Einzelbild herunterladen
 

2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Mr. 38.

Bur Tage der Landarbeiter.

Die Landarbeiterfrage beschäftigt die deutschen Großgrund befizer in steigendem Maße. Es ist ihnen ein großes Aergerniß, daß die Landarbeiter nicht mehr wie früher die willigen, sich all es gefallen lassenden Knechte" sind, sondern trotz der herr­lichen Gesinde- Ordnungen gegen das Recht auf Prügel protestiren, indem sie den Staub der heimathlichen Scholle von den Füßen schütteln und nur dort Arbeit nehmen, wo sie auch genügend be­zahlt und menschlich behandelt werden.

Freitag, den 14. Februar 1896.

13. Jahrg.

zweckmäßig durch Umwandlung in Attordlohn besonders| wieder verlassen wollte, wurde sie angehalten, da bemerkt worden während der Getreide Ernte ersehen zu lassen". Jede war, daß sie mehrere ungekaufte Gegenstände in ihrem Korb Herr" erleidet nicht den geringsten Schaden! Ermüdung wirkt also als Lohnverminderung! Der hatte verschwinden lassen. Es fand sich in dem Korbe denn auch wirklich ein kleines Spielwaaren- Lager, bestehend aus Blech­

"

-

"

-

Der pommersche Arbeiterfreund denkt aber auch daran, wie man trompeten, einem Gummiball, allerlei Schmucksachen 1. dergl. den Arbeiter, der zum 1. Oktober weggehen will, weil er sieht, wie vor. Die Frau hatte der Versuchung nicht widerstehen können, er nun doppelt und dreifach ausgebeutet wird, aufs neue feffeln auf dem Wege des Diebstahls einige Christgeschenke für ihre fann. In den Pachtvertrag soll die Bestimmung tommen, da- Kinder sich zu verschaffen. mit im Falle der Kündigung unreell denkenden Arbeitern die weiteres zu und versicherte dem Gerichtshofe, daß sie selbst nicht Sie gestand ihr Vergehen ohne Gelegenheit entzogen wird, die Pachtwirthschaft zu devastiren, wiffe, wie sie dazu gekommen sei. Der Staatsanwalt beantragte und sich so auf Kosten des Besitzers zu bereichern, daß der ab- mit Rücksicht auf die ganze Eachlage selbst das niedrigste Straf Daher allgemeines Jammern über die Landflucht" der Arziehende Insimann keine Naturalien, außer den ihm maß von einem Tage Gefängniß, auf welches der beiter nicht nur nach den Städten, sondern von den besonders eigenthümlich gehörenden mitnehmen darf und daß er am Gerichtshof auch erkannte. Der Vorsitzende erklärte, daß er sich mit Knutengeist gesegneten oftelbischen Gefilden nach Gegenden, Kündigungstermin, am 1. Juli, in denen die Selbstherrlichkeit der abligen also vor der nach den Verhältnissen der Angeklagten erkundigen und und bürger Ernte die ganze lichen Agrarier schon Pachtung in die Hände des falls ihre Angaben sich bestätigen sollten ein Gnadengesuch menschlicheren Gepflogenheiten hat Herrn zurückgiebt!" Was ferner der Justmann im ersten befürworten wolle. Platz machen müssen. Wir haben bereits in Nr. 299 des Jahre als Vorschuß vom Besizer an Vorwärts" vom 22. Dezember 1895 darauf hingewiesen, wie erhalten hat, soll er fachgemäß" beim Abzuge wieder heraus­Saatgut, Deputat, in Nr. 87 der Deutschen Landwirthschaftlichen Presse" vom geben, für geleistete Handarbeit, künstlichen Dünger soll er ent­30. Oftober 1895 ein Rittergutsbesitzer Dr. W. 2. in Posen vor schädigt" werden. geschlagen hatte, chinesische Arbeiter in Deutschland einzuführen, und zwar mit der Begründung, durch diese Kuli Einfuhr die heimischen Landarbeiter zu überzeugen, daß wir( die Rittergutsbesizer) nicht von ihrer Laune abhängig sind und nach Wunsch Ersaz finden können". Dr. W. 2. war dabei so freundlich, die Bei hilfe des Staats zur Anwerbung solcher chinesischer Ar­beiter in Anspruch nehmen zu wollen, und erklärte, er fordere diese Ruli- Einfuhr aus moralischen Gründen, die in der unzweifelhaften Rückwirkung auf unsere heimischen Land­arbeiter liegen."

rathen.

