Jn Neufundland tamen durch eine Sturmflut, die am letzten Montag in Berbindung mit dem bereits gemeldeten Erdbeben auftrat, mindestens 34 Personen ums Leben, wie jetzt erst durch Funtspruch aus den betroffenen Teilen der Insel befannt geworden ist. In Burin an der Südküste der Insel find neun Personen, meist Frauen und Kinder, ertrunken. In den noch weiter füdlich gelegenen Ortschaften Lords Cove und Lamalin ertranfen nach den bisherigen Feststellungen 18 Einwohner. Da nicht nur die kabel nach New York , sondern auch die sonstigen Berkehrsmittel unterbrochen find, liegen nur unvollständige Berichte über den angerichteten Schaden vor. Die Ueberlebenden berichten, es fei ihnen vorgekommen, als ob der ganze Ozean über die Jufel hinweggehe. Eine ungeheure Wassermauer von 15 Fuß Höhe sei über die küste hinweggefegt und stellenweise meilenweit in das Innere der Jufel vorgedrungen. Die Waffermaffen rissen beim Zurückfluten Häuser mit den Einwohnern und dem Vieh mit ins
Meer hinaus. Ganze Fischerdörfer wurden durch die Flut zerstört. Hunderte von Einwohnern find obdachlos. Der Sachfchaden beträgt nach den bisherigen Mitteilungen mindestens 2 Millionen Dollar.
Den besten Freund getötet.
Wieder eine Tragödie des Alfobols.
Die unglückseligen Borgänge auf dem Sportplak Jes Sportvereins Dresdner Bank in Sadowa, über die wir seinerzeit berichtet haben, wurden jetzt in einem Prozeß wegen fahrläffiger Tötung vor dem erweiterten Schöffengericht köpenid erörtert.
Am 5. September d. J. erschien der Stadtinspektor des Waffer wertes in der Buhlheide, Hänsel, mit seinem Freunde, dem
Das Paradies des Heldentums.
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Bon Paul Gutmann.
Aus den Kriegsbüchern der letzten Jahre stieß durch das Chaos, den artilleristischen Sieg, einer gegen zwanzig, streitig machen der entsetzlichen Begebenheiten vor allem die Frage nach dem Sinn wollen. Von Luft und Sand erfaßt mirbeln Leiber durch die des Völkermordens ins Gewissen der Leser. Bei den unentwegten Luft, daß bald eine dichte Wolfe von Staub und Pulverqualm das Berteidigern des Krieges als einer ständigen Notwendigkeit mußten Grausen verhüllt." Bei Remarque , bei Fren, bei Renn und anderen wenigstens verflärende Borstellungen, wie Liebe zum Baterland, dient das Grausen zur Illustration des menschlichen Irrsinns, hier Schutz des heimischen Geistes, Erfüllung irgendeiner besonderen des rühmenswerten Heldengeistes. Der Offizier hat ,, das Lächeln Kulturmission herhalten, um die Grundtatsache zu verschleiern, die der Front auf den Lippen", so etwa wie ehemals der wackere der unsterbliche Boltaire in die Worte fleidet Bei allen Kriegen Schwabe, der sich nit forcht und Türken wie Schießbudenfiguren handelt es sich um nichts als um Diebstahl." Völker Europas , zerjäbelte. Zu was sind diese Ströme von Blut, dieses viehische mahrt eure heiligsten Güter," malte eine Kulturgefahr an den Bertrampeln, dieser teuflische Massenmord? Leuchtet etwa dahinter Horizont, die nicht epiftierte, und ein andermal war es wieder die beflügelnd das Bild der friedlichen Heimat, deren Arbeit und Segen rührende Sorge um das franke Europa , das am deutschen Besen geschützt werden muß? Nur feine Sentimentalität! ,, njer ganzes Sein ist ein angespannter Wille, einzu genesen sollte. fpringen, weiterzuführen, dem mas nach uns tommt und es ist noch genug da Borbild 3 il sein, damit fort und fort sich der Mann weiter=
pflanze, von Schlacht zu Schlacht bis zur legten. Sie wird sein, ob wir auch nicht mehr sein mögen." Das Grauen padt einen beim Lesen solcher Seelenlosigkeit Selbst der blinde Haß kann dem Krieg einen wenn auch verwerflichen Sinn verleihen, man fann Kleists Haßgesang gegen Napoleon worin er den Sieg der Germanen über das Unterdrückervolk der Römer verherrlicht, noch verstehen, aber unjaßbar ist eine Ge finmung, die die Schlacht als solche preist. Wozu? Um neuen Schlachtgeist zu weden. 3mar entfahren bisweilen Rufe des lleber drusses den Personen dieses Kriegsbuches, wenn die Luft zu dick wird. Es ist eine Gemeinheit," zürnt der Rittmeister ,,, ift tein Kampf mehr, sondern Schlächterei." Aber das ist nur ein gelegentliches Sichgehenlaffen, wie die Anwendung gewiffer Kraftausdrüde.
