Bruno Corra : Karmi und Softra
Die Gründe, die der Zahlmeister ins Treffen führte, waren wohl überzeugend. Vor allem verstieß die Sache gegen den Heuervertrag. Und dann, abgesehen davon, wie fonnte man zwei der besten Diener mitten in der Fahrt plötzlich entbehren? Wo doch soviel Reisende an Bord waren! Wenn also Karmi das Schiff in Aden verlassen sollte, dürfe er auf keinen Fall damit rechnen, je wieder bei der ,, Nederland " Dienst leisten zu können. Die Stelle sei in diesem Falle endgültig verloren. Die Gründe waren wohl überzeugend, doch Karmi, der fleine, schweigsame Javaner, der Boy der Lugus fabinen, erwiderte:
,, Softra ist krank und muß in Aden ausgeschifft werden. Der Arzt sagt, er wird sterben. Sostra ist mein Freund. Auf keinen Fall kann ich ihn verlassen. Auch ich werde in Aden an Land gehen." Ruhig schnürte er seine eigenen fowie die Effekten des Freundes zu einem Bündel zusammen. Und als Sostra in der Tragbahre über den Landungssteg getragen wurde, folgte er, mit der Rechten das Bündel über der Schulter haltend und mit dem Zettel, den der Schiffsarzt für das Spital ausgestellt hatte, in der Linken. Nachts verließ das holländische Schiff den Hafen, um seine Fahrt nach Europa fortzusetzen.
Bierzehn Tage später war Sostra genesen.
,, Karmi," meinte er ernst zu seinem treuen Freund ,,, was werden wir jetzt machen? Wie werden wir uns das Leben verdienen?" Doch Karmi hatte sich schon nach einem neuen Beruf für sich selbst und für Sostra umgesehen.
Mit den vierzig Gulden, die uns noch übrigbleiben," entgegnete er ,,, werden wir Papageien taufen, die wir auf den Schiffen den Europäern verkaufen werden." Und sie wurden Papageienhändler. Die Matrosen der englischen Handelsschiffe, die, von Ostafrika tom= mend, in Alden anlegten, hatten immer mehrere Exemplare der bunten Bögel, die sie den Eingeborenen um einen halben Schilling abgekauft und denen sie während der freien Stunden die zotigsten Schimpfworte der englischen Sprache beigebracht hatten. Karmi und Softra erwarben diese wohlerzogenen Bögel um zehn Schilling, schütteiten sie fräftig, um sie daran zu hindern, gleich von ihrem Wissen Zeugnis abzulegen, und verkaufen sie um ein Pfund an die englischen aften Jungfern.
Die Arbeit war weder schwer, noch mühsam. Der Handel blühte. Er blühte hauptsächlich infolge der seltenen Höflichkeit, mit der die beiden Javaner ihre Ware anboten: Kleine, zierliche Gestalt, weißes Gewand, weßer Turban, zartes Profil, schmale Hände, olipbrauner Teint, Samtaugen, reizendes Lächeln, nackte Füße und Berbeugungen, Berbeugungen und nochmals Verbeugungen.
Die rührende Geschichte ihrer Freundschaft war unter den Mannschaften der Schiffe, die in den hielten, bald bekanntgeworden und die Stewards erzählten gerne den sentimalen Damen der ersten Klasse, wie die beiden Javaner Papageienhändler geworden waren, nachdem der gute Karm: auf seine Stelle verzichtet hatte, um den tranten Softra pflegen zu fönnen. Besonders die älteren Frauen waren über solch selbstlose Freundschaft tief gerührt. All dies trug zum guten Geschäftsgang bei.
Das Band der Anhänglichkeit, das Karmi und Sostra von frühester Kindheit aneinanderfettete als Söhne zweier Bettern hatten sie bis zum vierzehnten Jahr zusammen gespielt wurde un so enger in einem fremden Land, in dem sie nur höchst selten mit anderen Leuten in ihrer Sprache sprechen fonnten. Auch die
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tahle Häßlichkeit des arabischen Hafens, so verschieden von der in Farbenpracht prangenden Heimat, trug dazu bei, ihre Freundschaft inniger zu gestalten.