"

Soziale Uebersicht.

Konzentration des Kapitals. Die Elektrizitäts- Aktien­Landarbeiter seitens des Besitzenden ist wohl kaum noch möglich! ihrer Generalversammlung vor einigen Tagen beschlossen, das Eine unreellere" Art des Vorgehens gegen den besitlosen gesellschaft vorm. Schückert u. Comp. in Nürnberg hat in Man bedenke nur, daß letterer es völlig in seiner Hand hat, Attienkapital auf 18 Millionen Mark zu erhöhen. Die Zahl der die Entschädigungen u. f. w. festzusetzen! Aktiengesellschaften in Nürnberg betrug 1890 18, gegenwärtig 26. besitzern auf das dringendste; er meint, das alte patriarchalische Herr Pr. empfiehlt sein Ausbeutungssystem den Guts­,, Gegen die Errichtung weiterer Gewerbegerichte in Instverhältniß sei dahin, es müßten neue Formen gesunden Württemberg " betitelt sich ein Leitartikel des nationalliberalen werden, bei denen der ganze Stand der Landarbeiter als gleich- Schwäbischen Merkurs", worin nachzuweisen versucht wird, daß, berechtigtes Glied der Gesellschaft eingereiht wird". dank der unermüdlichen Agitation der sozialdemokratischen Partei,

bleibt!

-

Stimmt ganz genau! Die neue Form der Sklaverei so viele Gewerbegerichte unnöthigerweise" errichtet wurden, daß für den Arbeiter ist die kapitalistische, die jenen dem Buch- ein Bedürfniß für weitere Gewerbegerichte dermalen nicht an­Dieser Vorschlag ging verschiedenen Gutsbesitzern und Guts- staben der Gesetze nach zwar als gleichen Stand bezeichnet, ihn zuerkennen sei und daß der Nutzen der Gerichte zu den Kosten verwaltern doch zu weit; sie wiesen ihn zurück, nicht ohne mehr aber in die der alten Hörigkeit völlig gleichwerthige Abhängig- und Umständlichkeiten" ihrer Organisation und ihrer Unter­oder minder offen ihre Angst vor der Sozialdemokratie, die feit als 2o hustlaven und Pachtsklaven bringt, so daß haltung nicht entfernt im Verhältniß stände. Weiter habe sich in solche Vorschläge bei den Wahlen ausnußen würde, zu ver- er nach wie vor ein gefügiges Ausbeutungsobjekt der Besitzenden Württemberg die leberflüssigkeit" einer Reihe von Gewerbe­gerichten ergeben. Neuerdings( in Nr. 4 der Deutschen Landwirthschaftlichen Das System des Herrn Pr. ist ganz schlau aufgeflügelt, Aus diesem unvernünftigen Gerede geht lediglich hervor, daß Presse" vom 15. Januar 1896) wendet sich ein Herr Pr. in wenn auch nicht ganz neu. Aber seine Rechnung hat einen die Gewerbegerichte den zum Schwäbischen Merkin" in Be­Pommern ebenfalls gegen den Vorschlag des Posenschen Ritter: Fehler er hat die Sozialdemokratie vergeffen. Sie siehung stehenden nationalliberalen Fabrikanten Württembergs gutsbesizers, besonders aus praktischen" Gründen. Dabei macht wird dafür sorgen, daß die Landarbeiter zu dem von Herrn Pr. ein Dorn im Auge find. Die Arbeiter wissen, welch großen er Mittheilungen und Vorschläge, die ein scharfes Streiflicht auf und seinen Profitgenossen so gefürchteten Verstande" kommen Nußen sie von den Gewerbegerichten haben. Und darauf, nicht die ländlichen Verhältnisse werfen und für unsere Land- und die Kerntruppe im sozialen Befreiungskampfe werden! Auch auf das, was die nationalliberalen Volksausbeuter meinen, agitation beachtenswerth find. Die Kulis hält er für die dauernde Landarbeit körperlich zu arbeiter so verständig" zu machen. Wir wollen für ihre Ver die Vorschläge des Herrn Pr. sollen dazu beitragen, die Land- kommt es an. schwach und die moralische Rückwirkung auf die heimischen breitung in Landarbeiterfreifen eifrig Eorge tragen.- Landarbeiter" faßt er in einer dem Dr. W. L. entgegengesetzten Weise auf. Er erklärt, daß die Sachsengängerei das patriarchalische Verhältniß" zerstöre. Alte ein= gefeffene tüchtige Instfamilien machen Wanderfamilien Play, deren Interesse nicht mehr dem Lande angehört, sondern die ihren Sinn längst der Stadt zugewandt haben, welchem Drange fie auch bei erster bester Gelegenheit nachgeben und dort hin atwandern." Die Einführung von Kulis würde eine Landflucht unserer heimischen Arbeiter zur Folge haben". Dr. W. 2. hatte geschrieben, er wünsche die Kulis nur so Tange, bis unfere beimischen Arbeiter zu besserem Ver­ft an de gekommen sind".

