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Die Frauen auf dem Posten!

Ein Appell: Stimmt für Liste 1! Wählt sozialdemokratisch!

Ein milder, fonniger Herbstfonntag, ein Tag, an dem manche Arbeiterfrau, manche Funktionärin der Sozialdemo. fratischen Partei denten mochte: Heute möchtest du noch mal mit deinem Mädel, deinem Jungen heraus aus dem Stein­meer der Großstadt in die Umgegend, in die Natur! Es ging nicht: Unsere sozialdemokratischen Frauen hatten aus Anlaß der Kommunalwahlen am 17. November die Funktionärinnen zu einer lehten Beratung zusammen­gerufen, und Saal und Tribünen des ehemaligen Herren­hauses waren überfüllt.

Unsere Arbeiterfänger von Fichte Georgia" leiteten die Tagung ein. Erwache Bolt, erwache!" Zur Sonne, zur Freiheit!" Genosse Künstler begrüßte im Namen der Sozialdemokraten von Berlin- Brandenburg die Genoffinnen mit den Worten: Eine Frauentagung der Berlinerinnen ist feine Tagung der Frauen allein, sondern eine Tagung von größter Wichtigkeit für die Gesamtpartei. Der Einfluß, den die Frauen in unserer Partei haben, wird sich auch bei den Kommunalwahlen für uns auswirken." Genoffin Weyl berichtete über die sozialen Ein richtungen der Stadt Berlin . Es ist eine Tragit," so sagte fie ,,, daß mir Sozialisten noch heute uns bei unserer Sorge für die Armen, für die Wöchnerinnen, für die Proletarierfinder zu allzu großem

Teil auf private und tirchliche Bereinigungen und Institute stützen müssen.

Wir leisten, was wir können, um die Wohlfahrt unter den Einfluß und unter die Gewalt der Kommune zu bringen. Nur allzu oft fehlt es uns am nötigen Gelde. Trotzdem sind wir vorwärts gekommen.

Der Ausbau der Wöchnerinnenfürsorge hat sich ebenso wie die Hauspflege, die wir für Wöchnerinnen geschaffen haben, als außerordentlich segensreich erwiesen. Die Alters- und Rentnerheime sind erweitert, den Erwerbslosen suchen wir mit allen Mitteln Beschäftigung zu geben. Bei der Betreuung der Geschlechtstranten ist es der Sozialdemokratie gelungen, für die so notwendige Absonderung der Jugendlichen zu sorgen. Ich sage ganz offen, es ist noch lange nicht genug, wir möchten doppelt so viel schaffen und noch mehr. Aber trotzdem fönnen mir es aussprechen: wir haben erfolgreich für die Durchfegung der Wohlfahrt mit sozialistischem Geiste gewirkt. Einst, unter dem Kaiserreich, war beispielsweise die Verschidung von Großstadt tindern aufs Land eine private Angelegenheit, eine Frage des Geldbeutels. Heute arbeiten wir systematisch darauf hin, daß jedes bedürftige Kind einmal im Jahre auf einige Wochen heraus­tommt aufs Land. Fünfzehntausend Kinder bemuzen täglich die von uns geschaffenen Außenspielpläge. Unser Kinderhotel meist 400 Betten und 200 Notlager auf und wird von 36 000 Kindern im Jahre benutzt. Wir haben 83 Jugendheime, aber wir möchten 150 haben. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß wir fo start find, unsere ganzen großen und weitgehenden Wünsche in Wohlfahrts- und Jugendfragen durchzusetzen."

