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insgesamt acht Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf sieben Monate Gefängnis mit bedingter Straf- a u s s e tz u n g. W. ist das Opfer kommunistischer Verhetzung ge- morden� er ist Fanatiker, der sich in eine Märtyrerrolle hineinjpiette, die ihm jetzt sieben Monate Gefängnis eingebracht hat. Seine wirren Reden waren der beste Beweis dafür, daß' seine cinnoe geistige Lektüre dieRote Fahne* zu sein scheint.

Straßenbahn rammt Autobus. Schweres Verkehrsunglück in Schöneberg. / Verletzte.

Warum tat er es? Auch das Gericht fand keine Antwort. Räch dneinhalbstündiger Beratung verurteilte da» Land­ gericht III den Z4jährigca Landarbeiter Paul Krüger wegen Totschlag an seiner Schwägerin zu nenn Zahren Z u ch t h a u» und fünf Zahren Ehrverlust. Sechs Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet. Dieser Bursche mit blutleerem Gesicht, ausladendem Kopf, oer- krümmter Wirbelsäule, verbildetem Brustkorb, mit Fingern, die gleichfalls Merkmal« von Knochenoerbildungen zeigen, dieser phy- sische Krüppel mit schwachem Geist, wie ihn der Sach- verständige Sanitätsrat Dr. L e p p m a n n bezeichnete, wird im Zuchthaus eine nur allzu traurige Figur machen. Eine Gesellschaft, sagt« aber der Staatsanwalt, die solche überflüssigen und unnützen Mitglieder nicht ausmerzt, wäre selbst krankhast zu nennen. Und der Borsitzende meinte in seiner Urteilsbegründung:Er war ein Taugenichts, und an seinen Händen klebt das Blut seiner Wohl- täterin; mildernd« Umstände mußten ihm versagt werden." Tatsäch- lich war das Verbrechen gräßlich genug. Um fo gräßlicher, als es jeder Begründung bar schien. Seine Motivlosigkeit spricht aber nicht gegen, sondern für den Angeklagten für die Krankhaftig­keit seines Wesens. Mit normal-psychologischen Maßen war die Seele dieses Krüppels nicht zu ergründen. Staatsanwalt und Sach- verständige deuteten wohl das einzig mögliche Motiv seiner Tat an, sie war gewissermaßen eine sexuell« Ersatzhandlung. Er, der Krüppel, der nie eine Frau gekannt, stand Plötzlich einem gesunden, kräftigen Weibe gegenüber, die zu ihm gut war, ihn hegte und pflegt«. Unbewußt war sie ihm mehr als nur eine Schwägerin. Ms sie aushörte, gut zu ihm zu sein, erfaßte ihn Haß gegen sie, Haß, der explosivortig zum Totschlag führte. Den Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Siegert packten einen Augenblick Bedenken: Befindet sich der Angeklagt«," fragte er den Sachverständigen Dr. Leppmann,vielleicht doch im Zustande einer begin- «enden Geisteskrankheit? Können wir sicher sein, daß er nicht ein halbes Jahr nach der Verurteilung erkrankt?" Darauf Dr. Leppmann:Die Möglichkeit erscheint nicht ausgeschlossen.<£f befindet sich in einem Alter, das für das beginnende Jugendirresein 'typisch ist: die motivlose Tat könnt« wohl als Symptom dasür gelten." Der Sachverständige fand«» aber trotzdem nicht für er- forderlich, von sich eine Beobachtung in der Irrenanstalt zu be- antragen.Eine solche würde nichts ergeben," meinte er. So kam das Gericht zu dem Zuchthausurteil: man hatte allgemein mit einer Gefängnis st rafe gerechnet. Vielleicht sollt« sie ihm auf dem Gnadenwege gewährt werden trog der Gräßlich­keit der Tat. Einem Krüppel gegenüber kann nicht das gewöhnliche Maß angelegt werden. Unser Werk! Sozialdemokratische Ausbauarbeit im Bezirk Kriedrichahain. . Vörden Kreisdelegierten der Parteiorganisation Friedrichs- ha im der SPD. referierte Bürgermeister Genosie Miel itz über den Aushau und die Arbeit des neuen Berlin . Die Sozial- demokraiie, so führte er aus, hat erst nach dem Fall des Dreiklassen- Wahlrechts eine intensive Kommunalarbeit aufnehmen können. Heute sind in fast allen Kommunalbehörden der Reichshauptstadt die sozialdemokratischen Fraktionen die aktivsten Förderer kommunalpolitischer Aufgaben. Wer die Statistiken über die Aus- gaben der Haupt- und Bezirksverwaltungen durchsieht, wird sest- stellen können, daß die Ausgaben für die Wohlfahrtsoerwal- t um g e n von Jahr zu Jahr gestiegen sind. Der Kreis der sürsorge- rischen Betreuung durch die Kommunalbehörden ist durch die große Arbeitslosigkeit und Rot immer stärker geworden. In einzelnen Bezirken sind die Etatsmittel bis zu 33Va Proz. von den Wohl- fahrtsämtern in Anspruch genommen. Im Bezirksamt Friedrichs- h a i n betragen die Ausgaben für die Wohlfahrt 38 Proz. der Gesamtausgaben. 32 000 Personen werden durch die Wohlsahrts- stellen betreut. Im Bezirk sind in 60 Schulen Schul speise- stellen eingerichtet, wo täglich 880 Portionen Mittagessen aus- gegeben werden und 3700 Kindern ein warmes Frühstück verabreicht wird. vom Bezirksamt Friedrichshain find in diesem Zahre 3400 Kinder auf Erholungsreise geschickt worden. Die Betreuung der Schulkinder durch das Bezirksamt erfolgt, auch in gsfrindheitlicher Beziehung durch ein« Krankenabteilung gegen Rachitis und Rheuma . Alle diese Einrichtungen wurden von den s o z i.o ld« m o t r a t i s ch e n Stadträten in enger Verbindung

