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Beilage

Dienstag, 21. Januar 1930

Der Abend

Shalausaale des Vorwärt

Vorschau auf eine Ausstellung

Dinge, die auf der Dresdener Hygieneaustellung nicht fehlen sollten

der Politik überhaupt. Ein Fortschritt der Gesundheitspolitik ist nur durch politische Auseinandersegungen denkbar. Deshalb ist auch eine politische Neutralität der Hygieneausstellung, soll sie wirklich alle Ursachen der gesundheitlichen Schäden aufdecken, ein Unding. Sie muß sich auch mit Fragen beschäftigen, die den Gegenstand des politischen Kampfes bilden. Deshalb dürfen sich die Veranstalter auch nicht davor scheuen, auch Dinge in das Ausstellungsprogramm aufzunehmen, die vielleicht bei diesen oder jenen politischen Kreisen Anstoß erregen werden. Soll die Hygieneausstellung einem über den Augenblid hinausgehenden Zweck dienen, so ist es allein der, daß sie den politischen Kampf um die Volksgesundheit mit wissen. schaftlichen Argumenten unterſtüßt.

Am 16. Mai wird in Dresden die zweite internation| beitszeit, der Frauen und Kinderarbeit, die Be- 1 Boltsgesundheitspolitik ist Gesundheitspolitik, damit ein Teil nale Hygieneausstellung eröffnet werden. Aus den An fündigungen in der Tagespresse erfieht man, daß die Ausmaße dieser Ausstellung über fene von 1911 weit hinausgehen werden. Was wird nicht alles da geboten! Ein großartiges Hygiene museum wird eröffnet werden, eine Schau, die, wie es in einer Zeitung heißt. den Menschen in gefunden und tranten Tagen, seine Ernährung, feine Körperpflege, die Vererbung, die Pflege von Mutter und Kind vielseitig und für jeden verständlich darstellt. Die Wissenschaft wird vertreten sein, Industrie und Technit werden ihre sanitären Schöpfungen zeigen, Reich, Staat, Provinzen, Landkreise, Städte, einzelne Fachgruppen, Versicherungsträger, Bereine und Verbände werden mit reichem Anschauungsmaterial vertreten sein. Allgemeine Körperpflege, die Frau in Familie und Beruf, das Kind, Leibes übungen, Arbeitshygiene, feelische Hygiene, Lebensmittel, Aberglaube und Gesundheit, Kleidung, Wohnung, Schädlingsbekämpfung, Des infektion; dann eine Sonderschau Das Krantenhaus". An der Ausstellung werden sich 20 ausländische Staaten beteiligen, ebenso die Hygienesektion des Böllerbundes und das Internationale Arbeitsamt.

Soweit das Ergebnis der Vorbesichtigung, wie es in der Tages. presse geschildert wird. Sicherlich alles gut und schön, notwendig und begrüßenswert. Und doch hätten wir gewisse Wünsche, die allem Anschein nach eine wesentliche Ergänzung der Hygiene­ausstellung erforderten, soll diese ihren 3wed, Aufschluß über den Stand der Volksgesundheit zu geben und dem Fortschritt der sozialen Hygiene zu dienen, restlos erfüllen.

Kritik an einer Rede

Bei der Vorbesichtigung hielt der geschäftsführende Direktor des Deutschen Hygienemuseums, Regierungsrat Dr. Seiring, eine Rede, in der er einen Ueberblid über die Entstehungsgeschichte des Museums gab und seinen Aufgabentreis schilderte. Seiring be trachtet den Stand der Boltsgesundheit sehr pessimistisch. Das atemlose Jagen nach Befih, nervöse Arbeitsha st und Streben, der träftige Wettbewerb auf allen Gebieten bedingen Kraftanspannungen, wie sie in früheren Jahrhunderten ganz und gar unbekannt waren. Durch unsere großartigen tech­nischen Erfindungen, durch unsere grandiosen Verkehrs. möglichteiten ist der Kreis der Menschen, die im Daseinstampfe stehen, ein so ungeheurer geworden, daß der einzelne fich mur mit Aufpeitschung aller seiner Kräfte behaupten tann. Dazu kommen unsere modernen Reizmittel und Lebensgifte, das bis zur Sonnenhelle vervollkommnete Licht, das viele Menschen veranlaßt, einen Teil der Nacht zum Tage und einen Teil des Tages zur Nacht zu machen, das Leben und Arbeiten in geschlossenen Räumen von Jugend auf, als Kind in der Schule, als Erwachsener in den Büros und Arbeitssälen. Alle diese Schädlichkeiten tönnen auf die Dauer nicht ohne Einfluß auf den Gesundheitszustand des Menschen bleiben. Unsere Waffen und unsere Abwehrmittel liegen im Men schen selbst, liegen in seiner Bernunft. Wir müssen die Schädlichkeiten, die die Gesamtentwidlung der modernen Zeit mit fich gebracht hat, durch eine pernunftgemäße Lebens. weise auszugleichen fuchen."

