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Der Hausmeister saß auf cinan Hocker zwischen an, Boden verstreuten Leberabsällen und flickte seine Schuhe. Auf einem zweiten Hocker, ihm gegenüber, saß der Heiger vom Rschborhaus« in einem alten Mantel und mit rußgeschwärzten Hauben. „Die Musikantenfrau von Nr. 30 war da." sagte, ins Zimmer tretRrd, die Frau des Hausmeisters, ein kleines Frauchen in einem onoßen warmen, auf dem Rucken zusammengebundenen Tuch.„Sic bittet dich, um Christi willen, chr etwas Holz zu hacken. Der Hausmeister antwortete nichts, betrachret« aufmerksam ein Stück Leder, das er aus einem Äasten genommen hatte, warf es zurück und begann �nach einem passenden Stück zu suchen... „(£s tut einem leid, wenn man sie nur ansieht," sagte die All«. sich an den Heizer wendend,„sie hat kein« Kraft, Holz zu hocken. und der Mann darf nicht wegen seiner Musik„ sogt sie. Wäsche kann sie nicht waschen, Brot backen kann sie auch nicht. Neulich Hab ich ihr den Teig geknetet." „Solche Kostgänger können wir gerade brauchen, eine Plag« Gottes," sagte der Hausmeister. „Ja, wer von Kindheit auf nichts Rechtes gelernt hat, der Hot «s jetzt nicht leicht," sagte der Heizer kopfschüttelnd. „Das ist wirklich ein Unglück mit denen," fuhr die All« fort, indem.sie. das Tiich abnahm und es auf den Tisch warf.„Und da sagt man, das sei eine Berühmtheit." „Mit dieser Berühintheit lockt man jetzt keinen Hund vom Ofen," sagte der Hausmeister.„Wenn man lein Holz hacken kann, die Berühmtheit wärmt nicht." „Herr du mein Gott, in ihrer WohwJug ist eine Kälte, ein Schmutz... Was da nicht alles in dem einen Zimmer herumliegt: Körbe und Koffer und Geschirr; also wahrhaftig, wie noch einem Schiffbruch sieht es da aus." „Verdient er denn gar nichts mit der Musik?" „Heutzutage verdient nur der. der arbeitet. Aber bei denen geht«s das ganze Leben so mit dideldum und tralala." „Warum soll man sich nicht auch vergnügen," sagte der Heizer weich.„Gott mit ihnen, sie tun niemand was Böses." „Sollen sie doch spielen, da hat keiner was dagegen, aber olles hat seine Zeit. Jetzt ist aber ein« ernste Zeit, und sie..." Der Heizer wollte etwas erwidern, aber der Hausmo'ftcr. unter- brach ihn: „Neulich gab es noch ein Unglück: dos Rohr in ihrem eisernen Ofen mar kaputtgegangen. Wieder kam sie gelaufen: Flick ihnen das Rohr. Sehn sie wohl, Hab ich gesagt, wenn ihr Mann was gelernt hätte, wärs besser, so ist es schlimm für ihn und den andern fällt er zur Last. Also, was meinst du, das hat sie übel genommen. Cr arbeitet fein ganzes Leben, sogt sie, ganz Europa kennt ihn. Sie zittert« sogar-ulüv schwamm in Tränen. "■ „Und wie sie neulich, die Aermste, immer nach unserm Fleisch geschielt hat, mein Mann hat dach vom Lande Schweinefleisch mit- gebracht. Ich sagte: was schauen Sie? Da wurde sie rot und ging." „Es geht, ihnen hall gegen den Strich, daß man sie früher in den Himmel gehoben hat. und jetzt sollen sie Holz hacken," bemerkte d» Hausmeister.„Wer arbeitet, hat auch setzt warm und sott zu essen. Zum Beispiel die Wäscherin, was die für einen Haufen Geld verdien:." „Ja," weil das eine notwendig« Sache ist." „Na ja. das ist es eben." „In unserem Hause wohntauch eine Schauspiele rm," sagt«. der
