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in einer Reihe von Großbetrieben bedeutende Stimmenzahlen auf sich vereinigten. Für die Metallindustrie als Ganzes haben allerdings diese Berliner Erfolge der, roten" Listen wenig zu bedeuten. Es genügt, zu erwähnen, daß nach der Statistik des Metallarbeiterverbandes von insgesamt 35 600

Immer noch Abrüstungsfabotage!

in den deutschen Metallbetrieben gewählten Betriebsratsmit- Die bevorstehende Tagung der Abrüftungskommission soll wieder um ein halbes

gliedern ganze 288, d. h. noch nicht einmal i Proz., auf die ,, roten" Listen entfallen.

Aber selbst in der Berliner Dase sind diesmal die Kom­munisten wesentlich zurückgeschlagen, wie wir an Hand der Ergebnisse in den Riesenbetrieben der AEG., des Siemens Konzerns, von Borsig, Lorenz usw. seinerzeit hier aufgezeigt haben.

In den wichtigsten bergbaulichen Bezirken( Ruhr, Mitteldeutschland , Oberschlesien ) gelang es den Kommunisten jeit Jahren, in den politischen Kampagnen große Arbeiter massen um sich zu scharen. Im Ruhrgebiet hatten sie noch vor 5 bis 6 Jahren die Mehrheit der Betriebsrais mitglieder( zu einem nicht unbedeutenden Teil als Frei­gewerkschafter, zu einem Teil auf den Listen der inzwischen vorstorbenen Union gewählt) hinter sich. Diesmal wurden hier die roten" Listen fast in allen Betrieben aufgestellt und durch eine wäfte und äußerst energische Agitation gegen den sozialfaschistischen" Bergarbeiterverband unterstützt. Die KPD. schien ihres Sieges sicher zu sein. Das Ergebnis der Wahlen lautet aber: 913 Freigewerkschafter( teine Kom­munisten!), 613 Chriften, 404,, rote" Betriebsratsmitglieder, 72 sonstige. Es gelang den Kommunisten noch nicht einmal, die Hälfte der Mandate zu gewinnen, die diesmal von den freien Gewerkschaften erobert wurden, und selbst die Christen, die von der Spaltung der Klassenbewegung der Bergarbeiter profitieren, haben sich wesentlich stärker als die Kommunisten erwiesen.

Wenn im Ruhrgebiet die KPD. sich noch auf eine beachtliche Zahl von Betriebsratsmitgliedern stüßen fann, so ist sie im mittelbeutschen Bergbau, wo sie vor Jahren entschieden vorherrschte, heute so gut wie erledigt. Es wurden hier 523 Freigewerkschafter gewählt, 27 Rote", 19 Chriften und 29 Gelbe. Kommunisten sind hier schwächer Noch ungünstiger für fie liegen die Verhältnisse in dem start links orientierten sächsischen Bergbaubezirf 3midau Plauenscher Grund. Trotz aller Be­mühungen gelang es hier den Komunisten in feinem einzigen. Betriebe, eine ,, rote" Liste aufzustellen. Die freien Gewerk­schaften beherrschen hier unumschränkt bas Feld.

ais selbst die Gelben!

Nur in Oberschlesien , wo die Arbeiter zum Teil nur drei Tage in der Woche arbeiten, wo die wirtschaftlichen Qlussichten äußerst ungünstig sind und der Verband ge= ich wacht ist, gelang es den Kommunisten und den Christen auf Kosten des freigewertschaftlichen Verbandes bedeutende Geminne zu buchen: nach den vorläufigen An­gaben haben hier die freigewertschaftlichen Listen nur 12 300 Stimmen bekommen gegen 19 376 im Vorjahre, die roten" Liften aber 14 700 gegen 8877, die christlichen 8200 gegen 6790. Dies ist hier aber nicht der Sieg der Organi­sation und des Klaffenbewußtseins, sondern der Hoffnungs­losigkeit und der Berzweiflung.

Jahr verschoben werden.

Programmngemäß soll die Borbereitende Abrüftungsfomaniffion| mand finden, jene Tagung zu verschleppen, auf der endlich alle des Böfferbuntes Mitte Juni in Genf nach längerer Bause Mächte werden Farbe befennen müssen. wieder zufammentreten. Bisher hatte es immer geheißen, es habe teinen Zwed, fie zusammentreten zu laffen, folange eine Einigung in der Flottenfrage zwischen den großen Seemächten nicht erreicht sei. Das war insbesondere das französische Argument feit dem Scheitern der Genser Dreiländerconferenz zwischen Eng. land, Amerita und Japan un Jahre 1927.