Bis spät in die Nacht hinein plauderten sie jeden Abend, auf einem Kaffeejack an den Anlegeplätzen sigend und auf die über den schwülen Meeresdünsten neblig leuchtenden Sterne starrend. Sie sprachen davon, nach Java zurückzukehren und dort ein Häuschen und ein Grundstück zu kaufen, sobald sie dank dem Papageienhandel das nötige Kapital zusammengespart haben würden. Schulter an Schulter sitzend, schwiegen sie oft lange. In diesen langen Schweige pausen vertieften Heimweh und Aberglaube ihre Brüderlichkeit. Hinter ihnen, im ungefunden warmen Dunkel, leuchteten die bösen Lichter der Bars.
Eines Tages tauchte eine Frau zwischen den beiden auf. Es war eine schöne und junge Frau, die sich Biulah nannte, in Mellaia und schwarzem Schleier ausging und immer von einer alten Frau begleitet ward. Wenn einer der die Lurusschiffe verlassenden Touristen, nach exotischer Liebe dürstend, sie im Vorbeigehen anstarrte. beantwortete Bulah seinen Blick mit dem Augenausschlag einer Frau, die sich entschlösse, den ersten Fehlschritt ihres Lebens zu begehen, und seitlich die Mellaia hebend, entblößte sie auf einen Augen. blick einen nackten Arm. Es kam oft vor, daß ein naiver Weltbummler auf den Leim ging und der alten Begleiterin einige Pfund schenkte. So konnte er Aden mit den Wahn verlassen, ein seltsames Abenteuer genossen zu haben. Doch wer in der Nähe wohnte, wußte, daß sogar die Neger, wenn sie zahlten, Biulah, eine falsche Orientalin, eine Christin aus Bukarest , haben konnten. Auch Sostra Frau Gefallen gefunden und jeder der beiden hatte anfangs- und Karmi hätten sie haben können. Doch hatten beide an der und Karmi hätten sie haben können. Doch hatten beide an der aus freundschaftlichem Tattgefühl das eigene Berlangen zurüdbeiden ein Bedürfnis, eine Qual, eine verzehrende Leidenschaft. Zum gedrängt. Und das zurückgedrängte Verlangen wurde alsbald in erstenmal fühlten Karmi und Sostra ihre übergroße Freundschaft
wie ein schweres Hindernis auf sich lasten.
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der zweifelhaftesten Gestalten Adens Doch hätte dies kaum schwerere Folgen gezeitigt, wenn einige der Abschaum des Hafens nicht gegen Karmi und Sostra einen verwerflichen Plan ausgehedt hätten. Als sie eines Abends in der Nähe des Kais saßen, näherte fich hnen ein australischer Hafenarbeiter namens Etout und berichtete Raum der Bar zum Wurf" erwarte. Die beiden Freunde folgten ihnen, daß ein Fremder sie sprechen wolle und sie im abgesonderten dem Australier, doch fanden sie keinen Fremden im abgesonderten Raum der Bar.
,, Er ist eben fortgegangen," meinten die Freunde des Hafenarbeiters ,,, doch hat er sagen lassen, daß er gleich zurückkehrt."
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Sie boten Karmi und Sostra je ein Gläschen Arrct. tranten es. Dem ersten folgte ein zweites Gläschen. Es war der Anfang eines grausamen Spiels. Anfang eines grausamen Spiels. Der Hafenarbeiter hatte sein Vorhaben seinen Freunden schon vorher dargelegt:
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,, Alle Javaner ich weiß es, weil ich dort gelebt habe gleichen ihrer Erde: träge und fruchtbar, doch in ihrem Inneren lodert das Feuer der Bulkane. Obwohl die beiden die besten Freunde sind, haffen sie einander, weil sie in dieselbe Frau vernarrt find, in Biulah. Sie selbst hat es mir gesagt. Wir werden ihnen soviel zu trinten geben, daß sie einen Rausch bekommen, und dann merden wir jedem ein Messer in die Hand drücken. Das wird einen Spaß geben." ( Schluß folgt.)
