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und erklärten, nicht mitmachen zu wollen, ein Beschluß, der] im Zentralorgan der bulgarischen Sozialdemokratie heftige Kritik erfuhr. Wenn sich Bulgarien   nachträglich den Kajus auch noch einmal überlegt zu haben scheint, fo bildet doch die Berständigung zwischen Belgrad  , Athen   und Sofia   das Gerippe eines Balkanbundes, und diese Verständigung bleibt ohne eine alle Teile befriedigende Lösung der makedonischen Frage im Mond hängen.

Die eigentliche Gefahr freilich liegt außerhalb des Balkans. Wie leicht sind zu einem Zeitpunkt, da der bul­garische König eine Prinzessin aus dem Hause Savonen zu politischer Ehe heimführt, und bulgarische akademische Jugend in Rom   begeistert Mussolini   zujubelt, die Sofioter Chauvinisten geneigt, ihr Land, statt es in die Balkanfront einzufügen, zu einem Werkzeug Italiens   gegen Athener   Konferenz, Balkaneinigung und Ballanbund zu machen, zumal Albanien   schon als, italienischer Trabant am Berhandlungstisch sigt! Denn der Faschismus mit jeiner gegen Often gerichteten Ausdehnungspolitit jucht mit allen Mitteln den ihm gefährlichen Zusammenschluß der Ballanstaaten zu hintertreiben, der Faschismus mandelt auf der Hämushalbinsel in den bedenklichen Fußtapfen des russischen Zarismus und österreichisch- ungarischen Imperialis­mus, der Faschismus ist der Feind der Völkerverständigung und des Weltfriedens hier wie überall.

Aber mag wegen der Mephistorolle Italiens   einige Stepsis wegen der Ergebnisse der Athener   Zusammenkunft am Blaze sein, die Konferenz verdient Aufmerksamkeit und Sympathie als ein erster Versuch, im Südosten des Erdteils eine Einheit zu schaffen, ohne die die Einheit Europas  undenkbar ist.

Neues Gold nach Frankreich  .

Französische   Kreditfündigungen dauern fort.

210 Millionen Gold geopfert.

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Bisher

Das Währungsloch im Westen, ist noch immer nicht verstopft. Die franzöfifchen Kreditkündigungen Ausdruck des fortdauernden Mißtrauens in die politifche Stabili tät Deutschlands   haben auch zu neuen Kündigungs­terminen fich offenbar wieder gehäuft. Damit steigt die Nachfrage nach französischen   Frankdevisen und zugleich der Franfenfurs gegen die Mark. Die Reichsbant muß die Steigerung der ausländi­schen Valutakurse, besonders des franzöfifchen Franken, abwehren und Franken kaufen. Das tut sie mit Gold, das sie aus Fracht ersparungsgründen von Köln   nach Paris   versendet.

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Gestern ging eine neue Goldsendung im Wert von 35 Millionen Mark an die Bank von Frankreich. Die Gold­jendungen haben seit Anfang September die Summe von 210 Mil­

Das Ende der Staatspartei.

ANC

Ausscheiden der Jungdeutschen.- Kochs Kartenhaus zusammengebrochen.

Die Deutsche   Staatspartei ist auseinandergefallen. Die| det morden. In diesem Zusammenhange gab nach einer Sonder Ehe Koch- Mahraun, das einzige fümmerliche Ergebnis der tagung der Bolfsnationalen Reichsvereinigung der Abgeordnete bürgerlichen Sammlung, ist zerbrochen. Der Jungdeutsche Bornemann im Hauptattionsausschuß der Deutschen   Staats­Orden hat feinen Austritt erklärt. Die ,, meltanschaulichen partei folgende Erklärung ab: Gründe", die für die Scheidung angeführt werden, können niemand überzeugen. Die Herrschaften fannten sich und ihre Beltanschauungen, als sie heirateten. Aber eines fannten sie nicht: das politische Vermögen des Partners. Es geht ihnen wie zwei Leuten, die sich nur deshalb heirateten, weil jeder beim andern Vermögen vermutete, und die am Tage nach der Hochzeit sich ihre Armut gestehen müssen.

