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Berlin muß versorgt werden!

Die Bafenanlagen der Weltstadt.

" Geet allt diesem Thema veranstaltete der Reichsbund de Deutscher Technit feinen zweifen Vortragsabend im Haus der Technik.

Genosse Schining von der Behala sprach über Berliner Häfen und Schiffahrt. Er unterstrich als lebensnotmendiges Brinzip ber fünftigen Entwicklung der Reichshauptstadt die Bedeutung der Berliner Häfen In den städtischen Anlagen werden Don den 10 Millionen Tonnen rund 3 Millionen Tonnen umge­schlagen und zum Teil vorübergehend gelagert. Die veralteten Hafen anlagen genügten bem modernen Bertehr nicht mehr; 1913 murde durch den Osthafen der Grundstein zu einem modernen Hafen gelegt, dann folgte die großartige Anlage des Westhafens. Der Berkehr in den städtischen Häfen, welcher 1924 rund 1 Million Tonnen betrug, stieg 1929 auf 3% Millionen Tonnen. Die Art der Entmid­lung des Berkehrs, die sich zu einem Wettkampf zwischen Eisen­ bahn und Binnenschiffahrt und als dritten neuen Konturrenten, den Lafttraftwagenverlehr gestaltet hat, zeitigt für die Hafen. wirtschaft ein ganz verändertes Bild. Das hochwertige Stüdgut wird felten im Schiffsraum noch verfrachtet, es wird meift auf den schnellan Kraftlaftwagen nach Berlin geführt. Die Güter, welche auf dem Wasserwege nach Berlin befördert werden, bestehen zur Hälfte aus Baustoffen, zu einem Viertel aus Kohle und Brennstoffen, und nur 25 Proz. bleiben für die anderen Güterarten übrig. Für die Tech nifer ergebe sich das interessante Problem, den Güterverkehr so zu organisieren, daß sich fein Leerlauf ergibt. Ein vorzüglicher Film der Bundesfilm- A.- G. führte durch die städtischen Hafenanlagen mit thren technischen Wundermerken.

Als zweiter Rebner des Abends sprach Martthallendireftor Moramsti über Die Berliner Wartthallen". Aus biefem sehr oft schon abgehandelten Thema föllen mur die Zahlen genannt werden, die die Bewirtschaftung Berlins mit Nahrungszufuhr burch die Markthallen aufweisen tann. Neben den zwei Zentralmarkthallen befigt Berlin zehn fleinere Martthallen, 37 öffentliche Märkte und 59 Brivatmärkte mit zusammen 268 Martitagen in der Woche. Die Zahl der Stände auf diesen Märtten beträgt etwa 25 000. Da man für jeden Stand in der Regel drei Beschäftigte rechnen tann, so üben auf den offenen Märtten etwa 75 000 Personen den Handel aus, eine Zahl, die der Bevölkerung Frankfurt a. d. Oder gleichkommt.

Fehlerhafte Straßenbahnwagen.

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STADT VORWARTS

BEILAGE

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Aus der Arbeit der Bezirke.

fommunistische Schlafbursche".

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1. Bezirk Mitte.

großer Mehrheit als Borsteher wiedergewählt. Die Kommu In der festen Bezirksversammlung wurde Genoffe Riefe mit nisten präsentierten mie in allen Bezirkan ihren eigenen Randidaten, der aber nicht einmal alle Stimmen seiner tommunistischen Freunde erhielt. Als Beifizer murde gewählt die Genoffin 2o11st ein und als Stellvertreter der Genosse Bernau . In die Bezirksschul beputation delegierte die Bezirksversammlung den Genoffen Horsch als Bertreter des Vermaltungsbezirks mitte.

Es folgten die mit großer Spannung erwarteten Wahlen der unbejoldeten Bezirksamtsmitglieder. Um sich den Anspruch auf zwei Stadträte zu sichern, hatten die Kommunisten einen nachgerüdten burschen im Bezirt Mitte anmelden und ihn der Bezirksversamm. Stadtverordneten aus dem Bezirk Lichtenberg rasch als Schlaf Lung Mitte zuteilen lassen. Anscheinend gibt es aber auch in der APD- Fraktion des Bezirks Mitte noch anständige Elemente, die folche Schiebung nicht mitmachen. Die fozialdemofra tische Liste erhielt zwei Stimmen über die Frattionsstärfe, die offenbar von Kommunisten abgegeben waren. Für die Kommunisten müssen dann die Nationalsozialisten gestimmt haben, die mit den Deutschnationalen nach außen hin eine Listenverbindung einge­gangen waren. So wurde von der kommunistischen Liste nur ge­Sozialdemokratie behielt die beiden Stadträte Schmahl und wählt der sattsam bekannte Stadtverordnete Wisnewiti; Sie Friedlander, die Frattion Mitte stellt die Herren Haafe und Reuendorf und die Deutschnationalen den Rettor Döring. Bei der Beratung der fommunistischen Agitationsanträge, die mit den bekannten Ausfällen der kommunistischen Redner gegen un fere Bartei gewürzt wurde, fonte der Vorsteher nur noch die Be­im Saal und auf der Tribüne tobten, weil ihre Attion fo tläglich chlußunfähigkeit des Hauses feitstellen. Die Kommumisten nerpufft war. Auf der Straße randalierten fie meiter, wobei es zu 3usammenstoßen mit der Polizei fam.

