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Nr. 351 47. Jahrgang

2. Beilage des Vorwärts.

Die Lebenshaltung wird teurer.

Ein versagender Kronzeuge der Unternehmer.

.Das Unternehmertum hat seine Forderung nach Lohnabbau aud)| 129,81 m., in Stolp von 123,48 m. auf 128,74 m., in Reichen­mit dem sinkenden Teuerungsindeg begründet. In der Tat machte sich seit August 1929 im Rahmen der Inderberechnung ein Rückgang der Lebenshaltungsloften bemerkbar. Der Teuerungs­irder fenfte sich um einige Bunite.

Auch wenn unser Teuerungsinder ein Jdealinder wäre( mas er nicht entfernt ist) und den Veränderungen in unserer Ernährungs: mirtschaft durchaus Rechnung trüge, wäre er als Kronzeuge für den Lohnabbau durchaus ungeeignet. Der ermähnte Rüdgang der Lebenshaltungskosten, der ungefähr Mitte 1929 einsetzte, ist im Frühjahr 1930 bereits zum Stillstand gelangt. Schon un April war die Entwicklung des Teuerungsinder z. B. in den preußischen Berichtsgemeinden durchaus uneinheitlich. So Go betrug die Sendung für April 1930 gegenüber dem Monat März 1930( die Teuerungszahlen immer in Reichsmart angegeben), z. B. in Magdeburg 4,05 m., in Hannover aber nur 2,38 M., in Kre fb 2,17 M., in Berlin 2,20 m. und in Herford nur 2,07 m. Im Mai 1930 wurde der Rückgang noch geringer. Für den Juni läßt fich eine allgemeine Erhöhung der Lebenshaltungskosten feststellen: In der Zeit von April 1930 bis Juni 1930 steigerte sich

ba ch( Eulengebirge) von 129,99 M. auf 130,17 M., in Walden burg i. Schl. von 131,36 M. auf 139,29 M., in Gleimig von 150,83 m. auf 151,06 m., in Salberstadt von 139,40 m. auf 140,03 m., in Magdeburg von 133,25 m. auf 133,68 m., in Weißenfels von 132,71 M. auf 134,90 m., in Erfurt von 140,52 m. auf 140,99 M., in Riel von 144,49 m. auf 144,95 M., in Göttingen von 131,93 m. auf 134,03 m., in Dortmund von 156,82 M. auf 157,79 m., in Hagen ( Westf.) von 158,11 m. auf 158,17 M., in Fulda von 146,64 m. auf 146,90 m., in Frankfurt a. M. von 165,71 m. auf 165,72 m., in Koblenz von 164,16 M. auf 164,82 m., in Essen von 144,42 M. auf 145,21 M., in Krefeld. llerdingen a. Rh. von 150,98 m. auf 145,21 M., in Krefeld Uerdingen a. Rh. von 150,98 m. auf 155,08 m., in Solingen von 161,55 M. auf 163,74 m., in Köln von 157,01 m. auf 158,94 m. und in 21 a chen von 150,84 M. auf 152,62 M.

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Die Steigerung der Lebenshaltungsfoften ist nicht zufällig. Dafür sorgte auch der Reichsernährungsminister Shiele mit seinen 3ollerhöhungen, Einfuhrdrosselungen usw. Wir müffen nach Lage der Dinge von der bombastisch angekündigten Preisfenfungs­aftion versprechen wir uns nicht viel mit einem steigenden Teuerungsinder rechnen. Die Unternehmerschaft, die ja den Teuerungsinder für den Lohnabbau ins Treffen geführt hat, müßte also auf Grund des gleichen Teuerungsinder fich eigentlich zu 2ohnerhöhungen bequemen.

3. B. die Leuerungszahl im Monatsdurchschnitt und in Reichsaktion versprechen wir uns nicht viel warf in Rönigsberg von 157,25 m. auf 161,41 M., in Berlin von 150,21 M. auf 154,75 m., in Eberswalde von 129,44 m. ouf 130 m., in Senftenberg von 145,82 m. auf 148,26 m., in Demmin von 129,86 m. auf 129,91 M., in Stettin von 117,62 m. auf 150,09 m., in Neustettin von 128,37 M. auf

Bis 350 Mill. Sonderaufträge.

Das Arbeitsprogramm der Reichsbahn.- Arbeit für 180000 Menschen.

