Donnerstag
27. Februar 1930
Unterhaltung und Wissen
9. Plath: Die alle Meiersch
J.
Nach einer wahren Begebenheit
Beftern haben wir unsere alte Meierfá) begraben. Nach einem langen Leben, reich an Arbeit und schwer an Herzeleid, ist ihr die Ruhe zu gönnen. Einst war Stine Meier eine frische, resolute Frau, hatte ihr sauberes Heim, einen arbeitsamen Mann und drei gesunde Jungens. Hinnert Meier arbeitete auf einem Gute, ein tüchtiger Kerl Wenn nur der verdammte Schnaps nicht gewesen wäre! Da mußte die Frau Sonntags höllisch aufpassen.
Es war am Heiligabend. Hinnert jaß am warmen Ofen und war ein bißchen eingeduselt, da schreckte ihn Trompetenton aus feiner Dösigkeit. Kiel , Badder, mien Trumpet, du mös of mal blasen." Dann bewunderte Badder den Griffelfasten des Neun jährigen und das Buch des Aeltesten. Nach dem Futtern in der Küche ging es mit dem Punsch in die Weihnachtsstube zurüd, wo Stine die Lichter des bunten Tannenbaums angesteckt hatte.
Der Morgen des ersten Weihnachtstages war grau und trübe, schwere Molten hingen am Himmel Hinnert hatte sich vom Müller einen Einspänner den sogenannten Kälberwagen geliehen und Dom Hof ein Pferd dazu. Er wollte mit seinen Jungens zu den Schwiegerelfern nach einem zwei Begstunden entfernten Dorf. Der ältere, ledige Knecht Willem war auch mit dabei. Das war Stine gar nicht recht, denn Willem war mit dem Schnaps. auch nicht sicher. Er war Seemann gewesen, aber einmal war ihm prophezeit, daß er seinen Tod durch Ertrinfen finden würde. Abergläubisch wie die meisten Seeleute, hatte er dem Wasser den Rüden gedreht und mar Landarbeiter geworden. Bi Jug fann if old und told warr'n, wenn id nich m een Regengüll verfup", war seine ständige Rebensart, wenn er angeduhnt war. Wieherndes Gelächter lohnte ftets von neuem diesen oft gehörten Wiz. Bat mi den'n Lütten hir," meinte Stine, hei fann bi mi bliewen, bi dat Beder." Doch der Kleine jezte gleich mit großem Gebrüll ein, so daß Badder dazwischen fuhr: Jung, holl dien Snut, un rin in de Klabus!" mit Bärmen und Toben fetterten die Jungens hinten in das frische Stroh hinein, der Alte setzte sich auf den Kutscherplatz und Willem
baneben.
,, Nu kann dat losgahn, adschüs, Stine, holl di munter." mit Hü und Hott zog die Fuhre ab, Stine ging noch eine Strede mit und rief: Ru paß of up den Lütten, un lat dein ollen Köhm, un biiem nich so lang." Sinnert, mit schiefer Kopfwendung zu Willem: ,, Schriem di dat up, füs verget mi dat!"
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Radmittags gegen 5 Uhr wurde Stine unruhig. Draußen mar es dunkel. Es hatte sich ein Bind aufgemacht, der große Schnee. floden vor sich hertrieb. Sie nahm sich ihr Tuch und trabte die lange Buchenallee entlang. Se, ja, je ja, barr if man blots ben'n Lätten. De hewt sich wedder fast sagen." In der Kate lief sie dann rieder unruhig hin und her. Blöglich riß der Wind das Fenster auf, Stine in ihrer Aufregung fonnte es nicht wieder zu bekommen. Schreiend rannte sie zum Nachbar Schmahl:„ Dor hölt een mien Finster fast, fumm mit, dat is Hinnert, it foll den'n Lütten hab'n.
Sei rögt mi, hei will mat von mi."
Am anderen Morgen hatte der Sturm ausgetobt. Stine war früh auf den Beinen, Schmahl stand bei ihr. Da tam der Rutscher Dom hof mit gedrückter Miene auf die Kate zu.
a, woans fühs du denn ut, di hew sei woll up den'n Faut gerd", meinte Schmahl, doch der Kutscher sagte bedrückt:„ Schmahl, de Herr will mat von di, un Stine, du schallst tau de Madamm fahmen." ,, föllt woll cen Ehrengam hebb'n," wigelte Edmahl, na denn man tau!"
Etine wurde in das fleine Büro geführt zur Gutsfrau, die ihre Hände ergriff: ,, Meiersch, ihr Mann ist zu Schaden gekommen. ,, It hem dat wüßt, it, hew dat wüßt." murmelte Stine ,,, um de Kinner, un de Kinner", schrie sie dann laut heraus.