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In diesen Darlegungen liegt viel Richtiges, leider auch viel Falsches. Zunächst ist es nicht ganz richtig, wenn Seiring behauptet, die Lebensgewohnheiten der Menschen hätten sich zu ungunsten der Volksgesundheit verschoben. Im Gegenteil: wissenschaftliche Unter­fuchungen haben ergeben, daß sich normale Lebensbedingungen vorausgesezt in den letzten Jahren eine wesentliche Wendung zum Befferen gezeigt hat. Der Kampf gegen die Volkskrankheiten hat große Erfolge erzielt, die Säuglingssterblichkeit ist start zurückge­gangen, die Arbeitsfähigkeit des arbeitenden Menschen ist um Jahre perlängert worden. Aus dem statistischen Jahresbericht des Reichs gesundheitsamtes geht flar hervor, daß der Ausbau der Sozialversicherung in gesundheitlicher Beziehung ganz außerordentlich große sozialhygienische Wirkungen zur Folge hatte. Auf der anderen Seite jedoch scheinen uns die Motivierungen Seirings für die sozialhygienische Krisis, in der sich nach wie vor mei'e Bevölkerungstreise befinden, nicht tief genug zu gehen. Gewiß, Arbeitshaft, Jagen nach Besiz, Rezmittel und Lebensgifte spielen dabei auch eine Rolle. Aber die wichtigsten Faftoren, die bei einer missenschaf lichen Schau über den Stand der Volksgesundheit berück­sichtigt werden müssen, sind ganz wo anders zu suchen. Leider sind wir noch nicht soweit, daß der Mensch in seiner Ber­munit allein das Abwehrmittel gegen voltsgesundheitliche Schädi­gungen befigt. Bermunstgemäße Lebensweise ist gewiß ein an­crtennendes Poftulat, aber sie muß durchgeführt werden können. Die Frage ist, ob die Bevölkerung die Macht zu einer ver= nunftgemäßen Lebensweise hat. Und darüber müßte Und darüber müßte die hngienische Ausstellung Auskunft geben. Die Entwicklung der Bo'ts esundheit ist eine politische Frage. Im G: segeswege müssen die Maßnahmen ergriffen werden, die not­wendig sind, um gesundheitliche Mißitände zu beseitigen. Die Basis der modernen Sozialhygiene ist die Sozialversicherung. Die Sozial­versicherung ist ein politisches Problem erster Ordnung. Bernunft und vernunftgemäße Bebensweise des einzelnen haben also mit dem voltsgesundheitlichen Fort fchritt weniger zu tun als der innenpolitiche Machttampf.

Was wir vermissen

Was wir bei der Internationalen Hygieneausstellung vermiffen. ist die Elendsstatistik! Aufgabe einer voltsgesundhei lichen Veranstaltung nach unserer Auffassung muß es sein, die wirklichen Ursachen der volksgesundheitlichen Schäden zu zeigen, die Ein wirtungen des sozialen Elends auf die Bolts gesundheit. Soweit man aus den Borbesprechungen sieht, wird nirgends die Bedeutung der Menschenökonomie auf die hygienische Lage der arbeitenden Klaffe gewürdigt. Und doch ist die Hauptwurzel aller gesundheitlichen Mißstände die sinnlose Ber schwendung, die mit den menschlichen Gütern im Gegensatz zu der ökonomischen Behandlung der Sachgüter getrieben wird. Hier märe verschiedenes zu zeigen. Es wäre der Einfluß ber Ar.