Nun ist die Einigung auf der Londoner Konferenz er zielt worden, und Macdonald, dem diefes Teilergebatis in der Hauptsache zu verdanken ist, hat unverzüglich das General fetretariat von diesem Resultat in Kenntnis gefeßt, offenbar um die Einberufung der Vorbereitenden Kommission zu beschleunigen.

Jetzt aber wird, und zwar wieder von französischer Seite, a B. in einem Genfer Bericht des Journal des Debats ", Stimmung gegen einen Zusammentritt der Kommission schon" im Juni und für ihre Bertagung bis auf Oktober, November oder Dezember dieses Jahres gemacht! Als neue Argumente" für diesen aber maligen Verschleppungsversuch wird einmal angeführt, daß man den Regierungen Zeit laffen müsse, die Londoner Ergebnisse zu prüfen, anderseits, daß man Frankreich und Italien die Möglichkeit laffen müsse, jene Einigung auf direktem Wege herzustellen, an deren Fehlen das Zustandekommen eines Fünfmächtepattes in London gescheitert ist.

Wir meinen aber, daß dieses taum mehr nedische Spief lange genug gedauert hat. Frankreich und alle jene, die mehr oder minder plump die Abrüftung hintertreiben, sollten sich hüten, die Geduld der Bötter auf allzu harte Proben zu stellen und sich. vor feierlichen internationalen Berpflichtungen

zu drücken!

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Die Tagung ber Abrüftungsfommission des Bölkerbundes muß zu dem ohnedies schon reichlich späten- Junitermin stattfinden, insbesondere damit die Jahresversammlung bes Bolter bundes im September zu ihren Ergebnissen endlich Stellung nehmen und mit ben Saboteuren der Abrüstung rattur reden kann.

Die Abrüstungstemmiffion der Sozialistischen Internationale, die am 5. Mai in Berlin , am Borabend der hiesigen Tagung der Exekutive, zusammentritt, wird nicht verfehlen, im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage nach der Londoner Konferenz auch zu dieser wichtigen Datumsfrage Stellung zu

nehmen.

Stimsons Rückkehr.

Feierlicher Empfang in New Hort.

New Yort, 29. April. ( Eigenbericht.) Die amerikanische Delegation auf der Lone

Auf diese Art kann man allerdings die allgemeine Abrüftungs­fonferenz, deren Boraussetzung der Abschluß der Arbeiten in der doner Flottenkonferenz traf am Dienstag in New York Borbereitenden Kommission ist, immer wieder hinaus- ein und wurde von zahlreichen Beamten der amerikanischen Regie­hinaus- rung sowie dem stellvertretenden Bürgermeister von New York schieben; Frankreich und Italien haben es in der Hand, indem feierlich empfangen. Den Führern der Delegation wurde fie fich nicht einigen, die ganze übrige Welt in Schach zu halten. im Rathaus das Ehrenbürgerrecht der Stadt New Dort erteilt. Und wenn sie sich sogar einigen, wird man immer einen neuen Bor- Nachmittags reiste die Delegation nach Washington weiter.

Der Krach bei Hugenberg.

Deutschkonservative gegen Reichslandbund .

nicht für wirtschaftliche Vorteile preisgeben wolle und bedauere, baß der Landbund als wirtschaftspolitische Vereinigung in die weltanschaulich bestimmte Politit eingegriffen hat. Den konser­vativen Landwirten erwachse hier die Aufgabe, eine Aenderung der politischen Haltung des Reichslandbundes herbeizuführen. Dr. Hugenberg, jo hieß es welfer," brachte gum erften Beale eine breite nationale Front im Abwehrtänipf gegen den Young- Plan- zufamanen. Hugen berg war es auch, der die sofortige Beratung der Agrarporlägen mit den Steuervorlagen erzwungen hat zum Schluß brachte Graf Genblik Sandreczti den Dant der schlesischen Konservativen zum Ausdrud. Die Ja- Sager feien über die mitt liche Stimmung auf dem Lande nicht unterrichtet, die Haltung des Landbundes aber werde lediglich durch die Ein­stellung der Berliner Führer bestimmt."

