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Klops, der

Der Fall ist wohl noch in Erinnerung. AmGoldenen Sonntag", dem Abstimmungstag des nationalen Jrrflations' begehrens, betrat der Kommunist Schenk mit«mein unbekannt gebliebenen Gesinnungsgenossen das Abstimmungslokol in der Rostocker Straße, ging an den Tisch des Wahloorstandes heran, rief: chändc hoch!", hielt den bestürzten Wahlvorftandsmitgliedern-eine Pistole vor eine Kinderpistole behauptet er und während der Wahloorstand mit dem kommunistischen Wahlvorsteher an der Spitze schleunigst dos Weite suchte und sein Komplice zwei scharfe Schüsse abfeuerte, riß er die Wählerl i-sten an sich uni> ent­fernt« sich aus dem Lokal. Das Schöffengericht Berlin-Mitte ver- urteilte diesen Wahllistenräuber wegen Nötigung zu 6 Monaten Gefängnis. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, und die zahlreich oersammelten Freunde und Genossen Überreichren dem Heiden des Tages nach Entlassung aus dem Gefängnis ein Bukett roter Nelken, dessen rote Schleife die Aufschrift trug:Ein dreifaches Hoch für unseren lieben Klobs." So Manifestierten sie erstens ihre Solidarität mit derrevolutionären" Tat ihres politischen Märtyrers und zweitens ihr Vertrauen zu der Einsicht des bürgerlichen Klassen» gerichts, denn sie zweifelten nicht daran, daß sie nun seine Be» freiung mit Bier begießen wünen. Der AusdruckK l o p s" paßte auf den Angeklagten ganz vor- trefflich.Einen schweren Raub soll ick begangen haben? Eine Pistole soll ick gehabt haben? Eine Attrappe war es. Ick war anjeschossen", auch mein Freund war es, da ist uns durch den Kopf gegongen: Die Rundfunkentführung, und da haben wir ge- dacht, etwas ähnliches zu machen." Eine Jeugin sagte aus, sie habe etwa sine halbe Stunde vor demverfrühten Silvesterschcrz" zwei junge Leute beobachtet, von denen der eine sagte:Ach Mensch, laß man. Spät Is nich. Wir kommen noch lange zeitig genug."

Märtyrer. I ver kenmaMHdKMlisfenranber." lind em Chauffeur bekundete, wie zwei junge Leute an ihn heran» kamen, von denen der eine bat, die Uhr einzustellen und vor das Wahllokal zu fahren, wke sie dann eilig herauskamen, wie«r Ver- dacht schöpft«, aber auf seine Wort«:Ihr habt wohl einen anständig vergängelt," zur Antwort erhielt:I wo, wir sind ja friedliche Menschen." Von den Wahlvorstandsmitgliedern erfuhr.man, wie die Sache sich zugetragen hat: nur der kommunistische Wahloor- steher, der als erster das Weit« gesucht hatte, fehlte. Der eine Wahlvorsteher war soeben vom Mittagessen zurückgekommen, hatte auf seine Frage: Wie war das Geschäft, die Antwort erhalten: Mies," als die beiden jungen Leute das Abstimmungslokal be» traten.Da kommt Zkundschaft," meinte der eine von den Vor- standsmitgliedern. Es war aber keine Kundschaft, denn im nächsten Augenblick hieß es: Hände hoch! Uneinig waren die Zeugen darüber, wer die Schüsse abgefeuert hat, der Angeklagte oder sein Komplice Himer den Abstimmungszellen. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate Gefängnis wegen Nötigung. Ein schwerer Raub liege nach den jetzigen Aussagen des Angeklagten nicht vor. Die Absicht der rechtswidrigen Jueignung Hab« ihm ferngelegen, er hat die Listen fortgeworfcn. Dos Gericht ging über den Strafantrag hinaus und kam zu dem oben er- wähnten Urteil von 6 Monaien Gefängnis Zwar sei der An- geklagte angeheitert gewesen und habe sich nur einenverfrühten Silvesterscherz" erlauben wollen; doch könnten derartige, bessere Bierulke, die in Abstimmungslokalen vollführt werden, nicht allzu milde beurteilt werden. Ein Zvjähriger Mensch sollte sich doch erst recht überlegen, ehe er derartige Scherze macht, insbesondere unter Anwendung von Waffen. Die Gesinnungsgenossen deslieben Klops" hatten aber die Geschmacklosigkeit, ihren Strauß roter Nelken im Gerichtssaal aller Welt vor Aungen zu halten.

