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Does tu temme. Die Holzwolle war offerber als Bärme­ficht gedacht. Die Gefahr murde sofort von den Handwerkern erfannt und sie alarmierten in höchster Eile die Feuerwehr.

Bei einem vorschriftsmäßig gebautem Dach hätte die hervor­schlagende Flamme fein Unheil anrichten können. Außerdem mird in besonderem Maße bemängelt, daß sich auf dem Dach, das eine Gesamtfront von etwa 120 Meter Länge hat, nur eine Aussteigelute befindet, und zwar auf dem entgegengesetzten Seitenflügel, der vom Feuer verschont geblieben ist. Eine zweite, früher wahrscheinlich vorhanden gewesene Aussteigelute ist vermutlich durch den Ausbau der Wohnung des Schauspielers Gerasch entfernt worden. das Fehlen der Lute wurde der Feuerwehr der Löschangriff sehr erschwert. Auf die unter den Ziegeln logernde Holzwolle ist nach Meinung unserer Gewährsleute das Entstehen und schnelle um sichgreifen des Feuers zurückzuführen.

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Es wird Aufgabe der untersuchenden Behörde sein, die von den Handwertern gemachten Angaben genauestens nachzuprüfen, um die wahren Schuldigen zur Rechenschaft ziehen zu können.

Ein Schuß in der Nacht.

Wie einer seine Geliebte aus Bersehen erschoß.

Ein noch ungeklärter Todesfall rief in der Nacht zum Freitag die Potsdamer Mordkommiffion nach Nowawes . In der Ahornstraße wohnt dort eine 40 Jahre alte Witwe Lina Groß. Vor etwa fünf Jahren 30g zu ihr als Untermieter ein Angestellter S. des Postzeitungsamts in Nowawes . Die Frau und ihr Mieter unterhielten ein Verhältnis, das ungetrübt war. In der vergangenen Nacht erwachte S., wie er angab, davon, daß seine Freundin im Schlaf plöblich laut aufschrie. Er selbst ist herzleidend und erschrat so heftig, daß er, ohne erst Licht zu machen, in seinen Nachttischkaften griff, einen Revolver herausholte und auf einen Schatten, den er zu bemerken glaubte, scho B. Dann erst stand er auf und schaltete das Licht ein. Jetzt sah er, daß er Frau Groß erschossen hatte. Ein Schuß in die rechte Brustseite hatte sie sofort getötet. S., der nicht wenig erschrocken war, rief sofort Nachbarn herbei und setzte auch die Polizei in Kenntnis. Für die Frau tam aber jede Hilfe zu spät. S., der vorläufig fest genommen wurde, erklärte, daß er von seinem Bett aus nicht die Nachttischlampe einschalten könne, sondern erst aufstehen und den Bandschalter drehen müsse. Er habe angenommen, daß ein Ein brecher im Zimmer sei und sei noch so schlaftrunken gewesen, daß es ihm faum zum Bewußtsein gekommen sei, was er tat. Seine Darstellung erscheint ziemlich glaubwürdig. Nach den Bekundungen der Nachbarschaft standen sich Frau Groß und S. sehr gut, man hat nie etwas von Streitigkeiten gehört. Die Potsdamer Mord. fommission ist noch mit der Aufklärung beschäftigt.

Im Laufe der Untersuchung stellten sich widersprüche in den Aussagen heraus. Nachbarn wollen gehört haben, daß die Frau zweimal Hilfe" rief. Schwert gibt dazu die Erklärung, sie habe ... Hilfe Einbrecher" gerufen und darauf habe er den Schuß auf einen vermeintlichen Einbrecher abgegeben, der dann die neben ihm liegende Frau traf. Dabei müßte er allerdings, da er auf der rechten Seite lag, mit der linken Hand geschossen haben. Die Untersuchung wird fortgesetzt.

