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f�Dman von Ulax ßarlkel

(1. Fortsetzung.) Hinter Nürnberg hatte sich ihr ein Mitreisender genähert,«» älterer Herr mit leblosem Gesicht, in dem die Augen unruhig man- derten. Er stellte sich als Aribert Hondt vor und war Theateragsnt, der sich auf Anfängerinnen spezialisierte und sie obskuren Bühnen ebenso gern zuführte, wie reichen Lebemännern. Herr Hondt be- fragte das Mädchen nach ihrem Reiseziel, und sie erzählte von einem Besuch in Berlin . Dann kam die Rede auf das Theater. Marianne begann zu schwärmen. Hondt fuhr nach Leipzig und berichtete von großen Namen, die er berühmt gemacht habe. Kleines Fräulein,* sagte er zum Abschied,hier ist meine Karte. Wenn Sie in Berlin länger bleiben, besuchen Sie mich bitte, ich konnte Ihnen Engagement an der Bühne verschaffen. Mit Kuß- band. Die Dorsch habe ich entdeckt und auch die Frigga Brodt, der Reinhardt ist ein alter Bekannter von mir. Sie haben ganz die Figur, die man braucht, und auch das Gesicht ist nicht übel. Das Theater ist eine große Sache. Haben Sie Lust zur Bühne?" Ach," sagte sie,ich habe auch schon einmal eine kleine Rolle gespielt. Meine Freundin Flora ist Schauspielerin. Ich habe schon Lust, aber noch mehr zum Film." Zum Film ist ollemal noch Zeit, Fräulein," sagte er.aber auch da könnte ich dienen. Der Direktor der Filmschule ist mein guter Freund. Aber wie steht es mit dem da?" Er machte die Geste des Geldzählens, und als er das erschreckte Gesicht des Mädchens sah. lachte er und fuhr fort:Na ja, umsonst ist der Tod, Pinkus mutz zwitschern, ober wenn ein schönes Mädchen zwitschert, ist das allemal noch viel mehr wert als Pinkus." Marianne wußte nicht, was Pinkus war, aber sie lächelte und versprach, Herrn Aribert Hondt in Berlin aufzusuchen,. wenn die Schwester nichts gegen die Bühne oder den Film einzuwenden hätte. lind für die Filmschule interessiere sie sich sehr. Der Mann mit den unruhigen Augen tätschelte ihr, als der Zug in die mächtige Halle des Leipziger Hauptbahnhofs einfuhr, geliribe ihre schönen Hände, er zog seinen Künstlerhut, nahm den kleinen Lederkoffer, auf dem die bunten Marken ausländischer Hotels leuchteten, und grüßte er- geben, als er das Abteil verließ. Das Mädchen atmete auf, als sie allein war. Aber sie blieb nicht lange allein. Ein blonder Handlungsreisender kam und vir- sucht- auf der Reise durch das flache Land ein flaches Gespräch über irgendeine billige Revue und fand erst Interesse, als er vom Film zu erzählen begann und stolz gestand, daß er jede Woche fünfmal ins Kino, ins Lichtspieltheater, wie er sagte, gehe. Zwei Dialekte. der sächsische und der schwäbische, oereinten sich bis Bitterfeld , der schwarzen, häßlichen Fabrikstadt, zu einem Hymnus auf die Zauber- macht des Films. Der Reisende stieg aus und verkaufte kosmetische Artikel. Auch er winkt« lange vom Bahnsteig wie in Leipzig der Herr Hondt. Bitterseid war schon ein bitteres Feld! Vom Zug aus sah das Mädchen in die schwarze und trostlose Landschaft. Sie sah in die tiefen Krater der Kohlengruben und in die kummervollen Straßen- fluchten der Arbeiterquartiere. An der Strecke bauten sich die grauen und verwaschenen Hügel der Halden auf. Di« Wälder waren arm und gelichtet. Vor ihnen flatterten wie Fahnen oder Flammen die grünen Wipfel der Birken. Marianne bekam Angst. Sie sehnte sich nach der Heiterkeit schwäbischer Landschaft. Berlin , das wußte sie, lag zwischen Sand und Sumpf. Und aus Sand und Sumpf sollte das Lichtwunder des Films kommen? Der Eisenbahnzug rollte und hämmerte wsiter, donnerte über die breitdahinfließende Elbe, hielt einige Minuten in Wittenberg und ließ die Türme der alten Stadt sehen. Hinter den Türmen der alten Stadt aber standen die Schornsteine