Per Ditters: Das Riefenfaultier
Am untersten Afte eines mächtigen Affenbrotbaumes hing das uralte Riesenfaultier und jammerte:
,, An, ay, ay, ich bin so müde und so hungrig, nun weiß ich gar nicht, soll ich zuerst schlafen oder fressen!"
Es kam nicht zur Lösung dieser wichtigen Lebensfrage, denn ein sonderbares Summen und Brummen riß es aus seinen Gedanken. Es war ein starkes Termitenvolt, das sich an der wild verzweigten Wurzel des großen Baumes ansiedeln wollte und eifrigst Material zum Bau seines babylonischen Turmes herbeischleppte.
Zuerst betrachtete das Faultier interessiert die Ruheftörer, dann aber schloß es, ganz schwindlig vom Zusehen des lebhaften Treibens, die Augen.
Wie diese kleinen Krabbeltiere eifrig hin und her schossen und unausgesezt sich zu neuer Arbeit drängten! Es schien ein Volt von Irrsinnigen oder Arbeitsfflaven zu sein. Und das warmherzige Faultier bemitleidete diese bedauernswerten Geschöpfte auf das tiefste, aber es fühlte sich doch durch die Anwesenheit so vieler Tätigen auch ein wenig unbehaglich. Man tonnte doch nicht in der Nähe solcher Arbeitsluft so nach Herzenslust faulenzen. Diese blödsinnige, nutzlose Regsamfeit erschien wie ein stummer Vorwurf. Wozu, fragte sich das Faultier, brauchen diese Verrückten ein eigenes Haus? Ist ein Affenbrotbaum ihnen nicht gut genug?
Die philosophischen Gedanken erzeugten neuen Appetit, und so fiegte bald das Hungergefühl über das Schlafbedürfnis, und jeufzend und ächzend entschloß sich unser Faultier, zum nächsten Aft zu flettern, um sich ein paar reife, saftige Früchte zu holen. Dann fehrte es fatt und zufrieden zum alten Schlafplatz zurück und fuschelte sich wieder, diesmal unter Weinen und Tränen, denn das befördert die Verdauung, in das dichte grüne Blätterwerf.
So verging die Zeit und der Termitenhaufen wuchs und wuchs. Eines Tages wurde das Riesenfaultier, es hing gerade im besten Schlafe und träumte von Leckerbissen, die ihm schlafend ins Maul fielen, etwas unsanft geweckt. Der Termitenbau hatte gerade den untersten Ast erreicht, und die Insekten betrachteten das starr hängende Tier als für sie bestimmtes Jagdgebiet und bissen und stachen nach Herzenslust.
,, An, an, an", schrie das Faultier empört. Gesindel, das ist doch mein Pelz, und der Baum ist seit Jahrhunderten mein Reich. Das ist der Dant dafür, daß ich dummes, weichherziges Tier gestattet habe, euch in meinem Gebiete anzusiedeln. Hier, auf diesem Afte, faulenze ich schon drei Jahrzehnte und will ungestört bleiben! Berstanden? Und mun schert euch zum Teufel!"
Mit diesen Worten rieb es seinen gepeinigten Rücken an der riffigen Rinde so eifrig, daß die Krabbeltiere davonstoben.