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Die Behandlung der Presse durch die Potsdamer Rriminalpolizei bei den Feststellungen über den mysteriösen Tod der 40jährigen Witwe Jda Groß in Nomawes hat wie oft in ähnlichen Fällen das Unhaltbare der augenblicklichen Berhältnisse erwiesen. Berliner und Potsdamer Pressevertreter, die sich legiti mierten, trafen am Tatort ein. Es erschien Kriminalkommissar Maurer auf der Straße und sagte folgendes: Es darf niemand von der Presse rein, auch die Photographen nicht." Eine Biertel­stunde später traf Kriminalrat Degener vor dem Hause Ahorn­straße 7 ein. Auch er lehnte es ab, die Presse in die Wohnung der Erschossenen hineinzulassen. Dem Bertreter der deutschnatto. nalen Potsdamer Tageszeitung" aber war von der Polizei schon eine Stunde vorher gestattet worden, sich den Tatort, also die Wohnung, wo die Erschossene lag, gründlich anzusehen. Die Potsdamer Tageszeitung" frohlockt heute abend in Nr. 203: Unser Redaktionsmitglied hat als einziger Pressevertreter am Tatort in der Wohnung eingehende Re­cherchen gemacht. Die Potsdamer Pressevertreter wandten sich vom Hof aus an den Vertreter der Staatsanwaltschaft, Assessor Dr. Teß mer, der in der Mordwohnung am Fenster stand, um Einlaß. Auch er mintte ab. llm 10 Uhr vormittags hatte man die Potsdamer Breffevertreter zu Kriminalrat Degener gebeten. Die Potsdamer Tageszeitung" war gar nicht erst erschienen; sie hatte schon vorher ihre Nachrichten erhalten.

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Borsicht, beißt und schlägt!

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Eine etwas originelle, aber schmere Körperverlegung bildete heute den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Ermeiterten Schöffengericht Neutölln. Bei einer Massenfestnahme hatte in einer Polizeimache in Neukölln der 22jährige Arbeiter H. R. fich so renitent gezeigt, daß er in eine Zelle eingesperrt merden

GIP

Die verwünschte Buddelei.

Es geht nicht schneller!

Wohl jeder Berliner Autofahrer und Fußgänger hat fich| der Natur der Sache nach oft recht großen Zeitverlust. Bebenft man, schon einmal über die verwünschte Buddelei" geärgert und daß in jedem Schacht eine größere Zahl Kabel münden und daß geglaubt, daß fich die Arbeiten bestimmt in viel fürzerer Zeit in einem einzigen Telephonkabel 250, 300, 500, 700, ja jogar erledigen ließen als dies tatsächlich der Fall ist. 1400 Doppeladern vorhanden sind,

Häufig hört man Ausrufe wie diese: ,, Warum sind oft an einer großen Baustelle nur so wenig Arbeiter beschäftigt?" Warum wird nicht in Spät- und Nachtschichten gearbeitet?" ,, Geht es denn gar nicht, daß die verschiedenen an einem solchen Bau beteiligten Berwaltungen untereinander Fühlung nehmen?!" Und so fort. In den nachfolgenden Zeilen soll versucht werden darzulegen, welche Anforderungen bei der Ulmänderung einer Straße, also bei einer mehr oder weniger umfangreichen Buddelei, von den verschiedenen dabei beteiligten Verwaltungen zu erfüllen sind. Borausgeschickt sei, daß unter jedem Bürgersteig für die Ver­sorgung der Grundstücke mindestens je ein Gasrohr, ein Wasserrohr, ein Entwässerungsrohr, Rabel der Elektrizitätswerke, Kabel der Telegraphenverwaltung entlang laufen, von denen allen ein oder mehrere Abzweige in die einzelnen Grund ftüde erfolgen. Hierzu tommen noch Kabel der Polizei und der Feuerwehr, öfter auch noch Hauptrohre der Gas- und Wasserwerke, Fernheiztanäle und Rohr postleitungen Im Bürgersteige oder auf diesem befinden sich hydranten und Absperrschieber der Wasserwerke, Absperrschieber und Wasser töpfe der Gaswerke, Transformatorensäulen der Bewag, Straßenlaternen, Abspannmasten der Straßenbahn, an allen Eden und öfter auch noch dazwischen die Kabelschächte der Telegraphen­verwaltung, die Einsteigebrunnen der Stadtentwässerung. diese Ein- und Aufbauten, die der Fußgänger gewöhnlich nicht zu beachten pflegt, nehmen oft viel Raum ein und machen sich un­angenehm bemerkbar, sobald eine Straßenumänderung erfolgen

muß.