In der Diskussion sprach Genossin Dr. Frankenthal über das Gesundheitswesen. Der Dezernent im Rathaus, Herr v. Dry galsti, hat einen Aufruf unterzeichnet mit der Mahnung Schafft evangelische Krantenhäuser!" Wir rufen: Schafft städtische Krantenhäuser! In einem besonderen Referat behandelte Genosse Stadtrat Reuter die Verkehrsfragen. Mit Stolz fönnen mir auf die grundlegenden Aenderungen der Nachkriegszeit bliden. Unter dem Kommunalfortschritt war Berlin vor dem Kriege besonders rüd ständig, unter dem Einfluß der Sozial­

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demokratie ist es heute besonders fortschrittlich. Bir Sozialdemokraten waren die Befürworter Groß- Berlins, die Kämpfer für die einheitliche Verwaltung. Preise und Löhne in den städtischen Verwaltungen sprechen für unsere Arbeit. Unsere Berkehrswirtschaft sucht ihresgleichen in der Welt.

Bor dem Kriege bevorzugte man die Billenbezirte des Weffens, heute bevorzugen wir bei Verkehrserneuerungen die Arbeiter­

quartiere.

Die Grundlage unserer Kommunalwirtschaft ist absolut gefund und intakt. Arbeiten wir auf dieser Grundlage weiter! Genoffin Todenhagen wies auf die Tätigkeit der Arbeiterwohfahrt hin und verlangte ein enges Zusammenarbeiten zwischen Reich, Land und Kommune. Genoffin Fröhbrodt von der SAJ. verlangte mehr Jugendheime und Jugendherbergen, die Schaffung einer Groß­jugendherberge und größeren Einfluß in fommunalen Angelegen beiten. Genoffin Weyl antwortete ihr in ihrem Schlußwort: Auch wir Aelteren fühlen uns noch jung, Arbeit für die Arbeiter. haft hält jung. Wenn es noch nicht überall so aussieht, wie wir wünschen, so sind wir doch stolz darauf, daß gerade in den proletarischen Bezirken sich so vieles geändert und ge beffert hat.

Genoffin Kern sprach über Fragen der Organisation und Agitation. Der weibliche Mitgliederstand der Partei in Groß- Berlin ift erfreulich. Die Werbewoche 1928 brachte 834 Neuaufnahmen Don Frauen, bis jetzt verzeichnen wir für die Werbewoche 1929 bereits 839 Frauen, es stehen aber noch Berichte aus, so daß wir bestimmt mit

900 Neuaufnahmen von Frauen in unserer diesjährigen Werbe­woche

aber

rechnen können. Am 1. Oktober 1928 zählten wir 13 484 weibliche Mitglieder, am 1. Oftober 1929 beträgt die Zahl 15 871. Das be deutet eine Steigerung um 18. Prozent. An der Spize marschieren Zehlendorf , Treptow und Kreuzberg , auch die anderen Bezirke haben sehr gut gearbeitet. Genossin Kern gab sodann einen furzen rückschauenben Ueberbiid über die Ver­anstaltungen der Berliner sozialdemokratischen Frauen im Berichts­jahr. Noch einmal appellierte sie an das politische Pflichtgefühl der Frau aus der Arbeiterklasse, das sich gerade bei den Kommunal­wahlen wiederum zeigen und bewähren müsse. Ueber 50 Prozent der Berliner Wählerschaft sind Frauen. Allzu viel Frauen aber stehen noch abseits von uns, allzu viel Frauen vornehmlich auch aus ben schaffenden Bevölkerungsschichten! Sie zu gewinnen, ihre Stimmen am 17. November der Liste 1, der Sozialdemo= tratie, zu sichern, das soll unsere Arbeit sein!

Ungetreue Steuerbeamte.

Frauen und Gewerbetreibende um Darlehen beschwindelt.

Liegnitz , 3. November.

Dor

Wie erst jetzt befannt wird, hat man bei der Liegnizer städtischen Steuerverwaltung Zeit einiger größere Unterschlagungen aufgedeckt. Der Steuerfassen inspektor Eitner, der bei der Steuernebenstelle Cathaus angestellt war, wurde im Zusammenhang mit dieser Unterschlagung vor etwa 14 Tagen verhaftet. Er hatte es verstanden, bei Hausfrauen und Gewerbetreibenden erhebliche Darlehen zu erschwindeln, die insgesamt 6300 m. ausmachen. Die eingezogenen Steuerbeträge hat Eitner als bereits an die Kaffe abgeführt, verbucht, während er fie in Wirklichkeit für sich behielt. Weiter hat er unbefugt Raffenquittungen an Steuerfdyuldner ausgegeben. Die Gelder, die er auf diese Weise erbeutete, belaufen sich auf etwa 6000 m. Die Gesamtfumme der unterschlagenen Gelder beträgt ungefähr 12 000 m. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

BUND­

FUNK

AM ABEND

Montag, November.

