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Eine Hundegeschichte.

Herrn Kuhlmeys Erzählungen.

Bor den Schöffengericht Berlin- Mitte hatte sich der Redakteur einer Anzahl von Bauernblättern, Friz Kuhl. mey, wegen Beleidigung des Reichspräsidenten Hinden. burg und des preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun

zu verantworten. Kuhlmen hatte in einem Artikel Jagdhunde, Braun und Hindenburg " unter anderem geschrieben: Braun ist eifriger Jäger und Hindenburg sein Partner. Damit die hohen Herren ihrem Privatvergnügen nachgehen können, wird auf dem Gute Trafehnen eine Meute Hunde gehalten, die von zwei Beamten versorgt und mit Pferden gefüttert werden, ganz wie in der Borkriegszeit unter Wilhelm. Das war am 1. Januar 1929. Am 21. September 1928 hatte die sozialdemokratische Fraktion des Landtages an die Staatsregierung eine Kleine An­frage gerichtet, in der es u. a. hieß, daß wie in monarchistischen Zeiten in Trakehnen eine Meute Hunde zwecks Hubertusjagden gehalten werde. Sie würden mit brauchbaren Pferden gefüttert. Ja, selbst ein bloß blasenkranker Ochse sei ihnen geopfert worden. Diefen Uebergriffen müsse schnell ein Ende bereitet werden. Das Staatsministerium ließ durch den Landstallmeister Feststellungen treffen, und es ergab sich, daß die sozialdemokratische Frattion von In ihrem Gewährsmann falsch informiert worden war. Birtlichkeit handelte es sich nur um 20 Hunde, die in üblicher Beise gefüttert wurden und mir gelegentlich Fleisch von Pferden erhielten, die ohnehin geschlachtet werden mußten. Die Hunde wurden lediglich gebraucht, un die Pferde zu Barforcejagden abzu.

richten. Dant dieser Hunde fonnten abgerichtete Pferde zum boppelten Preise verkauft werden, so daß der Staat dadurch etwa 100 000 Mart jährlich profitierte. Die anfragende Frattion gab fidh mit dieser Erklärung zufrieden. Herr Kuhlmen hatte aber Otto Braun und Hindenburg . Die nie an Pferdejagden teil­nahmen, als hohe Herren" hingestellt, zu deren Brivatvergnügen" bie teuren Hunde gehalten würden und diese Behauptung mit Gloffen versehen, die nur die Absicht hatten, die beiden Staatsmänner in den Augen der Kleinbauern herabzusehen. Der Staats anwalt beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 300 M., das Gericht perurteilte den Angeklagten zur Zahlung von 200 m.

Die Polizei bessert sich!

Jnnenetat und Polizeifragen im Landtag.

Der Breußische Landtag fette am Mittwoch die Be­ratung des Innenetats fort.

Abg. Klein( Dnat.) führte Beschwerde darüber, daß die paría mentarische Immunität sich nicht mehr auf die Kleinen Anfragen erstrecke. Ein nationaler" Redakteur, der eine Kleine Anfrage aus dem Landtag abgedruckt habe, sei auf Antrag des Ministerpräsidenten zu 200 Mart Geldstrafe verurteilt worden.( Sehr gut! linfs.) Die Zahl der deutschnationalen Landrate in Preußen betrage nicht achtzig, wie Abgeordneter Bubert behauptet hätte, sondern sechs. 3m Hauptausschuß habe der Innenminister den Kampf mit geistigen Waffen gepredigt: Nicht mit dem Rüstzeug der Barbaren... Stahlhelmer ziehen es vor, ehrliche und anständige Barbaren zu Ein Kommunist ruft: Verlier' bleiben.( Große Heiterfeit links. deinen Nachttopf nicht aus dem Knopfloch! Unruhe rechts.) Das Berbot des Etahlheims in Rheinland und Westfalen , begründet mit dem Bersailler Bertrag, beweise, daß die Republic in Deutschland nur auf den Bajonetten des Feindbundes ruhe.( Beifall rechts, Un­ruhe links.)

Wir

Abg. Lademann( Konum.) preist im Gegensatz zu den deutschen Berhältnissen das freie Wahlrecht und die freie Selbstverwaltung in Sowjetrußland.