"

"

Herr Pr. in Pommern zeigt dagegen, daß dies gar nicht mehr nothwendig sei, da sie bereits zu befferem Verstande ge­tommen seien. Er sagt:

"

"

Gewerkschaftliches.

Der Streik der an Holzbearbeitungs- Maschinen be schäftigten Arbeiter Berlins dauert fort, da die Unter­wurden, nur 91/2 stündige Arbeitszeit an stelle des geforderten nehmer, mit welchen auf deren Wunsch Verhandlungen gepflogen Neunstundentages und wollten. Die von diesen Unternehmern beschäftigte Arbeiterzahl und sonst überhaupt nichts bewilligen

beträgt ca. 900.

beitern.

Soziale Rechtspflege. Gewerbegericht. Das Aussehen der Arbeit ist einer der vielen Uebelflände, mit denen vornehmlich die Arbeiter auf Schwindelbauten zu rechnen haben. Sowie dem an sich zahlungsunfähigen Unternehmer" vom Geldgeber, der Bank 2c. nicht getraut wird, sowie er seinen Verpflichtungen gegenüber dritten nicht nach kommt oder sonst etwas nicht klappt, bleibt Bewilligt haben bis jetzt 16 Unternehmer mit ca. 120 Ar­der Bau liegen und die Arbeiter werden vertröstet, daß es bald wieder weitergehen werde". Wenn dieselben nun in der An- gerichts sich bereit erklärt, vor dem Einigungsamt in Das Streiffomitee hat auf Ersuchen des Gewerbe­nahme, es werde nach ein paar Tagen alles wieder im Loth" fein, ruhig warten, wird ihre Geduld häufig hart auf die Probe Verhandlungen mit den Unternehmern einzutreten. gestellt, und schließlich wenden sie sich an das Gewerbegericht mit ie sich an das Gewerbegericht mit In Leipzig haben die Stuckateure( Anseher) der " Ich kann aus Buckerrübenbau- Gegenden Westpreußens, Entschädigungsansprüchen. Mit einem derartigen Falle hatte Firma Sturm u. Fischer, Braustraße, wegen Lohndifferenzen wo das Arbeiten mit Sachfengängern zu Hause ist, die That- sich dieser Tage die Kammer III zu beschäftigen. Der Bauherr" die Arbeit eingestellt. fache mittheilen, daß bei der lezten Reichstagswahl Reimann hatte es sich gefallen lassen müssen, daß seine Gläubiger verhältnißmäßig viele Stimmen in Arbeiterkreisen( von unter den Handwerkern, die bei dem in Frage stehenden Bau bezirk Karwin , dem Schauplatz des seinerzeit viel be­Zwei große Bergarbeiter Versammlungen im Gruben Instleuten) für den Sozialdemokraten ab betheiligt waren, ihm die geschäftliche Leitung des Baucs aussprochenen schrecklichen Grubenunglücks, beschlossen, daß nach gegeben sind zum großen Erstaunen der Besizer und wo man der Hand nahmen. Einem Fabrikbefizer Drawe als ihrem Ver- ordnungsmäßiger 14 tägiger Kündigung am 24. Februar auf c3 gar nicht erwartet hat. Das ist ein Zeichen der Zeit, treter wurden die Baugelder zedirt. Reimann hatte sich jedoch allen Gruben jenes Bezirks die Arbeit eingestellt welches man nicht unbeachtet vorübergehen lassen darf. Bu hierauf nicht mehr um den Bau gekümmert, die Bank verweigerte werden soll, wenn die vorgekommene Maßregelung von Berg­solchem" Verstande" kommen die Landarbeiter und feinem weitere Zahlungen und der Bau mußte liegen bleiben". Den leuten bis dahin nicht rückgängig gemacht ist. anderen. Durch Konkurrenz von Chinesen als Arbeiter Klägern wurde gesagt, fie müßten vorläufig aussehen, die würden sie hartnäckig werden und nur darauf warten, sich als Sache werde sich schon regeln. Die Regelung ließ aber lange Kerntruppe in die Reihen der Sozialdemos auf sich warten, und die Kläger beschritten den Klageweg, indem tratie eingliedern zu lassen. Der von der Scholle einmal fie die Wartezeit entschädigt verlangten. Das Gericht indeffen losgelöste Landarbeiter, ebenso die Wanderfamilie", unterwies die Klage mit der Begründung ab, daß die Kläger fich scheiden sich in ihrer Denfungsart taum noch in etwas vom ohne Vorbehalt hätten vertrösten laffen, fei so gut wie ein direktes Einverständniß mit dem Aussetzen.

