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Nr. 234* 47. Jahrgang

1. Beilage des Vorwärts

Miiiwoch, 24. Mai 4930

Du sollst Vater und Mutter ehren. Pfarrer Schenk und die Kamilie Krenzel.

Der Sohu Arthur des Angeklogtea Areazel hat gestern I Im Potsdamer Prozeh gegen den Pfarrer Schenk eine schwere Anschuldigung erhoben. �Zch finde es überhaupt allerhand von dem Herrn Pfarrer", sagte er, daß er, aus unsere Familie deutend, von der Kanzel predigt, die Töchter sollen ihre Mütter ehren. Manche Mütter wären einer Ehrung aber gar nicht wert. Das war am Muttertag und die Gertrud sah in der Kirche und weinte." Der Pfarrer sprang von seinem Zeugenplatz auf und erklärte, er habe in der Predigt nur ganz objektiv über die Pflichten der Kinder und Mütter gesprochen, er weise es zurück, daß ihm hier jemand Vorhaltungen mache, der seine Predigt gar nicht verstanden habe. Was er gesagt hat, offenbarte der Pfarrer aber nicht. Daß Gertrud in dem Hause des Pfarrers in der Befolgung des vierten GebotesDu sollst Vater und Motter ehren", nicht hestärkl wurde, unterliegt gar keinem Zweifel. Das kindliche Gefühl sagte ihr zum Beispiel, sie solle sich mit dem Vater versöhnen? die Frau Pfarrer hält sie aber davon zurück. Im Gerichtssaal geht sie an der Murter wie an einer Fremden vor- über.(Und doch sagt sie..Muttel" undPappi" und wird von den Eltern noch immerTrudchen" genannt. Eine Hölle muß in der Stele dieses Kindes brennen. Wer hat sie geschürt?) Für dl« gestrig« Verhandlung waren nach den aufgeregten Szenen des vorangegangenen Tages im Gerichtssaal drei Schupos postiert. Di« Sitzung verlief jedoch in aller Ruhe. Verschiedene Xteumundzeugen konnten über Gertrud sittlich nicht« Nachteilige» aussagen. Die Befragung der Frau Frenze! durch den Sachver- ständigen Dr. Magnus H i r f ch f e l d über Nervenkrankheiten in ihrer Familie es besteht tatsächlich schwere erbliche Belastung und über ihr Eheleben, veranlaßt« ihn eine gewiss« Untersuchung des Angeklagten zu beantragen. Eigentümlicherweise widersprach der zweite Sachverständig« Dr. Plaut. Das Gericht entschied jedoch im Sinne Dr. Magnus Hirschfelds. Dann folgte die Vernehmung der Angehörigen des Angeklagten. Die älteste Tochter Else konnte sich mit der Gertrud nie richtig vertragen. Gertrud respektierte Else nicht als älteste Schwester, hielt sich auch abseits, half nicht im Haushalt und lief immer ins Pfarrhaus. Elf« war auch zugegen, als die Mutter auf Veranlassung der Frau Pfarrer Schenk den Vater wegen der an« geblichen Belästigungen der Hilde und der Trude zur Rede stellte. Hilde habe auf Vorhaltungen des Vater» erklärt, daß er sie nie berührt Hab« und Trude habe gemeint, er müsse es ja selbst wissen. Mit der Zeugin Hab« der Vater nie etwas vorgehabt. Elf« hat eines Tages versucht, die Trude im Pfarrhause zu sprechen? der Pfarrer hat eine Aussprache verhindert. Auch Arthur Frenz«! ist jetzt nicht mehr gut auf seine jüngste Schwester zu sprechen. Sie sei früher ein liebes Kind g«- wesen und habe gern der Mutter geholfen, Seil ihrem Bestich im Pfarrhause. sei sie wie umgemandelk gewesen. Von irgend welchen Belästigungen seiner Schwestern durch den Vat«r wisse er nichts. Für die Bezichtigungen durch Gertrud hat er ebensowenig eine Erklärung wie Else. Endlich wird Emst Fr«nzel, der Bruder des Angeklagten,»er- nommen. Ale dieser ihm von den gegen ihn erhobenen Be> Ichuldigungen Mitteilung machte, sagt« er:List du schuldig, so geh auf die Jagd und schieß« dir eine Kugel durch den Kopf. Bist du unschuldig, so werde ich dich verteidigen." Als er ihm am nächsten Tag wie immer üb«r die Akten gebeugt sah, wußte er, daß er unschuldig sei. Er begab sich in die Privatdctektci Pinkerton und ersuchte sie. die erforderlichen Ermittlungen vorzunehmen. Der Zeuge hat im Hause seines Bruders viel verkehrt, hat fünf Monate

