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Mörderin Politik.

( Fortsetzung von der 1. Seite.)

ais Privatmann seine Tage im Süden verbringen und sein Leben Im Jahre verlängern fönnen. Aber seine Gesundheit galt ihm nichts und leider auch nicht den anderen.

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Gerade für den Arzt ist es das Zeichen einer beispiellosen jeelischen Verrohung, zu beobachten, wie Stresemanns politische Gegner, die genau wußten, daß er ein vom Tode gezeichneter Mann war, auf seinen Gesundheitszustand feine Rücksicht nahmen, ihn besudelten und beschimpften. Und wenn jetzt ein süddeutscher Poli­tiker erzählt, mit welcher Bitterkeit sich der Verstorbene über das Hugenbergsche Volksbegehren beklagte, es eine Infamie nannte, so ist dies nur ein Beweis dafür, mit welcher seelischen Erschütterung Stresemann auf die persönliche Heze reagierte.

Einem Privatmann, der an einer Krankheit wie Stresemann leidet, wird jeder Arzt absolute Ruhe, Vermeidung jeder Aufregung, geistige und förperliche Entspannung empfehlen, feine Umgebung wird sicherlich in jeder Weise auf den Zustand des Schwertranten Rücksicht nehmen. Stresemann hörte auf die Aerzte nicht hin. Im Zienste des Volkes opferte er feine Gesundheit. Aber seine persön­lichen Feinde haben nicht einen Augenblick gezögert, sich mit der vollen Bucht aller Mittel gegen ihn den Todkranten zu wenden. Sie achteten nicht sein Leiden denn er war vogel frei, mar Politifer.

Die Art des politischen Kampfes in Deutschland ist eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Es ist kein Zufall, daß im Auslande Politiker, die ihr Leben lang im heftigsten politischen Kampfe ge­standen sind, sich ihre Gesundheit erhalten haben und hohe Alter erreichen, während in Deutschland gerade die prominentesten Staats: männer der Nachkriegszeit um das fünfzigste Lebensjahr herum ge­storben sind. In Frankreich und England wickeln sich die politischen Auseinandersetzungen in Formen ab, die streng zwischen den Be griffen Politik und Privatleben unterscheiden. Nur in Deutschland hat die Entartung der politischen Leidenschaften dazu geführt, daß man nicht nur den Politiker, sondern auch den Menschen treffen will. Welches traurige Ergebnis eine solche Methode hat, zeigt der Fall Stresemann .

Hier hilft nur eines: eine Phalang anständiger Men schen, die der politischen Unmenschlichkeit ein Ende machen. Dr. Julius Moses .

Gemeinheit ohne Grenzen!

Gelbst Hugo Heimann ist vor ihr nicht sicher!

Das Organ der Kommunistischen Partei, das den Sklaret­Standal in frechster Weise zu seinen Wahlzwecken zu mißbrauchen versucht, obwohl die eigene Partei aufs stärkste von ihm betroffen ist die Rote Fahne", bringt es fertig, selbst den allgemein ver­ehrten Spizenkandidaten der Sozialdemokratischen Partei, unseren Genossen Hugo Heimann in der niederträchtigsten Weise an­zustänkern. Sie schreibt:

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Eine Nummer für sich ist der Spitzenkandidat der SPD. , der Rentier und Ehrenbürger" Berlins , der schwer reiche Hausbesizer aus dem feudalen Tiergarten viertel( Bendlerstr.), der Reichstagsabgeordnete Heimann, ein frommes Mitglied der jüdischen Gemeinde.

Was mag wohl der Lausejunge, der das hingeschmiert hat, für die Arbeiterbewegung schon geleistet haben, daß er von einem Hugo Heimann so zu schreiben wagt? Weiß der Bursche überhaupt, mer Hugo Heimann ist? Weiß er, daß dieser Mann den ,, schweren Reich tum", den er einmal besaß, für die Arbeiterbemegung geopfert hat? Daß er die Freundschaft eines August Bebel , eines Paul Singer genoß, daß er heute noch, ein Siebzigjähriger, mit jugend­licher Frische und loderndem Idealismus von früh bis spät für die Sache des Proletariats arbeitet und fämpft? Weiß er, daß Heimann dem Judentum treu geblieben ist nur aus der noblen Gesinnung heraus, daß man eine verfolgte Gemeinschaft nicht verleugnen soll? Muß ein Mann, der stets fleckenlos, opferbereit, nie für sich selbst etwas wollend, durchs Leben gegangen ist, sich an der Schwelle des Greiſenalters solche Verunglimpfung gefallen lassen?

