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Prämie für Aufruhr.

Das Urteil von Neumünster : Nur einige Wochen Gefängnis

Jm Neumünffer Bauernprozeß wurde am heutigen Dienstag vormittag folgendes Urteil gefällt: Es wurden ver­urteilt: Walter Muthmann wegen zweimaligen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 1 Monaf Gefängnis, Adam Roß wegen einmaligeu widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 3 Wochen Gefängnis, Martus Thieß wegen Widerstandes und Körperverlehung zu 2 Wochen Gefängnis, mag Best man mird freigesprochen, Rudolf Jens wegen Beamtenbeleidigung zu 50 Mart Geldstrafe(!!) verurteilt. Johannes Hell wird freigesprogen Rachdem der Staatsanwalt gegen den Haupttater Muthmann fünfpiertel Jahr Gefängnis, gegen die übrigen Beteiligten ent­sprechende Freiheitsstrafen beantragt hatte, mutet das Urteil außer. ordentlich milde an. Man darf auch ohne meiteres sagen: hätten sich etwa Industriearbeiter in dieser Weise gegen die Monate Gefängnis erhalten, wie die Bauern von Neumünster Bolizei zusammencerottet, fo hätte jeder von ihnen dreimal soviel Wochen. Auch die größte wirtschaftliche Notlage wie Arbeitslosig. feit, Aussperrung usw. mürbe nichts daran geändert haben, daß die gesamte Rechtspreffe über die Betreffenden als Mob" und Jan bagel" hergezogen wäre und so das Gericht zuungunsten der Ange flagten beeinflußt hätte. Sobald es sich aber um Rechtsradikale handelt, dann ist es ganz etwas anderes! Die Wilde erscheint um so auffälliger, als der Hauptverurteilte Muthmann gleichzeitig einer beram meisten belasteten Bombenleger ist. Er gehört nicht etwa zur eingefeffenen Bevölkerung, sondern ist einer jener Landsknechts- Desperados aus dem Ehrhardt- Kreise, die jedes Feuer in der Landbevölkerung schüren, um ihr eigenes Süppchen daran zu wärmen.

Privat

wirtschaft

Bürgerliche Methode.

ELEKTRIZITATSWERDE Verkehr

Gas­werkt

Wenn ich dem Bären den Honig meiner Wahlver prechungen hintalte, vergißt er vielleicht seine Wachsamkeit und läßt mich an die öffentlichen Betriebe ran."

Die idiotische Heeresleitung.

Langemard im Lichte der Strategie.

J

Bon der Langemard Feier im Sportpaloft weiß Hugenbergs 2... unter anderem zu berichten:

..Generalleutnant a. D. von Altro schilderte danach. als Militärhistoriker diese heldische Todesepisode der Studentenregimenter non Langemard und pern, diese schaurige Episode, die Wendepunkt der Kriegführung, die wenn man so lagen darf der Geburtstag der Materialschlacht war. Und die unferen ganzen Offiziersnachwuchs mit einem Male hinweg: affte."

Eine Heeresleitung, die ihren gesamten Offiziersnachwuchs sinnlos als Kanonenfutter abschlachten läßt, verdient zum min deften idiotisch genannt zu werden. Merken die Rationalisten gar nicht, daß fie, je brünstiger fie den Langemard Stultus treiben, često schärfer die totale Unfähigkeit einer dreimal heiligen Dersten Heeresleitung an den Branger stellen?!

Theater Mufifilm.

Bom Teufel geholt."

Komödie.

Diese Neuinszenierung Reinhardis gehört zu den besten Aufführungen der Saison. Das Wunderbare an Regie, Bühnenbild foll hier Hamsun gespielt werden. Und es wird Hamsun gespielt. und Spiel ist, daß hier tein Theater im Theater gemacht wird. Es Denn es ist in letzter Zeit Mode geworden, Autoren und ihre Stüde nur der neuen Auffassung wegen mieder auf den Spielplan zu bringen, nur um zu zeigen: Hallo, tommt alle in mein Theater, denn ich bringe das Besondere Don Carlos als Jazz Revue, mit Songs" natürlich.

