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Massenaufmarsch in Grünau .

Das Lautsprecherauto als guter Wahlhelfer.

Wer gestern nachmittag am Bahnhof Grünau ausstieg, wurde| wird vielleicht besonders mithelfen, den letzten Wähler über die Ab­mit Gesang und Mufit empfangen, er konnte daneben die Reden fichten des Bürgerblocks aufzuklären und ihn für Liste 1 zu ge­fozialdemokratischer Parteiführer hören. Das große auf. winnen. Die von Kampfgeist durchdrungenen Ausführungen fanden precherauto der Partei hatte sich am Bahnhof poftiert und begeisterte Zustimmung." fand größte Beachtung.

Um den Wagen stand auch immer ein dichter Schwarm, der die abwechselnden Darbietungen mit Interesse verfolgte Partei, Reichsbanner und Jugend sammelten sich am Bahnhof Grünau , um in einem Gewalimarsch von zweieinhalb Stunden durch die Siedlung Bohnsdorf und die Ortschaften Glienicke und Adlershof zu marschieren. Die Beteiligung war sehr gut. In Glienicke und Adlershof sprach Genosse Dressel, dessen Rede verstärkt durch den Lautsprecherwagen einen großen Zuhörerkreis fand. Die recht temperamentvollen Ausführungen, denen die Lebensverhältnisse des Arbeiters im kaiserlichen Borkriegsde tschland mit denen in der Republik verglichen wurden, fanden starke Stimmung. Die So

zialdemokratie führt den Kampf nicht n gegen die Be= seitigung der sozialreaktionären Notverordnung, son. rn auch um Erhaltung des politischen Mitbestimmungsrechts. Wer son den Arbeitern nicht in Knechtschaft leben will, wer nicht für einen dauernden Bürgerkriegszustand sich begeistern fann, der wird nie und ninuner den rechts- und linksradikalen Parteien seine Stimme geben. Wer für Zusammenfassung der sozialen Kräfte und für so­ziale Gesetzgebung ist, der stimmt mit uns am 14. September für Lifte 1.

Gemeinsame Front aller Arbeitenden.

Auch die Bersammlung der sozialdemokratischen Betriebsfraktion beim Landesarbeitsamt Brandenburg legte Zeugnis ab von der unermüdlichen Arbeit, die überall für die Sozialdemo fratie geleistet wird. Landtagsabgeordneter Dito Meier sprach über den Kampf der Unternehmerschaft gegen die Sozialversicherung, der ein Kampf gegen das Lebensniveau der Arbeiterschaft ist. Die Regelung des Arbeitsverhältnisses durch Tarif- und Schlichtungs­wesen hat die Lebenshaltung der arbeitenden Klaffen erheblich ge­hoben, dem Druck der Reservearmee auf die Lohngestaltung wurde durch die Erwerbslosenversicherung ein Riegel vorgeschoben. Heute benutzt das Unternehmertum die schwere Wirtschaftskrise, um gegen die Erfüllung der sozialen Aufgaben durch die Republik anzu­tämpfen. Die reaktionären Steuerverordnungen der Brüning Regierung zeigen deutlich genug, wohin der Weg bei unein­geschränkter Herrschaft des Bürgertums geht. Die Masse des Volkes wird ungeheuer belastet, während man die Kapitalkräftigen schont. Bei dieser Wahl geht es darum, den Abbau der sozialen Ein­richtungen, der durch den Sturz der Regierung Müller eingeleitet wurde, mit vereinten Kräften aufzuhalten. Diesen Kampf führen Arbeiter, Angestellte und Beamte gemeinsam mit der Sozial­demokratie.

Sozialdemokratisches Berantwortungsbewußtsein!

