mufc auf tu« berechtig!« Kritik der veffentlichteit an der Torifpolitik dieses Unteniehmenz erinnert werden. Di« Ge> selischast d«loftet die Lichtverbrauchcr in Homberg mit«incm Satz nc>n 4F> Pfennig je Kilowatt stunde, gehört also mit zu den teuersten Stromverkaufern in Deutschland . Bei den ousge- sprachen günstigen Voraussetzungen für die Stromerzeugung und den Stroinobsotz in Hamburg sollte die Gesellschaft baldmöglichst im Interesse der Allgemeinheit eine gründliche Rcmfion ihrer Tarifpolitik vornahmen. Konsumumsatz im Sommer. Weiterhin erhöhter WerteljahrSumsoh je Mitglied. Nach de? Vierteljahresstatistik der deutschen Konsumgenossen- schoften, für die 592 Vereine berichteten, ist die Mitglieder» zahl im zweiten Vierteljahr 1929 leicht von 2,87 Millionen auf 2/81 Millionen zurückgegangen. Damit hat sich der Zugang im ersten Vierteljahr dieses Jahres wieder fast ausgeglichen. Der Erlös aus eigener Verteilung weist gleichfalls einen kleinen Rückgang auf, was mit der ungünstigen Lag« der letzten Wochentage in> Juni und der Verschiebung des Osterfestes in das erst« Vierteljahr zusammenhängt. Er ging von 283,4 auf 288,8 Millionen zurück. Dagegen ist der Dierteljahresumsatz je Mitglied weiterhin gestiegen. Er betrug 101,82 Mar? gegen 190,50 Mark im ersten Vierteljahr und 94,89 Mark im zweiten Vierteljahr 1928. lieber dem Durchschnitt des Zentral« Verbandes standen der n o rd w est d e u t fch e Verband mit 110,83 Mark, der rheinisch-westfälische mit 119,95 Mark, sowie der söchslschs Verband mit 129,27 Mark. Der Umsatz der Konsumgenossenschaften bei der G r o ß e i n- kaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine betrug 190,0 gegen 114,5 Millionen im ersten Vierteljahr 1929 und 90,8 Millionen in dem entsprechenden Dorjahrsquartal. Sehr er- löblich war das Wachsen der Spareinlagen, die sich van 323,8 aus 341,5 Millionen, also um 17,0 Millionen erhöhten. Am stärksten war der Zuwachs im sächsischen Verbände mit 4,0 Mil- lioncn Mark. Die Spareinlagen bei den Konsumgenossenschaften. die End« 1924 erst rund 49 Millionen betrugen, haben sich also seitdem um das Siebenfache erhöht.
Aeue Aktion des Margarinetrusts. Auch Seife unk» Glyzerin werden vertrustel. Der Weltmargarinetrust Jürgens van den Bergh Hot jetzt zu einem ganz großen Schlage ausgeholt. Es ist ihm gelungen, bei dem führenden englischen Seisenkonzern, der L e v c r Bros. Co., der auch in Amerika eine sehr starke Stellung besitzt, beherrschenden Einfluß zu gewinnen und damit einen sehr einträglichen Geschäftszweig in die Hand zu bekommen, der zudem mit seinem riesigen Margarine- und Fcttgcschäft in engstem Zusammenhang steht. Die etwas zwangsweise durchgeführte.Interessengemeinschaft" mit der deutsch - tschechischen Schichtgrupp«, über die wir vor Monaten bereits berichteten, konnte bereits als Auftakt zu dem jetzigen Generalangriff auf das Weltseifengeschäft angesehen werden. Der internationale Margarinetrust, der ein fast lückenloses Monopol für seine Erzeugnisse in der ganzen Welt besitzt und mit fast unglaublicher Hartnäckigkeit die letzten noch selb- ständigen Unternehmungen aufsaugt, hat sich mit seiner letzten ?lktion aus«in Geschäft geworfen, das zu den profitreichsten seiner Art gehört. Nach dem letzten Gewinnausweis des Lever-Dros.