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Kampf den Weberstunden.

Eisenbahnerverbände fündigen die Arbeitszeitverträge.

Die vertragschließenden Eisenbahnerorganisationen haben am Freitag der Hauptverwaltung der Reichsbahn die Arbeitszeit­bestimmungen des Lohntarifvertrages zum 30. November 1930 auf­gekündigt.

Die Reichsbahnarbeiter haben nach den tarifvertraglichen Be­ftiminungen noch immer 3-6 2 e berstunden in der Woche zu leisten. Jetzt nimmt der Einheitsverband den Kampf gegen das Ueberstundenunwesen auf. Die Zahl der Arbeits­losen ist ins Riesenhafte gewachsen, und die Reichsbahn selbst entläßt täglich noch Arbeiter, trotzdem die Eisenbahner­organisationen alles getan haben, um dem Abbau zu begegnen. Nur zögernd folgte die Hauptverwaltung den Vorschlägen der Gewerf­schaften zur Vermeidung weiterer Entlassungen. Zunächst wurden nur Feierschichten und Berkürzung der Arbeitszeit für eine Gruppe, nämlich die Reichsbahn- Ausbefferungswerte, vereinbart; später folgten Feierschichten und Kurzarbeit für die Bahnunterhaltungs­arbeiter. Die Ausdehnung dieser Maßnahmen auf alle Arbeiter wurde immer wieder unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt.

Der jetzige Zustand, wonach ein Teil der Eisenbahner furz­arbeitet, ein anderer dagegen regelmäßig Ueberffunden zu leiffen hat, muß durch eine Neuregelung für alle Gruppen schleunigft ge­ändert werden.

Gorge um die Finanzen.

Die Verhandlungen mit den Ländern.

Der Reichstanzler und der Reichsfinanzminister empfingen am Freitagoormittag die Vertreter der nord und mitteldeutschen Länder zu einer eingehenden Besprechung des Finanz und Wirtschaftsprogramms der Reichsregierung. Es wurden Vertreter der Länder Thüringen , Oldenburg , Braunschweig , Mecklenburg- Schwerin , Mecklenburg- Strelitz , Anhalt, Lippe und Schaumburg- Lippe empfangen. Die Vertreter der drei Hansestädte werden am heutigen Nachmittag emfangen werden.

Der Zweck des Empfanges ist eine grundsätzliche Aussprache über den Inhalt der großen Gesetzesvorlagen, die die Reichsregierung am späten Donnerstagabend verabschiedet hat. Es handelt sich hierbei bekanntlich u. a. um das Gehalts Pürzungsgesez, das Gesetz über die Einschränkung der Personalaufwendungen in Ländern und Gemeinden, eine Novelle zum Tabatsteuergeseß, die Vorlage über Ver­einfachung und Vereinheitlichung des Steuermefens, die Vorlage über die Senkung der Realsteuern, Ueber gangsbestimmungen für den Finanz ausgleich, eine Borlage zur Sicherung des Haushalts in Ländern und Gemeinden und endlich den Entwurf eines Gesetzes über die Zuschläge zur Ein tommensteuer im Haushaltsjahr 1931.

Für das Gefeß über die Einschränkung der Personalauf wendungen von Ländern und Gemeinden und die Vorlage über die Senkung der Realsteuern ist eine qualifizierte Mehrheit in Reichsrat und Reichstag erforderlich. Ob die Länder- Regierungen die Vorlage in allen Einzelheiten billigen werden, ist zur Zeit noch ungewiß. Das Bestreben der Reichsregierung geht dahin, nach Möglichkeit zu sichern, daß von den Ländern im Reichsrat teine oder nur kleinere Abänderungsanträge gestellt werden.

Die betrübten Lohgerber.

Eine neue Spaltungskonferenz foll helfen. Während des Metallarbeiterstreits verkündete die KPD. tagtäg lich: Die RGO. führt!" An den Plakatsäulen ließ fie es an­schlagen, um die Unwissenden zu täuschen, um Stimmung zu machen für ihre politische Massenstreit parole. Jetzt gibt sie diese Vorspiegelung völlig preis, um auf die reformistische Gewerk­schaftsbürokratie" schimpfen zu können, die tatsächlich geführt hat. Doch trotz aller Anstrengungen, trotz der schmutzigen Unterstellung, die Streikleitung habe wie gekaufte Söldlinge der Kapitalistenklasse gehandelt, kann sich die KPD . nicht mehr überschreien.