Es gibt keinen Arbeiter in Berlin , der nicht Grund hätte, Hugo Heimann dankbar zu sein! Und es gibt keinen Arbeiter m Berlin , der sich nicht schämen sollte, daß ein Hugo Heimann von einem fogenannten Arbeiterblatt" solchen Dank erntet! Gebt diesem Gesindel am 17. november die Antwort, die es verdient!

Berliner Sparmaßnahmen.

Folgen der Hetze gegen die Kommune.

Mordskandal in Paris ?

Femerichter begraben ihr Opfer lebendig.

Paris , 5. Oftober.

Seit einiger Zeit hatten mehrere große Nachrichtenblätter und Privatpersonen Schreiben erhalten, die mit Ritter der Themis" unterzeichnet waren und in denen unter genauer Angabe der ört­wäldchen bei Bersailles ein angeblicher Marquis lichen und zeitlichen Umstände mitgeteilt wurde, daß in einem de Champaubert von den Briefschreibern lebendig begraben worden sei. Man glaubte zunächst an eine Mystifikation, bis nach­forschungen die Angaben der anonymen Schreiben bestätigten. Die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche und auch eine aus dem Sarge über dem Erdboden herausragende Röhre laffen darauf schließen, daß der angebliche Marquis, der in Wirklichkeit ein mehrfach vorbestrafter der angebliche Marquis, der in Wirklichkeit ein mehrfach vorbestrafter Hochstapler namens Clément Passal sein soll, tatsächlich lebendig begraben wurde und infolge Hungers oder Erstidens gestorben ist. Nach den Briefschreibern wird gefahndet,

Die geheimnisvolle Mordaffäre nimmt das Interesse der Pariser Bresse in weitem Ausmaß in Anspruch. Sie zieht weite Kreise, denn die sogenannten Ritter der Themis", die selbst dieses Berbrechen eingestehen, erklären,

als Rächer der Menschheit bzw. als Bollstreder der verjagenden Justiz gehandelt zu haben.

Das ergibt sich aus Briefen, die sie an die Zeitungen gesandt haben. In einem dieser Briefe heißt es: Die französische Justiz, In einem dieser Briefe heißt es: Die französische Justiz, die nur noch ein leeres Wort ist, wird verächtlich gemacht und als lächerlich hingestellt. Deshalb hat unsere Bereinigung den Namen Ritter der Themis" angenommen und beschlossen, einen Namen Ritter der Themis" angenommen und beschlossen, einen heiligen Kreuzzug zu unternehmen und dafür zu sorgen, daß Hoch­stapler und Betrüger nach Verbüßung ihrer lächerlich geringen Strafen ihre Tat sühnen, und zwar mit dem Tode. Wir haben uns gegenseitig unter Androhung des Todes für jeden Berrat geschworen,

zusammenzuhalten und verschmiegen zu sein." Dann folgt die Be­schreibung der Todesart des Pseudo- Marquis, der, wie die Auf­findung der Leiche auch bestätigte, neben einer Landstraße begraben war, jedoch

erhielt. Schließlich mußte er in seiner Gruft Hungers sterben. Zum durch ein Gummirohr in seinem Grabe Luft zugeführt Schluß wird in dem Brief angekündigt, daß die ,, Ritter der Themis" weitere Bestrafungen vornehmen werden, wenn sich neue Fälle ergäben. Die Mutter des lebendig begrabenen Opfers war durch einen Brief von den Rittern der Themis" ebenfalls von der Tat in Renntnis gesetzt worden, und diesem Brief lag ein Gepäckschein bei, der auf Gepäd lautete, das in einer Gepäckaufbewahrung eines Bahnhofs hinterlegt war und die Kleider des Opfers enthielt. Der Pfeudo- Marquis selbst hatte sich zu Lebzeiten für die Be­raubung von Juwelenhändlern mit Hilfe von Chloroform spezialisiert,

und zwar hatte er zu diesem Zmed das Schloß Brieure gemietet und bort eine mit allem Raffinement eingerichtete Menschenfalle organisiert. Nach Berbüßung seiner legten Gefängnisstrafe, die zwei Monate zurückliegt, hatte er wegen der Herausgabe seiner Verbrecher memoiren Berhandlungen angebahnt.