Abg. Dr. Grzimet( Dem.): Die Festigkeit der preußischen Regie rung in der preußischen Personalpolitik hat das Reich durch die schwersten Jahre gerettet. Wir halten an dieser Personalpolitik fest und wünschen, daß sie sich weiter von dem Ton der Schneidigkeit fernhalt, der neuerdings bei einzelnen Beamten beliebt zu werden fcheint.

Abg. Leonhard( Wirtschaftspartei) bespricht gleich dem Bor rebner ausführlich die Not des Dftens.

Staatssekretär Dr. Abegg gibt zwei Erlaffe bekannt, die das Demonstrationsverbot für den Tag der Ebert- Gedenkfeier und den Gefallenensonntag einschränken. In Rahmen der verfüge baren Mittel te die Regierung für die Grenzgebiete alles Er denkliche.

Abg. Dr. von Kries( Dnat.) erörtert den innerstaatlichen Lasten­ausgleich. Das Zentrum habe ich beklagt, daß die Deutschnationalen in Hindenburg und Oppeln sozialdemokratische Oberbürgermeister gegen Zentrumskandidaten gewählt hätten. Aber das Zentrum habe in Oberschlesien alle berechtigten Wünsche der Deutschnationalen ignoriert. Eine Zusammenarbeit zwischen Deutschnationalen und Zentrum auf tommunalpolitischem Gebiet fönne nur auf voller Die Schreckensnacht im Eisenbahnzug. Gegenseitigkeit beruhen.( hört, hört! im Zentrum; Bravo ! rechts.) Damit schließt die allgemeine Tebatte. Es folgt der Polizei Abg. Mardwald( Soz.):

Gühne für einen Raubüberfall.

Frankfurt a. d. O., 26. Februar.

Der aufsehenerregende Raubüberfall, den der 25jährige ehemalige Arbeiter Saffe gemeinsam mit dem Dachdecker Mag Nischte aus Halbe auf den Berliner Versicherungsdirektor Walter Heymann aus Charlottenburg in der Nacht vom 22. zum 23. november verübt hat, fand gestern vor dem Erweiterten Schöffengericht Frankfurt a. d. O. unter Vorsitz von Landgerichts­direktor Wrede seine gerichtliche Sühne.

etat.

Im leßten Jahr sind die Beziehungen des Ministeriums zu den Bolizeibeamtenverbänden sehr günstig geworden. Wir sind dafür dem Minister und seinen Räten dankbar.( Sehr gut! bei den Soz.) Auch sonst ist eine Anzahl unserer Wünsche erfüllt worden. Ziel bewußte, auf Solidarität mit den Polizeibeamten beruhende Arbeit ist eben erfolgreicher als noch so schöne Agitationsreden, die mit dem Hintergedanken des Haffes gegen die angeblichen Schüßlinge verknüpft sind. Die Kommunisten suchen an den Forderungen für die Schußpolizeibeamten alle anderen Barteien zu übertreffen. Aber die Rote Fahne " vom 15. November hat offen erklärt, selbst wenn Polizeibeamte für die Kommunistische Partei ftimmten und zahlten, würden sie von den kommunisten glühend gehaßt.( Hört, hört! bei ben Goz.) Diesen Sa B." o hieß es in dem Artifel, meden und schüren wir mit allen Kräften."( Bewegung.) Damit dürfte die tommunistische Agitation für die Schuppolizeibeamten ein für allemal erledigt fein.( Sehr wahrt bei den Soz.)

Versammlung der Abteilungsmietervertreter

sowie aller sonst im Miet- u. Wohnungswesen tätigen Partelgenossen am Freitag, dem 28. Februar 1930, abends 7% Uhr, im Saal I des Gewerkschatishauses, Engelufer 24. Tagesordnung: 1. Die mieterpolitische Lare( Verlängerung der Mieter­schutzgesetze; das soziale Mietrecht, Wohnungspflege usw.) Referent: Genosse Ernst Ruben 2. Geschäftsbericht und Neuwahlen 3. Verschiedenes. Der Bezirksmieterausschuß der SPD . 6000 LA. Raben, SW11, Hafenplatz 5.

