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furz vor 21 Uhr im Edhaus Grenzburgstraße 5 in Steg. lih zum Ausbruch. Die Flammen fanden an dem trockenen Dach gebält und dem Inhalt der Bodenverschläge überaus reiche Nahrung, und beim Eintreffen der Wehren brannte der größte Teil des Dachstuhles bereits lichterloh. Ueber mechanische Leitern und über die Treppenhäuser wurde mit fünf Schlauchleitun. gen gegen den Brand vorgegangen. Bei Redaktionsschluß dauern die Aufräumungsarbeiten noch an. Auch in diesem Falle fonnte die Entstehungsursa che noch nicht geflärt werden.

Schuldlos zum Tode verurteilt? Der Fall Baginsti und die Brüder Kung.

Wie vor einiger Zeit berichtet, wurde der wegen Raub­mordes verhaftete Händler Baginsti start verdächtigt, uch an anderen kapitalverbrechen in Offpreußen Beteiligt, gewesen zu fein. Die Untersuchung, innvieweit dieser Verdacht zu Recht besteht, ist sofort auf genommen worden und hat bereits einige bemerkenswerte Reful ate gezeitigt.

Das ungeklärte Ableben des Holzhändlers Paul Kuchen beder aus Hohenstein, der im Dezember 1921 tot aufgefunden murde, hat auch schon die Gerichte beschäftigt. Zwei Brüder, der Kaufmann Otta Rung und der Landwirt Paul Rung, hatten sich durch größere Geldausgaben verdächtig gemacht und wurden damals vor Gericht gestellt. Beide wurden zum Tode berurteilt, später aber begnadigt.

Fünf Jahre später wurde ein Wiederaufnahmeverfahren be­antragt, doch gelang es nicht, die Unschuld der Brüder einwand­frei festzustellen, so daß die Eröffnung des Verfahrens abgelehnt wurde.

Es wird neuerdings vermutet, daß Baginsti ber Täter ist.

Eebenso erscheint Baginsti nicht unbeteiligt an dem Ber schwinden des Schlächters und Biehhändlers Johann Schlima aus Allenstein , der eines Tages verschwand und der bis heute weder lebend noch als Leiche, gefunden wurde.

Immer noch nicht verstummt sind auch die Gerüchte, die sich an den Tod seiner Schwiegereltern, Schwiegereltern, des Ehepaares Elmers, fnüpfen, die im Jahre 1917 unerwartet schnell und furz nacheinander starben. Der Arzt, der den Schwiegervater feinerzeit behandelte, soll jetzt gehört werden, um über etwaige Beobachtungen an dem Kranten seine Aussage zu machen. Trog der verstrichenen Jahre wird wahrscheinlich die Erhumierung der Leichen beantragt werden, um sie auf Spuren starter Gifte wie Sublimat, Arsen oder 3yantali zu untersuchen. Der Tod des jungen Ernst Malesta, des Sohnes des Pantoffel­fabrikanten, scheint nicht auf das Konto des Baginsti zu fommen. Hier liegt, soweit man weiß, ein Unglücksfall vor.

Schund und Schmuh in der Passage.

Es gibt wenig Straßen in Berlin , die einen so starten vor­novemberlichen Geruch ausatmen wie die Passage Unter den Linden , in der sogar noch richtige ,, Hofmaler" ihre fragwürdigen Kunstprodukte feilbieten.