Gerdland:
Tropfen im Meere
Es war alles fo gefommen, wie es fommen mußte: der Tango, die tieinen, bunten Bitöre, seine Zärtlichkeit, die Mitleid hieß, die Tränen, der flüchtige Kuß, der Händedrud, es war alles so gefommen, mie es tommen mußte... Und das, was da tommen mußte das Un erbittliche, hieß: Abschied. Das war der Sonntagabend. Es war ein Sonntagabend wie alle anderen Sonntagabende. Ein Abend mit einer Beinen Betlemmung vor dem nächsten Morgen, da man hinter dem Ladentfch stehen würde, ein Abend mit der taum mehr bewußten Angst, die da hieß: Werde ich morgen mit vermeinten Augen auf stehen?" Ja, deffen wurde sie sich jetzt bewußt, jetzt, in der falten, möblierten Stube vor einigen belegten Broten fizzend, vor einer Taffe falten Tees, angesichts der finnebetrübenden Tapete, dessen wurde sie sich jetzt bewußt, daß diese Angst Gewohnheit war, Ge. wohnheit und Abgeftumpftheit. Und bei diesem Gedanken erschrat fie heftig.
Wie hatte er es gefagt?„ Liebes, Kleines", so war es ,,, Liebes, Kleines, du weißt doch, was wir mal vereinbart haben? Kannst du dich befinnen, daß wir vereinbart haben, daß du nicht weinen mirst, menn..." Dies Wenn" war immer das gleiche, und diese Tränen, waren sie nicht auch immer die gleichen, die sie weinte, wenn ber jeweilige Er" Abschied von ihr nahm...?
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Jetzt faß sie in diefer Stube, die sie morgens verließ und abends betrat, fie faß auf dem Bett und meinte die obligaten Tränen. Es mag eigenartig flingen, aber es muß doch gesagt werden: es waren gewissermaßen Pflichttränen, die sie glaubte, dem schuldig zu sein, Den fie mit ihrer seltsam stummen, hingebenden Liebe bedacht hatte. Hatte!
Man mußte fich trösten. Man durfte sich vor einem Manne nichts vergeben.
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Einmal aber das war schon lange her: Ewigkeiten hatte fie einem Manne geschrieben:„ Du, jetzt stelle ich mein Herz in die Rumpellammer. Mag es holen, wer da will. Du... Sie hatte diesen Satz genau behalten. Es tam ihr vor, als hätte ein Dichter ihn geschrieben haben tönnen. Und der, dem er galt, war der Erste gewesen...
Sie trat ans Fenster und blickte hinunter auf den schwarzen Schacht, der Hof genannt wurde. Hinter einigen Fenstern brannte Licht. In ihr war alles dunbel. Für fie mar alle Freude, alle Luft,
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Die Gutsfrau faßte sie mit beiden Händen an den Schultern. Meiersch, die Kinder sind auch zu Schaden gekommen.
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,, De Kinner of fie fiel in sich zusammen, stierte vor sich, und dann mit tiefem Aufstöhnen:„ Nu sünd de Swin doch wedder besapen wees." Angst flatterte aus den Augen, dann mit Empor reißen: Wo fünd de Kinner? It will hen tau ehr." Und sie wollte aus der Stube stürzen.
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,, Meiersch, ihr fönnt nicht hin, Meiersch, gebt mir eure Hände, haltet euch fest an mr. Ich habe euch etwas jehr Schweres, Unfaßliches zu sagen. Euer Mann, Meiersch, euer Mann ist tot," die Gutsfrau drückte sie sanft in einen Stuhl ,,, und eure drei Jungens Meiersch, ich fann euch ja nicht helfen, ich muß es euch fagen- eure drei Jungens find find auch- tot."
Die Augen der Frau erstarrten, fie fuhr hoch, ihr Körper be. gann zu zittern, der Mund öffnete und schioß sich, ohne einen Laut von sich zu geben. Dann fiel fie um wie ein Stüd Holz.