und Eisenkonstruktionen einer neuen Siedlung. Wie ein Gleichnis unserer Zeit hatte sich dort die chemische Industrie festgesetzt: aus der alten Historie und auch aus Wittenberg holte sich die neue Zeit sür ihre geschäftlich gut fundierten Lichtspiele die rührenden und tragischen Stoffe. Aber davon wußte das Mädchen noch nichts. Die Elbe war überquert. Dann kamen Wälder und Heiden, kleine Dörfer, grün« blühende Wiesen und wogende Felder. Zwei, drei Städte reckten sich aus der Landschaft, blieben zurück und bald zeigte Berlin seine ersten Siedlungen. Villen leuchteten, Wohnlauben und Gärten verdeckten den Sand. Dann kam die versteinerte Wucht der Vorstädte. Wie die großen stählernen Nervenbündel der Welt- stadt liefen die vielen blanken Gleise der Strecke neben dem Zug. Bald klirrten elektrische Schnellbahnen auf hochgestellten Anlagen vorbei. Ein Gasometer bläht« sich. Fabriken qualmten. Von den schwarzen Wetterwänden hoher Häuser knallte Retlame. Kanäle wurden wie im Anlauf übersprungen. Ein Hafen öffnet« seine Becken. Dann kam die Dunkelheit. Marianne fuhr in die schwarze. Halle des Anhalter Bahnhofs ein und trieb im Strom der Reisenden durch die Sperr«. Sie war nun in Berlin . Marianne war in Berlin und deponierte zuerst den kleinen Koffer. Sie überzählte ihre Barschaft. Siebzehn Mark, dos war dos ganze Vermögen. Die Pola Negri hatte drei Mark, als sie nach Berlin kam. Marianne hatte ein mutiges Herz. Auch ihr würde das Glück lächeln. Das Glück war ja bei ihr. In der Handtasche fühlte sie den grünen Götzen aus China . Es war abends in der fünften Stunde. Die Bureaus schloffen. Und als sie' sich nach der Friedrich- straße durchgefragt hatte das Europahaus verblüffte sie, der große Park dahinter machte sie freudig rollte sie in der Menschenflut wie ein winziges Sandkorn di« Straße abwärts und wunderte sich sehr, daß olle Leute grußlos aneinander vorbeitrieben. Di« Leute eilten und trieben aneinander vorbei, als hätten sie keine Zeit, als

Lop?r>eti« 1929 byDer Bücherkreis O. m b. H." Berlin SW 61. müßt«» sie immer hetzen und jagen, es war, als seien sie auf einer atemlosen Flucht. Aus der Erde, aus den Bahnhöfen der Untergrundbahn quollen di« Menschen in den frühen Abend, Männer und Frauen, Mädchen und Jünglinge. Ueber den blankgescheuerten Aspholt sausten die Autos. Die Ampeln an den Straßenkreuzungen flammten gelb. grün und rot auf und regellen den Verkehr. Durch die Leipziger Straße klapperten die gelben Straßenbahnen, rollten die Autos, schwankten wie riesige Büffel die großen Autobuffe. Ja, es war auch Frühling in der Stadt. Irgendwie wehte in den heißen Dünsten Erinnerung an kühle Meere, tiefe Wälder und blühende Wiesen, aber es war ein phantastischer Frühling, in dem über alle Erinnerungen die Technik allein triumphierte. Marianne war wie erschlagen. Zu Hause hatte sie einmal einen Film gesehen, der das Leben und Treiben einer amerikanischen Großstadt zeigte, aber d'e Lichtbilder waren ja stumm und geisterhaft gewesen, Schatten einer fernen Welt, aber nun war die Well da, di« Schatten gegenständlich, mit den Händen zu greisen, brüllend und gefährlich. Auch die vielen Frauen und Mädchen der Stadt erschreckten sie. Das war ja alles selbst wie ein Film oder wie der Anfang eines Spieles, in dem auch aus Schönheit und Rejchtum große Tragödien hervorbrechen. Viele der Frauen und Mädchen waren geschminkt und gepudert. Sie trugen am Werktag kostbare Kleider und saßen lässig in den weichen Sesseln der großen Cafes. Neben ihnen saßen elegante Kavaliere. Manchmal hörte man auf der Straße die Fetzen wilder, hymnischer Takte aufwühlender Musik. Das Mädchen ging weiter und verweilte an den Schaufenstern der großen Waren- Häuser, in denen der Reichtum aller Länder aufgestapelt