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Fast scheint es, als übte das gläserne Dach, als übte die ganze tunnelartige Anlage dieser Straße eine besonders fräftige tonser­vierende Wirkung auf gewisse Dinge aus Dornehmlich auf den Ritsch, den man dort vom ho chtünstlerischen Delbild über den Haussegen bis zu den abscheulichsten Nipp es noch in befter friedensmäßiger Ausführung vorfindet. Der neue Bind hat in die Passage noch nicht hineingefun den; die Atmosphäre dort riecht reichlich verbraucht und abge= standen, und darum gedeihen in ihr auch Dinge, die 1913 wohl noch angingen, 1929 aber ziemlich zotig und geschmacklos wirken. Am Friedrichstraßeneingang stehen diese Dinge: vier Appa­rate, die gegen den Einwurf eines Behnpfennigftüds in tinoartiger Technik eine Folge zweideutiger Bilder liefern. Im Bade­zimmer", Beim Maler", Am Toilettentisch" das find so die Titel dieses Groschenfintopps. Und die reiße­rischen Titel halten, was sie versprechen: Gudt man in die Apparate, schnurrt eine Serie obszön aufgemachter Frauenbilder ab dazu bestimmt, die Halbwüchsigen anzuloden und ihre schlummernde Bhantasie zu erregen. Und Halbwüchsige sind es denn auch zumeist, die sich, verführt durch die schlüpfrigen Titel, die schwer­verdienten Groschen aus der Tasche ziehen lassen. Da der Kintopp von früh bis spät von jedermann selbst in Betrieb gesezt werden fann, ist die Besucherzahl keine geringe. Die Oberfilmprüfstelle hat schon so manchen guten Film verboten, reicht ihre Bensorenmacht an diesen schlechten Straßenfintopp nicht heran? Die Prüf­stelle für Schmuh und Schund hat manches wirklich fünft­lerische Produkt, das nur im Verborgenen und in der Stille hätte wirken können, verboten findet sie den Kitsch, der sich auf der Straße breitmacht, nicht auf?

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Falscher Wohnungsamtsbeamter.

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nur

Im Bezirk Friedrichshain treiben gegenwärtig Schwind­ler ihr Unwesen, die sich als Beauftragte des Wohnungs­sprechen und dafür Gebühren eintassieren. Der eine der Schwind­ler ist etwa 23 bis 24 Jahre alt, schlant, mittelgroß, hat zurück­gefämmtes blondes Haar, trug eine Hemdbluse phne Beste und ohne Rock. Er hatte Papiere bei sich. Ein zweiter Schwindler ist etwa 25 bis 28 Jahre alt, hat bräunlichen Teint und spricht ausländischen Dialekt. Vor den Schwindlern wird gewarnt. Ins­besondere wird darauf hingewiesen, daß für die Amtshand lungen des Wohnungsamtes teine Gebühren er hoben werden. Außerdem besitzen die im Außendienst tätigen

Beamten mit Lichtbild versehene Ausweise.

Eine neue Schule für Johannisthal .

Wie bereits mitgeteilt, hat der Magistrat in seiner Sigung vom 24. Juli dem Neubau einer Doppelpoltsschule in Johannisthal zugestimmt. Die Schule soll auf dem städtischen Gelände zwischen dem Ellernweg und der Straße Am alten Fenn" errichtet werden. Während noch im Jahre 1924 die Einwohnerzahl von Johannisthal 7084 Personen betrug, war sie bereits im Jahre 1926 auf 9004 Einwohner gestiegen. 1927 ist dann der Bau von 2000 Wohnungen in Angriff genommen wor= den, von denen 500 bereits bezugsfähig fertiggestellt sind. Hier durch ist mit einem weiteren Anschwellen der Einwohnerzahl zu rechnen. Das alte Bolksschulgebäude der früheren Landgemeinde Johannisthal ( jetzt Bezirk Treptow ) genügt aber den ständig steigen den Anforderungen längst nicht mehr. Obwohl schon wichtige, für einen neuzeitlichen Schulbetrieb unentbehrliche Räume, wie Zeichen­faal, Physikzimmer, Werfräume usw. in Klassenzimmer umgewandelt worden sind, um wenigstens die dringendste Raumnot einigermaßen zu beheben, können zurzeit noch nicht einmal zwei Drittel der schulpflichtigen Kinder diefes Drts teils in der vorhandenen Schule untergebracht werden. Bei Anwachsen der Schülerzahl soll die Schule, deren erster Bauabschnitt 25 Kiassenzimmer vorsieht, auf 32 Klaffen er meitert werden, worauf bei der Projektierung der Anlage bereits Rücksicht genommen worden ist.

Eine neue Stromquelle.