mütterlichen Augen bleibt das, teils durch Veranlagung, teils durch das Benifsmilieu oft arg mißratene Töchterlein stets und iinmer ein Unschuldslamm, sie. sehen alle Vorsicht als Schikane an, die nur das Böf« im Schilde führt, dem Kinde dieKarriere" zu verderben. k Handelt es sich hier wirklich noch um einenBeruf" im üblichen gewerblichen oder auch küftlerischen Sinn? Ist es nicht vielmehr die schlimmste, traurigste Art der Prostitution, die gräßlichst« Aus- beutung junger Menschen? Heute Genoffenschafiswahlen? Am heuligen Sonnlag finden in 105 Wahlbezirken der Konsum. genossenschoft Berlin und Umgegend die Wahlen der Abgeordnelen- delegicrleo stall Gewählt kann werden in der Zeil von S bis 14 Uhr. In 150 Wahlbezirken hat sich eine Wahl erübrigt, da in diesen ent- weder keine oder nur eine gültige Vorschlagsliste eingereicht worden Ist. Die Kommunistische Kartei, deren Genassenschaftsfraktion sich zum Zwecke des Stimmenfanges hinter der BezeichnungOpposition" versteckt, führte den Wahlkampf mit den bei dieser Partei üblichen Mitteln der gemeinsten persönlichen Verleumdung und durch das jeden Beweises entbehrende Herunterreißen der genossenschaftlichen Einrichtungen. Ihr« eigen« Unfähigkeit, ordnungsmäße, den Be- ftimmungen der genossenschaftlichen Satzung entsprechende Kandi­datenlisten aufzustell«n, verdecken sie hinter einem wüsten hysterischen Geschrei über angebliche Entrechwng der Mitglieder. Unser« Äonsuingenossenschaft legt dm größeren Wert auf Genossenschaster, die auch die Einrichtungen der Genossenschaft in Anspruch nehmen, nicht auf Papiersoldaten, die sich auf Anweisung der Konunu- nistischen Partei für 50 Pf. das Stimmrecht erkauft und von denen viel« noch nie das Innere einer genossenschaftlichen Ware nab gab«- stelle gesehen haben. Durch Aenderung der genossenschaftlichen Satzungen ist diesen Leuten das Betätigungsfeld genommen. Ihr Ziel, die Konsumgenossenschaft zu einer kommunistischen Partei- domäne zu machen, die u. E. genau so verramscht werden kann wie die kommunistischen Parteibetriebe, ist ihnen dadurch wieder in unerreichbare Ferne gerückt worden. Daher ihre grenzenlose Wut, die sich in einer systematischen Aufpeitfchung ihrer Anhänger austobt. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, ist es die Pflicht aller Freunde einer gefundenen genossenschaftlichen Fortenwicklung, durch ihre Beteiligung an der heute stattfinden- den Wahl und durch Stimmabgabe für die Liste Gcnossenschaftsaufbau dieser Liste zu einem überwältigenden Siege zu verhelfen, Wahl- recht ist Wahlpflicht. Das Wahlrocht ist persönlich auszu- üben, eine Vertretung durch den Ehegatten oder durch eine andeve zum Haushall gehörende Person ist mcht statthast. Bei der Stimm- abgäbe ist das Mitgliedsbuch der Genossensthaft als Wahlausweis vorzulegen. Gewählt wird nur iu den nachstehend verzeichnete» Abgabe» stellen: 1. 2. 4. S. 7.«. 11, 15. 18. 19. 22, 25. 28, 29, 30. 31, 33. 34. 36. 37. 43. 44. 45. 47. 48. 49. 50. 51. 55, 58. 59. 60. 61. 62, 63. 65. 71. 74. 76. 78. 81. 82. 85. 87. L8. 94. 95. 101. 104. 105, 106. 107. 108. 110. III. HZ. 114. 117. 120. 121. 123. 124. 126. 129, 130. 132. 133. 134, 135. 136. 137, 138. 139, 141. 144. 149. 156. 158. 159. 161. 164. 169. 174. 177. 181. 183. 165. 136. 187. 188. 189. 190. 192. 193. 194. 197. 202. 215. 220. 225. 227. 233, 240. 257. 264.