-Kon. zern« hat dieses Unternehmen bei einem um rund 299 999 Tonnen auf 2,? Millionen Tonnen gestiegenen Absatz einen Gesamt- umfotz non 1,5 Milliarden Reichsmark erzielt. Der Rein- gewinn de? gesamten Konzerns einschließlich der ausländischen Tochterunternehmungen belief sich im letzten Jahr auf über ?99 Millionen Gold mark. Das Seifengeschäft bringt also Profite, nach denen sich manche andere Industrie alle zehn Finger lecken würde. Dem Morgarinetrust bringt die Durchführung der Interessengemeinschojt mit dem englischen Seifenkonzern jedenfalls «inen ungeheuren Mnchtzuwochs. Oeutfch-sranzösifche Fühlungnahme. Eine Berichtigung. W'r hotten in Nr. 385 des„Vorwärts" vom 18. August in einem Artikel unter obiger Ucberschrist unter anderem ausgeführt, daß der sranzösische Konzern, die Etablissements Grammont, zwei deutsch « Unternehmungen, die L ü d e n s ch e i d e r Metall- merke und die Vereinigten Elektrotechnischen Fabriken Busch u. Iaeger in Lüdenscheid kontrolliert. Hierzu wird uns van dem Konsul Gumpel, dem Auisichtsratsvorsitzenden der Lüdenscheider Metall- merk«, mitgeteilt, daß diese Feststellung nicht den Tatsachen entspricht. Die Mehrheit der Vereinigten Elektrotechnischen Fa- buken Busch u. Iaeger befindet sich im Besitz der Lüdenscheider Metallwerke, deren Mehrheit wiederum von der Hannoverschen In- dustrie-A.-G. beherrscht wird. Die Etablissements Grammont oder ihnen nahestehende Gesellschaften seien an dieser Gesellschaft über- » Haupt nicht beteiligt. Dagegen trifft zu, daß zwischen diesen beiden deutschen und der französischen Gruppe eine enge Zusammenarbeit besteht, da die d e u t s ch e n Unternehmungen insgesamt mit 49 Proz. an der SociM Grammont beteiligt sind.
Glühbtrnen-Offensivs in Italien . Es ist erst wenige Wochen ber, daß die deutsche O»ram G mb H.. die mindestens drei Vieri«! der deutschen Glühbirnen. Herstellung beherrscht, sich noch enger als vorher an die amerika - nifche General Electric Companii angelehnt lhU. Dieser amerikanische Konzern übernahm fast 17 Proz. des Osram- Kapitals und zahlte dafür annähernd 49 Millionen Mark. Die General Electric Hot jedoch nicht den ganzen Kaufpreis m bar bezahlt, fondern teilweise in Form der Abtretung von Bc- teiligungen. So besaß sie z. B. 88 Proz. des Aktienkapitals der Italienischen Glühbirnengesellschaft Societä Electrica Cen- trale in Parma . Diese 88prozentige Kapitalbeteiligung ist jetzt an die Osram übergegangen. Nunmehr wird bekannt, daß
die Osram gemeinsam mit dam holländischen Phikip». Konzern und einer großen ungarischen Gesellschaft(Vereinigt« Glühlampen- und Elektrizitäts-A.-G.) alle anderen italienischen Glüh»' birnengesellschaften von Bedeutung auskaufen. Diese drei Konzerne(Osram, Philips und die ungarische Ges«llschast> sind zugleich die Hauptsührcr des internationalen Glühbirnenkortclls, das feit Ende 1924 besteht und seinen Sitz in Genf hat. An allen drei Gesellschaften ist die General Electric jetzt stark beteiligt. Flugzeug-Rohrbach in Amerika . Wie wir hören, ist jetzt in Amerika eine F l u g b o a t s o b r i k mit einem Kapital von 8 Mil- lionen Mark gegründet worden, die sich ausschließlich mit dem Bau von Röhrda ch-Metalljlugbooten befassen wird. Dieser Flugboottyp hat in letzter Zeit in der Oessentlichkeit durch seine gute Bewährung bei der Prüfung aus Seetüchtigkeit Aussehen erregte