Das Erdbeben an der Adria

Schwere Berwüstungen bei Senigallia

Mailand, 31. Oftober.

der Staatsbeamten find große Risse entstanden. Ebenso wurden in zahlreichen anderen Neubauten schwere Beschädigungen festgestellt. Senigallia bietet das Bild einer verlassenen Stadt, da die Bewohner aus Furcht vor Nachbeben nicht zurückzukehren wagen. In den mit Schutt angefüllten Straßen halten Militärpatrouillen Wache.

Die heutigen Morgenblätter bestätigen, daß während des geftrigen Erdftoßes in den Marten 25 Personen getötet und 300 verwundet wurden. Gegenüber diesen Mailänder Meldungen heißt es in einer amtlichen Bekanntmachung, daß die Zahl der Toten in Senigallia elf und die der Verwundeten 275 beträgt, darunter 23 Schwerverlette. In Ancona beläuft fich die Zahl der bisher festgestellten Toten auf drei, die der Ber- bebenkatastrophe heimgesucht wurde. Damals lag das Zentrum des Kaum ein Bierteljahr ist vergangen, seit Italien von einer Erd­leiten auf 54. In den 58 Gemeinden der Provinz Pesaro sind bisher einschließlich der Provinzhauptstadt 33 Ver- Bebens in Unteritalien; der Mittelpunkt war die Provinz Ba= wundete zu verzeichnen, darunter vier Schwerverletzte. Die Zahlilicata, von wo aus sich das Beben bis Neapel herunter er­der in Senigallia eingestürzten Häuser wird auf etwa hundert streckte. Auch damals sprachen die ersten Meldungen von nur ver­hältnismäßig wenig Toten und Verlegten, später stellte sich heraus, geschätzt. daß rund 3000 Menschenleben und etwa 5000 Ver= letzte zu beklagen waren. Das Unglück geschah fast zu gleicher Stunde wie der Brückeneinsturz in Koblenz , in der Nacht vom 22. zum 23. Juli 1930.

Senigallia macht einen traurigen Eindruck. Die Stadt liegt im Dunkel, die elektrischen Leitungen sind unterbrochen. Man arbeitet bei Kerzenlicht und Taschenlampen. Die Bevölkerung mußte auf Anordmung der Behörden ihre Wohnungen verlassen und wurde in Baraden untergebracht. Die Leichen hat man in die Kirche gebracht. Der Kirchturm hängt nach einer Seite und wird abgetragen werden müssen.

Die Erdbebenverwüstungen in 3talien.

Ueber die Ausdehnung und die Gewalt des Erdbebens an der Adriatüste werden nunmehr nähere Einzelheiten bekannt. Wie Augenzeugen berichten, wurde das starte Erdbeben von der Be­völkerung zuerst als eine schwere Katastrophe aufgefaßt. Selbst feste Grundmauern schwankten. Das Beben war vor wiegend stoßartig und dauerte 10 bis 15 Sefumden. In Ancona find in der Bia Leopardi und den umliegenden Straßen ganze Stockwerfe eingestürzt. In der soeben fertiggestellten Mietstaferne

wartenden Anhängern der KPD. versucht, in den Saal einzudringen, trotzdem vorher die Versammlung eindeutig beschlossen hatte, die Anwesenheit von Betriebsfremden nicht zu dulden. Nun, was schert einem waschechten Kommunisten, der nur gewohnt ist, den Befehlen Mostaus zu gehorchen, der Beschluß einer Ber­fammlung von Arbeitern. Die Strogirupps der Erwerbslofen und der RGO. überrannten die Türkontrolle und drangen in den Saal ein, gerade als die Urabstimmung vorüber war. Darauf wurde von dem Vorsitzenden des Streitfomitees die Versammlung geschloffen. Nach der Schließung bemächtigte sich die RGO. der Leitung. Die Gaaleingänge wurden abgeriegelt und eine Agitproptruppe" voll führte ihr revolutionäres" Theater. Danach sprach ein Vertreter der RGD.

Die Abstimmung über die übliche Resolution ergab ungefähr 20 Stimmen für ihre Annahme, während die restlichen 290 Kollegen as ablehnten, für die Parolen Mostaus auch nur einen Finger zu rühren. Nach dieser großen Pleite erklärte der Führer der Agitprop", auf Grund des Abstimmungsergebnisses, die reformistische" Streitleitung im Namen der Erwerbslojen" für abgefeßt.