gestürmt worden maren, zunächst räumen zu lassen und dann die mit usmeisen Bersehenen mieber hinaufzulassen. Das murde beschlossen. Nun sezte im Saal ein wohlorganisiertes Schimpf. tonzert zwischen aufgeregten und sich hysterisch überschreienden auf Aufforderung der BD. großenteils, den Anweisungen des Vor Frauen im Wechsel mit der Tribüne ein. Die Tribüne weigerte fich ftehers Dr. Kunz nachzutommen. Schupo mußte tommen. Kaspar und Fieber rannten hin und her, um den Widerstand zu stärken und das Schauspiel zu leiten. Endlich war Ordnung geschaffen, und die Verhandlungen gingen meiter. Noch hezten die Kommunisten draußen meiter, als die Berhandlungen im Saal ihren Fortgang nalymen. Die Stadträte wurden ohne Rettelwahl auf Grund all­feitiger Zustimmung bestätigt, von der Sozialdemokratie die Stadträ'e Wilt und Dr. Sußmann. Der Ausschuß zur Wahl des Nach­folgers des derzeitigen Stadtrates Dito und des stellvertretenden Bürgermeisters wurde eingesetzt.

Als die Frage der Tribünenfarten verhandelt wurde, stürmten die Kommunisten herein, tobten und versuchten, dem Borsteher die Klingel zu entreißen. Als einer ein Wasserglas schleuderte, hob der Vorsitzende die Sigung auf.

Gend

Konstituierung der Versammlung.

11. Bezirf- Schöneberg.

wahl verpflichtete Bürgermeister Berndt die neugewählten Bezirkss In der ersten Sigung der Bezirksversammlung nach der Reus verordneten durch Handschlag. Er mies in seiner Begrüßungsan­Sprache auf die große Not der Gemeinden hin, betonte aber, daß zur Katastrophenftimmung fein Anlaß vorliege. Nach Einfüh­rung übertrug er den Borsiz an das älteste Mitalied der Berfamm lung, dem Bezirksverordneten Evers( Dnat.). Die Wahl des Bora Evers, bas Amt des Stellvertreters erhielt unser Genosse With Im standes ergab folgendes Bild: Borsteher wurde der Deutschnationale

ritsch, zwater Stellvertreter wurde der Boltspartei'er Dr. Teufer Su Beisigern wurden gewählt: Frl. Bezel( Dnat.), Genoffit Rirst, Leonhardt( Dem.). Buttler( Nat.).

Volkswohlfahrt steht über Sparfamteit! beten Stadträte, Bahl der Deputationen und Bahl zweier befoldeter

2. Bezirk Ziergarten.

Die auf der Tagesordnung stehenden Bunkte: Wahl der unbesol= Stadträte( Die infolge Ueberalterung frei werden), wurden nach der Wahl des Wahlausschusses demselben überwiesen. Die Kommunisten batten einige Rundreiseanträge eingebracht, deren Dringlich feit wier sprochen wurde, so daß sie in der nächsten Sigung beraten werden

Lönnen.

Die neue fommunistische Frattion, durch teine Sachfenninis ge trübt, glaubte schon in der ersten Sigung die Hilfe der Tribüne in Anspruch nehmen zu müssen. Sie hatten ihre Sturmtolonnen ins Rathaus bestellt, diese besetzte ohne Tribünentarte die Tribüne. Der Aufforderung des Vorstehers, die Tribüne zu räumen, tamen sie nicht nach, so daß die Versammlung verlaat werden muste. Als die Polizei eridien, räumten sie das Feld; vorher hatten fie mie alberne Schulbuben die Sicherungen aus den elektrischen Schaltern entfernt.

