Tr. 541 46. Jahrgang
3. Beilage des Vorwärts
Aufruf zur Pflichterfüllung.
Mahnwort an alle Gewerkschafter!
liftischen Arbeiterbewegung. Beide verbindet das gemeinsame Ziel: die Ueberwindung der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise. Partei und Gewerkschaften
Die Sozialdemokratische Partel ist mit den freien Gewert| beruht auf der historischen Schicksalsgemeinschaft der deutschen sozia Ichaften in gemeinsamen schweren Kämpfen gegen das Unternehmertum und den alten Obrigkeitsstaat mit seiner Klaffenjustiz groß und start geworden. Aber noch längst nicht start genug, um der Arbeitnehmerschaft die gehörige Geltung zu verschaffen.
Die Sozialdemokratische Partei hat den Gewerkschaften den notwendigen gefeßlichen Spielraum verschafft, hat ihnen das Koa litionsrecht gesichert und hat jederzeit ihren Einfluß im Reichstag, in den Länderregierungen wie in den Gemeindevertretungen dazu genügt, um die wirtschaftlichen und sozialen Intereffen der Arbeit nehmerschaft mit allem Nachdruck zu verfechten.
werden heute von den Moskau - Revolutionären als„ re for mististisch angefeindet, weil fie, wie von jeher, so auch weiterhin Schritt für Schritt Reformen herbeizuführen suchen, die der Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Arbeitnehmerschaft, dienen, ihrem Mitbestimmungsrecht in der Wirtschaft und der Sicherung ihrer Eristenz. Partei und Gewerkschaften überlassen es jenen, die ArbeitPhrasen und wilden Streits zu
Sonntag, 17. November 1929
mit der Direktion geführten Verhandlungen und fonnte mitteilen, daß es gelungen sei, einen größeren Abbau der Angestellten zu• verhindern. Die Direktion ließ erklären, daß nur eine fleine Anzahi Beamte abgebaut werden soll.
Rooch brachte noch die Verbundenheit der Handarbeiter mit den Kopfarbeitern zum Ausdrud und forderte die Anwesenden auf, sich ihrer Organisation anzuschließen.
Auch bei dieser Gelegenheit versuchten die Kommunisten ihr Süppchen zu kochen, und forderten die Arigestellten durch Flugblätter auf, eine Bersammlung zu besuchen, die sie zur gleichen Zeit in den Rosenthaler Hof emberufen hatten. Diesen Rufe waren ganze 28 Angestellte gefolgt. Die Kommunisten mögen daraus ersehen, welche Wertschäzung sie bei den Angestellten haben, die heute der SPD . ihre Stimme geben werden.
Auch die Maler für Lifte 1!
In einer start besuchten Mitgliederversammlung sprach am Frei
Die Sozialdemokratische Partei hat, wie teine andere Partet, prellen, und lassen sich in der Herbeiführung weiterer Reformen tag Genosse Litte, M. d. R., über Sozialversicherung und gefeggebung die Forderungen der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft energisch und erfolgreich vertreten, soweit es in ihrer
Macht lag. Es iſt die Schuld der Unorganisierten und der Falsch organisierten, daß die Macht der Partei und der Gewerkschaften noch nicht groß genug ist.
Die Sozialdemokratische Partel steht mit den freien Gewert. schaften von jeher im besten Einvernehmen. Dieses gute Verhältnis
Ausrede der Braunfohlenherren.
Sie sind nicht in der Lage..."
Der Arbeitgeberverband des Braunkohlenbergbaus
nicht irre machen.
Die Sozialdemokratische Partei zu unterstügen, wie sie die Gewerkschaften unterſtüßt, liegt im Intereffe der freien Gewerkschaften selber. Jeder aufrichtige, überzeugte Gewerkschaftsgenosse muß daher heute noch die Gelegenheit dazu benutzen, für die Wahl der fozialdemokratischen Lifte zu werben,
für Lifte 1!
Der Angestelltentarif bei der BVG. Das Aufsichtspersonal der Berliner Berkehrs- A.- G. war am 14. No. vember in den Sophien- Sälen versammelt. Kempner vom Deut
fchonungslosen Kampf gegen die Sozialdemokratie pen fints und rechts schilderte, stellten die Kommunisten bald ihre Zurufe ein. Denn Litre gab ihnen die richtige Antwort und fennzeichnete die
Bassermannschen Gestalten, die in der KPD. eine Rolle spielen
wollen.
