf­Rosenthal fortzusetzen.

Mit der Eröffnung der neuen Teilstrede werden rund 5 Kilo­meter der ganzen Gesundbrunnen - Neukölln Bahn in Betrieb sein. Die jetzt fertiggestellte Strede ist 700 Meter lang und schließt sich füdlich an den schon in Betrieb befindlichen Bahnhof Boddinstraße an Der neugeschaffene Bahnhof Leine. straße ist ein normaler Durchgangsbahnhof. Die Ausstattung bes Bahnhofs ist äußerst schlicht und fachlich gehalten. Die Wandflächen find mit hellgrünen und dunkelgrauen Fliesen verkleidet und machen den Bahnhof freundlich und licht. Die Reflameflächen sind sämtlich mit äußerst geschmackvollen Plataten der Berliner Verkehrs- Gesell­schaft( BRG.) ausgefüllt.

Am 4. Auguft wird der neue Umsteigebahnhof am Softbuffer

Tor feine Pforten für die Berliner öffnen. 36

Jm Frühjahr des nächsten Jahres wird dann der Neuköllner Zweig der Nordjüdbahn bis zur Grenzallee durchgeführt sein, es wird die Eröffnung der gesamten Strede Neukölln- Gesund­brunnen über den Alexanderplatz hinaus erfolgen tönnen und auch an der Pankower Verlängerung wird der erste Bahnhof

im Frühjahr dem Betrieb übergeben werden können. Im Sommer soll dann die Linie leganderplatz­Lichtenberg Friedrichsfelde folgen und gegen Ende des Jahres wird im Norden Berlins die Verlängerung vom Untergrund. bahnhof Seestraße aus fertiggestellt sein. Der Hochbahnhof, so sagte Stadtrat Reuter, tönne nicht ben Ruhm für sich in Anspruch nehmen, der größte feiner Art zu sein, da sei New Dort Berlin noch über legen. Bielleicht aber tonne man sagen, daß Berlin den schönsten Hochbahnhof der Welt habe. Der Bahnhof zeuge von unserem un­bedingten Willen, uns zu behaupten und zu leben. Jeder aus­ländische Renner versichere, daß die Entwidlung, die die Reichshaupt. ftabt genommen hat, in der ganzen Welt den größten Eindrud hinterlasse. Die Berfehrspolitit Berlins sei darauf gerichtet, der arbeitenden Bevölkerung zu dienen und zu helfen. Berlin wolle eine Stadt der Arbeit und des Fortschritts bleiben und den Charakter einer Weltstadt mit dem Charakter einer Stadt der Arbeit und der Schönheit verbinden.

Während der Besichtigung wehten an den Eingängen zur Unter grundbahn und von den Fahnenmasten des Hochbahnhofes die Flaggen der Republif und der Stadt Berlin . Sie bezeugten, daß auch dieses Wert von der großen republitanischen Rom. mune Berlin geschaffen wurde, die thre tommunalpolitischen Erfolge in erster Linie sozialdemokratischer Initiative und fozialdemokratischer Arbeit verdankt.

Bandenüberfall im Kriminalgericht.

Rampf zwischen Juftizwachtmeistern und Berbrechern.