Aber auch die Termiten blieben nicht stumm. Es war nicht das erstemal, daß sie ein fonservatives Tier aus seiner althergebrachten Ruhe aufgestört und verjagt hatten. Ihr Wortführer, eine große rote Termite, begann, und die anderen brummten und summten ihm Beifall:
Mir, die arbeitfamen, fleißigen Termiten tommen aus tiefstem Dantel der Erde und wollen zum Licht, Aber da, fauler Genießer,
und dein Knecht, der Baum, hüllen uns in Schatten und gewähren der Sonne feinen Weg zu uns. Doch die Sonne gehört uns allen. Und tommt sie nicht zu uns, so fommen wir zu ihr. Wir Sklaven der Arbeit tragen Span auf Span herbei zum großen Gebäude, und unser Turm wird wachsen und wachsen und dich von Aft zu Ast jagen, bis der Tag kommen wird, wo unser Baum höher als alle Bäume, im Lichte, in der Sonne steht! Wo aber, ich frage dich, wirst du dann sein?"
Aber das Riesenfaultier antwortete nichts mehr auf diese wohlgesetzte Rede, denn es war von der ungewohnten Arbeit des Dentens und des Anhörens revolutionärer Reden ermüdet, am nächsthöheren Ast eingeschlafen. Aber es fonnte von nun an nicht mehr von Leckerbissen träumen, sondern die Furcht vor dem ewig wachsenden Turm verfolgte es in den Schlaf.
Die Zeit verging und der Termitenhaufen wuchs und wuchs. Das Riefenfaultier wurde bis zur Krone des Baumes gejagt, und jeder Tag fonnte sein Ende bringen. Denn es war aus lauter Verzweiflung und Todesangst ein Vielfraß geworden. Was blieb ihm denn anders übrig? Außer Schlafen und Fressen hatte es nichts gelernt, und nun ließen Zukunftssorgen und Angst es nicht in Frieden schlafen. Da mußte es seine Zeit mit fressen vertreiben und wurde dick und dicker. Es wartete mit Beben auf die Stunde, wo die schwachen Aeste der Krone seine Leibesfülle nicht mehr tragen tonnten und es zu Boden fallen mußte.
Opfer und Beute der Arbeit.
Aber eines Nachts tam ein fürchterliches Gewitter. Blige zudten und der Donner heulte, als ob der letzte Tag gekommen wäre. Die Erde bebte, und alles, was auf ihr stand, bebte mit. Die Wohnungen der Menschen stürzten wie Kartenhäuser zusammen, morsche Bäume zersplitterten wir trockenes Schilf, und auch der mächtige Affenbrotbaum drohte zu brechen. Der dide Stamm knirschte und ächzte, als ob eine riesige Säge an seinem Lebensmart nagte. Schwer schwankte der Wipfel im Sturme, und in seiner Berzweiflung flammerte sich das Riefenfaultier fest an. Wenn mein Baum stirbt, dachte es, sterbe ich eben auch.
Aber weder Baum noch Faultier starb. Als der Morgen fam, schien alles wie früher. Nur der Termitenturm mar fort. Bom blindwütenden Element zerstört.
Das Riesenfaultier hielt sich nun für gottbegnadet und fletterte triumphierend zum untersten Afte. Es hätte dem gedemütigten Krabbelvöllchen gerne eine großtönige Siegesrede gehalten, wie dies dice Praffer nach einem geglückten Coup zu tun pflegen, aber es war zu müde und schlief ein.
Als es nach vierzehn Tagen erwachte, erkannte es mit Schreden, daß der Turm wieder zur Höhe wuchs. In rasender Eile schleppten die Arbeiter Span auf Span zum neuen Gebäude. Da beschloß das dickte Faultier, diese betriebsame Gegend zu verlassen. Es wanderte ins Eril und wurde nie mehr gesehen.
Das Termitenvolt aber hatte endlich seinen Platz an der Sonne. Ich hoffe, thr versteht diese Geschichte!
Erna Bijing: Die Krokodilhaut
Vor langer, langer Zeit brachte Onkel Theo aus Amerika die Krokodilhaut mit. Damals waren die Länder noch entfernter voneinander; denn man kannte weder die Luft durchschneidenden Zeppeline noch große Lurusdampfer, die in Rekordfahrten das Blaue Band erjagten. Drei Jahre hindurch war man mit dem Plan zu einer Europareise und einen Monat hindurch mit dem Einpacken beschäftigt, bevor man, durch viele gemütvvolle Regungen überängstlich gemacht und start belastet, die Fahrt antrat. Ein Rutsch über den großen Teich bedeutete immerhin etwas.
