lleveralterte Professoren? Las nennt man Unwersitä Sreform! D«r KulturpoMiker unter d«n Demokraten im Preußischen Landtag, Oberschulrat Dr. B o h n e r, schreibt über„Hochschulreform" einen Leitartikel im„Berliner Tageblatt". Dr. Bohner stellt nur eine Frage. Er behandelt einen kleineren Teil der Universität«» rcform, nämlich die alte Frage der Altersgrenze. Jeder Beamte muh nach dem Gesetz aus seinem Amte ausscheiden, wenn er das SS. Lebensjahr vollendet hat. Er bekommt dann nur noch einen Teil feines Gehalts und hat im Amt nichts mehr zu suchen. Di« chochschulprofessor»» haben es besser. Ein Teil von ihnen darf bis zum S8. Lebensjahr weiter amtieren. Di« mit SS Jahren gehen müssen, behalten bi» zum Lebensende ihr volles Ce» holt(warum eigentlich?) und dürfen weiter Vorlesungen halten und bl«ib«n Mitglieder der akademischen Körperschaften mit be« ratender Stimme. Mediziner und Naturwissenscliaftler bekommen eine eigen« Forschungsstätte in dem Institut, das sie bisher leiteten. Di« anderen Proscsioren benutzen das Seminar und lehren und forschen, so lang« sie wolle». In den letzten Jahren hat sich heraus-
In und außer dem Haufe.
M/MM?,
-Zweck des Kommunismus ist die llebersflhrung aller Privatbetriebe in lommuuisiische Hand."
»Kommunistische Druckerei an Privatkapitalisten billigst abzustoßen." gestellt, daß man die Lehrstühle d«? pensionierten(an den Uniper. siläten heißt«» �emeritierten� prosesiaren nur schwer mit geeigneten Ccuten besehen kann. Man oerfällt auf ein primitive» Mittel: Auf Antrag der Zentrumssraktion soll die Altersgrenze von SS auf SS Jahre erhöht werden. Dann hat man drei Jahre Ruhe; nachher ist es allerdings wieder dosselb«. Dieses Hilfsmittel ist unbrauchbar. Der Fehler im System liegt tiefer. Wie ergänzt sich der akademische Lehr- körper? Die Professoren an den Hochschulen werden im allgemeinen au» der Zahl, der Privatdozenten genommen. Und Privat» dezent kann nur werden, wer sich der Gunst der Professoren erfreut. (Man sollte einmal ein« Statistik darüber aufmachen, wie viel« Prioatdozenten mit den Prvfesioren verwandt, vir- schwägert und verschwiegersohnt sind!) Der Privat- dozent bekommt, obwohl er regelmähig alle Prüfungen seine» Faches bestanden, gut bestanden hat, keine Vergütung, jahre- long nicht. Vielleicht wird er Assistent mit einem kümmerlichen G-Hall. vielleicht bekommt er«in noch geringere, Stipendium, wenn er aller ist. wird er sogar beaustragt. Vorlesungen zu hallen, und wirh beinah« vi,»in Studienrat bezahlt. Arm, Leute können also nicht gut Prioatdozent Verden . Wer etwas Geld hat. hungert sich durch und lebt vom Wohlwollen seine» Ehes», de» ordentlichen Prosesiors. So sieht der Nachwuchs aus. Zwei Forde- rungen liegen auf der Hand: Man soll di« Zulassung zum Privat- dozenten objektivieren und von einer Prüfung abhängig machen, über di, der Staat sein« Hand hält. Wer auf dies, Weis« zugelasien ist. muß«in festes(widerrusliches) Gehalt bekommen, etwa wi« ein Assessor im Justizdienst. Und zweitens: Wenn das Ministerium einen Profesior sucht, soll es auch unter den Menschen außerhalb der Universitäten Umschau hallen. E» unrd de» Hochschulen ausgezeichnet bekommen, wenn Männer au» der Praxi,, tüchtig« Acrzt«. Oberlehrer. Richter. Wirt- schastier, Naturwissenschaftler, in den Hochsälen erscheinen, in denen es allzu ost noch Staub riecht. Dr. Bohner hat recht, wenn er meint, daß hier di»(von Minister Becker begonnene, aber leider nich, vollendet«) Hochschul» reforrn einsetzen muß. Unsere Fraktion wird sich gegen den Zentrumvantrag wehren. Darüber hinaus werden wir in kommen- den Aufsätzen unlersuchen. wi« man erreichen kann, daß di« Hoch- sdhulen au» Fremdkörpern im neuen Staat lebendige Organ« der Republik werden lönne».._ Textilarbeiiersieg in Velg en. Brüsiel. 