jeiner Anlage unterscheiden lassen, sein Reichtum an Figuren a... allen Sphären der Menschen- und Märchenwelt, die Bielfarbigkeit des szenischen Inhalts, der lebhafte Wechsel der Situationen und Stimmungen... all dies zusammen macht die Inszenierung zu vollsten Aufgaben, die je der Opernbühne gestellt worden sind einer der Lockendsten und zugleich schmierigsten, verantwortungs­hemmungslosen Glauben an die Sache und unerschöpfliche Phantasie, often Aufgaben, die je der Opernbühne gestellt worden sind 3weierlei fordert sie vom Theater: Glauben und Phantasie, ihn in Bühnenrealität umzusetzen. Gläubige Phantasie: das ist die schöpferische Kraft, die in dieser neuen Aufführung, fruchtbar ge= waltet und sie zu einem seltenen Theatererlebnis gemacht hat. Siemperer hat fie mit seinem ständigen Mitarbeiter, Ewald Dülberg , der diesmal auch für die Regie verantwortlich zeichnet, Es sind Hamsunsche Menschen, die hier spielen. Sie spielen uns ihr Leben vor. Zusammengebrängt in die tnappe Frist eines Nach geschaffen. Noch nie hat ihre gemeinsame Arbeit wie hier ein fünft mittags und des anschließenden Abends zeigt uns der Dichter, lerisches Gesamtergebnis gezeitigt, das auch den Gegner über­Mühe und einzigartigem Scharfblic ist hier aufgebaut, was die nommenheit des Herkommens neue, nämlich reine Gestalt zu Ursprung, Wachstum und Reife einer Tragödie. Mit unendlicher eugen muß ja, in der Tat auch die grundfäßlichen Gegner des Hauses, die jeden Vorsatz, einer alten Oper ohne Boreinge­Personen sprechen und tun. Nachher macht alles den Eindrud unbe dingter Lebensechtheit. Es ist Leben, denten mir, in das mir hier geben, als Borstoß willkürlicher Neuerungsfucht und Experimentier­hineingerieten ,, und wir sehen uns alles an, verwundert, mitgerissen Lust zu diskreditieren versuchen. Es würde ihnen diesmal nicht ge und gebannt: Ja, ja, so ist es wirklich. Und dabei ist in Wahrheit nicht zuletzt für alle Rollen eine Besetzung zu Gebote, die höchste lingen. Zum besonderen Glück der Aufführung stand obendrein und alles fo fompliziert, die Charaktere, funstvolle Goldschmiedearbeit, nicht zuletzt für alle Rollen eine Belegung zu Gebote, die höchste unendlich zart ziseliert und gehämmert und alle Ursachen, wie beim Ansprüche erfüllte. An der Spige der Tamino hans Fidessers, Bersteckenspiel, sorgfältig verborgen. Das eigentliche, das einzig feltenste Berbindung von Märchenprinz und Mozartfänger; und wichtige, das Spiel selbst, geschieht hier hinter den Stirnen dieser neben ihm der wahrhaft luftige, menschlich gewinnende Bapageno Menschen, ste reben zum Teil ganz andere Dinge, deuten an, ohne Frig Krenn; und Käthe Heidersbach, eine anmutige, aufzudecken und mur Schlaglichter fallen auf die Szene des eigent.ichön fingende Bamina; und Jarmilla Novotna, Martin lichen, des echten Dramas, das hinter diesem ersten( dem von uns Abendroth, Irene Eisinger; und vor allem auch der gefehenen) geschieht. Es find Menschen, unerbittlich getrieben von prachtvolle Sprecher Friedrich horrs, herübergeholt aus der ihrem Blut, verzehrt von leidenschaftlicher Gier nach Erfüllung ihres Bauberflöte" der Lindenoper, deren fatale Crinnerung er wedt. Schicksals, aber Menschen, bei denen man das nicht gleich sieht. Sie Klaus Pringsheim . stellen gleichsam sich selbst vor ihr Ich hin, damit man nicht bemerit, wer sie sind. Hamsunsche Menschen.