Man stellt nun verschiedene hypothesen auf. Passal hatte in Deauville verschiedene Unterredungen mit seinen Verlegern. Sollte hier das Geheimnis liegen oder wollte Passal sich, um einen letzten Meisterschlag zu tun und mit einer ungeheuren Sensationsein Buch auf den Markt zu werfen, lebendig begraben laffen, so daß täglich die Spalten der Zeitungen mit seinem Namen Der gefüllt würden? Das letztere ist ihm glänzend gelungen. Matin" midmet, ihm heute Seiten. Leider kann er den Erfolg nicht mehr erleben.

Die deutschnationale Riesenpleite.

Der gestoppte Generalrevisor bei Raiffeisen.

Schon im Jahre 1922 murde durch den Bericht des Generalrevisors Dr. Hildebrand vom 29. Juli 1922 ungeheuerliche Mißstände aufgedeckt. Aber Herr Hilde­brand war trotz seiner Stellung als Generalrevisor wirtschaft­lich von den Leuten abhängig, die er revidieren sollte. Der Bericht von Kamele sagt darüber:

,, Wenn der Generalrevisor auch nicht dem Vorstand der Bank unterstellt war, so waren die Herren Dietrich und Seelmann feine Vorgesetzten in ihren Eigenschaften als Vorstandsmitglieder des Generalverbandes. Aus dieser Stellung des Revisors haben sich zweifellos Unzuträglichkeiten ergeben. Wenn auch nach den Aeußerungen Dr. Hildebrands ein Druck hinsichtlich der Art und des Umfangs der Revision durch den Vorstand niemals ausgeübt worden ist, so haben aber zweifellos die führenden per­fönlichkeiten des Aufsichtsrats fönlichkeiten des Aufsichtsrats- ob mit oder ohne Einverständnis des Borstandes, war nicht feststellbar in entscheidenden Augen­bliden eine wesentliche Einschränkung des Revisionsauftrages durch gefeht."

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Der Bericht des Revisors Dr. Hildebrand deckt nun schon eine Anzahl von Geschäftsverbindungen der Raiffeisenbank auf, die sich später zu den ungeheuren Berlustkonten entwickeln sollten, so die Verbindung mit 2. W. Riebe, den der Ramete- Bericht einen Glüdsritter" nennt, mit der Teich gräber 2.-G., einer typischen Inflations blüte, der Rhönbant usw. Zu dieser Prüfung sagt der Revisionsbericht:

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Die Prüfung der vorstehend behandelten Gruppe von Krediten war eine zeitraubende und unfruchtbare Arbeit, und zwar infolge des unzureichenden Attenmaterials, beffen lleberfichts­lofigkeit und unzweckmäßige Registrierung und Verwahrung."

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Der Revisor Dr. Hildebrand nimmt an, daß ihm erheb­liches Material vorenthalten sei und regt an, ihm in Zukunft das ganze Material zugänglich zu machen oder ihn von dieser Seite der Revisionsarbeit zu dispensieren".( Es jei hier gleich vorweg bemerkt, daß der vom Revisor für unmög­lich gehaltene Fall vorhanden war: es gab tein meite res Material!) Nach dem ihm vorgelegten Material faßte der Revisor das Ergebnis der Revision wie folgt zu sammen:

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,, 1. Bei der Hinausgabe einer Reihe von Krediten wurde es versäumt, die Kreditfähigkeit der Schuldner in der bei Banten sonst üblichen forgfältigen Weise zu prüfen. Bielfach sind über die Kreditfähigkeit feine Unterlagen vorhanden, in manchen Fällen nur von den Schuldnern ausgearbeitete( nicht immer von ihnen unterzeichnete) Erposés, in einigen Fällen gebruckte und für die Kreditgewährung daher unmaßgebliche Geschäftsberichte. 2. Sachverständige Geschäftsbücher und Bilanzprü fungen, wie sie die Banten in solchen Fällen von ihren Treu­bandgesellschaften vornehmen lassen, sind nicht bei den 2tten. 3. Die eingeholten Auskünfte wurden nicht nachge­prüft, ebensowenig die Angaben der Schuldner,