Seit ihrem Bestehen sucht die KPD. au« der Rot der Erwerbslosen parteipolitisches Kapital zu schlagen. Der Erwerbslose greift nach wachen- und monatelangem vergeblichen Bemühen, wieder in Arbeit zu kommen, nach jedem Strohhalm. Wenn alles nichts hilft, sollte nicht etwa doch der Er- werbsloscn-Ausschuß der KPD. helfen können? Die E r f a h r u n g hat jedoch den Erwerbslosen gezeigt, daß die SPD . zu allerletzt imstande ist. der Not der Erwerbslosen zu steuern, ihnen Arbeit zu verschossen. Die kommunistischen Erwerbs- lasen-Ausschüss« können wohl den Erwerbslosen, die ihrer Agitation auf den Leim gehen, Schimpfreden gegen die SPD . bieten und dementsprechend« längliche Resolutionen, irgend- welche praktische Hilfe kann und will ihnen die KPD . nicht bieten. Sie ist gegen jede„reformistische" Maßnahme zur Der- besierung der Lage der Erwerbslosen. Ihr kann Not und Elend nicht groß genug sein, sie gebraucht sie zur Ausschlachtung für ihre Parteiagitation. lieber die Rolle der KPD . bei der Beratung über die Der- schlechterung der Crwerbslosenoersicherung wird noch das Nötige zu sagen sein. Heut« sei lediglich an einem Beispiel gezeigt, daß die Erwerbslosen von der KPD . nicht» mehr wissen wollen, daß sie deren Theater auf Kosten ihrer Notlage nicht mehr mitmachen, weil sie das frevle Spiel durchschaut haben, das mit der Not der Er- werbslosen Schindluder treibt. Der anonyme„Crwerbslosen-Ausschuß 0. Bezirk" hatte mit gelben Zetteln zum gestrigen Donnerstag um 14 Uhr zu einer Erwerbslosenversammlung nach dem„Alexandriner" eingeladen mit Paul G e h l m a n n als Referent. „Unter st ützungsabbau droht! Die Hungerpeitsche wird von der Koalitionsregierung geschwungen. Selbstmord ist die Lo- sung der Kapitalisten für euch. Wollt ihr das?" hieß es auf dem gelben Handzettel. Trotz dieser„zugkräftigen" Einleitung zog die Einladung nicht. Der Wirt des Lokals hatte bei der Bestellung des Dersamm«
lungsraumes statt 14 Uhr 4 Uhr als Versammlungsbeginn v?r. standen und wollte den Raum auch nicht früher hergeben. Dabei staute sich draußen um ein Viertel nach 14 Uhr die Masse der aus 51 Männern und S Frauen bestehenden Erwerbslosen, die der Einladung gefolgt waren. Der Veranstalter rief diese Schar im Hausflur zusammen und oerkündete, man wolle dem Wirt nicht in den A.... krauchen und die Versammlung auf nächste Woche vertagen. Propaganda dafür werde genügend gemacht werden. Ein über dies« k o m m u- nistisch« Pleite etwas verstimmter Kommunist bemerkte dazu: „Wenn nicht mehr kommen als heut«, denn is et schon besser, wir halten Zar keen« Versammlung ab." Und dieses Fiasko in einem Moment, wo infolge der Be> ratungen über die Abbaupläne gegen die Erwerbslosenver- sicherung das Interesse nicht nur der jetzt zufälligen Erwerbslosen. sondern aller Arbeiter, die nicht davor sicher sind, heule oder morgen arbeitslos zu werden, oufs hoch sie ge- spannt i st! Allein die organisierten erwerbslosen Arbeiter wissen sehr wohl, daß besondere Erwerbslosenvevsammlungen zur Abwehr der Ver- schlechterungspläne nutzlos sind. Die Erwerbslosen müssen in Gemeinschaft mit den Arbeitenden ihre Stimme in Partei und Gewerk- schaft erheben, nicht in der KPD., sondern in der S o z i a l d e m o- k r a t i s ch« n Partei, die sich bereits auf ihrem Magdeburger Parteitag gegen die Pläne der Sozialreaktion gewandt hat und in enger Verbindung mit den Gewerkschaften den Kampf gegen diese Pläne führt. Daß unsere erwerbslosen Genossen auf die„Aktionen" der kam- munistischen Erwerbslasenausschüsse nicht oder doch nicht mehr hoveinsollen, ist nicht verwunderlich. Aber daß selbst die vnorgan'.. sierten, angeblich mil der KPD. sympathisierenden Erwerbslosen, sich nicht länger mehr als Slalisteu für das kommunistische Affentheater mißbrauchen lassen wollen, das ist eine recht beachtenswerte und erfreuliche Erscheinung.