Da ist Alexander Blumenschön, der hintende Antiquitätenhändler, der in sich Selbstsucht, Brutalität und verlogenes ,, Gefühl einer ganzen Gesellschaftsklasse beherbergt. Aber nicht als Inpus, als Mensch. Und er hat ein Berhältnis mit Frau Juliane Gihle, jenem früher berühmten Kabarettstern Juliane, der jetzigen reichen Frau des reichen Greifes Gihle. Diese Juliane altert und man sieht im Ber­laufe der Handlung, daß sie sich mit der legten, verzehrenden Kraft sich nie ergebender Leidenschaft an Blumenschön hängt. Sie gehört zu jenen, die nicht ,, loslassen" fönnen, und so treibt sie durch Häfen der Selbsttäuschung und Lüge der Katastrophe zu. Es stellt sich heraus, daß Frau Juliane den Blumenschön lange Jahre hindurch unter Be. nugung des Händlers Gislejen erhalten hat, indem sie ihm billig Antiquitäten zukommen ließ, die sie dann teuer wieder zurüdtaufte. Sie betrog sich selbst im Glauben, er ahne nichts von ihrer Hülfe. Ihr Selbstbetrug wird zerstört, Blumenschön verläßt sie unter Mit­nahme von Geld und Wertgegenständen und sie finder letzte Sensation in den Armen eines Negertutschers.

Richard Romanomffŋ ist als alter Herr Gihle ein charmant selbstsüchtiger, verblöteter Greis mit feinen" Umgangs formen. Kultivierte Gemeinheit. Herrlich! Lucie Höflich als Frau Juliane Gihle, die Frau an der Grenze, fiebrig, jugendhungrig, gehegt, ein sprungbereites Tier, mit Händen, die nicht loslassen fönnen, gespenstisch schön. Der Nabob Eugen Klopfers, ein aligewordener Junge, gespannt von echtem inneren Leben, ein alter, feiner Segler auf voller Fohrt durch die Brandung. Ostar Homolta leistet als Alexander Blumenschön Großes, er ist von eckiger, wuchtiger Gemeinheit, unfähig, etwas anderes außer sich selbst gelten zu lassen. Bon atemraubender Berbiffenheit und Tragif. Julius Falkensteins Leutnant Lynum eine Holzfigur feinster Schnißarbeit, ein lächerlich verbohrter Ehrenritter, der, weil er bis zum Leizten durchhält, erschüttert.

Grete Mosheims Fanny Norman schließlich, die wunder. boll herbe, lichte Brauf! Diese fühle, graujam nüchterne Anmut ist Hamsuns Traumgestalt, wie er sie in Ban" und Biftoria" zeigt. In dieser Mädchenhand ruht taum mertlich der Knoten des Stückes. Das hat May Reinhardt erkannt.

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Alexander von Sacher- Masoch.

Bolfsbühne und Republikoper. Alte Violenmufif.

Ein ungewohnter Name Name einer ungewohnten Sache- lodte die Konzertbesucher der Boitsbühne. Hat er nur ge lockt? Wancher vielleicht, der sich nichts Rechtes darunter vorzu stellen wußte, ist diesmal aus Borfidyt ferngeblieben: er hat eine der schönsten, wertvollsten Darbietungen des Musifjahres verjäumt. ,, Alte Violenmufit"-man ist, erster Einbrud, bezaubert von dem edlen Klang und wundervollen Zusammenflang dieser alten Stretch

Eine Serie von Gelbstmorden. mente( an die uns heute faft mir noch der Name der in

Auf der U- Bahn.

unferer Mufit bräuchlichen Biola" erinnert);, man ist es dank dem meisterlichen Zusammenspiel des ,, Münchner Biolen quintetts" und man wird dieses Spiels in einer Folge von Heute vormittag fplelte sich auf dem U- Bahnhof Fehr- Stüden froh, in denen und durch die eine ferne Welt lebendig belliner Plah in Wilmersdorf ein aufregender Bor­fall ab. Kurz nach 10 Uhr warf sich eine junge Frau plöglich vor die Räder eines einfahrenden U- Bahnzuges. Der Fahrer bremste mit aller Kraft, doch gelang es ihm nicht, den Zug noch rechtzeitig zum Halten zu bringen. Die Lebensmüde wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Von der alarmierten Feuerwehr wurde der Bagen, unter dem die Unglückliche lag, gehoben und die Leiche ge­Nach den polizeilichen Ermittlungen handelt es sich um eine 25 Jahre alte Frau Susanne Cohn aus der Osnabrücker Straße 21. Der Grund zu der Tat ist bisher noch unbekannt.

borgen.