Heizer lächelnd,„ich hob vergessen wie. sie heißt... Bon der sagt man auch, daß sie seinerzeit in ganz Europa bekannt war. Herrgott, Ausländer, kamen zu chr.gefahren, und wieviel Blumen die bekan... In den Zeitungen konnte man von ihr lesen, wie sie ging, wie sie saß..." „Jetzt, Brüder, sind die Blumen abgeschafft." „Sie gehen wohl unter keine Kategorie?" „So ist es." „Im Herbst haben sie versucht, in eine Kategorie mit den Arbeitern zu kommen. Um mehr Brot zu bekommen." „Sollen mal erst arbeiten," sagte der Hausmeister,„alle wollen sie Kostgänger sein. „Herrgott, die wollen doch auch essen," sagte die Ali«. „Wenn man all« Nichtstuer siütern soll, dann können die arbeitenden Menschen auch alle verhungern.". „Da schau, jetzt kommt sie wieder," sagte die Ave, durchs Fenster blickend. „Ach Teufel, die geben keine Ruh. Laß sie nicht herein, sag, ich bin nicht zu Hause." Die Hausmeistersfrau ging verlegen hinaus. Aus dem Nor- zimmer ertönt« eine aufgeregte Frauenstimme: Um Christi willen, wenigstens etwas, mein Mann darf nicht hacken, er hat heute abend ein Konzert. Wir erfrieren ja." „Sollen sie sich nicht mit Musik abgeben, dann werden sie auch nicht erfrieren," brummte der Hausmeister. „Aber das ist doch für euch, Hotteulotten, Tier«, ihr! O mein Gott!" schrie die Frauenstimme aus dem Vorzimmer und die Außentür fiel ins Schloß. Di« Alte trat, zu Tränen gerührt, ins Zimmer. .„Hab ich dir nicht gesagt, laß sie nicht herein," schrie der Haus- meister wütend. „Sie ist doch nur ins Vorzimmer gekommen..." „Auch ins Vorzimmr darf man sie nicht lasten.„Für euch"..., selbst drängen sie sich einem auf und dann wird ntan noch beschimpft." „Da... da kommt er selbst mit dem Beil hinaus." All« gingen ans Fenster und salzen hitums. Aus der Tür des Vorderhauses trat ein Herr mit langen grauen Haaren, einen Hut auf dem Kopf. In den Händen trug er ein Beil und einen Birkcnklotz. „Na, Gott sei gelobt, dos erstemal, daß der eine Arbeit in die Hand nimmt," sagte der Hausmeister. Der grauhaarige Herr stellt« den Klotz auf den Boden, besah aus irgeirdeincm Grunde erst seine Hände und fing an Holz zu hacken. Die Hausmeisterin seufzte tief und sagte: „Das ist nur ein Jammer, daß die nicht von Kindheit auf zu richtiger Arbeit angehallen sind. lAus dem AusNlchen übertragen von Alma L«ver«.l Ein Friedhos subtropischer Tiere In Sibirien . Bei den Grab unosarbeiten, die in Kasakstan ausgeführt werden, stieß man auch aus die Anlagen eines Tierfriedbofes. Die Freilegung der Skelette ergab, daß man hier einen Friedhof subtropischer Tiere freigelegt hatte, also tierische Bewohner Sibiriens aufgefuirden hatte, die dieses Land vor nicht fernen geylogischen Zellen bewohnten, als hier noch subtropisches Klima herrscht«. Die Un�ersuchungsarbellen werden an Ort und Stelle von einem großen Kreise von Fach- gelehrten sortgesetzt.