Auch die Abteilung Treptom fonnte am Dienstagabend einen. imposanten Aufmarsch zeigen. Nach dem Ummarsch, der auch durch die tameuen Siedlungen in Ereptom führte, sprach im Bittoriagarten die Reichstagsabgeordnete Clara Bohm Schuch zu den Treptower Wählern. Die Bersammlung war so start besucht, daß auch der Vorraum überfüllt mar. Die Referentin unterstrich, daß allein die Sozialdemokratische Partei mit Hunderttausenden von Funktionären und über eine Million Mitglieder mit Idealismus und Upfermut die Wahlarbeit aufgenommen hat. Bei feiner anderen Partei haben sich die Anhänger mit so starkem Nachdruck für den Wahlkampf ein­gesetzt. Das ist aber Beweis genug, daß die sozialdemokratische Irbeiterschaft erkannt hat, daß noch nie die Auseinandersetzung zwischen Rapital und Arbeit so scharf gewesen ist. Durch sozialdemo­tratischen Mut und sozialdemokratisches Berantwortungsbewußtsein ist der Staat aufgebaut worden. Durch die Verantwortungslosig feit des Bürgerblocks ift er in eine schwere Wirtschaftskrise getrieben. Nach Angaben der Rednerin besteht in Regierungsfreifen die Absicht, allen tündbaren Angestellten, vor allem aber den Frauen, ein niedrigeres Gehalt anzubieten. Diese Herabsetzung des Gehaltes soll so rechtzeitig erfolgen, daß man denen, die nicht mit machen mollen, die Entlassung zum 1. April aussprechen lam. Diese Mitteilung rief besonders starke Erregung hervor und

Der Griff in das Portemonnaie der Hausfrau.

Im Gartensaal des Saalbaues Friedrichshain per­anstaltete die Sozialdemokratische Partei vom Prenzlauer Berg eine wirklich glänzend gelungene Wählerversammlung. Bürgermeister Dr. Ostrowski sprach über den Parteienmischmasch und die Parteien zersplitterung des Bürgertums, die cin Anzeichen für den Bankerott der bürgerlichen Gesellschaftsord­nung ist. Diesem Wirrwarr steht die Sozialdemokratie groß und stolz als eine einige Massenpartei gegenüber. Auf sie gründet die Masse des Volkes ihre Zuversicht; ihre unerschütterliche Stetigkeit ist die beste Zuflucht des bedrängten Boltes. Da die bürgerlichen Barteien großen Zulauf nicht mehr zu erwarten haben, wollen fie Unordnung schaffen, um dann mit den Mitteln der Dittatur regieren zu fönnen. Darum muß die Sozialdemokratie fo start werden, daß niemand mehr an Diktatur zu denken wagt. Danach sprach Käte Kern, die einen Appell besonders an die Frauen richtete. Das Schicksal des deutſchen Volkes wird entscheidend von den Frauen mitbestimmt. Es kann den Frauen nicht schwer fallen, für die Demokratie zu stimmen, denn die legten steuerlichen Maßnahmen der Bürgerblodregierung sind ein Griff in die Geldtasche der Hausfrau. Die Frauen haben es in der Hand, die eingeleitete Sozialreattion noch aufzuhalten. Die Zukunft des Bolles steht auf dem Spiel. Die Frauen müssen für den fozialen Fortschritt und für die Sozialdemokratie stimmen.

the Angestellte, fämpft mit uns!

In den Kammersälen sprach gestern Genosse Fritz Schröder vom Vorstand des Zentralverbandes der Angestellten. Er ließ in eindringlichen Worten die angestelltenfeindliche Politit des Bürger­blocks Revue passieren. Er geißelte die Maßnahmen der bürger­lichen Angestelltenverbände, die sich stets als Schuhtruppen des Kapitals bewährt haben. Bor allen Dingen aber mies er auf die Verdienste, hin, die sich die Sozialdemokratie, als sie noch in der Regierung saß, um die Sache der Angestelltenschaft erworben hat. Die Angriffe des Bürgerblods gegen das Schlichtungs= wefen hätten nur den Zweck gehabt, die Einflüsse des Staates bei der Gestaltung des Lohnniveaus außer Funktion zu setzen, und Herr Stegerwald habe ja auch das Schlichtungswesen durchaus im Sinne der Unternehmer aufgefaßt und durchgeführt.

mit der Aufforderung an die Angestellten, die letzten Tage vor der Wahl zu benügen, um ihre Kollegen über den tiefen Sinn dieses Wahlkampfes zu belehren und ihre Stimmen für die Liste 1, für die Sozialdemokratische Partei zu gewinnen, schloß Friz Schröder seine mit Begeisterung aufgenommenen Ausführungen.

Auch Osram für Lifte 1.