Die Sozialdemokratie fönne ftolz sein auf ihre Tätigkeit im Roten Hause. Nur durch ihre Stärtung fönnen weitere Erfolge erreicht werden. Unter stürmischem Beifall endete Lifes Referat.
Ein neu nach Berlin verpflanztes Licht, der KPD. - Abgeordnete Creuzburg , erweckte die Heiterfeit aller Anwesenden, als ihm durch Zurufe der Bersammelten bekannt wurde, daß er von dem, was er sprach, feine Ahnung habe. Puterrot, schwitzend, freischte er seine Ladenhüter in den Saal und wunderte fich, daß die Maler
in Mitteldeutschland sieht sich veranlaßt, jein Verhalten zu begründen, fchen Berkehrsbund referierte über den jeßt abgefchloffenen, Tarif Berlins nicht auf den fommunistischen Leim triechen. das eine friedliche der vertrag für die Angestellten der BBG.,
hat, indem er erflärt:
,, mit Rücksicht auf die Höhe der tatsächlichen Löhne im Braunfohlenbergbau( die jetzt gezahlten Löhne liegen rund 90 Broz. über den Borkriegslöhnen), auf die wirtschaftliche Lage der Werke und ferner auf den Umstand, daß am 1. Oftober d. 3. auf gleichbleibende Löhne eine Berfürzung der Schicht- bzw. Arbeitstraft eingetreten ist und auf die Abänderung der Leg Brüning( Senkung der Knapp fchaftsbeiträge), die den Arbeitnehmern eine dirette Lohnerhöhung gebracht hatte, sahen sich die Arbeitgeber nicht in der Lage, den Wünschen ber Gewerkschaften Rechnung zu tragen. Die Berhand lungen wurden daher als ausfichtslos abgebrochen."
Anstatt der Prozentspielerei müßte dieser Arbeitgeberverband angeben, wie hoch die Löhne gegenwärtig sind. Wie schlecht fie in der Borkriegszeit waren, hat auch für einen Bergleich zwischen den Brifettpreisen in der Vorkriegszeit und den jezigen Breifen ein gewisses Intereffe.
Benn die wirtschaftliche Lage der Werfe es gestattet, reaftionäre, arbeiterfeindliche Bestrebungen durch Hergabe von Riefensummen zu begünstigen, dann muß fie auch eine Lohnerhöhung zulaffen. Die Summen, die die Braunfohlenarbeiter so schwer, erarbeiten, reichen aus, ihnen eine an gemessene Friftung ihres Lebensunterhalts zu gewähren. Bleibt nicht genug übrig zu mißbräuchlicher Verwendung gegen die Arbeiter, dann um so beffer. Na
Die Herren, die ihre Lungen von dem Braunkohlenstaub freizuhalten wiffen und Riesengewinne daraus ziehen, müssen zuerst für erträgliche Lohn- und Arbeitsbedingungen forgen, bevor sie ihrem llebermut fränen, gegen ihre Arbeiter Gelber zu verschwenden.
Die Unternehmerorganisation muß sich darüber flar sein, daß ihr Berhalten zum Lohnfampf führt. Spefuliert sie etwa barauf, daß sie nach einem Streit ihre Preise wiederum erhöhen tann? Dann wäre ihr Berhalten verständlich. Der Arbeitgeberverband hat den Reichsarbeitsminister um Einsegung eines Schlichters gebeten und eine Berlängerung der bisherigen Tariflöhne sowie die Berfegung von fleineren ostdeutschen Werfen in eine andere Rand reviergruppe beantragt.
personal gehört. Mit diesem Tarifpertrag sei der erste wichtigste Schritt getan zur Sicherung des Rechtsverhältnisses und zur Weiter entwicklung der Arbeits- und Anstellungsbedingungen des Aufsichtspersonals. Bordem war es nie gelungen, einen Tarifvertrag für das Aufsichtspersonal durchzusetzen.
