freens
Nr. 161 47. Jahrgang
12. Beilage des Vorwärtsmaste
Bilanz der„ Leberfremdung".
Im jüngst erschienenen Jahresbericht der Bereinigung der deut. schen Arbeitgeberverbände heißt es: Die Inanspruchnahme fremder Kapitalmärtte ist sehr viel leichter mit Hilfe von Obligationen und fonstigen festverzinslichen Sicherheitspapieren durchzuführen as mit Hilfe von Aktienpapieren, die immer in viel höherem Maße ein fpetulatives Moment in fich tragen und daher für den fremden Käufer, der den betreffenden Markt mer schmer überschauen fann, rifitoreicher find." Man wird zu geben, daß diese Feststellung in vollem Gegensatz zu jenen Behaup fungen der jüngsten Monate in der Unternehmerpresse steht, daß nämlich das Aussand durch Aktienfäufe auf dem Wege sei, die ganze deutsche Industrie in seine Hände zu bekommen. Wenn es für ausländische Kapitalbesizer so rififoreich ist, wie die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände meint, mit Hilfe von Aktienpapieren ihr Geld nach Deutschland zu legen, dann muß die so heftig betlagie lleberfremdung der deutschen Wirtschaft für jene Kapitalfien ein ganz merkwürdiges Geschäft fein. Für diese gegenfäßlichen Be hauptungen gibt es nur eine Erflärung: fie find beide ausschließ. lich aus agitatorischen Gründen formuliert!
Mit der sogenannten Ueberfremdung liegt es ganz
anders,
als es die agitatorischen Formeln oder eima die homerishen Streüigteiten zwischen Herrn von Siemens und Herrn Bücher von der AEG. bisher gezeigt haben. 2n Hand des Materials, das fürzlich Das Institut für Konjuntturforschung über die wichtig. ſten neuen Auslandsbeteiligungen an deutschen Unternehmungen veröffentlicht hat, läßt sich die Frage wieder einmal stofflich unter suchen.
Das Ergebnis jener Uebersicht ist die Erfassung von 60 Fällen, bei denen es möglich war, die Beteiligungs quote des Auslandes annähernd genau festzustellen. Bei diesen 60 deutschen Unter nehmungen mit einem Nominalfapital von 570 Millionen Mark hat das Ausland mindestens rund 230 Millionen Mart des Rami malfapitals erworben. Die tatsächlichen Rapitalaufwendungen des Auslandes find selbstverständlich erheblich höher gewefen als Sie Nominalbeträge der Beteiligungen. Auf Grund non privaten Zufammenstellungen neigt das Institut für Konjunkturforschung zu ber Auffassung, daß allein in den bekanntgewordenen Fällen der tatfachliche Kapitalaufwand des Auslandes für Beteiligungen in Deutich land über 300 Millionen Mart ausmacht". Im ganzen wird des. wegen vom Institut mit gutem Grund" angenommen, daß die gesamten neuen Auslandsbeteiligungen im Jahre 1929 den Betrag der aufgenommenen Anleihen erreichen, wenn nicht ganz überschreiten.
Man muß näher zusehen.
Wie sieht es mit diesen Zahlen nun aus, wenn man die ihren zugrunde liegenden Tatbestände in einzelnen nachprüft? Das Rez fultat ist völlig anders, um das schon im voraus zu sagen, als es die Unternehmerpropaganda hinstellt und das Institut für Konjuntturforschung" angenommen hat.
Schon die einfachste Nachprüfung zeigt nämlich, daß viele dieser sogenannten Auslandsbeteiligungen des vergangenen Jahres nichts anderes gewesen sind als
organisatorische Einzelmaßnahmen innerhalb schon lange vorhandener europäischer Kapital-, Produktions- und Abjahverflechtungen.
Bei näherer Untersuchung ist dann zu unterscheiden, in welcher Höhe die Beleiligung des Auslandes an einem infändischen Unternehmen erfolgt. Beteiligung ausländischen Kapitals ist durchaus nicht immer und ohne weiteres Beherrschung der deutschen Unternehmung. In vielen Fällen handelt es sich um Minder heitsbeteiligungen, die nicht einmal zur Sperrminorität( 26 Bro3) ausreichen.