Die Deutsche Reichsbahn - Gesellschaft hat jetzt ihr Arbeits beschaffungsprogramın bekanntgegeben. Mit dem Reich ist ein Ab fom in en geschaffen worden, wonach zur Belebung der Wirtschaft und zur Linderung der Arbeitslosigkeit die Reichsbahn neue Bestellun gen und Arbeiten bis zur Höhe von 350 millionen Mart vergeben soll. Zunächst sollen 150 Millionen Reichsmart Schatz anweisungen zur Finanzierung dieser Aufträge begeben werden, außerdem erfolgt ein Borgriff auf die Bestellungen des Jahres 1931( eine Mitteilung darüber, ob das Reich den Zinjen dienst für die Schazanweisungen übernehmen wird, macht die Reichs­bahn noch nicht). Die Reichsbahn will die Aufträge herausgeben, renn die erforderlichen Borverhandlungen abgeschlossen sind und insbesondere über die von der Regierung geforderten Preis

ermäßigungen mit den Lieferfirmen leberein.

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Rimmung besteht. Es wäre zu verlangen, daß die Reichsbahn über das Ergebnis dieser Verhandlungen über Preissenkungen der Leffentlichkeit Mitteilungen macht. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm fieht im einzelnen vor: Erhöhung der jetzt auf monatlich 20 000 Tonnen gedrosselten Lieferungen von Oberbaumaterial auf 50 000 Zommen, was Neubeschaffungen bei der Eisenindustrie im Gerte von 80 millionen Mark entspricht. Bei der Durchführung des Gleisumbaus innerhalb des Jahres 1930 werden für Bettungsstoffe und Löhne 20 Millionen verwendet. Fahr= eug bestellungen im Werte von 80 Millionen Mark werden norgriffsweise schon jetzt herausgegeben. Dazu treten die Bestellun gen von Brü enbauten im Werte von 10 und von Siche rungsanlagen im Werte von 2 Millionen Mark. Für Neu bauten ist ein Aufwand von annähernd 50 Millionen, zur Auf­füllung der Wertstättenläger, und für Sonderarbeiten an den Fahr­zeugen sind weitere 30 Millionen Mark vorgesehen.

Insgesamt wird die Reichsbahn durch Aufträge von etwa 272 Millionen Mark die industrielle Beschäftigung zu ver­

Getarnte Truftreklame.

Das Fettzwangsgesetz- eine Gefä ligkeit für den Margarinetruft?

Einer unfreiwilligen Reflameaktion für den Margarinetruft opfert das Organ der deutschen Fleischermeister( Nr. 169) eine Titelseite im Rahmen seines Feldzuges für ein 3wangsgejet zur Schmalzabnahme. Die Fleischer wollen jetzt eine eigene Margarinefabrit aufmachen und hoffen dabei auf gütige Subventionierung durch Herrn Schiele. Die Fleischerzwangsinnung ven Halle a. d. S. hat bereits beschlossen, nur noch inländische Rinderfettmargarine zu verkaufen. Der Plan, das deutsche Rinder­fett in einer neuen Margarinefabrik verarbeiten und in den Metzger­läden zur Schau stellen zu lassen, steht zwar in einem gewissen Widerspruch zu der außerordentlich eifrigen Propagierung des Zwangsgesetzes für den Fettbezug; denn die Durchführung der einen Maßnahme macht schließlich die andere überflüssig.

Aber die Mezgermeister glauben offenbar selbst nicht recht an einen Erfolg ihrer geplanten Rinderfettmargarinefabrit. lind so beschäftigen sie sich in ihrem Leibblatt immer noch mit Ver­fuchen, die Unanfechtbarkeit ihrer Pläne zu beweisen. Zu diesem 3wed wird des langen und breiten dargetan, wie nötig die An­mendung der staatlichen Gewalt zum Schutze der Allgemeinheit vor tem immer mächtiger werdenden Margarinetrust sei; das Mittel dazu sei das Fettzmangsgesetz, das gerade unter diesem Gesichts punkt zu billigen und zu begrüßen sei; es sei eine Pflicht des Reiches, feine Bürger gegen die Zwangswirtschaft einer ausländischen Kapitalmacht zu schützen.