Gestern abend ereigncle sich in der Liauptstraße. Ecke Groß- gärschenstraße. in Schöaeberg ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 40 und einem Autobus der Linie 14. Der stark besetzte Autobus wurde seitlich gerammt. Durch die Wucht des Zusammen­pralles wurde die Seilcnwand eingedrückt und sämtliche Fenster­scheiben zertrümmert. Sechzehn Fahrgäste hatten verlehun- gen erlitten, sie erhielten aus der naheliegenden Rettungsstelle in der Vorbergstraße die erste Hilfe. Der Autobus kam aus der Richtung Hallesches Tor und wollte von der Großgörschenstraße in die Hauptstraße einbiegen. Dabei wurde der Wagen von der Straßenbahn an der linken Seite er- faßt und ihm die ganze Seitenwand eingedrückt. Einen Augenblick schien es. als ob der Aulobus umstürzen wollte. er gewann aber glücklicherweise das Gleichgewicht zurück. Ueber die erschreckten Fahrgäste, die bei dem heftigen Anprall sämtlich von ihren Sitzplätzen geschleudert wurden, ging ein Hagel von Glas- und Holzsplittern nieder. Im Augenblick herrscht« ein wildes Durch- einander, denn alles drängte entsetzt dem Ausgang zu. Bon Pasian- ten war inzwischen die Feuerwehr alarmiert wordm, die nach wenigen Minuten an der Unfallstelle, die mit Glasscherben dicht übersät war,«intraf. Sechzehn Personen, die zum Teil stark- blutende Verletzungen erlitten hatten, wurden zur Rettungsstelle in der Vorbergstraße gebracht. Hier stellte sich heraus, daß die Verletzungen glücklicherweise leichter Natur waren. Nach Anlegung von Notverbänden konnten alle Verletzten in ihre Woh- nungen enllafien werden. Die Unfallstelle war länger« Zeit polizei- lich abgesperrt. Der Verkehr wurde in beiden Richtungen empfindlich gestört. Die Entstehungsursache bedarf noch der Klärung: es scheint aber, daß die Bremse der Straßenbahn nicht einwandfrei funktioniert hat. Beide Fahrzeuge, die schwere Beschädigungen aufwiesen, mußten aus dem Berkehr gezogen werden. Was ein Augenzeuge sah. Ein Augenzeuge des Zusammenstoßes teilt uns folgendes mit: Der Autobus der Linie 14 wollte, von der Großgörschenstraße kommend, In die Hauptstraße einbiegen. Eine Straßenbahn der Linie 40, die von Schöneberg kommend, kurz nach der Haltestelle Grunewaldstraße schon wieder«ine ziemliche Fahrtgeschwindigkeit