lang bei ihm gewohnt und hat nie etwas Verdächtiges zwischen chm und den Töchtern gemerkt. Der Ursprung der Bezichtigungen Gertruds gegen den Vater fei in Hildes leichtsinnigen Aeußerungen zu suchen. Diese habe die Gertrud auch sonst zu schlimmen Dingen angehalten. Jedenfalls sei an der Bs-

schuldigung kein wahres Wort... Die entscheidende Vernehmung der Hilde Frenze! erfolgt erst Donnerstag früh. Zum Schluß noch«ine kurze Bemerkung. Der Vorsitzende der Gerichtsverhandlung nahm gestern mehrmals auf denVorwärts"- Bericht Bezug. Um Miß- Verständnisse zu vermeiden: Gegen die ins Einzelne gehend« äußerst gewissenhafte Berhandlungsführung ist unter keinen Um» ständen etwas einzuwenden. Voll und ganz ist muh der Der» Handlungsmethode zuzustimmen, die eine Ueberlastung der Richter vermeidet. Uebel vermerkt wurde nur der Umstand, daß die Aus» dehnung dieses Prozesses, die auf der Hand gelegen haben mußte, nicht vorausgesehen worden war...

Schießerei aus jedem Anlaß. Von der Anklage der Körperverletzung freigesprochen.

Diesmal sitzt aus der Anklagebank ein Nationalsozialist. Das Opfer war ein Kommunist... Am 14. Januar kamen zwei Hakentreuzler des Weges daher, ein dritter gesellte sich zu ihnen. Es war gegen 9 Uhr. An der Ecke der Linien, und Joachimstrahe standen vor dem Berkehrslokal der KPD. auch der berüchtigte Ali Höhler war hier Stammgast etwa ein Dutzend Kommunisten. Die Hakenkreuzler blieben stehen und sahen sich dieGegend" an. Einer von den Kommunisten, dem da» Hakenkreuzabzeichen mißfallen hatte, ging auf die drei zu? im selben Augenblick kam auch in die anderen Kommunisten Bewegung, die zwei nahmen Reißaus, ein Schuß fiel: Eamillo Roß, einer der Kommunisten stürzte verletzt zu Boden. Seine Genossen eilten den Flüchtenden nach, holten die Polizei und diese verhaftete die Rational. sozialisten Müller und Kulak. Im Letzteren glaubten ver- schieden« Zeugen den Schießenden zu erkennen. Sie wollten gesehen haben, wie er die Pistole gezogen und abgeschossen hat. Camilla Roß, dem die beiden gemeinsam mit einem dritten Unbeteiligten im Krankenhaus« er hatte einen schweren Bauchschuß erhallen vorgestellt wurden, war nicht in der Lage, den Täter zu erkennen. In der Gerichtsverhandlung, zu der Roß aus der Haft vorgeführt wurde es schweben gegen ihn zwei Bersahren, eins, well er einen Schupooffizier niedergeschlagen, ein anderes, weil er einen Postsekretär, dessen Sportabzeichen er für ein national. sozialistisches hielt, getötet hat behauptete er, in dem An» geklagten den Töter zu erkennen. Die Aussagen der Zeugen waren nicht ganz einheillich. Ihre Aussagen belasteten jedoch den An- geklagten Kulak nicht. Der Staatsanwalt hiell den Angeklagten durch die Zeugen. aussagen für überführt. Er beantragte neun Monat« Gefängnis. Das Gericht kam zum Freispruch. Der Beweis, hieß es in der Urteilsbegründung, daß der Angeklagte den Schuß abgegeben Hobe, habe nicht geführt werden können. Es bestünde wohl der Verdacht, daß er der Täter sei. Aber aus Mangel an Beweisen habe er frei» gesprochen werden müssen. Der Staatsanwalt legt gegen das Urteil Berususo«in._ Rationalistische Mordbuben. Wie der Arbeiter Heimburger erschlagen wurde. DieAnhänger der Rationalsozialistischen Arbeiter. partei, die sowohl mit dem Wort Arbeiter als auch mtt dem Wort Sozialismus und selbst mit der Bezeichnung national Schmdluder treiben, entfalten in der letzten Zeit, um das Wort: Rache für Wessel! wahr zu machen, eine blutige Tätigkeit, der nur noch mit den schärfsten Mitteln zu steuern ist. Auch das Bürgertum sollte es sich ernstlich überlogen, ob es den Dingen wie bisher weiter ihren Lauf lassen will, oder ob es nicht mit den Sozial- d«mokrat«n«me Front der Anständigen bilden will, die zur Wal )- rung von Ruh« und Ordnung uitt> des deutschen Ansehens dem