10. Februar.(Eigenbericht.) Der Generalstreik in der Texlillndustrie von Renaix in Ost- flandern ist beendet. D>« Arbeit-r erhallen di« fü. fp ozentlge Lohnerhöhung sosort. Die Arbeit wurde heut« wieder aufgenommen. Die Deutsche Liga für Menschenrechte veronstaltet am Sonntag, dem IS. Februar, im MUsteisaal.«öthener Straße. 11,80 Uhr. ,in« Trauerseier für Dr. Pauk Levi. Karten ab Mittwoch durch die Geschäftsstelle der Liga, Mondijouplatz 10. Eingang I, 3 Trepp n. Wetter fflt verlla: S-wAkuna-zunahm, und Milderung etwas auffrischende westliche bis nordwestlich« Wind». FD" Veulfchlandi Im Nordosten Temperaturanstieg bi, über Null mit Nlederschlögen. im Süden und Südwesten bester und fall sonst im Reich« Bewol- kungszunahm« und Milderung de» Frost»,,
Mutter Popp fährt ins Glück.
Von Hans Bauer.
Die Muller Krause, die liebenswert« gute alle Frau aus dem letzten un-d weitaus besten aller Zille-Filme, diese» brave Muttchen mit seiner dumpfen Herzensnot. da» schließlich, aus Gram über den zum Verbrecher gewordenen Jungen, den Gashohn ausdreht und solchermaßen„ins Glück fährt", hat ein« Parallelgestall im Leben gefunden. In Kulmbach hat sich d>« alle Frau Popp, die Müller des Mordoerdächtigen Popp, durch«Ine Gasexplosion ums Leben gebracht und so wahrhast mit einem Schlag«, mit einem Donner. schlage, all« Enttäuschungen und Verärgerungen beendet, die ihr das Dasein bereitete. Es läßt sich nicht sagen, daß di« Tat. der Müller Popp besonders lichtvoll gewesen wäre. Wenn man mit der ethischen Sonde angerückt kommt, haftet ihr sogar etwas Grausames, Gefühl- loses an. Der Selbstmord ist«in unveräußerliches Menschenrecht— fremde Menschenleben in Gefahr zu bringen, ist keineswegs«in Menschenrecht, und Frau Popp h a t fremde Menschenleben in Gefahr gebrocht. Aber es gill nicht anzuklagen, es gill zu begreifen. Die Mutter Popp hat einen Jungen gehabt. Sie hat von diesem Jungen etwas erwartet. Am liebsten möchten ja wohl all« Müller Popps, daß ihr« Jungen mal Minister oder Reichspräsident werden, ober mindestens doch tüchtig« Kerl«... Eine vergangen« Dramatik ließ, wenn sie sonst nicht weiter tonnte, im Schlußbild eine Muster ein Kind ge- bären, und da» Stück klang bann mll einer Verherrlichung der kommenden Generation au», di« unwiderruflich da» Paradies auf di« Erde herabsenken und alles zum Besten richten werde, was die Gegenwart verwasi«U hatte. Di« Mütter Popps sind in dieser Act der dramatischen Tradition durchaus verhaftet. Der Jung« soll's machenl Sie verlangen nicht viel für sich, sie nehmen gern mst einem tlelnen Eckplatz In der Halle des Leben» vorlieb, aber her Eckplatz muß Auksicht auf dos froh« Schauspiel de» Aufstiegs ihres Jungen gewähr«,. Ganz so furchtbar weal und edel, wie es dem