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Das Berliner Tageblatt" veröffentlicht in seiner Morgenausgabe einen Sparerlaß des Berliner ma­gistrats, nach den nunmehr Neubauten weder bei den Schnell­bahnen noch bei den Straßenbahnen begonnen und Erneuerungs­bauten der Verkehrsmittel nicht in Angriff genommen werden dürfen. Diese Verfügung bezüglich der Einschränkung aller nicht notwendigen Ausgaben ist, wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mitteilt, teine neue Maßnahme, fondern die Fortjehung der Beratung und Beschlüsse, die seinerzeit auf Grund der Dringlichkeitsvorlage des Magistrats vom 30. April d. J. zwischen Haushaltsausschuß und Magistrat bzw. zwischen Stadtverordnetenversammlung und Magistrat gepflogen bzw. vorgenommen wurden. In diefer Dringlichkeitsvorlage stand schon, daß keine Gewähr für die Inangriffnahme aller etatmäßig vorgesehenen Neubauten übernommen werden könne. Vielmehr wird geprüft werden müssen, ob der einzelne Bau so dringlich ist, daß er froh der Schwierigkeiten des Inlandmarktes für langfristige Anlagen unbedingt begonnen werden muß. Von den städtischen Körperschaften ist eine Cifte von Bauten aufgestellt worden, die neu begonnen werden dürfen. Wir werden in der Morgen­ausgabe noch einmal darauf zurückommen. Im übrigen ist zu dieser Sparmaßnahme grundsählich folgendes zu sagen: Durch diese einschneidenden Maßnahmen des Berliner Ma­gistrats wird die fritische Finanzlage der größten deutschen kommune bligartig beleuchtet. Dieser Magistrats­erlaß, der für den Berliner Arbeitsmartt vorläufig noch unabsehbare Folgen haben wird, ist eine Folge der privatfapitalisti. ichen Angriffe gegen die tommunale wirtschaft. Wir haben immer wieder auf die Gefahren hingewiesen, die sich aus der Anleihedrosselung für die deutschen kom­munen und ihre Wirtschaft ergeben würden. Unter der Führung des Reichsbankpräsidenten S ch a cht ist aber der Anleihebedarf der deutschen Gemeinden derart beschnitten worden, daß die deutschen Kommunen seit Jahren aus der Geldkalamität nicht mehe heraus. an den Giroverband weitergegeben wurden, liegen feine Emp gekommen sind. Der vorliegende Magistratserlaß zeigt der werk- hangsbestätigungen vor, lediglich nicht unterzeichnete Alten­tätigen Bevölkerung in den deutschen Großstädten, welche Ge- notizen. fahren die rüdsichtsloje Politif gegen die öffent­lige Wirtschaft mit sich bringt.

4. Die Fälle Riebe, Sauermann und andere stellen sich nach den Akten so dar, daß die Schuldner Aktiengesellschaften er­richteten und die Aktien als Sicherheit hereingaben. Nach dem spär­lichen Aktenmaterial kann man zu dem Schluß kommen: ein Fabri­fant, dessen Unternehmen 10 Millionen wert ist, und der weitere 5 Millionen zu benötigen vorgibt, errichtet eine Aktiengesellschaft mit 15 millionen Kapital, leiht bei der Raiffeisenbank dieses Kapital gegen faufmännischen Verpflichtungsschein, verpfändet die Aktien unter Bertaufssperre und läßt außerdem die Aktiengesellschaft für die Schuld die Bürgschaft übernehmen. Es fehlen in diesen Fällen die oben unter 1, 2 und 3 angeführten Unterlagen.

5. Berschiedentlich ist das Recht der Revision" gegenüber ver­schuldeten Unternehmungen durch die Raiffeisenbant gewahrt. Die Atten laffen nicht erkennen, ob es ausgeübt und konstituiert wurde, da die Kredite unfündbar gewährt sind.

6. Die in manchen Berträgen bedungenen Berichte über Ber­mögenslage, Beschäftigungsgrad und dergleichen fehlen.

7. Ueber die entnommenen Verpflichtungsscheine, die

8. Eine Reihe von Krediten wurde nicht frist gemäß getilgt. In einzelnen Fällen erfolgte Stundung, auch weitere

Kreditgewährung. Sind die Schuldner in der Klemme, droht deren 3ahlungsunfähigkeit? Die Aften geben auf diese Frage feine Antwort."