war. Und als sie vor einem Juweliergeschäft stand und die edlen Stein« sah, die wie funkelnde Wintersterne flammten, wurde sie angesprochen. So allein, gnädiges Fräulein?" fragte ein« dunkle Stimme. Sie drehte sich um, sah in ein kühnes Gesicht und wurde verlegen. Ja, ganz allein." sagte sie endlich,ich bin erst heute nach Berlin gekommen. Das ist aber«ine sehr große Stadt." Der Mann stutzte. Dann lachte er leise. Und bei den Brillanten bleiben Sie stehen? Das ist gefährlich, liebes Fräulein." Warum?" fragt« sie voller Unschuld. Das ist ein« lange Geschichte. Ich will sie Ihnen gern er- zählen. Aber nicht auf der Straße. Darf ich mir erlauben, Sie zu einer Tasse Kaffee einzuladen?" Er wartet« kein« Antwort ab, nahm ihren Arm und führte sie die Straß« entlang. Das Mädchen ließ sich willenlos führen. Sie sagte kein Wort auf seine Fragen, sie wagt« nur ob und zu einen schnellen Blick in das schöne Gesicht. Das Cafe war bald erreicht. Marianne lächelte. Ja. es war schon wie in einem Film. Ein reicher Herr spricht ein armes Mädchen an und führt sie freundschaftlich durch«ine große, fremd« Stadt. Ihr Begleller ließ ihren Ann frei, ein gold- betreßter Portier schlug die spiegelnde Drehtür auf und diese Tür schaufelte sie in einen kostbar ausgestatteten Raum. In einer blitz- schnellen Sekunde sah sie alles: die tiefen roten und weichen Sessel, die eleganten Kavaliere, die geschminkten Frauen und Mädchen, ein Neger sang in einer fremden Sprach« ein schluchzendes Lied.

dazu näselten die Saxophone, auf den weißen Marmortischen standen rot« Rosen das alles sah das Mädchen in einer blitzschnellen Sekunde und ließ sich voller Angst durch die drehende Tür wieder auf die Straße schieben. Dann lief sie atemlos und schnell davon. Sie schämte sich ganz einfach, in dem billigen Kleidchen unter die schönen Frauen und Mädchen zu treten. Ihr Begleiter stutzte, kam auch auf die Straße und sah ihr« schnelle Flucht. Zuerst war er verdrossen, dann lochte er leise nachdenklich. Das Mädchen lief und lief und hielt erst Unter den Linden an. Endlich beruhigte sie sich und bummelte dem Bahnhof zu. Die Straßenmädchen an der Dorothcenstraße beneidet« sie um die schönen Kleider, sie fühlte sich unglücklich, sie schämte sich auch ihrer Fluch!. Aber dann hatte sie Hunger und bei Aschinger mit dem gesunden Appetit junger Menschen viele belegte Brötchen, sie dachte dabei an jenen Mann, der sie bei den Brillanten angesprochen hotie und hätte brennend gern gewußt, was sür eine Gefahr bei den funkelnden Steinen laure. Dann ging sie weiter. Am Admiral-- palast sah sie in den Schaukästen die Bilder der halbnackten Frauen und Mädchen ausgestellt. Si« schämte sich sür die ihr unbekannten Schwestern und hörte nicht, daß«in junger Mann aus sie einsprach und ihr galant« Anträge machte. Der junge Mann, ein Student der Philosophie, verfolgte sie bis zur Weidendammer Brücke und ließ sie dann mit einem zynischen Fluch weitergehen. Berlin , Berlin ! Wie groß und abenteuerlich war doch dies« Stadt! In der Spree verblutete das Gold und loderte auch um den Vergnügung?- dampfer, der vom Müggelsee heraufkam und mit den bunian Schleifen, den. lachenden Menschen und der letzten Musik voller Frühlingslust war. Hinter der Spree ober lagen die steinernen Straßen und schwarzen Täler der Wohnquortiere. Nicht weit von den Krankenhäusern protzten die Theater. Wie die fahrigen Fahnen vieler Bekenntnisse waren die vielen Geschäfte, Cafes und Buch- Handlungen anzusehen. Marianne lief weiter bis zum Stettiner Bahnhof und dann nach dem hohen Norden zu. wo die Fabriken beginnen. Und dort oben besann sie sich endlich, daß sie ja zur Filmbörse wollte. Sie befragte einen jungen Arbeiter nach dem Weg, aber der verstand kein Schwäbisch und