Nachdem der Reichstagsabgeordnete Freytagh| betont, daß die schlesische Landwirtschaft thre politische Anschauung Loring hoven im Vorstand des schlesischen Landbundes gegen den Reichstagsabgeordneten Richthofen unter legen ist, hat Hugenberg den Deutschtonservativen Berein für die Provinz Schlesien gegen den Landbund Für die chemische Industrie feien nur zwei Riefen mobil gemacht. Der Deutschnationale Breffedienst berichtet betriebe angeführt, bie jahrelang bon den Kommunisten beüber die Bersammlung der schlesischen Konservativen: herrscht wurden, die Werte in. Leverkusen und in 807 Bon besonderem Interesse war die Stellungnahme der Leuna . In Leverkusen vermochten die Kommunisten nicht einmal eine eigene Liste aufzustellen. In Leuna ist ihre tonfervativen Landwirte. Es ist bekannt, daß der Lage noch nicht so schlecht, aber auch hier sind die Wahlen niederfchlefifche Landbund unter Führung des deutschnationalen bis für fie zu einer Ratastrophe geworben. Die Sozialbemo Reichstagsabgeordneten Freiherr Don Richthofen fraten find jetzt zum ersten Male feit 10 Jahren stärker por furzem einer der entschiedensten Anhänger Hugenbergs! am in dem Betriebsrat als die Kommunisten( 13 gegen 11). heftigsten die Politif Dr. Hugenbargs gegenüber dem Kabinet Selbst die tommunistische Presse mußte die Schwere diefer Brüning bekämpft und auf die Annahme des Junttims" gedrängt Niederlage zugeben. hatte weil die Landwirtschaft sonst zugrunde gehen müffe! Wie bie Schlesische Tagespost" nun berichtet, ist von den konservativen Bandwirten Schlesiens an der Haltung des Reichsland bundes und besonders des niederschlesischen Landbundes Ichärfste Kritit geübt worden. Es wurde dabei unter anderem

Noch entschiedener ist die Niederlage der Kommunisten bei den Verkehrsarbeitern. Der vorjährige fommu­nistische Sieg in der Berliner Bertehrsgefell schaft wurde zu einem bedeutenden politischen Ereignis. Die freigewerkschaftliche Liste hatte von insgesamt 30 Man­daten nur 9, die rote" Liste 17 gewonnen. Diesmal sind auf der freigewerkschaftlichen Liste 15 Betriebsratsmitglieder gewählt, auf der roten" 9. Noch vollständiger ist der Sieg der Gewerkschaften in Hamburg , wo noch vor wenigen Jahren der foimunistische Einfluß bedeutend war. Bei den Hamburger Straßenbahnern hat die freigewerkschaft­liche Liste 6273 und die rote" 182 Stimmen befommen. Im liche Liste 6273 und die rote" 182 Stimmen bekommen. Im Hamburger Hafen find die Kommunisten erledigt.

Die fommunistische Presse sucht noch ein freudiges Ge­ficht zu wahren. In den führenden fommunistischen Kreisen herrscht aber völlige Ratlosigkeit. Deren sichtbaren Ausdruck bildet der Anfang April erfolgte für die Außenwelt völlig unerwartete Sturz des Leiters der Gewerkschaftspolitik der KPD .. Merfer, des Haupteinpeitschers der Taftit der ,, roten" Listen. Die freien Gewerkschaften und die Sozial­demokratie erscheinen nach den Wahlen stärker als zuvor, geftüßt auf das wachsende Vertrauen der breiten Maffen der Arbeiterschaft.

Kontroll- oder Frühstücksreise? Was tut Glaatssekretär Zweigert in Weimar ? Am Mittwoch weilt der Staatssekretär im Reichsministerium bes Innern im Auftrage der Reichsregierung und in Ueberein stimmung mit der thüringischen Staatsregierung in Weimar .

Die Demokratenfrise.

Neue Proteste. Parteivorstand einberufen.

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Der demokratische Parteivorstand ist auf Montag einberufen worden. Boraussichtlich wird an diesem Tag beschlossen werden, daß der Parteiausschuß am 24. Mai in Berlin zu fammentritt, um sich mit den inneren Auseinandersetzungen zu be­fassen, die in der jüngsten Zeit schärfere Formen angenommen und zu der Forderung der Einberufung eines außerordentlichen Partei­tages geführt haben.

Der Vorstand der Demokratischen Partei Bertin mitte veröffentlicht folgenden Beschluß:

,, Der Vorstand der Demokratischen Partel Berlin- Mitte hat mit Bedauern und Befremben von den Vorkommniffen Kennt nis genommen, welche sich bei der Bildung des Kabinetts Brüning abgespielt haben: Er erblickt in der Unterstützung dieser Regierung durch die Demokratische Partei einen Mangel an zielbewußter Führung und einen Bruch mit Grund fägen und Forderungen der Partei sowie eine Gefahr für ihren Fortbestand. Er ersucht den Berliner Parteitag, die sofortige Einberufung eines außerordentlichen te ich sparteitages zu fordern mit der Parole, die Be ziehungen der Partei zu der Regierung zu lösen. Diese Forderung ist das Gebot der Stunde."