Das flingt sozial und ist es gar nicht. Das Fettzwangsgesetz würde nämlich nach Ansicht der trustfreien Margarine. fabrikanten, die doch schließlich auch etwas von der Sache ver­stehen, dem Trust bei seiner weiteren Expansion sehr dienlich sein und ihm viel weniger schaden als den freien Fabriken. Denn der Trust fann das minderwertige Rinderfett, das man den Speisefett fabriten aufzwingen will, in feinen eigenen Seifenfabriken unter­

th

Mittwoch, 30. Juli 1930

vor kurzem eine Broschüre über das Zugabemesen vor, in der unbesehen die Behauptung des Schutzverbandes für Wertreklame" wiedergegeben wird, die ,, Wertreklame" sei gerade eine Stütze der Schwachen im Kampje gegen die Starken. Dabei sind die Verfasser der Broschüre auf die 3ugabeversprechungen des Margarinetrusts bei ihrer Untersuchung an verschiedenen Stellen gestoßen; der Trust tritt allerdings gerade dann gerne getarnt auf, wenn er Zugaben verspricht. Er ist heute der mächtigste Interessent am Zugabewesen. Es wäre intereffant, einmal zu unter­suchen, wieweit er seinen Einfluß bei dem Streit der Meinungen um ein Verbot der Wertreklame" unterirdisch geltend macht.

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Konsumvereine in der Wirtschaftsfrise. Empfindlich gedrosselte Umsätze.

Auch der Junibericht des Zentralverbandes Deutscher Konsum vereine über die Umsatzentwicklung läßt die starke Kauftraftdrosse. lung erkennen, die die Wirtschaftskrise bei den Konsumvereinsmit gliedern erzeugt. Obwohl in den Juni das Pfingstfest fiel, das immer größere Einkäufe bringt, ist der Wochen- und Mitglieds­umjazz gegenüber Mai mit 8,44 Mart unverändert geblieben, liegb um 43 Pf. oder rund 5 Proz. hinter dem Wochen und Mitglieds. umsatz des Monats Juni des Jahres 1929. Es ist also nicht nur teine Zunahme mehr zu verzeichnen, sondern ein erheblicher Rück­gang, der feineswegs für Krisenzeiten selbstverständlich ist, da bei. spielsweise im Jahre 1926 die Konjumvereinsumfäze trog der stiegen. Der Berband oftdeutscher Konsumvereine, in dem die Kon damaligen Wirtschaftsfrise nicht zurückgingen, sondern sogar erheblich fumgenossenschaft Berlin die Entwidiung fennzeichnet, liegen die Ver. hältnisse noch ungünstiger als im Reichsdurchschnitt. Trotz der starten Aufwärtsentwicklung der Berliner Konjumpereinsbewegung im Laufe des letzten Jahres hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, daß im Juni 1930 der Wochen- und Mitgliederumfaz im Berband oftdeutscher Konsumvereine um 1,38 Mart unter dem Reichsdurch­schnitt lag gegen nur 1,07 Mart im Juni 1929. Die größten Rücks gänge im Zentralverband ergaben sich für Sadyfen mit 1,33 Mart gegenüber dem Juli vorigen Jahres, für Thüringen mit 0,93 Mark und für Ostdeutschland mit 0,76 Mart.

Das arbeitende Volk schüßt sich am besten vor Krifenwirkungen, indem es durch Stärkung der Konsumvereine deren Umsatzkraft und Leistungsfähigkeit erhöht.

Leder als Luxus.

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Leiftungssteigerung in den

Großbetrieben.

bessern versuchen, wodurch nach der Schätzung der Reichsbahn in Mode- und Lederfonjunttur den letzten Monaten dieses Jahres etwa 180 000 Menschen mehr Beschäftigung finden werden. Entscheidend bleibt für die Durchfüh rung des Programms die Finanzierung. Reichsbanfpräsident Dr. Luther verhandelt gegenwärtig noch mit den Banken über die Unterbringung der 150 Millionen Mark Schazanweisungen, die voraussichtlich fünf Jahre laufen und mit 6 Proz. verzinst werden sollen. Es scheint beabsichtigt zu sein, daß das Reich wenig stens auf einige Jahre, da die Reichsbahn die zusägliche Belaftung aus den Sonderaufträgen nicht glaubt tragen zu können, die 3inslaft der Schazanweisungsanleihe über nimmt.

Neue Reichsgarantien im Notprogramm Neue Reichsgarantien im Roiprogramm

2.