Die bisherigen Arbeitsbedingungen seien wesentlich verbessert worden. Die Arbeitszeit wurde verkürzt und der Urlaub verfängert. Eine weitere Verbesserung ergibt sich für den Krankheitsfall. Bei ter einheitlichen Gehaltsordnung sind neben den Gehaltserhöhungen
noch da und dort gewisse Härten und Mängel zu beklagen, worüber mit der BVG. zu verhandeln ist. Erklärlich sei, daß dieser erste Tarifobschluß für das Aufsichtspersonal noch nicht alle Wünsche erfüllt. Das Aufsichtspersonal müſſe weiterhin in geschlossener Front im Deutschen Verkehrsbund stehen, damit auch die weiteren Aufgaben gelöst werden können.
Neben der gewerkschaftlichen Organisation set es aber Pflicht des Aufsichtspersonals der BVG., sich auch politisch zu be tätigen. Nie und nimmer wäre das Aufsichtspersonal in den Genuß eine folden Tarifvertrages einschließlich der Gehaltsregelung gekommen, wenn nicht der fozialdemokratische Einfluß in der Ber waltung der BVG. den gewertschaftlichen Erfolg erniöglidyt hätte. Wolle das Aufsichtspersonal seine neuen Arbeits- und Anstellungsbedingungen nicht gefährden, dann müsse es bei den Gemeindewahlen feine Stimme der Sozialdemokratischen Partei geben.
Kundgebung der AEG. Angestellten.
Gegen den Abbau.
In den Sophien- Sälen veranstalteten die Angestellten der AEG. eine machtvolle Kundgebung, um zu dem von der Direktion ge planten Abbau Stellung zu nehmen. In drangvoller Enge standen sie Kopf an Kopf, um den Ausführungen des Genoffen Gottfurcht Dom Zentralverband der Angestellten zu lauschen. Gottfurcht zeigte die lekte Entwicklung des AEG.- Konzerns und die Bas foll denn der Schlichter, wenn die Herren ,, nicht in der Lage" find, Sugeständnisse zu machen? Um die bisherigen| Aufnahme des amerikanischen Aktienkapitals auf und wies auf den Tariflöhne zu verlängern", ist der Schlichter nicht da! Aber auch nicht als Vorspann für höhere Breife!
08:47
Hören
COL
Ist
02.
Sie die
von Herrn Siemens geführten Kampf hin.
Wolf vom Angestelltenrat der AEG. gab Aufschluß über die
In seinem Schlußwort fertigte Litte den RPD..Phraseur ab und forderte zur Wahl der Liste 1 auf, was von den Berfammelten lebhaft begrüßt wurde.
Betriebsversammlung bei Zwietusch.
Die Kommúnisten angeblikt.
eine öffentliche Betriebsversammlung der Firma zwietusch u. Ca einberufen. Der angekündigte Referent, der kommunistische Reichstagsabgeordnete Beuthling, tam nicht..
Zum 14. November hatte die RP D. im Lokal Tiergartenhof
Der revolutionäre Betriebsrat Weidner gab den Bericht
des Betriebsrates. Eine Diskussion über seine Ausführungen wollte
er nicht zulassen. Die Anwesenden beschlossen jedoch, nach längerer Geschäftsordnungsdebatte mit übergroßer Mehrheit, daß eine Dis tussion erfolgen soll.
Die Kritit, die hierauf an der Tätigkeit der„ revolutionären Arbeiterräte der Firma Zwietusch geübt wurde, machte es derftändlich, weshalb man eine Distusfion verhindern wollte. Unter anderem wurde einer der Revolutionäre " als Waschlappen entlarv..
Nach Schluß der Diskussion follte das vorgesehene Referat bon einem anderen Kommunisten gehalten werden. Ein großer Teil der Anwesenden verzichtete auf den zweifelhaften Genuß, mur 25 Teilnehmer blieben im Lotal.
Die Krankenschwestern rühren sich!
Sie ftimmen für Liste 1.
Die Sozialdemokratische Partei hatte, in lebereinstimmung mit einem Beschluß des Beamtenrats im Birchow- Krantenhaus, die Schwestern zu einer Proteftfundgebung geladen, in der die Reichstagsabgeordnete Frau Adele Schreiber Krieger fprach. Während in einer Schwesternversammlung der Deutschynationalen, laut Deutsch nationaler Boltsbate", nur vier Schwestern waren, war der Besuch unserer Versammlung glänzend. Erfreulicher. weise hatten die Schwesternschaften fast aller städtischen Krantene häuser Abordnungen geschickt. In der regen Distuffion tam
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