Beilage
Freitag, 18. Oktober 1929
Der Abend
Spalausgabe des Vorwane
Spitzel der Kaiserzeit!
Aus den Geheimakten der Polizei
In der Werbewoche werden die Genoffen aufgerufen, um neue Kämpfer gegen die letzten Reste des Obrigkeitsstaates und für den demokratischen Sozialismus zu gewinnen.
Man kann sagen: die Preußische Polizeispielzentrale in Ber :| das Leben Sr. Durchlaucht planen., Den Unterredungen mit lin wurde ein deutsches Zentralinstitut. Ein wichtiger Anarchisten hätte er entnommen, Schritt zur nationalen Einheit war getan, gewiß, in dem Sinn
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Die alte preußische Monarchie bäumte sich mit allen ihren Heinrich Heines , der vom nationalen Zuchthaus und von der geautoritären Machtmitteln gegen eine planvolle gesegliche Umformeinsam benutzten Peitsche singt. Es ist bezeichnend, daß sich selbst mung der Gesellschaft im Geiste einer politischen und wirtschaftlichen der Polizeidirektor von München an den Berliner Polizeipräsidenten Demokratie auf. Sie erfand das„ Polizeigesetz" gegen den Umwandte, um Georg von Vollmar 1883 für den Inhalt des sturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung. Sie stellte viel verfolgten ,, Sozialdemokrat" verantwortlich machen zu können. die Sozialdemokratie außerhalb des Gesetzes und raubte ihr in Leider mußte der ewig polizeidiensteifrige Polizeipräsident feine brutaler Weise die politischen Rechte. Den ausgedehnten, skrupellos staatsrettende Hilfe versagen. Beweise, die zur Produktion vor arbeitenden Spigelapparat der Politischen Polizei Gerichten geeignet sind", fonnte er gegen Vollmar nicht erbringen, seine Beweise waren aus vertraulichen Quellen" geflossen, deren spielte sie gegen die erstartende sozialistische Arbeiterschaft aus. Kompromittierung bei der Verwertung unvermeidlich" gewesen måre.
Wie die Politische Polizei entstand
Die Entwicklung und Zentralisation der Politischen Polizei in Deutschland hängt eng mit dem Kampfe der preußischen Regierung gegen die deutsche Sozialdemokratie zusammen. Selbstverständlich ist die Politische Polizei nicht erst in dem bewegten sozialistengesetzlichen Kampfesjahr 1878 geschaffen worden, denn in der„, Dema= gogen" zeit erlebte sie bereits eine sehr bedenkliche, nach übelster politischer Korruption riechende Schwindelblüte; jedoch mit der staatlich inszenierten Sozialistenhay dehnte und verstärkte sie ihre organi satorische Grundlage fast sprunghaft. Schon in ihren Anfängen wird die Politische Polizei von der Kriminalpolizei scheel angesehen, die fast eine moralische Bloßstellung durch eine bloße Berührung mit ihr befürchtete. Im Jahre 1820 bemerkte bereits Grävel in seiner Schrift: Ueber höhere, geheime und Eicherheitspolizei:
„ Wer es nur wagt, von der Politischen Polizei als von einer nühlichen oder notwendigen Einrichtung zu reden, von dem werden die Stühle als von einem gefährlichen Menschen abgerüdf, und das fröhlichste Gespräch einer Gesellschaft stoďt
bei der bloßen Benennung der Politischen Polizei!" Der fotige Unrat der Reaktionsperiode von 1849 bis 1858 düngt das unsaubere Erdreich, auf dem in Preußen die Politische Polizei emporwuchs, in ganz überreichlichem Maße. Der Prozeß Walded, die Ladendorff ,, Berschwörung", der Kölner Kommunistenprozeß, jie beleuchteten tageshell die dunklen Machenschaften eines verbrecherischen Lockspieltums.
Nach den Schüssen Hödels und Nobilings 1878 unternimmt der preußische Minister des Innern in engerer Gemeinschaft mit dem Berliner Polizeipräsidenten G. von Madai einen umfassenden Aus- und Umbau der Politischen Polizei. Der Bauplan selbst ist wohl von Madai ausgegangen.