Zwanzig Mandate hat die Staatspartei erhalten, davon sind 14 mit Demokraten besetzt, 6 mit Jungdeutschen. Das be­deutet für die Demokraten   Verlust, für die Jungdeutschen ent­täuschte Hoffnungen.

Nun sagen sie sich höflich, aber frostig Adieu, und jeder versucht wieder sein Glück auf eigene Faust.

Die Todesanzeige.

Der Hauptattionsausschuß der Deutschen Staatspartei teilt mit: In der Sitzung des Hauptaktionsausschusses der Deutschen Staatspartei am Dienstag wurde der Antrag, angesichts der hervorgetretenen Schwierigkeiten der Zusammenarbeit, die ver­schiedenen politischen Gruppen in ihrer organisatorischen Selbständigteit innerhalb der Staatspartei zunächst unbe­rührt zu laffen, abgelehnt.

Des weiteren wurde der Antrag, die Führung der Partei durch Ausschaltung bestimmter Persönlichkeiten zu ändern, abgelehnt.

Hiernach erklärten Herr Mahraun   und die übrigen mit glieder der Bolfsnationalen Reichsvereinigung in dem Haupt­aftionsausschuß ihren Austritt aus der Deutschen Staatspartei mit der Begründung, daß weltanschau­liche Gegenfäße ihnen das weitere Berbleiben in der Deut­fchen Staatspartei unmöglich machten."

Der Austritt der Bolksnationalen Reichsvereinigung aus der Deutschen Staatspartei ist mit weltanschaulichen Gegensätzen begrün­

,, Bon seiten des Herrn Minister öpter Aschoff ift mehrfach erilärt worden, daß er an der Staatspartei niemals mit gearbeitet hätte, menn er gemußt hätte, daß Chriftlich­Soziale daran beteiligt seien. Herr Staatssekretär Meyer hat erst am Dienstag noch erklärt, daß auch er sich nur unter der Be­bingung an der Deutschen Staatspartei beteilige, daß fie eine Linkspartei, d. h. Partei der linken Mitte sein soll. Damit ist ein weltanschaulicher Gegensatz gegeben, denn die Gründer haben die Staatspartei als Partei der aktiven, sozialen und natio­naten Mitte gemolit. Eine Möglichkeit, zur weiteren vertrauens­vollen Zusammenarbeit sehen wir nur in dem Rücktritt der Exponenten dieser Ansicht von der Führung in Fraktion und Partei." Koch   zieht Konsequenzen.

Reichsminister a. D. Koch- Weser veröffentlicht im Demokratie fchen Zeitungsdienst" nachstehende Erklärung:

,, Nachdem die Volksnationalen zu meiner tiefen Enttäuschung ihren Austritt aus der Deutschen Staatspartei vollzogen haben, lege ich mein Amt als Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei nieder.

An dem Ziel einer Sammlung der Elemente der Mitte, die auf dem Boden des heutigen Staates und der heutigen Wirtschafts­ordnung stehen und bereit sind, fie nach rechts ebenso wie nach links zu verteidigen, halte ich fest. Die Zeit ist für eine solche Sammlung reif, ja überreif. Möchten die Menschen dazu reif werden, ehe es zu spät iſt."

Eine gemeinsame Reichstagsfraktion?

Am kommenden Montag werden die als Abgeordnete der Deut­schen Staatspartei gewählten Reichstagsabgeordneten darüber Be­schluß faffen, ob für die Zukunft eine Reichstagsfraktion in Form einer Arbeitsgemeinschaft aufrechterhalten bleiben soll.

Aufruhranklage gegen Nazi- MdR.

lionen Mart erreicht. Die Wirkung der franzöſiſchen   Kredit. Anklage gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Paul Hinkler.  

fündigungen wird durch die Devisenanforderungen für die Kapi­talflucht verstärft.

Die Reichsbant fonnte bisher den Markturs mit Leich­tigteit verteidigen. Ihre Reserven find noch sehr beträchtlich. Als letztes absolut sicheres Mittel bleibt die Krediteinschränfung gegen Bechfelunterlage, d. h. der 3mang, Auslandsdenisen gegen bar bei der Reichsbank zu kaufen.

