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Beilage

Freitag, 8. August 1930

-SHA32 MAMOS

Der Abend

Shalausgabe des Vorwärt

Flaggendebatte in der Konstituante von 1790

Ein geschichtliches Seitenstück zum Streit Schwarzweißrot- Schwarzrotgold

Wie flaggt man in Frankreich bei jeder Gelegenheit? Es gibt nur eins: Blauweißrot! Aber wer als Franzose den Rhein . landsbefreiungsfeiern beiwohnte, staunte darüber, daß die Deutschen anscheinend gar keine oder zu viele Flaggen haben. Denn da wehten von den Dächern und aus den Fenstern rotveiße und schwarzrote Stadtfarben, das bayerische Blauweiß, das hessische Rotweiß, das preußische Schwarzweiß, auch die gelbweiße Fahne des Papstes, aber vor allem ftritten sich um den Platz

der einheitlichen Nationalflagge Schwarzrotgold und Schwarzweißrot. Auch der Beginn des Reichs­tagswahlkampfes zeigt zur Genüge, daß der Gegensatz der Farben­fymbole noch lange nicht begraben ist. Während die Hugen berger die Losung ausgeben: Getreu der Fahne Schwarzweiß­rot!, möchte die neugebedene Staatspartei ,, über den verheßenden Kampf zwischen Schwarzweißrot und Schwarzrotgold" hinwegvolti­gieren, und außerhalb der Sozialdemokratie, deren Parteifahne freilich rot ist, bekennt man sich noch immer etwas schüchtern zu dem alten Zeichen der deutschen Freiheits- und Einheitsbewegung.

Dabei ist auch Blauweißrot das Kind einer Revo lution, die weit gründlicher mit einer meit stolzeren Vergangen­heit aufräumte als der Novemberumsturz in Deutschland . Die Fahne des Königtums war durch die Jahrhunderte ein weißes Tuch mit eingestickten Lilien. Diesem Weiß fügte Lafayette nach dem Bastillensturm von 1789 die Pariser Stadtfarben Blau und Rot hinzu und schuf so die Trifolore, ihr stolzen Geleitspruch gebend: ., Sie wird den Weg um die Erde machen!" Mit Begeisterung stedten

Bürgertum und Boltsmaffe die blauweißrote Sofarde

an Hut und Müße, und voller Enthusiasmus hißte alles, was die Stirn der Zukunft zumandte, die blauweißrote Fahne, während die Nuznießer und Lobredner des alten Regimes, alle Schwärmer für Despotismus, Feudalismus und Patriarchalismus frampfhaft an Weiß festhielten. Von vornherein prägte sich dieser Unterschied aller Welt ein: Weiß die Farbe eine Dynastie, Blauweißrot Farben der Nation!

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Da auch mehrere Regimenter schon im Spätsommer 1789 die weiße Kokarde, die seit 1767 im Gebrauch war, mit den blauweiß­roten Abzeichen vertauschten, verfügte Ludwig XVI. mohl oder übel im Oktober des gleichen Jahres die Annahme der neuen Na­tionallokarde durch die gesamte Armee. Die Weifung wurde ziemlich widerspruchslos befolgt. Nur einige besonders vornehme Kavallerieregimenter, in deren. Offizierstorps der Hofadel überwog, wie Monsieur- Dragoner und Royal- Navarra, sträubten sich, und auf Befehl des Generals Bouillé behielt die Metzer Garnison die afte Rotarde bis in den November hinein.

Erst recht erregte die Protlomation des Bourbonen vom 28. Mai 1790, die den Franzosen das Tragen einer anderen Kofarde als der blauweißroten verbot, bei jenen Offizieren, die föniglicher als der König waren, lebhaftes und lautes Mißfallen. Mit jeder Woche mehr zeigte sich die Armee als Herd gegenrevolutionärer Strebungen, und bei der Marine fann es zu einer Meuterei der Mannschaften in Brest , weil die Offiziere größtenteils verbissen an den Formen des überlebten Despotismus hingen. Die tonftituierende Nationalversammlung entsandte Kommissäre, die Ursachen der Un­ruhen zu untersuchen. Nach ihrer Rückkehr erstattete am 21. Ottober Menou im Namen der vier Parlamentstommissionen für Armee, für Marine, für Kolonien und für Auswärtige Angelegenheiten Bericht über die Vorfälle und schlug zur Wiederherstellung der Ord nung unter anderem ein Defret vor, das die weiße Flagge, die bisher die Flagge Frankreichs gewesen ist, durch eine Flagge in den Nationalfarben" ersetzte. Bas sich nunmehr abspielte, erinnert im ganzen und bis in die Einzelheiten an den ado