entwickelt hatte, fuhr dem Autoubus direkt in die Seite. Der furcht bare Anprall, das zersplitternde Glas, die Entsetzens- und Schmerzensschreie der Verletzten hatten im Umsehen eine Riesen- menschenansamnilung zur Folge. Einige aus starken Gestchtsschnitt- wunden Blutende werden aus dem Autobus herausgetragen. Ein kleiner Jung« auf dem Arm des Vaters, aus mehreren Wunden blutend, schreit immerfort nach seiner Mutter. Im selben Augenblick wird in einer Autodroschke eine anscheinend schwer verletzte, blutende und ohnmächtige Frau oorübergefahren. Der kleine Junge glaubt sein« Muter zu erkennen und kann nicht beruhigt werden. Nach genau drei Minuten ist die Feuerwehr be- reits zur Stelle, eine gute Leistung. Der Verkehr stockt ftraßenwcit. Zum Ueberfluß passiert in dem Augenblick, als das Unglück ge- schah,«in« Kolonne singender Hakenkreuzler die Stelle. Sie lassen sich nicht stören. Keinem scheint der Gedanke zu kommen, daß vielleicht Hilfe vonnöten. Ungerührt von der Rot der Mitmenschen marschieren sie weiter. Grölen ist wichtiger. Wahr- scheinlich sind sie stolz auf ihreMarschdisziplin". Aber die sie be- glettenden Schupobeamten helfen die Unglücksstelle absperren. Die Hakenkreuzler freilich sind jetzt ohne Schutz. Nichtsplitterndes Glas. Die meisten Verletzungen werden, wie auch bei den Autobus- und Straßenbahnunfällen an den Vortagen, durch zertrümmerte Fensterscheiben verursacht. Schon wiederhott ist deshalb von der Oeffentlichkeit gefordert worden, daß die Berkehrs-A.-G. ihre Fahr­zeuge mit nichtsplitterndem Glas ausrüstet. Wie hierzu von maß- gebender Seit« mitgeteilt wird, sind bereits seit längerer Zeit Ver- suche im Gange, um Straßenbahnen und Autobusse mit brauchbaren und einwandfreien nichtsplitternden Scheiben zu versehen. Da es sich bei der Anzahl der Fahrzeuge, die im Dienst der BVG. stehen, natürlich um ein Riesenobjckt handelt, müssen die zurzeit bei dem Stande der Glasindustrie vorhandenen splitterfreien Glasarten genau geprüft und ausprobiert werden, ehe«ine end- gültige Entscheidung getroffen werden kann. Das bekannte splitter- frei« T r i p l e x g l.a s, das bei Flugzeugen und Autos viel- fach schon Anwendung findet, ist sehr teuer und kommt für einen Massenbedarf kaum in Frage. Außerdem hat es den Nachteil, daß es sehr schnell eine gelbliche Fär» bung annimmt. Zurzeit werden von der BVG. verschiedene splitterfreie Glasorten, darunter auch Drahtglas, praktisch aus- probiert und es ist zu hoffen, daß bald eine befriedigende Lösung im Interesse des Publikums gefunden wird.