Und nun erst dieser Onkel Theo. Er trug über jedem Augenzahn eine Goldkapsel und an den Händen hatte er schweinslederne Handschuhe. Die waren unbedingt eine Eigenart von gewisser Bedeu tung; denn der großfarierte Ueberzieher, den Onkel Theo gleichermaßen schaustellend trug wie die Handschuhe, der gehörte ebensogut zu den gewollten Auffälligkeiten anderer Amerikaner.
Onkel Theo aber war ein Amerikaner ganz besonderen Aus= maßes, schenkte er doch unter vielen yes und now und Erklärungen dunkelster Art die Krokodilhaut. Sein Neffe nebst Frau und Kind wurden glücklich. Das ist bekanntlich das Gefühl, mit dem die meisten Menschen auf eine Auszeichnung irgend welcher Art rea
gieren.
Der Neffe verkaufte gut schließende Portemonnaies, Brieftaschen und Hundepeitschen. Nun stellte er in seinen Vorgarten, längsseits seines Geschäftseinganges, die Krokodilhaut. Sie machte sich gut und er benutzte sie nicht mur als Reflame, er betrachtete sie tatsächlich nicht zu Unrecht als eine Art Befestigung seines geschäftlichen Ansehens. In dem gemütlichen Berlin , in dem man sich während einer Omnibus- oder Straßenbahnfahrt in Ruhe und ohne störende Hast alle Sehenswürdigkeiten ansehen konnte, war die Krokodilhaut ein beachtenswerter Schaugegenstand. Die Straßenbahnfahrgäste hatten Zeit und die Fußgänger waren noch nicht erfrankt am eigenen Tempo. Mit Kennerblick betrachteten sie das Blumenbeet im Vorgarten, prüften die paar Sträucher und Bäume, ob sie rechtzeitig beschnitten worden wären und stutten vor der Krokodilhaut. Man hatte es damals mit dem Vorübergehen an den
Dingen nicht so eilig, man trat in den Laden und sein Besizer hielt
recht, wer will das nachprüfen? Er war bald in der Lage, Haus die Krokodilhaut bald für einen Talisman. Ob zu Recht oder Unsamt Borgarten faufen zu können.
Dann famen Krieg und Inflation und er versteckte seine KrotoStaatsgewalt und den Enteignungsbestrebungen halb verhungerter dilhaut aus Angst vor den Beschlagnahmemaßnahmen einer hohen und gänzlich zerlumpter Volksgenossen.
All der Wirrwarr wurde abgelöst von der anderen, der soge nannten neuen Zeit. Sie hatte dem Geschäftsmann nichts getan, Haft, fie rückte die Landesgrenzen so nahe, sie hatte sich das Anaber er haßte sie. Die Gegenwart hatte Probleme, sie war voller staunen und die Verwunderung abgewöhnt, sie hatte so gar fein Interesse für seine Krokodilhaut. Die stand unbeachtet im Vorgarten; raffelte in Etagenhöhe durch die Luft und die Fußgänger mieden denn Autos fuhren den Asphalt blank und schmierig, die Hochbahn die Fahrstraße nebst Bordsteinen, schmärmten für breite Fußwege und betrachteten die Vorgärten als Stehimwege. Die Blumen cher fonnten mur ihr armseliges Leben fristen, da ihre Blätter es starben unter flebrigen Rußschichten vor der Blüte und die Sträusich angewöhnt hatten, mit ihrer Unterseite zu atmen.