Industriearbeiter."

armen

-

Die Maske der Menschenfreundlichkeit wird also ganz ruhig abgenommen; nicht um des Arbeiters willen sollen diese einen Landbesitz erhalten, sondern um einen seßhaften Stamm von Leuten für den Gutsbesiger zu schaffen! Die Bewirth schaftung des eigenen Landes soll der Arbeiter der Frau und den Kindern überlassen, ab und zu soll er auch einen Tag be­willigt" erhalten, aber er muß täglich zur Arbeit auf dem Guts­hofe erscheinen.

"

"

In Pforzheim sind die Arbeiter der Ww. Stora'schen Schuhfabrit in den Streit getreten.

Gefellen auszusperren, verwirklicht, obgleich dieser Be­Die Wiener Schmiedemeister haben den Beschluß, ihre schluß von der Behörde für ungefeßlich erklärt worden ist. Bis Dieses Zugeständniß verdient festgenagelt und den Land- Von der Erfüllung eines Akkord vertrages 400 Schmiedegesellen arbeitslo 3. In einer Ver= zum Dienstag waren infolge dieser brutalen Maßregel über arbeitern zur Kenntniß gebracht zu werden. entbinde nicht der Ausschluß der Kündigungssammlung am Dienstag faßten die Meister über die Forderungen Nur die Furcht vor der Sozialdemokratie frist. Diesen Einwand erhob der Inhaber einer Metall- der Gesellen folgende Beschlüsse: Der geforderte zehnstündige ist es, welche die profitsüchtigen Großgrundbefizer abhält, waarenfabrik gegen die Lohnreftforderung zweier Mechaniker. Arbeitszeit von 7 Uhr früh bis einschließlich 12 Uhr mittags Sulis einzuführen! Ohne die Sozialdemokratie würden Das Gericht verurtheilte jedoch die Beklagte zur Zahlung und von 1 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends die Landarbeiter also dieser schmählichen Ronkurrenz unterworfen des geforderten Refilohns, indem es den Standpunkt einnahm, führbar, doch tönne auf eine halbstündige Frühstückspause am sei durch= und dem unlautersten Wettbewerb preisgegeben sein! die Arbeitsniederlegung ror Fertigstellung des übernommenen Vormittag nicht eingegangen werden. Dagegen sei den Gehilfen Wahrlich die Landarbeiter haben also alle Ursache, fich Affords sei dann nicht als Vertragsbruch aufzufassen, wenn die soviel Zeit einzuräumen, als sie zum Frühstück benöthigen. Die der Sozialdemokratie anzuschließen, und sie werden dies auch, gesetzliche Kündigungsfrist allgemein ausgeschlossen fei. wie dies ja Herr Pr. zugiebt. Eine feine Jronie des Schicksals Forderung, jenen Gesellen, die an Sonntagen am Vor Um die Bezahlung sogenannten Ausschusses mittag zum Zwecke der Verrichtung bringender Arbeiten von ist dabei, daß nicht die Stüßen von Thron und Altar es sind, drehte sich ein Rechtsstreit, den der Former 3. gegen die Firma 8 bis 11 Uhr Inspektion halten, als Entschädigung einen welche den Kampf für die heiligsten Güter der Nation" gegen Röjjemann u. Kühnemann führte. Es war ihm die Bezahlung Gulden zu bezahlen, sei insofern umannehmbar", als es jedem Asiatenhorden" führen, sondern wir Sozialdemokraten! mehrerer Pulsometer verweigert worden, die er nunmehr im einzelnen Meister überlassen bleiben müsse, nach dieser Richtung Knadfuß, wie wird Dir?! Herr Pr. hat aber auch