Zusammenschlüsse im Film.
Sozialpolitische Folgen des Ufa - Emelfa- Abkommens.
Daß in den letzten Tagen, wie schon im„ Borwärts" mitgeteilt,| Apparaten für Tonfilme, ferner für neue Theatererwerbungen oder der Hugenbergsche Ufa - Konzern und die Emelka- Gesellschaft Berbauten gehen ebenfalls in die Millionen. Zurzeit entstehen z. B. handlungen über eine Art Interessengemeinschaft geführt haben und teils durch Rauf, teils durch Neubauten neue Ufa- Theater in Franknunmehr ein gemeinsames Vorgehen im Filmgeschäft beabsichtigen, furt am Main , Hamburg , Stettin , Stuttgart , Hamm , Erfurt usw., ist charakteristisch nicht nur für die gegenwärtige ebenso in Genf , Lausanne und Budapest . Lage der Filmindustrie in Deutschland , sondern in der ganzen Welt. Es ist kein Zufall, daß gerabe jetzt auch aus dem Ausland Meldungen über ähnliche Zusammenschlüsse und Interessengemeinschaftsverträge zwischen großen Filmproduzenten tommen. Wir zählen furz einige dieser Borgänge auf:
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Frankreich : Hier sind in den letzten Wochen zwei große Fufionen zu verzeichnen. Erstens haben sich die Etablissements 2'Aubert im Juli mit der Franco Film Gesellschaft zu fammengeschlossen und eine neue Dachgesellschaft mit dem Namen Aubert- Franco- Film gegründet; der neue Konzern verfügt über eine umfangreiche Filmproduktion, befigt etwa 50 eigene Spieltheater und plant die Aufnahme der Herstellung sprechen der Filme. Zweitens fufionierte sich die auch in Deutschland bekannte Bathé Cinéma- Gesellschaft mit der Gesellschaft Rapid Film, wobei ein über 45 große Kinotheater verfügender Pro buftions- und Theaterkonzern entstand, der ebenfalls beabsichtigt, Sprechfilme und ebenso die zur Vorführung von Sprechfilmen erforderlichen Apparate herzustellen.
England: Zwischen den beiden großen Film- und Kinotheaterkonzernen Gaumont British Film Corporation und British International Films Ltd. ist eine engere Zufammenarbeit seit einigen Monaten angebahnt.
Vereinigte Staaten : Bor furzem wurde zwischen dem Weltkonzern Paramount Famous Lasty Corporation und der First National Pictures Company ein Interessengemeinschaftsvertrag abgeschlossen. Die legtgenannte Firma wird von dem Konzern Warner Brothers, dessen Namen auch die deutschen Kinobesucher tennen, tontrolliert. Das Ulebereinkommen Dieser beiden Trusts bedeutet die Schaffung einer einheitlichen
starten Front nicht nur im Film- und Tonfilmgeschäft, sondern bezweckt auch die Betreibung von Rundfunksendern und ist eine Konkurrenzmaßnahme gegen die Radio Corporation of America, die größte amerikanische Funtapparate- und RadioGesellschaft, hinter der die General Electric Company steht.
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In Deutschland geht die Zusammenschlußbewegung im Filmkapital teilweise in Form einer Anlehnung an amerikanische Konzerne vor sich. So schloß sich vor einigen Monaten die Natio= nal Film 2.- 3. an den Interessenkreis des Warner Brothers Konzerns an; die Terra Film A.-G.( 3. G. Farbenindustrie 21.-G.) schloß vor einiger Zeit einen Interessengemeinschaftsvertrag mit einem anderen amerikanischen Konzern: United Artists . Die Anlässe zu diesen Vertragsabschlüffen und Fufionen mögen im eingelnen verschieben gelegen haben, doch brückt sich in ihnen
überall
der erschwerte Konkurrenzfampf
Je tapitalschwächer die Firmen sind, um so weniger find fie natürlich dem mit immer größeren Kosten verknüpften Konkurrenzfampf gewachsen, so daß insbesondere die
Zahl der kleineren Filmproduzenten rasch abgenommen hat. In Deutschland arbeiteten 1927 noch 95 Filmgesellschaften. 1928 schmolz ihre Zahl auf 69 zufammen. Auch die Zahl der hergestellten Spielfilme ging in Deutschland von 242 im Jahre 1927 auf 224 im Jahre 1928 zurüd.