Der Haus- und Ladenbesizer hätte von seinem Vorgarten erlöst werden fönnen, wollte doch ein Raffeehausbesiger ihn für schweres Geld ablaufen. Es follte dort ein Wiener Kaffee erstehen, das Paris imitierte durch im Winter heizbares Straßenpflaster. Im Vorgarten wollte man Heizungsröhren legen, man wollte Berlin , Wien und Paris in seinen Kaffeehausmanieren vereinigen. Doch der Borgartenbefizer lehnte alle Borschläge ab, weil er nach Hergabe feines Gartens feinen Platz mehr für seine Krokodilhaut habe. Seine ganze Energie hat sich auf diese Krokodilhaut konzentriert. Er haßt Frau und Kind, da sie mit der neuen Zeit liebäugeln und seine Krokodilhaut scheel ansehen. Er, aber er, er schraubi für sich die Vergangenheit zurüc, er stellt jeden Morgen die Krokodilhaut im Borgarten auf, er und seine Krokodilhaut, sie sabotieren die neue Zeit.
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Die Krokodilhaut ist schmutzig, fie sieht aus wie eine gedörrte schlechte Laune. Der Mann bekommt einen verbissenen Zug um den Mund und seine Blide werden unfreundlich, wenn Frau oder Tochter in Richtung Krokodilhaut gucken.
Im Leben dieses Borgartenbesizers wird jedes Ereignis folge= richtig ablaufen und da er der Aelteste in seiner Familie ist, wird er vor seiner Frau und Tochter sterben.
Und wenn er gestorben ist, dann werde ich etwas für seine Familie tun. Dann fasse ich mir nämlich nicht nur ein Herz, nein, dann werde ich unwiderstehlich energisch und verlange, daß man zu der Leiche des Mannes die Krokodilhaut in den Sarg legt.
Der Ursprung des Flibustiers Die Freibeuter, die in der Geschichte unter dem Namen Flibustiers bekannt sind, waren eine mächtige Berbindung in den westindischen Gewässern in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 1625 zurüd. Damals gründete nämlich ein normannischer Edelmann, d'Esnambuc, eine fleine Kolonie auf den Antillen, und zwar auf der Insel St. Christoph. Fast gleichzeitig ließen sich auch Engländer dort nieder. Man teilte sich die Insel und lebte in ziemlich gutem Einvernehmen. Nun hatten aber Spanien und Portugal sich allein den Anspruch auf Amerika vorbehalten, und als 1630 eine spanische Flotte unter dem Befehl von Don Friedrich von Toledo vor St. Christoph erschien, falls ihnen ihr Leben lieb sei. Ein Teil der Kolonisten fehrte nach wurden Franzosen und Engländer aufgefordert, schleunigst abzuziehen, Europa zurüd, aber achtzig Franzosen segelten nach den Schildfröteninseln und ließen sich dort nieder. Später brachte ein französischer Birat außer Negersllaven noch andere Seeräuber dorthin, und so entstand dort jene kühne Schar von Freibeutern, die den Spaniern so viel zu schaffen machten, bis sie erst am Ende des 17. Jahrhunderts unterdrückt wurden. Die eigentlichen Seeräuber setzten ihr Treiben aber noch das erste Drittel des 18. Jahrhunderts hindurch fort.
Geburt und Tod. An einem Tage werden in Deutschland durchschnittlich 1615 Chen geschlossen. 3140 Menschen werden täglich geboren und 2208 sterben täglich in Deutschland . Auf die Minute fommen also zwei Geburten und auf zwei Minuten brei Todesfälle. Die meisten Menschen sterben bei uns im Februar. 2877 Todesfälle tommen durchschnittlich auf einen Februartag; da gegen sterben im August nur 1752 täglich. Auch die meisten Geburten sind im Februar, nämlich 3109 täglich. Die wenigsten Geburten sind dagegen im Auguft und Dezember.
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Eine Seifengrube. In Ascheroft in. Britisch- Columbia gibt es eine Seifengrube. Die Naturseife, die darin gefunden wird, besteht aus Borag, der mit einem Fettstoff untermischt ist.
Amerikanische negerpreffe. In den Vereinigten Staaten er scheinen etwa sechshundert Zeitungen allein für die schwarze Be Dolferung.