Weiter ist wesentlich, in welcher Art ausländisches Kapital nach Deutschland gelegt wird. Es ist ein Unterschied, ob der Ausländer in Deutschland eine Warenauslieferungsfiliale in der handelsrechtlich bescheidensten Form dadurch ausmacht, daß er sich an einer schon bestehenden Handelsfirma beteiligt, oder ob mit äußerlich fleinstem Gründungstapital ein national aufgezogenes Warenverteilungsnetz über ganz Deutschland ausgebreitet wird.
Zum dritten ist in jedem Einzelfall sehr wichtig, zu prüfen, ob die Initiative zur tapitalistischen Verknüp
Umständen auch beherrschen fonnte. Heute ist das Ueberbliden zum imindesten des europäischen Marftes für viele industrielle Fertigfabritationen möglich. Die Zahl der Produktionsstätten verFertigfabritationen möglich. Die Zahl der Produktionsstätten der fleinert sich, während sich ihre Leistungsfähigkeit vergrößert.! Man denfe hier an die Margarine, an das Linoleum, an die Grammophon- und Schallplattenindustrie. Das gleiche gilt für Stugellager und Kort, für Glas, Schokolade und für vieles andere.
Europa ist für das Zeitalter des Fließbandes ein einheitliches Abfahgebiet!
Ueberdies war das für so manche Produkte schon früher der Fall. Man erinnere sich hier daran, daß das Internationale Glühlampenkartell und der Internationale. Schienenverband schon jahr. zehntelang vor dem Kriege den Markt systematisch aufteilten. Es ist ein Kampf um die Bildung europäischer Martibeherrschungssysteme, der sich bei uns in der Unternehmerpreffe als sogenannte Ueberfrembung widerspiege!!! Diese lleberfremdung" haben wir in allen europäischen Ländern. Für weittragende industriege Erfindungen, die mit vielen Millionen Mart fundiert werden, ist ja der nationale Abjaßmarkt schon lange zu flein. Man erinnere sich hier an die Auswertung der Photomatonpatente und an den Kampf um den Zonfilm.
Bei dieser europäischen Marktorganisation spielt das Finanztapital eine entscheidende Rolle.
Es verknüpft die Fäden und es perdient dabei. Häufig verdient es fogar zweimal, und zwar das erfiemal bei der internationalen i nanztransaktion, das zweitemal dadurch, daß seine deutschen Beteiligungen durch Eingliederung in die internationale Arbeit in ihrem Berdienst ganz wesentlich gesichert werden.
Es würde zu meit führen, wenn wir alle Beweise für unsere Feststellung im einzelnen aufzählen wollten. Sie reichen von der Zündholzproduktion bis zur deutschen Schloßindustrie und von der Rafierflingenerzeugung bis zum Lapelenbrud. Ueberall find es die selben Tendenzen: die national zufammengefaßten Produktionen wadsen zumeist auf der Grundlage der Ebenbürtigkeit und der
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Die Aktienkurse steigen.
Börse wird wieder optimistisch.
Die Börse stand in der letzten Woche int Zeichen einer anhalten den und zum Teil recht beträchtlichen Kurssteigerung auf den Aktienmärkten. Wenn auch größere Anregungen von der Wirtschaftsfeite her völlig fehlten, fonnten sich doch eine Anzahl belebender Momente durchsetzen.
Sonnabend, 5. April 1930
Gleichberechtigung- aus Marftbeherrschungsgründen zur gefchloffenen acht paneuropäischer Bole heran. Das ist der planpirtschaftliche Privat Tapitalismus, der von der Glasinduſtrie bis zur Kunſiſeide und vom Elettroporzellan. bis zur chemischen Industrie sein Reich heute schon festgegründet hat.