Welches Bertrauen diese abgesette" Streifleitung bei der Belegschaft genießt, beweist die Tatsache, daß die überwiegende Mehr heit der Kollegen sich nach Schluß der Theatervorstellung" im Streif total bei Zange, Langestr. 90, einfand, um sich nähere Informationen zu holen.

Das Statistische Reichsamt bedroht.

Die Angestellten gegen ihren Abbau.

Bei der gestrigen Katastrophe liegt der Herb des Bebens in Mittelitalien . Ancona , die Hafenstadt am Adriatischen Meer , ist Provinzialhauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Landschaft Marken, deren Gebiet sich vom Hauptkamm des Appenins östlich über das start zertalte Bergland allmählich zur Adriatischen Küste herabsenkt. Die Provinz ist sehr dicht bevölkert; die Be­wohner treiben neben Landwirtschaft und Fischerei auch Industrie. Außer der Provinz Ancona sind auch die nördlich und füdlich am Dstabhang des Appenins gelegenen Provinzen mitbetroffen. Schon diese weite Ausdehnung des Bebens läßt leider befürchten, daß die 3ahl der Opfer größer ist, als die bisherigen Zahlen be­fagen. Hierauf läßt auch die Tatsache schließen, daß die Berzeichnung des Bebens nicht weniger als zwanzig Minuten währte.

den Abbau in der Privatwirtschaft. Beamte, Angestellte und Arbeiter haben das gemeinsame Schicksal, Lohn- und Gehaltsempfänger zu sein. Nur der gemeinsame Kampf fann sie vor dem Unter­gang bewahren. Auf den Abbau in der Steuer- und Finanzstatisti durfte man aber schon deshalb nicht verfallen. weil sich eine gute Statistik gerade dieser Gebiete für das ganze Wirtschaftsleben des Staates von größter Bedeutung ist. Durch diese Statistiken wird der Wirtschaftsorganismus durchleuchtet, und die Berschleierung von Einnahme und wirklichen Ersparnisquellen im Staate verhindert. Ein Vertreter des Gesamtverbandes schloß sich den Aus­führungen der Vertreter der Angestelltenorganisationen an. stimmig wurde eine Resolution gefaßt, in der es heißt:

Ein.

Die Betriebsvollversammlung erwartet von der Regierung, daß die Etatsmittelstreichung im Statistischen Reichsamt einer nochmaligen Prüfung unterzogen wird, daß die Statistiken aufrechterhalten und die geplanten weiteren 500 Entlaffungen vermieden werden.

Einbrecher in Potsdam erschossen. Feuerfampf zwischen Polizei und Geldschrankfnadern. 3u einem schweren Feuerfampf fam es in der ver­gangenen Nacht zwischen Striminalbeamten und überraschten Geldschranteinbrechern in Potsdam .