Dies ist in furzen Zügen national und international der Rahmen für die gerade in der letzten Zeit sich häufenden 3ufammenschlüsse im Film, insbesondere auch für die Vereinbarung der Ufa und der Emelka. Im August schloß die Emelta einen Vertrag mit dem Tonbildsyndikat( Tobis) ab, der die Ausstattund von zunächst 22 Kinotheatern des Emeltatonzerns mit Tonfilmapparaten vorsieht. Einige Monate vorher( April 1929) hat die Ufa einen Vertrag mit der Klangfilmgesellschaft abgeschlossen, der fich auf gemeinsame Arbeit in der Tonfilmherstellung und Aus ftattung einer Anzahl Ufa- Theater mit Tonfilmapparaten bezieht. Die Emelta- Gesellschaft, von der ein Aftienpatet auch beim Deut schen Reich liegt, ein anderes bei einer englischen Filmgruppe, hatte die Absicht, fich enger an eine finanzstarte amerikanische Filmgruppe( William For) anzuschließen; es war bereits über die Abgabe eines Aftienpakets an diesen Konzern verhandelt worden. Man darf wohl annehmen, daß durch die Vereinbarung mit der Ufa diese Ueberfremdung unnötig geworden ist. Dies ist im übrigen weniger das Berdienst des Hugenberg- Ronzerns, sondern auf die Tatsache zurückzuführen, daß das Reich als Aktienbefizer ein Einspruchsrecht gegen Ueberfremdungserscheinungen bei der Emelfa hat. Der Sinn des Ufa Emelta Bertrages ist, die gegenseitige Konkurrenz beim Bezug ausländischer Filme auszuschalten, beim Filmverleih unnötige Konkurrenz zu vermeiden, auch im Theaterbetrieb den Filmen des Vertragspartners eine Vorzugsstellung zu geben. Gehen bereits diese Bereinbarungen recht weit, so ist ein weiteres von der Deutschen Allgemeinen Zeitung" mitgeteiltes Uebereinkommen geeignet, vor allem
bei dem Film- und Kinopersonal beunruhigend zu wirken: In Tariffragen und Perfonalangelegen heiten beabsichtigt man gleichfalls ein folidarisches Vorgehen. Beispielsweise denkt man daran, den Wettlauf um prominente Filmschauspieler zu meiden und die Tarife für Musiker fowie für technisches und taufmännisches Ber. fonal im Einvernehmen beider Unternehmungen zu gestalten." Da fich die gemeinsame Front also nicht nur gegen das Ausland, auch nicht nur gegen die hohen Gagen der Prominenten" richtet, sondern im Filmgeschäft aus, insbesondere das unaufhaltsame Bordringen auch gegen die Gehälter der minder belohnten Ange bes Tonfilms. stellten, Darsteller, Musiker usw. richtet, so muß man, da ja auch Bezeichnend für die internationale Lage des stummen Films" das Reich zu den Aktienbefizern und Finanzierern der Emelta geist auch der Rüdgang jowohl der Filmherstellung hört, die Frage aufwerfen, ob tatsächlich die öffentliche Hand ihre wie auch der Filmausfuhr. Der amerikanische Filmerport Mitwirkung zu einer so ausgesprochenen un sozialen ging 3. B. bon 75 millionen Dollar 1927 auf 70 Millionen Dollar Bereinbarung hergibt. Insbesondere die Lage der Kino1928 zurüd. In den Bereinigten Staaten bezeichnete man als Ur- musifer ist durch das Eindringen des Tonfilms und solchen Orchester ache dieser feit Jahren erstmals sich zeigenden Ausfuhrverminderung erfaßes wie z. B. die Kinoorgeln der amerikanischen Firma Wurlizer
teilweise die rasche Ausbreitung des Tonfilms, durch die die Zukunftsaussichten des stummen Films recht unübersichtlich geworden seien.
In Deutschland liegen die Dinge angesichts der Kapitalfnappheit im Filmgewerbe, die sich infolge der großen Ausgaben für die Aufnahme der Tonfilmherstellung und die Ausstattung der Kinotheater mit Sprechfilmapparaten noch verschärft hat, besonders schwierig. Vom Ufa - Konzern ist z. B. bekannt, daß er für mehrere Millionen Mart neue Tonfilm- Ateliers errichtet. Hierzu kommt ferner eine erhebliche finanzielle Belastung dadurch, daß die Ufa wie alle anderen großen Filmproduzenten zugleich Theater fonzern ist. Sowohl die Kosten für die Mobernisierung der Theater, für die Aufstellung von Wiedergabe.
an sich schon schwierig genug geworden.