Berlins steigender Elektrizitätsverbrauch.

Die empordrängende Weltstadt Berlin verschlingt täglich wachsende, ungeheure Mengen elektrischer Energien. Die Leistungsfähigkeit der schon vorhandenen Bewag- Kraftwerke wird, unter Einrechnung einer notwendigen Reserve, schon im kommenden Winter erschöpft sein. Borausschauend geht deshalb die Bewag jeht daran, nach Klingenberg ein neues gewaltiges Spihenwert zu bauen, das im Herbst 1931 vollendet sein wird.

Die Bewag steht im Begriff, ein neues Großtraftwert, das Westwert, in der Nähe des Spandauer Bock zu errichten. Dieses neue Wert wurde dringend erforderlich, nachdem feft gestellt worden ist, daß sich die Zahl der Elektrizitätsabnehmer in den fünf Jahren von 1924 bis 1928 weit mehr als verdoppelt hat, gespannten Stromes für Großabnehmer die Berliner Induſtrie­und daß auch vornehmlich die vorteilhafte Preisstellung des hoch unternehmen veranlaßte, ihren Energiebedarf fast ausschließlich aus den Bewag- Neßen zu beziehen.

Nachdem die Elektrizität im Laufe der Zeit Allgemeingut der Bevölkerung geworden ist, könnte man leicht zu der Annahme tommen, daß in der Anschlußbewegung nunmehr eine Sättigung eintreten würde. Daß dies aber feineswegs der Fall ist, zeigt die Tatsache, daß heute erst rund 55 Broz. aller Berliner Wohnungen mit Elettrizität versorgt werden. Zurzeit werden in Berlin täglich zirka

Beinah Alraune...

Sowieso: Das Leben in einer Baubenkolonie ist ja überhaupt nicht langweilig. Mal sorgen die Raupen, mal Geflügeldiebe und mal Eheirrungen im Hühnerhof für Abwechselung. Aber eine freudige Ueberraschung gibt es jedesmal, wenn es irgendeinem der Kolonisten gelingt, eine durch Form oder Größe abnorme Gestalt zu ziehen. Noch viel größer ist Freude und leberraschung, wenn der

ans

sehen und am letzten Sonntag wollte sie ihm Leben. Das aber wehrte sich zähe seiner Haut, und als es ihr endlich gelang, ihn her­auszuholen, di zeigte es fich, daß hier mitten unter den harmlosen und höchst nahrhaften Mohr­

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glückliche Gärtner eigent lich gar nichts dazu getan hat, so ein beachtenswertes Resultat zu erreichen. Hatte da ein Gartenfreund in jeinem Garten bei Cöpe nid ein merkwürdiges Un fraut zwischen seinen Mohr­rüben stehen, das sich von Tag zu Tag breiter machte. Endlich konnte seine sorg­jame Hausfrau den Ein­dringling nicht mehr an

rüben ein geradezu diabolisches Gewächs Wurzel geschlagen hatte. Ein Rettich, der über ein Pfund schwer und reich­tich 40 3entimeter lang war. Aber das Merkwürdigste: Besagter Rettich hat, wie aus der Abbildung zu ersehen, genau die Form eines menschlichen Körpers von der Brust abwärts, er erinnert geradezu an das Galgenmännlein", an die zauberfräftige Mandragoramurzel des Mittelalters. Nur der Kopf fehlt; aber das soll ja auch bei der Alraune nicht gerade der wichtigste und edelste Teil sein... Der glückliche Vater ist jedenfalls sehr stolz auf dieses Rind seines Gartens, und die merkwürdige Form wird diesen Rettich wohl noch lange vor einem prosaischen Tode auf dem Frühstücks­

brett bewahren.

Bielleicht verhilft fie ihm sogar zu einer feierlichen Beifetzung im Marmeladeneimer so daß er noch beim nächsten Erntefest der Kolonie Ludwigshöhe" als Trophäe gezeigt werden kann!

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Jungsozialisten werben.

Landagitationsfahrt nach Teltow - Jüterbog - Luckenwalde .