blutigen Spuk«in schnelles Ende bereitet. Ueber die von grausamer Mordlust zeugende feige Bluttat der Haken kreuzler an dem Arbeiter Walter Heimburger wird uns nämlich noch folgendes mitgeteilt: Im Eckhaus Stier» und Hauptstraße in Fri«,denau befindet sich«in größeres Schanklokal. In den Nachtstunden de» Freitags voriger Woche stürzte plötzlich«in Mann mtt dem Ruf m» Lokal:Schützt mich doch, ich bin ja gänzlich un» beteiligt I" Ehe die Wirtin und Gäste noch begriffen hatten, warum es sich handelte, drangen schon 9 bis 10 uniformiert« Nationalsozialisten in das Lokal ein und schrien:Heraus mit dem Strolch!" Die nationalsozialistische Meute zerrt« ihr Opfers es war der später getötete Heimburger, wieder aus die Straß« h«r- aus, wo sie den Wehrlosen in viehischer Weise mit Stich» und Schlaginstrumenten und Stiefelabsätzen solang« bearbeiteten, bis er leblos fliegen blieb. Blutspuren im Lokal zeugten später da- von, daß der Ermordet« schon vor seiner Flucht schwer verletzt worden sein muß. Mehrere Fricdenauer Bürger, darunter ein Mitglied des Stahlhelms, die der nationalistischen Mordtat zusehen mußten, bs- stätigen diese Darstellung. Der Poli-zeipräsident erläßt zu den Vorfällen in der Nacht vom 16. zum 17. Mai ein« Erklärung, in der bestätigt wird, daß Heimbürger vor dem Lokal Ameise in Friedenau von den Nationalsozialisten erstochen worden ist. Wellerhin wird be- stätigt, daß in derselben Nacht ein gewisser Erwin S pu nden von dem Nationalsozialisten Timpe vor einen vorüberfahrenden Last» wagen gestoßen wurde und infolgedessen«in« Gehirnerschütterung erlitt. Gegen Timpe ist ein Hoftbefhl erlassen worden. Di« Nachforschungen der Politischen Polizei zu der nächt» lichen Schießerei in der Naugarder Straße, bei der zwei Arbeiter von Nationalsozialisten erschossen wurden, haben bekanntlich zur Feststellung von 11 Personen geführt. Die.Festganommenen sind gestern nachmittag nach ihrem Verhör durch den Bernchnmngsrichter vom Polizeipräsidium nach Moabit gebracht Vörden.' Waffereinbruch auf einer Vuhrzeche. Auf der Zech« A u g u st a Viktoria I bis II in Hüls war vor einigen Tagen auf einem Querschlag, der nach einer ab« geteuften Zeche führte,«ine Wasserader verlegt worden, au» der sich Wasser ergoß. Es gelang, dos eindringende Wasser zunächst auszupumpen. Dienstag vormittag muß diese Wasserader beim Sprengen wieder oerletzt und weiter ausgerissen worden sein, so daß sich das Wasser, das eine Wärme von 60 Grad hat, in Strömen ergoß. Es gelang rechtzeitig 3S0 Bergleute auszu» fördern, so daß Menschenleben nicht in Gefahr sind. Es wird versucht, das Wasser einzudämmen, doch konnte die Mlltogsschicht nicht einfahren.