Die Rolle des Ufa - Konzerns in der deutschen Filmwirtschaft wird im allgemeinen etwas überschäßt. Neben der Ufa , die im letzten Jahre 17 größere Filme herausbrachte, arbeiten die Defu ( 1928: 12 Filme), die A a fa und die Orplid mit je 10 Filmen, außerdem 10 Firmen, die je 5 bis 9 Filme herstellten. Die Emelta produzierte 10 Filme. Durch den jezigen Ufa - Emelta- Bertrag wird aber immerhin eine die anderen Gesellschaften weit überragende Gruppe geschaffen.
Die Deffentlichkeit, insbesondere die große Masse der Kinobesucher, hat also doppelten Anlaß, die weitere Machtentfaltung des Hugenberg- Scherl- Ufa - Konzerns mit größter Aufmerksamkeit zu -h.
verfolgen.
Die Metallwirtschaft.
Neue Attacke auf den Kupferpreis. Schwierigkeiten im Zinkkartell. Nachdem der Kupfertaumel mit allen feinen üblen Folgen für| während der Wintermonate erlebt hat und der die deutsche die Metallverarbeiter seit Mitte April vorüber ist, hat sich der Ab. Außenhandelsbilanz in startem Maße belastete. Deutschjaz speziell in Europa von Monat zu Monat verschlechtert. land ist, wie die meisten europäischen Industrieländer, von den Entsprechend der Entwicklung des Geschäftes hat das inter nationale Kupferfartell seinen Verkaufspreis nach und nach von 24,37 auf 18,30 Cents je amerikanisches Pfund herabsezen müssen. Auch dieser Preis ist bei einem Selbstkostensatz von 6 bis 8 Cent je Pfund noch übermäßig hoch und sichert besonders den größeren und rationell arbeitenden Kupferminen Gewinne von
100 Broz. und darüber.
Bon diesem Preisstand wich das Kartell nicht, obwohl die Borräte immer größer wurden und in Amerika zu Anfang August mit ungefähr 340 000 Tonnen einen gewissen Rekord aufwiesen. Diese Tatsachen rütteln aber kaum an dem festen Fundament des Kupferkartells, und nach den Reford profiten im vergangenen Winter sind die Kupferfönige ohne weiteres in der Lage, längere Zeit eine Flaute durchzuhalten. Es scheint aber, als ob man nur mit Hilfe von fünstlichen Mitteln den Preisstand halten konnte, denn seit Ausgang des Frühjahrs sahen sich die großen Gruppen in den Bereinigten Staaten gezwungen, plöglich die Produktion einzu schränken. Nach den Berechnungen des amerikanischen Bureaus für Metallstatistik betrug die Welterzeugung in amerifanischen Tonnen 1928 1,884 Millionen gegenüber 1,682 Millionen im, Jahre 1927. Nach dem Ertrag der ersten Monate des laufenden Jahres wäre wahrscheinlich für 1929 ein Stand von mehr als 2 Millionen Tonnen erreicht worden, denn die Welterzeugung betrug im März 193 000 Tonnen, im April über 196 000 und im Mai 193 000 Tonnen. Für Juni wird aber nur eine Produktion von 174 500 Tonnen und für Juli von 174 600 Tonnen angegeben. Die Einschränkung ist also ziemlich beträchtlich und fann bei der Einstellung des internationalen Kartelis natürlich mit Rücksicht auf das bevorstehende Wintergeschäft wieder zu deniselben Breistaumel führen, den man mit all feinen Begleiterscheinungen
ausländischen Kupferlieferungen vollkommen abhängig. Es hatte 1913 eine Einfuhr von 225 000 Tonnen, 1927 von 231 000, 1928 Don 227 000 und in der ersten Hälfte des laufenden Jahres von rund 108 800 Tonnen. Die deutsche Erzeugung, und zwar diejenige aus der direkten Erzveredelung ohne Rücksicht auf die eingeführten Erze betrug im Jahre 1928 24 000 Tonnen. Bei dem großen Berbrauch, den Deutschland hat, bleibt die Abhängigkeit von den ausländischen Kupferlieferungen immer sehr groß und Preissteigerungen wie während der Wintermonate sind daher eine erhebliche Belastung für die genannte Volkswirtschaft.