positive" Mittel, um den er am Mißlingen der Arbeit feine Schuld trage. Von den treffen. Die Nachmittage am Fasching- Dienstag, am Char- Sonn Wege der Klage zu erkämpfen suchte, unter der Begründung, daß mit jedem einzelnen Gesellen ein freies Uebereinkommen" zu Gutsbesitzern zu helfen. Er will den Wanderzug drei vernommenen Zeugen, worunter sich der Werkmeister be- abend und am heiligen Abend freizugeben und zu bezahlen, sei vom Lande eindämmen", die Sachsengängerei" beseitigen, und fand, wurde bekundet, daß sich beim Gußausschuß nicht näher diskutabel, aber hinsichtlich des ganzen Tages am 1. Mai und am zwar dadurch, daß er die Losung ertheilt: Gebt euren bestimmen lasse, ob ein Arbeitsfehler begangen sei. Auch im vor Sonnabend vor Pfingsten sei es unmöglich, diese Tage freizu­Arbeitern ein Stück Land zur eigenen Bewirth liegenden Falle ließ sich der Beweis nicht erbringen, trotzdem geben. Hingegen könne das Verlangen, nur am Sonnabend Abend schaftung!" wurde der Kläger abgewiesen. Maßgebend für das Urtheil das Dienstverhältniß zu fündigen und zu lösen, als akzeptabel war die Feststellung, daß jeder Akkordzettel" die Säße enthalte: bezeichnet werden. Der Forderung, daß die Werkzeuge für den Be Der Former übernimmt die Garantie für guten Guß", und schlag dem Gesellen vom Meister beizustellen seien und der Geselle " Ausschußstücke werden vom Former ohne Bergütigung ersetzt". dafür nicht hastbar sein soll, könne nur dahin Rechnung ge­tragen werden, daß der Geselle nur bedingt haftbar gemacht werden soll. Was die Abschaffung von Kost und Logis bei dem Meister anlange, so seien die Herren gern bereit, diese Forderung zu bewilligen, ja noch weiter zu gehen, jenen Gesellen, die auf Ein Proletarier- Weihnachten. Eine traurige Weihnachts - ein Bett beim Meister reflektiren, soweit eines frei ist, auf Also der Hörige in moderner Form! Die Gespannarbeit geschichte wurde gestern von einer wegen Dicbstahls angeklagten Ar- Widerruf ein solches gratis zur Verfügung zu stellen. Dem Ver­auf dem Arbeiterland( 3-6 Morgen) soll der Gutsbefiger gegen beiterfrau unter Thränen dem Schöffengerichte mitgetheilt und die langen, die Lehrjungen am Vormittag und am Nachmittag je Entgelt ausführen, für das Land hat der Instmann die orts Erzählung machte in ihrer Einfachheit sichtlichen Eindruck auf einmal um Eßwaaren zu senden, könne nicht stattgegeben übliche Pacht zu bezahlen furz, die kapitalistische Abhängig- den Gerichtshof. Frau R. ist die bis jetzt völlig unbescholtene werden, da nach einer Rücksprache mit dem Gewerbe Inspektor feit in schärfster Art. Denn sobald der Arbeiter durch Ueber Frau eines Formers. In ihrer Häuslichkeit sah es zur der Lehrjunge zur Erlernung des Geschäftes und nicht zum arbeit das Stückchen Land fultivirt, sich auch, wie Herr Pr. Weihnachtszeit recht traurig aus: der Mann ohne dauernde Herumschicken da sei. Dagegen werde den Lehrjungen das es wünscht, auf die Viehzucht geworfen hat, ist er mit tausend Arbeit, von den sieben Kindern das jüngste krant, Noth und einmalige Verlassen der Werkstätte