Weiter Beamtenregierung in Sachsen  . stor Ergebnislofe Ministerpräsidentenwahl.

Dresden  , 7. Ottober.( Eigenbericht.)

In der Dienstagiigung des Sächsischen Land­ tages   wurde wieder einmal der vergebliche Verfuch gemacht, einen Ministerpräsidenten zu wählen. Auf den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Lipinski entfielen 32 Stimmen der Sozialdemokraten, auf den gegenwärtigen Innenminister Richter 5 Stimmen der Bolfsnationalen und Demofraten, auf den Kommu nisten Renner 13 Stimmen seiner Fraktion und auf den Kandi­daten der Nationalsozialisten und der bürgerlichen Rechtsparteien, den früheren deutschnationalen Wirtschaftsminister Krug von Nidda   46 Stimmen. Da feiner der Kandidaten die in der sächsischen Berfassung vorgeschriebene absolute Mehrheit erhielt, ver­lief die Wahl ergebnislos. Infolgedessen bleibt das zur Zeit amtierende geschäftsführende Beamtenkabinett, an dessen Spize der Ministerpräsident Schied steht, weiter im Amt.

Im Anschluß an die ergebnislose Ministerpräsidentenmaht stand ein Auflösungsantrag auf der Tagesordnung, der gleich zeitig von den Kommunisten und den Nationalsozialisten gestellt mar. Der Antrag wurde mit 55 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Zehn Abgeordnete der Wirtschaftspartei enthielten sich der Stimme. Für den Auflösungsantrag stimmten nur die Kommunisten, Nationalsozialisten und vier Deutschnationale. Die Sozialdemokraten stimmten gegen den Auflösungsantrag.

Sozialpolitik im Rundfunt.

Eine Erflärung von Dr. Pohl.

Auf unsere Notiz im Morgenblatt vom Donnerstag teilt uns Dr. Wolfgang Pohl, der Verfasser der Sozialpolitischen Umschau" des Rundfunts folgendes mit:

In meinem Vortrage habe ich lediglich feststellen wollen, mie die Entwicklung der langandauernden Arbeitsmartttrife immer mehr zu einer Schwergewichtsverschiebung von der Arbeitslosenversiche rung zur Krisenfürsorge und Wohlfahrtspflege geführt hat und noch weiter führen muß. Zur Erläuterung dieses auch finanzpolitisch sehr wichtigen Vorgangs habe ich ausgeführt, daß seinerzeit von den drei Millionen statistisch feststellbaren Erwerbslosen etwa ein­einhalb Millionen auf die Versicherung, etwa eine halbe Million auf die Krisenfürsorge und der Rest auf die Wohlfahrtspflege ent fallen. Ich gebe ohne weiteres zu, daß diese Aufgliederung nicht richtig ist, sofern man mit ihr beweisen wollte, daß von der Wohl fahrtspflege eine Million Erwerbslose auch tatsächlich unter it ügt werden. Aus dem Zusammenhang meines Bortrages ergibt fich aber, daß ich mit meinen Zahlenangaben nur die rechtlichen 3uständigkeitsbereiche der drei Unterstützungseinrichtungen abzugrenzen versucht habe, um eine bestimmte Entwicklungstenbenz Marzulegen. Die Bermutung, daß ich mit dem tritifierten Sah den Anschein ermeden wollte, als ob heute sämtliche Erwerbslose eine öffentliche Interstügung erhielten, trifft nicht zu

Münchener   Nazi brüllten von der Rathausgalerie den Begleit­chor zu Essers Klage über das politische Barteiuniformperbot für Zeilnehmer an dem Begräbnis des Prinzen Leopold. Derartige Erklärungen" zur Krachanstiftung sollen fünftig verhindert werden.

Kaumburg, 7. Oktober.  ( Eigenbericht.)