flüchtigen Betrachter erscheint, ist die Musterliebe, der Mutleregois- mus übrigens nicht, Menschenliebe ist das Höhere, und die ein- schlägigen psychologischen Hintergründe näher zu beleuchten, ist Sieg- mund Freud der richtige Mann. Aber was hat die alte Mutter Popp mst Freud zu tun! Die Mutter Popp sieht, wi« der Junge, die Berlängerung ihres Ich, obglestet. Im Zwesten Stock des Hauses wohnt so«in Tagedieb, Fritz Schuberth heißt er, van dem lernt der Junge schlechte Sachen. Eines Tages wird er gar eines Mordes ver. dächtigl, eines Mordes an der Frau des Hauses, in dem sie früher in Stellung gewesen ist. Die Meußdörffers waren seine Leute, Leute, die auf der Sonnenseite'wohnten... Muster Popps eigene Sehnsucht ist: auch einmal aus diesem Dreck und Muff des Ober- haken 9, au» der Stickluft dieser baufälligen Bude befreit zu werden und in lichtere Regionen emporzusteigen. Statt dessen neuer Ab- stieg Ks noch Tiefer«, noch Dreckigere. Ekel, Wut, Haß bei der Mutter Popp. Sie legt Protest«in gegen die Zerschlagung ihrer Hofsnungen, ihrer Erwartungen, und dieser Protest ist der radikalst« der Welt. Cigenllich ist die Muster Popp ja nur die gelegentlich einmal beiläufig genannt« Nebenfigur in der Kulmbacher Justizaffär« ge. wesen: aber plötzlich drängt sie sich da in den Vordergrund. In allen Justizoffären stehen die Müller Popps im Vordergrund, der Spruch der Justiz trifft immer zwei, mindesten» zwei: man merkt es nur nicht immer so. denn nicht immer dokumentieren hie Mütter Popp» gleich den Grad Ihrer Verbundenheit mit dem Schicksal ihre« Sohl«» durch«in Cxploslonsastentat gegen ihr Haus und ihr Leben! Die Mütter Popps können streng« Richter gegen sick sein und sinh zuweilen mit dem Todesurteil rasch bei der Hand. Mst um so humanerem guten Beispiel sollt« die Justiz ihnen vorangehen�
Städtisch« Oper.
Daß Musik und Politck unvereinbar« Gegensätze seien, ist ein Märchen, da» durch die Geschichte der Oper widerlegt wird. Nicht nur. haß die Opern nicht zu zählen sind. K denen es um Polistschee geht, um Parteistreit und Gesinnungskampf, um sozialpolitisch«, r«. ligionspolitlsch«. machtpolitisch« Gegensätze: dt« stärksten Kräfte opernschaffender Musiker sind erst im Einsatz für solchen Kampf frei- geworden. Auch wenn es, wie etwa für Meyerbeer — in den .Hugenotten", im„Prophet"— nur Theater und Wille zum Theater gewesen ist. Auch Venn, wi« in der„Stummen" von Äuber, das Soziale fast nur zum Aufputz der Handlung dient. Auch wenn nicht immer dt« politischen Triebkräfte so unmittelbar musikalisch schöpferisch geworden sind wie In Halevys„Jüdin" oder gor Im „Rienzi" de» jungen Wagner. Sine politischt' Oper, da» ist im besten Sinne, den wir dem Wort leihen dürfen, Verdis.Simone Boceanegro". Ein polllssche» Bekennt. ulswerk. einzig und eimnofig in feinem Schaffen. Ein Reich de» Friedens und der Liebe will Simone Vscconegra. Doge von Volkes- gnaden, in Genua errichten: er scheitert, nach zwanzig Jahren, die zwischen dem Vorspiel und dem ersten Akt liegen, am Widerstand der Welt, in der die höchsten Ideal«— nun eben Ideale bleiben: ewig wünschbar, doch endlich Im letzten unerfüllbar. Aber das Ve» tenntnis zum politischen Ideal der Liebe und des Friedens klingt rein und echt au» der Partitur, dtf Verdi 1857, als Vierundvierzig- sähriger. geschaffen hat: es klingt verstärkt, als eindringlichst« Mah, nung, aus der neuen Fassung, dl« nach einem Viertelsahrhundert der alte Verdi dem vielleicht persönlichsten Werk seines Opern- schaffens gegeben hat. Es liegt darüber wi« ein wundervoller Schimmer von verklärter Müdigkeit und Resignation des Alters; st« war der Grundzug dieser menschlichsten Gestalt, die der große Musikdramattker Verdi auf dl« Opernbühne gestellt hat. Dies« Oper, musikalisch gewertet, ist bester Verdi: aber es ist ein wahrhaft neues Stück Verdi, da» wir da kennenlernen. Nicht