In Erneuerung der alten Tradition der Berliner Sozialdemo­fratie, an den Sonntagen zu Agitation in die Landbezirke hinaus zuziehen, um die politisch schwer- beweglichen Massen des ländlichen Proletariats für die Partei zu gewinnen, veranstalteten die Jung­sozialisten Groß- Berlins eine Landagitationsfahrt in die Kreise Teltom und Jüterbog 2udenwalde.

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Vom ,, Vorwärts"-Haus in der Lindenstraße fuhr unter dem Ge­fang von Kampfliedern ein Automobil Last zug mit den jungen Sozialisten ab, die sich in großer Zahl zu der Werbearbeit eingefunden hatten. In den jüdwestlichen Vororten Berlins , den Domänen der nationalistischen Organisationen, erregten das Fan­farengesdymetter, mit dem die Bürger aus ihrer Morgenruhe auf­gestört wurden, der Schall der Arbeiterlieder, der Anblick der vielen flatternden roten Fahnen, unliebsames" Aufsehen. Das änderte sich bereits in den ersten Dörfern vor Berlin des alten Wahlkreises Teltow- Beestow- Stortom, der schon vor dem Kriege, nicht zuletzt durch das Wurfen von Rosa Luxemburg , die in diesem Kreise

50 Hausanschlüsse hergestellt und zirka 400 3ähler in­stalliert. Man muß auch zu einer günstigen Prognose für die weitere Entwidlung der Bewag gelangen, wenn man feststellt, mie hoch der Berbrauch an Elettrizität je Kopf der Bevölkerung in an anderen Großstädten ist.

So wurden in Chikago rund 1088 Kilowattstunden pro Kopf im Jahre 1927 verbraucht, während in Berlin in der gleichen Zeit auf den Kopf der Bevölkerung nur 251 Kilowattstunden entfielen. Die Bewag rechnet im Jahre 1933 mit einem Strombedarf von rund 2% Milliarden Kilowattstunden.

Innerhalb welcher Zeit und in welcheu Grade wir in Berlin amerikanische Konsumziffern und eine vollkommene Durchdringung des Versorgungsgebiets mit Elektrizität erreichen werden, ist eine Frage, die in erster Linie von dem wirtschaftlichen Auf­stieg Deutschlands abhängt.

Jahren wieder mit einer erheblichen Verbrauchssteige. Auf jeden Fall beweisen die Ziffern, daß in den näcysten rung gerechnet werden muß, während andererseits die Leistungs. fähigkeit der zurzeit vorhandenen Bewag- Kraftwerke, unter Berück fichtigung einer notwendigen Reserve, schon im kommenden Winter erschöpft ift.

Das Weft traftwert, das als Spizenmert fahren soll, wird im ersten Ausbau im Herbst 1930 und im zweiten Ausbau im Herbst 1931 fertiggestellt sein, so daß hierdurch die Berliner Stromversorgung für die nächsten Jahre sichergestellt ist.

wohnte, einer der attivsten und stärksten Parteibezirte gewesen war. In Drewiß, wo eine starke Ortsgruppe der Partei besteht, wurde den Berlinern ein begeisterter Empfang zuteil. Ein schnell formier ter Demonstrationszug rief die meisten Dorfbewohner vor die Türen Flugblätter mit den Forderungen der Sozialdemokratie zu den bevorstehenden Kommunalwahlen wurden verteilt. Ludenwalde, der märkischen Industriestadt, wurden viele Dörfer durchfahren, deren Bewohner aus ihrer ländlichen Ruhe auf gestört und an ihre gemeinsamen Interessen mit der städtischen Ar­beiterschaft erinnert wurden. In Kloster 3inna, einem von Friedrich II. gegründeten Weberstädtchen, wo heute noch die Hand­weberei unter eienden Verhältnissen ausgeübt wird, fand eine kurze, wirkungsvolle Kundgebung auf dem Marktplatz statt, wo die Ge= nossen Seigewasser von den Jungsozialisten und der Parteisekretär des Unterbezirts Jüterbog - Luckenwalde , Engelbrecht, furze An sprachen hielten, in denen auf die besondere Bedeutung der im No vember stattfindenden Gemeindewahien hingewiesen wurde. In diesem Arbeiterort amtiert heute noch ein Amtsvorsteher, der ers flärt, für eine Verfassungsfeier habe er feine Zeit übrig, und Ar= beitslose dürften eigentlich fein Wahlrecht haben! Solchen Vertretern der brutalsten Reaktion muß das Handwerk gelegt werden!