Das 3intgeschäft hat sich bereits seit Frühjahr 1929 von Monat zu Monat perschlechtert und die Berhälnisse sind augenblicklich so, daß es infolge der starten Uebererzeugung dem europäischen Kartell nicht mehr möglich ist, den Preis zu halten, den man seinerzeit als den Mindestpreis für Europa angesehen hat. Genannt wurde damals eine Basis von 27. Pfund. Sterling je englische Tonne von 1016 Kilo. Zurzeit kostet die Ware an der Londoner Börse ungefähr nur 24% Pfund Sterling. Das ist ein ganz erheblicher Preisunterschied, und es ist anzunehmen, daß fich 3int im Laufe der nächsten Zeit noch weiter verbilligen wird, da die Borräte neuerdings auch in Amerita ziemlich angeschwollen find. Bis vor ungefähr sechs Wochen bestand zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Markt ein großer Gegenfaz, da der Absatz in den Vereinigten Staaten so gut war, daß von Monat zu Monat trop gesteigerter Leistungen der Hütten und der Erzbergwerke die Bestände zusammenschmolzen.
Seit Ende Juli hat sich das zum ersten Male geändert und die statistischen Bureaus meisen bei ihren Monatsbilanzen größere statistischen Bureaus weisen bei ihren Monatsbilanzen größere Borräte bei geringerer Erzeugung aus. Diese Entwicklung be deutet auch einen verschärften Wettbewerb der Amerikaner gegenüber den im Kartell zusammengeschlossenen europäischen
Produzenten, zu denen auch die deutsche Zintindustrie gehört. Die zusehende Verschlechterung des Absatzes und die Gefahr einer Ronkurrenz durch die teilweise bevorzugte amerikanische Industrie hat dann schließlich auch das Brüsseler Sartell veranlaßt, ganz plöglich statt der früher beschlossenen oderung der Produktions einschränkung eine Verschärfung vorzunehmen und für den Monat August eine Quote von 10 Broz festzusetzen. Wegen
dieses Beschlusses und auch wegen anderer interner Dinge bestanden ja schon lange gewisse Differenzen, insbesondere zwischen der belgischen und der polnischen Zinkindustrie. Die polnische Zinkindustrie wollte sich überhaupt nicht der verschärften Produktionseinschränkung anschließen. Nach den jetzt bekanntgegebenen Ziffern für das erste Halbjahr 1929 ist aber die polnische Rohzinferzeugung doch geringer geworden, denn sie betrug nur rund 66 700 Tonnen gegenüber 68 500 Tonnen in derselben Zeit des vergangenen Jahres.
Recht eigentümlich scheint uns aber die Haltung der deutschen Binfindustrie zu sein. Diese produzierte im Jahre 1927 84 000 Tonnen und im Jahre 1928 über 98 000 Tonnen. Von einer Verringerung der Erzeugung aber fann wohl bis einschließlich Juli nicht die Rede sein, denn in diesem Monat wurden sogar mit rund 9100 Tonnen etwa 100 Tonnen mehr produziert als im Juni. Wie sich die Produktion im laufenden Monat entwickeln wird, fann man noch nicht übersehen. Es wird interessant jein, zu untersuchen, ob von deutscher Seite der Kartellbeschluß eingehalten wird. Rosig sehen die Dinge bei dem Zinkkartell nicht aus, und der Zusammenschluß hat bisher nicht den Erfolg gebracht, den die Mitglieder von ihm erwartet haben. Es ist möglich, daß unter dem Drud der Verhältnisse manchmal Produzentenkartelle das Gegenteil von dem bringen, was man erhofft. Man sieht, daß es in der Metallrohstoffbewegung ohne die Beteiligung der Amerikaner nicht möglich ist, wirklich fonsequente Beschlüsse durchzuführen.
Haltlose Gerüchte.
Angebliche Riefenverluste der Arbeiterbant.
Br.
Im Zusammenhang mit dem Standal bei der Frankfurter Allgemeinen Versicherung sind jetzt von kommunistischer Seite Ge rüchte über Riefenverluste der Arbeiterbank in die Welt gesetzt worden Diese Verluste sollen aus Geschäften mit der Allgemeinen Betriebskredit A.-G., einer Tochtergesellschaft des Frankfurter Versicherungskonzerns, entstanden sein.
Wie wir hierzu von der Arbeiterbank erfahren, sind diese Gerüchte maßlos aufgebauscht und entsprechen keinesfalls den Tatsachen. So bestanden zwischen der Arbeiterbant und der früheren Frantfurter Allgemeinen direkte Geschäftsbeziehungen überhaupt nicht, so daß auch keine Rede davon sein kann, daß die Arbeiterbant durch die schweren Verluste des Frankfurter Konzerns in Mitleidenschaft gezogen worden sei.