Bei der ersten Bersammlung der Bezirksverordneten blieb auch dem Kreis Tiergarten bie langatmige Erklärung nicht erspart, Die befehlsgemäß die Kommunisten in allen Kreifen vorbringen. Bei der Borstehermahl stimunte der ganze Bürgerblod, von National fozialisten bis Demokraten, für den Deutschnationalen Granaß. Die Kommunisten stimmten wie immer für ihren Kandidaten und verhalfen dadurch Granaß mit 36 Stimmen gegen den Genossen Bubli( 15 Stimmen) zum Siege. Als Borsteherstellvertreter wurde Bublik mit 46 Stimmen der SPD. und den Bürgerlichen gewählt. Nach der schlüffelmäßig erfolgten Wahl ber ständigen Aus fchiffe und Deputationen wurde bei einer Anzahl fomununistischer eine Anfrage ein, die Auskunft verlangt über Art und Umfang der Anträge der Dringlichkeit widersprochen. Ferner brachte die SPD . im Bezirk Tiergarten angeordneten Sparmaßnahmen auf bem Gebiete des Gesundheitswejens und der Bohl. Die fommunistische Antragsmaschine. fahrt. Die Antwort des Bezirksamts steht noch aus.

Lange und die Volksschulen.

Aus dem Betriebe gezogen und umgebaut. Einige Blätter brachten in sensationeller Aufmachung die Mitteilung, daß bei der non der BBG. betriebenen Berliner Straßenbahn mittonenverluste durch schwere Fehler bes Konstruktionsbüros bei der Schaffung der sogenannten Schüzen­magen" entstanden seien. Hierzu teilt die BVG. mit, daß es sich bei den Schützenwagen um eine Konstruttion aus dem Jahre 1927 handelt. Die Wagen wurden von der Straßenbahn­Betriebs- GmbH. bestellt und im Juni v. I. abgeliefert. Bei den Wagen haben sich Unzulängligteiten in der Brems­vorrichtung und in der elettrischen Ausrüstung herausgestellt. Die BBG. hat deshalb die einzelnen Wagen vorüber­gehend aus dem Betrieb gezogen, um diese Mängel beseitigen zu laffen. Ein großer Teil diefer Wagen ist bereits wieder in den Betrieb eingestellt und verkehrt insbesondere auf den Ringlinien, zunächst ohne Anhänger, meil hier besonders hohe Geschwindigkeiten erzielt werden tönnen. Die Behauptung, daß diese Schüßenwagenordnung zu erledigen. nur noch als Beiwagen verwendet werden, trifft nicht zu. Sie erklärt sich daraus, daß Beimagen des gleichen Typs im Verkehr find. Die als Triebwagen konstruierten und gebauten Wagen werden jedenfalls nach wie vor ausschließlich in dieser Eigenschaft verwendet. Durch die notwendigen Aenderungen der gelieferten Triebwagen sollen angeblich Schäden in Höhe von vielen Millionen für die BBG. entstanden sein. Hierzu ist zu sagen, daß die Umbautosten den Lieferfirmen zur Bast fallen, soweit es sich bei den norzunehmenden Beränderungen um Beseitigung von Mängeln der elektrischen Ausrüstung handelt. Die Gesamitosten des Umbaus

ſtehen im Augenblick noch nicht fest. Die Kosten für die Beseitigung

der tonstruktiven Mängel, felbst wenn fie allein von der BVG. zu tragen mären, würden pro Wagen 1000 Mart, insgesamt aljo 300 000 Mart, auf teinen Fall überschreiten

08.10.1

Starfer Andrang zu den Gerfen. Schnellste Anmeldung der Grundschüler erforderlich. Wie bisher festgestellt worden ist, wird die Abwanderung aus den vierten Grundschulklassen nach den Segten zu Ostern 1930 außer­ordentlich start sein.

Bei der Raumnot und dem Lehrermangel an den städtischen höheren Lehranstalten wird aber dem Bedürfnis nur in beschränktem Maße Rechnung getragen werden tönnen. Den Erziehungsberech tigten wird daher dringend geraten, die Anmeldung zur Auf nahme( ofort vorzunehmen, damit die Kinder, menn die Höchft besuchsziffer der betreffenden Lehranstalt bereits erreicht ist, noch einer anderen Schule überwiesen werden fönnen.

0

FREITAG 31, Jan. bis

SONNABD. 8. Febr.

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3. Bezirk

Wedding .