Immerhin, der Krieg murde als eine patriotische Pflicht, als feit sollten sittliche Güter für die Nation entstehen. Jetzt aber, wo Kulturaufgabe, als ethisches Ideal mastiert, aus seiner Scheußlich die Erkenntnis immer mehr Boden faßt, daß selbst der siegreiche Krieg einen unermeßlichen Schaden für alle Beteiligten nach fich zieht, daß die Menschheit ein Ganzes ist, dessen einzelne Teile nicht ungestraft verstümmelt werden dürfen, jetzt versuchen die Militaristen eine andere Gloriole des Krieges, die Berherrlichung des Schlachtens um seiner selbst willen. In dieser Hinsicht stellt ein soeben erschienenes Buch:„ Die Höhle von Beauregard" des Frei herrn Grote ein Musterbeispiel dar. Scheußlichkeiten zu gegeben! Die Darstellungen der einzelnen Kampfszenen laffen an realistischer Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Da merden Leiber zerfeßt, da schreien die Verwundeten wie Irrsinnige, da ist die Hölle des Entsetzens losgelassen. Aber, du mein Gott, das ist eben der Krieg; der eine wird zu Brei zermalmt, der andere bleit zeitlebens ein efelerregender Krüppel, und wer davon kommt, der legt für alle Das Grauen wird gemalt, als wäre es die Bestimmung des Zeiten da so notwendige Zeugnis für Heldentum ab. Nicht so betont Menschen, im Bruderblut zu watén. Sind das noch Menschen, die für deutsches Heldentum. Nein, die Gegenfäße der Nationen dort mit glühenden Augen, aus denen schon der Wahnmiz leuchtet, brauchen uns nicht zu berühren. Der Franzmann arbeitet ebenso| mit flehend ausgestreckten Armen auf den Leichenwirrmarr starren, tadellos wie etwa ein Gegner im Sportkampf, ja jogar der schwarz als wollten sie es in Sehnsucht umfangen und an die Brust drücken, mähnige Semit" wird gnädig als ganzer Kerl bezeichnet. Mit was dort den letzten Schlaf schläft." allen Kalibern haut der Franzose in die Tapferen hinein, die ihm Illustration der Hölle? Nein, das Paradies des Heldentums.
Der Beginn der Saarverhandlungen.
Die Delegierten der Saartonferenz auf den Stufen zum fran zöfifchen Auswärtigen Amt . In der untersten Reihe( links) der Führer der deutschen Delegation von Simson, und( rechts) der französischen Delegation, der Minister der öffentlichen Arbeiten Bernot.
Dialog im Tonfilm.
" Die Königsloge"
Zitania- Palast.
Edmund Kean , genialer Schauspieler, Säufer, Schuldenmacher und Kavalier, wird zum Helden der Königsloge", eines Ton films, den Amerika in deutscher Sprache herstellte. Es ist dieselbe Handlung wie in Scribes ,, Kean". Der Schauspieler beleidigt von der Bühne herab den verlumpten englischen Thronfolger, den er in ber Königsloge des Theaters mit der eigenen Angebeteten sieht.