Zu derfelben Zeit arbeiteten die Männer an der Unglücksstelle an der Bergung der Leichen Dicht hinter der langen Buchenallee, wo der Weg eine ftarte Biegung machte, waren sie abgestürzt in den abschüssigen, verschlammten Graben, so daß der Wagen direkt in das Modderloch gelippt mar. An der abgetretenen Grabenfante erkannte man die Anstrengungen des Pferdes, auf dem Wege zu bleiben, aber immer wieder schien das Pferd durch den Zügel zur Seite gezerrt zu sein. Plöglich mußte ber Wagen gelippt fein und hatte das Pferd mit sich gerissen. Die drei Jungens lagen eng zufammengefuschelt im Stroh unter dem Wagenfasten, noch mit der Suchentüte in den Händen. Im Schlaf überrascht, mußten fie fofort im Modder erstickt sein. Auch Willem lag, wie er weggefact war, er hatte seinem Schicksal nicht entgehen lönnen. Nur Meier und das Pferd hatten angstvoll um ihr Leben gefämpft. Meier hatte sich mit einem Arm und dem Kopf unter dem Wagen herausge arbeitet. Das Pferd aber hatte im Modder so um sich geschlagen, daß es Meier immer wieder hinemgeriffen haben mußte. Sein Gesicht war verzerrt und die eine Hand so fest in die Deichsel ein. getrallt, daß sie nur mit Gewalt zu lösen war. Stines Unruhe hatte nicht getrogen, sie war dicht an der Unglüdsstelle gewesen. Bielleicht hatte der Mann in seiner Totesqual nach thr geschrien Die Leichen wurden in einen mit Stroh ausgefüllten großen Kastenwagen gepackt und nach dem Meiereigebäude gebracht Fast das ganze Dorf war dazu gekommen, allen saß das Entsetzen in den Knochen. Die Gerichtskommission gab die Leichen zur Beerdigung frei. Es wurde festgestellt, daß Meier schon um 4 Uhr von den Schwiegereltern fortgefahren, aber unterwegs in einem Wirtshaus hängen geblieben war. Erst wollten sie nur einen Schnaps vom und das Johlen und Kreischen zu ihnen herausschlug Metterten beide Bagen aus trinken. Wie aber der Dunst der waimen Wirtsſtube vom Wagen. Die Kinder schliefen im Stroh. Nach ungefähr einer Stunde wurden fie von der ganzen angetrunkenen Gesellschaft mit Judhei und Hopphei wieder in den Wagen gebracht. Wenn Meier jetzt dem Pferde den Willen gelassen hätte, es hätte fich in seinen Stall zurüdgefunver. An den Wagenspuren sah man die Anstren gungen des Tieres, auf dem Wege zu bleiben, aber Meier mußte so lange an den Zügeln gerissen haben, bis das Pferd nachgab. Der Trunkene riß alles in Tod und Verderben.
Auf drei Erntewagen wurden die mit je einer diden Tammengirlande umwandenen Särge zum Kirchhof gefahren Boran Meier, neben sich den fleinen Sarg seines Lütten, dann die beiden älteren Jungen und zuletzt der Knecht Willem. So fuhr der traurige Zug langsam durch die lange Buchenallee.
Stine wußte von dem allen nichts. Sie lag im Fieber und redete irre. Als sie von ihrem langen Krantenlager aufstand, war Stine Meier eine alte, gebrochene Frau.
alle Süßigkeit der Liebe nur Episode, denn auch sie, ihr schmaler, Inabenhafter Körper, ihre beiden fnospigen Brüste, ihre stammelnden Liebesworte, ihre ganze weibliche Schmiegfamfeit waren den Männern nichts anderes...
Irgendwo fang ein Grammophon. Eine Nachtschichtfirene heulte auf.
Plötzlich fühlte sie, daß sie noch im Mantel war noch den Hut auf dem Kopje hatte. Eine Angst padte sie und würgte an ihrer Rehle, eine Angst vor dieser Stube, diefer Tapete. dem frachenden, rachenden Schnarchen der Eheleute im Rebenzimmer, eine Angst vor der Nacht, vor dem Morgen.
Sie öffnete die Tür und ging hinaus. Bald stand sie wieder auf der Straße. Sie ging mit blicklofen Augen an den schimmernden Auslagen der Schaufenster entlang.
Beilage des Borwärts
Licht für seine Iniffeligen Untersuchungen sammelt, und: das Mitrostop ist geboren.
Die Nachbarn und Freunde tuscheln, machen sich über den närrischen Kauz, wie sie ihn nennen, lustig; aber Anton Leeuwen hoef läßt sich nicht stören. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, muß unter sein Mikroftop, und was er sieht, schreibt er fein säuberlich nieder und illustriert es mit sorgfältig gezeichneten Abbildungen Schuppen und Haare, Insekten und Pflänzchen wandern unter die Linsen, und Leeumenhoef ist es, der neben tausenderlei anderen als fäften des Menschen und der Tiere, so die Samentierchen, die roten erfter auch gar manche wichtige Formbestandteile in den Körper. Blutkörperchen und anderes mehr sieht, beschreibt und abbildet. leber alles aber, was er entdeckt, berichtet er in drollig naiv gehaltenen Briefen an die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften in London .