Die demokratische Frattion des Hessischen Bandtages hat beschlossen, an die demokratische Reichstagsfrat­tion das bringende Ersuchen zu richten, den Panzerfreuzer B abzulehnen.

Un sich eine überflüssige Reise, nachdem der Reichsminister bes Innern die feinerzeit von Severing angeordnete Sperre der 3ufchülfe für die thüringische Polizei in feltsamer Elle aufgehoben und damit entgegen feinen Versicherungen den gegen Thüringen eingeschlagenen Kurs feines Amtsvorgängers ohne triftigen Grund offensichtlich verleugnet hat. Wenn man ber thüringischen Staatsregierung Glauben schenken darf, ist diese Nur stille, fein Geräusch gemacht! Reise des Staatsjetretärs 3weigert überhaupt nicht zur Der Geschäftsführer der demokratischen Fraktion des Preußi­Kontrolle gewisser Atten oder bestimmter Zustände in der schen Landtages veröffentlicht im Demokratischen Zeitungsdienst thüringischen Polizei, fondern als Ermiderung der Reise des thüringischen Staatsminiftets Baum nach Berlin ober, wie die thüringische Staatsregierung biefer Tage offiziell verlautbaren ließ, als Gegenbesuch" gedacht. Dr. Wirth hat diese Darstellung Der Frid- Regierung bisher nicht dementieren lassen. Wir müssen Deshalb bis zum Beweise des Gegenteils annehmen, daß Herr Birth dem Butsisten Grid durch Herrn Staatssekretär 3ineigert eine Referenz erweisen lassen will und

Zum 1. Mai

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Es fracht also nicht nur in der Hugenberg- Partei, sondern auch im Landbund. Hugenberg revanchiert sich für die Spaltung, indem er sie selbst in den Landbund trägt! Krach überall!

eine Solidaritätserklärung mit der demokratischen Reichstagsfraktion. Die Beröffentlichung schließt mit dem folgenden klassischen Gazz:

Für die Deutsche Demokratische Partei besteht nicht der ge­ringste Anlaß, durch unnötige Erregung besonderer Aufmerksamkeit die Auseinandersetzung zwischen Zentrum und Sozialdemokratie abzuschwächen."

Die nach rechts drängenden Demokraten möchten im Dunkeln munteln aber die ,, Erregung besonderer Aufmerksamkeit" macht sich eben von selbst, und ein rettendes Mauseloch ist nicht zu ent­decken!

Wofür Wofür die Spaltpilze demonstrieren. Der 1. Mai als fommunistischer Kampftag gegen die Go zialdemokratie.

Mostau, 29. April. ( Ost- Expreß.)

Mit dem Herannahen des 1. Mai wächst auch die Zahl der Artikel in der Sowjetpresse, die diesen Tag, abgesehen von seiner sonstigen Bedeutung als proletarischer Weltfeiertag, als einen Rampftag gegen die Sozialdemokratie ausgestaltet wiffen wollen. In einigen dieser Artitel treten fogar alle übrigen Maiparolen gegenüber dieser einen zurüd. Es ist vor allem die Pramda" als Zentralorgan der Kommunistischen Partei der Sowjetunion , die die Notwendigkeit einer Berschmetterung" der Sozialdemokratie predigt.

Umzugsverbot für Nazis.

Eine Anordnung des badischen Innenminifteriums. Karlsruhe , 29. April den badischen Nationalsozialisten in Durlach am 27. April veran Der Minister des Innern hat sich, da es anläßlich eines von stalteten sogenannten Deutschen Tages" zu schweren Aus­schreitungen gekommen ist, an denen hauptsächlich uni formierte Nationalsozialisten aus der Pfalz beteiligt waren, veranlaßt gefehen, mit sofortiger Wirkung im gesamten Bande alle offiziellen Rundgebungen, Umzüge, Aufzüge, Durdh spricht der zweite Vorsitzende des All- märsche und Verfainmlungen unter freiem Himmel oder in ge­schloffenen Räumen, zu verbieten, an denen sich Mitglieder aus gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes badischen nationalsozialistischen Organisa Genosse PETER GRASSMANN über: tionen in Uniform beteiligen, außerdem sind die Bezirks ter Fall Frick so zu einem für das Reich geradezu beschämen Vierzig Jahre erster Maämter ermächtigt, alle Kundgebungen usw. zu verbieten, sofern durch die Beteiligung von Nationalsozialisten in Bundeskleidung im Berliner Rundfunk um 7.30 Uhr. die Gefahr einer Störung des öffentlichen Friedens gegeben ist,

den Abschluß gebracht wird.