Das alte Kriminalgericht war Freitagnachmittag der Schauplah stürmischer Auftritte, mie man sie dort bisher faum erlebt hatte. Bor dem Ermetterten Schöffengericht Berlin- Mitte stand nach der Mittagspause eine Berhandlung an gegen die Güterräuber bande Schulz und Genossen. Schon vorher hatte sich an den Er liegt bekanntlich an einem Berfehrspuntt, auf dem fich Eingangstüren und auf der Treppe zum Zuhörerraum eine aus den nicht weniger als sechs überaus lebhafte Berkehrsstraßen begegnen. zweifelhaftesten Elementen bestehende Menge eingefunden. Als der Nach der Fertigstellung des Bahnhofes zeigt sich die unvergleich diensttuende Justizmachtmeister die Türen zum Zuhörerraum öffnete, liche Stärte feiner architettonischen und technischen Schönheit. Der wurde er zur Seite gestoßen und eine nahezu hunderttöpfige neue Bahnhof hat einen Mittelbahnsteig von 110 Meter Länge und Menschenmasse, unter der sich im überwiegenden Teile der 11 Meter Breite. Er hat außen einen hellgrauen, freundlichen An- recht verwegen aussehende Anhang der Angeklagten befand, stürmte strich erhalten. Das Innere ist ähnlich wie bei dem neuen Bahnhof den Saal. Ein zweiter Justizwachtmeister wurde ebenfalls zurüd­Leinestraße hellgrün gehalten. An beiden Enden hat der Bahnhof gedrängt und beiseite gestoßen. Die Massen machten sogar Anstalt, Bugänge von der Straße. In der Mitte des Bahnsteiges ist eine über die Schrante des Zuhörerraums zu sehen und in den Sizungs. doppelte Fahrtreppe angeordnet, die in einen unmittelbar unter faal einzubringen. Auf die Alarmsignale hin stürzten von allen dem Straßenniveau liegenden Vorraum einmündet, von dem aus Seiten fämtliche Justizmachtmeister des alten Kriminalgerichts Treppen zum Untergrundbahnhof führen. Der Höhenuntergebäudes herbei. Es entspann sich ein erbitterter Kampf schied vom Vorraum bis zum Hochbahnsteig beträgt rund mit der Menge. Schließlich gelang es den Beamten, denen 10,6 meter. Die gesamte Anlage muß als mustergültig bezeichnet noch zwei anwesende Reichswehrsolbaten zu Hilfe werden. tamen, unter Benugung ihrer Gummitnüppel die tobende Menge aus dem Gerichtssaal und von der Treppe zu drängen. Nachdem Beruhigung eingetreten war, fonnte das Gericht in die Verhandlung eintreten, die dann einen ganz ruhigen Verlauf nahm.

Bei der Besichtigung wies Stadtrat Genosse Reuter darauf hin, daß dieser Eröffnung einer neuen Schnellbahnstrede schon in furzer Zeit weitere folgen würden. Noch im Laufe dieses Jahres

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Die Plaster Kästen

von A.M.Frey .

Copyright 1929 by Gustav Kiepenheuer Verlag A.-G., Berlin Zu ihm hinunter in den Keller begibt sich Funt. Malz trägt mit fliegender Feder Namen von Patienten und Krant­heitsbefunde in ein äußerst dreckiges Buch ein. Er hat es feit Tagen unterlassen; er holt jezt das Versäumte aus der Phantasie nach. Bei der Aufzeichnung der Temperaturen zögert er nicht einen Augenblick; die Zahlen zwischen sieben­unddreißig und vierzig mit weiteren Staffelungen lassen genug Abwechselung zu.

Krantenträger Funt," meldet sich Funt, immer noch garnisonmäßig diszipliniert.

Was wollen S denn?" fragt Malz gestört und uns millig, aber ohne einen Augenblid sein flottes Geschreibsel zu unterbrechen.

Funt berichtet, daß er vom Berbandplat tomme und einen Brief von Affistenzarzt Model für Oberarzt Lipp bei sich trage.

"

,, Was steht denn drinn?" fragt neugierig Malz, der immer ein schlechtes Gewissen hat und vermutet, über ihn selbst und seine Nachlässigkeiten tönne von irgendeiner Seite her Klage geführt werden.

Funt behauptet, er miffe es nicht obwohl er es ja halbwegs meiß.

Haben S' ihn denn nicht aufgemacht unterwegs?" ftaunt Der Sergeant. ,, So mit dem Bleistift die Klappe entlang. Die flebt ja immer schlecht." Er scheint das Manöver für selbst verständlich zu halten.

Funt verneint und sieht Fieberthermometer in einer bräunlichen Flüssigkeit stehen Flüssigkeit in einem Trink­glas, die Borwasser und ,, desinfizierend" sein soll. Im Keller ist eine verbrauchte, verschwizte, von Ausdünstungen und Ausatmungen verpestete, feuchtwarme Luft, die aus etwa fünfzehn belegten Betten aufsteigt.

Malz ahnt wohl, der abgemagerte, übernächtige Kranten­träger vor ihm mit der grauen Gesichtsfarbe fönne selbst Gegenstand des geheimnisvollen Briefes sein. Er sagt: Sie treffen's nicht gut. Der Lipp ist elend schlechter Laune. Immer,

wenn er so spät zur Bifite tommt, statt um neun Uhr mor gens um zwölf Uhr mittags, ist er ganz narrisch. Weiß der Henter, wo er sich wieder herumtreibt."

Herr Oberarzt Lipp treibt sich herum?" ,, Ja, in den Gärten schleicht er umeinander und schaut nach dem Gemüse, in Glasfästen zieht er Salat, oder er fifcht und fängt nig, oder er legt Schlingen für die Halen."