nur unter vielen Opern nun eine mehr, sondern ein Wert beson» derer, eigener und im Sesamtschoffen Verdis einziger Art: einziger Art auch in musikalischem Stil, dessen verblüffend« Knappheit und andeutende Eindringlichkeit in keiner seiner Oper» wieder erreicht ist. Nichts, von Aeußerlichem abgesehen, erinnert an die wenig ältere.Traviata", nichts an„Troubadour ", mst dem„Bocconegra" den Textdichter Piao« gemeinsam hat und di« düstere Grundsarb« der Geschehnisse, die hier wie dort auf das spanische Original z»' rückgeht. Nur im Namen Amelia scheint der im folgenden Jahr kom- pcnierte„Maskenball" anzuklingen. Aber diese Amelia Grunaldi ist mehr Gilda als Amelia, mehr Tochter als, opcrnherkömmlich. liebende und gellebte Frau, und wie Rigolet:os Tochter Gilda Objekt stillen, vor der West scheu verhehlten Vaterglücks. Es rankt sich allerlei Fragwürdiges um diese Frauengestalt, die einzige der Oper, in der es mehr um Volksschicksal als um Ciuzelschlcksale geht Der Textbearbeiter von 1880, Arrigo Boito , hat die politisch«' Motiv« der Handlung stärker herausgearbeitet; der deutsche Text« umdichter von 1930. Franz Wersek. die sozialen Momente, den Klassenkampf der Plebejer und Patrizier. Auf diesem Weg folgt ihm die Inszenierung der Städtischen Oper. Der revolutionäre Au»- bruch des Volkes, der das kurze Vorspiel krönt, steigert sich zu einer Wirkung von explosiver Gewast, die sich im tobenden Beifall des verblüfften Hauses spiegelt. Alles Bildhafte, die Dolksszenen vor allem, sind vom Regisseur K r a u ß. in fruchtbarer Zusammenarbest mst Emil P r e e t o r i u s, der die eindrucksvoll« Szenerie geschaffen hat, mit sicherer Hand gestaltet. Aber die ganze Aufführung er- hall ihr Gesicht und das Gepräge höchster Geschlossenheit vom Di- rigenten Fritz StI'edry. Zum erstenmal— nach langer Zell — vor eine große Aufgabe pcstcllt, bewährt er sich als Opernleiter und Führer von höchstem Rang: das zeigt sich nicht mir in der Leistung des Orchesters, der Ehöre. der Solisten: es zeigt sich im Gesamtbild dieser Vorstellung, in der, wie selten, alles und jeder am besten Platz steht. IQsuz Princslicim.
Schicksal einer Schönheitskönigin. „MIß England", die englische Schönheitskönigin von 1923, ist vor einigen Monaten bei einem Latendiebstohl abgefaßt worden. Sie wurde zu drei Monaten Gefängnis perurteilt und muh demnächst entlassen werden. Nun erscheint im„Daily Expreß " folgender be- merkenswerter Brief de» Pater» dieser gefallenen Schönheitskönigin Maud: „Ich bitte da» verehrte Publikum, meiner Tochter di« Möglichkeit zu geben, wieder in die bürgerliche Weit einzutreten. Nicht mein, Tochter Ist für den Diebstahl verantwortlich, für den si« büßen muhte, sondern diejenigen Leute, die ohne Ueberlegung sie als die Schönst« unter 80 090 jungen Mädchen ourgewählt und ihr den Kopi verdreht haben. Maud ist«in gute» und braves Mädchen, das«in neu:? Leben beginnen will. Ich glanhe an den Ernst ihrer Absicht, und si« selbst hat ihn bewiesen. Sie hat im Gefängnis Hundert« von Briefen von reichen und vornehmen Männern erhalten, welche ihr die Ehe antrugen. Aber Maud will nichts vom Heiraten hören. Sie wird sich selbst durchschlagen und zu diesem Zweck ein Schneider- geschäft eröffnen, ZkorwIkba.Zahkkousendseter in Ganderrheim. Da» braun- schweig Ich« Städtchen Gandersheim