.Hochschulrektor unterstützt Hakenkreuzler. Imyier noch gibt es preußische Hochschulen, deren Rektoren noch nicht begriffen haben, daß sie Beamte der Republik sind. Die Mttgliedsgruppe der Deutschen Studentenschaft an der Land- wirtschaftlichen Hochschule in Berlin , der Bereinigung der rechtsradikalen Studenten Deutschlands , wird von dem Rektor trotz aller Ministerialerlasse heute noch als die Vertretung der Studentenschaft anerkannt und behandelt. Sie hat heute noch Räume in der Hochschule inn«. Ihre Beiträge werden durch, das staatliche Wirtschaftsamt der Hochschule«mgezogen. In diesen Tagen beauftragte der Rektor sie mit der Durchführung einer Wahl zur Besetzung des Wirtschaftsamtes. Die republikanischen Studenten, die ihre Ansprüche hierbei. anmelden, werden beiseite ge-

52 1 Wie spät ist es?" fragte Pataca und blickte mit halbge- fchlossenen Augen auf die Uhr an der Wand.Halb neun. Wir können noch einen trinken, aber diesmal bin ich dran." Sie tranken also von neuem, und Jeronymos Mitver­schworener bemerkte:Dir muß es doch heute gut gehen du hattest doch offenbar eine Glückssträhne." Nein, es geht mir nicht gut", stammelte Firma und machte«inen oergeblichen Versuch, sich den Speichel vom Mund zu wischen. So, na, wisch' dir mal das Kinn und dann erzähl' mir, was passiert ist. Irgendeine Weibergeschichte, was?" Ja, diese verdammte Rita hat mich heute den ganzen Tag warten lassen und ist nicht gekommen. Ich weiß auch weshalb. Dieser Hund von Jeronymo ist nämlich heute wieder nach Hause gekommen." So. Keine Ahnung. Und Rita ist mit ihm zusammen?" Nein, noch nicht", entgegnete Firma, der zu betrunken war. um sich zu erinnern, daß Pataca ihm ja überhaupt erst von der Heimkehr des Steinbrechers berichtet hatte.Und sie wird auch nicht mit ihm zusammenkommen. Denn ich werde ihn suchen, und wenn ich ihn sehe, schlitz' ich ihm den Bauch auf wie einem Schwein." Na. dann ist es besser, du trägst'ne Waffe bei dir, denn du kannst ihm jeden Augenblick begegnen." Firmo zog ein Rasiermesser aus dem Hemd heraus. Versteck das, das solltest du nicht so öffentlich zeigen. Die Kerls da an dem Mitteltisch haben die Augen nicht von dir gewendet, seit du hier bist." j ..Laß sie nur gaffen, wenn ich was merke, zeig' ich ihnen schon, was dabei rauskommt." Aber plötzlich hielt. Firmo inne, denn ein Polizist steckte seinen Kopf zur Tür herein. Gib das Messer lieber mir er ist hinter dir her. und du willst doch nicht mit so einem Instrument arretiert werden." Aber der Mulatte riß sich zusammen. Niemand konnte

drückt. Unsere Genossen an der Landwirtschaftlichen Hochschule gaben die Parole der Wahlenthaltung aus, der auch von den meisten Studenten gefolgt wurde. Don 680 Studenten wählten 244, von denen nur 31 ihr« Stimme für die Nazis abgaben.

Das Llrteil im Abireibungsprozeß. Da» Landgericht verurteilte die 56jZhrige Akarkha Spreuger wetjeu gewerbsmäßiger Abtreibung zu zwei Zahreu Gefängnis. Eine Bewährungsfrist wurde ab­gelehnt. Jedenfalls ist auch dieser Fall ein trauriger Beitrag zu dem 8 218, der ja leider, wenn auch in gemilderter Form, im neuen Strafgesetzbuch weiter bestehen soll.' Erst die Verhandlung gegen die 35 angeklagten Frauen wird zeigen, wie groß die seelische Not war, die sie zu Martha Sprenger geführt hat. Die gesonderte Ver- Handlung unch die Zsugnisoerweigerung der Frauen gestattet« auch keinen Einblick in die Umstände, unter denen sie die Hilf« der An- geklagten in Anspruch genommen haben. Zw« Jahre Gefängnis ist aber doch etwas zu reichlich bemessen. ' Zuviel Ingenieure. Zu dem aktuellen Thema:Wohin mit den überzählige» Ingenieuren?" sprach im Verein Deutscher Ingenieure Maximilian Est er er, der seine Eindrücke irnd Erfahrungen langjähriger Reisen in Ostosien und Südamerika in klarer und lebendiger Form einer sehr zahlreiche Zuhörerschaft mitteilte. Man kann die Zahl der deutschen Ingenieure, die in der Industrie keine Stellung mehr finden, im Verlauf der nächsten zehn Jahre mit über 100 000 angeben. Nur ein Weg bleibt dem jungen Ingenieur: er muß ins Ausland gehen und von vornherein damit rechnen, fein ganzes Leben im Ausland zu verbringen. Vorher sich möglichst viel Unterlagen über das gewählte, fremde Land verschaffen, um zu wissen, ob einem das Land auchliegt". In allen Fällen wird die Frau eine wertvolle Kainerodin fein, da sie die Fremde viel instink» tioer erfaßt. Niemals den Fremden nach dem ersten Eindruck be- urteilen wollen. Im Gegensatz zum Engländer besitzt gerade der