Kampf unserer Ewiggeffrigen gegen Schwarjrofgold. Beliebt mar nach 1918 als Einmand gegen Schwarzrotgold die Behauptung, daß die Verwechslung mit den belgischen Farben zu nahe liege; 1790 meldete der Abgeordnete de Baudreuil sofort seine Bedenken an, blauweißrot sei auch die Flagge Hollands . Nach 1918 entsetzten sich Biedermänner, wie ein durch den Krieg verarmtes Volk die Kosten für die Anschaffung neuer Fahnen tragen solle; 1790 trat a Galissonière für Beibehaltung der Bourbonen­flagge ein, weil man sonst erhebliche Ausgaben" verursache. Nach 1918 ritten die Deutschnationalen auf der glorreichen Vergangen­heit" der Farben des wilhelminischen Reichs herum; in der Kon stituante von 1790 tat der Graf von Virieu, Oberst a. D., Ber­treter des Adels der Dauphiné, strammer Rüdwärtser, bedeutend den Mund auf, um die Flagge zu verherrlichen. ,, die immer den Ruhm und die Ehre des franzöfifchen Namens gebildet hat": Alle guten Bürger werden beunruhigt sein, wenn man ihre Farben wechselt; es ist die Flagge, die Amerita freigemacht hat, ein Wechse! würde auf eine Vernichtung der Erinnerung an unsere Siege und unsere Tapferkeit hinauslaufen." In unseren Tagen beschimpfen republiffeindliche Lausbuben die Farben der Weimarer Verfaffung als Schwarz- Rotschild- Goldschmidt oder als Schwarz- Rot- Mostrich; 1790 fant nicht einmal der verbohrteste Anhänger des unbeschränkten Königtums auf dieses Goffenniveau; immerhin höhnte der Marquis de Foucault über

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die vereinigten Komitees der Konstituante ben schönen und tiefen Gedanken gehabt hätten, den Matrosen ,, als Zeichen ihrer Aufnahme in das Baterland, als Appell an ihre Hingabe, als Belohnung für ihre Rückkehr zur Disziplin" die Nationalflagge zu verleihen, eine Maßregel, die im Grunde weder verlangt noch beschlossen zu werden brauche, da längst der Chef der bewaffneten Macht, nämlich der König, angeordnet habe, daß die drei Farben das Kennzeichen der Nation seien:

Gründlich verfennt man den Geist der Deffentlichkeit, wenn man im Angesicht des Volfes, das uns hört, zu Ihnen zu sagen wagt, daß es alte Vorurteile gibt, denen man Achtung entgegenbringen müsse, als bestehe 3hr Ruhm und der des Bolles nicht gerade darin, sie vernichtet zu haben, diese Vor­urteile, auf die man sich beruft! Ganz fühl wagt man zu Ihnen eine Sprache au sprechen, die genau ausdrückt: Wir glauben uns start genug, um die weiße Fahne zu hissen, das heißt die Fahne der Gegenrevolution( lautes Geschrei rechts, einmütiger Beifall links), an Stelle der verhaßten Farben der Freiheit. Aber sie unterschätzen sich. Glauben Sie mir( zur Rechten), wiegen Sie sich nicht in eine so gefährliche Sicherheit ein, denn das Erwachen wäre jäh und fürchterlich.( Murren, Bei fall, 3mischenrufe: Das ist die Sprache eines Wühlers!) ift, ich sage nicht, Mangel an Achtung, ich sage nicht, verfassungs­midrig, ich sage, es ist ein ausgemachtes Verbrechen, in Frage zu stellen, ob die für unsere Flotte bestimmte Flagge von jener verschieden sein kann, die die Nationalversammlung bestätigt, die die Nation und der König angenommen hat. Die wahren Wühler. die mahren Verschwörer sind jene, die uns von Schonung und Borurteilen sprechen, denn sie rufen die Erinnerung an unfere einstigen Irrtümer und an die Leiden unserer schänd lichen Bersilabung mach. Aber, meine Herren, Ihre tolle An­maßung wird enttäuscht werden; umsonst Ihre unheilvollen Prophezeihungen, Ihr lächerliches Geheul; fie werden