In der Nacht zum 30. September dieses Jahres wurde ein Geldschrankeinbruch in das Versorgungsamt in Botsdam ausgeführt. Die Täter erbeuteten etwa 1000 m. und entfamen. Zeugen, die die Flüchtigen gesehen hatten, konnte eine oberflächliche Beschreibung geben und danach erkannte das Sonderdezernat B 6 des Polizeipräsidiums, daß wahrscheinlich eine ihm bekannte Das Sparprogramm des Reichsfinanzministers will den Etat Berliner Kolonne für den Einbruch in Betracht kam. Die Verdäch des Statistischen Reichsamtes um 3% Millionen fürzen. Die Folge tigen wurden auf Schritt und Tritt beobachtet und aus ihrem Ver­find 500 neue Kündigungen der Angestellten, zum Teil sehr halten ließ sich schließer, daß sie zum Monatsende einen neuen lange beim Statistischen Reichsamt Beschäftigter mit langfristigen Ver- Streich) in Potsdam planten. Diese Beobachtungen wurden Nachdem sie sich heiser geschrien und ihre Unfähigkeit und Ohn- trägen. Der Abbau wird sich infolgedessen bis zum 31. März 1931, der Potsdamer Polizei mitgeteilt. Es zeigte sich, daß sie das macht so offen an den Tag gelegt hat, zeigt sie sich in ihrer nacin einzelnen Fällen sogar bis zum 30. Juni hinziehen. Unmittelbar Richtige getroffen hatten. Die Verlagsanstalt von Bonneß u. ten Arbeiter und Gewertschaftsfeindschaft. Mit bewirkt dieser Abbau die Auflösung der Abteilung für Samfeld in der Hohenzollernstraße, in der Nähe des Neustädter großen Tönen verkündet sie die Gründung einer Sonder Finanz und Steuer statistit, die mit der verminderten Tores, war in der vergangenen Nacht das Ziel der Kolonne. organisation in der Berliner Metallindustrie, eines roten Angestelltenschaft nicht mehr aufrechterhalten werden fönnen. Der Gowohl im Border wie im Hinterhause hatten Potsdamer Kriminal. Metallarbeiterverbandes in Berlin ", um zum Schluß sich selber Gesamtabbau wird bis zum 30. Juni rund 1450 Angestellte erfassen. beamte Beobachtungsposten bezogen. Um 1 Uhr nachts ging plötz leben" zu lassen samt ihrer RGO., die einzige gewerkschaftliche Die Angestellten wandten sich durch ihre Organisationen an lich die Tür zu den Bureauräumen, in denen zwei Beamte warteten, Führerin eures Massenstreits". den Minister Dietrich, um in einer Aussprache nach Auswegen auf und es erschienen drei Knacker. Den Zuruf hände hoch! zu suchen, um die neue Massentündigungen und die Lahmlegung der Polizei!" beantworteten sie sofort mit Revolverschüssen. genannten Abteilung des Statistischen Reichsamtes zu vermeiden. Die Beamten eraviderten das Feuer. Unter ständigem Feuern zogen Nach reichlich drei Wochen tam vom Reichsfinanzminister die Ant fich die. Einbrecher langsam aus dem Raum zurück, verfolgt von wort, in der u. a. ausgeführt wird: den Beamten. An der Treppe, die zum Kaffenraum führt, fanden die Beamten einen der Ueberraschten tot daliegen. Die anderen in den Lagerraum hinabgelaufen, hier durch ein Fenster auf die Straße geklettert und so entkommen. Ob auch sie durch Schüsse verletzt sind, weiß man noch nicht. Die Suche nach ihnen, die sofort aufgenommen wurde, ist bis zur Stunde ergebnislos.

Der KPD . sollen die Gewerkschaften lediglich als Mittel zu ihren politischen Zwecken dienen. Jeder gewerkschaftliche Erfolg ist ihr deshalb verhaßt, jede gewerkschaftliche Schwächung ist ihr will. kommen. Sie ist durch und durch gewerkschaftsfeindlich. Gewerkschaften und KPD. scheiden sich wie Feuer und Wasser.

Will nun die KPD . mit ihrem Anhang eine neue Sonderorgani­sation schaffen, zu den bedeutungslosen Gruppen, die sie schon auf­gezogen hat, dann muß sie entweder die Unterstützungseinrichtungen der Gewerkschaftsbürokratie" nachahmen, entsprechende Beiträge er­heben und gewerkschaftliche Arbeit leisten oder aber, weil das bei ihr nicht als revolutionär" und klassenbewußt" gilt, sich auf eine Stoßtruppe gegen den Metallarbeiterverband verlegen, die sie bisher schon im Verband gehabt hat.

Die wichtigste Lehre des Metallarbeiterstreifs: Anschluß der Un­organisierten an den Deutschen Metallarbeiterverband , jucht die KPD . ins Gegenteil zu verkehren. Sie muß sich gewertschafts­feindlich betätigen wie bisher, ihre Borgesezten in Mostau verlangen es. Es kommt jedoch weit weniger darauf an, was die KPD . will und was sie treibt, als vielmehr darauf, was die Arbeiterschaft in ihrer großen Mehrheit will.

Die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes brauch ten in diesem Kampfe nicht zu hungern, auch wenn er noch weit länger gedauert hätte. Die Unorganisierten aber fonnten von den Bettelfuppen der JAH.- Filiale der KPD . nicht fatt werden. Gleich ihren organisierten Kollegen müssen die Unorganisierten für fünftige Rämpfe sich die nötige Rückendeckung sichern, durch An schluß an ihre Organisation.

Nicht Uneinigkeit, wie sie die KPD. betreibt, macht start, sondern Einigkeit macht start!

Wie die RGO. führt".

Ein sprechendes Beispiel dafür, wie die RBD. lies KPD. - die Führung des Metallarbeiterstreits an sich zu bringen suchte, war die Streitversammlung aller bei der Julius Bintfch 2.- 3. be­schäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter am 30. Oftober in den

Andreas- Sälen.