Die zwette Bezirksversammlung hatte die infolge der Beschluß unfähigkeit der vorigen Bersammlung nicht zu Ende geführte Tagas Die Sigung gestaltete fich jedoch wieder zu einem Radaubenefiz der Kommunistischen Partei. Fast sämtliche neugewählten Mitglieder hatten den Befehl, sich in mehr oder weniger blutrünstigen Rezen den Tribünenbesuchern vorzustellen. Unsere Redner verstanden es, die ganze Demagogie der Kommunisten zu enthüllen, die hinter ihren Anträgen stedt. Heulen ertönte, als unser Redner nachwies, daß in der Stadtverordnetenversammlung der Kommunist Lange fich gegenden Lugus beim Bau von Boltsschulen gewandt habe Immerhin fonnte die Bersammlung aber die Tagesordnung erledigen.

13. Bezirf Tempelhof.

-

Die Bezirksversammlung zählt einschließlich der zugefeilten Stadtverordneten 34 Mitglieder. Die sozialdemokratische Fraktion 10, die Deutschnationalen 10, Mitte( Volkspartei, Wirt schaftspartei, Demokraten und Zentrum) 7 und Kommunisten 6 Size. der Wahl meldete Genosse Burgemeister unseren Anspruch auf Der Nationalsozialist hat sich feiner Frattion angeschlossen. Bei den ersten Borfik an, da die Deutschnationalen fast 4000 Stimment weniger als die Sozialdemokratie aufgebracht und nur durch Zuteilung von zwei Stadtverordneten die gleiche Graftionsftärte erreicht haben. Trotzdem wurde mit Hilfe der Mitte der deutichnationale Rektor 3aneste gewählt. Freudengeheul bei den Kommunisten! Da habt Ihr einen Tritt von Euern bürgerlichen Freunden!" Die sozial demokratische Frattion nahm nicht weiter an der Wahl teil, wäh rend die Kommunisten prinzipienfest fich noch drei Tritte" ver. feßen ließen, indem sie zu jedem Wahlgang einen Kandidaten stellten. Zwei sozialdemokratische Dringlichkeitsanträge über Misstände ouf Linie 96 und die Finanzkrise der Stadt Berlin wurden anerkannt. Gegen die Mißstände, die sich bei der Unterführung B zeigen, wurde auf unseren Antrag hin Abhilfe zugesagt. Um den Be­

Ist denn das Theater noch nicht vorbei?" schwerden der Anwohner der neuausgebauten Manteuffel.

7. Bezirt Charlottenburg.

Hatte die vorige Bezirksversammlung die Anträge der KPD. in Sachen der Erwerbslosen zur schnellsten Erledigung dem Erwerbslosen- Ausschuß in Berlin überwiesen, so genügte das dem Ugitationsbedürfnis der KPD. feineswegs; neue Anträge lagen vor, und die bekannte Regie der KPD. forgte für einen großen Theater­toup. Der tommunistische Führer verriet sich, als er mit dem Aus. ruf: ft denn das Theater noch nicht vorbei?" durch den Vorraum stürmte.

Raum waren die Verhandlungen eröffnet, taum hatte Genosse Dr. Ramerau die Ueberweisung der neuen Anträge an den Haus­haltsausschuß zur schnellen Durchberatung empfohlen, als die KPD., der eine folche fachliche Erledigung höchst unermünscht mar, den üblichen Theaterdonner begann. In Folge davon widersprachen die Deutschnationalen überhaupt der Dringlichkeit, und der Klamput begann. Der Vorsteher unterbrach die Sigung, um den eltesten- Ausschuß einzuberufen. Wir beantragten, die Tribünen, die unter Anführung der Theaterkommunisten von Erwerbslafen

ftraße nachzugehen, wurde eine Kommission eingesetzt. Angenom men wurde ferner die Vorlage, einen Wochenmartt in der Rohrbedstraße einzurichten. Als Clou der Sigung famen nun nicht meniger als zwölf Anträge und Anfragen der Kommunisten. Sie waren mechanisch abgeschrieben. Man ging entweder zur Tagesordnung über oder überwies die Anträge dem Haushalts­ausschuß.

Praktische Arbeit und Demagogie.

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16. Bezirf Köpenid. 37Nachdem am 22. b. M. Die neu gewählte Bezirksverordneten persammlung durch den stellvertretenden Bürgermeister Genoffent Ehrlich eingeführt und verpflichtet worden war, trat am Mittwoch, dem 29. d. M. die Bersammlung zur ersten Arbeitssigung zusammen. Als erster Buntt wurde die Borstandswahl getätigt, die die Wieder­wahl unseres Genossen Woid als Vorsteher, des Volksparteilers Geier als Stellvertreter und des Deutschnationalen Dr. Schulze als Schriftführer zeitigte. Dann verabschiedete die Bezirksversamm

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