ihn arretieren. Der Kampf war schon so lange her, daß kein Mensch ihn mehr suchte. Er erlaubte dem Portugiesen nicht, sich das Rasiermesser anzusehen und sagte, er würde es nicht einmal seinem eigenen Vater in die Hand geben. Als Pataca Firmo Mangel an Vertrauen vorwarf, erwiderte der Mulatte:Vertrauen Hab' ich zu meinen eigenen Zähnen und selbst die beißen mich manchmal in die Zunge." Ich habe jemand gesehen, den du kennst, aber du rätst nicht, wen", wagte sich der Portugiese vor. Wen denn?" Rita Vahiana." Rita Bahiana? Wo? Wer war mit ihr zusammen?" Eben Hab' ich sie gesehen, bevor ich hier hereinkam, sie ging draußen den Saudade-Stand entlang. Aber ich weiß nicht, mit wen sie war es war keiner, den ich kannte." Firmo versuchte aufzustehen und taumelte zur Tür. Warte", rief der andere,ich geh' mit dir, wenn du willst." Er holte Firmo vor dem Eingang der Taverna ein und hakte den Mulatten freundschaftlich unter. Geh jetzt langsam und mach' ein harmloses Gesicht, sonst fliegt dir dein Vogel davon." Der Strand war menschenleer. Ein feiner Regen rieselte herunter, und vom Meer wehte ein kühler Wind. Der Himmel war schwänz wie Tinte, und die armseligen Straßen- lämpchen versuchten gar nicht erst, die Dunkelheit zu durch- dringen. Wo ist sie?" fragte Firmo und gab sich Mühe gerade zu gehen. Ein bißchen weiter unten da, wo sie die Steine von der Klippe brechen. Du wirst auf den Weg achten müssen." Sie liefen also auf den Felsenhügel zu, der beinahe schon im Meere lag. Da traten zwei Gestalten aus dem Schatten heraus. Pataca erkannte sie und packte Firmo von hinten am Arm. Nehmt feine Deine", riet er den anderen zu. die keine Zeit verloren, ihm zu gehorchen. Sie zogen Seile heraus. mit denen sie ihm Hände und Füße banden, und er war hilflos. In dem Augenblick tastete Pataca nach dem Messer. denn er hatte es Firmo ja einstecken sehen, und der Mulatte war entwaffnet. Dann nahm auch Pataca die Keule zur Hand. Lang«, nachdem der schlanke Körper still war, fuhren dw drei Männer noch, fort, Schläge auf ihn hageln zu lassen.. Erst als sie erschöpft und müde waren, hörten sie auf. Dann

Deutsche die Fähigkeit zur besseren Einfühlung in das andere. Seltsamerweise kommt der Deutsche im Fernen Osten dem Chinesen innerlich viel näher als der Deutsche in Latein-Amerika der dortigen spanisch-indianischen Mischrasse. Gerade in Südamerika , wo die beginnende Industrialisierung am allerwenigsten von den Ein- heimischen in die Hand genommen wird, winkt dem deutschen Ingenieur reiche Möglichkeft zur Betätigung. Warum soll er zum Beispiel nicht im Dienste eines reichen Kolumbianers fein« berg- bautechnischen Kenntnisse verwerten? Der Deutsche muß. vom jüdischen Volk lernen, auch in der fremden Umgebung seine Wesens- art beizubehalten,Bürger zweier Wetten zu werden", ohne die Zusammengehörigkeit mit seinem Volk zu verlieren. Vorzügliche Lichtbilder von typischen fremden Landschaften unterstützten den Vortrog in wirkungsvoller Weife.