Gemäß dem Beschluß der Obleutekonferenz vom Mittwoch wurde in dieser Bersammlung die geheime Urabstimmung über Beendigung oder Weiterführung des Streits durchgeführt. Schon während der Abstimmung wurde mehrmals von den in großer Menge draußen

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,, Ich verkenne nicht die Bedeutung des statistischen Dienstes; aber nur, wenn auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung die Ausgaben gesenkt werden, läßt sich eine fühlbare Entlastung des Etats erzielen, die wiederum der Wiederbelebung der Wirtschaft und damit des Arbeitsmarktes dient. Nach Lage der Dinge laffen sich bei der Durchführung der unvermeidlichen Sparmaßnahmen Härten nicht umgehen.

Ich bin jedoch mit dem Herrn Reichswirtschaftsminister darüber einig, daß versucht werden muß, im Einzelfalle besondere Härten möglichst zu vermeiden und daß im Bedarfsfalle auf die entlassenen Angestellten zurückgegriffen werden soll. Wenngleich auch eine mündliche Aussprache an der Notwendigkeit, die vorgesehenen Spar­maßnahmen zu treffen, nichts zu ändern vermöchte, wäre ich an sich gern bereit, Ihre Vertreter zu empfangen. Ich bin jedoch zu meinem Bedauern zurzeit mit Rücksicht auf die Geschäftslage meines Minifteriums hierzu nicht in der Lage, zumal es sich nicht um einen einzelnen Fall handelt, und bitte, von der beabsichtigten Entsendung von Vertretern Abstand zu nehmen."

Dieser Bescheid steigerte die Erregung der Angestelltenschaft aufs höchste. Von allen im Statistischen Reichsamt vertretenen An­gestelltenorganisationen wurde deshalb eine gemeinsame Betriebs Der Saal war über versammlung in die Spichernfäle einberufen. füllt. Die Vertreter der Organisationen beleuchteten nacheinander die Sachlage. Auch die Antwort, die der Generalfetretär des Gewert schaftsringes, Lemmer , seinem Parteifreunde Dietrich gab, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er rief gegen diese rauklose und verhängnisvolle Sparpolitik die Deffentlichkeit auf, die den Reichstag zum Einschreiten veranlaffen müffe. 3% Millionen, betonte der Redner, seien mit Sicherheit und ohne daß Familien dabei geopfert werden müssen, be der Reichswehr und dem Berkehrsministerium allein durch faufmännischere Führung der Geschäfte einzusparen. Ueberwinden wir nicht diese Arbeitslosen trise, rief Lemmer aus, so fönnte der Tag fommen, wo eine Tages alles unter Trümmern zugrunde geht.

Die Behörden sind nicht die allein Echuldigen: das rücksichtslose Hinweggehen über den Menschen zeigt sich in der Gesamtwirtschaft. Der Gehaltsabbau im Staat ist aber oft nur eine Vorbereitung für

waren

Das Sonderdezernat in Berlin , das von dem Zusammenstoß in Renntnis gesetzt worden ist, hat Beamte ausgeschict, um nachs zuforschen, wer von ihren Bekannten" in der letzten Nacht unter­wegs gewesen und vielleicht verlegt nach Hause gekommen ist. Die Person des Erichossenen steht einwandfrei noch nicht fest. ei noch nicht feft

Ende des Bombenleger: Prozesses. Bor dem Urteil, das heute gesprochen wird. Altona , 31. Oftober.( Eigenbericht.) Im Bombenlegerprozeß waren zur heutigen letzten Sitzung die Angeklagten vollzählig erschienen. Der Angeklagte Henning, der in der letzten Verhandlung gefehlt hatte, wurde noch Sarauf hingewiesen, daß die ihm zur Laft gelegten Straftaten als drei selbständige Handlungen angesehen werden können. Erklärungen hierzu werden nicht abgegeben. Die Angeklagten wurden dann noch­mals einzeln gefragt, ob sie noch irgend etwas zur Sache zu sagen haben. Sie verzichten alle auf das Schlußwort und antworten

mit Nein.

Die Urteils.

Das Gericht zog sich zur Beratung zurüd. verfündung ist gegen 18 Uhr zu erwarten. Der Borsigende ermahnte fämtliche Angeklagte, pünktlich zur Urteils verfündung zu erscheinen, da das Gericht andernfalls gezwungen ist, entsprechende Maßregeln zu ergreifen.

Der Reichstagsabgeordnete Dr. Rhode Frankfurt a. M.( Birt fchaftspartei) hat sein Reichstagsmandat niedergelegt, um sich ganz der Tätigkeit im Preußischen Landtag zu widmen.

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