Der Eisenbahnraub hatte durch die Dreiftigkeit und Salt blütigkeit, mit der er ausgeführt wurde, großes Auffe ben erregt. Heymann, der allein in einem Abteil 2. Klasse schlief, wurde nachts gegen 2 Uhr dadurch mach, daß während der Fahrt die Tür feines Abteils geöffnet murde. Als er erschreckt und schlaftrunten auf fprang, fagten zwei Burschen zu ihm Mund halten, es ift die Sugfontrolle. Die beiden Angeflagten hatten mährend der vollen Fahrt ihre Abteile verlassen und waren an dem Zug entlang auf den Trittbrettern in den Wagen 2. Klasse geklettert. Während Sasse die Abteiltür aufriß und sich auf das Gepäck stürzte, blieb Nischke in der geöffneten Tür stehen. Als Saffe Direffor Heymann mit einer Pistole bedrohte und dieser Hilfe rufend in das Nebenabteil llef. zogen die Läter die Notbremje, rafften an Gepad zufammen, was fie faffen tonnten, sprangen aus dem Zug und versteckten sich im Wald. Andere Reisende, die durch das plögliche Halten des Buges auf freier Strecke erwachten, wurden auf die fliehenden Täter qufmertjam. Sie fonnten eine so deutliche Beschreibung der Täter geben, daß diese schon nach zwei Tagen feftgenommen werden Ponten, um so mehr, als sie im Verdacht standen, zwei Raubüber. fälle auf alleinreifende Mädchen verübt zu haben. Zur geftrigen Berhandlung hielt der Berteidiger dem Zeugen Heymann vor, daß machen. Auch unter der Beamtenfchaft wurde eifrig agitiert. Die Zahl der Parteimitglieder stieg in zwei Jahren um er in der Schlaftrunkenheit die erhobene Hand wahrscheinlich für 50 Broz Mit großem Beifall wurde die Mitteilung aufgenom eine Pistole gehalten habe, da bei den Angeklagten feine Waffe ge­men, daß die Berliner Parteiorganisation die Sammlung für funden worden sei. Obwohl der Zeuge diese Möglichkeit zugab, ein otopfer für arbeitslose Barteimitglieder hielt der Oberstaatsanwalt die Anflage wegen schweren Diebstahls| beschlossen hat. Auch die Frauen und befonders die Jugendarbeit mit Baffenbefiz aufrecht und beantragte ein Jahr bzm. 9 Monate war jahr erfolgreich. Der Bericht des Staffierers Grunom zeigte, Gefängnis. Die Berteidigung beantragte Bestrafung nur wegen daß das legte Jahr die Kaffen start beansprucht hat. Der Kreis­einfachen Diebstahls und Anrechnung der vollen Untersuchungshaft.norstand murde einstimmig wiedergemähli, und zwar zum 1. Bor Das Gericht schloß sich diesen Anträgen an und verurteilte Saffe igenden Steinhöfel, zum 2. Borfizenden Hahn, zu Saj zu 6 Monaten und Nischte zu 4 Monaten Gefängnis fierern Grunow und Bape und zu Schriftführern Fischbach unter Anrechnung von je 3 Monaten Untersuchungshaft. Begen und Bumert. her Bewährungsfrist für Nischte soll nach Anstellung von Ermittlungen entschieden merben.

Mörder seiner Stiefmutter? Eine graufige Bluttat im alten Dresdner Schloß

Dresden , 26. Februar.( Elgenbericht.) Am Mittwoch vormittag wurde auf dem Korridor einer Wohnung im ehemaligen föniglichen Schloß die 46 Jahre alte Wertmeistersehefrau Martha Höhnel in einer Blutlache aufgefunden. Die Schwerverlehte, die durch die linke Wange in den Kopf geschoisen worden war, ist auf dem Transport ins Krankenhaus verstorben.