Berlin .

16.05 Marcuse : Der Sternhimmel im Monat November.

16.30 1. Beethoven: Sonate G- Dur, op. 96. 2. Brahms: Sonate G- Dur, op. 78. ( Hedwig Faßbaender- Rohr, Violine; Dr. Hanns Rohr, Flügel.) 17.30,, Tank verteidigt sein Leben." Roman von Friedrich Wolf , Bruchstücke ( gelesen vom Verfasser).

18.00 Lieder von E. J. Wolff, N. Medtner , Gretschaninow , Tschaikowsky ( Else Jörn, Sopran; am Flügel: Seidler- Winkler).

18.25 Ministerialrat Dr. Feßler: Volkswirtschaftliche Tagesfragen.

18.45 Konrad Conradus: Eindrücke von einer Fahrt durch das Räumungsgebiet. 19.10 Unterhaltungsmusik.

20.30 Programm der Aktuellen Abteilung.

20.50 Hotel Kaiserhof: Unterhaltungsmusik.

21.10,, Lebendige Dichtung." Ein Querschnitt.( Mitw.: Lotte Lenja, Walter Franck .)

22.30 Funk- Tanzunterricht.

Anschließend Tanzmusik. Während der Pause Bildfunk. 23.45 Sechtstagerennen,( Uebertragung aus dem Sportpalast.) Königswusterhausen.

17.30 Prof. Sachs: Religiöse Kultmusik. 18.00 Dir. Bäuerle: Geschichte des freien Volksbildungswesens. 18.30 Englisch für Anfänger.

18.55 Dr. Blohm: Arbeitsleistung und Maschinenanwendung in der nordamerika­nischen Landwirtschaft.

19.20 Maurermeister Arendt: Das Baugewerbe. 20.00 Alsberg : Aus der Werkstatt des Verteidigers. 20.30 1. Ravel: Sonatine. 2. Debussy : a) La Puerta del Vino; b) Ondine; c) Minstrels( Franz Josef Hirt , Flügel). 21.00 Märsche.

In ihrem Schlußwort sprach unter stürmischem Beifall die Vor­sitzende Genossen wurm noch einmal die feste Zuversicht aus, daß es am 17. November vorwärts gehen, daß es flappen wird. Die Sozialdemokratie und in ihr nicht zum wenigsten die sozial Berantwortl, für bie Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin ; Unzeigen: Th. Glode, demokratischen Frauen stehen im Rampf. Sie werden diesen Kampf erfolgreich bestehen.

Mit einem Hoch auf die Partei und im gemeinsamen Gesang der Internationale schloß die Veranstaltung. Csip and

Wetter für Berlin : Nach flarer und sehr falter Nacht am Tage langjame Bewölkungszunahme und später wieder Neigung zu Niederschlägen. Für Deutschland : Nach verbreiteten Nachtfrösten in Nordwest. und Mitteldeutschfand wieder langfame Eintrübung und auftommende Niederschlagsneigung, im Süden und Often auch tagsüber noch ziemlich heiter.

Volksbühne Theater am Bülowplatz

8 Uhr

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Staatl. Schiller- Th.

8 Uhr

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20 Uhr

Montag, 4. 11. Städt. Oper

Bismarckstr.

19% Uhr

Geschlossene

Tosca Vorstellung

Staats- Oper Staatl. Schauspb.

Am Pl.d.Republ.

Vorst. 76

191 Uhr

am Gendarmenmarkt

R.-S. 57

20 Uhr

Weh' dem

Freischütz der lagt

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