Aber wer eine Negerin wirtlich liebt, der ist ver« loren. Ja, er ist mehr als verloren, wenn er in seiner Schande verharrt, denn dann ist er der Verachtung aller preis- gegeben. Ein jeder weißer Mann verabscheut ihn!" Wir hatten die äußeren Boulevards durchschritten, längst waren sie zum Leben des Tages erwacht. In den Hallen waren winzig tleine Fischchen feil und fette Ostenher Austern zu trockenem Champagner,«in vorzüglicher Leckerbissen, den wir uns nicht entgehen ließen. Änut Bredes Redestrom flaut« etwas ab. Seme Aeußerungen schienen mir im übrigen hauptsächlich von der Art zu sein, wie sie die nervöse Stim» mung nach einem tagelangen Bummel zu erzeugen pflegt. Auch für mich war die vergangene Nacht recht anstrengend gewesen. Es kam mehr Wein. Ich antwortet« Knut Brede, so gut ich es eben tonnte, ohne sein Geschwätz sonderlich ernst zu nehmen oder genau durchzudenken. Außerdem reizte er mich durch seinen Mangel an Aufmerksamkeit. Er hatte sich augenscheinlich ausgeredet und ich hatte meinen Zweck als stummer Zuhörer erfüllt. Daß er sonst noch etwas von mir erwartete, war wohl nur«in Vorwand gewesen.-- Neuer Wcchselgesang der Ruderer ließ mich aus meinen Gedanken auffahren: Bami, Bami, Bami, Bami! Vergiß deine nfdernden Sklaven nicht, o großer Weißer, wenn du wohlbehallen an Land bist! Schließe die Gefängnistore fest zu, bis wir auf und davon sind. Und denk an die reichen Gaben, von denen gesungen wird, und die wir erhalten sollen, wenn Bami beizeiten erreicht Ob unsere. Bäuche wohl fühlen werden swird! den Kitzel des wunderbaren Wassers? Keiner hat je«in Boot gerudert wie wir! OH6. OH6. Ohs, QHKohäl DcuniU.

Am Landungsplatz empfing mich der Postmeister. Cr war ein kleiner, magerer, nervös zappelnder Mann. Der Rheumatismus hier oft eine schwere, tödliche Krankheit, schien ihn erheblich verkleinert zu haben. Ein zottiger, langer Bart wucherte in seinem Gesicht. Wo die Haut durch- schimmerte, zeigte sie die weiß« Farbe feinster Wurzelfasern. Wie aus tiefen Slbgründen flackerte sein Blick forschend über mein Gesicht Als er«ine Sekunde lang in meine Augen tauchte, glaubte ich, ein graues Meer von Leiden und Eni- sagungen zu erschauen. Er legt die Hand in d'e meine, die ich ihm unwillkürlich entgegengestreckt habe. Aber so schnell es Anstand und guter Ton gestatten, lasse ich wieder los. Seine Hand ist wie ein zähes, schlüpfriges Tier. Gestatten Sie, daß ich Sie hier in Bami willkommen heiße. Eine lange, harte Reil'«, nicht wahr, mein Herr? Fünfzehn Tage ist es nach der Landbotschaft her, seit Sie von Dombo aufbrachen. Das Reglement schreibt nur acht Tage vor, also ist es wohl ihr Befehl, daß die säumigen Ruderer ins Gefängnis wandern? Doch nicht?" In seinen matten Augen blitzt es aus?Rein, nicht wahr, der Strom ist jetzt so reißend und wild, daß er sich um Gc- setz und Propheten nicht kümmert. Aber wo ist Zaloni, der Sie erwartet? He, komm heran, du Satans Bazande über allen Azandeern!" Aus den Reihen der Umstehenden tritt Zaloni hervor. .Komm zu mir, wenn die Sonne dort steht!" sage und zeige eine reichliche Stunde später. Und während ihm die Hand drücke, sage ich rasch und leise:Du ißt mtt mir!" Der Postmeister weist mir das Hau» an, das auf den etwas größeren Stationen den reisenden Richtern und Amt- männern vorbehatten ist eine Hütte von der gewöhnlichen Bauart hier: zwei Zimmer, verbunden durch ein brettes und tiefesEntredeux" und rings um das Ganze herum eine ge- räumige Veranda und darüber«in dickes Strohdach, das mit Palmenblättern bedeckt ist. Meist sind die Häuser der Stationen aus Lehm aufgeführt. Aber Bamis verfallene Gebäude waren aus gebranntem Stein errichtet und lagen in einer Reihe nebeneinander. Die Fenster bestehen wie überall im Hochkongo nur aus dicken Holzjalousien. Am Tage kann der Anblick dieser glaslosen Oeffnungen peinigend wirken, wenn nämlich die Sinne von der Höllenhitze ge- schwächt sind. Dann kann man leicht in den Glauben ver»