Der Tat verdächtig ist der 21 Jahre alte, inzwischen der. haftete Stiefsohn der Ermordeten, ein bisher in einem Dresdner Geschäft als Laufbursche beschäftigter Rudolf Harter. Harter hat mit seiner Stiefmutter wiederholt Differenzen gehabt, in deren Berlauf er thr mit Tätlichkeiten drohte. In legter Zeit spizten sich die Streitigkeiten dadurch zu, daß Frau Höhnel brohte, ihren Stiefsohn megen Inredlichkeiten der Polizei zu melden. Harter hat die Tat bisher geleugnet. Er hat sich jedoch bereits in widersprüche verwickelt. Seinem Arbeitgeber ist aufgefallen, daß er sich am Mittwoch bei den Besorgungen um % Stunde verspätete. Harter will in dieser Zeit einen Brief ge­schrieben haben. Den Empfänger hat er jedoch noch nicht genannt.

Darteiaufstieg in Wilmersdorf .

In der Jahresversammlung des Kreises Wilmersdorf, bie am Dienstag im Bictoriagarten tagte, gab der Kreisvorsitzende Steinhöfel den Bericht des Borstandes. Das Jahr 1929 mar für die Partei ein Rampflahr. Gin schmerer Wahlkampf und die Maffenarbeitslosigkeit haben die Partei zu erhöhter Affipität ge zwungen. Im Kreife wurden in regelmäßigen Abständen Bere fammlungen abgehalten, nur bie Mitgliedschaft und die sozialbemo fratischen Bähler mit den politifchen Tagesfragen vertraut zu

Byrds glückliche Heimfehr.

Oslo , 26, Februar. Die Byrd Sübpolaregpedition hat, wie durch Ber mittlung einer norwegischen Baffangreederei hierher gemeldet wird, Die äußerste Bone des Padeisgürtels glüdlich überschreiten tönnen. Wie bekannt, hegte man Befürchtungen, daß dem Expeditionsschy ff " Nem Dort" infolge der ungünstigen Eisverhältnisse die rechtzeuige Rüdtehr aus der Padeiszone nicht gelingen fönnte.

Berlins Wahlfoffen: Eine halbe Million!

Der Magiftrat hat in feiner legten Sigung die für die Durch führung der Stadtverordneten- und Bezirksverordnetenwahlen über den Haushaltsbetrag entstandenen Roften bis zur Höhe von 195 000 Mart aus gemeinsamen Vorbehaltsmitteln bewilligt. Da in dem Haushaltsplan für die Stadtverordneten und Bezirksvers ordnetenwahlen bereits ein Betrag von 300 000 Mart eingesetzt war, stellen sich also die gesamten Kosten dieser Wahlen auf annähernd eine halbe Million Mart. In der gleichen Sigung genehmigte der Magistrat die Ausgabe eines Betrages in höhe von 274 440 Mart, der für die Durchführung des Hugen­berg- Boltsentscheides erforderlich war. Die Kosten für diese Abstimmung müffen zunächst im Wege der Haushaltsüber­schreitung aus dem Kapitel ,, Wahlen" des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1929 bemilligt werden. Nach§ 42 des Reichswahl­gesetzes und den entsprechenden Bestimmungen des§ 44 des Gesetzes über den Bolfsentscheid ist das Reich verpflichtet. den Gemeinden ungefähr vier Fünftel der Kosten einer solchen Abstimmung zu er­fegen

Republikanischer Mastenball. Das Reichsbanner Berlin­Streuzberg veranstaltet am 8. März in der großen Funthalle einen großen Mastenball. Die Tanzmusit stellt Otto Kermbach , befondere Darbietungen find vorgefehen. Starten find zum volts. tümlichen Breile von 1 Mart im Vorverkauf in der Gaugeschäfts­ftelle( Sebaftianstraße 37); in ben mit Blataten versehenen Sofalen

Kommunisten und Nationalsozialisten erflären die Bewilligung des Polizeietats für volfs- und arbeiterfeindlich. Aber die Kom munisten haben, entrüstet appelliert, warum der Düsseldorfer Mörder nicht entdeckt worden set. Wie man Berbrecher ohne Bolizei fangen fall, ist das Geheimnis der Kommunisten.( Seiterfeit und Sehr gut! links.) Die Feindschaft gegen den Polizeietat beweist also nur die Absicht dieser Parteien, die Staatsordnung mit Gewalt zu stürzen. Auch die Gewalt hat im Staatsleben ihr Recht, menn sie dazu dient,