auf den Meeren schwimmen, die Nationalfarben;

fie merden die Achtung aller Länder erringen, nicht als Zeichen des Rampfes und des Sieges, sondern als das der heiligen Verbrüderung aller Freiheitsfreunde auf Erden und als Schreckmittel für Verschwörer und Tyrannen... Ich stelle den Antrag auf Annahme des Defrets und den weiteren,

daß die Marinemannschaften an Bord der Schiffe morgens, abends und bei allen, wichtigen Gelegenheiten statt des gebräuchlichen dreimaligen Rufs: Es lebe der König! fortan zu rufen haben: Es lebe die Nation, das Gesetz und der König!( Minutenlanger Beifall und Händeklatschen.)

Hingerissen durch diese machtvolle Rede beschloß die Versamm­lung so und überließ das Nähere dem Ausschuß. Aber wie, Zuge­ständnis an die Vorurteile der Vergangenheit, 1919 die deutsche Reichsmarineflagge schwarzweißrot mit schwarzrotgoldener Gösch wurde, so schlug audy 1790 ein Vermittler vor, der Farbe des Helm­buschs Heinrichs IV.", also der weißen, eine Einfassung von Blauweißrot zu geben. Aus marinetechnischen Gründen, weil die Flaggen an Bugspriet, Fockmast usw. verschieden sein müßten, wur den in der Tat an einigen Flaggen lediglich blauweißrote Streifen angebracht, aber Kommission und Konftituante verordneten auch:

Der Wimpel der Kriegsschiffe ift rot, weiß und blau und der Stander trägt dieselben Farben".

Wenn zugleich die Feldzeichen der Regimenter blauweißrote Fahnenbänder erhielten, brachte der 29. Juni 1791 die Trikolore für die ganze Armee; die Bestimmung, daß die alten Fahnen mit den bourbonischen Lilien nicht etwa von Traditionskompagnien" in einen Ehrensaal" des Zeughauses zu geleiten, sondern furzerhand zu verbrennen seien, führte zu Unruhen in einzelnen Truppenteilen. Aber Blauweißrot fegte sich glorreich durch und als, genau vor hundert Jahren, in Paris das Volk über die Machthaber der Re­ftauration Herr geworden war, die noch einmal für furze fünfzehn Jahre das Lilienbanner aus der Mottentiste geholt hatten, war das erste die Hissung der Nationalfarben von 1789; selbst ein überzeugter Legitimist wie Chateaubriand gab von der weißen Flagge zu:

Die alte Fahne der Toten hängt längs ihrer Stange schlaff herab, weil kein Hauch des Lebens sie mehr bewegt".

Farben seiner Großen Revolution führt, ward am 29. Juli durch eine Daß Frankreich jetzt ein Jahrhundert lang unbestritten die Feier vor dem Pariser Rathaus begangen, bei der der Präsident der Republik unter den Klängen der Marseillaise die vom zwölf Meter hohen Maft flatternde Trifolore grüßte. Hermann Wendel .

Neues vom Eichkatzenkellerwirt

Erinnerungen an bewegte Tage

Funktionen mußte er aber noch fleißig hinterm Schanktisch hantic­ren. Die Ruhe selbst, stand der stämmige, fchweigfame Mann am Burden die Jungen" mal gar zu munter und laut, dann drohie Büfett, jeden neu hereinkommenden Gast unauffällig musternd. der schwarze Mann" mit der Gläserbürste und schon war alles wieder in Ordnung!