Der Revisor tommt zu dem Gesamtergebnis:

Die hier unter 1 bis 8 niedergelegten Jeftftellungen wären vom bant- und kredittechnischen Standpunkte ungeheuerlich und im höchsten Grade besorgniserregend.

An ihre Richtigkeit glaubt der Unterzeichnete nicht, sondern ist, der Meinung, daß nur die mangelhafte 2ttenordnung. und die Unvollständigkeit der Akten zu diesen Ergebnissen führten... Unvollständiges Material macht aber die Revision zu einer Farce."

Der Bericht der Untersuchungskommission von Kamete sa bemerkt zu diesen Säzen:

,, Die Ergebniffe find so schlimmer Art, daß Dr. Hildebrandm selber nicht an sie glauben will und den Grund in der Unvoll­ständigkeit des Attenmaterials sieht. Wie es aber die Folgezeit ergeben hat, war im wesentlichen der Zustand tat­fächlich so. Bollständiger als damals ist das Aften- und das Unterlagematerial beim Zusammenbruch auch nicht gewesen. Die damals offenbar schwerwiegenden Mängel wurden nicht beseitigt, fondern traten späterhin noch in verstärktem Maße hervor."

Im zweiten Teil seines Berichtes ging Dr. Hildebrand auf die sogenannte Kontrollabteilung ein und hob als beson­deren Mangel hervor, daß diese Abteilung keine Möglichkeit habe, ihre Prüfungstätigkeit auch auf die Buchhaltung zu erstrecken, obmohl der Leiter der Kontrollabteilung, Diref= tor Kunz, wiederholt und dringend auf die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieser Maßnahme hingemiesen hatte. Der. Revisionsbericht von Kamete sagt hierzu:

Bu einer enderung dieses Zustandes fonnte sich aber der Borstand weder durch die Feststellungen des Revisionsberichts, noch durch die Forderungen des Abteilungsdirektors Kunz entschließen, zumal der damals anscheinend allmächtige Chef der Buchhaltung, Büchen , bei solchen Gelegenheiten mit feinem Rücktritt drohte..." zumal der damals anscheinend allmächtige Chef der Buchhaltung,

Generalrevisor Dr. Hildebrand einen pollendeten Schweine­Also schon im Juli 1922 hatte die Revision durch den stall aufgedeckt. Der Bericht von Kameke bezeichnete Hilde­brands Revisionsbericht als ein eindringliches Warnungs­fignal".

,, Was aber geschah auf diesen Bericht hin? Nichts!" Die damals offenbar schwerwiegenden Mängel wurden Fünf Jahre später stellt der Bericht von Kamete fest: nicht beseitigt, sondern traten später in noch ver­stärktem Maße hervor." Doch halt! Etwas geschah. Dem Generalrevisor Dr. Hildebrand wurde die weitere Re= vision der Raiffeisenbank verboten!

Politisch zurückgeblieben.

Bauernparole: Was geht uns Deutschland an? Kiel , 5. Dktober.( Eigenbericht.)

Der schleswig- holsteinische Bauernbund, die maßgebliche Ber tretung der Landwirtschaft in der Nordmart, erläßt eine Stund­gebung, die ein seltsames Gemisch von politischer Romantit und Ablehnung einer terroristischen Bolitik ist. Der Bauernbund bekennt sich rückhaltlos zu dem Seibst verwaltungsgedanken, weil diefer altgermanischen Ursprungs ist 3u dem gegenwärtigen Staat, der Bureaukratie und des Barteiis mus" habe er fein Bertrauen, aber er lehne mit aller Entscheidenheit jede terroristische handlung ab. Diese seien nur geeignet, die schwierige Lage des Boltes zu per­schlimmern. schlimmern. Der Bauernstand verbitte sich auch die Cinmischung beimatfremder Elemente, in die Entwicklung des schleswig­holsteinischen Bauernstandes. Er lehnte eine Führung ab, die weder Berantwortung trage, noch flare Biele und schöpferische Leistungen für den Bauernstand aufweisen kann.

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Aus diesen verschwommenen romantischen Gedanken spricht der absolute Mangel an Staatsgefühl: pas geht uns Bauern Deutschland an, das soll seine Lasten selber tragen und feine Sorgen dazu mir Bauern wollen Selbstverwaltung", will jagen, die Loslöjung aus der Schicksalsgemeinschaft des deutschen Balkes.