Angesichts dieser Tatsachen wird die ganze Primitivität und die nolle Lächerlich feit des Agitationsgefchreis von der lle berfrembung flar ersichtlich. Die Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbände hat ja doch ganz recht: es wäre für das aisländische Geldkapital viel zu rifitoreich, auf solche furiose Erobererart sich an der deutschen Industrie zu beteiligen, wie es voit deutscher Seite häufig behauptet wird. Ebenso bumin wäre der Gebante, auf diesem Wege mit ausländischem Kapital die deu sche Produktion zu vernichten. Die realen Borgänge find geschäftlich wesentlich flarer und weitsichtiger. Es handelt sich eben um die ständig deutlich sichtbarer werdende Linie der Entwicklung zur euro päischen Marktbeherrschung, zur privatkapitalistischen Konzentration. Gegenkräfte und Gegenmächte.
Man darf sich diese Vorgänge aber nicht zu einfach vorstellen. Im Windschatten nicht nur des fleinsten Kariells, sondern auch der produktions- und finanzkapitalistischen Weitorganisationen fönnen immer wieder Außenseiter heranwachsen und die von der privattapitalistischen Planwirschaft gefürchtete freie Konkurrenz er zwingen. Auf der anderen Seite dehnt sich, wesentlich mit von deutscher sozialpolitischer Arbeit getragen, immer mehr die inter nationale Sozialpolitik aus und damit der gleichmäßige europäische Schuß der Arbeitstraft. Darüber hinaus ist es eine große Aufgabe der Staaten, die Wege für eine euro päisch übereinstimmende Steuergejezgebung zu beneiten.
Die Industrien aller europäischen Großstaaten sind heute in gleichem Sinne überfremdet" wie Deutschland . Kapital ist flüssig und wird nicht durch die Grenzlinien der politischen Landfarten aufgehalten. Damit ist nicht gesagt, daß die Schornsteine, die Fabriken selbst nicht auch zu wandern beginnen könnten. Nie nationalen Märkte stehen mit den nationalen Betriebsgrößen häufig mir in losem Zusammenhang. Deswegen sollte das Geschrei, das mit der Ueberfremdung gemacht wird, nicht darüber hinwegtäuschen, Jah die Europäisierung der Sozialgesetzgebung, und nicht zuleht der Steuergejezgebung, es dringend notwendig hat, der Internationalität des Kapitals und der Produktion zu folgen.
im Februar zu 37,5 Proz. und im März nur zu 33,8 Proz. ousgenutzt werden konnte. Für den Monat April rechnet man mit einem Tiefstand des Beschäftigungsgrades von 30 Broz., erwartet jedoch für die folgenden Monate dann eine Besserung. Ende März waren die Haldenläger für Briteits mit fast 192 000 Tonnen angefüllt, während die Jahresproduktion sich 1929 auf 3,45 Millionen stellte.
Ganz offensichtlich hat sich die Börse von der innerpolitischen und besonders der finanzpolitischen Unsicherheit fret gemacht. Die durch die wirtschaftliche Stegnation brach liegenden Gelder, die in der Borwoche besonders stark auf dem Markt der festverzinslichen Werte( Pfandbriefe, öffentliche Anleihen) Anlage juchten, sind in der letzten Woche zu den Aktienmärkten hingeflossen, in die durchtrale an die Saar- Lothringen Elektrizitätsgesellschaft endgültig zugrößere Auslandskäufe schon Leben gekommen wer.
222
Aftienkurse am: 2.1 1.2. 1.3. 1. 4. 2.4. Deutsche Bank Disconto 141 1503 148 150 151 Danat- Bank 240 235 237 238
Ber. Stahlwerte Mannesmann Effener Steinkohle Schubert und Salzer Siemens und Halste Daimler- Benz J. G. Farbenindustrie Bemberg Berger Tiefbau Schultheiß
. 103% 104 101% 967, 98%
3 4. 4. 4. 1511, 1515/ s 242 239 98% 102 1121 109 1431, 144, 2273/ 227
91
4
1083 105 107 108
134, 137 139 142 143
261
262
41
1952 6 2:31 2201, 225 270 277 251, 257 261
43
1787/ s
33 41% 37% 40% 42 169 1681 1633, 173 177 178 134 177/157 144 148 145 1451 2673, 325 306 306 306 309 309 313 266 278 270 283 291 296 295
Es scheint sich bei der anhaltenden Geldflüssigkeit in Deutschland auch nicht um eine vorübergehende Bewegung zu handeln, sondern es bahnt sich hier offenbar eine zunächst ausschließlich von der Stapitaljeite her befruchtete größere Karssteigerung für Attien an. Für die Ankurbelung der Konjunktur fönnte jebenfalls cin Antrieb von der Börse her recht nüglich fein.
fung deutscher und ausländischer Geschäftsintereffen von Deutschschen und den ausländischen Kapitalmärkten herrscht, dafür gibt es land aus oder vom Ausland her ergriffen wird.