schäftigung von Schwangeren, der Mängel der Fabrithygiene usw. usw. darzustellen. Weiter wären die 3usammenhänge zwischen Sozialversicherung und Boltsgesundheit ein sehr dankbares Gebiet für eine Hygiene­ausstellung. Gerade in der Zeit, wo weite Unternehmerkreise aus politischen Gründen sich für einen Abbau der Sozialversicherung ein­feßen, müßten die gesundheitlichen Wirkungen der Sozialversicherung eingehend vorgeführt werden. Weiter wären die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Bolksgesundheit nicht zu vernachläffigen. Es wäre doch sehr interessant, aus statistischem Material festzustellen, welche gesundheitliche Schäden die Arbeitslosigkeit zur Folge hat. Die gesundheitliche Bedeutung des Wohnungs- und Ernährungselends dürfte ebenfalls nicht zu furz tommen. Wohnungs- und Natur­hygiene sind die Grundbedingungen einer erfolgreichen Gesundheits­politik. Nicht nur darum geht es, welche Nahrung die vernunft. gemäßefte ist, sondern darum, wie diese vernunftgemäße Nahrung in Verbindung mit gesunden Wohnungen für die Arbeiterschaft herbeigeführt werden tann. Das gehört natürlich wieder in das politische Gebiet, aber die Hygieneausstellung wird ja erst dadurch ihren 3wed erfüllen, daß fie das Material für die politische Erledigung der volksgesundheitlichen Fragen liefert. Sie wäre nur etwas Halbes, wenn sie beispielsweise nichts über das klägliche Leben der Tabatarbeiter oder der Heimarbeiter im Erzgebirge befagte. Dder: die Schäden des 2btreibungsparagraphen! Hier ergäbe sich eine große Aufgabe für die Hygieneausstellung, das Problem der Abtrei. bung oder Prävention ist von einer solchen grundlegenden gesundheitlichen Bedeutung, daß man es als unverständlich ansehen müßte, wenn die Ausstellung davon keine Kenntnis nehmen sollte, mur weil vielleicht politische Gründe dagegen sprechen sollten.

Da es unter den gegebenen Umständen als ausgeschlossen er scheint, daß die Beranstalter der Ausstellung sich zu einer Erweite rung ihres Brogramms in diesem Sinne entschließen, so muß die Initiative von anderer Seite tommen. Wir glauben, daß insbe fondere die Träger der Sozialversicherung, die Kranten­taffen, berufen wären, diese Ergänzung vorzunehmen. Sie müßten in dem von ihnen beigebrachten Material in ausreichender Weise die Elends statistit, die Grundfäße der Menschen. ökonomie, die gesundheitlichen Auswirkungen der Sozial. versicherung, das Wohnungs- und Ernährungs­elend, die Arbeitslosigkeit, die gefährlichen Folgen eines Abbaues der Sozialversicherung auf gesundheitlichem Gebiet, das Problem der Arbeitszeit um. berücksichtigen. Aus der Sphäre der bloß belehrenden Auftlärung muß die Hygieneausstellung in die Sphäre der sozial. rämpferischen Auftlärung erhoben werden. Das ist unserer Meinung nach ihr 3wed, darin liegt ihre Bedeutung.

Dr. Moses.

Wenn das Blut krank ist...

Blutarmut und Bleichsucht

viel Ropfweh und Schwindelanfälle. Die monatliche Blutung tomint dann seltener und unregelmäßig und ist schmerzhaft. Gewöhnlich weisen die inneren Geschlechtsorgane eine unzureichende Entwicklung auf( Hypoplasie).

Das Blut, ein flüssiges Gewebe unferes Körpers, ist wie alle| feit, Herzflopfen beim Treppensteigen, häufige Verstimmungen und anderen Gewebe aus Bellen zusammengesetzt, und zwar aus zwei verschiedenen Bellenarten, den weißen und den roten Blut­förperchen. Beide Teile des Blutes tönnen gesondert für fich ertranten. Mit den Veränderungen des weißen Blutbildes( Leuk­ämien) find auch Veränderungen von Organen verbunden( Knochen­mart, Milz und Lymphdrüsen), und diese Erkrankungen führen meist in relativ turzer Zeit zum Tode.