Am 23. Oftober, vormittags 10 Uhr, findet im Schwurgerichts­gebäude vor dem Schöffengericht in Naumburg   a. d. S. die Berhand­lung in der Straffache wegen Aufruhrs gegen den Reichstagsabge. ordneten Lehrer i. R. Paul Hinkler   aus Frenburg a. II. und Ge­noffen statt.

Der Anflage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Donners tag, dem 10, April, hielt in Frenburg qu, der Hochburg der Nazis,

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em Bohnort bez jebigen Reichstagsabgeordneten Gauleiters Hinfler, die Sozialdemokratische, Bartei eine öffentliche Berjammung ab. Der Referent Artur Schweriner   Berlin   sprach im überfüllten Schüßenhaussaal, der schon lange vor Beginn der Versammlung polizeilich gesperrt werden mußte, über das Thema: Das wahre Geficht des Nationalsozialismus." Geficht des Nationalsozialismus." Den Schutz der Versammlung hatte das Reichsbanner aus Naumburg   übernommen. Als der Referent nach fast zweistündigem Referat bereits zum Schluß tommen die Versammlung war bis dahin ruhig verlaufen schien Hinkler, der trotz der polizeilichen Absperrung durch einen Landjäger hineingelaffen war, um die Versammlung zu tischen Redensarten. Als Hinkler der Aufforderung, die Versamm. sprengen. Er beschimpfte den Redner mit den unflätigsten antisemi­lung zu verlassen, nicht nachfam, wurden vier Landjäger, die fich bis dahin im Nebensaal aufgehalten hatten, mit der Aufgabe betraut, den Aufruhrerreger zu entfernen. Mit Stöcken und Bier­gläsern wurde nun von Nazis, unter Führung Hinklers, auf die Landgendarmerie eingehauen. Den ersten Schlag ver­seite einem Landgendarmen ein Domschüler aus Naumburg  . Als das Reichsbanner der viel zu schwachen Polizei zu Hilfe eilte, kam es zu einer großen Schlägerei, bei der auch zwei Reichsbannertame­raden schwer verletzt wurden.

Ob sich der Reichstagsabgeordnete Hinkler in der Berhandlung Halle im Jahre 1926 ausgestellte Attest, das bei ihm am 23. Oktober auf das von der Universitätstlinit in

Bekenntnis zur Bolfsbühne.

Blamage und Niederlage der Opposition.

Die Boltsbühne hatte am Dienstag ihre Mitglieder in fünf Ber.. fammlungen zur Wahl der Delegierten für die Hauptversammlung und zur Entgegennahme des Berichts über die Entwicklung des Ber­eins, den Spielplan und die Aussichten für die laufende Spielzeit zusammenberufen. Die Versammlungen waren überall gut besucht und nahmen einen durchaus harmonischen Verlauf. Ueberall be­fundete sich, auch in der Wahl der Delegierten, das unerschütterliche Bertrauen der Mitglieder zu ihrer Leitung.

Eine vom ausgeschlossenen Ausschuß der Son der abteilungen vorgelegte Entschließung wurde in der Ver­fammlung im Gewerkschaftshaus durch einstimmigen Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Mit großer Heiterfeit wurde dabei die Mitteilung entgegengenommen, daß von den 25 Promi: nenten", die diese Aktion der Sonderabteilungen wieder einmal mit ihrem Namen gedeckt hatten, 20 nicht Mitglieder der Boltsbühne seien, 19 es nie gewesen und 5 erst im Berlauf der legten drei Tage beigetreten waren. Die Herren. Gaspara, Goldschmidt, Wolffenstein, Mühsam und von 3mehl hatten die Mitgliedschaft noch rajch erworben, um in der Ber­fammlung der Sonderabteilungen Zutritt zu erhalten. Diese Ber sammlung, die in der Aula des Sophieningeums in der Weinmeister­ftraße stattfand, nahm im Gegenfjag zu allen übrigen Bersammlungen cinen bewegten Berlauf. Das Enoe war aber auch hier eine etlatante Niederlage der Opposition mit 312 gegen 207 Stimmen wurde in der Bersammlung der Sonderabteilungen ein mißfrauensvolum gegen den Vorstand der Boltsbühne ab­gelehnt. Mit demselben Stimmenverhältnis wurden die Delegierten der sozialistischen   Arbeiterjugend und der freien Gewerkschafts­jugend gewählt.

eine nachweisbare Beeinträchtigung der geistigen Bereitschaft und Sammlung" feststellt, bemeisen mirt, fann nicht gefagt werden.