Auch die Geschäftsbeziehungen der Arbeiterbant mit der Allgemeinen Betriebskredit 2.-G. bestanden lediglich darin, daß die Arbeiterbant dieser Gesellschaft einen Kredit gewährt hatte. Dieser Kredit der Arbeiterbant ist dreifach gesichert. Einmal durch sogenannte gewöhnliche Sicherungen, sodann durch Spezialsicherungen( eine verschärfte Form der Kreditsicherung) und drittens durch Bürgschaften der Frankfurter Allgemeinen . Diese von dem Frankfurter Konzern gegebene Bürgschaft ist die einzige Geschäftsverbindung, die zwischen Arbeiterbant und der Frankfurter Allgemeinen indirekt besteht.
gewährte Kredit im Berhältnis zum Geschäftsumfang der Bank überhaupt teine Rolle spielt, iſt es geradezu frioof, jetzt schon von Verlusten aus diesem Kreditgeschäft zu sprechen. Die Verhandlungen über den Status der Allgemeinen Betriebskredit A.-G. haben noch gar nicht begonnen, und das kommunistische Geschrei über den Verlust der Arbeiterbant von einer Million entbehrt daher jeder Grundlage.
Abgesehen davon, daß der von der Arbeiterbant in diesem Falle
Die Arbeiterbant wirtschaftet mit Arbeitergeldern. Sie ist daher verpflichtet, eine äußerst vorsichtige Geschäftspolitit zu treiben. Diese Vorsicht kommt auch in dem genannten Kreditgeschäft durch die dreifache Sicherung zum Ausdruck. Wenn im übrigen einmal aus einem Geschäft ein Berlust sogar bis zu einer Million entstehen sollte, so ist die Arbeiterbank heute bereits so start, daß auch ein solcher Fall für die Arbeiterschaft nicht den geringsten Grund zur Unruhe bieten würde.
寫
Der Papst an der Börse. Geine Heiligkeit spekuliert.
Das Finanzabkommen zwischen dem italienischen Staat und dem Vatikan ist für den letzteren ein Bombengeschäft gewesen. Auf Grund dieses Abkommens hat der Bapst eine Milliarde Lire in Schuldverschreibungen des italienischen Staates und außerdem 750 Millionen Lire in bar erhalten. Er hat sich dabei nur verpflichten müssen, diese bei der italienischen Staatsbant hinterlegten 750 Millionen nur in monatlichen Raten Don je 40 Millionen(!!) abzuheben. Aber auch diese Monatsraten sind nicht ohne. Da aus dem Barguthaben bei der italienischen Staatsbank der Papst Halbjahreszinsen in Höhe von 25 Millionen Lire erhält, kann der Vatikan augenblicklich über Geldklemme wirklich nicht flagen.
Die letzten ausgezahlten 65 Millionen find, wie wir hören, nicht nur in italienischen, sondern auch in Wertpapieren anderer zu einem großen Teil in Effetten angelegt worden, und zwar Länder. Unter anderem sind auch amerikanische und pol nische Papiere angekauft worden.
Da es in der katholischen Ethitlehre auch eine Richtung gibt, welche die Spetulation verdammt, so entbehrt diese gefchäftstüchtige Anlagepolitit des Papstes nicht eines gewissen pitanten Reizes.
Gute Geschäftsentwicklung bei der Meißner Ofen- und Borzellanfabrit. Aus dem veröffentlichten Börsenprospett der Meißner Ofen- und Porzellanfabrik, die für 1928 eine Dividende des Unternehmens ersichtlich. So betrugen die Umsätze dieser von 11 Pro 3. auszahlen fonnte, wird die rasche Entwicklung Gesellschaft 1926 erst 6,6 Millionen und stiegen dann in den letzten beiden Jahren auf 8,7 und 9,8 Millionen Mart . Der Umsatz ist also in den letzten drei Jahren um rund 50 Pro 3. erweitert worden. Da zurzeit Aufträge für mehrere Monate vorliegen; so gleich hohen Gewinnabschluß zu rechnen sein. wird für das laufende Geschäftsjahr bei dem Unternehmen mit dem
Arbeitsabkommen Borfig- Humboldt. Um ihre Fabrikation und den Vertrieb von Kältemaschinen wirtschaftlicher zu gestalten, haben die A. Borsig G. m. b. 5., Tegel , und die Maschinenbauanstalt Humboldt, Köln- Kalf, ein Arbeitsabkommen getroffen. Ueber die Form des Zusammengehens ist noch nichts bekannt. führenden( internationalen) Ronzern der Kälteindustrie, der Ge= sellschaft für Lindes Eismaschinen, dürfte in der neuen Gründung eine verschärfte Ronkurrenz erstehen.
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