veranstaltet« am Sonntag au» Anlaß des 1000. Eeburtsioges Roewitha-, der ersten deutschen Dichterin, cis Im 10. Iahrbundert als Nonne im Pmediktinerkloster Gond-rrbelm ihre Werke schuf, ein« Feier. Für die Norträoe und die künstlerischen Darbietungen. d> aus olle deutschen Sender über- tragen wurden, waren da» alt» Münster und da» alte Rathaus Gandersheim zur Verfügung gestellt worden. Die Grabställe eine» astäanpllschn» hohenprier'er» entdeck». Au, Kairo wird die Snt-eckung eines der aroßlen oltSsyptischen Gräber ln der Nä'-e der Sphinx gem-ldei. WI« die A-iffchriften besagen. handelt es st-b um da,©-ab eines Hohenpriester», der während der Reg�runar-est ke, dritten Pharaos der fünften Dynastie 2780 Jahr, vor cD "ssst Geburt gel?''« hat. Da« Grab, da» wie«in Tempel aedaist ist bot einen 30 M-ter lana,a Eingang, der zu dr»! großen Hillen führt und aus so kleinen Jammern und 30 isbyrini'ulrtigkN Gängen begeht. Birher wurden<? vollkommen erhallen« Statuen und zahlreich« Schmuckstücke gefunden. „Be'«« Schallen-, der Süd'ee.ziim.»riebt, im Usa - Pavillon sein, 100. tlufsuhruilg.
Jubiläumskonzeri des Bolkschors „Harmonie". Dt«„Harmonie" Eharlnttenbnrg blickt auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück. Eine kurz« Ansprache des Vorsitzenden, ein j schmuckes Sträußchen— alles andere sagt die wahrhost festliche Vo» tragssolg«. welch« die Blütezeit der Romantik umsaßt. Welche ver- gilbten Schlager hätte man da wahrscheinlich hinnehmen müssen, wenn her Männerchor der ausschließlich Ausführend« gewesen wäre! Aber so. mst dem Kinderchor, dem gemischten. Juzend- und Frauen- chor zusammen, hatte man Ausgaben, die jede» Musiker- und Laien- herz erfreuten. Und da» ist-ins der groß«,, Verdienste Max Schaarschmidts. des Begründers der.Harmonie", daß er einer der ersten war. der die eminent« Bedeutung der Angliederung von Frauen- und Kinderchören von Anfang an klar erkannte und sofort in Angriff nahm. Da» Wesentlich« aber Ist die Tatsach«, daß er auch«iner der Berufensten ln der Pflege dieser verschiedenen Chorgattunge» ist. Wenn«r beim Männerchor manchmal etwas zu vorsichtig sich gibt und die höchst« Rasse vermissen läßt, so föllt das bei Yen anderen Thören vollständig weg. Ueberall aber ist feiner, dlsziplinierter. reiner Thorgesang zu rühmen, künstlerisch« und tech. nisch« Kultur, natürliche. Tempi, das Verschmähen der vielen Irrweg« des falschen Pathos. Stürmischen Jubel entfesselte besonders der Kinderchor, nament- lich mit stlnen Meisterstückchen„Im Wald" aus der„Preciofa" Der gemischte Thor, der die romantischen Töne aus den Volksliedern Mendelssohns so prächtig herausholt«, hat!« mit„Es fiel ein Reis' "ich später mir der modulationsretchen„Wasserrose" von Nils W. Eade großen Svndererfolg. Beim Jugend- uud Frauenchor ließ die„Barcarole " von Brahms etwas, das charakteristische Wiegen, vermissen. Schumanns„Frühlinz-gruß" konnte noch glanzvoller sein. Aber Barglel» reizende.Libellen waren wieder aus höchster Höhe. Beim Männerchor, dem hie und pa etwas die Kuorrigkeit. dra- mat.lche Schlagkraft und im Humoristischen die tresssichere Pointe sehlt, ist trotzdem ebenfalls alles Wertvolle da, namentlich eine schöne lyrisch« Derinnerlichung und eine musikalisch unaufdringliche, auch nie oberflächliche Lelchiigkeit. wofür Zöllner»„Wandtrschaft" ei" glänzende» Musterbeispikl war Die zahlreichen Besucher t>es Hock- schulsaale» waren in sestlicher Stimmung. tl. dl