Die hochgelahrten Herren rümpfen wohl anfangs die Nasen über den Delfter Krämer; aber sie sind flug genug, seine Experimente nachzuprüfen, und siehe da: Leeuwenhoef hat nicht gelogen, nicht übertrieben. Der Sonderling, für den man bisher nur Hohn und Spott, wie für jeden rechten Propheten, übrig gehabt hatte, wird Mitglied der gelehrten Gesellschaft, und als Dant berichtet er dem aufhorchenden Kollegium der Wissenschafen nun mit doppeltem Eifer über das, was ihm seine Mitrojtope enthüllen.
Eines Tages, es war in September 1697, wird der brave Krämer und Mitroftopifer von heftigen Zahnschmerzen geplagt. Bas schlecht ist, muß hinaus, dentt er, fadelt nicht lange, sondern zerrt und dreht mit den Fingern so lange an dem schon Lockeren Bahn herum, bis er ihn glüdlich herausbefördert hat. Grimmig betrachtet er den llebeltäter, und dabei fällt ihm auf, daß die Spalten und Winkel der hohlen Wurzel mit einer weichen Masse erfüllt find. Leeuwenhoef ist gewohnt, allen Dingen auf den Grund zu gehen; so schabt er die Masse ab, verdünnt sie mit Regenwasser und bringt fte unter ein Mikroskop. Aber kaum hat er scharf eingestellt, fo wäre er beinahe vom Stuhl gefallen. Denn in dem Schleimtröpfchen, das sich unter seiner Linje breitet, und das mit bloßem Auge betrachtet nicht anders ausschaut wie jedes andere ganz gewöhnliche Schleimtröpfchen auch, wimmelt es von Hunderten und cber Hunderten winziger lebender Tierchen. Die Anzahl dieser Lebewesen", berichtet er an seine gelehrte Gesellschaft, ist über alles Erwarten groß, und dabei sind sie so flein, daß einige hunderttausend Myriaden von ihnen faum die Größe eines groben Sandkornes ere veichen würden."
Kleine Ursachen
große Wirkungen: wenn irgendwo, so bewahrheitet sich dies Wort in der Lehre von den lleinsten Lebewesen! Hier haben die Schmerzen, die der Delfter Krämer an einem wadeligen Jahr spürt, zu nichts Geringerem gefuhrt als zur Entdeckung der Mikroben. Mit einem Schlage hat sich der staunen. den Menschheit der Blid in eine Bunderwelt aufgetan, in der eine für unsere Vorstellungen ganz unbegreifliche Zahl winzigster Orgas nismen ihr Wesen treibt, sich gegenseitig bekämpft, frißt und sich
Dermehrt.
3m nördlichsten Teil des chinesischen Reichs, bort, wober Bogen des Amurftioms die Grenze zwischen der Mandschurei und erforscht und mit Ausnahme der Randgebiete faft ganz unbesiedelt Sibirien bildet, liegt ein Band, das bis heute großenteils noch taum ist. Bor einiger Zeit haben diese Gegenden die Aufmerksamkeit auf sich gelenti, ale in ihnen russische Goldsucher, die von den benachbarten Goldgebieten Sibiriens dorthin tamen, reiche Lager Stätten von Golo vorfanden. Eine russische Gesellschaft eröffnete an einem tleinen, nur wenige Kilometer langen Brd ) eine Goldwäscherei und erzielte, obwohl fie ohne alle neuzeitlichen technischen Auf die Kunde von diesem Goldreichtum fanden sich dort zahlreiche Hilfsmittel arbeitete, in fürzester Beit eine erstaunliche Ausbeute. Abenteurer ein, die sich schnell Schäße zu erwerben gedachten In den Wirren der Nachkriegszeit, als in Ostsibirien Revolution und Gegenrevolution fich befämpften, gründeten diese verwegenen Gesellen, unter ihnen viele desertierte Soldaten, Berbannte und Waldläufer, hier auf chinesischem Boden eine eigene Goldgräberrepublit und erflärten fie für unabhängig. Alle Eindringlinge wiesen sie mit Waffengewalt zurüd, und nur unter schweren Kämpfen gelang es schließlich den chinesischen Truppen, diese Abenteurer zu besiegen. In der Folgezeit wurde dann die weitere Einwanderung von Gold gräbern durch die chinesischen Behörden verboten.