In den Notverordnungen befinden sich einige finan­zielle Bestimmungen, durch die das Reich meitere Kreditgarantien übernimmt und die offenbar mit der Arbeitsbeschaffungspolitik des Reiches ebenfalls eng zusammenhängen. Nach diesen Bestimmungen wird der Reichsfinanzminister ermächtigt, zur Förde­350 millionen( statt wie bisher 175 Millionen) zu übernehmen, rung des deutschen Außenhandels Garantien bis zu ferner eine Zinsgarantie für die von der Deutschen Reichsbahn­gesellschaft bis zum Betrage von einer viertel Milliarde zu emittierenden Schuldverschreibungen. Drittens hat sich die Reichs­regierung ermächtigen lassen, die Darlehnsforderungen des Reich es aus der positiven Erwerbslosenfürsorge in eine Gesellschaft einzubringen, die bekanntlich auf der Grundlage biefer Darlehen Auslandsanleihen beschaffen soll.( Das Projekt soll zurück­gestellt sein.) Endlich wird auch die Ermächtigung des Finanz­ministers zur Durchführung der Mansfeldsubvention zu dem das Reich belastenden Betrage von 1,32 Millionen Mark aus= gesprochen.

bringen( Seifenfabriten Sunlicht, Elida, Schicht, Mitteldeutsche Seifen u. a.). Die freien Speisefettfabriken dagegen müßten beim Berkauf der für sie unbrauchbaren und wertlosen Fette erhebliche Verluste erleiden. Die Verlockung für die freien Fabriken, sich dem Trust zu beugen, würde durch die Möglichkeit, das aufgezwungene Rinderfett an seine Seifenfabriken zu verkaufen, unter dem Fett­zwangsgefeß noch verstärkt. Der Truft fönnte aber auch im Gegen. fatz zu den kapitalschwachen freien Fabriken die Fabrikation ins Ausland verlegen, in dem es fein Fettzwangsgesetz gibt. Auch darauf ist von den selbständigen Speisefettfabrikanten schon hingewiesen worden. Das Fettzwangsgesetz fönnte also nur eine Stär­fung des Trusts zur Folge haben.

Das Vorgehen der Fleischer erweist sich danach als Gratis­reflame für den Margarinetrust, der mit Hilfe des Fettgesezes seine Herrschaft noch weiter ausdehnen kann.

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Noch etwas offenfundiger als in der Fleischer- Verbands­Zeitung" wird im Tertteil der Berliner Börsen 3eitung" für den Margarinetrust Propaganda gemacht. Der Milchgehalt der Margarine ist seit langem eine zweifelhafte Angelegenheit; man fann ohne chemische Analyse nicht direkt behaupten, daß die billigen Margarinesorten feine Milch enthalten, aber der Darstellung des Herrn Anton Jurgens , eines der Herrscher im Margarine trust, braucht man deshalb doch noch nicht zu glauben. Anton Jurgens stellt die Sache in einem von der Börsen- Zeitung " wieder gegebenen dreispaltigen Artikel so hin, als sei in der Margarine mehr Milch verarbeitet als in der Butter. Die Firma Van den Bergh, die sich zuvor in dem holländischen Städtchen mit dem Butter­handel befaßte, habe im Jahre 1890 auch deshalb ihren Sitz nach Rotterdam verlegt, weil dort der Bedarf an Milch besser gedeckt merden könne. Auch in England und Deutschland hat sich nach Herrn Jurgens die Margarineindustrie nicht etwa an Hafenplägen ange­siedelt, die für die Rohstoffversorgung aus Uebersee günstig liegen, sondern dort, wo die Milchbeschaffung nicht auf Schwierigkeiten stößt. Bem jezt Margarine immer noch nicht beffer als Butter schmeckt, dem ist nicht mehr zu helfen!

Die Berliner Forigungstelle für den Handel legte

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Der Produktionswert der deutschen Lederindustrie ist im Jahre 1929 nach einer in Wirtschaft und Statistit" veröffent­lichten Untersuchung auf 796 Millionen Marf gegen 935 Millionen Mart im Jahre 1928 zurückgegangen. Das Erstarten der Schuh­industrie führte jedoch zu einem Anwachsen der Einnahmen aus der Lohgerberei um 26 Proz. auf 6,58 Millionen, die in der obigen Biffer nicht enthalten sind. Der Einkaufswert der 1929 verarbeiteten Häute und Felle war sogar um ein Viertel geringer als 1928. Das ist teils auf den Rückgang der Häutepreise, teils auf das Sinfen der Einfuhr getrockneter Häute zurückzuführen. Der Preis der Kalbfelle betrug in Berlin im Jahresdurchschnitt 1929 0,93 Mr.

für

ein halbes Rilo gegenüber 1,29 Mart 1928.