Der Minister des Innern Eulenburg und der Polizeipräsident Madai scheinen bei ihren Maßnahmen start durch den Spizel bericht des Oberst Wolff, eines ehemaligen Sekretärs Mazzinis, beeinflußt zu sein. Wolff sprach in seinem an den Londoner Botschafter, den Grafen Münster, gerichteten Spitzelbericht von einer Aktionspartei" der Internationalen, von der die Attentate auf den deutschen Kaiser ausgegangen seien.
Am 15. Juni 1878 schrieb Wolff, der zu den Mitbegründern der Internationale zählte, aber nach dem Scheitern der Geheimbundspläne Mazzinis in eine heftige grundsätzliche Gegnerschaft zu Karl Marg getreten war, folgende Zeilen an den Botschafter Münster :
,, Ohne von den Mordrersuchen zu sprechen, die dem Fanatismus einzelner Jifdividuen entspringen und deshalb nicht syfte. matisch gespürt werden können, ist es von Bedeutung, daß der Grundsaz des Königsmordes ein von der Aktionspartei anerkannter und als höchst verdienstlicher angesehen ist.... Es ist deshalb pen Wichtigkeit, daß die in der Internationale eingebürgerte Aftionspartei aufgefunden und überwacht werden fönne: und dieses wird bedeutend schwieriger, menn die Regierung gegen die Internationale im allgemeinen verbietende Maßregeln perfolgt. Es ist ebenfalls eine Tatsache, daß selbst diejenigen, melde, ohne mit anderen zu konspirieren, aus eigenem Antriebe einen Königsmord anzielen, immer vorher mit einigen Leuten dieser Partei sich hierüber besprechen...
Oberst Wolff gibt dann als Zentren der aktiven Partei" Paris , Genf , Prag und Wien an.
In fast allen europäischen Hauptstädten setzte nun die polizeiliche Suche nach der aktiven" Partei ein, die mit dem Attentäter Nobiling in Verbindung gestanden haben fönnte. Der ganze Aufwand an Liebesmühe der Polizei war aber umsonst. Von den be= Spigelten Revolutionären des Auslandes leitete keine Fährte zu Nobiling hinüber. In der neu ausgebauten Organisation der Politischen Polizei ftand aber der Sicherheitsdienst für den Kaiser und die übrigen Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften" an erster Stelle. Dann folgte als nächste Aufgabe der Politischen Bolizet die Ueberwachung der„ Umtriebe der Sozialdemokratie und des Anarchismus".
In einem vertraulichen, vom 5. September 1878 datierten Erlag an die Regierungspräsidenten und Landdroste hielt es Graf Eulenburg für erforderlich, daß der Berliner Polizeipräsident fich mit den Polizeibehörden der größeren Städte in direkte Beziehung" fegte, fie behufs Beschaffung der ihm erforderlichen Nach richten" ,, requirierte" und von ihnen, auch ohne besondere Requifition", dirette Mitteilungen über alle, das Gebiet der Politischen Bolizei" betreffenden Wahrnehmungen erhielt. Der Berliner Polizeipräsident wurde seinerseits mit der Berichterstattung über die allgemeine Lage der sozialdemokratischen und sozialrevolutio nären Bewegung an die vorher genannten Organe beauftragt. Der preußische Minister des Innern Butttamer erstreckte dann am 21. März 1883 die Pflicht der Berichterstattung an das Berliner Polizeipräsidium auch über die größeren Städte mit fommunaler Polizei: so auf Brandenburg , Liegniz, Erfurt , Halle, Har burg , Altona , Kiel , Dortmund , Bochum , Barmen, Elberfeld und Essen. Außerdem wurden sämtliche Landräte nach einem Erlaß Buttkamers verpflichtet, Berichte an die Berliner Politische Polizeizentrale zu fenden.