Hochofenexplosion in Rußland . Neun Arbeiter getötet. Moskav. 1. März. Bei der Explosion eines Hochofens in» Eisenwerk T ajeP.r.Petrowsk fiich«-«n Ardeiter ge­tötet nnd vier schwer verletzt worden. Lebenslänglich Zuchthaus für Laöenbiebin. New Dorf. 1. März.(Eigenbericht.); Die Verurteilung einer Zgjährigen Laden« diebin Ruth St. Clair zu lebenslänglichem Zucht- Haus hat die gesamte öffentliche Meinung von New Dork auf die Beine gebracht. Der unerhörte Urteilsspruch erfolgte unter den Bestimmungen der Baumes-Gesetze, die für jeden zum vierten Mal? eines Vergehens überführten Angeklagten unweigerlich die lebens- längliche Hastftrafe vorsehen. An die Seite der Presse, die fast- ausnahmslos noch einer Aenderung der staatlichen Rechtspflege schreit, haben sich jetzt auch zahlreiche politische und bürgerliche Blätter gestellt.

I ergriffen sie die zerbrochene, blutende, breiartige Masse, warfen sie zusammen mit den blutbefleckten Keulen ins Meer, flohen in die Stadt und machten erst halt, als sie die Rua Cattete erreicht hatten. Hier blieben sie einen-Augen- blick vor einem Kiosk stehen und stürzten Paraty wie Wasser herunter. Es war je�t elf vorbei, und sie stellten sich unter eine Straßenlaterne, wo Jeronymo trotz des Regens die achtzig Milreis herauszog und sie unter seine beiden Ge- fährten verteille. Dann liefen sie eilig weiter nach Gloria und stiegen ein paar Stufen zu einem menschenleeren Nestau- rant hinauf, wo sie sich Essen und Trinken kommen ließen und sich leise unterhielten. Aber um ein Uhr schloß der Be- sitzer das Lokal, und sie mußten gehen. Also lenkten sie ihre Schritte nach Botafogo zurück, und auf dem Wege fragte Jeronymo Pataca, ob er noch das Rasiermesser des Mulatten hätte, er wollte gern ein Andenken an seinen Rivalen haben. Pataca gab es ihm anstandslos, und vor dem Tor von Sao Romao trennten sich die drei. Jeronymo trat leise ein und schlich sich nach Nummer fünfunddreißig, blickte durchs Schlüsselloch und vergewisserte sich, daß im Schlafzimmer Licht war und daß seine Frau auf ihn wartete. Einen Augenblick zögerte er, aber als er sich vorstellte, welchen Abscheu er vor ihrer Nähe empfinden würde, richtete er sich auf, ging entschlossen zur Tür der Mu- lattin und klopfte leise an. Rita hatte sich nervös und ängstlich schlafen gelegt. Sie hatte ihr Rendezvous mit Firmo heute nicht eingehalten und wunderte sich selbst, daß sie es gewagt hatte, solche Unvor- sichtigkeit zu begehen; erst im Augenblick höchster Gefahr hatte sie getan, was sie schon immer hatte tun wollen, wozu ihr aber bisher der Mut gefehlt hatte. Denn im tiefsten Innern hatte sie vor dem flinken Mulatten ein gesunde Angst. Im Anfang waren sie durch die Aehnlichkeit ihrer Tempecam-nte, durch eine gleichzeitige physische Leidenschaft und durch ihre gemeinsame Begeisterung für den Chorado und die Samba zueinander gezogen worden, und dann hatte sie aus Gewohn- heit und weil sie niemand kannte, den sie mehr liebte, das Verhältnis mit. Firmo fortgesetzt. Gewiß nach ihren Zänkereien hatte sie immer eine Zeitlang anderen an- gebändelt, war aber dann stets freudig zu ihm zurückgekehrt. All das war anders geworden, seit Jeronymo auf der Bild- fläche erschienen war. Er faszinierte sie mit seiner Kraft und seinem Ernst, und die Leidenschaft eines Mannes von höherer Rasse erweckte in ihrem Mulattenblut, sofort ein Echo. (Fortsetzung folgt.)