Nehmen wir an, bei der Straßenumänderung sollen statt des einen Fahrdammes deren zwei angelegt und die Straßen­bahn in einem besonderen Bahnförper geführt werden. Diese Arbeit bedingt eine Berschmälerung der Bürgersteige, wobei etwa noch vorhandene Vorgärten oder Vorbauten beseitigt werden müssen. Die Straßenbahn beginnt damit, provisorische Gleise zu legen, dann reißt sie ihre bisherigen Gleise raus, der Beton wird mit Breßluft­werkzeugen aufgebrochen, der neue Straßenbahnförper hergestellt und die neuen Schienen verlegt. Gleichzeitig beginnt die Telegraphen­verwaltung mit der etwa nötigen Umlegung ihrer Leitungen in die neue Spur, denn fte liegt nach der neuen Einteilung mit ihren Rabeln am nächsten der Bauflucht. Die Umlegung dieser Rabel bereitet

mußte. Seiner Wut machte er dadurch Luft, daß er mit Beinen und Fäusten gegen die Wände und Tür schlug. Als die Beamten R. zur Ruhe mahnten, griff er die Wachtmeister an, die ihn schließlich feifeln wollten. Der Angeklagte leistete aber den heftigsten Widerstand und biß einem Beamten so fräftig in den linten Zeigefinger, daß die Ueberführung des Verwundeten in das Bolizeifrankenhaus nötig war. Nach dem ärztlichen Atteft handelte es sich um einen Menschenbiß schlimmster Sorte". Der Biß verursachte eine Blutvergiftung, die das Leben des

Funkwinkel.z

Parodien sind Leckerbissen für Feinschmecker. In dieser Stunde der Parodien wurden von den Hörern feine besonders um fassenden literarischen Kenntnisse verlangt: Goethe, Schwab, Rückert, Hoffmannsthal, die Marlitt und die Courths Mahler , Flaischlen und Jungnidel wurden unter die Lupe der Barodie genommen. Natürlich durfte auch Alfred Kerr nicht fehlen. Mit zu den vergnüglichsten gehörten einige Barodien von Hans Gum penberg. Hermann Ballentin brachte sie zu Gehör, darunter bie gut bekannte, entzückende Rückert Parodie und, eine ebenso nette, die auf dem Boden des seligen Otto Julius Bierbaum gewachsen war. Auch sonst hatte Ballentin einige besonders schmackhafte Koſt proben herausgefischt: von Meyrink und ein paar hübsche Sachen von Hans Reimann und Karl Neumann . Edith Braun mar in der Auswahl nicht so glücklich. Doch entschädigte einiges recht Bizige von Hans Heinz von Twardomiti. Ein 3wiegespräch zwischen einem Filmfachmann und einem Musiter be­leuchtete die aktuellsten Probleme des Films. Tonfilm oder stummer Film, Originalmusit oder entlehnte Mufit als Filmbeglei­tung, Grenzen der Technik und Grenzen der Kunst im heutigen Film wurden von Dr. Kurt London und Diplomingenieur 21. Kossowsky diskutiert. Königsmusterhausen brachte am Abend aus der Neuen Welt" in der Hasenheide Händels messias", ausgeführt von dem Chor der Zentraldeutschen Ver­Messias", ausgeführt von dem Chor der Zentraldeutschen Ber einigung und dem Berliner Sinfonieorchester. Es war eine schöne, technisch saubere llebertragung.

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von denen für jede einzelne Ader die Verbindung hergestellt werden muß, und daß in jedem Schacht nur wenige Mann arbeiten fönnen, so wird man verstehen, daß hierzu viel Zeit in Anspruch genommen wird und daß diese Arbeit nur von ganz geübten Leuten ausgeführt werden kann.

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Gleiche Schwierigkeiten wie die Telephontabel bereiten die Startstromtabel der Elektrizitätswerte. Someit es möglich ist, strebt man danach, die alten Kabel nach und nach seitlich in die neue Spur zu ziehen, meist ist dies aber nicht möglich, es müssen dann auch neue Rabel verlegt und angeschlossen werden, bevor die alten beseitigt werden können. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß an einer Straßenkreuzung beispielsweise 35 Kabel der Bewag verlegt werden müssen, darunter allein 7 Hochspannungs. tabel von je 30 000 Bolt, so wird man es verständlich finden, wenn solche Arbeiten mit größter Gewissenhaftigteit ausgeführt und nicht neu angenommenen Arbeitskräften überlassen werden. Auch die Gas- und Wasserwerke dürfen mit Rücksicht auf die Gefähr für das Publikum das Berlegen und das Dichten ihrer Rohre nur erprobten Kolonnen anvertrauen, deren Zahl sie nicht beliebig vermehren können.