Die Bezahlung der Spitzel
Die Sozialdemokratie hat die Mittel der Polizei, die zu ihrer Niederhaltung oder gar zu ihrer vermeintlichen Bernichtung eingesetzt wurden, vielfach überschäzt. Im Jahre 1882 gab der Ber liner Polizeipräsident für die sich außerhalb Deutschlands betätigenden Polizeispizel( Vertrauensmänner) 39 444,78 Mart aus. An die außerhalb Berlins spigelnden Polizeiagenten 8700 Mart. An die erstgenannten Spigel für Reisen und andere Unfoften 2691 Mart, an die zweite Kategorie von Agenten 1000 Mart. Die festbesoldeten Berliner Spigel wurden mit 90 bis 150 Mart pro Monat abgefunden. Ihre Gehälter nebst den Remunerationen der vorübergehend angestellten Agenten, die Ausgaben für einzelne Nachrichten und Dienstleistungen des Publikums" brauchten 10 637,50 Mart auf, an Auslagen beanspruchten die Beamten der Polizei 2450 Mart. Zu diesen Kosten gesellten sich die Aufmen dungen für Zeitungen, Photographien, Broschüren 1592,95 Mart, und für„ Dienstreisen" 2690,82 Mart. Im ganzen summierten sich die Ausgaben für das Agenten mesen der Politischen Polizei auf 69 219,30 Mart. Mit Einschluß von Dienstaufwandgeldern" für 18 bei der Politischen Polizei beschäftigte Schußleute betrug der Etat diefer Polizei 75 699,30 Mart. Man tann nicht be
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haupten, daß die Politische Polizei in Berlin Judasdienste glänzend bezahlte. Unterhielt sie doch 2 Agenten in Paris , 3 in London , 2 in Genf , 2 in Zürich , 1 in Bern, 1 in Brüssel , 1 in New York , 1 in Leipzig , 1 in Magdeburg , 1 in Hamburg ( resp. in der Rheinprovinz ).
Ihre Tätigkeit
So
daß Tausende von Höllenmaschinen über den Ozean transportiert
würden.
Da ging nun der wadere Uhrmann mit sich selbst zu Rate. Er fragte sich: Wo können denn soviel Maschinen ohne Aufsehen an gefertigt werden? Er horchte und hörchte herum. Und da ward ihm endlich von den Anarchisten die Antwort: Das lassen wir nur unsere Mitglieder im Geheimbund wissen. Uhrmann brauchte nun Geld, vor allem Geld für seinen Beitritt zum anarchistischen G heimbund. Er will aber nicht nur über die Bomben und Höllenmaschinenfabrikation berichten, sondern selbst Bomben her. stellen.
Der deutsche Gesandte in Washington , von Aldensleben, der eigens beauftragt ist, mit dem grundverlogenen und verbreche rischen Uhrmann zu unterhandeln, berichtet nach Berlin über diesen: Als einen Erfolg in letter Beziehung führt er( Uhrmann) die Tatsache an, daß es ihm nunmehr möglich sein würde, sich an der Berfertigung von Dynamitbomben zu beteiligen, varaus gefeßt, daß er die Zusicherung gesandtschaftlichen Schußes gegen die etwaigen gefeßlichen Folgen dieses Tuns erhalten würde.
Ich habe ihn darauf durch die Vermittlung des Kaiserlichen Konsulats in Philadelphia über die Unmöglichkeit belehren laffen, ihm eine solche Immunität zu verschaffen, unter dem Hinzufügen, daß die Ergebnisse seiner Tätigkeit nach meiner Ueberzeugung feinen Grund darböten, auf seine weittragenden Pläne einzu gehen.
Eine ganz merkwürdige Antwort eines Gesandten auf das Anerbieten eines Lodspizzels, Bomben herzustellen! Uhrmann erhielt im Mai 1885 seine letzte Vergütung von der Politischen Polizei.