Der Sergeant will weiteres ausführen, da fommt der Beredete selbst. Funt sieht die Rellertreppe herunterstapfen ein paar leichtgefrümmte eilige Beine in ledernen Reit­gamaschen und furchtbar fotigen Stiefeln, dann taucht eine hagere sehnige Gestalt tiefer, zulegt wetterleuchtet gelblich ein galliges Choleritergesicht mit schwarzem Bärtchen in den düsteren Raum.

,, Rapport, Malz!" verlangt eine hohe, harte, befehls­gewohnte Stimme. ,, Schauen S, daß wir fertig werden!"

Er sagt es, als sei man schon durch Stunden an der Arbeit.

Und sie werden schnell fertig. Funt ist in eine Ede ge­treten; er wird vorerst nicht beachtet. Der Sergeant legt seinem Arzt eine Reihe von befrigelten Zettelchen vor, die er unterschreibt, ohne sie zu lesen. Sie betreffen einige An­ordnungen für weitere Behandlung einiger Rranter.

Noch was?" fragt Lipp, während er ein paarmal die gleiche schwunghafte Handbewegung vollführt, um seinen Namen zu formen.

,, Der Sonn Michael, Maschinengewehrtompagnie, hätt' vierzig Komma zwei.

Lazarett," entscheidet Lipp und unterschreibt ein Bas piertäfelchen. ,, Bauch oder Brust?" ,, Brust, Herr Oberarzt." ,, But. Pneumonie mit Fragezeichen. Noch was?" Er ist schon auf der Treppe. ,, Ein Kranfenträger vom Berbandplaß wär' da, mit einer Meldung." Herrgottsatrament! Bell, feids so gut, und halts mi net lang auf. Wo ist er?"

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Bereits südwestlich der Azoren. - Kampf mit Gegenwinden. Friedrichshafen , 2. August.

Den ganzen Vormittag über erhielt der Luftschiffbau nicht die geringste Mitteilung vom Luftschiff, nachdem es Gibraltar passiert hatte. Dieser Umstand gab bereits Anlaß zu allerlei unkontrollierbaren Gerüchten. Man wollte wissen, daß das Luftschiff sich bereits wieder auf der Rückfahrt befinde, da es den Gegenwinden nicht ge. wachsen sei. Glücklicherweise haben sich diese Gerüchte nicht bewahrheitet. Um die vierte Nachmittags. stunde traf folgender Funkspruch vom Luftschiff ein: ., 8.25 Uhr MEZ. Uhr ME3. 300 Seemeilen westlich Gibraltar . 100 kilometer Geschwindig. eit. Wetter gut." Außerdem wurde gleichzeitig eine Privatmeldung von Bord bekannt, wonach der Graf Zeppelin" Freitag früh um 5.50 Uhr die Position 36 Nord 10 West hatte. Bei flarem Wetter habe er direkten Kurs auf die Azoren genommen. In dieser Mitteilung heißt es auch ferner, daß sich der blinde Passagier in gutem Gewahrsam befinde. Gegen 8 Uhr abends lag das Luftschiff, das weiterhin mit starken Gegenwinden zu kämpfen hat, bereits südwestlich der Azoren .

vorbereitet. Auf dem Flugplas Lakehurst wurde In Amerika wird indessen alles zum Empfang ein Tonverstärker aufgestellt, der die Passagiere während der Landungsmanöver unterhalten und den Offizieren Ses Graf Zeppelin" die Landungsorientierung über. mitteln soll. Die ersten Neugierigen sind bereits in Látehurst eingetroffen. Insgesamt werden 50000 Be­fucher erwartet. Es werden umfassende polizeiliche Vorbereitungen getroffen.

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Wie das Flugwetter weiter sein wird.

Das Seeflugreferat der deutschen Seemarie gibt über das Wetter auf dem Ozean folgende Uebersicht: Nachdem das Sturmtief über der Nordsee unter Auffüllung langsam ostwärts nach Südschweden gezogen ist, hat sich auf seiner Rückseite meftlich Irlands ein Hochdruckteil aufgebaut, der in Verbindung mit dem Azorenhoch getreten ist. Dadurch hat dieses eine Kräftigung erfahren. Es reichte heute früh von der spanischen Küste über den Azoren bis ungefähr 50 Grad westlich. In seinem Bereiche herrscht