Wir wollen hier nur von den Ertrantungen des roten Blutbildes sprechen, die von weit größerer Häufigkeit sind, und die nach dem heutigen Stande der Wissenschaft auch eine ge= wisse Aussicht auf Heilung bieten.

Füher war besonders eine dieser Blutkrankheiten gefürchtet, weil fie mit ziemlicher Sicherheit tödlich endete. Es ist dies die sogenannte pernitiöse Anämie, d. h. lebenzerstörende Blutarmut, so genannt zum Unterschiede von leichteren Graden von Blutarmut , wie fie fich häufig im Gefolge nervöser Schwächezustände einstellt. Die Ursachen dieser Krankheit sind heute noch keineswegs geflärt; nur mehr oder weniger wahrscheinliche Bermutungen werden darüber ausgesprochen. Man spricht von verschiedenen Arten von Bergiftungen, sei es durch kleine organische Lebewesen( mikro­organismen) wie etwa bei der Syphilis, sei es durch Auftreten von besonderen Stoffwechselprodukten, wie sie bei bestimmten Zuständen ( 3. B. Schwangerschaft, Wurmfrankheiten) auftreten. Das Blutbild verändert sich hierbei in der Weise, daß in immer größerer Menge un reife rote Blutförperchen( Frühformen) im Blute auftreten, da der blutbildende Apparat infolge des starten Unter ganges von normalen Blutzellen schneller und deshalb unvoll­

fommener arbeitet.

Das äußere Bild der pernitiösen Anämie sind eine bleiche Hautfarbe und allgemeine Körperschmäche Unter zunehmendem förperlichen Verfall( ständige Gewichtsabnahme) tritt der Tod ge­wöhnlich, nach wenigen Monaten durch Herzschwäche ein.

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Diese Krankheit war, wie gesagt, früher sehr gefährlich. Heute jedoch haben wir zwei Methoden, mit denen man zwar die Krankheit selbst nicht vollständig heilen, bei dauernder Behandlung aber wenige stens den Patienten bei vollen Kräften am Leben erhalten kann. Die eine Art der Behandlung ist die operative Entfernung der Milz, die einen wesentlichen, aber noch feineswegs geflärten ösen Anämie ausübt. Da dieses Verfahren aber längst nicht in Einfluß bei allen Blutkrankheiten, besonders jedoch bei der perniti allen Fällen zum Erfolge führt, wird es nur wenig angewendet. Weit besser hat sich eine andere, von Amerita übernommene Behandlungsmethode bewährt, nämlich die der Leberverabreta ung.. Die Patienten haben täglich eine bestimmie Menge( bis zu ein Pfund und darüber) Beber( leicht gedämpft) oder die ent­sprechende Menge eines Leberpräparates zu verzehren, wodurch häufig eine völlige Biederherstellung des vorherigen Kräftezustandes erreicht wird. Allerdings hält dieser Zustand nur dann und solange an, wie die Leberverabreichung fortgesetzt wird. Natürlich stellt die Eintönigkeit dieser Kost einen großen Nachteil dar. Man arbeitet daher zur Zeit daran, aus der Leber den wirksamen Bestandteil zu isolieren, um diesen in schmackhafter Form jeber Speise zusetzen zu fönnen. Bon einer gründlichen Erklärung dieser früher so un­heimlichen Krankheit sind wir jedoch noch weit entfernt, und deshalb wird auch ihre Totalheilung noch längere Zeit auf sich warten laffen müssen.

Sehr viel harmloser ist eine andere Blutkrankheit, bet der Todesfälle nie beobachtet wurden, und die früher zu den Alltäglich­feiten gehörte: Die Bleichsucht( Chlorose). Man erinnert sich noch jener Zeiten, in der besonders die jungen Mädchen in der Pubertät( d. h. der etwa zwischen dem 14. und 20. Jahre liegenden Entwicklungszeit) die typischen Anzeichen dieser Krankheit zeigten: Weiße Haut, blaffe Lippen und Schleimhäute, trüber Blid, Mudig.