mit der sozialdemokratischen Fraktion geschossen. Die Sozialdemo- kratie kann auch auf dem Gebiete der Kommunalpolitik eine intensive Aufbauarbeit ausweisen. Sie weiß, daß ihre Arbeit in weitesten Schichten der arbeitenden Bevölkerung volle Anerkennung finden wird und daß diese Schichten wieder der Sozialdemo- kratie am 17. November ihr Vertrauen geben werden. Nach dem Referat, das starken Beifall fand, wurde die Ausstellung der Kan­didaten für die Bezirksverordneten- und Stadtverordnetenversamm­lung vorgenommen. Spitzenkandidat für den Bezirk Friedrichshain wurde der Genosse Büchner. Der Siebener-Ausschuß des Kreffes hatte eine Kandidatenliste ausgestellt, die mit großer Mehrheit angenommen wurde. Amerikaner sind gern in Verlin. Die Fremdensaison geht in Berlin jetzt langsam ihrem Ende zu. Obwohl sich ein abschließendes Bild am Ende des Jahres erst auf Grund der Fremdenverkehrsstatistik ergeben kann, läßt sich doch schon jetzt sagen, daß Berlin mit. seinem A u s l ä nd e r b« su ch 1929 zufrieden sein kann. Bor ollem ist der Besuch von Amerikanern, die der Zahl nach an der Spitze stehen, in sehr erfreulichem Maße ge- stiegen. Die mündliche Propaganda der lctztjährigen Berlinbesucher und die Werbung in USA . durch Deutschland tragen Früchte! Die Aussichten sür 1930 sind durchaus günstig. Nächtlicher Fabritbrand. In der vorletzten Nacht wurde die Feuerwehr nach dem E l i> a b et h u f« r SS alarmiert, wo im Obergeschoß des Fabrik- gebäudes, in dem eine Firma für Radiozubehörteile ihre Werk- statten Hot, F e u er misgebrochen war. Das Feuer hat längere Zeit unbemerkt geschwelt, denn beim Eintreffen der Löschzüge waren die Decken zum Dachgeschoß und zu den unteren Räumen bereits durchgebrannt. Die Flammen fanden an den leicht- brennbaren Materialien, Werkbänken und dem Dachgebälk reiche Nahrung. Ueber das völlig verqualmte Treppenhaus und eine mechanische Leiter wurde mit mehreren Schlauchleitungen gegen den Brandherd vorgedrungen. Nach zweistündiger Tätigkeit war das

Feuer gelöscht und die Aufräumungsarbeiten konnten vorgenommen werden. Die E n t st e h u n g s u r s a ch e ist noch ungeklärt. Im Hause Kürassier st raße 3 gerieten gestern Brenn« materialienoorräte in Brand. Es gelang der Feuerwehr, den Brand nach kurzer Zeit zu löschen. Als Entstehungsursache wird Selbstentzündung vermutet.

15 Millionen Tonnen Güter in Berlin . Die Gesamtein fuhr an Gütern in Berlin , die eilt Bild von den ungeheure» Mengen Waren, Lebensmitteln und Roh« stoffen für unsere Industrie gibt, ist in den letzten zwei Iahren um 22,9 Proz. gestiegen, sie betrug im Jahre 1928 15 316 204 Tonnen. Der Ausgang an Gütern aus Berlin , der etwas mehr als«in Viertel der Einfuhrmengen ausmacht, ist im Verhältnis zu den Vorjahren ebenfalls um 23,4 Proz. gestiegen, er beträgt aber mir 4 930 227 Tonnen im Jahre 1928. Berlin hat in seinem Weichbilde nicht weniger als 60 Güter« bahnhöfe, die für den Verkehr von sehr unterschiedlicher Be- deutung sind. Ueberragend ist der Anhalter Bahnhof , der die stärkste Güterbewegung und 7,3 Proz. des gesamten Glltcroerkohrs aufweist. An zweiter Stell« kommt der Nord- b a h n h o f, ihm folgen Moabit und der SchlesischcBahn- hos. Di« bedeutende Kohlenzusuhr Berlins rollt am Anhalter und Nordbahnhof, in Moabit und am Görlitzer Bahnhof an. Außer- dem hat der Anhalter Bahnhof eine starke Zusuhr von Papier und der Nordbahnhos von Kartoffeln und Milch. Die in der Röhe größerer Werke gelegenen Bahnhöfe zeigen ebenfalls eine große Kohlenzusuhr, wie z. B. der Bahnhof Rummelsburg , wo die bedeutende Kohlenzufuhr für das Kraftwerk Klingenberg in Groß- raumwagen einläuft. Zimmer für Studenten! Parteigenossen, die billige und gute Zimmer a» studierende Genossen vermieten wollen, werden gebeten, sich an den Sozialistischen Hochschulausschuß zu wenden! Genaue Angabe des Mietpreises und eventueller Neben- kosten erwünscht! Anschrift: Sozialisttscher HochschulausschubDer Bund ", Berlin NW. 6, Albrechtstr. 11, Gartenhaus 2 Treppen.

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