Weiber find internationale Gemeinschaftsgrün dungen zum Beispiel auf dem Gebiete der Patentausbeutung oder der gemeinsamen Betriebsorganisation etwas ganz anderes als lleberfrembung".
Sum fünften ist die Frage zu stellen, ob es sich bei dem vom Ausland hereintommenden Rapital mirtlich um fremdes Rapital handelt. Immer wieder wurde festgestellt, daß dieses fogenannte fremde Rapital in Birtlichkeit braves deutsches Geld ist, das vor dem Steuererheber nach dem Ausland flüchtete. Bon dort fehrt es als ausländischer, hoch zu verzinjender Kredit oder als ausländische Beteiligung zurüd.
Mit der Aufrahung dieser verschiedenartigsten Formen der sogenannten Ueberfremdung, also mit der Feststellung der Tatbestände, find wir bis zum Wesen dieser Borgänge vorgedrungen. Nach unserer Auffaffung liegt es hiermit nicht so, daß nach militärischem Vorbilde irgendwelche fremden wirtschaftlichen Mächte einz Befeßung Deutschlands anstreben und sich dazu der vorerwähnten vielen Formen bedienen.
In Wirklichkeit haben wir es mit infernationalen Neugliederungen der Marktorganisation zu tun, die in vielen Fällen weit über Europa hinausgreifen.
Die Entwicklung vom Handwert zur Industrie, vom Einzelfabri fat zum Fließbanderzugnis, hat heute prattisch etwas erreicht, was nor wenigen Jahrzehnten sogar für den nationalen Markt als Geltenheit galt nämlich die Möglichkeit, den gesamten euro päischen Martt, ja recht oft sogar ben Weltmarkt, von der Produktion aus zu überblicken. Für beftimmte Rohprodukte galt das schon immer als ganz selbstverstände lich, weil bei ihnen die Boraussetzungen dazu für jedermann sichtbar lagen. Man bente an die ehemalige Weltherrschaft des deutschen Ralis oder des chilenischen Salpeters. Im übrigen war es früher zumeist nur der Handel, der ganze Martie überbliden und unter
Welch ein Andrang von Angeboten gegenwärtig auf den deutseit einigen Monaten Dutzende von Beispielen. So ist für die gegan wärtige Lage durchaus charakteristisch, daß die erste Auflage der Anleihe von Mecklenburg- Strelik in Höhe von 5 Millionen un mittelbar nach Eröffnung der Zeichnung untergebracht war. Zugleich wird aus Amsterdam gemeldet, daß die zur Zeichnung aufgelegten 2 Millionen Dollar Obligationen des Rheinisch- Westfälischen Elet so trizitätswertes fo start überzeichnet wurden, daß den Zeichnern nur bestimmte Mengen zugeteilt werden konnten.
Unruhige Braunfohlenaftionäre. Die„ Jife": Verwaltung drückt sich vor Antworten.
Die Rebellion der Kleinattionäre bei den Braunfohlenunternehmungen des Bescheck- Konzerns hat jezt auch auf d'e Aktionäre der Ilse Bergbau A.-G. ausgestrahlt. Dies ist auch insofern nicht überraschend, als die fe- Bilanzen minde stens so versleiert sind, wie die Abschlüsse bei Petscheck.