machwindiges, heiteres Flugmetter. Nördlich Dom Azorenhoch schiebt sich zwischen Neufundland und Südgrönland ein Tiefbrudgebiet langsam ostwärts, ein Ausläufer davon reicht längs der amerikanischen Ostküste bis fast nach Florida , er schmentt langsam oftwärts um das Neufundlandtief herum. Auf der Südseite dieses Ausläufers herrscht eine breite mäßige Südwest­strömung, die im Bereich des erwähnten Tiefs zwischen 40 und 25 Grad westlich zu der Südströmung umbiegt, in dieser Strömung wird verbreitet nebliges und regnerisches Wetter beob achtet, dem Neufundlandtief folgt wiederum ein Hochdruckgebiet, das heute früh über den amerikanischen Seen lag. Dieses Hoch rückt zunächst füdostwärts vor. Es wird morgen über der Küste liegen, dann weiter oftwärts wandern. Dadurch werden später an der amerikanischen Küste schwache Ostwinde auftreten.

Zur Kundgebung im Friedrichshain . Nicht Heilmann, wie es durch einen Hörfehler bei der telephonischen Uebermittlung des Berichts über die Friedenskundgebung im Friedrichshain hleß, sondern Mar Heydemann hat zu den Massen gesprochen.

| Sie nicht, daß ich Ihr Bataillonsarzt bin? Ich habe Lust, Sie bestrafen zu laffen."

Es hat mir niemand gesagt, daß ich mich bei Herrn Oberarzt melden muß."

,, Schachsch," macht heimlich der Sergeant im Hintergrund und läßt verdeckte Winkzeichen zu Funk hingehen.

Aber Lipp wettert schon los: ,, Das haben Sie nicht ge­mußt, fo? Sind Sie militärisch nicht vorgebildet, haben Sie Ihre Ausbildung auf dem Mond genossen? Freilich, heute tönnen Sie dahergelaufen fommen, weil Sie sich vom Dienst drücken wollen. Einen Monat im Feld, und haben schon end­gültig genug, wie? Wir stehen ein Jahr in der Scheiße und machen weiter. Nir da. Mein Lieber, Sie werden auch weiter­machen, ich garantier' Ihnen."

Ich habe mich gar nicht frank gemeldet. Herr Assistenz­arzt hält mich für ungeeignet zum schweren Trägerdienst." Der Sergeant winft verzweifelter.

,, Herr Dr. Model soll mich in Ruhe lassen. Er ist zu nachgiebig euch Burschen gegenüber. Junge Aerzte fallen auf jede jammervolle Fraze herein, auf jedes Komödiantengetu der Drüdeberger. Buls!"

Funt reicht den Arm hin.

,, Rod auf!-Nein, nicht ausziehen. Unnötig." Lipp legt das Dhr an die behembete Brust. ,, Böllig gefund. Leichte nervöse Ericheinungen. Glauben Sie, daß wir jeden Nerven­fagte in Watte paden tönnen? Felddienst ist für Sie aus gezeichnet. Ab. Macht seinen Kram auf dem Verbandplaz mie bisher. Malz, morgen um acht."

Jawohl, Herr Oberarzt

und um ein Uhr fommt er dann glücklich," murrt der Sergeant hinter dem Enteilen­den drein. Sehen Sie, jetzt haben Sie's," meint er nicht ohne Mitgefühl. Ich hab' gar nichts, ich habe nur einen Wunsch jagt Funt langjam. Er denkt an seinen Revolver, den er auf dem Berbandplak zurückgelassen hat. Ich habe nur den Wunsch, den Kerl über den Haufen zu schießen. Sieh da, ich bin ins Feld gegangen mit dem festen Entschluß, niemals zu töten. Nun finde ich hier doch einen Feind, der mir das Blut in die

Funt tritt vor und händigt den Brief aus. Lipp schaut ihn an. ,, Wie heißen Sie? Warum lenne ich Augen treibt! Sie nicht?" Friedrich Funt, von der achten Kompagnie.

Ein Neuer, Herr Oberarzt," mischt Malz sich ein. ,, Er­faz aus der Heimat."

Lipp hat den Brief erbrochen und überflogen. ,, Bon der achten Kompagnie und seit Wochen beim Regiment? Was fällt Ihnen ein, sich erst heute bei mir zu melden? Wissen

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Eigentlich macht er sich nur auf den Weg, um die Waffe zu holen und wieder umzukehren. Aber draußen angelangt mit ruhiger schlagenden Adern, muß er sich erst rapportieren­dermeise und dankendermeise bei dem jungen Arzt melden, der ihm wohlwill. Er hat das Gefühl, jener ist mit ihm zusam­men beschimpft und mißhandelt worden.

( Forthegung folgt.)