d

dem Willen der Boltsmehrheit Gelfung zu verschaffen. Selbst wenn irregeleitete Menschen eine Minderheit mit Gewalt zur Macht bringen wollten, fönnte ich noch immer Verständnis für den tragischen Konflikt haben. Was aber Kommunisten und National­fozialisten im letzten Jahre verübt haben, war tein Kampf um die Macht. war überhaupt nicht politisch, fordern war ge meines Banditentum.( Stürmischer Beifall bei den Soz.) Wenn Nationalsozialisten und Kommunisten fich gegenseitig über­fallen, auf beiden Seiten irregeleitete Arbeiter, dann müssen wir aus Menschlichkeit für beide Gruppen Schuß der Polizei fordern. Kommunisten und Nationalsozialisten haben aber auch Reichsbannerfameraden und sozialdemokratische Arbeiter überfallen, verlegt, jogar getötet. Wollen die Kommunisten behaupten, daß das Klassenfampi fei? Man tönnte allenfalls als höchst rückständige Form des Klassentampfes ansehen, werm sie mit ihren Mordwaffen über Kapitalisten herfielen. Aber Kapitalisten greifen kie niemals an, stets nur Arbeiter. Die Zeit der graufigen Ministermorde durch die Rechtsputschisten ist vorbet. Aber die Zeit der graufigen Arbeitermorde durch die Lintsputschiften, die

Zeit der Morde von Arbeitern an Arbeitern, bat begonnen. Diese mörderischen Ueberfälle ber Kommunisten auf fozialdemokratische Arbeiter haben mit Politit nicht das geringste mehr zu tun; sie sind einfach gemeine Ber brechen, und schon zur Abwehr dieser Berbrecher ist die Polizei eine Notwendigkeit.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Der Redner bespricht dann eine Fülle vereinzelter Mißstände. Bolizeikommissar Rusch in Salzwede hat einen Mussolini - Marsch tomponiert und ihn in tiefster Ehrfurcht seinem großen Mussolini­Borbild gewidmet. Ein Berliner Polizeihauptmann hat sich zur Abstimmung für das Hugenbergiche Boltsbegehren in Uniform be geben. Ein Berliner Reviervorsteher hat den Schuhpolizeibeamten gebroht, wenn sie zu wenig Anzeigen brächten, sie von der lebens­länglichen Anstellung auszuschließen. Die Anrede der Borgesetzten in der dritten Person ist zwar in Kiel und Danzig untersagt, sonst aber noch vielfach im Schwunge. Das Achtungrufen in den Unter­fünften ist noch immer nicht abgeschafft. Die sogenannten Fahnen junter" werden noch immer viel zu rasch befördert. Uebermäßige Abkommandierungen mindern die Schlagkraft der Polizei. Das Cheverbot wird zu rigoros durchgeführt: ein Polizeibeamter, der feine schwangere Braut nicht im Stich laffen wollte, sondern sie unter Verschweigung seiner Eigenschaft als Polizeibeamter geheiratet hat, ist nicht nur entlassen, sondern auch bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. In der Befreiung, älterer Beamter von förper­lichen und Waffenübungen ist man noch immer zu ängstlich. Ge­befiert hat sich im letzten Jahr der Ererzierdienst. Namentlich auf den Polizeischulen in Brandenburg und Hann- Münden ist der alte Drill ausgezeichnet überwunden worden. Wir werden weiter vor­wärtstreiben auf dem Wege zur wahren Wolfspolizei.( Lebhafter Beifall bei den Soz.)

Die Wetterbreatung wird auf Donnerstag mittag 12 hr pertigt.

und bei den Funktionären zu erhalten. Der Borverkauf wird am 4. März geschlossen. Der Reinertrag ist zur Unter tügung der Kameraden bestimmt, die im Dienst der Republik Schaden erlitten haben.