Jagd auf Attentäter
Auf einer stürmischen Jagd auf Attentäter ist der ehemalige österreichische Feldwebel Ferdinand Kepp begriffen. Er fabelt von Attentaten auf Bismard und den österreichischen Kaiser. In
einem Brief an Bismard behauptet er, alle verbrecherischen Anschläge in Desterreich gingen von amerikanischen Anarchisten aus. In diesem Punkte stieß er aber hart mit dem Berliner Polizei präsidenten
zusammen, der einen Romplicen der anarchi. stischen Raubmörder Kammerer und Stellmacher, den Schreiner Schröder Brennwald, unter seinen spijelnden Vertrauensmännern" in Zürich zu fizen hatte. Der Berliner Polizeipräsident berichtet nämlich:
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,, Die Behauptung, daß die bisherigen Unternehmungen der Anarchisten in Desterreich in Amerifa geplant seien und daß überhaupt von Amerika die Direktiven gegeben werden, stimmt nicht mit den Informationen überein, die mir aus Anlaß der Fälle Rammerer und Stellmacher auf vertraulichem Wege aus der Schweiz zugegangen find."
Die wirklichen Dienste der Polizeispitzel sind sehr ungleich zu bewerten. Mitunter gelang es der Polizei, ihre Vertrauensmänner in die sozialdemokratischen Kongresse zu entsenden. erstattete der Berliner Delegierte Heufelder bei der Polizei einen eingehenden Bericht über den Verlauf des Wydener Kongresses. lleber den St. Galler Rongreß 1887 mar die Polizei fehr gut informiert. Sie ermittelte schon vor der Eröffnung des Kongresses die Namen der in Berlin gewählten Delegierten: Werner, Schippel und Glode. Ein Polizeiagent nahm an den Verhandlungen des St. Galler Kongresses teil. Er beigungen der Stellmacher und Kammerer teilgenommen. Er war im merkte, daß es verpönt mar, während der Verhandlungen Notizen zu machen, und daher könnte diese oder jene Position in seinem Bericht Irrtümer enthalten.
Er zeichnete die Rede Theodor Gloces, des jehigen Verlagsdirektors des„ Borwärts", auf, der sich für eine allgemeine, nicht mehr örtliche Organisation des Unterstützungswesens aussprach, und er nannte den Namen, den sich Glocke beigelegt hatte: Georgi.
Er erwähnte, daß der Presse durch Heinrich Braun Nach richten über den St. Galler Kongreß zugingen, die die 3ensur August Bebels passiert hatten.
Mitunter logen die auswärtigen Polizeiagenten in ihren Be richten das Blaue vom Himmel herunter. Als sich Georg von Bollmar verlobte, maren sie über seine Braut gar nicht informiert. Diese mar bisher nur in den Kreisen der nordischen Intelligenz bekanntgeworden und stand der sozialdemokratischen Arbeitermassenbewegung völlig fern. In der politischen Berjonalatte Vollmar befinden sich aber diese Berichte über Julie Kjellberg:
Bollmars Braut ist in der ganzen internationalen Arbeiterbewegung, besonders bei den revolutionären Kornphäen Frant reichs, Englands, Dänemarks und Desterreichs bekannt. In Deutschland wurde sie schon vor dem Sozialistengefeß unter dem Namen die internationale Jule" genannt.
Julie Kjellberg will an dem Kommuneaufstand als Mädchen unter fremden Namen teilgenommen haben und dann geflohen Jein. Sie führt intime Korrespondenzen mit Rochefort und ande. ren Agitatoren und befördert die wichtigste Korrespondenz mit der internationalen Liga.....
Die Berlobung Vollmars ist Tatsache Die Schwedin ist 31 Jahre alt, etwas exaltiert und hat nach Aussage Singers, der fie persönlich kennt, 200 000 Reichstaler Bermögen. Einen Teil desselben wird sie an ihrem Hochzeitstage der Partei opfern..
Die Verlobte Bollmars, Julie Kjellberg, foll gräflicher Ab. stammung sein und ein Schloß in Schweden befizen, Sie hat durch Bollmar der Partei anbieten laffen, für einen eventuellen Rongreß der deutschen Sozialdemokraten einen großen Dampfer zu mieten und denselben der Partei zur Verfügung zu stellen, so daß der Kongreß auf hoher See abgehalten werden kann.