Was wird mit dem Saar Eeftro Export ins Rheinland ? Wie gemeldet wird, hat das Präsidium des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätsmerts beschlossen, dem Anschluß der Weiher- Zenzustimmen. Damit wird ein seit mehreren Jahren mit größter Heftigkeit geführter Kampf zugunsten des Saargebietes entschieden. Das Rheinisch- Westfälische Elektrizitätswert verzichtet darauf, im cngeren Saargebiet Fuß zu fassen und die Verwertung der Saarfohle für die Erzeugung von elektrischem Strom zu gefährden. Weber eine sehr wichtige Frage besteht bis zum Augenblick allerdings noch feine Klarheit. Das Saargebiet kann nicht darauf verzichten, in das nahegelegene Rheinland auch Saarstrom zu„ egportieren". Bor der wirtschaftlichen Losreißung des Saargebietes vom Reich war diefer Elettro, erport" für das Saargebiet lebenswichtig. Eine wirtschaftliche Rüdgliederung des Saargebietes ist nicht denkbar ohne die Wiederherstellung dieses Zustandes..
Zu den Nachrichten, eine amerikanische Gesellschaft( North European Dil Comp.) habe sich daran gemacht, in Nordbenischland eine Delproduttion größeren Stils aufzu bauen, schreibt der sozialdemokratische Boltswille" in Hannover :
Hinter dieser höchst mysteriösen und sehr zweifelhaften Ge. schichte scheint der Belgier Bingerhoets zu stehen. Binger hoets ist in niedersächsischen Wirtschaftstreifen fein Unbekannter. Er hat in den vergangenen Jahren durch manchmal höchst zweifelhafte Geschäfte pon sich reden gemacht. Alle Geschäfte mit Bingerhoets find jedenfalls mit großer Borsicht zu genießen. Nach unserer Auffassung handelt es sich bei dieser Sache auch um meier nichts els um eine groß angelegte Spefuletion auf die Dummen, die gern ihr gutes Gelb los fein mollen, denn, wie es heißt, gibt diese Gesellschaft Aktienanteile zu 2 Dollar in Höhe von zirfa zwei Millionen Stüd heraus. Sie sollen an die treinen Leute, besonders an die Bauern, abgejezt werden. Weil es fich um Dollaranteile handelt, gfoubt man, ganz besonders gute Ge schäfte machen zu können. Wir halten es deshalb für erforderlich, vor dem Kauf solcher Anteile bringend zu warnen; Denn es hat ja in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Del gesellschaften gegeben, die auf die Dummen spekuliert haben und die auch zahlreiche Dumme gefunden haben, die dann ihr Geld ver
Die geftrige Generalversammlung der Ilfe- Bergbau Papierkonzern Feldmühle 12 Proz Dividende.
zeigte übrigens, wie dringend notwendig die Forderungen der G:- werkschaften zur Attienrechtsreform find, die, wie wir erst türzüch berichteten, u. a. die Grenzen des Fragerechts der Aktionäre und der Auskunftspflicht der Berwaltung genau festgelegt wissen wollen. Auf der Ilse- Versammlung wurden, wie man das so häufig erlebt, sehr flare Fragen der Aktionärsopposition entweder gar nicht oder nur ausweichend beantwortet und andere Fragen wieder als unberechtigte Bißbegter" schroff zurückgewiesen. Wie das Versteckspielen vet den Industriebilanzen zugenommen hat, beweist u. a. die bemerkenswerte Feststellung eines Altionärs, bağ die Ilse- Bilanz noch 1924 eina 53 Einzelposten aufgewiesen habe, die jetzt auf 20 zusammengeschrumpft seien.
Zur gegenwärtigen Betriebslage erklärte die Berwaltung baß die Beistungsfähigteit der Betriebe im Januar nur noch zu 58 Broz.
Der größte deutsche Papierfonzern, die Feldmühle, Papier und 3ellstoffmerte 2.-G. in Stettin , wird nach dem Beschluß des Aufsichtsrates für 1929 wieder eine Divi. dende von 12 Broz. auf das Kapital von 26,5 gegen 16,5 Millionen im Vorjahr ausschütten.
Der Abschluß für 1929 en hält erstmalig auch die Gewinnziffern der Reisholz - Papierfabrik, die im vergangenen Frühjahr mit der Feldmühle A.-G. verschmolzen wurde. Der Reingewinn von 3,94 Mill Mart liegt um mehr als 800 000 M über den Gewinnen von Reisholz und Feldmühle im Vorjahr, obwohl die Ab. schreibungen mit 2,75 Mill. Mark schon um mehr als 400 000 m. gegen 1928 bei beiden Unternehmungen heraufgeschraubt murben.