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Kann der Fuhrverkehr nicht gesperrt werden, wie z. B. an besonders lebhaft befahrenen Plägen, so muß der Fahrdamm in einzelnen Streifen hergestellt werden, mas oft als Erschmernis des Verkehrs erscheint. Wenn auch mit schnell hochfestem Zement ge­arbeitet wird, so bedarf doch auch dieser Beton mehrere Tage, um die nötige Härte zu erreichen, bevor der Stampf., Guß- oder Balzasphaltbelag, das Holz oder Kleinsteinpflaster aufgebracht werden kann. Ein ununterbrochenes Arbeiten beim Einbringen des Betons ist in solchem Falle unmöglich, denn der bisher dem Berfehr dienende, aber vielleicht in seiner Höhenlage zu ändernde alte oder provisorisch gepflasterte Streifen darf nicht früher aufgebrochen und betoniert werden, ehe der neu eingebaute Nachbarstreifen dem Ber tehr übergeben werden kann.

Die verwünschte ,, Buddelei" in den Straßen der Stadt bereitet eben doch mehr Schwierigteiten, als der Laie zumeist ahnt. ,, Buddeln" müssen mir aber überall, um die Fehler und Unter­lassungsfünden wettzumachen, die in früheren Jahrzehnten begangen worden sind.

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Bolizeibeamten gefährdete; in der dreiwöchigen Krankenzeit, die der Berlegte im Krantenhause zubrachte, drohte ihm immer Gefahr, daß ein Arm amputiert werden sollte. Die Blutvergiftung durchzog schließlich den ganzen Körper. Der Beamte murde dann später als ungeheilt entlassen, so daß er heute nur noch Innen­dienst zu versehen vermag. Von dem gefährlichen Biß wollte der Angeflagte heute nichts wissen. Während der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragte, erkannte das Gericht auf nur zwei Monate Gefängnis. Eine Bewährungsfrist wurde aber abgelehnt.

Er schämt sich.

Einer, der in der Trunkenheit die Republik beschimpft.

Der Dentist Schneider, der am 2. Oftober vorigen Jahres in einem Lotal am Potsdamer Platz in angetrunkenem Zustande sich in Beschimpfungen der Republik erging, stand gestern vor dem Erweiterten Schöffengericht in Alt- Moabit unter der Anklage des Bergehens gegen das Republitschutzgesetz.

Sch. hatte am 2. Oftober 1928 mit ehemaligen Kameraden aus dem Kriege ein Wiedersehen gefeiert. In angeheitertem Zustande ging er dann noch nachts in eine Bierquelle am Potsdamer Platz , um dort mit zwei anderen Kameraden weiter zu zechen. Der Genuß des Alichols scheint bei Schneider verheerend zu wirken. Er sprang plöglich auf einen Stuhl, sang das Ehrhardt- Lied und schimpfte auf die Judenrepublik". Ein Teil der Gäste verließ, um einem Streit aus dem Wege zu gehen, das Lotal. Unter ihnen befand sich auch Ministerialdirektor Dr. Fald und Polizeiobersekretär R a be. Auch diese beiden wurden mit Schimpfworten überfallen, so daß schließlich Ministerialdirektor Dr. Fald die Polizei herbeirief, die den Unruhe stifter festnahm.

Bor Gericht fonnte sich der Angeklagte angeblich auf nichts mehr befinnen; scheinbar bereut er selbst seine Tat. Auch in seiner Aus sage entschuldigte er sich immer wieder damit, daß er an dem be mußten Abend sinnlos betrunten gewesen wäre und sich selbst seiner Tat schäme. Das Republitschutzgesetz sieht an sich nur Gefängnisstrafe vor. Mit Rücksicht darauf, daß der An geflagte selbst empfand, daß sein Verhalten ungehörig war, erkannte

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