In einer Betriebsversammlung der Firma Osram in Schonerts Festjälen sprach am Dienstagabend Kart itte vor rund 1000 Personen über die Regierung Brüning und den Artikel 48. Der stürmische Beifall der Versammlung bewies, daß ihre über­wiegende Mehrheit zu den freien Gewerkschaften und zur Sozial­demokratie steht. Störende Zwischenrufe der Kommunisten wurden von Litte unter lebhaftem Beifall abgefertigt. Als der Vorsitzende Genosse Basmann die Diskussion eröffnete, stellte sich heraus, daß sich der fommunistische Reichstagsabgeordnete Ulbricht uneingeladen eingedrängt hatte. Sein Versuch, gegen den Willen der Versammlung das Wort zu nehmen, scheiterte an dem ent­schiedensten Widerspruch der überwältigenden Mehrheit.

Fackelzug am Schlesischen Bahnhof .

Der Fadelzug des Kreises Mitte führte durch die Miet fasernenviertel zwischen dem Köllnischen Park und dem Schlesischen Bahnhof . Kampfwillen und Siegeszuversicht leuchtete aus den Gesichtern der marschierenden Menge; hunderte roter Fahnen und zahlreiche Transparente warben für den Sieg der Liste 1! Wer bei früheren Demonstrationen das Auftreten der kom­ munistischen Meute gerade in diesen Straßenzügen beobachtete und

dann fah, wie bei diesem gewaltigen Zuge fich die Maulhelden rasch verzogen, für den ist nicht zweifelhaft, daß auch in diesem Arbeiter­viertel die Sozialdemokratie nach wie vor die Massen für sich hat!

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Auch der Werbeumzug des Kreises Schöneberg wies eine ungeheure Beteiligung auf. Anschließend fand eine eindrucksvolle Rundgebung im Piccadilly statt. Kurt Löwenstein sprach. Am. 14. September stehen wir als Klasse geschlossen gegen das allmächtige Rapital zusammen, als Schüßer einer sozialen Demokratie.

Wohin an den Herbstfonntagen? Das schöne Wetter lockt jetzt im Spätherbst wieder hinaus aus dem steinernen Meer der Weltstadt in die herrliche Umgebung Berlins . Eine Fülle lohnender Ausflüge bietet sich hier dem Wander­Berkehrs- 2.- G. herausgegebene Ausflugsführer, der nicht luftigen. Wie groß die Auswahl ist, zeigt der von der Berliner nur eine genaue Uebersicht über die gesamte Berliner Umgebung leichtert, sondern auch mit ausgezeichneten Karten der Landes­bietet und das Finden des am Sonntag zu wählenden Zieles era aufnahme ausgestattet ist. Für jeden Ort sind Verbindungen und Entfernungen angegeben, so daß dem Wanderlustigen auch nach dieser Seite hin die Orientierung erleichtert ist. Der Führer. der zu dem außergewöhnlich billigen Preise von 40 Pf. bei den

Schaffnern der Straßenbahn und der Omnibusse, sowie an den Schaltern der U- Bahn zu haben ist, wird seinen Benutzern sicher­lich ein zuverlässiger Berater bei ihren sonntäglichen Ausflügen sein.

Kinderfest in Warenhäusern nicht gestattet. Ein bekanntes Berliner Barenhaus beabsichtigte in ihrem Dachgarten ein großes Kinderfest zu veranstalten. Der Polizeipräsident hat aus ficherheitspolizeilichen Gründen dieses Kinderfest verboten.

Allgemeine Wetterlage.

9.Sept. 1930, abds.

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50wolkenlos, heiter. halb bedeckt wolkig, bedeckt Regen, Graupeln Schnee, Nebel, GewitterWindstille

Durch Mitteleuropa zieht jetzt eine Störungslinie, die feucht milde ozeanische und fühlere nordöstliche Luftmassen voneinander trennt. Die Temperaturen erreichten in der südlichen Hälfte Deutsch­ lands meist 18 bis 22 Grad Celsius, während im Norden das Thera mometer nur auf 14 bis 15 Grad stieg. Das nördliche Hochdruckge biet, dessen Kern jezt über dem Eismeer liegt, scheint sich mehr und mehr nach Süden auszudehnen. Dadurch dürfte bei uns der Zu strom der fühlen polar- tonstanten Luftmassen aus Nordosten an halten. Mit einer durchgreifenden Besserung ist aber vorläufig noch nicht zu rechnen, da in der Höhe bei uns warme füdwestliche Luft weht, die Bewölkung und Niederschläge hervorruft.

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Wetter für Berlin : Meist stärker bewölkt mit etwas Regen, Temperaturen menig verändert. Für Deutschland : Im Süd mesten ziemlich warm, im Nordossen weiterhin fühl; allgemein start moltig bis trübe, vielfach auch Regen.

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