Die deutsche Lederindustrie verbrauchte, dem Laufe der Mode folgend, im vergangenen Jahre 2,37 Millionen Kilogramm( gleich 158 Eisenbahnmaggons) Farben; 1925 waren es erst 0,97 Millionen Kilogramm( gleich 65 Waggons). Der verstärkten Nachfrage nach feinen Lederwaren entspricht eine Zunahme der verarbeiteten Kalb­felle.

Während die Lederproduktion im ganzen unter der Not der breiten Masse litt, ist also die Nachfrage nach teueren, gefärbten Waren aus Kalbleder gestiegen; deren Grundstoff, die Kalbfelle, find aber 1929 nicht einmal so start im Preis zurückgegangen wie Dchsen­und Kuhhäute( Kalbfelle um 24, Ochsen- und Kuhhäute um 32 Pro­zent). Es äußert sich hier also eine fortschreitende Konzentration der Rauftraft auf eine kleine Schicht von Konsumenten. Zu diesem Bild paßt auch die Tatsache, daß der deutsche Verbrauch an feinen Lammfellen( sogenannten Schmaschen) fich im letzten Jahr ver­doppelt hat, der von Renntierfellen um 60 Proz. gestiegen ist.

Die höhere Wirtschaftlichkeit der Großbetriebe fommt in den Produktionsziffern der Lederindustrie zum Ausdruck. Die Fa briten mit mehr als 300 Arbeitern erhöhten ihren Anteil am Gesamtwert der deutschen Leder produktion um 1,8 auf 43 Proz., während ihr Anteil an der Gesamt arbeiterzahi um 0.4 Proz. zurückging! Die Betriebe mit 11-50 Arbeitern mußten dagegen eine Minderung ihres Produktionsanteils um 1,1 Proz. bei fast unveränderter Arbeiterzahl hinnehmen.

Grundlose Klagen.

Der Abschluß eines großen Gaar- Eisenwerfes.

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Die Neukircher Eisenwert A. G. vormals Gebr. Stumm- Neunkirchen( Saar ) legte im Februar dieses Jahres in allen Abteilungen Feierschichten ein mit der Begründung. die Gesellschaft fönne die bisherigen, aus der Absahminderung der letzten Zeit sich ergebenden, sehr schweren Opfer nicht mehr ganz auf sich nehmen; die Lebensfähigkeit der Werke war damals in Frage gestellt, wenn man der Direttion glaubte. Man durfte es nicht.

Nach dem jezt veröffentlichten 2bschluß zum 31. März 1930 ist der Reingewinn der Gesellschaft im letzten Jahre um 2,23 mill. auf 10,51 Mill. franz. Franken gestiegen. In allen Abteilungen ist die Erzeugung angewachsen, am stärksten die von Rots( um 80 000 Tonnen auf 436 000 Tonnen). Die Fabrikations­fosten erfuhren eine weitere Sentung, nachdem ein umfangreiches Ausbauprogramm durchgeführt ist.

Die Neunkircher Eisenwert A.-G.( sie gehört Otto Wolff) gibt ihren deutsch - französischen Großaftionären acht Prozent Divi dende auf 75 Mill Franken Aktienkapital. von den jedoch erst 62,5 mill. eingezahlt sind. Die Besizer der Genusscheine( 25 Mill. Franken nominell) erhalten gleichfalls 8 Broz. Gewinnanteil. Der Gewinnvortrag erreicht mit 5,01 mill. Franken Reford. höhe.

Vorläufig teine neue Benzinfeuerung. Die Monopoliprit. beimischung sollte ab 1. August zu einer neuen Benzinverteuerung gesellschaften( die Deltrusts) entschlossen, vorläufig die Ber um 2 Pf. führen. Wie WIB. hört, haben sich die Benzinimport teuerung nicht durchzuführen. Ein endgültig wäre besser als dies ,, porläufig", nachdem die Verbraucher ohnehin bei der legten Preisperänderung schon start übervorteilt wurden.