Ihren Abschluß fand die Fahrt mit der Mitwirtung an einem gut befuchten Werbefest der Partei in dem Industriestädtchen Trebbin

Zeppelin- Start um Mitternacht. Günftige Wetteraussichten für den Rückflug.

New Yort, 7. Auguft.

Die Gasfüllung des Graf Zeppelin" wurde um 3 Uhr morgens beendet. Gestern waren wieder 150 000 Menschen in Cafe. hurst. Auch heute herrschte ein Riesenandrang. Bom Ha­pagbureau wird eine Passagierliste bekanntgegeben, die u. a. folgende Namen enthält: William B. Leeds, amerikanischer Multimillionär, John Larnen, Sir Hubert Wilfins, der bekannte Polarforscher, Lady Drummond- Hay, Karl H. v. Wiegand, Com­mander Rosendahl, Joachim Ridard, ehemaliger Handelsattaché in Madrid , C. P. Burgeß, Marinefachverständiger J. P. Richardson, Dr. Kiep von der Hapag, Graf von Soden, R. Spieß, Vertreter des Reichsverkehrsministeriums, Heinz v. Eschwege, ferner die Herren Nathan Wechler, William Weber, Moris Shumofsky, der acht­zehnte Passagier bleibt auf seinen Wunsch ungenannt. Die Mittagsberichte des Wetterbureaus in Washing­fon beurteilen die Wetterlage für den Rückflug allgemein günstig. obwohl die Umgebung von Lakehurst wahrscheinlich mit Nordwest­nordwinden berölft sein wird. Ein ausgedehntes Hochdrudgebiet zieht sich von den Bermudas bis zu den Azoren . Auf dem Atlantik herrschen frische Westwinde, an der Küste von Neu- England frische, starte Südwestwinde und teilweise Bewölkung. Eine mäßige Stö­rung liegt über den Hudsonftraits. Dr. Edener erklärte, als er um die Mittagszeit aus New York in Cakehurst eintraf, der Ab­

flag werde um Mitternacht stattfinden. Die paffagiere, zwei

Tonnen Fracht, eine Tonne Post werden um 10 Uhr abends an Bord sein.

Heimweh nach dem Scheunenviertel!

brechliche Häuschen mit aussäßig bröckelnden Fassaden und aus. Das Scheunenviertel ist nicht mehr! Die letzten Trümmer, ge getretenen Treppen, alte Holzkabachen, in denen mit Kartoffel­puffern, Lumpen, gebratenen Würstchen, angefaultem Obst, mit ver­

handelt wurde, find fortgeräumt, nur ein paar ehrwürdige mottetem und verrostetem Trödel, mit Tauben und Hehlerfram ge­Ruinen aus jenen heroischen, von krimineller Romantit um­witterten Zeiten sind noch übrig geblieben Aber auch die Tage dieser stummen, von Armut und Not arg mitgenommenen Zeugen, die zwischen dem frischen Gemäuer der neuen Bauten dort am Bülowplay jetzt ganz besonders ärmlich und verludert wirken, sind gezählt.

Das neue Viertel dort, das so progig jung und parvenühaft Frische und unberührten Sauberkeit erröten vor der grauen, ge geleckt aus dem Boden schießt, müßte ja in seiner jungfräulichen meinen Not des häßlichen Gemäuers, das in Schande und Finsternis aufwuchs. Nun, die alten Häuser wissen ja nicht, daß sie hier heimatlos geworden sind und bald überhaupt nicht mehr sein werden. Aber die Menschen wissen das, die, die hier noch wohnen, und

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