meint«, sie suche ein Kino. Da führte er sie in ein Lichtspielhaus, das sich kühn Kristall- palast nannte und einen Film zeigte, der am Rhein spielte. In diesem Film wurde viel geliebt, viel getrunken und auch viel ge- sungen, wie sich eben das Leben am Rhein verdorbene Phantasie vorstellt. Der Jllngliyg war begeistert, und als er erfuhr, daß Marianne vom Bodensee herkam, mußte sie in der Pause davon erzählen. Als das Licht erlosch und der junge Mensch ihre Hand faßte und drückte, stand sie mitten im Spiel auf und verließ das Theater. Di« Tränen waren ihr nahe. Nun war es Abend geworden. Die ersten Lampen brannten schon auf der Straße. Unweit des Kinos lärmt« ein Vergnügungs- park. Marianne schlenderte durch das bunte Tor und dachte an den Zirkus des Herrn Marteau. Sie ging die lauten Reihen ab, sah Ringkämpfer, Sterndeuter, Glücksspiele und Glücksbuden. Wurst und Schinken wurden verlost und auch di« Niet « war hier noch Gewinn: die nichts gewonnen hatten, bekamen jeder eine Scheibe Wurst in den Mund gesteckt. Der Zirkus in der kleinen Stadt war schon schöner. Ja, da gab es«inen fernen Mond und Feuer und Schwert: die alte und die neue Welt. Sie war einsam unter den vielen Menschen. War sie deshalb nach Berlin gekommen? Plötzlich erschien ihr die Flucht sinnlos. Ach ja, sie wollt« ja Star werden, sie dachte an die Negri und an Herrn Hondt. Sie würde morgen schon zu dem Agenten gehen. Bühne oder Film: alles war so gleichgültig! Was hat der Vater getan, als er den Brief bekam: Lieber, lieber Vater, ich bin fortgegangen und komme erst wieder, wenn ich berühmt bin? Lieber, lieber Vater, behalt« mich lieb? Sie verließ den Vergnügungspark und war trotz aller Schwer- mut Kind genug und war auf dem Karussell gefahren. Sie trottete die endlose Müllerstraße entlang bis zur Chausseestraß«. Auf der Friedrichstraß« stieß sie mit ihrem Schicksal zusammen. Das Schicksal der Marianne Hull war ein Mann. War der Mann, der sie vor dem Juweliergeschäft angesprochen hatte, der Mann, dem si- an der Drehtür entflohen war. Das Schicksal hieß Eugen Lyssander und war der bekannt« Schauspieler Lyssander, der im Film eine große Rolle spielte und unter dessen Regie bedeutende Lichtspiel« «ntstanden.(Fortsetzung folgt.)

WAS DER TAG BRINGT. ijniniinniimntniwmininniniinMnnniiniifniiiaiiiniimiDiannnmHnmnmnünMiimiiawnniininiuiüiniiimniniiiiiiniiiHuniHnnnüiiinnuiiuiiiiinnminniiininuuiiiiimiiui

Zur Naturgeschichte der Wurst. Es würde sin leichtes fein, ohne Uebertreibung die Verschieden- heit der deutschen Voltsstämme in der Verschiedenheit ihrer Würste nachzuweisen. Meister Uhland hat es nicht unter der Würde des Dichters gefunden, die Wurst in seinem schönenMetzelsuppenkied" poesivoll zu besingen. Seine Landsleute, die Schwaben , haben die Wurst schon seit undenkbaren Zeiten so liebenswert gefunden, daß dort im Lande auch das Sprichwort läuft: der Bauer wünsche sich dort lieber eine lange Wurst als eine lange Predigt. Eine gewisse Sentimentalität, verbunden mit raffiniertestem Geschmack drückt sich darin aus, wenn in Mittel- und Süddeutschland die delikaten Leber-, Hirn-, Blut-, Knack-, Brat-, Röst- und Schwartenwürste hergestellt werden. Norddeutschland ist weit weniger auf die weiche Wurst versessen: es hat in seinen fetten, gewürz. und speckreichen Mett- würsten den eigenen, das Derbe und das Erdhaft« bevorzugenden Geschmack kultiviert, ebenso wie die Länder des Buchweizens ihre Heide und Sandsteppen wiederum in ihren Griitz- oder Pinkelwürsten die heimische Note finden. Diele deuffche Städte, z. B. Braun- schweig, Göttingen , Gotha , Hall- u. o. haben durch ihr« spezielle Wurstbereitung den Kranz des Ruhmes und geschichtlichen Unsterb- l'chkeit errungen, was ihnen bei anderen Dingen nicht geglückt ist.