Mit Zyanfali.

Im Schlafzimmer seiner Wohnung in der Freisinger Straße 15 in Edjöneberg wurde heute früh der 32jährige Jahnarzt Dr. Maner tot aufgefunden. Die ärztliche Untersuchung ergab den Tod durch Zyantali. Auch in diesem Falle ift das Motiv zu dem Ber 3meiflungsschritt nicht bekannt.

Sturz aus dem Flugzeug.

Curtis Field( Long Island ), 12. november. Einen bisher wohl einzig dastehenden Selbstmord verübte hiar ein 18jähriges Mädchen. Es mietete fich ein Flugzeug zu einer Rundfahrt über dem Flugplatz. In einer Höhe von etwa 450 Meter forderte das Mädchen den Piloten auf, noch höher zu fteigen, und sprang dann in einer Höhe von etwa 600 Meter aus dem Flugzeug hinab. Das Mäden hatte während des Auf fteigens des Flugzeugs einen Brief geschrieben, in dem es als einzigen Grumb für den Selbstmord Bebensüberbruß ongab.

Hochverrat" Universum.

Troß seines Titels hat der Film eigentlich nichts mit Politik zu tun. Den Drehbuchverfassern war mir daran gelegen eine packende, spannende Liebesgeschichte mit triminellem Einschlag zu schreiben.

In Warschau beteiligt sich eine junge Fürstin an einem Attentat gegen einen Großfürsten. Sie flieht in die Wohnung eines ihr gänzlich unbekannten Studenten, der sie schützt. Sie entkommt, der Student aber mird, mährend sie in Zürich auf ihn wartet, nady Sibirien verbannt. Der Verlobte der jungen Fürstin erfährt durch den Geheimdienst ihre Verbindungen. Er will den jungen Studenten, den seine Braut lieb gewonnen hat, in Sibirien ermorden lassen, doch entkommt der Gefährdete. Zum Schluß siegen nicht, wie das im Leben meistens der Fall ist, die niederträchtigen Gewalthaber, sondern es triumphiert das junge, treu sich liebende Baar .

Johannes Meyer führt eine ausgezeichnete Regie. Er versteht sich auf Spannung sowohl wie auf Stimmung und läßt feine Schauspieler wahre Menschen gestalten. Darum übt diefes Werf einen tiefen Eindruck aus. Gerda Maurus jab besser aus als je und fam, mas natürlich wichtiger ist als das Aussehen, zu einer beachtenswerten schauspielerischen Leistung, die man ihr nach der Frau im Mond" fauen mehr zugetraut hatte. Gustav Fröhlich , der nicht nur die Begabung zum jugendlichen Lieb haber, sondern auch das Können zum intelligenten Charolier­darsteller hat, war gemessen in der Rolle des Studenten, die er jeelisch erlebte. Famos war Leopold von Ledebour als Großfürst. Er gestaltete ihn nach der Auffassung Ich bin ich, was nach mir tommt, ist nichts und was zu mir fommt, muß friechen" Harry Frant erwies sich in einer kleinen Rolle als guter Gestalter und der Photograph Friedrich Weinmann war mit Können und Begeisterung bei der Sache.

,, Vom Humor der Juden."

e. b.

Unter diesem Stichport sprach in einer Matinee des Re. naissance Theaters Ludwig Hardt Dichtungen non Heine, Beter Altenberg , Scholem , Aleichem und Beter Banter: ver. schieden im Thema und in der Tendenz, nerwandt im geistigen Alima, in der ironischen Gesamthaltung, die bis zur Selbstperfiflage führt. Hardt gelingt die höhnende Satire Heines ebenso schön mie die zärtlich- melancholische Musik Beter Altenbergs, er lebt bas Leben der Dichtung, von der Konzeption des Gesamtkunstwerts aus wird

jebe Einzelheit beziehungsvoll durchsichtig. Ludwig Hardts Leistung

geht aber noch über die eines bloßen Rezitators hinaus. Als ein unermüdlicher Propagandist echter tünstlerischer Berte, als ein be hutsamer Bermafter großen Klassischen Sprachgutes erwedt er ben­jenigen Sinn für die Dichtung, den eine pedantische Philologie an den Schulen und Universitäten in ihren Objekten für immer zu per­schütten sich berufen hält. Und noch jenseits der ästhetischen Er­ziehung: Hardt wagt eine entschiedene politische und soziale Kritit. fich mit dem politischen Wollen der von ihm erwählten sozialistischen Er stellt mit Vorliebe zeitgemäße Verbindungslinien her, identifiziert Autoren und ist auch um scharfe Glossen eigener Prägung nicht ver­

legen.