Der Verlag Rudolf Moffe. llnd seine Angeflellten. Aus Angestclltentreisen wird uns geschrieben: Die Lag« der Angestellten tm Berliner Zeltung sye werbe war von jeher nicht günstig. Sie verschlechterte sich jedoch nach mehr, als im Jahrs 1925 der?lrbeitgeberoerbend des Berliner Zeitungsgewerbes. den Tarifvertrag kundigte. Ein gegen den Widerstand des Arbeitgeberverbandes ergangener S ch i e d s s p r u ch des Schlich- tungsausschusses wurde nicht mehr für verbindlich erklärt. Unter den Verlageanstalten, die diesen tariflosen Zu- stand.zum Nachteil ihrer Angestellten weiidtich ausnutzten, steht an erster Stelle der Verlag Rudolf Mass«. Die Gehälter, dir die Firma ihren Angestellten bietet, bewegen sich in den meisten ihrer Adteilungen zwischen 199 und 139 Mark. Diese Ge- hälter werden keineswegs nur jüngeren und unverheirateten An- gestellten gezahlt, sondern auch einer großen Anzahl van älteren Angestellten, die Frau»nd Kinder zu ernähren haben und deren Gehalt sich seit mehrjähriger, oft jahrzehntelanger Beschäftigung im Betriebe keineswegs gebessert hat. Die Spitzengehälter in den meisten Abteilungen, an denen prozentual mir ganz wenige Ilngestellle beteiligt sind, belaufen sich aus 189 bis 299 Mark. Datei ist jedoch eine ungefähr zwanzigjährige, häusig noch längere Dienst, zeit Voraussetzung und Qualnätsarbeit, für die< n a n d e r e n Betrieben und in Gebieten, für die ein Tarifvertrag de- steht, weit höhere GeHölter gezahlt werden., Daneben existiert bei Rudols Mass« ein ausgezeichnet funktionierendes„Nachrichten"-Syst em. Auch die- geringst« nicht reglementmäßige Aeußerung irgendemes Angestellten ist bestimmt innerhalb weniger Minuten der Geschäftslcitung hinter- bracht, die sich nicht scheut, die Zubringung solcher Nachrichten von Kollegen gegen Kollegen zu dulden. Der Betrieb Rudolf Mosse begnügt sich aber nicht damit, dl« Di« Firma stellten von ihrem ierline? Tageblatt"
die Ausführungen des Leiter« des Statistischen Amte» der Stadt Berlin . Dr. Buchner. in denen da» vierwöchentlich« E x.i st e v z- Minimum für eine Familie auf mindestens 290 Mark beziffert wurde. Der Verlag zeigt daher Entgegenkommen, bchem er gsgen eine lächerlich geringe Bezahlung seinen Angestellten„Heimarbeit". anbietet. Wollen die Angestellten sich auch mir einigermaßen erhil. ten, dann sind sie gezwungen, solche schlechtbezahlte Hehnarfieit mit nach Hause.zu nehmen und oft spät bis in die Nacht daran zu arbei- ten. Was brauchen sie„Freizeit?" Di« Firma wich natürlich de- streiten, bezüglich der Heimarbelt einen Zwang auszuüben. Sic kann jedoch nicht bestreiten,>daß dos in jeder Beziehung u n z u- reichende Gehalt, das sie dem Gros ihrer Angestellten.zahl'. zum stärksten und unerbittlichsten Zwang« wird, und daß sie dadurch eine Umgehung des Arbeitszeitgesetzes erzielt. So ist es dann erklärlich, daß Forderungen der An- gestellten um einen Vorschuß oder um eine Gehaltsaujbeslening die stereotype Antwort der Abteilungsleiter— es können die ein- zelnen Namen dieser Herren genannt werden— erhalten:„Mache n sie doch Hausarbeit! � Sa sieht es bei Rudolf Masse au»I Es mag daran erinnert werden, daß ein« gesetzliche Angestelltenvertretung feit Anfang 1924 nicht mehr besteht. Damals kaufte man die Angestelltenräte aus. Herr Dr. Kästner, der seinerzeitige Syndikus erklärte vor dem Schlichtuugsausfchuß, bei diesem Auskouf der An- gestelltenräte habe es sich um ein Geschäft- gehandelt so, als ob man einen Sack Bohnen kauft bzw. verkauft. Damals wurden Reu- mahlen der?lng«stelltenv«rtretung dadurch ver- hindert, daß die aufgestellten Kandidaten, bevor sie den Kündigungsschutz genossen, sofort entlassen wurden. Die da- durch erzielte Einschüchterung der Angestellten wirkt auch heute noch nach. Die Firma Rudolf Mass« soll ssH ober über den Ernst der Situation nicht täuschen. Alle Unterdruckungsmaßnahmen gegenüber den Angestellten können es nicht verhindern, daß die Einsicht unter den Ange st eilten reist, baß nur eine feste freigewert- schaftliche Organisation im Zeniralverband der Ange- stellten in der Loge sein kann, ihrer Ausbeutung erfolgreich zu begegnen.
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