vieostax, 24. September. Berlin . 16.30 Kon/erf. 17.15 Kinderstunde. 16.00 Unterbalfunssniosik. 30.00 Aictilellex. 20.30 Sinfonisch« Jtra M4 Operctta. Nach des Abendmeldnssea BUdfunt KSalgsVaeteTh aasen. 17.00 NacJunittajskonrert. 18,00 Prof. Mersmann:Masikverstehea.*' 15.30 Franrösisch für Fortseschrittene. 18.53 Rochluz: Der innerpolitische Horizont des Amerikaner,'. 30.00..Die beiden Oeirlaen", Komische Oper von Qrdtry. Dann:Philotnelt und ihr Narr". Musikdrama mit Musik in drei Teilen von R. 9t. Hoff- menn. Musik von M'Iioiere.

Zur Geschichte der Wurst selbst, die sonst erst wenig erforscht ist, finden wir eine ganz frühe Mitteilung in dem Erlaß de» morgen- ländischen Kaisers Leo IV. (886 bis SN), welcher der damals aus- kommenden Bereitung der Blutwurst den Krieg erklärte.Wir haben," so heißt es in seiner Verfügung,in Erfahrung gebracht, daß die Menschen geradezu toll geworden sind, teils des Gewinnstes, teils der Leckerei wegen, Blut in eßbare Speisen zu verwandeln. Es ist uns zu Ohren gekommen, daß man Blut in Eingeweide wie in Röcke einpackt und so als ein ganz gewähnliches Gericht dem Magen zuschickt. Wir können nicht länger anstehen und zugeben, daß die Ehre des Staates durch eine so frevelhafte Erfindung bloß aus Schlemmerei freßlustiger Menschen geschändet werde. Wer. Blut zu Speisen umschafft, er mag nun dergleichen kaufen oder verkaufen. werde hart gegeißelt, zum Zeichen der Ehrlosigkeit bis auf die Haut geschoren und auf ewig aus dem Vaterlande verbannt. Auch die Obrigkeit der Städte sind wir nicht geneigt, frei ausgehen zu lassen: denn hätten sie ihre Aemter wachsamer g-führt, so wäre eine solche Untat nie begangen worden. Sic sollen ihre Nachlässigkeit mit 10 Pfund Goldes büßen." Die Löwener Bibliothek. Die Löwener Bibliothek, die jetzt noch d«r Wiederherstellung des Bibliothekgebäudes wieder eröffnet worden ist, weist infolge der deutschen Wiederherstellungen und freiwilliger Spenden aus fast allen Teilen der Welt einen großen Reichtum an wertvollen Büchern auf. Deutschland hat 300 000 Bände geliefert u. a. etwa 300 Perga- ment-Manuskripte aus dem 15. und 16 Jahrhundert und ein Manu- skript aus dem 11. Jahrhundert. Obwohl von der Löwener Uni- versität angeblich nur die Rückerstattung der in Sicherheit gebrachten Bücher gefordert worden war, hat Deutschland vier Millionen Mark zum Ankauf von Büchern für die Löwener Bibliothek zur Verfügung gestellt. Zu den von Deutschland gelieferten 300 000 Bänden kommen 350 000 Bände aus den Spenden der verschiedenen Länder, u. a. Ä 000 aus Groß-Britannien und 33 000 ans Frankreich . Spuk, Von blassem Entsetzen gepackt wurden Bürger der Gemeinde Ostermünchen, die während eines furchtbaren Gewitters heimwärts eilten und plötzlich im Schein der Blitz« auf der Straße einen Sorg stehen sahen, dessen Deckel sich bewegte. Die Sache klärte sich aber harmlos auf: De: Schreinergeselle, der den Sarg trans­portierte, hatte vor dem Regen Schutz im Sarge gesucht