Der Film bringt zum erstenmal einen ununterbrochenen Dialog, der von einem gedämpften Orchester untermalt wird. Man stellt geradezu Szenen, die nach dem gesprochenen Wort verlangen, der Dialog ist genau so wichtig wie die sichtbaren Vorgänge. Im Grunde handelt es sich um ein Bühnendrama, das wegen seiner Stonpliziert heit mur das Notwendigste gibt, dem also das sprachliche Drum und Dran, das Ausspinnen einer Konversation fehlt.
Der Regisseur Bryan Foy sucht neue Wege für den Tonfilm im rein szenischen Aufbau. In erster Linie vermeidet er unmotivierte Großaufnahmen, die der Tonfilm gewöhnlich aus dem stummen Film übernimmt. Er läßt nicht plöglich die Bildgröße ändern, Malermeister Badepfuh!, in den Restaurationsräumen des sondern er führt sie durch Platzwechsel der Personen herbei. Und Sportplages, die der Gastwirt Otto Zöldte, Biesdorf- Süd, ver- hier liegt der Unterschied zwischen Sprechfilm und Bühne. Der Ton waltet. Man zechte den ganzen Nachmittag. Gegen film ist beweglicher, er fann den schnelleren Ortswechsel vollziehen Abend stellten sich etwa zehn Mitglieder des Sportvereins Dresdner und daher in seinem Weltbild reichhaltiger werden. Andererseits Bank ein, die von Hänsel und Badepfuhl zum Mittrinken einge- findet Bryan Foy den Mut, längere Zeit denselben Schauplatz zu laden wurden, Als aber Hänsel 60 Mart 3eche bezeigen, eine unbedingte Notwendigkeit, wenn sich ein vertiefterer zahlen sollte, tam es zum Streit, in dessen Verlauf das Dialog entwickeln soll. Gastwirtschepaar schwer beleidigt wurde. Aus Wut hierüber zog der Defonom plötzlich eine Pistole und schoß dreimal. Stadtinfpektor wurde mit einem Bauchschuß in das Elisabeth- Hospital geschafft und verstarb hier unter tragischen Umständen. Nach einem Brotokoll, das der den Vorsitz führende Landgerichtsdirektor Sinapius perlas, hatte Hänsel auf dem Sterbebette erklärt: Ich bin selbst an allem schuld, denn ist habe schwere Beleidigungen ausgesprochen, die mir furchtbar leid tun. Ich werde gegen meinen besten Freund feinen Strafantrag stellen." Die von dem Ange: tlagten behauptete Notwehr wurde von dem größten Teil der Zeugen in Abrede gestellt, und der Staatsanwalt stellte sogar anheim, die Sache an das Schmurgericht zu verweisen, da Totschlag vorläge.
Der
Das Gericht nahm trotz der widersprechenden Aussagen Lotschlagsmotive nicht an, weil der Beweis erbracht war, daß der Getötete tatsächlich der beste Freund des Angeklagten gewesen ist. Begen fahrlässiger Tötung wurde Töldte zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Friede durch Demokratie. Paneuropa, Bölferbund und Friedensproblem. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Friedensgesellschaft veranstaltete im ehemaligen Herrenhaus eine Rundgebung für den Völkerbund und die Bereinigten Staten von Europa . Profeffor Beit Valentin und Dr. Karl Misch prüften Bölkerbund und Faneuropa auf ihren Wert als friedenssichernde Elemente; beide stellten Baneuropa und die Vereinigten Staaten von Europa gegenüber. Valentin schilderte den Aufbau Paneuropas nach Couden hove- Kalergi und setzte sich kritisch damit auseinander. Dem Ein wand gegen Baneuropa, daß es feine Lösung der Kriegsfrage fei, sondern nur eine Grundlage zu Konflikten größeren Maßstabes ab gebe, wies er eine gewisse Berechtigung zu. Als die große Realität bezeichnete er den Bölkerbund, der gerade den kleineren Staaten als Garant des Friedens erscheine. Der Völkerbund habe zwar in den größten seiner Aufgaben oft verjagt, in den leineren und mittleren Fragen dagegen viel Gutes getan. Benn der Gedanke der Vereinigten Staaten von Europa als Idee sich weiter entwickeln soll, dann muß sich zunächst der Völkerbund weiter entwickeln. Dr., Misch wies besonders auf die ungelösten Fragen des Paneuropagebantens hin, die England und Rußland be treffen. Baneuropa heute zu proklamieren habe feinen Sinn, da es noch nicht in den Köpfen der Menschen fize. Im Gegensatz zu Baneuropa fegte er die Bereinigten Staaten von Europa , deren Ber wirtlichung jedoch voraussetzt, daß die sich vereinigenden Staaten Demokratien sind.
Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei.
Eine Lösung bedeutet auch dieser Film nicht, denn der Bruch 3mischen der fächigen Geste und dem plastischen Bort bleibt bestehen, und akustische Fehler sind auch noch nicht behoben, aber man offen bart den Willen, eine neue Form zu finden.
Beherrschend im Mittelpunkt steht Alexander Moisit als Kean. Die anderen Sprecher wirken daneben schablonenhaft. Moissi , der im stummen Film versagte, weil bei ihm Mimit und Geste erſt durch das Wort Leben und Ausdruck erhalten, wirkt hier blutboll tomödiantenhaft, entwickelt eine herrliche spielerische Grazie. Seine intensive Stimme verliert fast nichts von ihrem bestridenden Klang. Diefer Kean ist eine ganz große schauspielerische Leistung.
F. Sch.
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Im Programmheft äußert sich der Verfasser Leo Lenz über feine Arbeitsmethode: Ich denke ein Stück erst ganz genau durch, ehe ich es schreibe. Aber ich schreibe sie nicht. Sie gefallen mir nicht. Ich habe etwas gegen fie einzuwenden." Ich auch. Das ist der einzige Punkt, in dem ich mit Herrn Lenz übereinstimme. ,, Das Parfüm meiner Frau" hat er entgegen seinem Versprechen doch geschrieben. Leider. Es ist ein unappetitliches Parfüm. Herr und Frau Professor beschließen, heimlich, jeder für sich, auf den Maskenball zu gehen. Damit einer vom andern denkt, daß er zu Hause ist, legt die Frau die Zofe in ihr Bett, der Mann den Diener in feins. 3ofe und Diener genießen nun die Nacht wie Eheleute, wodurch beide sehr glücklich werden und sich sozial gehoben fühlen; denn sie glauben, es sei Herr und Frau Profeffor gewesen.
Das ist die Situation am Ende des ersten Attes. Der Zuschauer tenni die Zusammenhänge genau, aber die Bühnenfiguren schlagen sich noch zwei weitere Atte mit dem Mißperständnis herum, daß es sich um einen doppelten Ehebruch gehandelt hat. Man fann sich danady vorstellen, wie anregend und spannend die beiden Afte für das Publikum find.
Sie find mit flobigen Anspielungen auf die Vorgänge der Nacht gefpicit, pöllig geistlos. 3um Schluß gibt es die übliche alberne Verlobungsapotheose. Erträglich wird der unerquickliche Schwant nur durch die Einfälle Mar Adalberts. Aber auch diesem famosen Komiter sind bei der Qualität des Studs alle Möglichkeiten genommen, seine Kunst ins rechte Licht zu rüden. merkwürdigerweise findet das Publikum Geschmad an der Affäre.
Dgr.
Den Filmvortrag Eishilfsdienst im Winter 1928/1929 in der Ditjee" mird Raptan Pistorius heute, 20 Uhr, in Snftitut für Meeresiumbe wiederholen.
Zraumulus" im Theater in der Klosterstraße.
Als einzige Berliner Bühne gedachte das Theater in der Klosterstraße des jüngst verstorbenen Dichter- Revolutionärs Arno Holz : es spielt den Traumulus", jene Tragikomödie, die Holz seinerzeit zusammen mit Ostar Jerschte geschrieben hat. Das 1904 uraufgeführte Stüd hatte, im Gegensatz zu Arno Holz ' übrigen Werfen, einen breiten Publikumserfolg. Nicht nur durch das Schauipielertum Albert Baffermanns, in deffen Repertoire der Traumu lus" eine der meistgefeierten Schöpfungen wurde, sondern in erster Linie durch den revolutionären Elan, durch den fühnen Mut, mit dem hier ein freier Geist sein Verdikt über das traurige Drillfyftem eines Kasernenhof- Bädagogentums aussprach.