Zu bebauern bleibt einzig, daß eine Veranstaltung, die auf so intensive Weise der Kultur des Geiftes dient, durch die Höhe der Eintrittspreise mur einem sehr beschränkten Kreis zugänglich ist.

Yvette Guilbert .

W. Sch.

wird, eine Art von verlorenem Mufitparadies sozusagen: jene innere Einheit und fruchtbare Harmonie gesellschaftlichen Must­zierens, der die Musik des ausgehenden Mittelalters und der Das war eher Haus- als Renaissance ihre Blüte verdantt. Konzertmufit, tunstvollste, nicht nur tunstfertigste Hausmufit freilich in einer Zeit, die so glücklich war, den tunstfeindlichen Be­griff unferer Konzertöffentlichteit" noch nicht zu ahnen... Bülowplay, mit seiner warmen Holzarchitektur, ermöglichen, ja be­Die akustischen und optischen Verhältnisse des Hauses am günstigen die Wirkung so intimen Mufizierens, eine Wirkung nicht nur im ästhetischen Sinne. Viele haben leider diese seltene men auch, wie wir hoffen, nicht unwiederbringliche Gelegenheit verwürdige Matrone in den Saal, um schon mit den ersten Worten, fäumt, viele auch aus dem nicht in der Boltsbühne organisierten Konzertpublikum. Längst find ja diese Musikmatineen der Bolts­bühne als ständiger Wert des Berliner Musillebens befannt, weit hinaus über die Kreise der Mitglieder. Aber vielleicht würden sich nichtmitglieder" in noch größerer Zahl einfinden, wäre ihnen nicht der Bezug von Eintrittskarten durch die Bestimmungen des Hauses unnüt erschwert-ober wären wenigstens diefie gebrudten Be stimmungen fo tlar formuliert, daß jeder fie versteht.

Die Zauberflöte " in der Republifoper.

Ein großer Abend der Republitoper, vielleicht der beste, vollkommenste, glüdlichste feit ihrem Bestehen, ein Abend faft beispiellofen Erfolgs und des Triumphes für die bee, der sie dient: Mozarts Bauberflöte" in neuer Inszenierung.

Gin Bühnenwert wie dieses, ein fo emig und allgemein mensch lidez, für alle Beiten einmalig- unfonventionelles, ist an feinen Zelt­stil, hinsichtlich seiner Berwirklichung an feine Ueberlieferung, teine| Borschrift gebunden. Die Bielheit bar Stilgattungen, die sich in

In einem antiquierten Kostüm rauscht eine würdige, liebens­der ersten Beste Proben einer nichts weniger als antiquterten Kunst zu geben. Rein Lavendelduft; feine welfen Blüten; teine fentimen tael Erinnerung an Vergangenes. In einer Zeit, die in einer Dreigrafchenoper" attuelle Berte entdeckt hat, muß diese vette Guilbert fo jung wie je zuvor erscheinen. Zu den Reizen eines Bäntelfängertums mit seinen tragikomischen Einbliden in anonyme Lebensbezirte treten die Reize etnes fprühend feinen Efprits. Na tionaler Charme und persönlicher Charme fließen zu einer lebendigen Erscheinung zusammen. Doette präsentiert zwölf Frauentypen". mühelos schlüpft sie in die verschiedensten feelischen Charaktere und 3uftände. Dabei zeigt sie einen besonderen Sinn für das Bolkstüm liche. Der fede, robuste Strich ihrer Zeichnung verhindert nicht die leiseren Nuancen. Im Gegenteil: gerade die zarten Stufungen, bie halben, verflingenden Töne machen den Zauber dieser Rhapsodin. Aroma ist alles...

Dazwischen eine Harfenfolistin, Mrs. Mildred Dilling . Sie entlodt behende einem von Haus aus spröden Instrument er W. Sch. ftaunlich viel farbigen Glang.