am Vor- und Nachmittag ge­Fäden, die zu stärksten Ketten werden, an feine Scholle ge- Elend ein ständiger Gast-- was Wunder, daß das schöne Lied stattet. Hinsichtlich der Forderung der Gesellen nach Einführung feffelt und die Höhe des Lohnes, des Pachtgeldes, von der fröhlichen" Weihnachtszeit in diesen Räumen feinen eines Minimal- Wochenlohnes von 11 fl. für Jungschmiede, 18 ft. dcs Entgelts für Gespannleistung, der Strafen, die Länge Wiederhall fand. Es war am Abende vor Weihnachten, als die für Beschlagschmiede, 15 fl. für Feuerburschen und 16 fl. für Alt­der Arbeitszeit, die Kürze der Pausen u. s. w. bestimmt in un- Frau bekümmerten und wehmüthigen Herzens durch die hell er- gesellen, sowie der Uebergabe der Stellenvermittelung an die Ge­umschränkter Vollmacht der Herr Gutsbesiher! leuchteten Straßen schlich. Der Strahlenglanz, welcher von den fellen wurde nur die Debatte eröffnet, aber fein Beschluß gefaßt, Das irische Knechtungssystem in Deutschland ! prächtig ausgestatteten Schaufenstern aus den Bürgersteig be- der erst in einer späteren Sigung erfolgen wird. Doch wurde Herr Pr. schildert auch sein Ideal von Landarbeiter! leuchtete, verdüsterte ihr Herz immer mehr, denn sie dachte daran, hinsichtlich des Minimallohnes, der jetzt bei Jungschmieden 8 fl. Ihm ist einer bekannt, der viel Pachtacker besitzt und während daß bei all dem Glanze um sie her es ihr noch nicht möglich ge per Woche beträgt, betont, daß dies für ausgelernte junge der Sommermonate bereits um 3-4 Uhr morgens auf seinem wesen sei, auch nur einem ihrer Kinder eine Weihnachtsfreude und schwächliche Leute genug sei und diese sich nicht mehr Lande thätig ist( Abmähen von Korn, Reinigen der Kartoffeln) zu bereiten. Halb im Traum war sie vor dem großen verdienen. Ueberdies und vom Frühstück an auf den Hof zu seinem Herrn in Arbeit Wertheim 'schen Verkaufsladen in der Oranienstraße angelangt, leistung, mithin tönne auch ein Normalarbeitslohn nicht ein­gebe e3 feine Normal Arbeits­geht! lange betrachtete sie die in den Schaufenstern in buntem Durchgeführt werden. Betreffs der Arbeitsvermittelung wurde darauf Armer deutscher Kuli! Wie sollst du abgerackert werden, einander ausgelegten Kostbarkeiten, dann trat fie plöglich mit hingewiesen, daß sich dieselbe einst in den Händen der Meister damit der Herr" recht viel verdient! Und damit dieser ja nicht fühnem Entschluß in den Laden. Da fluthete die fauflustige und der Gesellen gemeinsam, befand und sich hierbei solche halt= etwa Schaden leide, wenn der Arbeiter, ermüdet von der Arbeit Menge hin und her und niemand achtete des blaffen Weibes, losen Zustände herausgebildet hatten, daß die Gesellen es vor­auf seiner Scholle, zum gnädigen Herrn kommt, schlägt der welches mit einem Korbe am Arm sich ziellos von dem Menschen- zogen, sich von derselben zurückzuziehen. Der Bericht über den schlaue Pommer vor, die 3 ahlung des Baarlohnes firomie treiben ließ. Als sie nach einiger Zeit das Geschäft Streit der Meister" lautete dahin, daß in allen neunzehn Be­

-

"

Gerichts- Beifung.

"

=