Hans Bauer und Johannes Saalfeld haben an dieser Stelle| und saß bei allen wichtigen Aktionen im Rate. Troß seiner vielen von Theodor Besenad, dem Wirt des Eichkazentellers, berichtet. von Theodor Wesenad, dem Wirt des Eichkazentellers, berichtet. Ihre Mitteilungen find sicher mit großem Interesse aufgenommen worden. Wesenad war einer der rund dreihundert Ber liner, die in der Zeit des Sozialistengesetzes aus ihrer Heimat­stadt ausgewiesen wurden. Da die Erinnerung an Wesenad machgerufen wurde, sei hier noch mitgeteilt, mit welch brutalen Mitteln der Gichkazenkellerwirt von den Sozialistenfeinden ver­trieben wurde.

Wir entnehmen einem Buch, das im Jahre 1889 in London von der German Cooperative Bublishing Co. herausgegeben wurde ( Nach zehn Jahren." Material und Glossen zur Geschichte des Sozialistengesetzes.), die folgende Darstellung:

Wesenad mußte feine Heimatstadt Berlin im Juni 1886 binnen zweimal 24 Stunden verlassen, weil er sich gemeigert hatte, zum Verräter an seinen Gästen zu werden und meder durch Drohung noch durch List zu bewegen mar, die Boll­Strecker der Lynchjustiz an den Polizeilumpen und Buttkamerschen ehrenwerten" Beamten Ihring Mahlom zu verraten. In derselben Stunde, als er aus Berlin abreiſte, wurde seiner Frau das Wirtschaftslotal geschlossen und die anwesenden Gäste vertrieben, die Firma dann durch einen herbeigerufenen Maler auf polizeilichen Befehl überstrichen und ein Posten vor das Lotal postiert. Da Wesenad vor seiner Ber­treibung um die stellvertretende Konzession für einen Bruder feiner Frau eingekommen war, so wurde auf vieles Protestieren der Frau gestattet, das Lofal offen zu halten, um es so schnell

wie möglich zu verkaufen."

Wie die Polizeischergen der sozialistengesetzlichen Zeit vor­gingen, zeigt das Schicksal eines anderen: Restaurateurs , Paul Safeloff. Nach seiner am 16. Oftober 1879 erfolgten Aus­meifung aus Berlin führte seine Frau das Geschäft weiter. Aber schon am 19. Oktober, nachmittags 4% Uhr, umzingelten etwa zehn Polizisten unter Führung des Leutnants Marquardt das Lofal, weitere sechs Mann drangen ein, befahlen den Gästen, sich zu entfernen und schlossen die Türen ab.. Das Geschäft blieb bis zum 25. Oftober geschlossen. Auch in Haseloffs Brivatwohnung drang die Polizei nach seiner Ausweisung, erbrach dort den Koffer des bereits Abgereiften und durchstöberte alles. Wegen Bannbruchs wurde er nebst drei anderen Ausgewiesenen zu je 10 Mart verurteilt. Ein Urlaubsgesuch, um seine Birt schaft zu verkaufen, murde ihm zweimal abgeschlagen, weil der Verkauf auch von Leipzig aus besorgt oder ein Vertreter bestellt werden könne.

laffen und fristeten beide in New Dort ihr Leben. Fern der Haseloff wie Theodor Besenad mußten das Deutsche Reich ver­Heimat starben die Vertriebenen, die das Opfer der Bismarcschen Brutalität geworden waren.

die neue Kinderflapper in den drei Farben". Aber dieser Spott rief die mächtigste Bersönlichkeit, den wort gewaltigsten Rebrer der Konstituante, Mirabeau , auf die Tri büne: Bei den ersten Worten dieser seltsamen Erörterung habe ich, wie der größte Teil der Versammlung, in mir das Brodeln der patriotischen Leidenschaft bis zur heftigsten Aufwallung verspürt.add Lebhaftes Murren der Rechten, das schon dieser Anfang hervorrief, wurde vom Beifallssturm der Mehrheit weggefegt, und so ging es mit jedem weiteren Saz. Als Anmaßung brandmarkte Mirabeau , daß man überhaupt gewagt habe, die Frage anzuschneiden; noch vor wenigen Wochen hätte ein Frechdachs, der Geringschäzung für das Wahrzeichen des Patriotismus offenbart hätte, dieses Verbrechen mit dem Leben bezahlt. Unbegreiflich dieser Borstoß, da