Qlbl es Jiaiushohe*' �Vellen? Man hört immer wieder von Leuten, die übers Meer fuhren, besonders wenn sie ein kleines Schiff benutzten, von„haus"- und „turmhohen" Wellen erzählen. Gibt es aber wirklich haus- und turmhohe Wogen? Seit man begonnen hat, die Höhe der Wellen nach wissenschaftlichen, besonders photogrammetrifchen Verfahren zu anessen, ist man immer mißtrauischer in der Beurteilung solcher Bo- richte geworden. Denn das Ergebnis dieser, mit großer Genauigke.t durch viele Jahr« hindurch geführten Untersuchungen war über- . laschend. Es zeigte nämlich, daß die Durchschulltstvellenhohe, d. h. die Entfernung zwischen dem tiefsten Punkt des Wellentals und dem höchsten Punkt des Wellenbergs, bei schwerem Sturm nur etwa 6 Meter beträgt, und daß selbst die allerhöchsten Wogen bei einem solchen Sturm im Atlantischen Ozean «ine Höhe von S Metern kaum je überschreiten. Bei ganz ungewöhnlich heftigen Stürmen im Großen Ozean kann allerdings in fellenen Fällen auch einmal die Dnrchfchnittshöhe 9 Meter betragen, während dann einzelne aus- nahmsweife mochtige Wellen ein Maximum von 13� Metern cr- reichen. In den Meeren der südlichen Halbkugel will mqn sogar Wogxn von lö Meter Höhe beobachtet haben. Dos sind indessen Wellen- höhen, die der gewöhnliche Sterbliche glücklicherweis« kaum je zu Ee- ficht bekommt. Selbst int gefürchteten Golf von Biskaya pflegen die Wogen auch bei schwerem Wetter eine Höh« von 8 Metern io gut wie nie zu überschreiten; sie sind also weder„türm"- noch„haus- hoch", würden vielmehr— an einem vielftöckigen Etagenhaus gc- messen— ein Schilf eben bis zur Grenze des zweiten und dritten Gesthosics emporheben. Dabei sind auch solche Wogen noch durchaus aus die weiten, offenen Ozeane, beschränkt, so auf den Atlantik, den Pazifik und ganz besonders auf die Meer« der südlichen Halbkugel, In kleineren, rings von Ländern umgebenen Meeren dagegen sinkt die maximal« Wellenhöh« noch wesentlich weller herab. So erreichen die Wogen des Millelmeere's noch Höchsterhebnngen von 4K Metern, die der Nordsee von 4, der Ostsee gar nur von 2 bis 3 Metern!
Die türkische Regierung kündigt fetzt einen Gesetzentwurf an. nach dem der bisherige wöchentliche und auf Freitag gelegene Feiertag in der Türkei auf Sonntag, verlegt werden soll. Diese Maßnahme wird mit wirsichalklichen Motiven, insbesondere mit Rücksicht auf die Feiertagsgepflagcnheiten in Europa begründet. Der Kormoran in Ostpreußen kam in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts noch in verhältnismäßig zahlreichen Kolonien vor. Bon all diesen Kolonien hell sich ober nur eine einzig« bis in unsere Tage erhallen, nämlich die Siedlung cuts dem Lindenwerder lln Mahrungsee(Kreis Osterodes. Seit wann und wie lang« die Vögel hier genistet haben, wissen wir nicht: doch waren iii den 80er Jahren aui dem Lindenwerder Kormoran« häutig; wurden jedoch in den folgenden Jahren von den Fischcreipächterir abgeschossen und vertrieben. Lange Zeit galten dann die Kormorane als von dieler Stell«, dem letzten ostpreußilchen Brutplatzc, ver- IchWunden. Erst seit etwa 1919 stellten sie sich zum Brüten'auf der Insel wieder ein, und in der Folgezell wuchs die Zahl der Bruti paar« außerordentlich rasch und war dank der umfassenden und geradezu vorbildlichen Schutzmaßnahmen des Oberanumamts Görtz in den Jahren 1928 und 1929 schon aus mindesten» 200 Paare ge- stiegen. Damit dürfte jetzt aus dem Lindenwerder die größte Kor« morankolonie bestehen, die überhaupt in Deutschland vorkommt. Wo diese Böget außerhalb der Brutzeit bleiben, wissen wir noch nicht. Darüt-er muß erst die Beringuna zahlreicher Innerer in den Horlten Aufklärung geben. Anld-einend streichen sie nach Berlosien des Bruk- plgtzes innerhalb der Provinz nicht viel umher, sonst müßten sie «mh auf anderen Seen öfters bemerkt werden. Noch wie vor muß der Kormoran für die ostpreußischen Gewässer abgesehen vom Mahrungsee und vielleicht einigen Nachbarseen, als Ausnahmeer-. schainung gellen...........-
SSerlin 8.. Oraniensir,*64/65 Sßerlin 11., Reinickendorfer Strafe 21 Charlollenburff, Rosinenslraße'J SSerlin 0� frankfurter JlUcc 60 Rertin IL, Rrunnensirafte 188/100(Spe&ialhaus f, Herrenbekleidung)