In diesem Sinne ist das Stüd heute so erfrischend und aktuell wie am ersten Tag.„ Traumulus" ist in gewisser Hinsicht ein Borläufer der Revolte im Erziehungshaus", so daß das Wert sich in eine Theaterdiskussion der Gegenwart organisch einfügt. Ein Schülerselbstmord führt hier zu der Lehre, daß alle Jugenderziehung ohne Güte und eine fluge Einfühlungsgabe des Erziehers scheitern muß.
Die Tragikomödie, wundervoll gezügelt in der Karikatur, unpathetisch in ihrem ernsten Austlang, wird von dem Regisseur Heinz Goldberg mit feiner Hand ins Spiel gefeßt. Goldberg bringt die hinreißende Antityrannia"-Sigung mit einer tollen Phantastit der szenischen Gruppierung, während er im tragischen Teil Eindringlichkeit anstrebt. Franz Steins Traumulus ist schlicht und ohne lauten schauspielerischen Aufmand gezeichnet, mit einer verhaltenen Kraft des Ausdrucks, besonders wirksam in der bildhaften Gebärde. Um ihn herum gibt es eine Reihe sehr sauber geprägter Einzeltypen: Benno Wünsch, Lothar Philipp Mayring, Franz Sondinger, Ernst Raden und andere.
Zu Beginn des wertvollen Abends sprach Alfred Richard mener Borte des Gebenfens für Arno Holz , etwas flüchtig for muliert und in manchen polemischen Seitenhieben anfechtbar.
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,, Bier Teufel."
Universum.
W. Sch.
Die Bangiche Zirtusnopelle hat schon öfter den Stoff geliefert für einen Film. Es dürfte jezt schon die dritte Faffung vorliegen, an der diesmal gleich drei prominente Manuftriptverfasser beteiligt sind. Die drei haben es für gut befunden, das tragische Ende des Originals in ein happy end umzudichten". Die beiden jungen Leute, Aimée und Friz, die zusammen im Zirfus aufgewachsen sind, alle Leiden einer freudlojen Jugend miteinander durchgemacht haben und nun gemeinsam den Erfolg der großen Nummer einheimjen den Saltomortale in der Zirkusfuppel, sterben nicht beide. Aimée läßt ihren Partner in der Verzweiflung über seine Liebe zu dem Bamp, der ihn zugrunde richtet, nicht stürzen, sondern fällt jelber, fommt aber mit dem Leben davon, und nun finden sie sich für immer. Der Stoff ist für eine Filmbearbeitung außerordentlich geeignet. F. W. Murnau, der Regisseur des ,, Varieté", gestaltet ihn nicht nur lebendig und spannend, sondern meiß vor allem auch, ihm alles Bildhafte abzugewinnen. Das Martyrium der Kinder großen Barijer Zirkus mit all seinem Drum und Dren ist aufs beste in dem elenden Wanderzirkus und die Triumphe der vier in dem gelungen. Wir erleben die Sensation der Saltomortales mit. Mit den Augen der schönen Frau, die sich in den Friz verliebt und sein Berhängnis wird, durchkosten wir alle die Momente der Spannung, der Gefahr und des Erfolgs. Nicht nur die Manege, auch das Leben hinter der Kulisse, in der Garderobe und im Restaurant, wo die vier fich mit ihrem väterlichen Freunde, dem alten Clown, zusammen. finden, ist mirtsam geschilpert.
Das Akrobatische wird natürlich von wirklichen Artisten ausgeführt, die die gefährlichen Nummern hoch oben in der Zirtustuppel -photographisch glänzend aufgenommen mit allem Raffinement ausführen. Sehr gut gelungen sind die Kinderszenen, sympathisch die vier jungen Leute. Vor allem Aimée( Janet Gannor) weiß uns wirklich zu feffeln und zu rühren. Sie hat ganz die verhaltene stille Note und bietet damit den lebhaftesten Kontrast zu dem Vamp Mary Duncans. Charles Morton als Friz ist kraftvoll und mitreißend in einer Jugend. Wundervoll charakterisiert Farell McDonald den alten gütigen Clomn, der den Vieren Vater und Mutter ersetzt. D.