Der Grund zu allen diesen Erscheinungen ist eine Ber ringerung des Blutfarbstoffgehaltes. Die Bea handlung besteht in Bettruhe und reichlicher Ernährung( Mast. und besonders Milchfuren); auch wird seit alters Eisen und Arsen mit gutem Erfolge Derabfolgt.

Die Bleichsucht ist in letzter Zeit außerordentlich selten ge worden. Sie gehört schon zu den Raritäten in der Sprechstunde des Arztes, und auch in den großen Polikliniken tommen nur noch wenige Fälle vor. Man ist sich darüber einig, daß die Abschaffung der Korsettmode die Ursache für dieses erfreuliche Zurückgehen ist. Der durch den Schnürring ausgeübte Druck auf die Leber hatte früher zu einer Blutstauung in der Leber und zu einem teilweisen Schwund des Lebergewebes geführt. Es ist klar, daß dies einen ungünstigen Einfluß auf die Blutzusammensetzung haben mußte, meil der Leber eine wichtige Hauptaufgabe bei der Blutbildung zukommt.

Betrübend ist heute höchstens noch die Tatsache, daß es weniger die menschliche Vernunft war als die Mode, die uns den Gegen der forsettlosen Zeit gebracht hat. Und wenn wir die heutige Mode betrachten, so werden wir immer noch genug andere Schädigungen der Gesundheit dabei entdecken fönnen. So verdanten viele Krant­heiten ihre Entstehung nicht der allgewaltigen Beherrscherin des. Menschen, der Natur, sondern der sogenannten Kultur" unserer famofen Gesellschaftsordnung, die die Natur gern noch verbessern oder verschönern möchte.

Ewald Bohm.

Ergebnisse einer Syphilisexpedition

Die deutsch russische Syphilisexpedition in die Mongolei beab. sichtigte bekanntlich die Zweifel zu klären, die in der letzten Zeit über den Zusammenhang zwischen Häufigkeit von Nervenertran­fungen( Baralyse, Tabes) und Salvarfanaera aufgetaucht waren. Bekanntlich war immer wieder behauptet worden, daß in jenen Ländern, wo die Lues endemisch und fast unbehandelt ist, Nerve: 1- schreitende Hirnerweichung( Baralyse) nicht vorkommen. ertranfungen, wie Rückenmarkschwindsucht( Tabes) und fort schuldigte den Alkohol, die Poden, aber vor allem das Salvarsan an, daß sie das Auftreten der sogenannten Neurolues begünstigten. Diese Frage fonnte eraft nur gelöst werden, wenn man e'nmal ein ganz syphilitisch durchleuchtes, aber nicht behandeltes Bolt unter

Man

fuchte. Ein solches Boll, die Burjäten, wohnt in der Mongolei. Bu diesem Bolle wurde mun eine deutsch- russische Expedition ent fandt. Die deutschen Teilnehmer, die Professoren Bazig, Jeßner, Beringer und Klopstod untersuchten die Bevölkerung mit allen Hilfsmitteln der modernen Medizin. Die Nervenuntersuchung durch Beringer, die mit größter Mühe und Sorgfalt unter ständiger Zu­rateziehung dolmetschender einheimischer Aerzte vorgenommen wurde, ergab ein recht häufiges Borkommen von Tabes und Bara­Inse. Bei 3uhilfenahme aller diagnostischen Hilfsmittel fand man allein bei 430 Syphilitischen 19mal Tabes 10mal Taboparalys: und 4mal Paralyfe. Von diesen waren 29 nie behandelt worden, die anderen vier waren von den Lamas anscheinend mit Quodfiber gänzlich unzureichend anbehandelt" worden. I denfalls zeigt der Befund. daß Tabes und Paralyse bet unbehandelten Questtanken erschreckend häufig ist. Durch diese Feststellungen sind die letz en Einwände, die immer noch von salvarfangegnerischer Seite e hober wurden, als wiederlegt anzufehen. Es ist zu erwarten, daß mi der statistisch feststehenden Abnahme der Syphilis auch ihr str Stadium, die Neurolues, langsam verschwindet.