J. M.

Alte Lokale alte Kämpfer

Man schreibt uns:

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As sozialdemokratische Hochburg des 2. Wahlkreises war wohl Anfang der 90er Jahre das Parteilofal von Werner, Bülow straße 57, anzusprechen. Werner war einer von den unterm Schand­gefes Ausgewiesenen, genoß bei der Partei unbegrenztes Bertrauen

indi­

Besonders zur Wahlkampagne maren fast alle führenden Genoffen einmal bei W. anzutreffen, um Hand anzulegen, daß dieser schwerst umstürmte Kreis der Partei zufalle bzw. erhalten bleibe; die einzelnen Bezirke mußten man tann sagen viduell bearbeitet werden. Sogar die behäbige, gütige Battin Bebels saß mitunter auch Sonntags vormittag im Vereinszim­mer, um schriftliche Arbeiten zu erledigen, für jeden ein nettes Wort übrig habend, der mit seinem Blod" prompt fertig war. Der ,, alte Herr" holte hin und wieder, wenn es möglich war, die müte Gattin ab, und Familie Bebel tippelte hurtig nach Hause.

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Ein Parteigenosse, vor dem selbst die Bezirksbonzen des Frei­finns einen heillosen Respekt hatten, war Otto Antrid; er hatte in der Steinmetzstraße eine kleine Zigarrenfabrik mit Laden. Der spätere Achtstundenredner war damals Stadtverordneten= Kandidat. In der Dennewigstraße war Versammlung. Als Referent hatte man uns einen recht schwachen Redner geschickt; die Stim­mung war dementsprechend sehr mau. Die Gegner drängen auf Schluß, fie liegen mit Längen vorn. Wer weiß, wo A. zu tun hat? Einige laufen los, finden ihn, schleppen den Delinquenten" herbei

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und gerade als das Schlußzeichen ertönen soll, steht Antrick auf der Bühne: wir gewannen unsere Position wieder und An­hänger dazu!

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Romisch mar aber eins: Antrid hatte unter den Genossen mans chen Gegner! Warum? Er war ihnen zu ,, stolz", war ,, eingebildet" usw. Nun ja, A. machte eher in feinem Aeußeren den Eindruck cines Oberlehrers als den eines biederen Zigarrenmachers. Be­haftet mit schwarzem Bratenrod, schwarzer Schleise, schneeweißem Kragen, dazu über der Nase eine Brille mit sogenannten Gold­rändern, mußte ihn jeder für einen Studierten" halten, der dies durchaus nicht anders wollte. A. wußte von der Gegnerschaft sehr gut, er mußte aber auch, daß dieselben Gegner" seinen Worten von ganzem Herzen lauschten und wenn es nötig gewesen wäre- für ihn durchs helle Feuer gehen würden. Wir Jüngeren haben von A. auch in punkto Umgangsformen manches lernen können. In der Diskussion besonders standen seine Worte auf hohem Niveau. Er war ein würdiger Edpfeiler des 2. Wahlkreises von damals. Friß 3ubeil, der später übrigens ein Parteilofal mit Garten Lindenstraße 106 bewirtschaftete, ebenso Richard Augustin waren zuweilen bei Werner anzutreffen. Auch Auguftin übernahm ein größeres Gemertschaftslotal Oranien straße 204, das sich großen Buspruchs erfreute. Manche Bar.ie Klabrias hat Richard am Stammtisch gespielt und verloren! Das Parteilotal Obst befand sich in den neunziger Jahren in der Grunewaldstraße. Dazu gehörte ein recht schöner Garten mit altem Baumbestand; es war eine ideale Erholungsstätte, be­sonders im Sommer. Wer wußte damals etwas vom Berreisen"?!

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B. St.