Die Lichtburg am Bahnhof Gesundbrunnen, bas große neu­zeitliche Boltstino im Berliner Norden, bringt in bem neuen Barietéteil einige nette Nummern, menngleich das Gesamt­niveau auch noch start porstadtmäßig anmutet. 3u erwähnen ift die Price Truppe, vier italienische Clowns, die überaus luftige Situationen schaffen. Viel belacht wird Lotte Wert. meister und reichen Beifall spendet das sehr dankbare Publikum der Jazztapelle Eric Borchardts. Brachtvolle zenische Möglich­feilen bietet die riesengroße Bühne, die durch Berwendung farben. zelnen Darbietungen abgibt. Im Filmteit läuft zur Zeit der prächtiger. Borhänge stets einen geschmackvollen Rahmen für die ein­Ellen Richte: Film Die Frau ohne Nerven. Anfangs ein wenig langweilend, padt der Abenteuerfilm zum Schluß durch span wenig langweilend, padt der Abenteuerfilm zum Schluß durch span nende Handlung und gutes Spiel

Ebert- Gedächtnisfeier. Der Kreis Often des Reichsbanners Shwatz- Rot Gold veranstaltet am Sonntag, dem 2. März dieses Jahres, 10 Uhr, im Saalbau Friedrichshain eine Ebert­Gedächtnisfeier. Es wirten mit: das Streichorchester des Ortsvereins Friedrichshain und der Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Die Gedächtnisrede hält der Bauvorsigende, Minister. präsident a. D. Stelling.

Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Donnerstag, den 27. Februar, 19% Uhr, um Gesangsfaal ber, Sophienschule, Wein­meifterstraße 16/17, Uebungsstunde. Bestimmtes Erscheinen megen einer Mitwirkung am Sonntag, dem 2. März, notwendig.

Genoffe Hermann Mävlen, Berlin SD 33, Bücklerstraße 18, beging gestern feinen 75. Geburtstag. Wir wünschen bem lang. lährigen Genossen und Leser unseres Blattes bas Beste. Leider find dem Jubilar vor einigen Jahren beide Beine amputiert worden.

SAJ

Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin

Finfendungen für blese Rubri? nur an bas Jugendfcfretariat Berlin SW68, Cinbenftraße 3

Mäbelturfus heute Tester Tag. Beginn 19% Uhr in der Schule Roch ftraße 13. Räthe Fröhbrobt spricht über Gemeinschaftserziehung". Die Burschen sind besonders eingeladen. Jebe Gruppe muß unbedingt durch ein Mädel vertreten fein.

Achtung, Abteilungsletter! Die im Tekten Rundschreiben ange finbigte zentrale Werbefeier findet nicht am 6., sondern erst am 13. April ftatt. Der Tag ift freizuhalten.

Heuie, Donnerstag, 19% Uhr:

Oranienburger Tor: Heim Elifabethkirchfit. 19: Beruf und Freizeit. Falfplak I: Edule Connenburger Str. 20: Die Enim dlung des Flugwefens". Faltplag II: Funktionärsigung beim Genoffen Marogle, Connenburger Straße 5. Nordosten II: Seim Danziger Str. 62, Barade 8: Arheiter dichtung". Schöntaufer Vorstadt: Schule Connenburger Str. 20: Die

Stellung der Jugendlichen im Betrieb". Rottbusser Kor: Hem Briger ' take 80: Bölterbund. Internationales Schiedsgericht und Weltbank" Schöne Cüdwest: fem Lindenstr. 4: Der Ursprung des Christentums". berg III: Seim Bauptstr. 13: Entstehung der Internationale". Wilmers borf, R..: Seim Wilhelmsaue 123: Corales Bandern". Dahlem : Seim Rehlendorf, Bahnhofstr. 8: Ceaialismus ufm.", 2. Seil. Rentillu 1: Treff­puntt zum Besuch der Berfammlung 19 Uhr Teuterplag. Reutilla XI: Steffpunkt zum Besuch der Bersammlung 19 Uhr Geldhomer Straße. Ropenider Bieriel: Seim Wrangelfir. 128: Arbeiterbewegungen in Dresden . Werbebezirt Schöneberg : 20 Uhr im Seim Friedenau, Offenbacher Str. 5a, Munti onartonferens. Shema: unt ionärfchule". Referent Ludwia Dieberich Berbebesirt Fenten: 19% Uhr Seim Ranner Straße: funktionärber

fanlung. Shema: Stellungnahme sur Generalversammlung Sebe Gruppe 19% bis 21.

muß vallaählig erscheinen.- Bidjereieröffnung im Seim Flughafenite. 65