Theorie und Praxis.

Naziführer beschäftigt ausländische Banderarbeiter. Rittergute befiger von Corswant in Cungom bei Jars Zu den führenden Leuten im Nazilager gehört auch der men in Pommern  . Am 14. September ift er im Wahlkreis Bom mern sogar in den Reichstag   gewählt worden. Wie alle Nazis fann auch er nicht genug gegen die Fremdstämmigen" mettern, Sie sind nach seiner Meinung ein Unglück für das Deutschtum und für den Staat.

menigsten Beranlassung hat, sich gegen die Fremdstämmigen start Jetzt stellt sich heraus, daß der Nazimann von Corsmont om menigsten Veranlassung hat, sich gegen die Fremdstämmigen start zu machen. Nach einer Auskunft, die dem Stettiner Boltsboten" auteil wurde, beschäftigt der gute Mann in seinem Betriebe nicht meniger als 13 ausländische Banderarbeiter! Man bedente: Auf der einen Seite befundet der Rittergutsbefizer anderen findet er nichts dabei, fremdstämmige Landarbeiter in seinem, von Corswant glühenden Haß gegen die Fremdstämmigen, auf der eigenen Betriebe arbeiten zu lassen und ihnen den Borzig vor deutschen   Landarbeitern, das heißt: vor den eigenen Bandsleuten, u geben. Ein größeres Maß an Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit

ist taum denkbar.

In einer Erklärung, die der Rittergutsbesitzer von Corsmant dem Bolfsboten" zufandie, behauptet er, daß er sehr bald banfrott gehen würde", wenn er feine ausländischen Arbeiter beschäftigte. Damit gesteht Corsmant ein, daß er die polnischen Bandarbeiter lediglich ihrer Billigteit megen beschäftigt. Die polni schen Landarbeiter garantieren ihm einen größeren Profit, als er Das ist Nazi- Moral! ihn bei der Befa, äftigung deutscher Landarbeiter zu erwarten hat.

Der Dank des Vaterlandes. Und die Kriegerwitwen der Reichspoft. Man schreibt uns:

,, Der Dant des Baterlandes ist euch gewiß", hieß es im Striege. Wie fieht es heute damit aus?

Die deutsche Reichspost hat bis jeßt an Bitmen und Waisen von gefallenen Beamten, die noch nicht das pensionsfähige Dienst alter( 10 Dienstjahre) erreicht hatten, ein widerrufliches Witwen- und Waisengeld gezahlt.

Jezt wird den Witwen mitgeteilt, daß sie in Zukunft nicht mehr auf diese Unterstützung rechnen fönnen, da nach dem Erlaß des Reichsarbeitsministers diese Zahlungen fortfallen müssen.

Zahlt die deutsche Reichspost dieses widerrufliche Bitmen und Waisengeld weiter, dann sind die Fürsorgestellen verpflichtet, ihre Zahlungen um den von der deutschen   Reichspost gezahlten Betrag zu kürzen.

Also, eine Kürzung der Witwen- und Baisenbezüge tritt auf alle Fälle ein. Was das für die Betroffenen ausmacht, kann sich wohl jeder vorstellen.

Nicht zu hohe Gehälter! Gozialdemokratischer Antrag.

Braunschweig  , 7, Ottober.( Eigenbericht.) Die sozialbemofratische Fraktion des braunschweigischen Stadts parlaments wird an den Rat der Stadt den Dringlichkeitsantrag richten, umgehend mit der Landesregierung Berhandlungen über einen Abbau der hohen Gehälter städtischer Beamter aufzunehmen. Der Abbau soll sich auch auf diejenigen Beamten erstrecken, die bei Gesellschaften tätig sind, auf die der Rat der Stadt maßgebenden Einfluß befigt. Dazu gehört 11. a. die Straßenbahn und das Elektrizitätswert.