Diese Lügerei der Geheimagenten der Politischen Polizei war noch relativ harmlos. Sie hatte gar zu kurze Beine und stolperte schnell über diese. Gefährlicher war schon die Berichterstattung der Agenten über geplante Attentate, weil durch diese Berichte mitunter ganz harmlose Menschen in langwierige Untersuchungen verwickelt wurden. In Amerika mar vorübergehend en Schlossermeister Martin Uhrmann aus Philadelphia von der Politischen Polizei beschäftigt. Am 4. März 1884 schrieb er an Bismard, daß die Anarchisten einen schredlichen Anschlag auf
Schröder Brennwald hat an den verschwiegenffen Geheims
Besitz von Dynamit und hat zeitweilig Gelder für den Drud der anarchistischen Freiheit" vorgeftredt! Üm die Jahreswende 1887/88 wurde Schröder im ,, Sozialdemokrat" ais 2odspiel emt. Iarpt.
Mit großen Enthüllungen über geplante Attentate und über verbrecherische Anschläge auf die Siegessäule in Berlin trat der Spigel Eugen Sidinger, genannt Eugen Werner, hervor. Diese Enthüllungen" wurden nachgeprüft, und es fonnte nur festgestellt werden, daß während des Aufenthalts Sidingers in New York von dortigen Anarchisten über Attentate geschwätzt worden sei, die wohl in Deutschland ausgeführt werden müßten.(!)
Im Attentatenschwindel machte besonders heftig der Polizeiagent Theodor Reuß , der den kühnen und selbstlosen Anarchisten John Neve an den Berliner Polizeirat Krüger ausliefern half. Neve murde unter Verlegung des Völkerrechts von Belgien nach Preußen gewaltsam abtransportiert. Reuß hat später seinen schurkischen Judasdienst abgeleugnet und dem Bor märts ", ber ihn als gemeinen Verräter und Polizeispion brandmartte, mit einem Prozeß bedroht. Der Beweis über die Spigeltätigkeit Neves ist nun flipp und flar in den Akten des Berliner Polizeipräsidiums enthalten.
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Theodor Reuß wurde nach der Ermordung des Polizeirats Rumpff in Frankfurt am Main nach London von dem Polizeirat Krüger gesandt, um dem Mörder oder dem intellektuellen Urheber des Anschlags auf Rumpf nachzuspüren. Reuß hat niemals den wirklichen Mörder Rumpfs ermittelt.
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Der Schuhmacher Lieste wurde zwar als vermeintlicher Mörder Rumpfs hingerichtet der wirkliche Mörder aber soll noch im Auslande leben, wie mir von zwei glaubwürdigen und absolut zuverlässigen Männern versichert worden ist.
Theodor Reuß wurde unter Mitwirkung des gut informierten Polizeiagenten Mag Trautner als Polizeispiel öffentlich bekannt gegeben. Er mußte sein Gewerbe aufgeben, und bombardierte nun das Auswärtige Amt, das preußische Ministerium des Innern und das Berliner Polizeipräsidium mit Gesuchen um eine staatliche Anstellung. Er spielte fich als Schutzengel dreier Kaiser vor den Attentatsanschlägen John Neves aus.
In einem Immediatgesuch an Wilhelm II. bezeichnete sich Reuß förmlich als Erretter Wilhelms I., Fried. richs IlI., Wilhelms II. und Bismards, denn er habe die Seele und das Haupt der ganzen Mörderbande"( gemeint ist John Neve) der„ irdischen Gerechtigkeit" ausgeliefert.
Dieser Schwindel ging doch dem Berliner Polizeipräsidenten wider den Strich. In einem Bericht vom 9. Juli 1890 führt der Polizeipräsident aus: Reuß überschäzte" seine Dienste, und ins besondere sei feine Angabe, er habe die Verhaftung Neves gerade zu einer Zeit ermöglicht, als dieser einen großen Anschlag auszuführen im Begriff gestanden habe, unbewiesen geblieben".
Die hier angeführten Tatsachen beweisen, welche Subjette um Dienste der Politischen Polizei standen, um den Emanzipationsfampf der arbeitenden Klasse niederzuhalten.