fallen, man sähe eine Reihe von Riesen vor sich, die nach der hier heimischen Foltermanier bis zur Rase in die Erde ein- gegraben sind, und die dunklen Löcher starren einem gleich Höhlen des Grauens und Schreckens entgegen. Die Arbeiter der Station bringen mein Gepäck, und meine Diener ordnen alles in gewohnter Weise. Der Dol- metscher schlägt die mitgebrachten Tische und Stühle im Flur. auf, der mit nur ein paar primitiven, von Eingeborenen gezimmerten Tischen möbliert ist. Nachdem Decken, Doku- mente, Bücher und Kleinigkeiten an ihren Platz gebracht sind, entsteht ein ganz wohnlicher Raum, in oem man wie auf einer Bühne sitzt, denn die eine Wand ist ja offen. Im Zimmer nebenan macht mein Boy den Bett- und den Bade- koffer gebrauchsfertig. Hinter dem Hause, im Küchenjchuppen« brüllt der Koch, schreit nach seinen Helfern, schimpft in Kehl - lauten voll böser Drohungen. Alles geht also vortrefflich. Die einigermaßen kühle Zeit des Tages steht bevor, und der §rößte Test der Malariabazillen, die den Körper verheeren, at sich nach der Mllz zurückgezogen. Ich lade den Post- meister auf ein Glas ein, denn es dauert noch eine Weile, ehe das Bad fertig ist. Er kostet das Getränk es ist ein starker .Kultskamp". Ah!" sagt er.der geht ja direkt ins Blut!" Und schlürfend trinkt er mehrere Gläser hintereinander.Es ist Monate her, seit ich den lsitoff zum letztenmal sah! Meine Zufuhr ist nämlich vollkommen ins Stocken geraten. Es ge- hört viel Energie dazu, sie stets auf dem Laufenden zu halten, und man muß schon einen geradezu überirdischen Durst spuren, wenn man im Januar einen Aperitif bestellen soll. der erst im Oktober ankommt!" Der Alkohol scheint sehr schnell auf ihn einzuwirken. Die Lippen bekommen stärkere Farbe, die Augen treten näher zusammen und erhalten einen festeren Ausdruck. Wann haben Sie hier zuletzt weißen Besuch gehabt?" Vor acht Monaten und vier Tagen. Damals besuchte mich der Herr Amtmann selbst und revidierte die Station. Inspektionsreise, wie bei Ihnen auch. Er war einen Tag lang hier. Dieses Tages erinnere ich mich sehr gut, ganz peinlich gut, wenn ich so sagen darf!"! Sind Sie schon lange hier?" Bald neun Jahre. Zweimal bin ich während dies«? Zeit auf sechsmonatigem Europa -Urlaub gewesen." Ich sah ihn erstaunt an.(Fortsetzung folgt.)!