Gegenwärtig liegen die meisten Goldwäschereien still, da die chinesische Regierung eine Ausbeutung großen Stils verhindert, fo lange das Land nicht beffer erschlossen und die Unsicherheit beseitigt ift. Insbesondere werden an Ausländer feine Konzessionen mehr erteilt, höchstens unter vorherrschender chinesischer Beteiligung. Nur brei größere Goldwäschereien, die allerdings einige tausend Arbeiter beschäftigen. sollen gegenwärtig in der Nordmandschurei im Betrieb sein, wenn man die Kleineren Betriebe nicht rechnet. Dafür durch streifen viele vereinzelt wandernde Goldsucher die einsamen Täler #sodes Chingan. Ihre ganze Ausrüstung besteht gewöhnlich nur in einer Hade und einem aus Birkenrinde gefertigten Waschbecken, in dem das Gold aus dem Flußfies mit der Hand ausgewaschen wird. Es ist der jämmerlichste, entbehrungsreichste und gefährlichste Beruf, den man sich denken kann, denn in der unwirklichen Wildnis müffen diese Leute oft hungern und in den falten Nächten frieren: vele fallen auch wilden Tieren zum Opfer, denn die dortigen Wälder beherbergen Bären, Bölfe, und im Often auch Tiger. Hat solch ein armer Teufel mühsam eine Tasche voll Goldnuggets gesammelt, wird sie ihm, sobald er wieder in bemohnte Gegenden kommt, oft gar noch von Räubergesindel abgenommen.
Ein Atem ftreifte sie. Borte flangen on ihren Ohren vorbei. Worte der Bereitschaft, der Begleitschaft. Sie achtete ihrer nidyt. Aber der Atem wurde intensiver. Und die Worte wurden dringlicher. Da drehte sie sich halb um. Gin älterer Herr, sehr foigniert und gut genährt und gepflegt. Eine Tanzfonditorei. Ein Stehschoppen in einer Bierhalle. Auto. Ein Hotelzimmer. Schummrige Beleuchtung. Und der Alte mit hängenden Armen und sturem, unluftigem, lüfternem
Blid...
Als sie ermachte, graute der Morgen. Sie wußte nicht gleich, wo sie sich befand. Als sie sich befann, sprang fie auf. Das Bett nebenan war zerwühlt und leer. Auf dem Kissen lag ein Geldschein. Sie starrte ihn mit ungläubigem Entsetzen an.
Dann schrie sie auf: ,, Das ist... das ist ja die Straße!"
Wie weit treiben Flaschenposten? Durch Flaschenposten sind der Wissenschaft schon sehr wichtige Auftlärungen über Meeresströmungen zuteil geworden. Neuer
Wie das Mikroskop entdeckt wurde bings find wieder einige lehrreiche Fälle bekannt geworden. Am
Wir entnehmen diesen Abschnitt dem eben erschienenen Büchlein non Dr. med. et phil. G. Benzmer Eine sterbende Krankheit" ( Montana- Berlag, Stuttgart ).
Im holländischen Städtchen Delft lebt ausgangs des siebzehnten Jahrhunderts ein sonderbarer, eigenbrötlerischer Krämer, dessen größtes Bergnügen darin besteht, in seiner freien Zeit aus feinem Glas Linsen zu schleifen. Tagaus, tagein brütet der Sonderling über seinem Schleiftifd), gibt den fleinen Glasscheiben Faffungen aus den verschiedensten Metallen, ordnet sie in mohlerprobten Abftänden zu zweien oder auch gar zu dreien hintereinander und freut sich darüber, daß ihm der so konstruierte Apparat die Dinge in vielfacher Bergrößerung zeigt. Immer mehr verbessert er fein Wunderwert, nimmt einen fleinen hohlspiegel zu Hilfe, der ihm das
27. September 1927 wurde von dem Dampfer R. R. Kingsburg" in der Nähe der südkalifornischen Küfte eine Flasche über Bord geworfen. Wie das Hydrographische Amt der Bereinigten Staaten berichtet, wurde diese Flasche am 12. Februar 1929 in der Gegend der Philippinen aufgefischt. Die Flasche hatte demnach binnen 17 Monaten 7200 Seemeilen oder 13 350 Rilometer zurückgelegt. Das dürfte so ziemlich die längste Reise sein, die in den Gewässern des nördlichen Bazifit möglich ist. Im Süden haben Flaschenposten auch schon weitere Streden zurückgelegt. So erstreckte sich die Trift einer Flasche aus dem südlichen Indischen Ozean bis in die Nähe von Kap Horn . Die Flasche war 15 Jahre unterwegs und legie 19 030 Kilometer zurüd; eine andere Flasche brachte es in den gleichen Gewässern binnen drei Jahren auf 18 600 Rilometer.